Montag, 25. November 2013

Standpunkt 817 - Nachrichten-Ticker, 24.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Zwangsabgabe: Zypern warnt Europa –  Tricksen und Täuschen in Spanien  – 10 internationale Konzerne haben alles unter Kontrolle – Agrarspekulationen mit Folgen 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten schon längere Zeit an einem Upgrade. Unmittelbar nach der Bundestagswahl haben wir unseren Arbeitseinsatz erhöht, um unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen zu können. Die lahmen Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition haben uns einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Upgrade ist nach unserer Ansicht nur dann vollständig, wenn wir auch die Pläne der neuen schwarz-roten Bundesregierung berücksichtigen. Sicherlich werden die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich gemacht, trotzdem wird es eine Menge Indizien dafür geben, wo die politische Reise in der kommenden Berliner Regierungszeit in Deutschland und Europa hingeht. Außerdem beschäftigen wir uns, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, mit den Vorschlägen von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Zypern warnt Europa: Zwangsabgabe für Sparer kommt überall
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der Botschafter Zyperns in Berlin, Minas A. Hadjimichael, ist überzeugt, dass die Zwangsabgabe bei Banken-Pleiten in Zypern ein Probelauf für ganz Europa war. EU und IWF hätten Zypern zum Schuldenschnitt gedrängt. Gebessert habe sich seither nichts: Zyperns Jugendarbeitslosigkeit liegt nach der "Rettung" bei 40 Prozent - ein trauriger Allzeit-Rekord. Mehr...

Kommentar: Ein lesenswertes Interview. Soweit es die Rettung Zyperns und deren Hintergründe betrifft. Der Rest - naja. Was Zyperns Botschafter erläutert, ruft die Pläne der EU und EZB zur Rettung der Banken in Erinnerung. An denen wird weiter mit Hochdruck gearbeitet. Gut versteckt hinter dem Rücken der jüngsten offiziellen Erklärungen aus Berlin, Brüssel und Frankfurt, die alle zum X-ten Mal Entwarnung geben. Oder den Ereignissen um Irland und Spanien, den beiden Krisenländern, die auf weitere Hilfsmaßnahmen von EU/IWF/EZB verzichten wollen. In Wahrheit bleibt es brandgefährlich und wir sehen die Gefahr einer großflächigen Enteignung bei 100%. Das gilt für ganz Europa. Selbst die Einlagensicherungen sind dann nur noch Makulatur. Ausdrücklich auch die Beteuerungen des aktuellen Präsidenten und Märchenerzählers des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, einem dort abgestellten Politiker der CSU. Der erklärte im April 2013: "Einlagen von Sparkassenkunden in unbegrenzter Höhe geschützt". Weiter erklärte Fahrenschon: "Bei Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen ist das Geld der Kunden nicht nur bis 100.000 Euro, sondern auch darüber hinaus sicher" und "unsere Kunden müssen keinen Angriff auf ihr Sparkonto fürchten." Mehr dazu hier. Zum Tema Einlagensicherung hat außer Angela Merkel niemand die Menschen dreister belogen als der DSGV-Präsident. 

Die Krise ist - da es sich zuallererst um eine Bankenkrise handelt, die in vielen Ländern zu einer Staatsschuldenkrise geführt hat, bzw. noch führen wird - höchst ansteckend. Die richtig fetten Risiken schlummern nämlich in den Bilanzen der Groß-Banken in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien, gefolgt von denen in den Niederlanden, Österreich, Dänemark, Schweden und Norwegen. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur die Fülle der zukünftigen Hochrisikoländer aufzeigen. Vor diesem Hintergrund sind höchstens noch Zeitpunkt und Umfang des Kollaps' diskussionsfähig. Klar ist außerdem: Je länger es dauert, umso teurer wird die Zeche für die Sparer und Steuerzahler.


Spanien kehrt Milliarden-Risiko unter den Teppich
(welt.de) Die spanische Bad Bank steht für ein Risiko von mehr als 50 Milliarden Euro. Obwohl der Steuerzahler dafür haftet, muss Spanien das Risiko nicht als Staatsverschuldung ausweisen – dank eines Tricks. Mehr...

Kommentar: Tricksen und Täuschen ist die Devise. Eine Riesen-Sauerei. Von der Politik 100%ig gedeckt. Nur so ist es möglich, dass die spanische Regierung, die EU und die EZB, Spanien als gerettet erklären können. Das bleibt nicht ohne schlimme Folgen. Die Krise wird versteckt, breitet sich aber im Untergrund weiter aus und nimmt an Zerstörungskraft noch zu.


The 10 Corporations That Control Almost Everything You Buy
(zerohedge.com) We know the ten "people" that run the world, that 25 cities represent over half the world's GDP, and that the world's billionaires control a stunning $33 trillion in net worth ... but who controls what the average joe-sixpack on Main Street buys? As PolicyMic notes, these ten mega corporations control the output of almost everything we buy - from household products to pet food and from jeans to jello. The so-called "Illusion of Choice," that these corporations (and their nepotistic inter-relationships) create is remarkable... Read more...

Kommentar: Die folgende Grafik aus dem Beitrag zeigt die Markenfülle dieser internationalen Konzerne alleine in den USA. Viele dieser Marken sind hierzulande nicht bekannt. Trotzdem gelten die beschriebenen Folgen weltweit: Alle diese Unternehmen haben weltweit die regionalen Premium-Marken fest in ihrer Hand. 


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Forscher: Agrarspekulation wohl doch lebensgefährlich
(taz.de) Entwarnende Studie beruht auf einseitiger Quellenauswahl, sagt Ökonom Bass. Mehr...

Kommentar: Diesen Beitrag haben bereits die NACHDENKSEITEN aufgegriffen. Da wir selbst uns immer wieder gegen diese Spekulationen stark machen, möchten wir unsere LeserInnen ausdrücklich darauf hinweisen. Die Studie gibt es hier. Sie ist voll mit Informationen.