Samstag, 23. November 2013

Standpunkt 815 - Nachrichten-Ticker, 22.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Euro-Austritte –  Henkel's Sackgasse  – USA: "Too big to jail"


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten schon längere Zeit an einem Upgrade. Unmittelbar nach der Bundestagswahl haben wir unseren Arbeitseinsatz erhöht, um unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen zu können. Die lahmen Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition haben uns einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Upgrade ist nach unserer Ansicht nur dann vollständig, wenn wir auch die Pläne der neuen schwarz-roten Bundesregierung berücksichtigen. Sicherlich werden die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich gemacht, trotzdem wird es eine Menge Indizien dafür geben, wo die politische Reise in der kommenden Berliner Regierungszeit in Deutschland und Europa hingeht. Außerdem beschäftigen wir uns, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, mit den Vorschlägen von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Ifo-Chef erwartet Euro-Austritte
(n-tv.de) Die Länder Südeuropas müssten ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen, sagt Ifo-Chef Sinn. Doch dies sei "fast unmöglich". Folglich erwartet er, dass Länder aus der Eurozone austreten. Vertreter der Wirtschaft wollen das so nicht stehen lassen. Mehr...

Kommentar: Das ist - wie immer - schwach, Sinn. Wie lange will der Mann noch auf diesem Knochen herumkauen? Es kann keine Austritte aus der Gemeinschaftswährung geben. Jedenfalls nicht, so lange das bisherige Vertragswerk Bestand haben. Dort ist ein Austritt - aus gutem Grund - nicht vorgesehen. Daran ändert sich auch nichts, wenn Leute wie Sinn, Henkel, Hankel, Starbatty, Gauweiler, oder der Kleinstgeist Dobrindt, usw., usw. regelmäßig darüber dozieren. Die Gemeinschaftswährung ist nach wie vor ein großer Wurf, schon seit vielen Jahre sehr nützlich und sehr förderlich für Deutschlands Banken und die Wirtschaft. Der Murks im Maastrichter Vertrag stammt aus der Feder der Bundesbank. Es war der verzweifelte Versuch, damit den Euro und ihren Machtverlust im allerletzten Moment noch zu verhindern. Das ging voll daneben, die Partner der ersten Stunde haben sich, wenn auch zähneknirschend, auf die unsinnigen Maastricht-Kriterien eingelassen. Was spricht dagegen, endlich diesen Murks abzuschaffen und zeitgemäße Regeln festzulegen? Nichts.

Wenn Sinn vor Populisten warnt, dann ist das in höchstem Maße scheinheilig. Er ist es, der den Populismus unterstützt und fördert. Nach unserer Ansicht fordert er ihn geradezu. 

Übrigens, für die fehlende Integration der EU sorgten damals die USA mittels ihrer Freunde in Europa. Eine starke Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) war den Amerikanern damals ein Dorn im Auge und stößt auch heute noch auf wenig Gegenliebe.


Nur wer umkehrt, kommt aus der Sackgasse
(handelsblatt.com) Mit der angeblich alternativlosen Euro-Rettungspolitik haben Politiker, Wirtschaftsführer und Medien uns Deutsche immer tiefer in die Sackgasse geführt. Einen Ausweg gibt es nur, wenn man umdreht. Mehr...

Kommentar: Da sollte HOH  zu allererst in den Spiegel schauen und sich an die eigene Nase fassen. Noch so ein populistischer Schaumschläger und Rechtsausleger. Es ist unerträglich, mit welchen seichten Thesen diese Herrschaften dem heimischen "BILD"-ungsbürgertum nach dem Mund reden. Aber es funktioniert, wie uns die Reaktionen (zum Beispiel hier) zeigen. HOH sorgt sich nicht wirklich um Deutschland oder Europa. Vielmehr ist er im Auftrag seiner Herren aus der Wall Street unterwegs: HOH ist seit 2006 für die Bank of America, eine der weltgrößten Banken, als Berater für den "deutschsprachigen Raum tätig".  


Government Excuses for Letting the Banksters Off Scot-Free Are Bogus
(washingtonsblog.com) U.S. Attorney General Eric Holder said: I am concerned that the size of some of these institutions [banks] becomes so large that it does become difficult for us to prosecute them when we are hit with indications that if you do prosecute, if you do bring a criminal charge, it will have a negative impact on the national economy, perhaps even the world economy. As we’ve repeatedly noted, this is wholly untrue. Read more...

Kommentar: ...ein "Bild sagt mehr als 1000 Worte": 

"Too big to jail" (Quelle: zerohedge.com)