Montag, 27. Januar 2014

Standpunkt 867 - Nachrichten-Ticker, 26.01.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Nachdem nun die Große Koalition unter Dach und Fach ist, werden wir in den kommenden Wochen, die Feiertage eingeschlossen, unser Arbeitspensum erhöhen, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können.  Sicher ist bereits, dass der Koalitionsvertrag die schlimmsten Vorhaben nicht öffentlich macht. Trotzdem gibt es eine Menge Indizien dafür, wo die politische Reise der neuen Berliner Regierung unter der alten Chefin, der Eisernen Lady Kanzlerin Angela Merkel, rund um die Krise in Deutschland und Europa hingeht. Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – The Greatest Monetary Experiment (3 Beiträge) Ökonomen vs. Bundesbank – Rogoff wirbt für Schuldenschnitt in Europa - Reformiert Cameron Europa? Leben in den USA


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin. Heute hat offensichtlich auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, dem IWF-Vorschlag zugestimmt (hier).

Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem ist nicht zu helfen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv vorüber. Jetzt gilt es, dem Feind in die Augen zu schauen. Die Betroffenen scheinen das langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. 

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Interesse? E-mail genügt.


Citi Warns The Greatest Monetary Experiment In The History Of The World Is Being Wound Down
(zerohedge.com) As Citi's Tom Fitzpatrick, a number of local market currencies are increasingly coming under pressure and look likely to fall even further. Whether this will turn into a dynamic as severe as 1997-1998 in unclear; however, at minimum Citi believes the "change in course" by the Fed in December (guided since May) has become a "game changer" for the EM World. The greatest monetary experiment in the history of the World is being wound down. In a globally interlinked economy it would be "naïve" to believe that the big beneficiaries of this "monetary excess" in recent years would be immune to the "punch bowl" no longer being refilled constantly. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Für die "Zukunftsdenker" unter unseren LeserInnen. Allen anderen sagen wir: Macht euch keine Sorgen um den Euro, kümmert euch lieber um eure Ersparnisse, das ist dringender. 

Aber wir setzen gleich noch einen Beitrag obendrauf:  "How the Paper Money Experiment Will End", gerade auch erst bei ZERO HEDGE erschienen. Zum Einstieg: "A paper currency system contains the seeds of its own destruction. The temptation for the monopolist money producer to increase the money supply is almost irresistible. In such a system with a constantly increasing money supply and, as a consequence, constantly increasing prices, it does not make much sense to save in cash to purchase assets later. A better strategy, given this scenario, is to go into debt to purchase assets and pay back the debts later with a devalued currency. Moreover, it makes sense to purchase assets that can later be pledged as collateral to obtain further bank loans. A paper money system leads to excessive debt.
This is especially true of players that can expect that they will be bailed out with newly produced money such as big businesses, banks, and the government.
We are now in a situation that looks like a dead end for the paper money system. After the last cycle, governments have bailed out malinvestments in the private sector and boosted their public welfare spending. Deficits and debts skyrocketed. Central banks printed money to buy public debts (or accept them as collateral in loans to the banking system) in unprecedented amounts.
Interest rates were cut close to zero. Deficits remain large. No substantial real growth is in sight. At the same time banking systems and other financial players sit on large piles of public debt. A public default would immediately trigger the bankruptcy of the banking sector. Raising interest rates to more realistic levels or selling the assets purchased by the central bank would put into jeopardy the solvency of the banking sector, highly indebted companies, and the government. It looks like even the slowing down of money printing (now called “QE tapering”) could trigger a bankruptcy spiral. A drastic reduction of government spending and deficits does not seem very likely either, given the incentives for politicians in democracies.
So will money printing be a constant with interest rates close to zero until people lose their confidence in the paper currencies? Can the paper money system be maintained or will we necessarily get a hyperinflation sooner or later?"
Read more here.


Und noch einen: "We're Living Within A Money Bubble Of Epic Proportions", ein Stimmungsbild, gezeichnet von James Turk, gefunden bei ZERO HEDGE. Eine Leseprobe: "James Turk believes the time we live in now will be studied by future historians for generations to come. Just as we today marvel at the collective madness that resulted in the South Sea and Dutch tulip manias, our age will be known as the era when society lost sight of what money really is. And as result, the wrong kinds of wealth -- today, that's mostly financial assets -- are valued and pursued. And just like those bubbles from centuries ago, when the current asset boom goes bust, the value of paper wealth will vaporize." Read more here

Alle Beiträge sind bestens "links-präpariert". 


Ökonomen beerdigen die Prinzipien der Bundesbank
(welt.de) Während die USA und Japan massenhaft Geld ins Finanzsystem pumpen, hält EZB-Chef Mario Draghi die Europäer an der kurzen Leine. Noch. Denn der Druck auf die Währungshüter wird immer größer. Mehr...

Kommentar: Eine logische Folge einseitig ausgerichteter Geldpolitik rund um den Globus. Damit meinen wir nicht die Märchen vom notenbankfinanzierten Wirtschaftsaufschwung (Japan/USA/Großbritannien) oder den tollen neuen Jobs (USA), sondern die Maßnahmen zur Stabilisierung der weltweiten Finanzindustrie, exklusive China. Bisher hat die US-Notenbank auch große Teile der europäischen Banken regelmäßig mit frischem Geld versorgt. Da könnte bald schon eine Lücke entstehen, die von der EZB aufgefüllt werden muss. Dagegen kann sich auch die Bundesbank, als Interessenwahrerin der heimischen Banken, nicht stellen. Um zu den anderen aufzuschließen, ist noch viel Platz, wie diese Grafik zeigt: 

  
Die Politik hat in Europa auf ganzer Linie versagt und schaut diesem Treiben tatenlos zu. Demokratisch gewählte Hilflosigkeit nennen wir das. In den USA ist das ein bisschen anders, da bestimmt die Wall Street die Politik - selbst wenn der Präsident demokrat(isch gewählt) ist. 


"Ein Schuldenschnitt ist im deutschen Interesse"
(welt.de) Harvard-Starökonom Kenneth Rogoff glaubt, dass Europa und Japan die Welt positiv überraschen könnten. Und dass sich eine Entschuldung der Euro-Krisenländer auch für Deutschland lohnen könnte. Mehr...

Kommentar: Für einen Star am Ökonomen-Himmel ist da wenig Verwertbares dabei. Viel seichtes Blabla. Ähnlich aussagefähig wie der neue Ifo-Geschäftsklimaindex. Rogoff hat in diesen Tagen eine Mission. Die steht in dem gemeinsam mit Carmen Reinhart für den IWF verfassten Working Paper (hier). 


Wenn nicht jetzt, wann dann? 
(zeit.de) Großbritanniens Premier David Cameron hat die besten Reformideen für Europa. Angela Merkel sollte sich daran orientieren. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Den versagen wir. Stattdessen benutzen wir einen weiteren Artikel der ZEIT, der auf dieses Jubelwerk für den britischen Premierminister die passenden Antworten gibt: "Camerons Abrissbirne". Und gleich die richtige Frage stellt: "Ausgerechnet die Briten sollen gute Ideen zu Europa haben?" Weiter heißt es: "Ausgerechnet Cameron zum Schutzpatron einer reformierten und gestärkten EU auszurufen ist allerdings verwegen. Camerons Pläne könnten am Ende nämlich dazu führen, dass die EU nicht neu erstrahlt, sondern dass sie weggeputzt wird. Camerons Stichworte für eine erneuerte EU sind Liberalisierung und Flexibilisierung. Er möchte offensichtlich einen vollständig deregulierten Binnenmarkt und ansonsten nicht von der Union behelligt werden. Dem von ihm kritisierten One size fits all-Ansatz der EU, also einer gemeinsamen Integration, stellt er ein Europa à la carte gegenüber, in dem jeder an den Politikfeldern teilnimmt, die ihm behagen. Tatsächlich war die britische EU-Mitgliedschaft von Anfang an ein Missverständnis." Mehr hier. Stimmt! Außerdem: So lange Europa von einer großflächigen Bankenkrise betroffen ist, muss es unbedingt die Finger von neuen Experimenten lassen. Cameron will/muss sich zu Hause profilieren. Keine Idee ist ihm dafür zu radikal. Ihm sitzen die britischen Euro-Gegner auf der Pelle. Vor diesem Hintergrund sollte man keinen Bock (Cameron) zum (europäischen) Gärtner machen. Wir wünschen uns sehnlichst den Erfolg für die Euro-Gegner von der Insel und ein Referendum gleich dazu, mit dem der Austritt aus der EU beschlossen wird. Damit wäre ein mehr als 40 Jahre andauernder Fehler in Europa endlich korrigiert. Was wir nicht erwarten: Die Briten werden erwachsen, verschmerzen endlich den Verlust ihres Weltreiches und finden ihren Platz als funktionierendes Rädchen im europäischen Getriebe.

Quelle: presseurop.eu



The U.S. ranks 26th for life expectancy, right behind Slovenia
(washingtonpost.com) Back in the 1970s, Americans typically lived longer than residents of other countries. Not anymore: A new report out this morning from the OECD shows that the United States' average lifespan has fallen one year behind the international average, lower than Canada and Germany, more akin to the Czech Republic and Poland. This isn't to say our life expectancy has gone down: Quite the opposite: you can actually expect to live about eight years longer in the United States right now than you would have in 1970. But our life expectancy is growing a lot more slowly than other countries. Read more...

Kommentar: Nein, das kommentieren wir nicht. Wir zeigen nur einen der Charts aus diesem Beitrag: 


Ansonsten: Just for info.