Freitag, 31. Januar 2014

Standpunkt 870 - Nachrichten-Ticker, 29.01.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Nachdem nun die Große Koalition unter Dach und Fach ist, werden wir in den kommenden Wochen, die Feiertage eingeschlossen, unser Arbeitspensum erhöhen, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können.  Sicher ist bereits, dass der Koalitionsvertrag die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich macht. Trotzdem gibt es eine Menge Indizien dafür, wo die politische Reise der neuen Berliner Regierung unter der alten Chefin, der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel, rund um die Krise in Deutschland und Europa hingeht. Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – Europas Krise zu Ende Stiglitz fürchtet um die Demokratie – Zwangsabgabe  - EU-Finanzreform (2 Beiträge) Hartz nicht bei Hollande Ben Bernankes Vermächtnis Barack Obama (5 Beiträge) USA (2 Beiträge) – China (2 Beiträge) 

Achtung: Gestern war das Inhaltsverzeichnis vom Vortag. Wir bitten dafür um Entschuldigung und haben die Korrektur mittlerweile nachgeholt. 


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin. Heute hat offensichtlich auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, dem IWF-Vorschlag zugestimmt (hier).

Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem ist nicht zu helfen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv vorüber. Jetzt gilt es, dem Feind in die Augen zu schauen. Die Betroffenen scheinen das langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen.

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben.

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Interesse? E-mail genügt. 


Analyst: "Europa hat die Krise hinter sich"
(derstandard.at) Die Zinsen Spaniens sind auf dem niedrigsten Stand seit langem, die PIIGS-Länder sind an der Börse gefragt. Unsicherheiten bleiben.
An Europas Finanzmärkten findet aktuell eine Party statt. Seit Jahresbeginn sind die zehnjährigen Zinsen für Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien im Schnitt um 0,3 Prozentpunkte gefallen, seit dem Jahresbeginn 2013 sogar um mehr als zwei Prozentpunkte. Die Fieberkurve zeigt damit eine Besserung des Patienten an, die ehemaligen Krisenländer haben das Vertrauen der Investoren zurückerobert. Tatsächlich können sich ehemalige Wackelkandidaten plötzlich günstig und ohne Probleme finanzieren. Die zehnjährigen Zinsen für Spanien sind am Mittwoch auf den niedrigsten Stand seit 2006 gefallen, die Regierung konnte zudem vergangene Woche eine zehn Milliarden Euro große Anleihe platzieren. Das Orderbuch von willigen Investoren, die dem noch vor einem Jahr wankenden Staat Geld borgen wollten, war so gut gefüllt wie fast noch nie bei einer europäischen Anleihenauktion. "Die Märkte sagen uns, dass Europa die Krise hinter sich hat", sagt Timothy Hayes, Chefstratege bei Ned Davis Research, einem unabhängigen US-Analyseunternehmen. Die stark gefallenen Zinsen und die zuletzt stark gestiegenen Aktienkurse in Ländern wie Spanien könnten sich kaum anders interpretieren lassen. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Wir sind immer froh, wenn wir in diesen schwierigen Krisenzeiten auch eine gute Nachrichten an unsere Leserinnen weitergeben können. Aber leider ist es nichts Neues: Die Krise in Europa wird zum X-ten Mal für beendet erklärt. Und ausgerechnet die manipulierten Zinsen und die Einkaufsmanagerindizes sollen dafür die Begründung liefern. Das wird auch anderswo behauptet: "Der deutsche Konsument wird zum Zugpferd" schreibt die Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT. Die Zeitung schreibt: "Das Konsumentenvertrauen in Deutschland liegt nun so hoch wie seit 2007 nicht mehr, das hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bekanntgegeben. Erwartet wurde am Markt eine leichte Verschlechterung, tatsächlich hat der Index noch einmal richtig angezogen. Die Deutschen sehen besonders ihre Einkommenssituation als so gut an wie seit dreizehn Jahren nicht mehr." Dazu gibt es auch einen anschaulichen Chart: 


Mehr hier. Das ist total deppert. Wer will, der kann fest daran glauben. Alle anderen bleiben bitte sehr, sehr wachsam.  


"Ich bin sehr pessimistisch"
(tagesanzeiger.ch) Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz warnt vor dem Zerfall der Eurozone und der wachsenden Ungleichheit in Europa und den USA, die eine Gefahr für die Demokratie ist. Mehr...

Kommentar: Ein bemerkenswertes Interview. Das Lesen lohnt sich. Einer von den wenigen Experten, der ernsthaft aufklären will, der erst nachdenkt und dann redet. Das macht Stiglitz so wertvoll in einer Welt voll Trickser und Täuscher. Obwohl nicht alles durchführbar ist, was er vorschlägt. 


Zwangsabgabe: Sparguthaben über 100.000 Euro werden betroffen sein
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die von der Bundesbank vorgeschlagene Zwangsabgabe zum Schuldenabbau dürfte nach Ansicht des Ökonomen Daniel Stelter alle Vermögen über 100.000 Euro betreffen. In vielen südeuropäischen Staaten sind auch die privaten Haushalte so überschuldet, dass die Last für die deutschen Vermögen am Ende höher ausfallen könnten - um die völlig aus dem Ruder gelaufenen Schulden zu tilgen. Mehr...

Kommentar: Daniel Stelter war Co-Autor der Studie von Boston Consulting Group (BCG) über die Durchsetzung einer Zwangsabgabe zur Schuldenreduktion und ist sicherlich intimer Kenner einer wie auch immer gearteten Financial Repression. Vor diesem Hintergrund sicherlich ein informatives Interview. Obwohl es sich auch Stelter nicht verkneifen kann, im Zusammenhang mit Target 2 und den selbstfinanzierten deutschen Exportüberschüssen (die es sonst nicht gegeben hätte!), wie viele andere Experten auch, knapp vorbei zu argumentieren. Davon abgesehen aber ein beachtlicher Beitrag mit einigen unangenehmen Wahrheiten. Da fällt schon nicht mehr auf, dass Stelter bei der Höhe der "nicht bedienbaren Schulden" mit "3 bis 5 Billionen Euro" mächtig daneben liegt. Wie üblich spielen die Verluste der Schattenbanken und Risiken aus dem Derivatehandel keine Rolle bei seinen Überlegungen. Insofern ist seine Einschränkung, nur "Sparguthaben über 100.000 Euro werden betroffen sein" wertlos. 


So will die EU die großen Banken sicherer machen
(faz.net) Binnenmarktkommissar Barnier will vor allem etwa 30 Großbanken einschränken. Die dürften dann nicht mehr Aktien kaufen oder riskante Derivate handeln. Aber es gibt viel Kritik an dem Vorschlag. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die WELT geht gleich noch einen Schritt weiter und meldet "EU droht Großbanken mit Zwangsaufspaltung" (hier). Klingt grimmiger als es gemeint ist: "EU-Finanzmarktkommissar Barnier hat sich nun dazu positioniert, wie die EU künftig mit Großbanken umgehen will. Demnach soll die Bankenaufsicht von Fall zu Fall entscheiden – ein riskanter Entwurf." Unsere Ansicht ist kurz und bündig: Viel Lärm um nichts. Die europäische Finanzreform bleibt eine Null-Nummer. 


Élysée-Palast dementiert Gerüchte um Hartz-Engagement 
(sueddeutsche.de) Die nach ihm benannten Arbeitsmarktreformen waren in Deutschland heftig umstritten. Nun meldet eine Zeitung, der frühere VW-Personalvorstand Peter Hartz werde auch Frankreichs Präsidenten Hollande beraten. Der Élysée-Palast dementiert, Hartz selbst gibt sich bedeckt. Mehr...

Kommentar: Das Theater passt zu dem französischen Präsidenten. Offensichtlich scheut er mit dieser Idee die Öffentlichkeit. 


Ben Bernankes Vermächtnis 
(fuw.ch) Der wichtigste Notenbanker der Welt tritt ab. Nach acht Jahren Dienstzeit übergibt Ben Bernanke diesen Freitag den Vorsitz der amerikanischen Notenbank (Fed) an seine Nachfolgerin Janet Yellen. Sie ist der 15. Chairman – eine weibliche Form ist in der Amtsbezeichnung nicht vorgesehen – in der Geschichte des Ende 1913 gegründeten Federal Reserve System.
Das Schicksal wollte es, dass Bernanke während eines Jahrhundertsturms das Kommando auf der Brücke des Fed hatte. Unter seiner Führung ist die Notenbank auf Terra incognita vorgedrungen und hat eine Politik betrieben, die noch nie zuvor in auch nur annähernd ähnlichem Umfang erprobt worden war.
Wie wird die Historie dereinst über Bernanke richten? Ist er ein Held, der die Finanzwelt vor dem Kollaps gerettet hat? Oder ist er die moderne Version von Rudolf Havenstein, jener tragischen Figur des Reichsbankpräsidenten, der in der Weimarer Republik die Hyperinflation von 1922 und 1923 zu verantworten hatte?
Ben Bernankes Amtszeit im Fed lässt sich in drei Abschnitte einteilen: Phase eins dauerte von 2002 bis 2007, bis Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise. Phase zwei umfasst die Krisenjahre 2008 und 2009 sowie deren unmittelbaren Nachgang. Phase drei schliesslich erstreckt sich von 2011 bis zur Gegenwart. Für jede dieser Zeitperioden hat er höchst unterschiedliche Noten verdient.
Ein Versuch einer Würdigung in drei Akten. Mehr...


Kommentar: Lesen. Bis zum Schluss. Es gibt ein zukunftsweisendes Fazit. Und der ECONOMIST steuert eine schöne Karikatur bei, die wir passend finden: 



Obama verkündet "Jahr des Handelns" - ohne neue Idee
(welt.de) Ein gespaltener Kongress und eine sinkende Zahl von Fernsehzuschauern verfolgten die Rede des Präsidenten zur Lage der Nation. Obama rief zum "Jahr des Handelns" auf, ohne Visionen und neue Ideen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Große Worte, nichts dahinter. Unsere Erinnerung an die Amtszeit von Barack Obama. National und international ein Zauderer. Bestenfalls ein begabter Redner. Das ist viel zu wenig in diesen Zeiten, in denen die Welt auf dem Zahnfleisch geht. Das Fazit dieses Beitrags:  "Obama bleibt ein außergewöhnlicher Redner, und auch diesmal wusste er rhetorisch zu überzeugen. Auch die TV-Inszenierung war perfekt und die Begleitmusik im Internet und in sozialen Netzwerken geradezu enthusiastisch. Aber der Präsident ist nach einer insgesamt ernüchternden Bilanz seiner bisherigen Amtszeit zweieinhalb Jahre vor den Präsidentschaftswahlen eben doch in den Niederungen der Ebene angelangt. Seine Landsleute erwarten keine Großtaten mehr von ihrem Präsidenten." Anderswo ist der Ton ebenfalls kritisch: "Eine Rede ist noch keine Wende" schreibt die ZEIT. Und schreibt im Vorspann: "Die Wähler sind genervt und gelangweilt von ihrem Präsidenten – zu viel misslang. Die Rede von Barack Obama war ein Versuch, das Land aus der Lethargie zu befreien." Mehr hier. Die SZ interpretiert die Rede des US-Präsidenten so: "Volle Kraft nach links". Im Vorspann heißt es: "Barack Obama will 2014 zu einem "Jahr des Handelns" machen. Innenpolitisch könnte es seine letzte Möglichkeit sein, Spuren zu hinterlassen. Sein postuliertes Ziel? Er will Amerika gerechter machen. Das haben die Vereinigten Staaten auch bitter nötig." Mehr hier. Am Schluss heißt es: "Eine erste Umfrage im Auftrag von CNN ergab: 44 Prozent der Fernsehzuschauer hatten einen "sehr positiven" Eindruck von Obamas Rede, 32 Prozent beschrieben sie als "einigermaßen positiv", 22 Prozent gefiel die Rede hingegen nicht. Ein überragender Erfolg ist das nicht." Obama wird damit zufrieden sein, es hätte schlimmer kommen können. N-TV will dem Präsidenten den Rücken stärken: "Obama kündigt Alleingänge an", bleibt aber dann doch realistisch: "Die Amerikaner finden Barack Obama nicht viel besser als seinen Vorgänger George W. Bush. Will der Präsident bei den Kongresswahlen im November keine Niederlage erleben, muss er etwas tun. In seiner Rede zur Lage der Nation spart er nicht mit wohlklingenden Versprechen." Mehr hier. Auch der SPIEGEL titelt "Obama lässt Kongress links liegen" und schreibt: "Schluss mit Schmusekurs: In seiner "State of the Union Address" zeigt sich Barack Obama genervt vom blockierten Parlament. Im Alleingang will der US-Präsident jetzt Teile seiner sozialen Agenda durchdrücken. Viel Zeit bleibt nicht mehr." Mehr hier. Barack Obama hat's vermasselt. 


Amerikas trügerische Hoffnung
(project-syndicate.org) Die Finanzmärkte und der sogenannte Davoser Konsens stimmen weitgehend überein, dass in den USA endlich so etwas wie eine klassische zyklische Erholung ansteht. Aber stimmt das? Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Kritik von Stephen S. Roach an der US-amerikanischen Stimmungsmache, der uns sonst eigentlich nur durch seine wohlwollenden Analysen und Kommentare zu China auffällt. Nicht schlecht.  Dazu passen der "Chart Of The Day" von ZERO HEDGE: "Orders Of Computers And Electronic Products Plunge To 1993 Levels" (hier). Und den Chart dazu: 




JPMorgan Warns "Avoiding China Defaults Now Will Amplify The Future Problem"
(zerohedge.com) Investors in China have been running scared of a default on a high risk trust product; but, as Bloomberg's Tom Orlik notes, they should embrace it. The implicit guarantee that no investments will go sour is one of the key problems with China’s financial system as Orlik adds it encourages reckless lending often to borrowers whose only merit lies in backing from a deep-pocketed government. Crucially, as JPMorgan warns in a recent note, "avoiding defaults is not the right answer, as it will only delay or even amplify the problem in the future."
A default that encourages lenders to price in risk would be a positive development and the CEG#1 was an ideal product to 'fail' with its 11% yield and clear idiosyncratic company problems. However, regulators won't have to wait long for a second chance as JPM warns "There will be a default in China’s shadow banking industry this year as economic growth momentum slows." Read more...


Kommentar: Die Analysten geben keine Ruhe, ständig kritteln sie an den Problemen im chinesischen Finanzsektor rum.  Zu Recht. 


China's Households "Massively" Exposed To Housing Bubble "That Has To Burst" 
(zerohedge.com) The topic of China's real estate bubble, its ghost cities, and its emerging middle class - who now have enough money to invest and have piled into houses not stocks - and have been dubbed "fang nu" or housing slaves (a reference to the lifetime of work needed to pay off their debts); is not a new one here but, as Bloomberg reports, the latest report from economist Gan Li shows China’s households are massively exposed to an oversupplied property market. Read more...

Kommentar: Neu ist das nicht, aber es kann nicht schaden daran erinnert zu werden, dass auch China billionenschwere Risiken vor sich her schiebt. Einen Chart aus dem Beitrag: 


Mittwoch, 29. Januar 2014

Standpunkt 869 - Nachrichten-Ticker, 28.01.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Nachdem nun die Große Koalition unter Dach und Fach ist, werden wir in den kommenden Wochen, die Feiertage eingeschlossen, unser Arbeitspensum erhöhen, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können.  Sicher ist bereits, dass der Koalitionsvertrag die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich macht. Trotzdem gibt es eine Menge Indizien dafür, wo die politische Reise der neuen Berliner Regierung unter der alten Chefin, der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel, rund um die Krise in Deutschland und Europa hingeht. Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.

Tagesthemen: In eigener Sache – Auf ein Wort: Zwangsabgabe Finanzreform USA-Europa – Börsen in Not  - Frankreich will Peter Hartz China Japan


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin. Heute hat offensichtlich auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, dem IWF-Vorschlag zugestimmt (hier).

Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem ist nicht zu helfen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv vorüber. Jetzt gilt es, dem Feind in die Augen zu schauen. Die Betroffenen scheinen das langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen.

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben.

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Interesse? E-mail genügt.


Auf ein Wort: Zwangsabgabe nach BCG, DIW, IMF, Bundesbank
Die NACHDENKSEITEN haben sich der Sache angenommen. Ausgelöst durch einen Beitrag, der bei den DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN (DWN) erschienen ist und den wir gestern u. a. vorgestellt und kommentiert haben (hier). 

Ohne Frage, wir schätzen die Arbeit von NACHDENKSEITEN sehr und weisen gerne auf Beiträge hin. Dagegen sind wir immer wieder mit Beiträgen der DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN nicht einverstanden, weil deren Verfasser gerne polemisieren und übertreiben (Aber: tun wir das nicht alle hin und wieder, um uns Aufmerksamkeit zu verschaffen?). 

Trotzdem hat uns überrascht, mit welchem Aufwand (siehe die Links in seinem Beitrag) sich Jens Berger zu dem Beitrag "Bundesbank stimmt Zwangsabgabe auf Sparguthaben zu" (hier) Stellung nimmt. Es hat für uns den Anschein, als bot sich mit dem DWN-Beitrag die günstige Gelegenheit den "ultrawirtschaftsliberalen" Medien die Leviten zu lesen. Das geschieht in dem Beitrag "Die 'Deutschen Wirtschaftsnachrichten' und ihre 'Zwangsabgaben auf Sparguthaben'" von Jens Berger aber ebenso eindimensional, wie der Beitrag gestrickt ist, den er kritisiert. 

Wer sich mit diesem Thema beschäftigt darf nicht ignorieren, dass sich der billionenschwere Müll in den Bilanzen der europäischen Banken und Schattenbanken, oder das Risiko aus dem Derivatehandel, nicht einfach so in Luft auflösen, von denen große Teile überhaupt erst noch sozialisiert werden müssen. Oder die regelmäßigen Zahlungen der US-Notenbank(!) an europäische Banken zur Stabilisierung der gesamten Finanzindustrie. Der muss wenigstens erwähnen, dass es nirgends ernstzunehmende Pläne für eine Finanzreform gibt, weder in den USA, noch in Europa. Der muss erkennen und akzeptieren, dass die Politik - jeder Demokratie zum Trotz - nur noch Handlanger der "Reichen und Mächtigen" ist. In Europa lässt sich das sogar an einer bestimmten Person festmachen: Maggie Thatcher war es, die in Großbritannien den Weg dafür geebnet hat, in ganz Europa deren Interessen durchzusetzen. Damals wie heute sind es hauptsächlich US-amerikanische Interessen, um die es geht. Die gerade  gehaltene Rede von Barack Obama lässt da wenig Zweifel aufkommen. 

Natürlich kann man unter Mißachtung der gerade beschriebenen Gefahren alle Vorschläge als bloße Gedankenspielerei oder "ultima ratio" abtun. Und mit Hilfe der Bundesbank weiter fordern, die Reichen hätten ihren Obulus zu leisten und alle anderen müssen sich keine Sorgen machen. Leider hat aber auch die Bundesbank ihr Gedankenspiel nicht auf die Reichen beschränkt. Wir haben gestern bereits erklärt, dass es diese Einschränkung nicht gibt, obwohl auch einige Leitmedien so aus dem Monatsbericht der Bundesbank interpretieren. 

Im Wissen um die Ereignisse in den Niederlanden, wo Anfang 2013 über Nacht die Aktionäre und Halter von Anleihen der viertgrößten Bank von der Regierung per Dekret zu 100% enteignet worden sind, und der Vorfälle in Zypern, wo es - allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz - nicht nur die reichen Russen getroffen hat, sondern auch Ottonormalverbraucher auf vielfältige Art und Weise beteiligt wurden, ist es sträflich fahrlässig noch weiter auf die Schonung der breiten Masse zu hoffen. Das kann rein rechnerisch nicht funktionieren. Am Ende gibt es keine Einlagensicherung, keine Freibeträge, keinerlei Vergünstigungen, keine Ausnahmen - und es reicht immer noch nicht. Deshalb ist die von den NACHDENKSEITEN gerne favorisierte Vermögenssteuer auch nur der berühmte "Tropfen auf den heissen Stein". Der schon vorher verdampft. Die Voraussetzungen für die Enteignung der Deutschen - aller Deutschen - regelt Art. 14 Abs. 3 GG leicht verständlich: "Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen." Das Wörtchen "nur" schützt keinesfalls vor Übergriffen. Im Abs. 2 steht allgemeingültig: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

Die Idee der Boston Consulting Group (BCG), die von Jens Berger mit keinem Wort erwähnt wird, rund 30% der Vermögen abzuschöpfen, ist da schon wesentlich realistischer. Sie geht aber immer noch nicht weit genug: Wer übernimmt die bereits oben beschriebenen aufgelaufenen Verluste und Risiken in den Bilanzen der Finanzindustrie, die noch nicht sozialisiert sind?     

Natürlich lässt sich über unsere Einschätzung trefflich streiten, vor allen Dingen ist natürlich der Personenkreis der Reichen diskussionsfähig. Aber die Fakten bleiben. 


Quelle: toonpool.com


Herstellung von Einigkeit bei der transatlantischen Finanzregulierung
(project-syndicate.org)  Mit Jahresbeginn 2014 häufen sich die Anzeichen einer
zunehmenden Verschlechterung der Beziehung zwischen Europäischer Union und USA in Regulierungsfragen. Die strengen neuen Regeln für ausländische Banken der US Federal Reserve haben die Europäische Kommission zur Androhung von Vergeltungsmaßnahmen veranlasst. Fortschritte bei der Abstimmung der US- und EU-Regeln für Derivate – einer der Hauptursachen der Finanzkrise – gibt es nicht mehr. Und die Pläne der EU und Großbritanniens, Bankeinlagen „abzugrenzen“, dürften in Form und Inhalt absehbar sowohl voneinander als auch von der jüngst in den USA vorgestellten Volcker-Regel abweichen.
Die meisten Beobachter ziehen aus diesen zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückenden Streitigkeiten den Schluss, dass selbst im Bereich der Finanzregulierung Machtpolitik vor Gemeinwohl geht. Doch dies ist nur ein Teil der Wahrheit. Schließlich sind Regulierungsunterschiede nicht nur ein Produkt voneinander abweichender nationaler Interessen; auch die Frage der Effektivität diplomatischer Bemühungen und Koordination kann eine Rolle spielen. Mehr...


Kommentar: Ach so, es gibt Bemühungen zu einer Finanzreform, aber Fortschritte scheitern an der fehlenden "Finanzdiplomatie". Ein nicht sehr überzeugender Erklärungsversuch von Christopher Brummer


"Korrektur wird mindestens 25% betragen" 
(fuw.ch) Der Makrostratege Bob Janjuah sieht einen Bärenmarkt voraus und erwartet, dass die Eurozone Deflation verzeichnet. Mehr...

Kommentar: Ein Service für die knochentrockenen Aktionäre unter unseren LeserInnen. Bemerkenswert finden wir die Aussagen zu den Währungskriegen im Zusammenhang mit Inflation und Deflation am Schluss des Beitrags. 


Frankreich holt sich Rat von Peter Hartz 
(faz.net)  Peter Hartz hat die „Agenda 2010“ maßgeblich ausgedacht. Nun sucht das in der Wirtschaftsflaute steckende Frankreich seinen Rat. Auch Präsident Hollande traf ihn schon. Mehr...

Kommentar: Jetzt geraten die Franzosen endgültig in Not. Und ihr Präsident beweist einmal mehr seine Unfähigkeit, das Land in der Krise zu führen. 


Risiko-Blase: Markt wartet auf chinesischen Anleihen-Ausfall 
(handelsblatt.com) Der Markt wartet auf den ersten Anleihe-Ausfall in China. Dieser sei laut UBS notwendig, um langfristige Risiken für das Finanzsystem zu reduzieren. Ähnliche Einschätzungen kommen auch von weiteren Marktteilnehmern. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Für uns eine echte Überraschung: Das neoliberale deutsche Kampfblatt nimmt ein chinesisches Problem zur Kenntnis und berichtet davon. Unglaublich. Aus dem fernen Vancouver steuert Markus Gärtner noch einen kleinen Beitrag bei: "China: Bailout arrangiert, Zukunft eingetrübt" (hier). Zu diesem Thema haben wir hier geschrieben "die chinesische Zentralbank wird die Sache schon wieder richten".


Japans neue Morgenröte
(project-syndicate.org) Jahrelang haben Experten Japan als das Land der untergehenden Sonne bezeichnet. Sie meinten, dass Wachstum in einer so gesättigten Ökonomie wie Japan unmöglich sei.  Sie argumentierten, unsere Staatsschulden seien untragbar. Und sie verwiesen auf unseren vermeintlich resignativen psychischen Zustand als Symptom des relativen Niedergangs. Doch mittlerweile sind diese Stimmen nur noch selten zu hören. Die japanische Wirtschaft hat das negative Wachstum gegen einen positiven Kurs getauscht und steht kurz davor, die chronische Deflation abzuschütteln. In diesem Frühjahr werden die Löhne steigen – eine längst fällige Entwicklung, die zu größerem Verbrauch führen wird. Unsere haushaltspolitische Situation verbessert sich stetig, wobei meine Regierung hinsichtlich der Konsolidierung der öffentlichen Finanzen auf gutem Weg ist. Mehr...

Kommentar: In diesem Beitrag überholt sich Shinzo Abe, der japanische Premier, selbst. Er muss an das glauben, was er da schreibt. Warten wir ab, bis seine Träume platzen.   
     

Standpunkt 868 - Nachrichten-Ticker, 27.01.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Nachdem nun die Große Koalition unter Dach und Fach ist, werden wir in den kommenden Wochen, die Feiertage eingeschlossen, unser Arbeitspensum erhöhen, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können.  Sicher ist bereits, dass der Koalitionsvertrag die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich macht. Trotzdem gibt es eine Menge Indizien dafür, wo die politische Reise der neuen Berliner Regierung unter der alten Chefin, der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel, rund um die Krise in Deutschland und Europa hingeht. Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – Bundesbank für IWF-Zwangsabgabe (11 Beiträge) Deutschlands Boom – OECD-Studie schon Makulatur  - Osteuropa Dollar-Abschied USA-Arbeitslosenhilfe am Ende


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin. Heute hat offensichtlich auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, dem IWF-Vorschlag zugestimmt (hier).

Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem ist nicht zu helfen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv vorüber. Jetzt gilt es, dem Feind in die Augen zu schauen. Die Betroffenen scheinen das langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen.

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben.

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Interesse? E-mail genügt.


Bundesbank stimmt Zwangsabgabe auf Sparguthaben zu
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Es wird ernst mit der Schulden-Steuer: Die Bundesbank greift überraschend den Vorschlag des IWF für eine 10-prozentigen Zwangsabgabe auf Sparguthaben auf und erklärt, dass eine solche Steuer in "absoluten Ausnahmesituationen" erhoben werden könnte. Damit wird deutlich: Die Euro-Retter planen weitreichende Eingriffe in die privaten Vermögen, um die Schulden-Krise zu beenden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wieso überraschend? Schon im Zusammenhang mit der angeblichen Bankenrettung in Zypern hat sich Jens W. für eine Beteiligung der Sparer stark gemacht. Die gesamte Finanzindustrie - OHNE Ausnahme - ist völlig überschuldet. Da ist es nur konseqent, diese flächendeckende Abgabe zu fordern. Endlich ist auch der Mythos am Ende, dass die Bundesbank die Interessen deutscher Sparer vertritt. Nein, sie vertritt - wie übrigens alle Notenbanken - ausschließlich die Interessen der heimischen Banken. Die atmen schon längst durch ein Bambusrohr, so hoch steht denen das Wasser. Sparkassen und Genossenschaftsbanken inklusive. Irgendwann müssen Deutsche Bank, Commerzbank und die Landesbanken Tabula Rasa machen, dann fliegen den Fürsten der Finsternis, allen voran dem honorigen Herrn Fahrenschon vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), die Brocken um die Ohren. Und Millionen Sparer werden erleben, wie absolut wertlos die versprochene Einlagensicherungen der Banken und der Bundesregierung sind.

Wir haben einige der Kommentare zu diesem Beitrag gelesen. Dabei hat uns überrascht, wie blauäugig die Vorschläge sind, sich vor dieser Zwangsabgabe zu retten. Da wird vorgeschlagen, das Geld von der Bank abzuheben und unter die Matratze zu legen oder Gold zu kaufen. Das ist, freundlich ausgedrückt, nicht logisch. Politik und Banken sind bestens präpariert, kaltschnäuzig, gerissen, skrupellos (Aufzählung nur beispielhaft, nicht vollständig). Ihre Gegenmaßnahmen sind Bargeldverbot, Devisen- und Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot. Damit hat sich das Thema Matratze oder Goldbesitz schnell erledigt. Wer davon nichts wissen will, der soll sich im Worldwideweb ein bisschen umsehen, wie in den vergangenen 100 Jahren solche Dinge gehandhabt worden sind. Gerade Deutschland hat darin reichlich Erfahrung vorzuweisen. Wie solche Gesetze gemacht werden, darin gelten die USA als vorbildlich. Die verstecken solche Vorschriften weit hinten in sachfremden Gesetzen, die an dieser Stelle kein Mensch mehr liest. So geschehen bei dem bestens vorbereiteten Angriff auf die Auslandskonten von Amerikanern.

Sehen wir uns an, was die anderen Top-Medien schreiben: Der FOCUS meldet "Hohe Staatsschulden: Bundesbank will von Sparern Sondersteuer kassieren" und schreibt leicht verwundert: "Der Aufschrei war groß, als in einem Papier des IWF der Vorschlag für eine Vermögenssteuer auftauchte, um die hohe Staatsverschuldung zu bekämpfen. Doch nun stellt sich die Bundesbank hinter die Idee, im Notfall von Sparern eine Sondersteuer zu kassieren." Eilig und uneigennützig meldet sich da die SPD zu Wort: "'Ich unterstütze die Erkenntnis der Bundesbank für eine stärkere Beteiligung privater Vermögen bei der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte', erklärte Fraktionsvize Carsten Schneider. Die Finanztransaktionssteuer und eine Vermögensabgabe seien geeignete Instrumente, um Verursacher der Krise und Profiteure staatlicher Hilfen an den Kosten zu beteiligen." Was für ein Depp, beides trifft zuallererst die eigenen Wähler. Die SPD begeht erfolgreich politischen Selbstmord. Mehr hier.

Die SÜDDEUTSCHE beschönigt die Sache und schränkt schon mal den Kreis der Betroffenen ein: "Bundesbank will Vermögensabgabe in Krisenstaaten". Und legt nach: "Brisanter Plan der deutschen Notenbanker: Die Bundesbank spricht sich für eine Vermögensabgabe in verschuldeten Euro-Ländern aus. Im Notfall sollen die Reichen zahlen." Mehr hier. Also doch nur eine "Reichensteuer"? Der Beitrag verweist auf den aktuellen Monatsbericht der Bundesbank (hier). Auf den Seiten 52 bis 54 wird die Frage behandelt "Einmalige Vermögensabgabe als Instrument zur Lösung  nationaler Solvenzkrisen im bestehenden EWU-Rahmen?". Da steht nichts davon, dass im Notfall nur "die Reichen" zahlen sollen. Immerhin ist tatsächlich grundsätzlich von einer einmaligen Vermögensabgabe die Rede. Aber es steht da auch auf Seite 54: "Der  Staat  kann die Einmaligkeit (...) generell nicht garantieren." Klare Aussage, oder?

Andere Leitmedien versuchen ebenfalls, die Sache auf die Reichen abzuwälzen. Die WELT titelt: "Kommt die Reichensteuer gegen Staatspleiten?" (hier). Oder die F.A.Z.: "Bundesbank will Reiche in Krisenländern zur Kasse bitten" (hier). Sogar in den USA wird es so wahrgenommen: "Bundesbank's Stunner To Broke Eurozone Nations: First "Bail In" Your Rich Citizens" schreibt ZERO HEDGE fälschlich (hier) und bezieht sich dabei auf eine Meldung der Nachrichtenagentur REUTERS. In der steht davon nichts (hier). Wir haben es auch nicht "zwischen den Zeilen" gefunden. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ein schon etwas älterer Beitrag von ZERO HEDGE zum IWF-Vorschlag: "The IMF Wants You To Pay 71% Income Tax". Einfach mal hier lesen. Die WELT hat auch schon gleich nachgerechnet: "Bei Europas Bürgern sind 3853 Milliarden zu holen". Insgesamt ein eher sachlicher Beitrag: "Wenn einem Land die Pleite droht, will nun auch die Bundesbank, dass mit einer Vermögensabgabe die Staatsfinanzen gesundsaniert werden können. Europas Sparer sind alarmiert." Mehr hier. Die Autoren haben gleich erkannt: "Für Europas Sparer kommen die Einschläge näher."  Leider gibt es keine nachvollziehbare Berechnung. Schade. Nur eine schöne Grafik aufgrund "eigener Recherche" der Zeitung: 



Die österreichischen Medien bleiben erst einmal sehr gelassen. Der STANDARD titelt "Bundesbank: Vermögensabgabe fairer als Hilfsgelder". Weiter heißt es: "Die deutsche Bundesbank bringt frischen Wind in die Debatte um den Umgang mit der Eurokrise. Steht ein Land vor der Insolvenz, sei eine Vermögensabgabe fairer als die Rettung durch Steuerzahler anderer Länder, schreibt sie in ihrem neuen Monatsbericht." Mehr hier. Und DIE PRESSE schreibt lapidar: "Schulden: Auch Bundesbank schlägt Vermögensabgabe vor": "Bevor die EU-Partner erneut um Hilfe gebeten werden, sollten Krisenländer eine Sondersteuer einheben, so die Deutsche Bundesbank." Mehr hier. 

Wir können es nur wiederholen: Noch sind nicht alle Verluste der Banken auf die Steuerzahler abgewälzt worden. Da stehen immer noch 18,2 Billionen Euro an (hier). Die sind in diesen Berechnungen noch nicht enthalten. Was ebenfalls fehlt sind die Verluste der Schattenbanken und die Risiken des Derivatehandels. Da reichen auch nicht die 30% aus dem Vorschlag der Boston Consulting Group (BCG), auf den in einigen Beiträgen vorsorglich schon hingewiesen wird.

In diesem Zusammenhang lohnt es sich noch einmal den Beitrag "Zypern warnt Europa: Zwangsabgabe für Sparer kommt überall" aus dem November 2013, erschienen bei DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN, zu lesen (hier).


Deutschland: phänomenaler Boom?
(querschuesse.de) Deutschlands heimlicher Boom titelt SPON und in Bezug auf die BIP-Prognose des Manager Magazins von +2,8% für 2014 werden Zweifel an der offiziellen Statistik geschürt, diese soll das Wirtschaftswachstum unterzeichnen, die Bundesregierung deshalb im Blindflug navigieren und Deutschland in Wirklichkeit einen heimlichen Boom erleben? Dabei wuchs das reale BIP laut Destatis 2013 nur mit +0,4%, was Stagnation viel näher liegt als den kolportierten “Überhitzungserscheinungen” bei SPON. Hier nun der Blick auf viele Detaildaten aus Deutschland, zum größten Teil abseits der BIP-Daten um nicht in den Geruch von Unterzeichnung zu kommen. Mehr...

Kommentar: Vor dem Hintergrund des ebenfalls völlig euphorischen neuen Ifo-Geschäftsklimaindex' ist dieser Beitrag eine Pflichtlektüre. Alles bestens fundiert und wie immer mit vielen Charts anschaulich dargestellt. Einige zeigen wir gleich an dieser Stelle: 

"Das ausstehende Kreditvolumen des Privatsektors (private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen der Realwirtschaft) bei den deutschen MFIs, in Prozent zum Vorjahresmonat, seit September 1998 bis November 2013 im Chart. Im November 2013 sank das ausstehende Kreditvolumen um -4,7% bzw. um -123,4 Mrd. Euro zum Vorjahresmonat, auf 2,5024 Billionen Euro." 

"Die Entwicklung der saisonbereinigten realen Einzelhandelsumsätze seit Januar 1955 bis November 2013 (Index 2010=100) im Chart. Bis Dezember 1990 für die alten Bundesländer, ab Januar 1991 für ganz Deutschland. Seit über zwei Jahrzehnten geht es nicht mehr aufwärts, während in der alten Bundesrepublik die realen Einzelhandelsumsätze über Jahrzehnte dynamisch anstiegen, ist im wiedervereinigten Deutschland und als Mitglied der Eurozone bestenfalls pure Stagnation angesagt." 


"Die realen (preisbereinigten 2010=100) durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat seit 1970 bis 2013. 2013 stiegen die durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat um +8,48 Euro, auf preisbereinigte durchschnittliche 1635,76 Euro (2010=100) und dies ist immer noch um -0,4% bzw. um -6,20 Euro unter dem Niveau des Jahres 1991, dem Beginn der Datenreihe, für ganz Deutschland und selbst unter dem Niveau von 1978 in der alten Bundesrepublik!" 




OECD distanziert sich von Studie zu Kapital-Lücken bei Banken
(format.at) Die OECD hat sich von einer Studie distanziert, die den Banken in Europa eine Kapitallücke von insgesamt 84 Milliarden Euro attestiert. Bei der von der "Wirtschaftswoche" zitierten Studie handle es sich um den Beitrag zweier niederländischer Wissenschafter für ein Seminar bei der Organisation, erklärte die OECD am Montag in Paris. Mehr...

Kommentar: Kalte Füße bekommen? Jedenfalls eine lächerliche Vorstellung, die da von der OECD gerade abgeliefert wird. 


Osteuropa wird den Westen frühestens 2055 einholen 
(diepresse.com) Laut einer Studie fällt das Wachstum in den osteuropäischen Staaten geringer aus. Mehr...

Kommentar: Wer ist damals nur auf die Schnapsidee gekommen, große Teile Osteuropas in die EU aufzunehmen? Doch nicht etwa der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder? Warum nur? Seine verdammte Großmannssucht!


Der langsame Abschied vom Dollar 
(blog.fuw.ch) Wie lange wird der US-Dollar die Weltwährung Nummer eins bleiben? Die wirtschaftshistorische Forschung gibt dazu eine klare Antwort: Es hängt alles von der Konkurrenz ab. Wenn sich eine Alternative eröffnet, kann es schnell gehen. Der US-Dollar überholte das englische Pfund bereits in den 1920er-Jahren als Reservewährung.
Nach der Einführung des Euro konnten wir eine ähnliche Entwicklung beobachten. Der Euro wurde schnell zu einer wichtigen Reservewährung. Der Dollar blieb zwar klar auf dem ersten Platz, aber man begann schon darüber zu diskutieren, wann der Euro den Dollar einholen würde. Aus der Wirtschaftsgeschichte weiss man ferner, dass es problemlos zwei Weltwährungen geben kann.
Zur Zeit ist aber weit und breit keine Alternative sichtbar. Der Dollar dominiert wie eh und je. Der Euro wird in den nächsten zehn Jahren mit Problemen beladen sein. Auch der Renminbi wird sich in der näheren Zukunft nicht zu einer Weltwährung entwickeln. Ohne Zweifel, die chinesische Währung wird als Vehikelwährung für den internationalen Handel weiter an Bedeutung gewinnen. Aber der Weg zu einer frei eintauschbaren Währung ist noch weit. Die chinesische Führung hat andere, dringendere Aufgaben. Mehr...


Kommentar: Es ist so schade für den Euro, er hätte mehr Achtung verdient. Vor allen Dingen zuhause, in Europa. Stattdessen ist er zum Spielball geistloser Gesellen verkommen, die mit ihm ein übles Spiel treiben. Und keiner ist da, der ernsthaft dazwischengeht. Die Amerikaner verteidigen ihren Dollar mit allen Mitteln, die Europäer tun das nicht. 


Warum die US-Regierung keine Arbeitslosenhilfe mehr zahlt. 
(fuw.ch) An den Budgetstreit in den USA und das Feilschen über eine Rückführung der staatlichen Verschuldung haben wir uns gewöhnt. In Washington werden Regierungsprogramme häufig nur noch für kurze Fristen beschlossen und müssen danach laufend neu bewilligt werden. Finden sich dann keine politischen Mehrheiten, laufen sie sang- und klanglos aus. Das ist nun mit der vom Bund finanzierten Arbeitslosenunterstützung passiert. (...) Es könnte in der Folge zu einem geradezu perversen Effekt kommen: Die Arbeitslosigkeit nimmt ab, und die Arbeitslosenrate von 6,5%, die die US-Notenbank als Ziel anstrebt, wird erreicht. Unmöglich? Von wegen: Dazu genügen ein Rückgang der erfassten Erwerbstätigen um ein Zehntel und eine Zunahme der Neueinstellungen um 200 000 Einheiten. Beides sind plausible Annahmen. Ob es dazu kommt, wird der US-Arbeitsmarktbericht am 7. Februar offenlegen. Mehr...

Kommentar: Ohne Worte. Nur noch den Chart dazu: 


    

Montag, 27. Januar 2014

Standpunkt 867 - Nachrichten-Ticker, 26.01.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Nachdem nun die Große Koalition unter Dach und Fach ist, werden wir in den kommenden Wochen, die Feiertage eingeschlossen, unser Arbeitspensum erhöhen, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können.  Sicher ist bereits, dass der Koalitionsvertrag die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich macht. Trotzdem gibt es eine Menge Indizien dafür, wo die politische Reise der neuen Berliner Regierung unter der alten Chefin, der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel, rund um die Krise in Deutschland und Europa hingeht. Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – The Greatest Monetary Experiment (3 Beiträge) Ökonomen vs. Bundesbank – Rogoff wirbt für Schuldenschnitt in Europa - Reformiert Cameron Europa? Leben in den USA


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin. Heute hat offensichtlich auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, dem IWF-Vorschlag zugestimmt (hier).

Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem ist nicht zu helfen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv vorüber. Jetzt gilt es, dem Feind in die Augen zu schauen. Die Betroffenen scheinen das langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. 

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Interesse? E-mail genügt.


Citi Warns The Greatest Monetary Experiment In The History Of The World Is Being Wound Down
(zerohedge.com) As Citi's Tom Fitzpatrick, a number of local market currencies are increasingly coming under pressure and look likely to fall even further. Whether this will turn into a dynamic as severe as 1997-1998 in unclear; however, at minimum Citi believes the "change in course" by the Fed in December (guided since May) has become a "game changer" for the EM World. The greatest monetary experiment in the history of the World is being wound down. In a globally interlinked economy it would be "naïve" to believe that the big beneficiaries of this "monetary excess" in recent years would be immune to the "punch bowl" no longer being refilled constantly. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Für die "Zukunftsdenker" unter unseren LeserInnen. Allen anderen sagen wir: Macht euch keine Sorgen um den Euro, kümmert euch lieber um eure Ersparnisse, das ist dringender. 

Aber wir setzen gleich noch einen Beitrag obendrauf:  "How the Paper Money Experiment Will End", gerade auch erst bei ZERO HEDGE erschienen. Zum Einstieg: "A paper currency system contains the seeds of its own destruction. The temptation for the monopolist money producer to increase the money supply is almost irresistible. In such a system with a constantly increasing money supply and, as a consequence, constantly increasing prices, it does not make much sense to save in cash to purchase assets later. A better strategy, given this scenario, is to go into debt to purchase assets and pay back the debts later with a devalued currency. Moreover, it makes sense to purchase assets that can later be pledged as collateral to obtain further bank loans. A paper money system leads to excessive debt.
This is especially true of players that can expect that they will be bailed out with newly produced money such as big businesses, banks, and the government.
We are now in a situation that looks like a dead end for the paper money system. After the last cycle, governments have bailed out malinvestments in the private sector and boosted their public welfare spending. Deficits and debts skyrocketed. Central banks printed money to buy public debts (or accept them as collateral in loans to the banking system) in unprecedented amounts.
Interest rates were cut close to zero. Deficits remain large. No substantial real growth is in sight. At the same time banking systems and other financial players sit on large piles of public debt. A public default would immediately trigger the bankruptcy of the banking sector. Raising interest rates to more realistic levels or selling the assets purchased by the central bank would put into jeopardy the solvency of the banking sector, highly indebted companies, and the government. It looks like even the slowing down of money printing (now called “QE tapering”) could trigger a bankruptcy spiral. A drastic reduction of government spending and deficits does not seem very likely either, given the incentives for politicians in democracies.
So will money printing be a constant with interest rates close to zero until people lose their confidence in the paper currencies? Can the paper money system be maintained or will we necessarily get a hyperinflation sooner or later?"
Read more here.


Und noch einen: "We're Living Within A Money Bubble Of Epic Proportions", ein Stimmungsbild, gezeichnet von James Turk, gefunden bei ZERO HEDGE. Eine Leseprobe: "James Turk believes the time we live in now will be studied by future historians for generations to come. Just as we today marvel at the collective madness that resulted in the South Sea and Dutch tulip manias, our age will be known as the era when society lost sight of what money really is. And as result, the wrong kinds of wealth -- today, that's mostly financial assets -- are valued and pursued. And just like those bubbles from centuries ago, when the current asset boom goes bust, the value of paper wealth will vaporize." Read more here

Alle Beiträge sind bestens "links-präpariert". 


Ökonomen beerdigen die Prinzipien der Bundesbank
(welt.de) Während die USA und Japan massenhaft Geld ins Finanzsystem pumpen, hält EZB-Chef Mario Draghi die Europäer an der kurzen Leine. Noch. Denn der Druck auf die Währungshüter wird immer größer. Mehr...

Kommentar: Eine logische Folge einseitig ausgerichteter Geldpolitik rund um den Globus. Damit meinen wir nicht die Märchen vom notenbankfinanzierten Wirtschaftsaufschwung (Japan/USA/Großbritannien) oder den tollen neuen Jobs (USA), sondern die Maßnahmen zur Stabilisierung der weltweiten Finanzindustrie, exklusive China. Bisher hat die US-Notenbank auch große Teile der europäischen Banken regelmäßig mit frischem Geld versorgt. Da könnte bald schon eine Lücke entstehen, die von der EZB aufgefüllt werden muss. Dagegen kann sich auch die Bundesbank, als Interessenwahrerin der heimischen Banken, nicht stellen. Um zu den anderen aufzuschließen, ist noch viel Platz, wie diese Grafik zeigt: 

  
Die Politik hat in Europa auf ganzer Linie versagt und schaut diesem Treiben tatenlos zu. Demokratisch gewählte Hilflosigkeit nennen wir das. In den USA ist das ein bisschen anders, da bestimmt die Wall Street die Politik - selbst wenn der Präsident demokrat(isch gewählt) ist. 


"Ein Schuldenschnitt ist im deutschen Interesse"
(welt.de) Harvard-Starökonom Kenneth Rogoff glaubt, dass Europa und Japan die Welt positiv überraschen könnten. Und dass sich eine Entschuldung der Euro-Krisenländer auch für Deutschland lohnen könnte. Mehr...

Kommentar: Für einen Star am Ökonomen-Himmel ist da wenig Verwertbares dabei. Viel seichtes Blabla. Ähnlich aussagefähig wie der neue Ifo-Geschäftsklimaindex. Rogoff hat in diesen Tagen eine Mission. Die steht in dem gemeinsam mit Carmen Reinhart für den IWF verfassten Working Paper (hier). 


Wenn nicht jetzt, wann dann? 
(zeit.de) Großbritanniens Premier David Cameron hat die besten Reformideen für Europa. Angela Merkel sollte sich daran orientieren. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Den versagen wir. Stattdessen benutzen wir einen weiteren Artikel der ZEIT, der auf dieses Jubelwerk für den britischen Premierminister die passenden Antworten gibt: "Camerons Abrissbirne". Und gleich die richtige Frage stellt: "Ausgerechnet die Briten sollen gute Ideen zu Europa haben?" Weiter heißt es: "Ausgerechnet Cameron zum Schutzpatron einer reformierten und gestärkten EU auszurufen ist allerdings verwegen. Camerons Pläne könnten am Ende nämlich dazu führen, dass die EU nicht neu erstrahlt, sondern dass sie weggeputzt wird. Camerons Stichworte für eine erneuerte EU sind Liberalisierung und Flexibilisierung. Er möchte offensichtlich einen vollständig deregulierten Binnenmarkt und ansonsten nicht von der Union behelligt werden. Dem von ihm kritisierten One size fits all-Ansatz der EU, also einer gemeinsamen Integration, stellt er ein Europa à la carte gegenüber, in dem jeder an den Politikfeldern teilnimmt, die ihm behagen. Tatsächlich war die britische EU-Mitgliedschaft von Anfang an ein Missverständnis." Mehr hier. Stimmt! Außerdem: So lange Europa von einer großflächigen Bankenkrise betroffen ist, muss es unbedingt die Finger von neuen Experimenten lassen. Cameron will/muss sich zu Hause profilieren. Keine Idee ist ihm dafür zu radikal. Ihm sitzen die britischen Euro-Gegner auf der Pelle. Vor diesem Hintergrund sollte man keinen Bock (Cameron) zum (europäischen) Gärtner machen. Wir wünschen uns sehnlichst den Erfolg für die Euro-Gegner von der Insel und ein Referendum gleich dazu, mit dem der Austritt aus der EU beschlossen wird. Damit wäre ein mehr als 40 Jahre andauernder Fehler in Europa endlich korrigiert. Was wir nicht erwarten: Die Briten werden erwachsen, verschmerzen endlich den Verlust ihres Weltreiches und finden ihren Platz als funktionierendes Rädchen im europäischen Getriebe.

Quelle: presseurop.eu



The U.S. ranks 26th for life expectancy, right behind Slovenia
(washingtonpost.com) Back in the 1970s, Americans typically lived longer than residents of other countries. Not anymore: A new report out this morning from the OECD shows that the United States' average lifespan has fallen one year behind the international average, lower than Canada and Germany, more akin to the Czech Republic and Poland. This isn't to say our life expectancy has gone down: Quite the opposite: you can actually expect to live about eight years longer in the United States right now than you would have in 1970. But our life expectancy is growing a lot more slowly than other countries. Read more...

Kommentar: Nein, das kommentieren wir nicht. Wir zeigen nur einen der Charts aus diesem Beitrag: 


Ansonsten: Just for info.