Samstag, 16. November 2013

Standpunkt 808 - Nachrichten-Ticker, 15.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Erich Sixt erklärt seine Weltsicht –  Frankreich  – Großbritannien's Erholung  – Moody's vs. US-Banken US-Konsum   Notenbanken und die Blasen


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten schon längere Zeit an einem Upgrade. Unmittelbar nach der Bundestagswahl haben wir unseren Arbeitseinsatz erhöht, um unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen zu können. Die lahmen Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition haben uns einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Upgrade ist nach unserer Ansicht nur dann vollständig, wenn wir auch die Pläne der neuen schwarz-roten Bundesregierung berücksichtigen. Sicherlich werden die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich gemacht, trotzdem wird es eine Menge Indizien dafür geben, wo die politische Reise in der kommenden Berliner Regierungszeit in Deutschland und Europa hingeht. Außerdem beschäftigen wir uns, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, mit den Vorschlägen von DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Erich Sixt: "Geldgier des Staates ist unersättlich"
(derstandard.at) Sixt schuf einen der größten Autovermieter. Warum er als übler Macho beschimpft wurde und in Europa Raubrittertum herrscht. Mehr...

Kommentar: Der Mann gehört eindeutig zu dem obersten 1% der reichen Deutschen. Da wundert es nicht, wenn er den Staat verteufelt. Natürlich verliert er kein Wort darüber, dass die Öffentliche Hand durch eine unternehmerfreundliche Steuerpolitik in die Bredouille gekommen ist und weiter kommt:  


Sehr anschaulich finden wir auch die folgende Grafik. Sie zeigt sehr genau die unterschiedliche Entwicklung der Vermögen und Einkommen, nachdem die rot-grüne Regierung den Vermögenden hierzulande 2003/2004 in den Hintern gekrochen war: 



Erstaunlich finden wir, dass er den Euro kritisiert. Sollte er an der Einführung der Gemeinschaftswährung mit seinem Unternehmen nicht profitiert haben? Oder treibt ihn die Angst vor sozialen Unruhen an? Wohl kaum. Eher wünscht er sich die Fortsetzung des vor zehn Jahren von der Regierung eingeschlagenen Kurses. Nur so macht sein kleiner Ausflug in die Ökonomie Sinn. In Wahrheit verhöhnt Sixt die Steuerzahler, Niedriglöhner, Hartz IV-Empfänger und alle Altersarme. Deshalb sollte er unserem Rat folgen: "Schuster, bleib bei deinen Leisten".


"Eine Gesellschaft mit zum Zerreißen gespannten Nerven, die der Erbitterung und der Wut ausgeliefert ist"
(Heise/Telepolis) Frankreich: Diesmal sind es nicht die urbanen Zonen, sondern die ländlichen Gebiete. Und es sind die Präfekten der Départements, die vor einem kommenden Aufstand warnen. Mehr...

Kommentar: Wer hätte das gedacht: Nach Sarkozy ist Frankreich vom "Regen in die Traufe" gekommen. Hollande ist mit seinem Amt völlig überfordert. Der klassische Versager. Er erinnert uns über weite Strecken an Barack Obama. Beide weigern sich beharrlich, aus ihren Fehlern zu lernen. Beide sind ein Problem für Europa. 

"The Incredible Shrinking President" (Quelle: The English Blog)


Die Briten rennen lächelnd in die nächste Katastrophe
(focus.de) Die britische Wirtschaft wird bald stärker wachsen als irgendeine andere der westlichen Welt, dabei Deutschland und Amerika überrunden. Aber: Der Boom beruht auf denselben wackeligen Grundlagen, die vor fünf Jahren zum Kollaps führten. Mehr...

Kommentar: Noch eine ratlose, völlig überforderte Regierung: Wir erleben in absehbarer Zeit den endgültigen Bankrott der einstigen Weltmacht. Das wird den Westen teuer zu stehen kommen. Dafür sorgt die Londoner City. Die Zielgerade ist erreicht, wenn sich Schottland separiert. Dann verliert England auch noch große Teile seiner Einnahmen aus den Ölvorkommen in der Nordsee. Den Rest wird die Finanzindustrie mit Gewinn verwerten.


Moody's stuft US-Großbanken herab
(derstandard.at)  Die US-Ratingagentur Moody's hat nach der Überprüfung von acht großen US-amerikanischen Banken bei einigen Instituten den Daumen gesenkt. Die Experten verringerten die Bewertung der Kreditwürdigkeit von drei US-Großbanken: Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley. Auch die Bank of New York Mellon wurde abgestuft. Als Begründung teilte Moody's am Donnerstag mit, dass die Institute im Falle einer drohenden Pleite mit geringerer staatlicher Unterstützung rechnen müssten. Die restlichen Institute, darunter Citigroup und die Bank of America, kamen ungeschoren davon. Mehr...

Kommentar: Offensichtlich rechnet Moody's immer noch mit dem Schlimmsten. Aus gutem Grund: Ohne die Maßnahmen der Zentralbanken, allen voran des US-amerikanischen Fed, wären die TBTF-Banken längst in allerhöchster Not. Offiziell sind die US-Banken natürlich über den Berg und machen schon wieder Quartal für Quartal Milliardengewinne.


Holiday Spending Plans Collapse
(zerohedge.com) It seems, as Jim Quinn notes, the 99% are not cooperating with the 1% plan for economic recovery. As Gallup reports, average Americans plan on spending 10% less for Christmas gifts this year than last year. Not only that, but they are spending 19% less than they spent in 2007 and 18% less than they spent in 1999. The average American is spending less because they have less as the talking heads on CNBC and the rest of the MSM tell me that things are great. Opening stores on Thanksgiving will not save anyone and perhaps more critically, the last 2 times the November forecast for holiday spending slumped - the US entered recession! Read more...

Kommentar: Es gibt sie nicht, die wirtschaftliche Erholung der USA. Die Regierung unter Barack Obamas hat versagt und die Notenbank andere Pläne: 




Der folgende Chart stammt aus dem Beitrag und zeigt die Richtung: 



Bubbles And Central Banks - Is There A Connection?
(zerohedge.com) According to the popular way of thinking, bubbles are an important cause of economic recessions. The main question posed by experts is how one knows when a bubble is forming. It is held that if the central bankers knew the answer to this question they might be able to prevent bubble formations and thus prevent recessions. Read more...

Kommentar: Eine bemerkenswerte Analyse, auf die wir unsere LeserInnen ausdrücklich hinweisen möchten. Der Autor hat eine Menge Fakten zusammengetragen und ausgewertet. Deshalb ist sein Fazit am Ende nachvollziehbar.