Dienstag, 26. November 2013

Standpunkt 818 - Nachrichten-Ticker, 25.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: Große Koalition – Kiffer-Republik Deutschland – Bankpleiten in Deutschland – Rückkehr der Bankster  Deutsche Bank in Dubai unter Druck  Zerstörer Royal Bank of Scotland Nullzinspolitik und die Vermögen Griechenland im Elend Konflikt: China vs. Japan China in Not 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten schon längere Zeit an einem Upgrade. Unmittelbar nach der Bundestagswahl haben wir unseren Arbeitseinsatz erhöht, um unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen zu können. Die lahmen Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition haben uns einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Upgrade ist nach unserer Ansicht nur dann vollständig, wenn wir auch die Pläne der neuen schwarz-roten Bundesregierung berücksichtigen. Sicherlich werden die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich gemacht, trotzdem wird es eine Menge Indizien dafür geben, wo die politische Reise in der kommenden Berliner Regierungszeit in Deutschland und Europa hingeht. Außerdem beschäftigen wir uns, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, mit den Vorschlägen von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


CDU-Wirtschaftsrat fordert von SPD 75-Prozent-Votum
(welt.de) Der Unions-Wirtschaftsflügel erhöht den Druck: CDU und CSU sollten nur dann einer großen Koalition zustimmen, wenn beim SPD-Basisentscheid mindestens 75 Prozent der Mitglieder mit Ja stimmten. Mehr...

Kommentar: Wie schön wäre es, wenn 75% der SPD-Mitglieder mit Nein stimmen und diesem jämmerlichen Schauspiel der Verhandlungen um eine Große Koalition ein krachendes Ende bereiten. Die SPD hat in einer Koalition mit CDU/CSU nichts, rein garnichts verloren. Sie dient der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel lediglich als Mehrheitsbeschaffer für ihre menschenverachtende Krisenpolitik zu Hause und in Europa. Statt alles daran zu setzen, gemeinsam mit Linken und Grünen, Merkel zu verhindern, drängelt sich die SPD-Spitze an Mutti und buhlt um einen (Minister-)Platz an der Sonne.


Deutschland wird zur Kiffer-Republik
(welt.de) Zwischen zwei und vier Millionen Deutsche konsumieren regelmäßig Cannabis. Mit einer Petition wollen Befürworter die Legalisierung der Droge erreichen. Derweil boomen heimliche Plantagen. Mehr...

Kommentar: Offensichtlich ist für Millionen Deutsche das heimische Elend nur noch bekifft zu ertragen. Verständlich. Dass Cannabis zu Intelligenzrückgang führt, kommt der Regierung entgegen... 


Quelle: welt.de
 

"Es wird Bankpleiten geben - auch in Deutschland"
(manager-magazin.de) Ist die Euro-Krise überstanden? Noch lange nicht, warnt Guntram Wolff, Chef des Thinktanks Bruegel. Der Banktest der EZB werde viele schwarze Schafe aufdecken. Er rechnet mit Pleiten in Deutschland - für die letztlich auch die Steuerzahler geradestehen müssen. Mehr...

Kommentar: Klare Worte. Die den Traum zerstören, hierzulande sei alles im Lot: "Die Gefahr von Bankpleiten besteht definitiv. Es gibt viele schwache Banken, übrigens auch in Deutschland."  Zur Lösung wünscht sich Wolff das Unmögliche: "Meine Empfehlung ist, dass die EZB von Anfang an eine harte Linie fährt. Bei echten Problemfällen sollte sie den Stöpsel ziehen und nicht vor den Nationalstaaten kuschen. Das betrifft auch Banken in Deutschland und Frankreich." Eine Ergänzung von uns: Bei allen bisherigen Überlegungen zum EZB-Stresstest und einer europäischen Bankenunion bleiben die Risiken aus dem Bereich der Schattenbanken ("Schattenbanken werden zur 71-Billionen-Dollar-Branche", hier) und dem Derivatehandel (hier) unberücksichtigt. Das ist nicht sträflicher Leichtsinn, sondern geschieht ganz bewußt. Bei Berücksichtigung dieser Risiken wäre die gesamte Finanzindustrie, inklusive Sparkassen und Genossenschaftsbanken (trotz gegenteiliger Beteuerungen), am Ende. Es ist eine sehr spezielle Art "Klumpenrisiko" (hier).


Jakob Augstein: Finanzkrise ohne Folgen - Rückkehr der Bankster
(spiegel.de) Die Banken haben aus der Finanzkrise gelernt? Ach was! Eine Rede von Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, beweist: Die Arroganz der Finanzindustriellen ist ungebrochen. Wann wehrt sich die Zivilgesellschaft? Mehr...

Kommentar: Die Antwort ist einfach: Viel zu spät. Erst nach dem Kollaps und der anschließenden Enteignung. Einer der Gründe dafür ist die höchst korrupte, unheilvolle Kooperation zwischen Politik und Finanzindustrie. Unbedingt lesen! Augstein's Fazit kommt auf den Punkt: "Wir haben uns daran gewöhnt, dass in unserer Wirtschaftsverfassung nicht der demos herrscht und schon gar nicht die aristoi - sondern einfach nur die Wenigen. Unser System ist weder demokratisch noch aristokratisch. Es ist die reine Oligarchie. Die Gewinne fließen an die Aktionäre, die Boni fließen an die Banker - aber das Risiko trägt der Staat. Daran hat sich seit der Finanzkrise nichts geändert. Es ist ein unmoralisches System. Und es hat mit Marktwirtschaft gar nichts zu tun. Es ist eine perverse Form des Klientel-Kapitalismus. Eine staatlich sanktionierte Ausbeutung der Allgemeinheit. Dabei ist es ganz einfach: Wenn eine Bank so groß ist, dass ihr Zusammenbruch unerträglich wäre - dann ist die Bank selber unerträglich. Ein Unternehmen, das in privaten Händen liegt, das aber im Notfall von der öffentlichen Hand aufgefangen werden muss, ist ein Unding. Es muss entweder in kleinere Teile zerschlagen werden - oder es muss in die öffentliche Hand übergehen und dort nicht nach dem Gewinnprinzip geführt werden, sondern wie eine Behörde. Das klingt ein bisschen langweilig. Und das soll es auch. Verstaatlichung - das wäre eine Lösung." Leider ist der Begriff negativ besetzt.


Deutsche Bank verteidigt sich in Dubai mit Schweizer Bankgeheimnis
(tagesanzeiger.ch) Dubais Finanzmarktaufsicht will die Deutsche Bank dazu zwingen, Kundendaten aus der Schweiz herauszugeben. Es geht um Geldwäscherei, Goldhandel und Schwarzgeld aus dem Opium-Anbau in Afghanistan. Mehr...

Kommentar: Selbst Staaten wie Dubai gehen gegen kriminelle Banken vor. Der deutsche Branchen-Primus gehört offensichtlich dazu. Die Schwarzgeld-Bunkerer aus der Heimat müssen auf der Hut sein, ihr Geld ist nirgends mehr sicher.


RBS soll Firmen in Pleite getrieben haben
(derstandard.at) Ein neuer Bericht belastet die Bank schwer, der britische Finanzminister will den Vorwürfen nachgehen, die Bank dementiert. Mehr...

Kommentar: Ständig liefern die TBTF-Banken Beweise für ihre kriminelle Energie. In diesem Fall die Royal Bank of Scotland, die sich zu 84% in Staatseigentum befindet. Die Bankster stört das nicht.


Die Nullzinspolitik erhöht die Vermögen der Privathaushalte
(fuw.ch) Das McKinsey Global Institute ist der Frage nachgegangen, was die Nullzinspolitik der vergangenen Jahre den privaten Haushalten und Familien gebracht hat. Unter dem Strich: Haben sie finanziell davon profitiert oder nicht? Die Antwort fällt, wie meist in ökonomischen Analysen, zweischneidig aus. Mehr...

Kommentar: Der "Gegenentwurf" zur weit verbreiteten Propaganda hierzulande, die zu anderen Ergebnissen kommt und die Sparer zu Leidtragenden stempelt. Was die natürlich gerne annehmen. Der Chart aus dem Beitrag gibt nähere Auskunft:




Half Of New Greek HIV Cases Are Self-Inflicted To Receive €700 Per Month Benefits, Study Finds
(zerohedge.com) When one reads the following stunning, and tragic, excerpt from the World Health Organization's recent report "Review of social determinants and the health divide in the WHO European Region: final report" what can one say but... Grecovery. Read more...

Kommentar: Das Ergebnis der Verelendung als Preis für die Solidarität Europas. Eine schändliche Tragödie. Die WHO-Studie gibt es hier.


Ein Funke könnte reichen – dann knallt es zwischen China und Japan
(focus.de) Gibt es Krieg zwischen China und Japan? Beide Länder streiten sich schon lange um mehrere Inseln im Ostchinesischen Meer. Jetzt fletscht China die Zähne: Das Land hat eine eigene Luftverteidigungszone geschaffen und so die Einsatzregeln für seine Streitkräfte verschärft. Kommt es zu einem militärischen Konflikt, könnten auch die USA mit hinein gezogen werden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Diese Sache gärt seit Monaten. Obwohl nicht regelmäßig in den Leitmedien darüber berichtet wird. Und das Krisenpotential nimmt zu. Die Folgen einer militärischen Auseinandersetzung sind unabsehbar. Der ECONOMIST titelt aktuell über diesen Konflikt "Troubled skies over troubled waters" (hier). Eine lesenswerte Analyse.


Chart Of The Day: How China's Stunning $15 Trillion In New Liquidity Blew Bernanke's QE Out Of The Water
(zerohedge.com) Much has been said about the Fed's attempt to stimulate inflation (instead of just the stock market) by injecting a record $2.5 trillion in reserves into the US banking system since the collapse of Lehman (the same goes for the ECB, BOE, BOJ, etc). Even more has been said about why this money has not been able to make its way into the broader economy, and instead of forcing inflation - at least as calculated by the BLS' CPI calculation - to rise above 2% has, by monetizing a record amount of US debt issuance, merely succeeded in pushing capital markets to unseen risk levels as every single dollar of reserves has instead ended up as assets (and excess deposits as a matched liability) on bank balance sheets. Much less has been said that of the roughly $2 trillion increase in US bank assets, $2.5 trillion of this has come from the Fed's reserve injections as absent the Fed, US banks have delevered by just under half a trillion dollars in the past 5 years. Because after all, all QE really is, is an attempt to inject money into a deleveraging system and to offset the resulting deflationary effects. Naturally, the Fed would be delighted if instead of banks being addicted to its zero-cost liquidity, they would instead obtain the capital in the old-fashioned way: through private loans. However, since there is essentially no risk when chasing yield and return and allocating reserves to various markets (see JPM CIO and our prior explanation on this topic), whereas there is substantial risk of loss in issuing loans to consumers in an economy that is in a depressionary state when one peels away the propaganda and the curtain of the stock market, banks will always pick the former option when deciding how to allocated the Fed's reserves, even if merely as initial margin on marginable securities. However, what virtually nothing has been said about, is how China stacks up to the US banking system when one looks at the growth of total Chinese bank assets (on Bloomberg: CNAABTV Index) since the collapse of Lehman. Read more...

Kommentar: Die beiden folgenden Grafiken aus dem Beitrag machen den Unterschied augenfällig:

"The answer, shown on the chart below, is nothing short of stunning:"



"Here is just the change in the past five years:"




Atemraubend!