Sonntag, 5. Januar 2014

Standpunkt 845 - Nachrichten-Ticker, 04.01.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Fragen, Anregungen und Kritik einfach an der-oekonomiker@email.de schicken.

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Nachdem nun die Große Koalition unter Dach und Fach ist, werden wir in den kommenden Wochen, die Feiertage eingeschlossen, unser Arbeitspensum erhöhen, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können.  Sicher ist bereits, dass der Koalitionsvertrag die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich macht. Trotzdem gibt es eine Menge Indizien dafür, wo die politische Reise der neuen Berliner Regierung unter der alten Chefin, der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel, rund um die Krise in Deutschland und Europa hingeht. Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: "The Fed "still don't know QE works!" (3 Beiträge) – Organisierte Kriminalität Finanzindustrie  Eurozone: Kreditkontraktionen – Bankenkrise macht weiter ohne Spanien (6 Beiträge) Italien in Finnland  – Portugal müllt die Banken zu


Fed's Bill Dudley: The Fed Doesn't Fully Understand How QE Works
(zerohedge.com) Well, it took three years, but finally the Goldman Sachs-based head of the New York Fed, Bill Dudley, admitted what we all knew. From a speech just given by NY Fed's Bill Dudley at the 2014 AEA meeting in Philadelphia: "We don't understand fully how large-scale asset purchase programs work to ease financial market conditions".  Or, in other words, "we still don't know how QE works." Read more...

Kommentar/Ergänzung: Es ist sehr selten, dass wir unseren Ticker mit einem Beitrag in Englisch beginnen. Diesen halten wir jedoch für so unglaublich entlarvend, da müssen wir von unserem Grundsatz abweichen. Der Beitrag verdient die allergrößte Aufmerksamkeit unserer LeserInnen. Er zeigt nämlich erschreckend klar, wie planlos in den USA die Ursachen und - fast noch schlimmer - die Folgen der Finanzkrise 2007/2008 bekämpft werden. Weil das so ist, hat man sich darauf verlegt die Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten zu verbiegen, um Erfolge vorweisen zu können, die es in Wirklichkeit so (noch) gar nicht gibt. Bill Dudley liefert den Beweis (hier) für Winston Churchill's Behauptung "Amerika wird alles richtig machen, aber erst nachdem alle anderen Optionen ausgeschöpft sind". Einen Standpunkt, den auch wir schon lange Zeit vertreten. Mehr noch: Wir haben uns sogar schon so weit festgelegt, dass wir während der zweiten Präsidentschaft von Barack Obama keine Änderung dieser Planlosigkeit mehr erwarten.

Alle Maßnahmen der US-Notenbank seit Ausbruch der Finanzkrise haben nicht zu den öffentlich erklärten Erfolgen geführt. Es findet lediglich eine massive Vermögensumverteilung statt, wie die beiden folgenden Charts beweisen: 

Quelle: zerohedge.com

Der Anstieg von unter 1 Billion vor der Finanzkrise auf vorläufige 4 Billionen $ nach diversen quantitativen Lockerungen (QE) belastet einseitig die US-Steuerzahler. Während sich auf der anderen Seite die Spekulanten damit skrupellos bereichern: 

Quelle: fuw.ch

Natürlich gibt es zur Geldpolitik der Fed vereinzelte kritische Wortmeldungen. Zum Beispiel: "Jim Rogers Warns 'Bernanke Has Set The Stage For The Fed's Collapse'." Tyler Durden schreibt bei ZERO HEDGE dazu: "With Bernanke's term due to expire in January, Jim Rogers warns Mineweb that the Fed-head will be remembered as "the guy who set the stage for the demise of the Central Bank in America.We've had three central banks in America. The first two disappeared. This one's going to disappear too in the next decade." With precious metals, bonds, and stock markets obsessing over Fed actions, Rogers says, in the next 10 years or so, "People will realise that these guys have led us down a terrible path," and collapse is "not a possibility," he adds, "it's a probability." Read the rest here. Rogers übt ständig Kritik an der Fed im Allgemeinen und Ben Bernanke im Besonderen. Bisher noch ohne Erfolg. Von Rogers stammt eine frühe - nach unserer Ansicht sehr treffende - Prophezeiung über die Zeit nach dem Ende der Finanzkrise: "The farmers are going to have the Lamborghinis in the future, not the brokers on Wall Street."  

Die Folgen dieser verfehlten US-Geldpolitik fasst dieser sehr aktuelle Beitrag, ebenfalls bei ZERO HEDGE erschienen, so zusammen: "11 Nasty Trends That Will Test America's Resilience". Weiter heißt es in diesem Ausblick auf 2014: "The resilience that has long been one of America's remarkable traits was on display in 2013. Not only did businesses create 2 million jobs, but the struggling economy actually grew and profits and stock prices soared to near-record levels. Still, five years into the Obama presidency, the economy is grossly underperforming. Contrary to the dominant media narrative, it's not bad luck or the financial crisis to blame, but bad policies— from the $860 billion "stimulus" that didn't stimulate to the Dodd-Frank financial reform that killed lending. Last year was a challenging one for entrepreneurs and other productive Americans. No fewer than 13 new taxes were put into place. Big government now consumes one of every four dollars of our GDP and is getting bigger. Entering 2014, we face problems, including taxes and spending, that neither the White House nor Congress is addressing. In the following charts, we look at a few of the more alarming and intractable ones." Read the rest here. Leicht verständlich beschreibt der Autor die Baustellen Amerikas. Eine Pflichtlektüre für alle, die sich nicht (länger) von der üblichen Propaganda in den hiesigen Leitmedien einlullen lassen wollen. Die vielen Charts erhöhen zusätzlich den Informationsgehalt.


Finanzindustrie - Organisierte Kriminalität?
(freitag.de) Die amtliche Weisheit ist seit Mai 1990 unverändert. Seit dieser Zeit bildet die von der "AG Justiz/Polizei" verabschiedete Arbeitsdefinition die Grundlage für die Erhebung der relevanten Daten für das vom Bundeskriminalamt jährlich veröffentlichte "Bundeslagebild OK". Im veröffentlichten Teil dieses Lagebildes sind vornehmlich statistische Angaben über Verdachtsgründe für ein kriminelles Geschehen zu finden, das aus behördlicher Sicht bestimmte Kriterien erfüllt: 

"Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von
erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig


a) unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen,


b) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder


c) unter Einflussnahme auf Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken."


Für die Qualifizierung mutmaßlich kriminellen Verhaltens als Organisierte Kriminalität (OK) müssen alle generellen und zusätzlich mindestens eines der speziellen Merkmale der Alternativen a) bis c) der OK-Definition vorliegen. (...)


In diesen, (...) Jahr für Jahr amtlich veranstalteten mehr oder weniger monotonen "Fliegenbeinzählereien" kommen weder "Finanzindustrie" noch "Banken" gesondert vor. Das ist erstaunlich. Oder auch nicht, beschäftigt man sich mit manchen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Hintergründen (...). Kaum ein braver Beamter oder um Seriosität bemühter Wissenschaftler dürfte willens sein, etwa Josef Ackermann oder Jürgen Fitschen, die ehemaligen und amtierenden Chefs der Deutschen Bank mit einem schmierigen und gewalttätigen Mafia-Boss zu vergleichen. Immerhin glauben aber 74 Prozent der deutschen Bevölkerung, dass die Aktivitäten der Banker gefährlich sind. Deswegen ist jedoch nicht jede Bank eine kriminelle Vereinigung. Grundsätzlich ist eine Bank eine Bank. Und eine kriminelle Vereinigung ist kriminell. Gleichwohl ist die Vermutung, dass sich Bankgeschäfte immer und überall von den Aktivitäten der Organisierten Kriminalität unterscheiden lassen, widerlegbar.

Insbesondere die Deutsche Bank ist in jüngerer Zeit in den Ruch einer "Räuberbande" geraten. Angesichts der Quantität und Qualität der gegen dieses Finanzinstitut erhobenen Vorwürfe ist dieser Begriff aber möglicherweise eine unangemessene Verniedlichung. Sollten sich alle oder einige bestimmte qualifizierte Anschuldigungen justizförmig beweisen lassen, erschiene selbst die Mafia, gleichgültig in welcher ethnischen Ausprägung, als relativ idyllische Veranstaltung. Die gegen die Deutsche Bank erhobenen Vorwürfe sind wegen ihres Umfangs und ihrer Schadensträchtigkeit besonders besorgniserregend, wenn man daran denkt, dass "Vertrauen" eine Schlüsselkategorie für das Bankgeschäft ist. 


Das Spektrum reicht von der Nichterfüllung von Beratungspflichten bei Zinswetten über Wetten auf die Katastrophe beim Handel mit strukturierten Hypothekenpapieren miserabler Qualität, kartellrechtswidrige Absprachen im Handel mit Kreditausfallversicherungen, Erschwerung des Markteintritts für Mitbewerber beim Verkauf eines Clearinghauses ("ICE Clear Net"), betrügerischen Zugang der Deutsche Bank-Tochter "Mortgage IT" zu einem amerikanischen Regierungsprogramm, das für Hypotheken bürgte, unrechtmäßige Kündigung von Wohnungen und Häusern u. a. in Los Angeles, USA (LA), Zwangsräumung und Verfall von Wohnraum (Deutsche Bank als einer der größten "Slumlords" in LA), Falschangaben beim Verkauf hypothekarisch gesicherter Wertpapiere (Schadensverursachung zusammen mit 16 anderen Banken über insgesamt 200 Milliarden verursacht, davon 14 Milliarden USD alleine auf das Konto der Deutschen Bank), Betrug bei Geschäften mit elf Finanzvehikeln (Fonds "Loreley") mit Schadenersatzforderungen in Höhe von 440 Millionen USD, Falschangaben beim Verkauf hochverzinslicher verbriefter Hauskredite, Zinssatzmanipulationen ("Libor" und "Euribor"), Konstruktion einer Kette von Handelsgeschäften zur Erzielung großer Gewinne auch bei kleinen Zinssatzveränderungen durch Zinswetten (Gewinn: 500 Millionen Euro), Verstöße gegen Sanktionsvorschriften bei Geschäften mit bestimmten Ländern (u. a. Iran, Sudan), unangemessen hohe Bewertungen komplexer Derivate-Konstrukte in einem bis zu 130 Milliarden USD schweren Portfolio, Vertuschung krimineller Vorgehensweisen beim Handel mit Verschmutzungsrechten ("CO2-Zertifikate), Versuch zur Sicherung eines höchst lukrativen Geschäfts durch öffentliche Äußerungen über die angeblich mangelnde Bonität eines Medienunternehmers (Kirch), betrügerische Irreführung der Stadtverwaltung von Mailand im Zusammenhang mit Zinsprodukten (Gesamtschaden: 89,6 Millionen Euro), Beihilfe zur Verschleierung von Verlusten der italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) durch ein komplexes Absicherungsgeschäft vor der Beantragung staatlicher Hilfe, illegaler Betrieb elektronischer Zahlterminals im Vatikan, Manipulation des Energiemarkts in Kalifornien, Erzielung unrechtmäßiger Gewinne in Höhe von knapp 137.000 USD durch bewusste Generierung von Verlusten bei physischen Transaktionen im Interesse eines umso höheren Profits auf dem US-Markt mit Energiederivaten - obschon die Deutsche Bank die Vorwürfe zurückwies, einigte sie sich mit der amerikanischen Energieaufsichtsbehörde auf eine Strafzahlung in Höhe von 1, 5 Millionen USD und vereinbarte, dass sie Verstöße weder zugibt noch bestreitet: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. Januar 2013, S. 17 ("Strafe gegen Deutsche Bank"), betrügerischer Kauf und Verkauf von Strom, um den Eindruck einer Überlastung des Stromnetzes zu erwecken, so dass die Aufsichtsbehörden den Händlern Prämien zahlten, um die vermeintlich überschüssigen Energiemengen aus dem Markt zu nehmen, bis hin zur Manipulation von Bilanzen. Mehr...

Kommentar: Den Beitrag hat bereits NACHDENKSEITEN "beworben". Das ist nicht genug. Er gehört in jeden Haushalt hierzulande - drapiert an einer Stelle, wo er immer wieder gelesen werden kann. So viel Aufmerksamkeit hat dieses Thema verdient. Der Autor, Wolfgang Hetzer, liefert eine vortreffliche, ernstzunehmende Analyse. Wir sehen damit unsere Forderung nach einem "Finanzverbrechertribunal" gestützt. 


Eurozone: 19 Monate Kreditkontraktion in Folge
(querschuesse.de) Die Europäische Zentralbank (EZB) berichtete die Daten zu den aggregierten MFI (Monetary Financial Institutions) – Bilanzen der Eurozone und der einzelnen Mitgliedsländer für den Monat November 2013, dabei auch die Daten zum ausstehenden Kreditvolumen an den Privatsektor. Im November 2013 schrumpfte das ausstehende Kreditvolumen des Privatsektors (Unternehmen und private Haushalte) in der Eurozone mit -3,9% bzw. um -434,7 Mrd. Euro zum Vorjahresmonat, auf 10,7253 Billionen Euro. Die Daten zur anhaltenden Kreditschrumpfung stehen eigentlich konträr zu den kolportierten und gefühlten Fortschritten in der Eurozone. (...) Die anhaltende Kreditkontraktion steht tendenziell für Rezession und latenter Deflation. Mehr...

Kommentar: Eine hervorragende Auswertung von Steffen Bogs. Unterlegt mit aussagekräftigen Charts, von denen wir zwei an dieser Stelle zeigen: 

"Das ausstehende Kreditvolumen des Privatsektors (private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen) bei den MFIs, ohne Eurosystem, der DFPIIGS-Länder (Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) als Index (Jahr 2000=100) im Chart seit Januar 2000 bis November 2013. Der Chart zeigt die Entwicklung an 2000=100, nicht das absolute Niveau!

Sofort ins Auge fällt u.a. auch, das grundsätzlich schwache Kreditwachstum des Privatsektors in Deutschland, auch im November 2013 geht es um signifikante -4,7% zum Vorjahresmonat abwärts bzw. um -123,4 Mrd. Euro, auf 2,5024 Billionen Euro. Eine Volkswirtschaft wo es keine Steigerungsraten bei Investitionen und Konsum gibt, braucht auch keine Kredite."

"Die Daten verdeutlichen auch die erbärmliche Propaganda, es gibt keinen deutschen Konsumboom, weder auf Kredit noch durch Entsparen, noch durch Reallohnzuwächse, alles Blödsinn und plumpe Lügen. Nur die aggregierte Kreditnachfrage der Anderen heizte und heizt die deutschen Exporte, damit den Außenbeitrag an und kompensiert den heimischen Unterkonsum und die ausbleibenden Investitionen. Vorerst sind die ausgelutschten Schuldner aus Südeuropa durch noch verschuldungsfähigere vor allem aus Asien ausgetauscht und das Geschäftsmodell kann prolongiert werden, wie lange das noch gut gehen kann bleibt die spannende und kaum präzise zu beantwortende Frage." Eine Propaganda, die bei dem heimischen "BILD"-ungsbürgertum aber gut ankommt. Weil niemand "den Schuss hören" will. 


Bankenkrise: Madrid verlässt Rettungsschirm
(diepresse.com) Noch im Jänner will Madrid auf die Hilfe des ESM verzichten. Die Wunden der Krise sind aber noch lange nicht verheilt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Das nächste Schelmenstück, das in Europa aufgeführt wird. Bestens vorbereitet von den Leitmedien. Ein Beispiel: Die F.A.Z. entdeckt einen Lichtblick am Arbeitsmarkt: "Deutlich weniger Arbeitslose im Krisenland Spanien". Und macht daraus gleich einen Erfolg: "In Spanien ist die Arbeitslosigkeit Ende des vergangenen Jahres gesunken - so stark wie noch nie in einem Dezember. Die Wirtschaft scheint sich zu berappeln. Aber nur sehr langsam." Mehr hier. Selbst HEISE-TELEPOLIS meldet passend "Sinkende Arbeitslosigkeit und Zinsen in Spanien", bleibt aber im Beitrag skeptisch gegenüber den frohen Botschaften der spanischen Regierung. Mehr hier. ZERO HEDGE erklärt dazu, "75% Of Spaniards Don't Believe Rajoy's "Economic Recovery" Meme""With unemployment stuck at record highs and loan delinquencies surging (...), it is hardly surprising that El Economista reports that more than two-thirds of Spaniards do not believe the "recovery" promised by Prime Minister Rajoy has been created. While Cramer ignorantly confidently espoused this morning that Spain is recovering (and with Spanish stocks and bonds back near pre-crisis levels), a massive 75% of the Spanish people believe their personal situation will be the same or worse in 2014." Read more here. Sehenswert der Chart aus dem Beitrag: 



Noch einmal ist es Steffen Bogs, der mit seinem "Spanien: Arbeitsmarktbericht Dezember" bei QUERSCHÜSSE Licht ins Dunkel bringt: "Das spanische Arbeitsministerium berichtete heute für den Monat Dezember 2013 die Zahl der registrierten Arbeitslosen in den Arbeitsämtern Spaniens. Zum Vormonat sank die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen (auf aktiver Arbeitssuche) um -57’645, auf 4,727814 Millionen. Auch bei den unbereinigten Daten sank die Zahl der Arbeitslosen, im Vergleich zum Vorjahresmonat, um erwähnenswerte -147’385 auf 4,701338 Millionen. Damit ist wie bereits im November, auch im Dezember eine messbare Erholung am spanischen Arbeitsmarkt auszumachen. Immerhin, allerdings die Zahl der Arbeitslosen bleibt enorm hoch und die Qualität der neu geschaffenen Jobs bleibt erbärmlich." Mehr hier. Werfen wir einen Blick auf die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und die Qualität der Jobs: 

Bogs schreibt dazu: "Die Entwicklung der sozialversicherten Beschäftigten seit Januar 2001 dem Beginn der Datenreihe bis Dezember 2013 im Chart. Im Dezember 2013 sank die Zahl der sozialversicherten Beschäftigten um -85’041, auf 16,357640 Millionen. Zum Hoch im Juli 2007 waren es 19,493211 Millionen sozialversicherte Beschäftigte." 

Steffen Bogs: "Die Entwicklung der sozialversicherten Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Januar 2002 bis Dezember 2013 im Chart. Zwar lässt der Einbruch zum Vorjahresmonat deutlich nach, aber immer noch sinkt die Zahl der sozialversicherten Beschäftigten um -85’041."

Die Erklärung von Steffen Bogs: "Von 1,290853 Millionen neuen Arbeitsverträgen die im Dezember 2013 abgeschlossen wurden, waren 1,207061 Millionen befristete Arbeitsverträge, dies entsprach 93,51% aller neuen Arbeitsverträge! Neue unbefristete Arbeitsverträge wurden im Dezember nur schlappe 83’792 (nur 6,49% aller Arbeitsverträge) geschaffen! Im Gesamtjahr 2013 waren von 14,792614 Millionen neuen Arbeitsverträgen (+3,87% zum Vorjahreszeitraum) nur 1,134949 Millionen Arbeitsverträge unbefristet (-20,80% zum Vorjahreszeitraum)! 92,3% aller neuen Arbeitsverträge waren befristet." Sein Fazit: "Ein Offenbarungseid an mieser Jobqualität!"

Wie schlecht es um Spanien bestellt ist, zeigt der Beitrag "Spanien: Nettoauslandsschulden auf Rekordniveau", ebenfalls von Steffen Bogs, veröffentlicht erst vor wenigen Tagen, am 27. Dezember 2013. Einleitend schreibt er: "Wie die spanische Zentralbank Banco de Espana heute mitteilte, stiegen die Nettoauslandschulden aller Sektoren der Volkswirtschaft (NIIP) in Spanien in Q3 2013 auf -999,652 Mrd. Euro, nach -973,102 Mrd. Euro im Vorquartal und nach -922,099 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Dies entspricht einem neuen Rekord-Nettoauslandsschuldenstand. Im Verhältnis zum nominalen BIP dokumentieren sich -97,8% Nettoauslandsschulden. Das ist dann doch unerwartet mies, denn immerhin konnte Spanien in den ersten 9 Monaten 2013 erstmals wieder einen Leistungsbilanzüberschuss erzielen, aber dieser ist eben viel zu klein (+2,468 Mrd. Euro) um Fortschritte bei den Nettoauslandsschulden zu erzielen. Die Verluste im Bestand seit Jahresanfang waren viel höher als das Plus in der Leistungsbilanz. Mit -97,8% Nettoauslandschulden gemessen am nominalen BIP dokumentiert sich weiter eine de facto insolvente Volkswirtschaft. Es gibt eigentlich kein realistisches Szenario wie Spanien mittels realwirtschaftlicher Leistungskraft diese enormen Nettoauslandsschulden abbauen könnte. Im Gegenteil, die deflationären Tendenzen in Spanien lassen die Schuldentragfähigkeit zusätzlich schwinden, denn die nominale Nettoauslandsschuld bleibt bestehen und wächst bis dato sogar." Mehr hier. Dazu noch eine Grafik aus dem Beitrag: 

"Die Entwicklung des Nettoauslandsvermögensstatus (NIIP) in Mrd. Euro von 1995 bis 2012 und von Q2 2013 für Deutschland (blau/ +1201,7 Mrd. Euro) den Niederlanden (rosa/+304,8 Mrd. Euro in Q3), für Irland (lila/ -180,1 Mrd. Euro Q2), für Portugal (grün/ -193,7 Mrd. Euro Q3), für Griechenland (gelb/ -207,9 Mrd. Euro Q2), für Italien (türkis/-433,7 Mrd. Euro Q2), für Frankreich (rot/ -450,0 Mrd. Euro Q2) und für Spanien (hellblau/ -999,7 Mrd. Euro Q3) im Chart."


Finnland drohen "italienische Verhältnisse"
(cash.ch) Dem "AAA"-Land Finnland droht laut der Zentralbank des Landes eine Schuldenlast, die mit Italien konkurrieren könnte. Nun werden Massnahmen gefordert. Mehr...

Kommentar: Die Einschläge kommen näher... für Deutschland und Österreich.


"Müllen wir unsere Banken zu"
(heise-telepolis) Angesichts des Müllstreiks in der portugiesischen Hauptstadt wird dazu aufgerufen, die Banken in Lissabon zuzumüllen. Mehr...

Kommentar: Eine charmante Idee der streitbaren Portugiesen.