Freitag, 28. Februar 2014

Standpunkt 889 - Nachrichten-Ticker, 24. & 25.02.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Leider ist es uns nicht gelungen, die Arbeiten an unserem neuen Dossier wie angekündigt noch im Januar abzuschließen. Selbst im Februar werden wir damit nicht fertig. Der Grund ist einfach: Mittlerweile arbeiten wir an der 3. Änderung und 4. Erweiterung. Der Grund: Dieses Update soll nicht einfach nur eine Fortschreibung der bisherigen Schwerpunkte sein, sondern die Ursachen und Folgen der Krise erläutern und bewerten, sowie die Vorschläge zum Abbau der Staatsschulden ausführlich beschreiben. Unser Dossier soll so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig sein, außerdem leicht verständlich geschrieben. Das erfordert Zeit. Dafür bitten wir um Verständnis. Das Warten lohnt sich auf jeden Fall. Versprochen. 

Das bedeutet aber auch, dass in diesen Tagen unser Nachrichten-Ticker nicht regelmäßig erscheint. Trotzdem bleiben wir am Ball und holen nach, was an Nachrichten erst einmal liegen bleibt. Garantiert. 


Tagesthemen: In eigener Sache – Banken contra Wirtschaft - Wachstum in Europa (4 Beiträge) Bankenkrise in Österreich Griechenland (3 Beiträge) – Neues aus Amerika


In eigener Sache
Nicht erst seit dem Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle regelmäßig daraufhin. Nun hat auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, ihre Sympathie für den IWF-Vorschlag entdeckt (hier).

Jetzt heißt es endlich aufzuwachen und dem Feind in die Augen zu schauen. Einige der betroffenen 99% scheinen das so langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail.


Banken essen Wirtschaft auf
(project-syndicate.org)  Der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, überraschte sein Publikum auf einer Konferenz Ende letzten Jahres mit  Spekulationen, wonach die Aktiva der Banken in London bis 2050 auf das Neunfache des britischen BIPs anwachsen könnten.  Seine Prognose stellte eine einfache Extrapolation zweier Trends dar: die weltweit anhaltende Vertiefung des Finanzsektors (also schnelleres Wachstum der Finanzanlagen als der Realwirtschaft) und die Erhaltung des Londoner Anteils am globalen Finanzgeschäft.
Dabei handelt es sich vielleicht um vernünftige Annahmen, dennoch war die Einschätzung für viele zutiefst beunruhigend. Ein riesiges einheimisches Finanzzentrum und überdimensionale nationale Banken können den Steuerzahlern teuer zu stehen kommen. In Island und Irland entwuchsen die Banken den Möglichkeiten der Regierungen, sie im Notfall zu unterstützen. Das Ergebnis war desaströs.  
Ganz abgesehen von den möglichen Kosten einer Rettung argumentieren manche, dass die Hypertrophie des Finanzwesens der Realwirtschaft schadet, weil dadurch qualifizierte Arbeitskräfte und Ressourcen abgezogen werden, die man anderswo besser einsetzen könnte. Doch Carney argumentiert, dass der Rest der britischen Ökonomie sehr wohl davon profitiert, in seiner Mitte über ein globales Finanzzentrum zu verfügen.  "Die Position im Mittelpunkt des globalen Finanzsystems", so Carney, "erweitert die Investitionschancen für Institutionen, die sich um die britischen Ersparnisse kümmern und stärkt die Möglichkeiten der britischen Fertigungs- und Kreativwirtschaft im globalen Wettbewerb". 

Diese Annahme ist natürlich das Fundament, auf dem der Londoner Markt gründet und auch die Argumentation, die aufeinanderfolgende Regierungen vertreten haben. Doch sie gerät zunehmend in die Kritik. Mehr...

Kommentar: Unverdrossen rühren die führenden Köpfe der Finanzindustrie - die Notenbanken gehören definitiv dazu! - weiter die Werbetrommel für den von ihnen erfundenen Finanzkapitalismus als Gegenspieler des Realkapitalismus. Ganz so, als wäre die Finanzkrise nicht passiert, bzw. bereits erfolgreich beendet. Tatsächlich steht uns der Kollaps noch bevor. Die Welt befindet sich in einer Krisen-Sackgasse, immer noch unterwegs in die falsche Richtung. Umzukehren ist offensichtlich keine Option. Der Super-GAU zwanghaft eingeplant. 

Mark Carney ist ein Gaul aus dem Stall von Goldman Sachs. Er gehört zu denen, die der US-amerikanische Wirtschafts-Professor L. Randall Wray als "Füchse der Wall Street" bezeichnet die sich überall eingenistet haben, in der Obama-Administration, das US-Finanzministerium führen, die New York Fed und sind an den Stellen stark vertreten, von denen die Wall Street beaufsichtigt wird. In Europa ist der wichtigste Mann von Goldman Sachs, neben Carney, sicherlich der Chef der EZB, Mario Draghi. Die Füchse bewachen den Hühnerstall. 

Sie diktieren die Politik, ignorieren Verfassungen, Gesetze, demokratische Strukturen. Die dienen alle nur als Mittel zum Zweck. Der heißt "Geld regiert die Welt". 

Der österreichische Ökonom Stefan Schulmeister hat sich in vielen Analysen mit dieser Entwicklung beschäftigt. Hervorzuheben wäre in diesem Zusammenhang der Beitrag "Der Finanzkapitalismus, die Wachstumskrise und das Europäische Modell" (hier). Darin hat er u. a. die Unterschiede zwischen Real- und Finanzkapitalismus herausgearbeitet und in einer Übersicht zusammengefaßt: 



Bemerkenswert finden wir in jedem Fall die Rolle der Notenbanken im System des Finanzkapitalismus. Deren Aufgabe beschränkt sich zweifellos nur noch darauf die Interessen der Finanzindustrie zu wahren, sonst nichts. Eine These, die wir schon lange vertreten. Diese Entwicklung gibt in absehbarer Zeit dem kapitalistischen System den Rest. Natürlich nicht, ohne vorher noch die Umverteilung der Vermögen in ihre alleinigen Hände finalisiert zu haben. Diese finale Umverteilung ist seit 2008 voll im Gange. Jedes Rettungspaket und jedes Spardiktat in Europa sind ein Steinchen auf dem Weg dahin. Davor ist niemand gefeit. 

Auf diese Entwicklung geht der Autor des aktuellen Beitrags, Howard Davies, nicht ein. Er beschreibt die Folgen für die britische Realwirtschaft. Sein Fazit: "Sollten nun also die Briten der von Carney skizzierten Zukunft enthusiastisch entgegensehen? Ambitionierte Derivatehändler werden ihre Karriereaussichten bestimmt zuversichtlicher beurteilen. Und andere Teile der Ökonomie, die ihre Dienstleistungen dem Finanzsektor anbieten – wie Porschehändler oder Striplokale, zum Beispiel – werden wohl ähnlich hoffnungsfroh in die Zukunft blicken. Wenn jedoch der Finanzsektor weiterhin eine unverhältnismäßig hohe Zahl der klügsten und hellsten Köpfe aufnimmt, ist bis 2050 möglicherweise nur mehr wenig von der britischen Fertigungsbranche übrig und es könnte sogar weniger High-Tech-Firmen als heute geben. Wer wirtschaftliche Ungleichgewichte und die übermäßige Abhängigkeit von einem volatilen Finanzsektor mit Sorge betrachtet, wird bestimmt hoffen, dass sich dieser Aspekt der 'Forward Guidance' der BoE als ebenso unzuverlässig herausstellt wie ihre Prognosen hinsichtlich der Arbeitslosigkeit." 

Davies nimmt Bezug auf zwei Untersuchungen, auf die wir unsere LeserInnen an dieser Stelle ausdrücklich hinweisen möchten. Die eine heißt "The Growth of Modern Finance" und stammt von Robin Greenwood und David Scharfstein, beide Harvard Business School (hier). Die andere stammt von Stephen G. Cecchetti und Enisse Kharroubi von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel: "Why does financial sector growth crowd out real economic growth?" (hier). Die Ergebnisse der beiden Arbeiten stehen im Gegensatz zu den Behauptungen von Carney, was aber auch nicht wirklich überrascht. 


Jetzt kehrt das Wachstum nach ganz Europa zurück
(welt.de) EU-Kommissar Olli Rehn sieht das Wachstum zurück in der Euro-Zone und hebt die Konjunkturprognose an. Einen leichteren Job hat er dadurch aber nicht. Er fürchtet, dass die Länder das Sparen beenden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wachstum? Nicht vergessen, im Mai sind Europa-Wahlen. Bis dahin muss die Mär vom Krisenende kräftig aufpoliert werden. Nicht nur Papier, auch Statistikzahlen sind ganz besonders geduldig. Wir bleiben gelassen und warten weiter geduldig auf die Wirklichkeit. Die folgende Grafik gibt wenig Anlass zur Zuversicht: 


Wenig Anlass zur Freude gibt auch der Beitrag "The Economic Roadmap Ahead: 'It Isn't That Complicated'" bei ZERO HEDGE (hier). Oder dieser hier: "The Pig In The Python Is About To Be Expelled": A Walk Thru Of China's Hard Landing, And The Upcoming Global HarderReset", randvoll mit Charts und Informationen, die Olli Rehn fleissig ignoriert. Markus Gärtner meldet auf seinem Blog: "Der Erdrutsch an Chinas Immobilienmarkt hat begonnen" (hier). Sicher ist das nur ein schleichender Prozess, in den Peking immer wieder eingreifen wird. Nur, wie in diesem Umfeld nennenswertes Wirtschaftswachstum entstehen soll, ist uns schleicherhaft. 


Österreich: US-Bank warnt vor Folgen für Europa bei Hypo-Insolvenz
(derstandard.at) Eine Gläubigerbeteiligung hätte europaweit negative Auswirkungen, so ein Report von Bank of America. Sie sieht den Staat in der Pflicht. Mehr... 

Kommentar: Die Finanzkapitalisten melden sich zu Wort. Offensichtlich besteht ein großes Interesse daran, den österreichischen Steuerzahlern die Verluste dieser Pleitebank unterzuschieben - und damit hauptsächlich deutsche Banken vor neuen Schwierigkeiten zu bewahren. Das offen zu fordern ist ein Novum in Europa. Das ist nur die Spitze des Eisbergs...


Griechenland: Es gibt kein Gesundheitssystem mehr! 
(griechenland-blog.gr) Fast jeder dritte Bürger in Griechenland hat keine Krankenversicherung mehr und ist von dem öffentlichen Gesundheitssystem ausgeschlossen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Statt zu kommentieren möchten wir unsere LeserInnen auf zwei Beiträge hinweisen, die gerade bei HEISE-TELEPOLIS erschienen sind. Es handelt sich um ein zweiteiliges Interview mit dem ORF-Journalisten Christian Rathner zur Wirtschaftskrise in Griechenland. Teil 1 trägt die Überschrift "Wenn du nicht vernünftig wirst, vererbe ich dir das Haus!" (hier).  Teil 2 heißt  "Es ist kein Geheimnis, dass aufgrund der Krise längst Menschen sterben" (hier). Unbedingt lesenswert.


10 Stories From The Cold, Hard Streets Of America That Will Break Your Heart
(zerohedge.com) If the economy is really "getting better", then why have millions upon millions of formerly middle class Americans been pushed to the point of utter despair? The stories that you are about to read are absolutely heartbreaking. I don't know how anyone can read them without getting chills. In America today, if you lose a good job, there is a good chance that you will get back on your feet before too long. But there is also a good chance that you won't be able to find a decent job and will plunge into the abyss of depression and desperation that so many millions of other Americans have fallen into. As I wrote about earlier this month, the U.S. economy is definitely not getting any better. For example, if you assume that the percentage of Americans that want to work is about at the long term average, then the official unemployment rate in the United States would be above 11 percent. And compared to six years ago, 1,154,000 fewer Americans are working today even though our population has gotten significantly larger since then.  Behind all of these numbers are real flesh and blood people, and you are about to hear from some of them. The following are 10 stories from the cold, hard streets of America that will break your heart... Read more... 

Kommentar: Nein, kein Kommentar (mehr). Nur eine dazu passende Karikatur: 
Quelle: washtimes.com

Donnerstag, 27. Februar 2014

Standpunkt 888 - Nachrichten-Ticker, 22. & 23.02.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Leider ist es uns nicht gelungen, die Arbeiten an unserem neuen Dossier wie angekündigt noch im Januar abzuschließen. Selbst im Februar werden wir damit nicht fertig. Der Grund ist einfach: Mittlerweile arbeiten wir an der 3. Änderung und 4. Erweiterung. Der Grund: Dieses Update soll nicht einfach nur eine Fortschreibung der bisherigen Schwerpunkte sein, sondern die Ursachen und Folgen der Krise erläutern und bewerten, sowie die Vorschläge zum Abbau der Staatsschulden ausführlich beschreiben. Unser Dossier soll so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig sein, außerdem leicht verständlich geschrieben. Das erfordert Zeit. Dafür bitten wir um Verständnis. Das Warten lohnt sich auf jeden Fall. Versprochen. 

Das bedeutet aber auch, dass in diesen Tagen unser Nachrichten-Ticker nicht regelmäßig erscheint. Trotzdem bleiben wir am Ball und holen nach, was an Nachrichten erst einmal liegen bleibt. Garantiert. 


Tagesthemen: In eigener Sache – Konjunkturwunder Deutschland - Finanzreform Dank an Island Dänemark – Australien geht es gut?


In eigener Sache
Nicht erst seit dem Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle regelmäßig daraufhin. Nun hat auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, ihre Sympathie für den IWF-Vorschlag entdeckt (hier).

Jetzt heißt es endlich aufzuwachen und dem Feind in die Augen zu schauen. Einige der betroffenen 99% scheinen das so langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail.


Krisenfeste Konjunktur: Der deutsche Teflon-Aufschwung
(manager-magazin.de) Staatskrise in der Ukraine, Turbulenzen in Schwellenländern, nachlassendes Wachstum in China - der deutschen Konjunktur kann all das bislang wenig anhaben. Viel wichtiger für die Bundesrepublik sind die weiteren Pläne der EZB. Mehr...

Kommentar: Ein Traum, ein schöner Traum... und viel Propaganda der Schönschreiberlinge: "Deutschland erfreut sich derzeit eines neuen Konjunkturmusters, das sich in den offiziellen Zahlen bislang nicht vollständig widerspiegelt. Nicht mehr der Export trägt das Wachstum - bereits im vorigen Jahr schwächte sich die außenwirtschaftliche Dynamik ab -, sondern die Binnenwirtschaft (...)." Bitter wird es, wenn dieser Traum demnächst wie eine Seifenblase platzt. Das sorgt dann für Katerstimmung. 

Wir haben gestern den Beitrag "Wachstum auf Auslandskosten" von Tomasz Konicz vorgestellt und kommentiert (hier). Zufällig sind wir in unserem Archiv zu diesem Thema noch einmal fündig geworden. Was wir gefunden haben, paßt auch zu dem heutigen Beitrag. MASKENFALL hat Anfang November 2013 die Folgen des deutschen Erfolgsmodells beschrieben: "In Zahlen: Exportüberschüsse gegenüber der Eurozone". Damals spielten die US-amerikanischen Vorwürfe gegen die deutschen Exporte in der öffentlichen Diskussion eine große Rolle. In dem Beitrag heißt es dazu: "Deshalb folgen nun zur  Aufklärung einige  Daten der  Bundesbank  zu den  Exportüberschüssen Deutschlands: 


Es ist sehr leicht zu erkennen, dass die Eurozone eine dominante Rolle bei der Entstehung der Exportüberschüsse Deutschlands, die auf Lohnzurückhaltung beruhen, spielt. Dies entspricht aufgrund des fehlenden Wechselkursmechanismus seit spätestens 1999 auch der Erwartung. In den jeweiligen   Jahren   von   1999   bis   2011  beträgt  der  Anteil der über die Euroländer hervorgerufenen Exportüberschüsse Deutschlands durchgehend über 50%. 2012 und 2013  hat sich dieser Anteil auf ungefähr 1/3 reduziert, beträgt aber immer noch mit mehr als 50 Mrd. Euro annähernd soviel wie 2002/2003. Anders als vielfach behauptet, ist hier – über die Betrachtung des Rückgangs der Überschüsse gegenüber der Eurozone allein – weder eine angebliche Erholung der sogenannten Euro-Peripherie (Spanien, Portugal, etc.), noch ein deutlicher Rückgang der von Deutschlands verursachten wirtschaftlichen Schädigungen   durch  den Abzug von Weltmarktnachfrage, abzuleiten. Im Gegenteil: Der Druck, Sparprogramme durchzusetzen, speist sich unter anderem aus den Exportdefiziten der Vergangenheit, werden diese durchgesetzt führt der  darauf folgende  Binnennachfrageeinbruch zu einem Rückgang der  Defizite.  Des Weiteren verringert sich zur Zeit weiterhin aufgrund der geringen deutschen Lohnabschlüsse beispielsweise die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs gegenüber Deutschland, sodass Deutschland  vermutlich Weltmarktanteile   von  Frankreich  übernommen  hat und  so   in  der  Lage   ist,   Verluste  bei   den Überschüssen wieder auszugleichen. Den Teil Schuldenlast der Eurozone, für den Deutschland verantwortlich ist, lässt sich durch die seit 1999 kumulierten Exportüberschüsse illustrieren: 


Im Verlauf der Währungsunion war die Eurozone insgesamt mit über 1 Billion Euro am stärksten von Exportdefiziten gegenüber Deutschland, die insgesamt über 2 Billionen Euro ausmachen, betroffen. Es folgen die restlichen EU-Staaten mit zusätzlichen 600 Mrd. Euro und 400 Mrd. Euro Überschüsse, die Deutschland gegenüber der restlichen Welt angehäuft hat. Die Verschuldung, die Deutschland gegenüber dem Nicht-EU Ausland verursacht, ist  bisher also insgesamt deutlich geringer als jene gegenüber der Eurozone." Mehr dazu hier. Dort gibt es auch noch weiterführende Links, die sich lohnen. 


Großbanken wollen nicht noch mehr reguliert werden
(faz.net)  Die Weltfinanzelite kommt in Sydney zusammen: Finanzminister und Zentralbank-Bosse streiten um die richtige Weltwirtschaftspolitik. Führende Banker drängen darauf, nicht noch mehr Regeln für sie zu beschließen. Mehr...

Kommentar: Ein schlechter Witz. Dieses nichtsnutzige Pack droht ganz offen mit einer neuen Krise: "Gary Cohn, geschäftsführender Vorstand der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs warnte beispielsweise, die Anstrengungen, die Risiken im Bankgeschäft durch schärfere Regeln zu mindern, lassen 'im Endeffekt schon die nächste Krise erahnen'. Cohn fuhr fort: 'Wenn wir weiterhin in einer Welt leben, in der Sicherheit und Zuverlässigkeit und Unerschütterlichkeit der Banken alles andere überragen, Wachstum überragen und Liquidität überragen, dann werden wir erfahren, wie Schattenbanken wachsen und wachsen. Bis sie das nächste große Problem werden oder bis (der Mangel an) Liquidität die nächste Krise erzeugen wird.'" Wir bleiben bei unserer schon früher geäußerten Forderung: Diese Leute gehören zur Verantwortung gezogen. Vor einem internationalen Finanzverbrecher-Tribunal und anschließend für viele Jahre in den Knast. Da gehören die nämlich hin. Vielleicht besteht dann die Chance, dass sie ihre vorlaute Klappe nicht so weit aufreißen. 

Fakt ist, es gibt keine Regeln für die Banken: "Sogar die äußerst schwache Dodd-Frank-Reform wird niemals implementiert werden. Die größten Institutionen wurden noch größer und sie tun das, was sie in 2007 taten." Wir zitieren  L. Randall Wray, Wirtschafts-Professor an der Universität von Missouri-Kansas City, aus dem Beitrag "Neue Krise - was gelernt? von TIMEPATTERNANALYSIS. Und er wird noch deutlicher: "Washington hat nichts gegen Wall Street unternommen. Schlimmer: Die Füchse der Wall Street haben sich überall in der Obama-Administration eingenistet, sie führen das Finanzministerium, die New York Fed und sind stark vertreten in jeder Stelle, die Aufsichtsgewalt über Wall Street hat. So lange Wall Street für 40% der Unternehmensgewinne gut ist, ist da das Geld. Und Washington funktioniert nur mit Geld. So lange die Füchse das Hühnerhaus bewachen, können die Chefs der größten Banken ungestört walten und schalten." Mehr dazu hier.

Zweiflern empfehlen wir außerdem den Beitrag von Anat Admati in der Schweizer HANDELSZEITUNG: "Fünf Jahre Nicht-Reform". Die US-Professorin für Wirtschaftswissenschaften erklärt darin u. a. anschaulich "die Gefahren der Basel-III-Regeln sind offensichtlich". Mehr hier.


Island verzichtet endgültig auf EU-Beitritt
(n-tv.de) Der EU-Beitritt Islands ist vom Tisch. Die ohnehin schon lange unterbrochenen Verhandlungen sollen nicht weitergeführt werden. Zwar gibt es zwischen Island und Brüssel Streitpunkte, ein Beitritt könnte jedoch eventuell der wirtschaftlichen Stabilität dienen. Mehr...

Kommentar: 1000 Dank nach Reykjavik. Es gibt schon genug Fußkranke in der EU. Wahrscheinlich ist diese Entscheidung aber nur der Einsicht geschuldet, dass Großbritannien und die Niederlande einem Beitritt wohl kaum zugestimmt hätten - solange die Isländer die Milliarden-Schulden aus ihren Bankenpleiten bei Millionen Briten und Niederländern nicht bezahlen. 


Dänische Regierung will der Euro-Zone beitreten
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die dänische Ministerpräsidentin Thorning-Schmidt hält an einem Beitritt ihres Landes zur Eurozone fest. Doch die Mehrheit der Dänen ist gegen den Euro. Daher will Thorning-Schmidt mit einem erneuten Referendum warten, bis die Euro-Krise vorbei ist. Mehr...

Kommentar: Das trifft sich gut. Dänemark steckt in ernsten Schwierigkeiten (Immobilien- und Bankenkrise). Da können die Dänen zeigen, wie gut sie damit alleine klarkommen. 


Australien: Ein kurzer Blick nach Down Under
(querschuesse.de) In der deutschen Öffentlichkeit und deutschen Medien spielt Down Under in der Regel keine Rolle, wenn nicht gerade mal wieder weite Landstriche wahlweise unter Wasser oder in Flammen stehen. Gönnen wir uns einen kurzen Überblick über die makroökonomische Entwicklung Australiens. Mehr...

Kommentar: Wir haben schon mehrfach von Problemen in Australien berichtet. Erstmals im August 2011 (hier). Dieser Beitrag von Steffen Bogs zeichnet dagegen tendenziell ein positives Bild: "Das war nur ein sehr grober Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung Australiens, der sicherlich kein vollumfängliches Urteil über Australien, seine Wirtschaft und die Wirtschaftspolitik dort erlaubt – gerade über die Umweltaspekte des Rohstoffbooms könnte man sicherlich noch allerlei schreiben. Was man aber sagen kann ist, dass das Land in Sachen Investitionstätigkeit und Industrieproduktion sehr gut dasteht, gerade im Vergleich zu den meisten europäischen Volkswirtschaften. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich seit geraumer Zeit klar in die falsche Richtung, aber noch kann man hier nicht von einer dramatischen Lage sprechen. Klar kritisch zu beurteilen sind hingegen die Leistungsbilanz und die Auslandsvermögensposition und natürlich die rasant steigenden Immobilienpreise."  Wir haben Zeit und warten ab. Kaum vorstellbar, dass Australien von der Krise vergessen wird.


Mittwoch, 26. Februar 2014

Standpunkt 887 - Nachrichten-Ticker, 20. & 21.02.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Leider ist es uns nicht gelungen, die Arbeiten an unserem neuen Dossier wie angekündigt noch im Januar abzuschließen. Selbst im Februar werden wir damit nicht fertig. Der Grund ist einfach: Mittlerweile arbeiten wir an der 3. Änderung und 4. Erweiterung. Der Grund: Dieses Update soll nicht einfach nur eine Fortschreibung der bisherigen Schwerpunkte sein, sondern die Ursachen und Folgen der Krise erläutern und bewerten, sowie die Vorschläge zum Abbau der Staatsschulden ausführlich beschreiben. Unser Dossier soll so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig sein, außerdem leicht verständlich geschrieben. Das erfordert Zeit. Dafür bitten wir um Verständnis. Das Warten lohnt sich auf jeden Fall. Versprochen. 

Das bedeutet aber auch, dass in diesen Tagen unser Nachrichten-Ticker nicht regelmäßig erscheint. Trotzdem bleiben wir am Ball und holen nach, was an Nachrichten erst einmal liegen bleibt. Garantiert. 


Tagesthemen: In eigener Sache – Exportwunder Deutschland (2 Beiträge) - Verbrauchervertrauen in Europa Michael Hudson erklärt die Krisen-Welt Schwellenländer – China Catarpillar und die Weltwirtschaft – Psychogramm eines Wall Street-Traders


In eigener Sache
Nicht erst seit dem Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle regelmäßig daraufhin. Nun hat auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, ihre Sympathie für den IWF-Vorschlag entdeckt (hier).

Jetzt heißt es endlich aufzuwachen und dem Feind in die Augen zu schauen. Einige der betroffenen 99% scheinen das so langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail.


Wachstum auf Auslandskosten
(konicz.info) Wir sind mal wieder wer – und zwar Exportüberschussweltmeister. Seit einigen Jahren schon hat es sich in der Wirtschaftspresse eingebürgert, die alljährlichen Handelsbilanzüberschüsse der Bundesrepublik überschwänglich zu feiern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kletterte der deutsche Exportüberschuss im vergangenen Jahr auf den Rekordwert von 198,9 Milliarden Euro. Damit wurde die weltgrößte Handelsnation, die Volksrepublik China, eindeutig auf die Plätze verweisen, deren Überschuss sich auf 195 Milliarden US-Dollar summierte.
Während die EU-Kommission diesen extremen Überschuss einer eingehenden Prüfung unterzieht und insbesondere die US-Administration ihre andauernde Kritik an der deutschen Exportfixierung bestätigt sehen dürfte, weisen deutsche Wirtschaftsvertreter jedwede Kritik zurück. Volker Treier, Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, behauptete kürzlich, dass die Exportüberschüsse nicht "politisch angeordnet" seien, sondern einen "Ausweis der Leistungsfähigkeit unserer Volkswirtschaft" darstellten: "Weder manipulieren wir den Wechselkurs, noch subventionieren wir unsere Exporteure, damit sie ihre Waren anderswo billiger anbieten können."
Selbst deutschen Wirtschaftsvertretern gelingt es selten, die ökonomische Realität so dermaßen auf den Kopf zu stellen. Die politischen Programme, die diese extreme Exportausrichtung der Bundesrepublik forcierten, wurden unter den Namen Agenda 2010 und Hartz IV bekannt, die Subventionierung der deutschen Exporte erfolgte durch den hieraus resultierenden Lohnkahlschlag und die Etablierung des europaweit größten prekären Niedriglohnsektors. Und es ist kein Zufall, dass diese innerdeutsche Verelendungsstrategie zeitgleich mit der Einführung des – in Relation zur deutschen Wirtschaftsleistung gnadenlos unterbewerteten – Euro eingeleitet wurde. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Stur bleibt Deutschland in seiner Exportfalle sitzen. Konicz beschreibt in dieser Analyse in wenigen Sätzen treffend das deutsche Dilemma. Die folgenden beiden Grafiken gehören nicht zu diesem Beitrag, unterstreichen jedoch im Wesentlichen Konicz' Aussagen: 




Quelle: nachdenkseiten.de


Sein Fazit ist leicht nachzuvollziehen: "Doch inzwischen stößt dieser Neomerkantilismus, der Wirtschaftswachstum im Endeffekt durch einen "Verschuldungsexport" generiert, trotz einer partiellen Neuausrichtung auf das außereuropäische Ausland (Fernost und USA) an seine Grenzen. Die innere Erschöpfung des Modells Deutschland kommt in der langfristig sinkenden Investitionstätigkeit zum Ausdruck, die sich seit Anfang der 1990er Jahre auf inzwischen nur noch sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes halbierte. Die systemischen Grenzen manifestieren sich in der erlahmenden Wachstumsdynamik, die – nach 0,7 Prozent 2012 – auf nur noch 0,4 Prozent absackte. Die Überproduktionskrise des spätkapitalistischen Weltsystems wird somit auch den Exportüberschussweltmeister Deutschland einholen, der bisher die Krisenfolgen vermittels seiner Überschüsse und des europaweiten Spardiktats auf das Ausland abwälzen konnte." 

Ende 2012 hat sich Tomasz Konicz bei HEISE-TELEPOLIS in dem Beitrag "Der Exportüberschussweltmeister" sehr viel ausführlicher mit diesem Thema beschäftigt. Alle, die sich mit diesem deutschen Exportmodell vertiefend beschäftigen möchten, finden dort reichlich Gedankenfutter. Wer bis zum Ende durchhält, muss sich wahrscheinlich von einigen Vorurteilen verabschieden, die der Vorspann bereits andeutet: "Das exportfixierte deutsche Wirtschaftsmodell kann nicht ohne die Verschuldungsprozesse im Ausland funktionieren, die in der deutschen Öffentlichkeit so vehement kritisiert werden." Dazu gibt es weiterführende, lohnende Links, die den Beitrag ergänzen. Das Fazit kommt auf den Punkt: "Eine ähnliche exportfixierte Politik, die zusätzlich mit massivem Protektionismus einherging, verfolgten die meisten Industriestaaten während der großen Depression der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Innerhalb der Wirtschaftswissenschaft herrscht heutzutage weitgehende Einigkeit darüber, dass diese Politik zur Vertiefung der damaligen Systemkrise beigetragen hat. Damals etablierte sich im angelsächsischen Raum die Redewendung 'Beggar thy neighbour' ('Ruinier deinen Nachbarn') für solche wirtschaftspolitischen Strategien, bei denen die Widersprüche einer schweren kapitalistischen Systemkrise 'exportiert' werden. Deutschlands Wirtschaftskurs des 'Beggar thy neighbour' ist gerade deswegen so effektiv, weil keine anderen relevanten Staaten eine ähnliche aggressive Forcierung der Exportüberschüsse betreiben.
Letztendlich stellt sich somit die Frage, wieso ausgerechnet in Deutschland, dessen Exportindustrie von der Schuldenmacherei anderer Länder besonders profitierte, die öffentliche Empörung wegen dieses Schuldenturmbaus so vehement vernehmbar ist. Wieso kritisiert beispielsweise Schäuble die amerikanische Verschuldungsdynamik so lautstark, während die deutschen Exporteure gerade dank dieser Verschuldungsdynamik neue Exportüberschussrekorde gegenüber den USA erwirtschaften? 

Diese Absurdität der deutschen Krisenideologie hat keinen rationellen Kern, sie kann wohl nur aus einer ideologiekritischen Position heraus erhellt werden: So wie die deutsche Industrie die Widersprüche der gegenwärtigen kapitalistischen Systemkrise exportiert, werden in der korrespondierenden Ideologie die Ursachen der Krise ins Ausland exportiert. So erscheinen in der veröffentlichen Meinung gerade diejenigen Schuldenstaaten als die für die Krise anscheinend verantwortlichen Sündenböcke, die mit ihrer Defizitbildung die deutschen Exportüberschüsse erst ermöglichen." Mehr hier


European Consumer Confidence Plunges; Misses By Most In 30 Months
(zerohedge.com) Despite record low yields on sovereign bonds, record high stock prices, and a political elite proclaiming it's all shits and giggles from here... it seems record unemployment, record suicide rates, record bad loans, and record low credit creation were finally enough to trump the 'wealth effect' exuberance that European consumer confidence has envisaged in recent months. This is the biggest drop in confidence in 18 months and the biggest miss since Aug 2011. Read more...

Kommentar: Da müssen wir nichts kommentieren, die Entwicklung spricht für sich: Europa ist noch lange nicht über den Berg. Der folgende Chart stammt aus dem Beitrag:




Monopoly’s Poster Children
(michael-hudson.com) This the first installment of our "Alternative Voices" series where we talk to people who give us different perspectives on everything from economics, to politics, to culture.
Today we’re joined by Professor Michael Hudson. He’s a research professor of economics at the University of Missouri in Kansas City. He’s also the author of "The Bubble and Beyond" which is his latest book, and "Super Imperialism: The Economic Strategy of American Empire". He talks about austerity in Ireland, how US economic policy has affected Ireland, Europe and the rest of the world as well as how the various political parties in Ireland have mishandled the economic crisis. Read more...


Kommentar: Noch ein Beitrag, randvoll mit Hintergrundwissen. Michael Hudson ist ein "Linker" unter den Ökonomen, dementsprechend fallen seine Antworten aus. Hervorragend. Bestens geeignet für alle, die sich eine eigene Meinung zu den Dingen bilden wollen. Hudson liefert dazu reichlich Anregungen, die auch in Sachen Wirtschaft durchschnittlich Gebildete verstehen.


Übertreibungen bei den Schwellenländern
(project-syndicate.org) Bis vor kurzem wurden die so genannten Übergänge von Ländern "hin zu mittleren Einkommen" größtenteils ignoriert – teilweise deshalb, weil das, was ein Übergang sein sollte, oft zur Falle wurde. Einige Volkswirtschaften in Asien – insbesondere Japan, Südkorea und Taiwan – segelten direkt weiter zu hohen Einkommen mit relativ hohen Wachstumsraten. Aber die große Mehrheit der Volkswirtschaften verlangsamten sich, nachdem sie im Bereich mittleren Einkommens angekommen waren, oder stellten das Pro-Kopf-Wachstum völlig ein.
Heute gibt es für Investoren, Politiker und Unternehmen mehrere Gründe, diesen Übergängen viel mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Erstens hat China, mit einem BIP in der Höhe desjenigen aller anderen BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien und Südafrika) plus Indonesien und Mexiko zusammen, die Messlatte deutlich höher gelegt. Anhaltendes Wachstum in China oder dessen Abwesenheit hat einen deutlichen Effekt auf andere Schwellenländer – ebenso wie auf die Industriestaaten.
Zweitens sind die Industrieländer aus dem Gleichgewicht geraten. Sie wachsen deutlich weniger als potenziell möglich, und ihre Aussichten auf schnelleres Wachstum in den nächsten fünf Jahren sind unterschiedlich, aber generell begrenzt. Im Gegensatz dazu stellen die Schwellenländer angesichts ihres höheren Wachstumspotenzials große zu erschließende Märkte dar.

Drittens hat sich eine Mehrheit dieser großen Schwellenvolkswirtschaften (Indonesien, Brasilien, Russland, die Türkei, Argentinien, aber nicht China) zur Finanzierung wachstumsfördernder Investitionen anstatt auf Inlandsersparnisse fahrlässig auf hohe Zuflüsse ungewöhnlich billigen ausländischen Kapitals verlassen. Als Ergebnis haben sich ihre Leistungsbilanzen in der Zeit nach der Krise verschlechtert.
Jetzt, angesichts beginnender Straffung der Geldpolitik in den Industriestaaten, fließt das importierte Kapital auf etwas panische Weise wieder ab und drückt die Wechselkurse nach unten sowie die Inlandspreise nach oben. Die Anpassung, die jetzt stattfindet, erfordert echte Reformen und das Ersetzen billigen externen Kapitals durch inlandsfinanzierte Investitionen. Mehr...


Kommentar: Dem Autor dieses Beitrags, Michael Spence, fällt es schon schwerer zu folgen. Spence unternimmt den Versuch, hauptsächlich am Beispiel China die sich abzeichnende Krise der Schwellenländer zu relativieren und die damit verbundenen Risiken zu begrenzen. Bei uns hat er damit keinen Erfolg - zu schwammig sind seine Argumente: "Chinas Herausforderungen sind landesspezifisch und unterscheiden sich von denen der anderen Schwellenländer. Der erforderliche Strukturwandel ist riesig, und die Ungleichgewichte sind real. Aber China verfügt über eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz, erhebliche Ressourcen und Erfahrung, eine starke Führung und ein ehrgeiziges, umfassendes sowie gut gezieltes Reformprogramm. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass die meisten Schwellenländer, einschließlich China, eine vorübergehende Wachstumsverlangsamung erfahren, aber von geldpolitischen Änderungen des Westens nicht aus der Bahn geworfen werden. Im Laufe des kommenden Jahres sollten sie dann zu hohen Wachstumsraten zurückfinden. In jedem Land gibt es interne und externe Abwärtsrisiken, die nicht ignoriert werden können und sollten, und die Anpassung wird durch die Volatilität internationaler Kapitalströme erschwert. Das Problem besteht heute darin, dass diese Abwärtsrisiken zur Konsensvorhersage werden. Dies scheint mir fehlgeleitet zu sein – und eine schlechte Entscheidungsbasis für Investitionen und Politik."   


This is China's secret "financial weapon." The launch date is closer than you think.  
(thecrux.com) China could shock the world this spring... Of course, the communist government is extremely secretive. But all the evidence I have indicates that they are planning to unveil a massive secret. And this secret could reshape the world's financial system. Read more...

Kommentar: Offensichtlich ein Hardliner unter den Krisenpropheten, dessen Ansichten wir unseren LeserInnen nicht vorenthalten wollen. Wir "legen" eine Grafik dazu:




Caterpillar Global Retail Sales Decline For 14th Consecutive Month
(zerohedge.com) While the stock of Caterpillar may be discounting some improvement in global industrial demand, the current situation as reflected by the company's latest monthly retail sales update is hardly as optimistic: as was just reported by the company (in a revised retail sales format), global three month rolling retail sales declined by 8% in the month of January, which was the 14th consecutive drop, and the longest string of contracting sales since the Lehman crisis and the "last" recession. What's worse, Asia/Pacific, read China, retail sales have tumbled by double digits, -17% in January, every month since January 2013. Read more...

Kommentar: Der US-Baumaschinenkonzern Caterpillar, weltweit die No. 1, ist ein zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Der folgende Chart aus dem Beitrag macht die Entwicklung anschaulich: 





Psychogramm eines Wall Street-Traders: Leben voll Gier und Narzissmus 
(wirtschaftsblatt.at)  Sam Polk, ein ehemaliger Hedgefonds-Trader und jetziger Millionär, spricht mit dem WirtschaftsBlatt über den Kampf um die Boni an der Wall Street, seine Geldsucht und das Leben in einer Blase. Mehr...

Kommentar: Ein unterhaltsames Interview. Es liefert Hintergrundwissen der besonderen Art. Geeignet, um damit den heutigen Ticker abzuschließen. 

Wer mehr wissen möchte über Sam Polk, dem empfehlen wir den Beitrag "For the Love of Money" in der NEW YORK TIMES (hier). Absolut lesenswert. 

Quelle: nytimes.com
  

Dienstag, 25. Februar 2014

Standpunkt 886 - Nachrichten-Ticker, 18. & 19.02.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Leider ist es uns nicht gelungen, die Arbeiten an unserem neuen Dossier wie angekündigt noch im Januar abzuschließen. Selbst im Februar werden wir damit nicht fertig. Der Grund ist einfach: Mittlerweile arbeiten wir an der 3. Änderung und 4. Erweiterung. Der Grund: Dieses Update soll nicht einfach nur eine Fortschreibung der bisherigen Schwerpunkte sein, sondern die Ursachen und Folgen der Krise erläutern und bewerten, sowie die Vorschläge zum Abbau der Staatsschulden ausführlich beschreiben. Unser Dossier soll so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig sein, außerdem leicht verständlich geschrieben. Das erfordert Zeit. Dafür bitten wir um Verständnis. Das Warten lohnt sich auf jeden Fall. Versprochen. 

Das bedeutet aber auch, dass in diesen Tagen unser Nachrichten-Ticker nicht regelmäßig erscheint. Trotzdem bleiben wir am Ball und holen nach, was an Nachrichten erst einmal liegen bleibt. Garantiert. 


Tagesthemen: In eigener SacheNoch einmal: EZB und Bundesverfassungsgericht (2 Beiträge) - Barry Eichengreen empfiehlt Fiskalunion – Vermögensentwicklung in der Krise, Teil 6.2: Armut und soziale Ausgrenzung weiten sich in der Europäischen Union aus Spanien Griechenland – China (7 Beiträge) Abenomics  


In eigener Sache
Nicht erst seit dem Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle regelmäßig daraufhin. Nun hat auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, ihre Sympathie für den IWF-Vorschlag entdeckt (hier).

Jetzt heißt es endlich aufzuwachen und dem Feind in die Augen zu schauen. Einige der betroffenen 99% scheinen das so langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail.


Währungspolitik muss Anreize für langfristige Anleihen schaffen
(heise-telepolis) Die vom Bundesverfassungsgericht beanstandete Flutung der Geldmärkte durch die EZB ist eine falsche Strategie, weil das Geld nicht in der Wirtschaft ankommt.
Das Bundesverfassungsgericht hat das Euro-Rettungsprogramm der Europäischen Zentralbank als europarechtswidrig eingestuft. Der unbegrenzte Ankauf "staatlicher Schrottpapiere" durch die EZB sei mit der EU-Verfassung nicht vereinbar. Die Euro-Rettungspolitik des Zentralbankpräsidenten Mario Draghi hat damit eine massive Zurechtweisung erfahren. Bildlich gesprochen haben die deutschen Verfassungsrichter Herrn Draghi die Hosen herunter gezogen. Seinem ebenso phantasielosen wie wirkungslosen Agieren wurde damit auch noch bestätigt, dass es mit den ausgehandelten Grundsätzen einer stabilen Gemeinschaftswährung nicht konform ist. Mehr...

Kommentar: Ein phantasievoller Beitrag, bildgewaltig, aber stellenweise ohne jeden Bezug zur Wirklichkeit und mit ausgeprägten Fehlinterpretationen der Karlsruher Entscheidung. Was der Autor will, "Gebühren auf die liquiden Zahlungsmittel", ist schlicht nicht durchführbar. 

Einerseits sorgt die Liquidität dafür, dass die Finanzindustrie am Leben bleibt. Das ist der einzige Zweck dieser Maßnahmen. Das funktioniert nicht mehr, wenn dieses Geld in die Wirtschaft umgeleitet wird. Ab diesem Zeitpunkt kollabiert das System. Andererseits, was will die Wirtschaft mit der Liquidität anfangen? Produzieren auf Halde? Für Märkte ohne Nachfrage? Die heimische Wirtschaft beliefert das Konsumwunderland Deutschland? Oder produziert "Made in Germany" für die krisenanfälligen Schwellenländer? 

Wann verinnerlichen unsere "Dichter und Denker" endlich die uralte Volksweisheit über den Unterschied von Theorie und Praxis? Nie, befürchten wir. 

Übrigens, der einzig richtige Adressat für den Vorwurf verfehlter und unzureichender Krisenlösungen ist die Politik. Davon haben wir in diesem Beitrag nichts gelesen. 

Deren Fehler und Versäumnisse seit 2008, die in Deutschland als Merkels Leistung schöngefärbt werden, haben die EZB doch überhaupt erst zu dem OMT-Programm gezwungen. Berlin und Brüssel waren sich dieser Handlungsfähigkeit sicher und haben sich vor eigenen Entscheidungen herumgedrückt. Damit ist jetzt Schluss. So ist unsere Interpretation der Karlsruher Richter. Merkel und ihren Vasallen hat man "die Hosen herunter gezogen", keinesfalls Draghi.


Bundesbank-Chef sieht EZB in der Klemme 
(faz.net)  Die Europäische Zentralbank sollte keine Staatsanleihen kaufen, weil ihre Unabhängigkeit sonst verloren zu gehen droht. Das bekräftigt Bundesbankchef Jens Weidmann im Gespräch mit der F.A.Z. Mehr...

Kommentar: Kritik, aber keine Lösung, so charakterisieren wir die Haltung von Weidmann. Welchen Zweck verfolgt er damit? Offensichtlich den direkten Weg in das "Zypern-Modell". Die Bundesbank ist ein antiquierter Laden, ohne Willen zur Modernisierung, aber auch Interessenwahrer der heimischen Banken. Dinge, die in ihrer Heimat bis heute ignoriert werden. Die Bundesbank gibt sich nur unpolitisch, in Wahrheit betreibt sie massiv Finanz- und Wirtschaftspolitik - zu Hause und in Europa. Während sie von der EZB verlangt, sich nur auf die im Rahmen des Maastricht-Vertrages von 1993(!) erlaubte Geldpolitik zu beschränken. Das ist geradezu infam. 

Wie viel Unheil die Bundesbank seit ihrer Gründung mit dieser Haltung schon angerichtet hat, werden leider nur zukünftige Generationen erfahren. Die jetzigen wollen davon leider nichts wissen. 


Voraussetzungen einer Fiskalunion 
(fuw.ch) "Nichtstun heisst, dass das Dach des Euro-Währungsgebäudes erneut zusammenkracht, sobald das nächste Gewitter kommt."
Das Währungsgebäude Europas ist, trotz Fortschritten, noch zu wenig stabil, um einer neuen Krise zu trotzen. Die Bankenunion sollte durch eine Fiskalunion ergänzt werden. Ein Kommentar von Barry Eichengreen. Mehr...

Kommentar: Ein lesenswerter Beitrag. Besser als alles, was Jens Weidmann und Konsorten liefern. Leider aber für sich genommen auch nicht wirklich zielführend. Es fehlt die 2009 von den G-20-Staaten versprochene Finanzreform. Ohne die geht nichts. Trotzdem stimmt das Fazit: "Europa muss eine Wahl treffen. Es kann sich für eine Fiskalunion entscheiden, trotz der Transfers, die damit einhergehen. Es kann den Mitgliedstaaten freistellen, auf ihre eigenen automatischen Stabilisatoren zu setzen, allerdings müssen vorher die hohen Schulden der Krisenländer abgeschrieben werden. Nur eins darf sich Europa nicht erlauben: nichts zu tun." Gell, Herr Weidmann.


Vermögensentwicklung in der Krise – Teil 6.2: Armut und soziale Ausgrenzung weiten sich in der Europäischen Union aus
(querschuesse.de) Wie sich die Krise auf die Zunahme der „Nicht-Vermögenden“ ausgewirkt hat, geht aus Vermögensstudien wie der der Credit Suisse nicht hervor. Um diese wichtige Facette der Vermögensentwicklung in die Analyse speziell mit Blick auf die Krise in Europa einbeziehen zu können, werden im Folgenden Eurostat-Daten zu den von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen in der Europäischen Union herangezogen. Mehr...

Kommentar: Der letzte Teil der Aufsatzreihe von Stefan L. Eichner (SLE) und nach unserer Einschätzung ein sehr aufschlussreicher: Es geht um die Entwicklung in Europa seit 2009, jenseits vom Armutsbericht einer Regierung oder der Vermögensverteilung nach den Berechnungen der EZB und den Interpretationen der nationalen Notenbanken. Unbedingt lesen, es lohnt sich auf jeden Fall. Sehr gut auch wieder die Charts, von denen wir drei an dieser Stelle wiedergeben: 

"Zunächst ist festzustellen, dass in den reichsten EU-Ländern auch die Zahl der von Armut gefährdeten Menschen am höchsten und vor allem in der Euro-Krise auch noch weiter gestiegen ist. Die einzige Ausnahme unter den reichen EU-Ländern ist Großbritannien. Hier ist die Zahl der von Armut bedrohten Menschen zurückgegangen. Spitzenreiter bei der Armutsgefährdung ist Deutschland gefolgt von Italien. Betrachtet man nur die Gruppe der fünf reichsten EU-Staaten, dann fällt auf, dass sich die Armut in Frankreich auf einem signifikant niedrigeren Niveau als in den anderen vier Ländern befindet."

Die Abbildung "zeigt die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen in der Europäischen Union in den Jahren 2009-2012. Das Niveau wie auch die Entwicklung der Zahlen sind noch alarmierender als bei denen zur Armutsgefährdung. In Rumänien, Bulgarien und Ungarn sind die Zahlen beispielsweise mehr als doppelt so hoch wie die Werte zur Armutsgefährdung. Auch in Griechenland liegen sie um rund 50 Prozent höher, wobei sich der Anstieg im Vergleich zu den Werten zur Armutsgefährdung stärker beschleunigt hat. Die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen ist in Griechenland also stärker gestiegen als die der Armutsgefährdeten. Dasselbe gilt auch für Spanien und insbesondere für Italien. In beiden Ländern ist die Zahl der Armutsgefährdeten von 2011 auf 2012 zwar zurückgegangen, die der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen jedoch weiter gestiegen, in Italien sogar besonders drastisch." 

"Rund 80 Prozent des Privatvermögens in der EU vereinen die fünf reichsten Länder auf sich, die reichsten vier kommen auf rund 73 Prozent. Diese Werte haben sich – Euro-Krise hin, Euro-Krise her – praktisch so gut wie gar nicht verändert. Italien und Deutschland waren beim Privatvermögen die größten Verlierer in der EU 28 in der Euro-Krise (siehe dazu Teil 1  und Teil 5). Auch Spanien war ein großer Verlierer. Aber in allen drei Ländern ist die Vermögenskonzentration in diesem Krisenabschnitt dennoch weiter gestiegen (...) und, was besonders alarmierend ist, ebenso die Zahl der von Armut bedrohten Menschen." 

SLE hat ein ausführliches Fazit gezogen, dem wir nicht vorgreifen wollen. Nur den allerletzten Satz seiner Aufsatzreihe möchten wir zitieren: "Keine Frage, es sind wohl die obersten Europäer selbst, die Europa am meisten im Wege stehen. Europa fällt nicht in die Zweitrangigkeit zurück, es steckt darin fest." Diese Feststellung gefällt uns. 

Teil 6.1 haben wir hier, Teil 5 hier, Teil 4 hier, Teil 3 hier, Teil 2 hier und Teil 1 hier vorgestellt. SLE sagen wir an dieser Stelle danke für dieses Mammutwerk.


Spanish Bad Loans Hit Record; Surge Most In A Year
(zerohedge.com) With Spanish sovereign bond yields hitting record lows - marginally above those of the US - one might be surprised to learn that unemployment is at record highs, suicide rates are at record highs, youth joblessness is at record highs, and now, to top it all off, Spanish bad loans are at record highs once again (at 13.6% of all loans). Of course, not deterred by the uncomfortable reality, Economy Minister Guindos is out in full propaganda mode:

  • GUINDOS SAYS BAD LOANS RATIO SEEN MODERATING IN NEXT QTRS
However, given the 17.7% rise in the last 12 months - the most in a year - we are struggling to see signs of the turning point he is so confident of. Read more...

Kommentar: Schönfärberei ist nicht nur eine spanische Spezialität, es ist schlicht das oberste Gebot in der Krise. Weltweit, ohne Ausnahme. Der Chart aus dem Beitrag: 




Should Greece really ask for a debt haircut?
(macropolis.gr) There are very good reasons for arguing in favour of Greek public debt undergoing a haircut. Unfortunately, there are also some reasons for wondering whether things are not that simple and that a haircut might not be an ideal solution. Read more...

Kommentar: Ein sachlicher Beitrag zu einem heiklen Thema, den griechischen Staatsschulden. Bestens geeignet für alle, die sich noch ein gutes Stück Objektivität bewahren wollen. Etwas, das im Umgang mit den südeuropäischen Krisenstaaten, allen voran Griechenland, in den deutschsprachigen Leitmedien schon lange nicht mehr vorhanden ist. 


China Sold Second-Largest Amount Ever Of US Treasurys In December: And Guess Who Comes To The Rescue 
(zerohedge.com) While we will have more to say about the disastrous December TIC data shortly, which was released early today, and which showed a dramatic plunge in foreign purchases of US securities in December - the month when the S&P soared to all time highs and when everyone was panicking about the 3% barrier in the 10 Year being breached and resulting in a selloff in Tsy paper - one thing stands out. The chart below shows holdings of Chinese Treasurys (pending revision of course, as the Treasury department is quite fond of ajdusting this data series with annual regularity): in a nutshell, Chinese Treasury holdings plunged by the most in two years, after China offloaded some $48 billion in paper, bringing its total to only $1268.9 billion, down from $1316.7 billion, and back to a level last seen in March 2013! 


This was the second largest dump by China in history with the sole exception of December 2011.


(...) Yet what was truly surprising is that despite the plunge in Chinese holdings, and Japanese holdings which also dropped by $4 billion in December, is that total foreign holdings of US Treasurys increased in December, from $5716.9 billion to 5794.9 billion. Why? Because of this country. Guess which one it is without looking at legend.


That's right: at a time when America's two largest foreign creditors, China and Japan, went on a buyers strike, the entity that came to the US rescue was Belgium, which as most know is simply another name for... Europe: the continent that has just a modest amount of its own excess debt to worry about. One wonders what favors were (and are) being exchanged behind the scenes in order to preserve the semblance that "all is well"? Read here...

Kommentar/Ergänzung: Statt eines Kommentars noch ein Beitrag von ZERO HEDGE zum Thema: "In 2013 The Fed Bought 150% More Treasurys Than All Foreigners Combined". "Tyler Durden" schreibt: "Now that we have the full history of foreign Treasury purchases in 2013, we know the following: in December 2012 total US paper held by foreigners was $5,573.8 billion; one year later it rose to $5.794.9 billion or a $221 billion increase. So how does this look in the context of QE? In the past year, courtesy of the Fed's $1 trillion in TSY and MBS purchases, Ben Bernanke purchases some $552 billion in Treasurys, or about 150% more than all foreigners combined! Suddenly the need for MyRA is becoming all too clear..."

       
"And as a bonus chart, here are the top holders of US paper as of December 31, 2013."


"Thank you Fed (and Europe capital Belgium) for continuing to monetize US deficit spending." Read here

You Welcome, America. "One hand washes the other." Alle Achtung, Belgien hat sich auf Rang 5 katapultiert. 

Noch einmal ZERO HEDGE: "Scary Chart Of The Day: Average Foreign Purchases Of US Securities Take Out Lehman Low". Und weiter: "As we reported earlier today, for whatever reason China sold the second biggest amount of US Treasurys in December. However, that was only part of the story. In fact, as we also noted, while the two largest US foreign creditors were net sellers, total foreign bond holdings actually rose in the last month of 2013 and as the chart below confirms, when it comes to Long-Term Treasury paper, foreigners were actually buyers of some $18 billion in Treasurys. It is everything else that they sold in the month when the S&P hit its all time high: specifically, foreigners were net sellers of Agency securities ($15.4 billion), Corporate Bonds ($7.5 billion) and Corporate Equities ($13.7 billion) something which hardly fits with the narrative of the record stock market high generating confidence in even more buying down the line." Read more here. "Tyler Durden" gerät angesichts dieses Charts in Sorge: 


"The chart is very disturbing: it shows that as the S&P rises higher and higher (on ever declining volumes), foreigners are buying fewer and fewer US securities. In fact, on a 12 Month Moving Average basis, foreigners bought less long-term US securities than they did when Lehman crashed!" 

Keine Sorge Tyler, die US-Notenbank steht allzeit bereit. 


China könnte die nächste Weltwirtschaftskrise entfachen
(faz.net)  Die Bank Société Générale skizziert ein Horrorszenario: Die Gefahr, dass 2014 in China eine Krise droht, beträgt 20 Prozent. Das würde das globale Wachstum halbieren. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wow, die chinesische Krise ist in der F.A.Z. angekommen. Nicht besonders ausführlich, aber immerhin. Da will selbst die ZEIT nicht mehr zurückstehen und lässt von Felix Lee erklären "China gefährdet sich, aber nicht die Welt". Alles halb so wild also: "Wieder einmal machen Horrormeldungen über den Zustand von Chinas Wirtschaft die Runde: Überschuldung, faule Kredite, Schattenbanken – am Dienstag entzog die chinesische Zentralbank dem Geldmarkt 48 Milliarden Yuan (rund 5,8 Milliarden Euro) und befeuerte damit weltweit die Sorge vor neuen Turbulenzen. Nach der Finanzkrise in den USA und Schuldenkrise in Europa mehren sich die Befürchtungen, dass nun auch das chinesische Finanzsystem zusammen brechen könnte – mit Auswirkungen auf die ganze Welt. Vor einigen Tagen hatte bereits die Societé Générale vor einer möglichen Krise in China gewarnt: Chinas derzeitiges Schuldenproblem würde dazu führen, dass das Wachstum von zuletzt 7,7 auf unter fünf Prozent einbrechen könnte. Der Weltwirtschaft drohe ein massiver Schock, sagte die China-Analystin Michala Marcussen der französischen Großbank. Das globale Wachstum würde dann um 1,5 Prozentpunkte geringer ausfallen. Derzeit geht die Weltbank für das laufende Jahr noch mit einem Anstieg um 3,2 Prozent aus. Schon gehen einige Analysten von einer neuen weltweiten Krise wie nach dem Zusammenbruch der Lehman-Bank 2008 aus. Die Lage ist ernst – aber bei Weitem nicht so dramatisch." Mehr hier

Wir sind wirklich sehr dankbar für soviel Zuversicht. Allein, uns fehlt der Glaube. Gerade vor dem Hintergrund, dass sehr viele europäische Banken in China "investiert" sind. Die sind davon betroffen, wenn Lee schreibt: "Obwohl die Vermögensverwaltungsprodukte in China kaum reguliert sind und bislang noch keiner Aufsicht unterstehen, ist das Schuldverhältnis immer noch recht geradlinig. Es findet ganz klassisch zwischen einem Schuldner und einem Gläubiger statt. Kann der Gläubiger seine Schulden nicht begleichen, trifft es nur den Gläubiger."  Es geht immerhin um mehr als 700 Milliarden $ (hier). Das ist ein nettes Sümmchen. Insgesamt steht in den Schwellenländern die sagenhafte Summe von 3,4 Billionen $ europäischer Banken im Feuer. Bitte hier noch einmal nachlesen.

Sein Fazit sollte in den Chefetagen der heimischen Unternehmen nicht ungehört bleiben: "Ob es ihr gelingen wird oder nicht: So oder so dürfte sich Chinas Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten abschwächen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Eine weltweite Finanzkrise droht aus der Volksrepublik aber nicht. Nur für ein Land wie Deutschland, das in den vergangenen Jahren allzu einseitig auf den Export nach China gesetzt hat, dürfte eine Eintrübung der chinesischen Wirtschaft schon sehr schmerzhaft werden." 

ZERO HEDGE nennt "Ross und Reiter": "The Chinese Dominoes Are About To Fall:Complete List Of Upcoming Trust Defaults" und liefert eine detaillierte Aufstellung gleich mit (hier).               


China Manufacturing PMI Misses, Tumbles To 7-Month Low
(zerohedge.com) If there was any doubt that it was also snowing in China this winter, the February Flash HSBC PMI, which tumbled from 49.5 where it was expected to print, to 48.3, a seven month low, just sealed all meteorological conundrums. And with every sub-index decreasing or deteriorating, it is no surprise that headline index tumbled. Read more...

Kommentar: Momentan läuft es nicht rund, im Reich der Mitte. Das passt zu dem erwarteten Rückgang des chinesischen Wirtschaftswachstum auf 5%. 

Quelle: zerohedge.com
 
Warum Abenomics scheitert - und was es für uns bedeutet
(manager-magazin.de) Japan feiert seine Konjunkturpolitik, die Aktienkurse springen in die Höhe. Doch der Erfolg ist flüchtig - und ein Vorbild für Europa sind die Abenomics auf keinen Fall. Mehr...

Kommentar: Der Autor, Daniel Stelter, war Co-Autor des Vorschlags der Boston Consulting Group (BCG) aus 2011 zur Reduktion der Staatsschulden durch eine Zwangsabgabe von bis zu 30% auf alle Vermögen (hier). Da ist es wenig verwunderlich, dass er an dieser Idee weiter festhält. Was man aber unbedingt wissen muss: Die Studie von BCG basiert bei den Staatsschulden auf veralteten Annahmen, d. h. die vorgeschlagene Vermögensabgabe reicht nicht aus.