Freitag, 22. November 2013

Standpunkt 813 - Nachrichten-Ticker, 20.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Fed Whistlblower (3 Beiträge) –  Erholung Weltwirtschaft  – Börsencrash? (2 Beiträge) Hans-Werner Sinn   Bargeld abschaffen?  Großbritannien  US-Wirtschaft   Abenomics


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten schon längere Zeit an einem Upgrade. Unmittelbar nach der Bundestagswahl haben wir unseren Arbeitseinsatz erhöht, um unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen zu können. Die lahmen Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition haben uns einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Upgrade ist nach unserer Ansicht nur dann vollständig, wenn wir auch die Pläne der neuen schwarz-roten Bundesregierung berücksichtigen. Sicherlich werden die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich gemacht, trotzdem wird es eine Menge Indizien dafür geben, wo die politische Reise in der kommenden Berliner Regierungszeit in Deutschland und Europa hingeht. Außerdem beschäftigen wir uns, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, mit den Vorschlägen von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Federal Reserve Whistleblower Tells America The REAL Reason For Quantitative Easing
(theeconomiccollapseblog.com) A banker named Andrew Huszar that helped manage the Federal Reserve's quantitative easing program during 2009 and 2010 is publicly apologizing for what he has done. He says that quantitative easing has accomplished next to nothing for the average person on the street. Instead, he says that it has been "the greatest backdoor Wall Street bailout of all time." And of course the cold, hard economic numbers support what Huszar is saying. The percentage of working age Americans with a job has not improved at all during the quantitative easing era, and median household income has actually steadily declined during that time frame. Meanwhile, U.S. stock prices have doubled overall, and the stock prices of the big Wall Street banks have tripled. So who benefits from quantitative easing? It doesn't take a genius to figure it out, and now Andrew Huszar is blowing the whistle on the whole thing. From 2009 to 2010, Huszar was responsible for managing the Fed's purchase of approximately $1.25 trillion worth of mortgage-backed securities. At the time, he thought that it was a dream job, but now he is apologizing to the rest of the country for what happened... Read more...

Kommentar/Ergänzung: Wir möchten dieses Thema mit diesem Beitrag noch einmal gründlich vertiefen, es verdient höchste Aufmerksamkeit und lässt Rückschlüsse auf die Maßnahmen der EZB und der nationalen Notenbanken in Europa zu. Deshalb auch zusätzlich noch einmal unser Hinweis auf den ursprünglichen Artikel des WALL STREET JOURNAL'S "Andrew Huszar: Confessions of a Quantitative Easer" (hier). Sogar in Deutschland erreicht diese Meldung die Medien: "Zentralbanker gesteht: Geld-Drucken ist Umverteilung für die Reichen" meldet DEUTSCHE-WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN und schreibt im Vorspann: "Der ehemalige Fed-Banker, Andrew Huszar, gesteht: Das Fed-Programm 'Quantitative Lockerung' ist der größte Bail-Out für die Banken in der Geschichte der USA. Das Programm habe nur den Banken genutzt und die Wirtschaft nicht nennenswert gestärkt. Zudem kontrolliere nun ein kleines Kartell an Banken den größten Teil der Vermögenswerte." Mehr dazu hier. Die folgende Grafik aus dem Beitrag macht die Folgen leicht verständlich: 



Es gibt keine Zweifel: Bernanke und das Fed ziehen eine gigantische Show ab, die 99% der Amerikaner an der Nase herumführt. Und die Regierung unter Barack Obama schaut tatenlos zu. Der Präsident ersetzt lieber dringend benötigte Tatkraft durch bloße Lippenbekenntnisse. Was bisher schief gelaufen ist, zeigen die folgenden drei Grafiken unmissverständlich: 









Was steht einer robusten Erholung im Weg?
(project-syndicate.org)  Die Wachstumslandkarte der Weltwirtschaft ist relativ klar. Die USA befinden sich bei Wachstumsraten von 1,5 bis 2% und lahmender Beschäftigung in einer partiellen Erholung. Das Wachstum von Gesamteuropa liegt nur knapp über der Nulllinie und variiert stark je nach Land. Dabei deutet manches, zumindest wenn man die nominalen Lohnstückkosten betrachtet, auf eine schmerzhafte Rekonvergenz hin. Chinas Wachstum pendelt sich in der Zwischenzeit auf 7% ein, und andere Schwellenländer bereiten sich auf höhere Zinsen vor. Mehr...

Kommentar: Solche Analysen wie diese von Michael Spence. Von einem Ökonomen seiner Reputation erwarten wir, die Zahlen, -Spreu vom -Weizen, zu trennen, d. h. die Fakes von der Wirklichkeit zu unterscheiden. Besonders wichtig bei den offiziellen Zahlen der USA. Insofern gibt dieser Beitrag leider nicht wirklich Antwort(en) auf die von Spence selbst gestellte Frage. 


"Fata Morgana": Investor Icahn warnt vor Börsencrash
(diepresse.com) Aktienmärkte könnten vor einem "großem Einbruch" stehen, so der US-Großinvestor. Die Warnung sorgte weltweit für Unruhe. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir sind immer wieder überrascht, wenn solche Äußerungen noch für Unruhe sorgen. Es muss doch eigentlich jedem klar sein, dass irgendwann die Luft aus den weltweiten Aktienblasen schlagartig verschwindet. Den Zeitpunkt kennt niemand, obwohl der Branchenprimus hierzulande gerade für den Dax eine Prognose wagt: "Deutsche Bank erwartet Dax-Absturz vor Jahresende" meldet DIE WELT und schreibt dazu einleitend: "Der deutsche Leitindex hat im Jahresverlauf mehr als zwanzig Prozent zugelegt. Viele Aktienhändler hoffen nun auf eine kräftige Jahresendrallye. Doch ein wichtiges Institut sieht das ganz anders." Mehr dazu hier. Die Analysten der Bank stehen damit, innerhalb ihrer Artgenossen, ziemlich alleine. Keine Rolle spielen bei den Analysten die unterschwelligen Erwartungen in den USA auf ein drohendes Ende der QE-Maßnahmen. Scheinbar erwartet niemand ernsthaft deren Ende. Sie nennen sich höchstens anders...


Hans-Werner Sinns Propaganda zum Rentensystem
(nachdenkseiten.de) Für die BILD-Zeitung ist Hans-Werner Sinn „Deutschlands klügster Professor“ und das FAZ-Ökonomenranking bescheinigt dem ifo-Chef den ersten Platz bei der medialen Resonanz. Dieser Spitzenplatz ist hart erkämpft. Auch wenn Sinn von seinen internationalen Kollegen bestenfalls belächelt wird, beherrscht er doch die Klaviatur der Meinungsmache perfekt. Hans-Werner Sinn entwirft mit Vorliebe düstere Untergangsszenarien, die sich nur durch größtmöglich radikale Reformen abwenden lassen. In diese Kategorie passt auch Sinns jüngster Vorschlag zur Reform des Rentensystems: Nur wer drei Kinder oder mehr in die Welt gesetzt hat, soll demnach noch die volle Rente bekommen. Alle Anderen sollen nur noch eine gesetzliche Minirente bekommen und zwangsweise dazu verdonnert werden, die Lücke durch eine Riesterrente auszugleichen. Von Jens Berger. Mehr...

Kommentar: Einmal mehr verfestigt sich unsere Meinung über Hans-Werner Sinn. Er ist ein Nichtsnutz. Aber leider einer, der viel Schaden anrichtet. Wer diesen Beitrag aufmerksam liest, beginnt uns ja vielleicht zu verstehen, in unserer Einschätzung von "Deutschlands klügstem Professor" und Nr. 1-Ökonomen (so behauptet es jedenfalls die WIRTSCHAFTSWOCHE). Was Berger als Fazit schreibt passt: "(Sinn) ist und bleibt ein Populist, dessen Botschaften von den Medien liebend gerne weiterverbreitet werden. Nicht weil sie so „schlau“ oder wissenschaftlich bahnbrechend wären – ganz im Gegenteil. Sinn wird geliebt, weil er gekonnt an die niederen Instinkte appelliert. Seine Äußerungen sind streng genommen anti-wissenschaftlich. Stets schwingt ein wenig Weltuntergangspathos mit, stets präsentiert er einfache und im wahrsten Sinne des Wortes radikale Reformen, mit denen der Weltuntergang gerade noch einmal abgewendet werden könne. Mit Ökonomie hat das Ganze freilich nicht sonderlich viel zu tun. Früher nannte man so etwas Propaganda." Genau.


Müssen wir das Bargeld abschaffen?
(spiegel.de) Der Weltwirtschaft drohen 30 Jahre Stagnation, prophezeit der Ökonom Larry Summers. Um aus dieser Falle herauszukommen, helfen nur radikale Lösungen - etwa ein Ende des Bargeldes oder eine Verstaatlichung aller Banken. Mehr...

Kommentar: Für uns ist es der blanke Horror, die Abschaffung des Bargeldes. Wolfgang Münchau vergreift sich an einem Thema, das bisher in den heimischen öffentlichen Debattierrunden tabu war. Aus gutem Grund: Es bedeutet nämlich die maximale Kontrolle des Staates über die Vermögen seiner Bürger. Eine schauerliche Vorstellung.


OECD Warns UK Faces Housing Bubble
(zerohedge.com) The U.K. faces a housing-market bubble unless the government boosts the supply of new homes, the OECD warned yesterday. U.K. home values have climbed 36.6% since 2004, the seventh-biggest rise among OECD nations and back near their 2007/8 bubble highs. The Bank of England said last week mortgage approvals had surpassed 60,000-a-month six months earlier than it had predicted. As Bloomberg's Niraj Shah notes, while the OECD raised its forecasts for U.K. economic growth, it said risks to the recovery include “vigorous” house-price increases that may curtail affordability. We are sure this will all end well - a speculative real estate bubble as the key driver of nominal economic growth? What could go wrong? Read more...

Kommentar: The same procedure... 




For The First Time In Four Years Caterpillar Posts Negative Retail Sales Across The Board
(zerohedge.com) All "recovery watchers" are urged to look somewhere else than the just released monthly Caterpillar dealer retail sales. Because while in September there was some hope that North American industrial demand may finally be picking up when retail sales on the continent posted the first two month sequential increase since 2012 even as the rest of the world was stuck deep in negative territory, that hope too was just been dashed with October North American retail sales posting the first decline of -2% since July. And unfortunately while North American sales just rejected any glimmer of a localized recovery, the rest of the world just keeps getting worse and worse, with negative sales prints across the board for every region - the first time this has happened since February 2010. The only difference is that then the trend was higher. Now, well, it isn't. Read more...

Kommentar: Es ist nicht weit her mit der Erholung der US-Wirtschaft...


 


The Failure Of Abenomics In One Chart... When Even The Japanese Press Admits "Easing Is Not Working"
(zerohedge.com) Since late 2012 Zero Hedge has been very critical of Japan's Abenomics experiment, and its first and only real arrow: a massive increase in the monetary base thanks to the BOJ's shock and awe QE announced in April, resulting in the collapse of the Yen (although in a not zero sum world this means ever louder complaints from US exporters such as Ford competing with Japanese companies), a soaring Nikkei (if only through May), and what was expected to be an economic renaissance as a result of a return to stable 2% inflation. We repeatedly warned that the only inflation anyone would see in Japan is in imported energy costs and food prices, which in turn would crush real disposable income especially once nominal wage deflation accelerated, which it has for the past 16 months straight. So far this has happened precisely as warned. Another thing we warned about is that the result of the bank reserves tsunami - just like in the US - lending in Japan would grind to a halt, as everyone and their grandmother sought to invest the resulting excess deposits in risk markets as exemplified best by JPMorgan's CIO division. Today, with the traditional one year delay (we assume they had to give it the benefit of the doubt), the mainstream media once again catches up to what Zero Hedge readers knew over a year ago, and blasts the outright failure that is Abenomics, but not only in the US (with the domestic honor falling to the WSJ), but also domestically, in a truly damning op-ed in the Japan Times. We will let readers peruse the WSJ's "Japan's Banks Find It Hard to Lend Easy Money: Dearth of Borrowers Illustrates Difficulty in Japan's Program to Increase Money Supply" on their own. It summarizes one aspect of what we have been warning about - namely the blocked monetary pipeline, something the US has been fighting with for the past five years, and will continue fighting as long as QE continues simply because the "solution" to the problem, i.e., even more QE, just makes the problem worse. We will however, show the one chart summary which captures all the major failures of the BOJ quite succinctly.



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Kommentar: Offensichtlich ist es nicht so weit her mit dem Erfolg der neuen japanischen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Deshalb können wir nicht nachvollziehen, warum die deutschsprachigen Medien mehrheitlich immer noch an den Erfolg der Abenomics glauben. Wir erwarten ein Scheitern der Politik des japanischen Premierministers Shinzo Abe. Zur Ergänzung noch einen aktuellen Chart, ebenfalls von ZERO HEDGE