Freitag, 17. Januar 2014

Standpunkt 857 - Nachrichten-Ticker, 16.01.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Nachdem nun die Große Koalition unter Dach und Fach ist, werden wir in den kommenden Wochen, die Feiertage eingeschlossen, unser Arbeitspensum erhöhen, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können.  Sicher ist bereits, dass der Koalitionsvertrag die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich macht. Trotzdem gibt es eine Menge Indizien dafür, wo die politische Reise der neuen Berliner Regierung unter der alten Chefin, der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel, rund um die Krise in Deutschland und Europa hingeht. Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – Krisenvorsorge: Sparer horten Bargeld  Die BaFin-Chefin sucht ehrbare Kaufleute unter den Bankern – Und findet nur Betrüger (2 Beiträge) - Bernanke's Abrechnung (4 Beiträge)  Wem "gehört" Amerika? - Asien - China stolpert (3 Beiträge) - Kanada (3 Beiträge)   


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin.

Zu unserem großen Erstaunen stellen wir in diesen Tagen aber fest, dass die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken, bei den Betroffenen scheinbar zu Ende geht. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. 

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.   

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Interesse? E-mail genügt.


Crash-Angst: Sparer decken sich weltweit mit Bargeld ein
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Seit der Euro-Einführung hat sich der Bargeld-Umlauf vervierfacht. Die Sparer vertrauen den Banken nicht und ziehen ihr Geld ab. Ein nicht unbeträchtlicher Teil wandert ins Ausland - ein Beleg, dass das Misstrauen in das System weltweit groß ist. Mehr...

Kommentar: Erstaunlich, mit welcher Naivität diese Sparer zu Werke gehen, um sich vor dem Crash und seinen Folgen zu schützen. Wenn die Regierungen den Sack zumachen, dann bewegt sich nichts mehr, auch kein Bargeld. Deren Maßnahmen heißen dann Bargeldverbot, ergänzt um Kapital- und Devisenkontrollen. Die Pläne dafür liegen fix und fertig in den Schubladen, die nötigen Gesetze sind bereits entworfen, die technischen Voraussetzungen längst vorhanden. Das wird dann auch keine reine europäische Veranstaltung, wie viele noch glauben, sondern eine weltweite, bestens orchestrierte Aktion. 

Die Regierungen verschaffen sich den Zugriff auf die Ersparnisse - sogar wenn sie unter der Matratze liegen oder im Garten vergraben sind. Das sind keine Hindernisse. Da halten wir jede Wette. 

Wer sich vor den absehbaren Maßnahmen zur Financial Repression und Enteignung wirkungsvoll in Sicherheit bringen will, der muss den Verfolgern in jeder Hinsicht weit voraus sein. Alles andere endet letztlich doch in der "finanziellen Gefangenschaft".


Der ehrbare Kaufmann sollte das Vorbild der Banker sein, nicht Gordon Gekko
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Bafin-Chefin Elke König hat beim Neujahrsempfang der Aufsicht den Banken die Leviten gelesen. Sie fordert eine Haltung, in der Banker ganz neu denken lernen müssen: Nicht alles, was legal ist, ist legitim. Die Rede im Wortlaut. Mehr...

Kommentar: Nein, Frau König liest den Banken nicht wirklich die Leviten, sie hebt bestenfalls ein wenig mahnend den Finger, es nicht noch weiter zu (über)treiben: "Die Manipulationsvorwürfe haben eine Branche in Verruf gebracht, deren Ansehen ohnehin lädiert war, die aber wie kaum eine andere darauf angewiesen ist, dass man ihr vertraut. Umfassende Regulierung und wirksame Kontrolle werden helfen, dieses Vertrauen wieder aufzubauen. Doch mit bloßer Regel- und Gesetzestreue – Sie können auch das Modewort „Compliance“ verwenden – ist es nicht getan. Nicht alles, was legal ist, ist auch legitim. Ich glaube nicht an eine flächendeckende moralische Verrohung, aber wir brauchen eine Rückbesinnung auf gewisse ethische Werte, die offenbar in Teilen des Finanzsektors in den Boom-Zeiten aus der Mode gekommen sind. Orientierung kann der ehrbare Kaufmann bieten, der sich nicht nur dem Unternehmen, sondern auch der Gesellschaft gegenüber in der Verantwortung sieht. Sein Image mag etwas angestaubt sein, aber als Vorbild taugt er allemal besser als Gordon Gekko. In der Pflicht sind Management und Aufsichtsgremium. Statt der Parole 'Profit um jeden Preis' müssen langfristiges Denken und verantwortungsvolles Handeln die Richtschnur sein. Ein Sinneswandel in diese Richtung ist zu erkennen. Der angenehme Nebeneffekt: Redliches Handeln senkt das Reputationsrisiko und zahlt sich auf lange Sicht auch für das Unternehmen selbst aus. Unredliches Handeln fällt meist irgendwann auf den Handelnden zurück. Bei alledem darf man aber eines nicht vergessen: Unternehmen müssen Gewinne machen dürfen – sonst hätten sie auch für die Allgemeinheit keinen Wert. Oder möchten Sie Ihr Auto bei einer Firma kaufen, die damit keine Gewinne machen darf? Ein innovatives, spritsparendes Modell dürften Sie dann nicht erwarten." Das klingt doch alles eher nach Glacéhandschuhen, oder?

In ihrer Rede geht es auch noch um Verbraucherschutz. Und da geht sie wahrlich scheinheilig zur Sache: "Verbraucherschutz wird für uns weiter an Bedeutung gewinnen. Am Brüsseler Horizont zeichnen sich einige regulatorische Neuerungen ab; und auch im Koalitionsvertrag nimmt das Thema eine prominente Stellung ein – zu Recht. Wir sind Verbraucherschützer aus Überzeugung, und es gibt viele gute und wirksame Regeln, aber nichts ist so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte. Denken Sie nur an den Grauen Kapitalmarkt. Dort bewegen sich Anbieter, die Geschäfte treiben, für die sie keine Erlaubnis der BaFin brauchen, und die wir auch nicht beaufsichtigen. Für Anleger lauern in dieser aufsichtsfreien Zone unkalkulierbare Gefahren. Vorgehen können wir gegen die Anbieter nicht, denn sie nutzen Gesetzeslücken, und wo kein Gesetz, da keine Handhabe. Was also tun? Erlaubnispflicht und laufende Aufsicht für alle Anbieter des Grauen Kapitalmarktes? Fest steht aber auch: Wir können die Verbraucher nicht aus der Verantwortung entlassen. Jeder Anleger sollte immer folgende Dinge bedenken: Es gibt einen Zusammenhang zwischen versprochener Rendite und Risiko. Die Anbieter an den Finanzmärkten – egal ob beaufsichtigt oder nicht – sind keine Wohltäter und müssen es auch nicht sein. Man sollte nur in Produkte investieren, die man versteht, und eine gesunde Skepsis an den Tag legen. In Anlageentscheidungen sollte man mindestens so viel Zeit investieren wie in die Anschaffung eines Smartphones."

Wir haben im Koalitionsvertrag nachgesehen, um die "prominente Stellung" des Themas nachvollziehen zu können. Fündig sind wir nicht geworden. Am Ende von Seite 63 haben wir lediglich den üblichen inhaltsleeren Politiker-Sprech gefunden: "Die nationale Finanzmarktaufsicht in ihrer bisherigen Struktur aus BaFin und Deutscher Bundesbank hat sich bewährt und ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Konzept der neuen europäischen Aufsichtsstruktur. Die BaFin erhält die Möglichkeit, entsprechend den europäischen Regeln den Vertrieb komplexer und intransparenter Finanzprodukte zu beschränken oder zu verbieten, sofern diese die Finanzmarktstabilität gefährden oder unverhältnismäßige Risiken für Anleger bergen. Sie erhält den kollektiven Schutz der Verbraucher als wichtiges Ziel ihrer Aufsichtstätigkeit." Das ist Wischiwaschi, mehr nicht.

Frau König hat sich auch noch zur europäischen Bankenunion geäußert und ist voll des Lobes: "Deutschland ist auf diesen Gebieten nicht nur Vorreiter, sondern auch Motor der europäischen Entwicklung. So geht es auf das deutsche Verhandlungskonto, dass es bei der Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung eine klare Haftungskaskade gibt: Eigentümer und Gläubiger müssen zuerst für Verluste ihrer Bank haften und für deren Rekapitalisierung sorgen, bevor etwa der Abwicklungsfonds und – in einem letzten möglichen Schritt – die Steuerzahler die Kosten tragen müssen. Nicht zuletzt auf Betreiben Deutschlands werden wir zudem das Instrument Bail-in bereits vom 1. Januar 2015 an nutzen können, also mit der Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht." Das ist der Schlüssel, um  mit den Ersparnissen von Millionen Europäern die deutschen Pleite-Banken noch lange am Leben zu halten, bevor es dann endgültig auch den heimischen Sparern an das Portemonnaie geht. Zypern war nur ein Anfang. Der Deutsche Michel will diese Systematik nicht begreifen, für ihn sind die Pleite-Banken in Südeuropa und Irland ein Problem der Südeuropäer und Iren, das ihn nichts angeht. Die "BILD"-ungsbürger ignorieren die bittere Wahrheit: Die Banken in Südeuropa und Irland waren Erfüllungsgehilfen für die deutschen Banker und ihre Kollegen aus Frankreich, Großbritannien und der Schweiz. Deren Geschäftsmodelle wurden exportiert, das nötige Kapital inklusive. In absehbarer Zeit erreicht diese "Haftungskaskade" auch die Deutschen. Dann bewahrheitet sich eine altbekannte Volksweisheit: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". 


Precious Metals Manipulation Worse Than Libor Scandal, German Regulator Says
(zerohedge.com) Remember when banks were exposed manipulating virtually everything except precious metals, because obviously nobody ever manipulates the price of gold and silver? After all, the biggest "conspiracy theory" of all is that crazy gold bugs blame every move against them on some vile manipulator. It may be time to shift yet another conspiracy "theory" into the "fact" bin, thanks to Elke Koenig, the president of Germany's top financial regulator, Bafin, which apparently is not as corrupt, complicit and clueless as its US equivalent, and who said that in addition to currency rates, manipulation of precious metals "is worse than the Libor-rigging scandal." Read more...  

Kommentar/Ergänzung: Die Überraschung: Frau König kommt auf den Punkt. Leider (noch?) kein Thema in den heimischen Führungsmedien. Egal, die Hintergründe gibt es hier, bei WASHINGTONSBLOG: "Top German Regulator: Precious Metal and Currency Manipulation Are WORSE Than Libor". Wie immer ist der Beitrag randvoll mit unzähligen weiterführenden Links, von denen sich jeder einzelne rentiert. Ein idealer Lesestoff für das kommende Wochenende. Wir haben sie uns jedenfalls alle angesehen und die meisten davon archiviert, um sie auch in Zukunft parat zu haben. Eine lohnende Investition.

Leider bleibt aber auch dazu der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung ab Seite 62 sehr ungenau.  


Der Fed-Chef rechnet ab
(handelsblatt.com) Angesichts seiner anstehenden Demission teilt US-Notenbankchef Ben Bernanke kräftig aus: Er verteidigt Anleihekäufe und Geldspritzen, verweist auf die Unabhängigkeit der Fed und zeigt sich von "Populismus" unbeeindruckt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Aus Sicht der Eigentümer der US-Notenbank und der Wall Street hat Bernanke sicherlich einen prima Job gemacht. Aber aus Sicht der Mainstreet gibt es erhebliche Zweifel. Wir sind uns da schon heute sicher: Bernanke war nur ein Diener der "Schönen und Reichen" dieser Welt. Deren Vermögen hat sich weiter entwickelt, während die restlichen 99% die Zeche dafür zahlen. Die einen früher, die anderen später - das macht nicht wirklich einen Unterschied.

ZERO HEDGE schreibt dazu: "Bernanke's Legacy: A Record $1.3 Trillion In Excess Deposits Over Loans At The 'Big 4' Banks": "The history books on Bernanke's legacy have not even been started, and while the euphoria over the Fed's balance sheet expansion to a ridiculous $4 trillion or about 25% of the US GDP has been well-telegraphed and manifests itself in a record high stock market and a matching record disparity between the haves and the have nots, there is never such a thing as a free lunch... or else the Fed should be crucified for not monetizing all debt since its inception over 100 years ago - just think of all the foregone "wealth effect." Sarcasm aside, one thing that can be quantified and that few are talking about is the unprecedented, and record, amount of "deposits" held at US commercial banks over loans." Mehr hier. Der Beitrag zeigt zwei aussagekräftige Charts, die wir schon vorweg nehmen: 




Dieser aktuellen Grafik möchten wir eine aus dem November 2013 gegenüberstellen, um die Entwicklung innerhalb weniger Wochen zu dokumentieren: 



Ein anderer Beitrag belegt, wie sehr Bernanke versagt hat:  "1,500 Applicants for 50 Jobs? The Reality in America Today" titelt ACTING-MAN. Weiter heißt es dort: "In New York last week, 1,500 people lined up for 50 apprenticeship positions as painters and decorators. These are union jobs, and only 500 applications are being accepted. Some hopefuls lined up in front of the District Council 9 office for days in extremely cold weather. If they are able to get the job, they will receive $17.20 an hour during the first year. After one year, they may get hired as a full-time employee. (Source: Eyewitness News, January 10, 2014.) This equates to about $37,000 per year considering one would work 40 hours a week. Hold on a second: I thought the jobs market was strong in the U.S. economy? How come we are seeing such massive lines for a very small number of jobs? What I just mentioned above is not an isolated event. I have reported other events like this in these pages before—a large number of people applying for very few jobs. It’s a fact that continues to be ignored: the U.S. jobs market remains bleak and the better-paying jobs are just not there." Mehr hier

Natürlich gibt es auch ein paar positive Stimmen zu Ben Bernanke. Eine davon haben wir (wie könnte es auch anders sein) bei PROJECT SYNDICATE gefunden. Arvind Subramanian vom Peterson Institute for International Economics (Peterson Institute)  und Center for Global Development (CGD), singt eine wahre Lobeshymne auf den scheidenden Fed-Chef, die wir unseren LeserInnen nicht vorenthalten möchten: "Ben Bernankes globales Vermächtnis". Subramanian schreibt z. B.: "Ungeachtet der Folgen der quantitativen Lockerung für die US-Wirtschaft, waren ihre Folgen für den Rest der Welt insgesamt vorteilhaft. Die erste Runde der quantitativen Lockerung war sogar ganz ohne Zweifel vorteilhaft, weil das Risiko einer globalen Wirtschaftskrise nach dem Zusammenbruch von Lehmann Brothers im September 2008 minimiert oder sogar ausgeschaltet werden konnte. (...) Die Erklärung der außergewöhnlichen Rolle der Fed im Kontext einer ansonsten anämischen amerikanischen Führung in der Welt ist einfach: obwohl die US-Wirtschaft schwach ist und obwohl die amerikanische Politik bis zum Stillstand polarisiert ist, gibt es noch immer eine Nachfrage nach dem Dollar. Unter diesen Umständen hat Bernanke seine Rolle als Kontrolleur der mächtigen Dollardruckmaschinerie, die die US-Notenbank ist, effektiv umgesetzt." Sein Fazit: "Die Vorherrschaft des Dollars wird nicht ewig dauern, er wird immer mehr vom chinesischen Renminbi herausgefordert (...). Aber diese rudimentäre Quelle amerikanischer Vorherrschaft hat aus Bernanke eine konstruktive und effektive internationale Führungspersönlichkeit gemacht. Wenn er jetzt aus dem Amt scheidet, wird die Beurteilung seiner Leistung als 'Helikopter-Ben', der der US-Wirtschaft Bargeld in Millionen bescherte, ernsthaft beginnen. Aber die Geschichte sollte auchnicht seine wichtige globale Rolle als 'Botschafter Ben' vergessen." Mehr hier. Was Subramanian dem Fed-Chef hoch anrechnet, werden in Zukunft die Wirtschaftshistoriker als ein weiterer Treibsatz der Finanzkrise von 2007/2008 beschreiben. Bernanke hat damit nur das irrwitzige Finanzcasino im Paralleluniversum der weltweiten Finanzindustrie weiter befeuert. Um die TBTF-US-Banken am Leben zu halten. Der Rest war ihm egal. 


Who Are The Top Holders Of US Treasurys
(zerohedge.com) Yesterday, when the Treasury released its TIC data early by mistake, the update that China's holdings rose to a record $1.317 trillion caused a stir. This was confusing, since while China, which as we reported yesterday, now has a record $3.8 trillion in reserves having grown by $500 billion in 2013, has barely invested in US paper, and in fact going back to 2010, its holdings were a solid $1.2 trillion. In other words, its Treasury holdings have increased by a modest $100 billion in three years. Hardly anything to write home about. And certainly nothing to write home about when one considers the soaring Treasury held by the largest holder of US paper... everyone knows who that is. For those few who don't, and for everyone else too, here is the most recent breakdown of the top holders of US paper. Read more...

Kommentar: Eine interessante Analyse über die Rolle der US-Notenbank und das Engagement Chinas, das Japan mittlerweile klar auf den 3. Platz verdrängt hat. Danach kommt lange nichts. Die folgende Übersicht stammt aus dem Beitrag: 




Asien wird zur Bedrohung für die Weltwirtschaft
(welt.de) Lange galten die Länder in Fernost als Stütze der Konjunktur, während der Westen schwächelte. Doch nun wächst in Asien die Gefahr eines Absturzes. In den kommenden Monaten drohen gleich drei Schocks. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag beschreibt nicht wirklich ernsthaft die Probleme in Asien. Alles sehr halbherzig. Die Schwierigkeiten in China und Japan werden nicht thematisiert. Genauso wenig wie die politischen Auseinandersetzungen dieser beiden wirtschaftlichen und politischen Schwergewichte in der Region. Da sind die angelsächsischen Medien schon sehr viel weiter. 

Die Grafik im Beitrag über die Entwicklung der Schulden in Malaysia ist völlig belanglos, ebenso die über die Entwicklung der thailändischen Börse. Die Bilder über die zukünftigen Gewinner und Verlierer in der Weltwirtschaft ist bestenfalls Kaffeesatzleserei. Aber schön anzuschauen.


Chinese Stocks Tumble On Contagion Concerns From First Shadow-Banking Default
(zerohedge.com) While manufacturing and services PMIs disappointed, the big problem in big China remains that of an out-of-control credit creation process that is blowing up. As we previously noted, instead of crushing credit creation, the PBOC's liquidity rationing has forced distressed companies into high-interest-cost products in the shadow-banking world. Investors on the other side of "troubled shadow banking products" had assumed that 'someone' would bail them out but this evening Reuters reports that ICBC has confirmed that it will not rescue holders of the "Credit Equals Gold #1 Collective Trust Product", due to mature Jan 31st with $492 million outstanding. The anxiety from contagion concerns of the first shadow-banking default has pushed the Shanghai Composite back near 2,000 for the first time since July - and to its narrowest spread to the S&P 500 in almost 8 years. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Wir bitten unsere LeserInnen um Verständnis, dass wir unsere Augen nicht von der Entwicklung in China lassen können. Nach unserer Einschätzung braut sich dort etwas Hochexplosives zusammen, das die Weltwirtschaft aus den Angeln heben wird. Mit unabsehbaren Folgen für die hiesige Wirtschaft mit ihrem weltmeisterliches Exportmodell und deren Beschäftigte. Weil außerdem auch Deutschlands Nachbarn mittlerweile hochgradig abhängig sind von China, könnte es ganz schnell zappenduster werden für die weltgrößte Wirtschafts(leistungs)macht Europa. 

China hat nach unserer Ansicht so viele unlösbare Probleme, dagegen sind die europäischen wahrlich nur Peanuts. 

Bitte in diesem Zusammenhang auch noch den Beitrag "The Real China Threat: Credit Chaos" (hier) lesen. Wie "gut" die Chinesen von der angelsächsischen Finanzindustrie gelernt haben, zeigt die folgende Grafik:





Bei diesen Nachrichten fällt es schwer zu glauben, was gerade die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN aus der Bundesregierung meldet: "Gabriel will mehr Geld aus China in Deutschland". Im Vorspann heißt es dazu: "Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will die Skepsis gegenüber chinesischen Firmen-Übernahmen in Deutschland ausräumen. Solche Übernahmen seien auch im deutschen Interesse. Eine gewagte These." Mehr hier. Ein ahnungsloser Narr, dieser Mann.


Selbstmord durch Immobilien – Eine kanadische Betrachtung unserer weltweiten Misere
(blog.markusgaertner.com) Garth Turner ist umstritten, die Hass-Mails für seinen Blog “The Greater Fool” dürften zweitweise in Containern angeliefert werden. Er ist einer der wenigen Realisten – und talentierten Schreiber – die nichts auf die Analysten-Pamphlete geben und erklären, wie sich der Immobilienmarkt in Kanada wirklich darstellt. Und daran gibt es selbst für Propagandisten derzeit nicht viel zu beschönigen. Das lesen wir in Turners heutiger Ausgabe.
Dort heißt es kurz: "Dies wird ein schlichter Eintrag. Am Ende der ersten kompletten Woche des Jahres 2014 ist der Kanada-Dollar auf 92 US-Cents gefallen. Das war die schlimmste Vorstellung in Jahren. Das folgt auf Nachrichten, dass das Land 10.000 Jobs pro Woche verliert. Unsere Arbeitslosigkeit steigt, während sie in den USA fällt. Unser Handelsdefizit war neun Mal so groß wie erwartet. Die Investitionen der Unternehmen fallen rapide. Die Notenbank fürchtet Deflation. Energiefirmen und Minenbetreiber haben im vergangenen Monat 8.000 Leute vor die Tür gesetzt." Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Gestern haben wir bereits über Kanada berichtet. Ergänzend dazu dieser Beitrag von Markus Gärtner und eine dicke Lesempfehlung für den aktuellen Beitrag von Garth Turner "What were we thinking?" (hier). 

Noch einmal ganz deutlich an dieser Stelle: Die jahrelange Berichterstattung der deutschsprachigen Leit-Medien zu Kanada war eine Farce. Nein, eher eine Frechheit. Der "Fakten, Fakten, Fakten"-FOCUS soll uns als Beispiel dienen: "Kanadas Banken strotzen vor Kraft" heißt es da am 16.12.2009. Und der Autor legt im Vorspann gleich noch eine Schippe drauf: "Kanada nahm seine Großbanken früh und entschlossen an die Leine – heraus kam das gesündeste Finanzsystem der Welt." Die Banken haben angeblich "dicke Finanzpolster als Krisenpuffer". Mehr hier. Abgeschreiben wurde bei den Analysten der BNP Paribas. Eine lächerliche Einschätzung - schon damals.

Die kanadische Entwicklung macht deutlich: Die ganze Welt befindet sich quasi in finanzieller Sippenhaft der Finanzindustrie - eine bittere Nebenwirkung der Globalisierung.