Donnerstag, 5. Dezember 2013

Standpunkt 824 - Nachrichten-Ticker, 04.12.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Tagesthemen: In eigener Sache – Große Koalition vs. Europa – Dollar gewinnt – Spanien in der Krise (2 Beiträge)  Großbritannien  USA 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, daß wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir arbeiten schon längere Zeit an einem Upgrade. Unmittelbar nach der Bundestagswahl haben wir unseren Arbeitseinsatz erhöht, um unser neues Dossier kurzfristig zur Verfügung stellen zu können. Die lahmen Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition haben uns einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Das Upgrade ist nach unserer Ansicht nur dann vollständig, wenn wir auch die Pläne der neuen schwarz-roten Bundesregierung berücksichtigen. Sicherlich werden die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich gemacht, trotzdem wird es eine Menge Indizien dafür geben, wo die politische Reise in der kommenden Berliner Regierungszeit in Deutschland und Europa hingeht. Außerdem beschäftigen wir uns, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, mit den Vorschlägen von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, der virtuellen Währung Bitcoin, dem Zypern-Modell, den Plänen der EU zur Bankenrettung, außerdem mit Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und den Folgen der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


In eigener Sache
Sorry, gestern hat sich bei uns der Fehlerteufel eingeschlichen: Die Übersicht unserer Tagesthemen war nicht aktualisiert. Dieses Versäumnis haben wir mittlerweile korrigiert.


Gute Nacht Europa – die Große Koalition und ihre unzureichenden Pläne zur Beendigung der Eurokrise
(nachdenkseiten.de) Im Kampf um die Zustimmung zur Großen Koalition behauptet die SPD-Spitze stolz, im Koalitionsvertrag das "soziale Europa" gleichberechtigt neben dem "Binnenmarkt Europa" verankert zu haben. Nun was steht da? Ein Kommentar von Orlando Pascheit. Mehr...

Kommentar: Der Koalitionsvertrag 2013 ist, soviel steht bereits fest, ein Armutszeugnis für die deutsche Politik im Allgemeinen und die SPD im Besonderen. Sehr gut abzulesen an den Ideen zur Beendigung der Krise in Europa. Da ist nichts als heiße Luft, leere Worthülsen, Politiker-Sprech eben. Nachzulesen in diesem Beitrag. Die Große Koalition setzt nur den Mist fort, der bisher die Krise in Europa verschärft statt beendet hat. Das ist Schwachsinn. Bestenfalls Populismus. 


Der Dollar bleibt Sieger
(blog.fuw.ch) Ein Grund für die Gründung der Währungsunion war einst die Verdrängung des US-Dollar als führende Weltwährung. Der Versuch ist gescheitert, der Dollar verbleibt auf dem Podest, und auch Chinas Währung übertrumpft den Euro. Mehr...

Kommentar: An dieser Tatsache ist nicht zu rütteln. Die augenblickliche Krise und deren andauernde ungenügende Bekämpfung werden diese Entwicklung noch beschleunigen. Europa ist mit seinem Versuch gescheitert, sich mit Hilfe einer eigenen Währung als führende globale Wirtschaftsmacht zu etablieren. Die Gründe sind vielschichtig, die dafür Verantwortlichen schwer auszumachen. Darauf einzeln einzugehen, sprengt den Rahmen dieses Blogs. Dieser Beitrag unserer Schweizer Nachbarn unternimmt den Versuch, das Scheitern zu erklären. Und kommt am Schluss zu einem einfachen Ergebnis: "Das Fazit bleibt: Der Dollar wird seine Führungsrolle in absehbarer Zeit nicht verlieren." Noch zwei Charts aus dem Beitrag, die die Vormachtstellung des Dollars dokumentieren: 






Der europäische Anspruch war ein anderer, wie hier nachzulesen ist: "Der Euro: treibende Kraft in einem globalisierten Finanzsystem". Es ist eine Rede, die der Spanier Eugenio Domingo Solans, damals Mitglied des EZB-Rats und des EZB-Direktoriums, am 11.11.2002 vor der offiziellen Spanisch-Schweizerischen Handelskammer in Zürich gehalten hat. 


Der Klüngel hält Spanien in der Krise
(zeit.de) In Valencia besetzten Journalisten den staatlichen Fernsehsender der Region – bis die Polizei anrückte. Der Fall zeigt, warum Spaniens Probleme noch so groß sind. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Kürzlich wurde Spanien zur eurokrisenfreien Zone erklärt. Da ist es nützlich, wenn sich die Gelegenheit bietet, ein bisschen hinter die Kulissen der großen Show zu blicken, die da gerade veranstaltet wird. Dieser Beitrag liefert dazu Gedankenfutter. Ebenso ein aktueller Beitrag bei TELEPOLIS, erschienen im Zusammenhang mit dem neuesten Korruptions-Ranking: "Spanien immer korrupter". Zur Erklärung heißt es u. a. in der Analyse: In den letzten Monaten sind Korruptionsskandale in Spanien aufgeflogen sind, die bis hinauf ins Königshaus und die Regierung reichen. Das ist auch am Korruptionsindex von Transparency International (TI) nicht spurlos vorbeigegangen. Die Korruptionswächter schätzen zwar Griechenland weiter als das korrupteste Land in Europa ein, doch Spanien holt mit großen Schritten auf. Während Griechenland seine Position gegenüber dem Vorjahr um vier Punkte auf 40 Punkte verbessern konnte und damit auf Rang 80 liegt, stürzte Spanien im Negativ-Ranking der 177 Staaten sogar um zehn Punkt ab. Das große Land auf der iberischen Halbinsel fiel mit 59 Punkten von Rang 30 auf Rang 40 zurück. Spanien liegt im Korruptionswahrnehmungsindex nun sogar noch hinter Zypern (63), Portugal (62) und Polen (60). Nur das vom Bürgerkrieg erschütterte Syrien ist im Negativ-Ranking noch stärker abgestürzt. Spanien befindet sich bei seinem dramatischen Absturz im Ranking in einer Gruppe mit Mali, Gambia, Guinea-Bissau und Libyen. Ein Problem ist nach TI, dass die Korruption im Land weitgehend straffrei bleibt. Der spanische Universitätsprofessor Manuel Villoria führt an, dass in Polen im vergangenen Jahr 3.000 Urteile gegen Korruption gesprochen wurden. "In Spanien waren es nur 90." Für sie gibt es nur ein Resümee: "Es herrscht Straffreiheit." Mehr dazu hier. Europäische Realität in 2013, erschreckend und unterhaltsam zugleich.


Großbritannien: London boomt, das Land blutet
(zeit.de) Großbritannien wiederholt alte Fehler und setzt auf die Finanzbranche und den Immobilienmarkt. Droht die nächste Blase? Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die ehemalige Weltmacht steckt richtig in der Sch..ße, das ist nicht mehr zu verbergen. Die Politiker sind ratlos, ihre Schleimspuren auf dem Weg in den Hintern der Reichen und Mächtigen unübersehbar. Kürzlich berichtet ZERO HEDGE "London's Mayor Says We Should 'Thank The Super Rich'" (hier) und nimmt Bezug auf weitere Beiträge: "London’s Mayor Says We Should 'Thank the Super Rich' – Calls Them 'Tax Heroes' and Compares to the 'Homeless and Irish Travelers'" (hier), "We should be humbly thanking the super-rich, not bashing them" (hier), oder hier und hier. Gerade hat sich ZERO HEDGE mit der Frage beschäftigt "How Has The UK Economy Performed Since The Coalition Came To Power?" (hier). Die Antwort ist wenig ermutigend: "On December 5 2013, George Osborne will deliver the Autumn Statement, providing an update on the state of the UK economy. In the address, the Chancellor of the Exchequer will detail the coalition’s plans to reduce the budget deficit and extend the UK economic recovery into 2014. Saxo Capital Markets latest infographic outlines the changes in the economy since the coalition government formed in 2010. In 2010, the Chancellor projected that the coalition would slash the structural budget deficit to zero by 2016. Three years on, net public debt has risen as a consequence of the government’s measures to reduce the deficit. While there is some hope in the figures - and we are sure they will be projected in nothing but glowing glorious ways, Brits are drawing down savings at record rates to cover soaring costs of living and the UK's debt-load is surging. What happens if/when Carney lifts his foot even a little?" Sehr übersichtlich dargestellt in der folgenden Grafik aus dem Beitrag:






US Retailer Hell In One Chart
(zerohedge.com) The chart below from the WSJ, summarizes perfectly the hell that US retailers find themselves in. In brief: sales down and inventories soaring, means liquidation sales have to surge, while profits and cash flows crater. Read more...

Kommentar: Der Chart dazu erübrigt jedes weitere Wort: