Dienstag, 12. November 2013

Standpunkt 804 - Nachrichten-Ticker, 11.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Das Fed rettet die europäischen Banken  – Nouriel Roubini und die "Mutter aller Blasen" –  USA: Das alleroberste 0,01%  US-Arbeitsmarkt  Nachtrag zuum deutschen Exportüberschuss (2 Beiträge) 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten schon längere Zeit an einem Upgrade. Unmittelbar nach der Bundestagswahl haben wir unseren Arbeitseinsatz erhöht, um unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen zu können. Die lahmen Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition haben uns einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Upgrade ist nach unserer Ansicht nur dann vollständig, wenn wir auch die Pläne der neuen schwarz-roten Bundesregierung berücksichtigen. Sicherlich werden die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich gemacht, trotzdem wird es eine Menge Indizien dafür geben, wo die politische Reise in der kommenden Berliner Regierungszeit in Deutschland und Europa hingeht. Außerdem beschäftigen wir uns, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


The Biggest Difference Between QE3 And QE2
(zerohedge.com) Back in 2011, in an exclusive analysis, Zero Hedge showed how virtually all the reserves created as a result of QE2 ended up as cash on the balance sheets of foreign (mostly European) banks operating in the US. Some suggested that this was due to a change in FDIC rules which was being arbed by foreign banks which were able to engage in a mini carry trade affecting the Fed's excess reserves. We disagreed, and suggested that this was nothing short of yet another way in which foreign banks abused the Fed's "Bernanke Put" to bail themselves out at a time when the Eurozone and its currency seemed like they would implode any second.
QE2 came and went, and was replaced by QE3. And, having lasted nearly a year now, it has allowed us to observe the main way in which the Fed's open-ended QE3 has so far differed from the QE2 of 2011.
Recall that while the Fed's Quantiative Easing programs are largely determined by what securities the Fed monetizes: i.e. the sources of funds, what is always left unspoken is where the Fed's created reserves end up, or the "uses" of funds, or rather, reserves. Luckily, as the chart below shows and as tracked by the Fed's H.8 statement, there is a perfect correlation, and causation, between the Fed's newly created reserves parked at banks, and the corresponding change in cash held on the books of either domestic (large and small) and foreign commercial banks operating in the US. Read more...


Kommentar: Dieser Beitrag beschreibt auf eindrucksvolle Weise, wie wörtlich die "grenzenlose" Liquiditätsschwemme der US-Notenbank zu nehmen ist. Nutznießer dieser Maßnahmen sind in erheblichem Umfang die in den USA tätigen europäischen Banken. Sie erhalten mehr als die Hälfte der Liquidität. Dagegen nehmen sich die Rettungsmaßnahmen der Europäer für ihre Banken geradezu mickrig aus. Der Hintergrund dieser grenzüberschreitenden Fed-Hilfen ist klar: Schon die Pleite einer dieser europäischen Banken genügt, um den US-Banken höchst gefährlich zu werden. Der Beitrag enthält eine Reihe aussagekräftiger Charts, von denen wir zwei hierher übernommen haben: 


   
Die Amerikaner sind darüber sauer: "Because it is one thing to bail out the rich, at least they are America's rich. But when more than half of the proceeds of QE to date..."





Nouriel Roubini: "Das ist die Mutter aller Blasen!"
(finanzen100.de) An den Börsen und Immobilien-Märkten sind die Preise extrem gestiegen, sagt der amerikanische Finanzmarkt-Experte Nouriel Roubini. Jeder Versuch, diese Entwicklung zu bremsen, kann jetzt ein Desaster verursachen. Mehr...

Kommentar: Roubini meint damit die von den Notenbanken zu verantwortende, nahezu grenzenlose Liquidität. Allen anderen weit voraus das Fed. Was er beschreibt, ist kaum von der Hand zu weisen:  "Das billige Geld der Fed komme nicht in der Realwirtschaft an (...)". Statt dessen wird hemmungslos spekuliert, "das Notenbankgeld (...) fließe direkt an die Finanzmärkte", erklärt Roubini. Offensichtlich rafft das obere 1% zusammen, was noch geht, bevor es endgültig knallt. 


The 0.01% Have Never Had It Better
(zerohedge.com) Over the years, as the WSJ notes, the only way inequality has really mattered to professional investors is 'if the rich are getting richer, companies that cater to them have better prospects'. Lately, though, some big investors have worried increasing income and wealth gaps threaten the economy's ability to expand (discussed here and here most recently). One reason U.S. corporate profit margins are at records is the share of revenue going to wages is so low. An economy where income and wealth disparities are smaller might be healthier; but it would also leave less money flowing to the bottom line, something that is increasingly grabbing fund managers' attention. Read more...

Kommentar: Die folgende Grafik aus dem Beitrag ist selbsterklärend, da müssen wir auch nichts mehr kommentieren: 


Eine krasse Entwicklung... Wie lange werden die Amerikaner dem noch tatenlos zusehen? 


10 Uncomfortable Truths About The Growing Unemployment Crisis In America
(zerohedge.com) Did you know that there are more than 102 million working age Americans that do not have a job? Yes, I know that number sounds absolutely crazy, but it is true. Right now, there are more than 11 million Americans that are considered to be "officially unemployed", and there are more than 91 million Americans that are not employed and that are considered to be "not in the labor force". When you add those two numbers together, the total is more than 102 million. Overall, the number of working age Americans that do not have a job has increased by about 27 million since the year 2000. But aren't things getting better? After all, the mainstream media is full of headlines about how "good" the jobs numbers for October were. Sadly, the truth is that the mainstream media is not being straight with the American people. As you will see below, we are in the midst of a long-term unemployment crisis in America, and things got even worse last month. In this day and age, it is absolutely imperative that people start thinking for themselves. Just because the media tells you that something is true does not mean that it actually is. If unemployment was actually going down, the percentage of the working age population that has a job should actually be going up. As you are about to see, that is simply not the case. The following are 10 facts about the growing unemployment crisis in America that will blow your mind... Read more...

Kommentar: Noch mehr Wahrheiten über den US-Arbeitsmarkt. Was in diesem Beitrag steht, hat wenig mit dem zu tun, was die deutschsprachigen Medien zu diesem Thema regelmäßig abliefern. Offensichtlich will das Fed an dieser Situation nichts ändern, obwohl sie einen entsprechenden gesetzlichen Auftrag zwingend erfüllen muss.  


Streit um deutschen Exportüberschuss: Plädoyer für einen Leistungsbilanzausgleich bei der FAZ
(wirtschaftundgesellschaft.de) Um als Volkswirt die Texte von Volkswirten zu lesen, die, weiß Gott wie, bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) ein Beschäftigungsverhältnis gefunden haben, braucht man Nerven wie Drahtseile (...). Nun hat sich mit ein weiteres Prachtexemplar direkt aus den USA zu Wort gemeldet. Patrick Welter ist aber, obwohl vor Ort, weit davon entfernt, sich von der Kritik des IWF und des US-Finanzministeriums an den deutschen Exportüberschüssen anstecken zu lassen (...). Wahrscheinlich hat er, bevor er sich vom beschaulichen Frankfurt am Main aufmachte, eine Art Grundimmunisierung von der FAZ-Wirtschaftsredaktion mit auf den Weg bekommen. Oder muss man diese etwa gar schon haben, bevor man die Redaktionsräume der FAZ überhaupt betreten darf? Jedenfalls kalauert Welter in seinem Text erst einmal mächtig drauf los. Das buchstäblich Dumme daran nur: Er meint es tatsächlich ernst. Mehr...

Kommentar: Die Diskussion lässt auch uns nicht los, zu wichtig ist diese Entwicklung für die Lösung der Krise in Europa. Ergänzend auch gleich die Grafik aus dem Beitrag:

 
Da geht was total daneben, allen Beteuerungen aus Deutschland zum Trotz: "Weil aber Draghi, die EU-Kommission, die deutsche Bundesregierung und nicht zuletzt der deutsche Journalismus in geradezu kameradschaftlicher Weise nicht vom einmal eingeschlagenen Weg abweichen wollen, wird auch diese Leitzinssenkung nicht helfen. Es tut weh, aber man muss Draghi aufgrund seiner Äußerungen attestieren, dass auch er grundsätzliche volkswirtschaftliche Zusammenhänge nicht zu verstehen scheint." 


Schwergewicht Deutschland
(nachdenkseiten.de) Ende Oktober löste die Kritik des amerikanischen Finanzministeriums an den deutschen Exportüberschüssen in Berlin Empörung aus. Doch man sollte dem amerikanischen Finanzministerium dankbar dafür sein, dass es öffentlich zum Ausdruck brachte, was Deutschlands Partner nicht zu sagen wagen: "Deutschland hatte während der ganzen Eurozonen-Finanzkrise große Zahlungsbilanzüberschüsse". Und genau diese Sachlage "verhinderte die Wiederherstellung gleichgewichtiger Zustände" in den anderen Euroländern bzw. führte zu einer "Deflationstendenz sowohl für die Eurozone als auch für die Weltwirtschaft". Auch der IWF teilt diese Besorgnis. Doch der deutsche Finanzminister wies die amerikanische Kritik zurück und meinte, Zahlungsbilanzüberschüsse seines Landes "seien kein Grund zur Besorgnis – weder für Deutschland noch für die Eurozone noch für die Weltwirtschaft". Beitrag von Martin Wolf in Le Monde. Ins Deutsche übertragen von Gerhard Kilper. Mehr...

Kommentar: Noch ein bisschen Analyse. Dringend notwendig, um gegen die heimische, öffentliche Meinung gewappnet zu sein. Sie verschafft Klarheit.