Samstag, 23. November 2013

Standpunkt 814 - Nachrichten-Ticker, 21.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: TAFTA –  Eliten-Überschuss  – Deutsches Leid Heilsbringer Rajoy   Giftspritze Dorothea Siems   US-Steueroasen  US-Middle Class


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten schon längere Zeit an einem Upgrade. Unmittelbar nach der Bundestagswahl haben wir unseren Arbeitseinsatz erhöht, um unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen zu können. Die lahmen Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition haben uns einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Upgrade ist nach unserer Ansicht nur dann vollständig, wenn wir auch die Pläne der neuen schwarz-roten Bundesregierung berücksichtigen. Sicherlich werden die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich gemacht, trotzdem wird es eine Menge Indizien dafür geben, wo die politische Reise in der kommenden Berliner Regierungszeit in Deutschland und Europa hingeht. Außerdem beschäftigen wir uns, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, mit den Vorschlägen von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


TAFTA - die große Unterwerfung
(monde-diplomatique.de) Aufgeregte Politiker von Berlin bis Brüssel sehen durch den NSA-Skandal das Transatlantische Freihandelsabkommen in Gefahr. Über das, was in dem angestrebten Vertrag stehen soll, reden sie nicht so gern. Ein Blick auf die ersten Blaupausen lässt ahnen, was Europas Bürger nicht zu früh erfahren sollen. Mehr...

Kommentar: Unbedingt lesen. Der Beitrag ist ein idealer Einstieg in dieses spannende Thema. Eine faktenreiche Grundlage zur Meinungsbildung über das Transatlantische Freihandelsabkommen TAFTA.


Was unsere Gesellschaften zerreißt – Ein Überschuss an Eliten
(blog.markusgaertner.com) Hier kommt eine fabelhafte Analyse  (bei Bloomberg) dessen, was unsere Gesellschaften in Europa und Amerika derzeit auflöst und zersetzt. Sie stammt von Peter Turchin, dem Vizepräsidenten des Evolution-Institute in Wesley Chapel, Florida, der auch Biologie und Anthropologie an der University of Connecticut lehrt. Seine These: Wir gehen durch eine Ära wie diejenigen, die das Römische Reich, das imperiale China und die früh-modernen Gesellschaften in Frankreich und England zerrissen, mit den bekannten Folgen. Laut Turchin kommt es im Vorfeld dieses oft Jahrzehnte währenden Prozesses zu einer Überproduktion an Mitgliedern der Eliten. Auf heute übertragen sieht man das etwa an der krass zunehmenden Zahl an Millionären und Milliardären, aber auch an einem gewaltigen Überschuss an Anwälten und MBAs, die nicht alle in ihren Berufen unterkommen – was zu nachlassender Solidarität, zu einer ideologischen Polarisierung, zu Verteilungskämpfen und am Ende zu einer internen Zerreißprobe der Eliten führt, weil es immer mehr Verlierer gibt, die nicht in den ersehnten Berufen unterkommen. Die Folgen sind ein starker Rückgang der Kompromissfähigkeit und zunehmende Gewaltbereitschaft in der Auseinandersetzung (siehe Budget-Desaster in Washington). Mehr...

Kommentar: Markus Gärtner macht in seinem Beitrag noch ein paar ergänzende Anmerkungen. Der Clou ist aber der Bloomberg-Artikel. "Das Stück ist wirklich lesenswert, auch wenn man die Meinungen von Turchin nicht teilt. Da stecken viele gute Punkte und Anregungen drin, dazu viele historische Vergleiche die uns verdeutlichen, was sich derzeit im Westen abspielt." So formuliert es Gärtner.


"Deutschland hat unnötiges Leid angerichtet"
(handelsblatt.com) Die US-Kritik am Exportüberschuss verstört deutsche Ökonomen. Im Interview hält Adam Posen dagegen. Der US-Top-Wissenschaftler erklärt, warum Deutschland anderen Ländern schadet und die eigenen Arbeiter "abzockt". Mehr...

Kommentar: Ein lesenswerter Beitrag. Vieles was Posen erklärt ist nachvollziehbar und durch Fakten belegt. Verstörung hilft da wenig.


Premier Rajoy wird zum Heilsbringer für Spanien
(welt.de) Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy bringt sein Land mit radikalen Reformen zurück auf Kurs. Der erfolgreichste Sanierer Südeuropas ist zugleich der einzige, der gar nicht dazu gezwungen wurde. Mehr...

Kommentar: Eine propagandistische "Meisterleistung", dieser Beitrag. Stellenweise reiner Schwachsinn. Er überhöht die Leistung des spanischen Ministerpräsidenten und verniedlicht die wahren Probleme des Landes. In Wahrheit ist und bleibt Spanien Krisengebiet. Die 40 Milliarden Euro waren nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die spanischen Banken haben sich lediglich durch Bilanztricks aus der ärgsten Not befreit. 190 Milliarden notleidende Kredite, Tendenz weiter steigend, lösen sich aber nicht einfach in Luft auf. Ebensowenig der Wertberichtigungsbedarf aus verlustreichen Immobilienfinanzierungen. Die lassen sich nicht wegschreiben. Nur noch eine Weile verstecken. 


Diese Französin könnte dem Euro schaden
(welt.de) Daniele Nouy wird die erste Bankenkontrolleurin im Euroland. Die Gleichstellungsverfechter sind entzückt, aber keiner fragt, wofür sie finanzpolitisch steht. Und da gibt es keinen Grund zur Freude. Mehr...

Kommentar: Frau Dr. Siems schießt mal wieder aus der Hüfte. Und tut dabei gerade so, als liege ihr der Euro am Herzen. Ein Trugschluss. Sie will stänkern, sonst nichts.


"US-Steueroasen entgehen der Kontrolle"
(tagesanzeiger.ch) Die US-Regierung rennt im Kampf gegen Steuerflüchtige im eigenen Land gegen die Wand. Obamas Versprechen für mehr Transparenz bleibt Makulatur. Mehr...

Kommentar: Natürlich messen die Amerikaner mit zweierlei Maß. Nichts anderes war zu erwarten. Eine weitere Pleite für den US-Präsidenten. Aber im Ausland leisten die US-Behörden ganze Arbeit. Da wird mit härtesten Bandagen gekämpft. Das prominenteste Beispiel dafür ist die Schweiz. Viele Schweizer Banken wird dieser Streit in den nächsten Jahren noch das Leben kosten. 


Zum Schluss möchten wir noch auf einen Beitrag von ZERO HEDGE hinweisen, ohne ihn zu kommentieren: "This Is Really A Symbol Of What’s Going On In This Whole Country. We’re Losing Middle-Class Jobs" (hier).