Sonntag, 12. Januar 2014

Standpunkt 852 - Nachrichten-Ticker, 11.01.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Nachdem nun die Große Koalition unter Dach und Fach ist, werden wir in den kommenden Wochen, die Feiertage eingeschlossen, unser Arbeitspensum erhöhen, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können.  Sicher ist bereits, dass der Koalitionsvertrag die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich macht. Trotzdem gibt es eine Menge Indizien dafür, wo die politische Reise der neuen Berliner Regierung unter der alten Chefin, der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel, rund um die Krise in Deutschland und Europa hingeht. Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – Verrmögensentwicklung in der Krise, Teil 1: Vermögensbilanz des Euro-Krisenmanagements Armutslöhne und ihre Funktion – US-Arbeitsmarkt, ff. (2 Beiträge) – Fed  – China    VW und der US-Automarkt


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin.

Zu unserem großen Erstaunen stellen wir in diesen Tagen aber fest, dass die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken, bei den Betroffenen scheinbar zu Ende geht. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. 

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.   

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Interesse? E-mail genügt.


Vermögensentwicklung in der Krise – Teil 1: Vermögensbilanz des Euro-Krisenmanagements
(querschuesse.de) 2007 war das Jahr der US-Hypothekenkrise. 2008 war das Jahr des Börsencrashs infolge der Lehman-Pleite und der Finanzmarktkrise. 2009 war das Jahr der Weltwirtschaftskrise. 2010 das Jahr, in dem mit der Finanznot Griechenlands die europäische Schuldenkrise begann, die später oft auch als Euro-Krise bezeichnet wurde. Sie endete in der Rückschau im Juli 2012 mit der Ankündigung von EZB-Präsident Mario Draghi, alles zu tun, um den Euro zu erhalten.
Genau genommen ist sie ganz sicher nicht beendet und dasselbe gilt auch für die Finanzmarktkrise. Denn die ursächlichen Probleme wurden nicht gelöst, sondern mit viel Geld lediglich einstweilen entschärft. Die Sorge, sie könnten wieder virulent werden und uns zurück in den akuten Krisenmodus werfen, hat zuletzt abgenommen. Grund zur Beunruhigung gibt es allerdings mehr als genug, nicht zuletzt erneut wegen der Immobilienmärkte (z.B. in China und Großbritannien), der Gefahr einer Kreditklemme auf Chinas Finanzmarkt, der Schuldenkrise in Japan und den USA, der mit dem Zurückfahren der Anleihenkäufe der US-Notenbank verbundenen Gefahren für die Schwellenländer (Kapitalabfluss, unter Druck stehende Währungen) und der nach wie vor bestehenden Finanz- und Wirtschaftsprobleme in den europäischen Krisenstaaten.
Außer Frage steht, so viel lässt sich schon vorab sagen, dass all dies dem Wachstum des weltweiten Privatvermögens – beim gegenwärtigen Stand der Dinge – keinen Abbruch getan hat.
Mehr...

Kommentar: Vor wenigen Tagen die gute Nachricht für die Deutschen: "Geldvermögen steigt auf 5,2 Billionen Euro" (hier). Die WELT meldet "Deutsche sind um 270 Milliarden Euro reicher" (hier) und meint damit den Anstieg des Sparvermögens in 2013. Da trifft es sich gut, dass SLE einen Tag vorher damit begonnen hat, in seinem Beitrag der Vermögensentwicklung auf den Zahn zu fühlen. Seine Analyse liefert - trotz vieler Unwägbarkeiten - bemerkenswerte Informationen über die Vermögensverteilung in den EU28-Staaten - sowohl an der Spitze (Großbritannien) wie am Ende (Luxemburg, Zypern). Wie diese Übersicht aus dem Beitrag zeigt: 


 
Sein Fazit: "(...) unter dem Strich hat die Europäische Union als Ganzes in der Euro-Krise Anteile am globalen Privatvermögen eingebüßt. 33,7 Prozent betrug der Anteil in 2009 und er ist in jedem folgenden Jahr gesunken, bis auf 28,3 Prozent in 2012. Erst in 2013 erhöhte er sich wieder auf knapp 30 Prozent." Dazu die Übersicht: 



Sobald Teil 2 erscheint, werden wir den Beitrag vorstellen, den SLE so ankündigt: "Der nächste Teil der Aufsatzreihe beginnt mit der Behandlung der Frage, wie sich das Vermögen in den 19 Ländern mit den weltweit größten Privatvermögen seit 2000 über die verschiedenen Krisen hinweg entwickelt und wie sich die Anteile am Weltvermögen verschoben haben."


"Armutslöhne haben eine wichtige Funktion"
(heise-telepolis) Arbeits- und Sozialrechtsprofessorin Helga Spindler über den Zusammenhang von Armut und wirtschaftlicher Prosperität. Teil 1

Laut einem unlängst publizierten Bericht des Statistischen Bundesamts war im Jahr 2012 fast jeder Fünfte in Deutschland von Armut betroffen. Das sind rund 16 Millionen Menschen. Gleichwohl wird Deutschland immer wieder für die niedrige Arbeitslosenquote und das relativ positive Wirtschaftswachstum gelobt. Wie geht das zusammen? Telepolis fragte dazu die Sozial- und Arbeitsrechtsprofessorin Helga Spindler. Mehr...


Kommentar: Die Kehrseite der eben beschriebenen Medaille? Nein, wohl eher eine der wesentlichen Grundlagen dieser Vermögensentwicklung: "Boom wegen mehr Armen". Auf jeden Fall aber ein spannendes Interview mit höchst anschaulichen, nachvollziehbaren Thesen einer ausgewiesenen Expertin. Gerade im Zusammenhang mit der Mindestlohn-Debatte. Teil 2 gibt es hier


What Caused the Crash In the Labor Participation Rate?
(washingtonsblog.com) Workers May Simply Be Giving Up. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Gestern haben wir ausführlich in unserer "Auf ein Wort"-Reihe über die Wirklichkeit hinter den offiziellen US-Arbeitsmarkt-Daten berichtet. Dieses Thema ist uns so wichtig, dass wir heute weitere zwei Beiträge nachliefern, die sich ebenfalls damit beschäftigen. Sie versuchen sich an Erklärungen dafür, warum die Labor Participation Rate auf das Niveau von 1978 abgesackt ist. Dieser und der Beitrag "The biggest question facing the U.S. economy: Why are people dropping out of the workforce?" von der WASHINGTON POST (hier) liefern aufschlussreiche Einblicke in die Altersstruktur der Erwerbstätigen. Alles wenig ermutigend. 

Quelle: economist.com


The Greatest Myth Propagated About The Fed: Central Bank Independence (Part 1)
(zerohedge.com) It has been commonplace to speak of central bank independence - as if it were both a reality and a necessity. Discussions of the Fed invariably refer to legislated independence and often to the famous 1951 Accord that apparently settled the matter. While everyone recognizes the Congressionally-imposed dual mandate, the Fed has substantial discretion in its interpretation of the vague call for high employment and low inflation. For a long time economists presumed those goals to be in conflict but in recent years Chairman Greenspan seemed to have successfully argued that pursuit of low inflation rather automatically supports sustainable growth with maximum feasible employment. Read more...

Kommentar: Ein "must read" für alle, die sich intensiv mit der US-Notenbank, der bis heute mächtigsten Zentralbank der Welt, und ihrer Politik auseinandersetzen möchte. Es lohnt sich.


Smog in China: Der Tod aus der Atemluft
(faz.net)  Vor einem Jahr ächzte Peking unter dem schlimmsten Smog aller Zeiten. Jetzt ist Schanghai dran. Der Dreck tötet Millionen Menschen und vernichtet die Wirtschaftsleistung eines Landes wie Belgien. Die Abhilfe kommt wohl zu spät. Mehr...

Kommentar: Sicherlich ein Zukunftsmarkt für deutsche Ingenieurskunst - aber nicht unbedingt für deutsche Autokonzerne.


"VW versteht den US-Markt nicht"
(wirtschaftsblatt.at) Es sind harte Worte: Unverständnis und Technikverliebtheit des Konzerns verhindern laut Experten, dass Volkswagen in den USA dauerhaft Erfolg hat.

Volkswagen muss in den USA das Steuer herumreißen. Nach anfänglichen Erfolgen beim eigens für die dortige Kundschaft entwickelten US-Passat sinken die Verkaufszahlen inzwischen seit einem Jahr. Denn die Platzhirsche von GM bis Toyota haben auf den selbstbewussten Emporkömmling aus Deutschland reagiert, der in den USA zum Angriff geblasen hat, um sich in den nächsten Jahren an die Weltmarktspitze zu setzen. Sie bieten ihre Fahrzeuge inzwischen zu günstigeren Preisen und mit besserer Ausstattung an als Volkswagen.
Damit müssen die aufstrebenden Niedersachsen erkennen, dass eine Modellneuheit nicht ausreicht, um sich auf dem hart umkämpften amerikanischen Markt aus der Nischenrolle herauszuarbeiten. "Man kann sich in den USA nicht einfach breit machen und erwarten, man eilt von Sieg zu Sieg", bringt es Analyst Frank Schwope von der NordLB auf den Punkt. Mehr...


Kommentar: VW ist in den USA schon einmal gescheitert... in den 1980er Jahren (hier, Seite 124).