Sonntag, 26. Januar 2014

Standpunkt 866 - Nachrichten-Ticker, 25.01.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Nachdem nun die Große Koalition unter Dach und Fach ist, werden wir in den kommenden Wochen, die Feiertage eingeschlossen, unser Arbeitspensum erhöhen, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können.  Sicher ist bereits, dass der Koalitionsvertrag die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich macht. Trotzdem gibt es eine Menge Indizien dafür, wo die politische Reise der neuen Berliner Regierung unter der alten Chefin, der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel, rund um die Krise in Deutschland und Europa hingeht. Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – EU-Finanzreform scheitert EU-Bankenstresstest – 2. Subprime Krise voraus? - Black Box China China's Mauer bröckelt (Bundesbank-)Gold US-Konsum


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin.

Zu unserem großen Erstaunen stellen wir in diesen Tagen aber fest, dass die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken, bei den Betroffenen scheinbar zu Ende geht. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. 

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.   

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Interesse? E-mail genügt.


EU schreckt vor Banken-Aufspaltung zurück
(zeit.de) Die EU-Kommission scheut sich vor einer strengen Regulierung des Bankengeschäfts. In einem Reformentwurf für die Branche bleibt das Interesse großer Institute gewahrt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Anzeichen mehren sich, dass es auch in Europa nie eine Finanzreform geben wird, die diesen Namen letztlich verdient. Eine Entwicklung, die wir genau so erwartet haben. Was letztlich beschlossen wird, sind bestenfalls Feigenblättchen, mit denen die Politik, unterstützt von "ihren" Leitmedien, vor der Öffentlichkeit erfolgreich ihre Handlungsunfähigkeit kaschieren kann, während die Finanzindustrie und ihre Lobbyisten die Korken knallen lassen. (Mit der Frage "Was macht Regierungen handlungsunfähig?" haben wir uns im August 2012 ausführlich beschäftigt. Ein "zeitloses" Thema. Wer sich dafür interessiert, der findet den Beitrag hier

"In der Politik geschieht nichts zufällig! Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war!" (Franklin D. Roosevelt, 1882 - 1945, 32. Präsident der USA) Gut zu wissen. 

Die Amerikaner machen es auch nicht besser, obwohl ihr oberster "Chefankläger" gerade zum großen Wurf ausgeholt hat: "No Bank Is Too Big To Jail, Holder Says" meldet gerade HUFFINGTON POST in der US-Ausgabe: "No American financial  institution is too large to indict and no bank executive immune from criminal prosecution, Attorney General Eric Holder said in a television interview." Er wird in dem zitierten Interview noch deutlicher: "'There are no individuals who are in such high level positions that they cannot be indicted, criminally investigated,' he said." Mehr hier. Das ist garantiert nur heiße Luft. In den Gefängnissen ist kein Platz für Bankster. Statt dessen werden die eingesperrt, die gegen dieses korrupte System protestieren: 


Quelle: secretsofthefed.com


Und die Kriminellen belohnt man mit Millionen-Boni: "JPMorgan-Chef erhält trotz Milliardenstrafe mehr Geld" meldet das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT: "Das Grundgehalt von 1,5 Mio. Dollar wird mit einem Bonus von 18,5 Mio. Dollar angefettet." Mehr hier.


Banken in Europa: Es fehlen 84 Milliarden Euro 
(wirtschaftsblatt.at) Die OECD hält die größten europäischen Banken für massiv unterkapitalisiert. Die OECD gehe davon aus, dass die Europäische Zentralbank bei ihrer großen Bilanzprüfung in diesem Jahr zu einem ähnlichen Ergebnis kommen wird, berichtet die "Wirtschaftswoche". Mehr...

Kommentar: Eine Lachnummer, passend zu dem, was wir eben geschrieben haben. 84 Milliarden Euro sind höchstens der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein", gemessen an 18,2 Billionen Euro Müll in den Bilanzen europäischer Banken (exklusive der Zweckgesellschaften/Schattenbanken), hier. Damit werden die Banken keinen Deut sicherer, der Öffentlichkeit aber eine (be)trügerische Ruhe vermittelt. Nur darum geht es.         


The Second Subprime Bubble Is Bursting, Gundlach Warns
(zerohedge.com) Back in the years just before the previous housing bubble burst (not to be confused with the current, even more acute one), one person did the math on subprime, realized that the housing - and credit bubble - collapse was imminent, and warned anyone who cared to listen - almost nobody did. That man was Kyle Bass, and because he had the guts to put the money where his mouth was, he made a lot of money. Fast forward to 2014 when subprime is all the rage again and the subprime bubble is bigger than ever: it may comes as a surprise to some that in 2013, subprime debt was one of the best performing fixed income instruments, returning a whopping 17% in a year when most other debt instruments generated negative returns. And this time, while Kyle Bass is busy - collecting nickels (each costing a dime) perhaps - it is someone else who has stepped into Bass' Cassandra shoes: that someone is Jeff Gundlach. Read more...

Kommentar: Jeff Gundlach, für viele der neue "King of Bonds", ist sicher kein unbeschriebenes Blatt und Leisetreter. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller hat er 2013 einen Fonds aufgelegt (hier). Redet/Schreibt der Mann von einer Krise, dann sollte man genauer hinhören/hinsehen. Seine Erklärungen sind bestechend klar und nachvollziehbar, nur auf der Zeitachse erwarten wir noch Veränderungen: Der Knall kommt später. Dafür sorgen Finanzindustrie und Notenbanken. 

Wunderbar eingängig die Überschrift des zitierten BLOOMBERG-Artikels: "Gundlach Counting Rotting Homes Makes Subprime Bear: Mortgages". Auch der Rest ist beachtlich lesenswert (hier). 


Black Box der Weltpolitik
(heise-telepolis) Was die kommende Weltmacht in Fernost im Schilde führt, weiß so recht niemand. Dafür gibt es allerhand Spekulationen über das Land, seine Absichten und Ziele. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es gibt noch ein China jenseits aller Probleme, über die wir in den letzten Tagen ausführlich berichtet haben. Dieser Beitrag liefert eine Menge Material, um sich eingehend mit dem anderen China zu beschäftigen. Ähnlich wie bei unseren US-amerikanischen "Zulieferern" gibt es reichlich weiterführende, lohnende Links. Denen zu folgen, können wir nur empfehlen. 

Zu Chinas Plänen passt auch der folgende Beitrag aus dem HANDELSBLATT über die Erfahrungen des deutschen Maschinenbauers Trumpf: "Gut ist in China gut genug". Er beschreibt, wo in den kommenden Jahren für deutsche Unternehmen die Reise hingeht: "China ist der wichtigste Markt für deutsche Maschinenbauer. Doch High-Tech „made in Germany“ reicht nicht mehr als Verkaufsargument. Viel häufiger ist in China inzwischen Mittelmaß gefragt – und die Produktion vor Ort." Mehr dazu hier. Was da beschrieben wird deckt sich weitgehend mit unserer Einschätzung, die wir im Blog schon mehrfach beschrieben haben. 


China's Great Wall of Credit Begins to Crumble 
(zerohedge.com) China’s credit-fueled bubble economy is falling to pieces before our very eyes. Between 2008 and 2013, China’s credit market increased from $9 trillion to an incredible $23 trillion. To give this number some perspective, China’s GDP is a little over $7 trillion. So China today has a credit market well north of 300% of its GDP. There is simply no other way to view this than as a bubble. Indeed, we see all of the clear signs of a bubble in the real estate markets today with countless ghost cities, massive empty malls, and other excess capacity. What’s truly stunning to witness however, is the fact that in spite of all of this expansion in credit, China’s GDP growth continues to fall. Read more...

Kommentar: Wir können einfach (noch) nicht die Finger von diesem Thema lassen. Was uns an nützlichen Informationen zur Verfügung steht, machen wir unseren LeserInnen in diesen Tagen zugänglich.  


The FT Goes There: "Demand Physical Gold" As One Day Paper Price Manipulation Will End "Catastrophically" 
(zerohedge.com) What have we done: after a series of reports in late 2012 in which we showed, with no ambiguity, that not only might the Bundesbank's offshore held gold be severely "diluted" (follow our 2012 exposes on German gold here, here, here, and here), but that on at least one occassion, the Fed and the Bank of England conspired against the Buba in returning subpar quality gold, the Bundesbank shocked everyone in early January 2013 when it announced it would repatriate 300 tons of gold helt in New York and all of its 374 tons of gold held in Paris. But convincing the Bundesbank to demand delivery was peanuts compared to changing the tune of the Financial Times - that bastion of fiat "money", and where the word gold is mocked and ridiculed, and those who see the daily improprieties in the gold market as nothing but "conspiracy theorists" - to say the magic words: "Learn from Buba and demand delivery for true price of gold", adding that "one day the ties that bind this pixelated gold may break, with potentially catastrophic results." In other words, precisely what we have been saying since the beginning. Welcome to the 'conspiracy theorist' club, boys. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Eine Beitrag, wie gemacht für die Gold-Jünger (und Bundesbank-Gold-Verschwörungsanhänger) unter unseren LeserInnen. Alle kommen auf ihre Kosten. Zum Thema Bundesbank-Gold gibt es an dieser Stelle Informationen, die sich nirgends in den deutschsprachigen Medien finden lassen. Die fassen diese Sache natürlich nur sehr, sehr zurückhaltend an. Einfach den Links folgen. 

Ergänzend dazu möchten wir noch auf einen anderen Beitrag hinweisen, der bei ZERO HEDGE erschienen ist: "The Big Reset, Part 2" beschäftigt sich mit "The War On Gold" und beantwortet wichtige Fragen rund ums Thema. Geschichtsunterricht (Links beachten!) inklusive. 


Wal-Mart streicht in den USA Tausende Stellen
(handelsblatt.com) Es ist der größte Stellenabbau bei Wal-Mart seit 2010: Der weltgrößte Einzelhändler baut in den USA rund 2.300 Stellen ab. Auch die Rivalen Macy's, J.C. Penny und Target kündigen Stellenstreichungen an. Mehr...

Kommentar: Noch ein untrüglicher Beweis dafür, dass es mit dem Verbrauchervertrauen und dem Konsum in den USA nicht so weit her ist, wie uns die deutschsprachigen Medien normalerweise gerne vormachen: Die Rede ist von einem "mauen Weihnachtsgeschäft". Ebenfalls von Stellenstreichungen betroffen sind die Beschäftigten bei Sears. Dort geht es, ebenso auch bei J.C. Penny, um die Schließung von Standorten. Es bleibt wohl ein ewiges Geheimnis der Statistiker, wie sie Monat für Monat die Daten einer Erholung aus dem Hut zaubern.