Dienstag, 4. Februar 2014

Standpunkt 874 - Nachrichten-Ticker, 02.02.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir haben in den vergangenen Wochen jede freie Minute dafür verwendet, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können. Wir haben es nicht geschafft. Das Update ist uns aus den Fugen geraten und der aktuelle Vorstoß der Bundesbank zu einer Zwangsabgabe hält uns zusätzlich auf. Wir werden einige Tage länger brauchen. Dafür bitten wir um Verständnis. Andererseits sind wir davon überzeugt, dass sich die Warterei lohnt. 

Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – Bernanke's Vermächtnis (9 Beiträge) Deja Vu Great Depression – Griechenland - Japans wirtschaftsplolitischer Irrtum: Abenomics


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin. Heute hat offensichtlich auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, dem IWF-Vorschlag zugestimmt (hier).

Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem ist nicht zu helfen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv vorüber. Jetzt gilt es, dem Feind in die Augen zu schauen. Die Betroffenen scheinen das langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen.

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben.

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Interesse? Dann genügt eine E-mail!


Das strittige Vermächtnis des Ben Bernanke
(tagesanzeiger.ch) Ben Bernanke steuerte zum letzten Mal die geldpolitischen Geschicke der USA. Das Urteil über den stets etwas zu bescheidenen Fed-Chef fällt durchzogen aus. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der erste Versuch einer "Bestandsaufnahme" unserer Schweizer Nachbarn. Ohne dabei so richtig auf den Punkt zu kommen. Wir legen uns bereits fest: Das Urteil über Ben Bernanke's Leistung als Chef der US-Notenbank wird in Zukunft vernichtend sein. Darüber sind wir uns völlig einig. Bernanke war ein gefälliger Diener der Finanzindustrie, nicht der Amerikaner. Er ist gescheitert an der Aufgabe, Jobs zu schaffen. Total. Sein Augenmerk galt dem Wohlergehen der Reichen und Mächtigen. Der Rest hat ihn nicht interessiert. Bernanke handelte nach der Devise "Wes Brot ich ess des Lied ich sing" - die US-Notenbank gehört den weltweit wichtigsten Banken, sie ist also keinesfalls unabhängig. Gegenüber der Mainstreet hielt es B. B. in den vergangenen Jahren eher mit der großen Show, wie diese Karikatur treffend zeigt: 



Der Bernanke'schen Wirklichkeit hat sich diese Karikatur auf drastische Weise angenommen: 

"How America work" (Quelle: zerohedge.com)

Nüchtern und sehr sachlich hat es der ehemalige Harvard-Professor Terry Burnham jüngst in dem Beitrag "Why This Harvard Economist Is Pulling All His Money From Bank Of America" beschrieben: "Before I explain, let me disclose that I have been a stopped clock of criticism of the Federal Reserve for half a decade. That’s because I believe that when the Fed intervenes in markets, it has two effects — both negative. First, it decreases overall wealth by distorting markets and causing bad investment decisions. Second, the members of the Fed become reverse Robin Hoods as they take from the poor (and unsophisticated) investors and give to the rich (and politically connected). These effects have been noticed; a Gallup poll taken in the last few days reports that only the richest Americans support the Fed. (See the table.)" 


Der Beitrag sorgt in den USA für Riesenwirbel und füllt diverse Blogs. "Tyler Durden" schreibt bei ZERO HEDGE in seinen Vorspann dazu: "A classicial economist... and Harvard professor... preaching to the world that one's money is not safe in the US banking system due to Ben Bernanke's actions? And putting his withdrawal slip where his mouth is and pulling $1 million out of Bank America? Say it isn't so..." Am Beispiel der Bank of America beschreibt Burnham u. a. die Schwäche der US-Großbanken, deren Pleiterisiken, die absehbaren Folgen für die Kunden und die Vorteile kleinerer Banken. Mehr hier. Eine lohnende Lektüre. Selbst wenn wir seinen Vorschlägen zur Krisensicherung so nicht bedenkenlos folgen würden. Diese Entscheidung bleibt aber jedem selbst überlassen. Hintergründe zu seiner Kritik liefert Burnham in einem Interview aus dem Mai 2013: "The Stockholm Syndrome and Printing Money". In der Einleitung dazu heißt es: "Burnham says we are headed for another stock market crash and Great Depression, due to the wanton printing of money by central banks like the Federal Reserve. 'How can we believe,' he asks, 'that printing money will make us rich?' Here’s his answer. My skeptical response follows." Mehr hier. Ebenfalls in die Kategorie "Aufklärung" gehört der Beitrag "Ben Bernanke as Easter Bunny: Why the Fed Can’t Prevent the Coming Crash" von Terry Burnham, Juli 2013: "The signs of collapse are right in front of us. We cannot see the signs now, however, because our brains aren’t built to seem them." Mehr hier.

Für die Börsianer unter unseren LeserInnen haben wir noch einen älteren Beitrag aufgetrieben, in dem Terry Burnham vor einem Absturz des Dow warnt: "Dow 5,000, crash of 65% - Sucker’s bull market of 1928 now repeating". Unmissverständlich deutlich seine Aussage:  "The stock market is about to have a devastating decline; we will see Dow 5,000 before we see Dow 20,000." Mehr hier. Wer hat Nerven wie Drahtseile?

Zurück zum ursprünglichen Beitrag aus der Schweiz. Der US-Ökonom Simon Johnson versucht sich bei PROJECT SYNDICATE an einer grundsätzlichen Erklärung in dem Beitrag "Die Versuchung der Zentralbanker". Er schreibt einleitend: "Das Bankensystem ist zur Achillesferse der meisten Zentralbanker geworden. Das mag paradox erscheinen – schließlich befindet sich das Wort 'Bank' in ihrer Stellenbeschreibung. Doch die meisten Personen, die derzeit unseren Zentralbanken vorstehen, bauten ihre Karrieren in den 1980er und 1990er Jahren auf, als die Bedrohung durch Inflation noch sehr real war. Daher bildet dieses Szenario – und weniger die Regulierung und Aufsicht der Banken - immer noch den Schwerpunkt ihrer theoretischen und praktischen Bestrebungen. Überdies bestand eine prägende Erfahrung für viele Zentralbanker in den letzten fünf Jahren in der Notwendigkeit, den möglichen Zusammenbruch der Produktion zu verhindern, wozu auch Maßnahmen gegen den Preisverfall zählten. Dieses Ziel erreichten sie großteils durch die Stützung der Kreditvergabe, ungeachtet dessen, welche Auswirkungen dies auf die Struktur oder Anreize des Bankensektors haben könnte. Es ist keine Überraschung, dass die heutigen Zentralbanker den Chefs großer privater Banken weiterhin devot gegenüberstehen. Die Zentralbanken verfügen zwar über ein hohes Maß an Kontrolle hinsichtlich der Geldmenge einer Volkswirtschaft und sie sind in der Lage, Zinssätze über ein breites Spektrum an Darlehen und Wertpapieren zu beeinflussen. Doch vergeben werden die Kredite von privaten Banken, die auch die Verantwortung für weite Bereiche dessen tragen, wie Finanzmärkte funktionieren. Die Erhaltung des Geschäfts und hoher Profite für globale Megabanken wurde daher zu einem zentralen Ziel  politischer Entscheidungsträger in den Vereinigten Staaten, in Europa und in vielen anderen Ländern. Allzu oft bedeutet dies allerdings auch, dass sich die Zentralbanker den Managern dieser Unternehmen beugen." Mehr hier. Ein hellsichtiger Beitrag. 

Die Notwendigkeit der Politik des ultraleichten Geldes beschreibt der Beitrag "Why Are U.S. Corporations Still Hoarding $1.5 Trillion in Cash?". Zur Einleitung: "For years -- ever since the Great Recession ended -- pundits have been pontificating about a strange trend in corporate America. Despite earning record profits, and having the ability to borrow cash easily, companies were refusing to spend. Like Scrooge in his office, they were raking in profits ... and then sitting on them, refusing to put the money to work to grow the American economy. Or so the story went. But was it true? Is it true? It turns out that this real story is a bit more complicated; and you'll be surprised where a lot of that cash came from ... and what it needs to be spent on." Mehr hier. Dazu noch zwei Grafiken zu Veranschaulichung der Entwicklung in den vergangenen Jahren: 

"Also true is that these profits, in turn, yielded a lot of cash for the corporations earning them. From 2006 through mid-2013, total cash reserves at U.S. nonfinancial companies (i.e., everything but banks) nearly doubled, rising from $820 billion to $1.48 trillion, an 81 percent increase. Credit ratings company Moody's (MCO) recently estimated that cash levels at the end of 2013 probably hit $1.5 trillion."

"From 2006 through mid-2013, capital spending at American nonfinancial corporations has grown 45 percent to $868 billion annually at last report. Annual dividend payouts by such companies have grown in tandem, up 43.5 percent to $366 billion annually."

Es ist an der Zeit, mehr über "das Ding" Fed zu erfahren. Dabei hilft Michael Snyder von THE ECONOMIC COLLAPSE BLOG mit dem Beitrag "10 Things That Every American Should Know About The Federal Reserve". Seine Einleitung: "What would happen if the Federal Reserve was shut down permanently? That is a question that CNBC asked recently, but unfortunately most Americans don't really think about the Fed much. Most Americans are content with believing that the Federal Reserve is just another stuffy government agency that sets our interest rates and that is watching out for the best interests of the American people. But that is not the case at all. The truth is that the Federal Reserve is a private banking cartel that has been designed to systematically destroy the value of our currency, drain the wealth of the American public and enslave the federal government to perpetually expanding debt. During this election year, the economy is the number one issue that voters are concerned about. But instead of endlessly blaming both political parties, the truth is that most of the blame should be placed at the feet of the Federal Reserve. The Federal Reserve has more power over the performance of the U.S. economy than anyone else does. The Federal Reserve controls the money supply, the Federal Reserve sets the interest rates and the Federal Reserve hands out bailouts to the big banks that absolutely dwarf anything that Congress ever did. If the American people are ever going to learn what is really going on with our economy, then it is absolutely imperative that they get educated about the Federal Reserve. The following are 10 things that every American should know about the Federal Reserve...".Mehr hier. Viel Information, die leider in deutschsprachigen Qualitätsmedien so nicht zu finden ist.

Die Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT versucht sich an einem Ausblick für die US-Notenbank unter Leitung von Janet Yellen: "Warum die USA einen neuen Leitzins brauchen". Der Wirtschaftsjournalist Markus Diem Meier schreibt in den Vorspann: "Nach dem Abgang von Ben Bernanke rückt in den USA der Moment des Ausstiegs aus der aussergewöhnlichen Geldpolitik näher. Doch die neue Chefin Janet Yellen wird sich nicht mehr auf die alten Instrumente verlassen können." Mehr hier. Keine leichte Kost, eher ein Beitrag für alle, die an Informationen nie genug kriegen können. 

Quelle: cagle.com

Great Depression Deja Vu - "A Chicken In Every Pot And A Maserati In Every Garage"
(zerohedge.com) In 1928, just as income inequality was surging, stocks were soaring and monetary distortions were rearing their ugly head, the now infamous words "a chicken in every pot and a car in every garage" were integral to Herbert Hoover's 1928 presidential run and a "vote for prosperity," all before the market's epic collapse. Fast forward 86 years and income, the President is promising to hike the minimum wage to a "living wage" capable of filling every house with McChicken sandwiches and now... to top it all off - Maserati unveils their (apparent) "everyone should own a Maserati" commercial. It would seem that chart analogs are not the only reminder of the
pre-crash era exuberance and its recovery mirage and massive monetary distortions.
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Kommentar: "Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich", das fand schon der US-Schriftsteller Mark Twain (1835 - 1910). 

Wir zeigen an dieser Stelle einen der Charts des Beitrags: 

 


Griechenland: Kommt jetzt der Schuldenschnitt?
(diepresse.com) Nach der Wahl, so wurde stets vermutet, werde man in Deutschland über einen neuen Schuldenschnitt für Griechenland reden. Nun kommt das Thema langsam aufs Tapet. Mehr...

Kommentar: Egal, was sich Europas Krisenmanager einfallen lassen und wann es kommt (nach der Europa-Wahl!?), es wird sehr schmerzhaft, besonders für die Griechen. Die deutschen Stammtischführer wird es erst noch freuen, wenn es noch einmal den 99%er in Griechenland an ihre restlichen Ersparnisse geht. Die "reichen und mächtigen" Griechen trifft es noch nicht. Die haben ihre Kohle längst schon im (vorläufig) noch sicheren Ausland gebunkert. 


Japanese Stocks Tumble - Down 10% In 2014 Following Record Low China Services PMI
(zerohedge.com) USDJPY opened the evening under 102 with JPY holding its losses until around 1700ET when it broke back above the crucial level. S&P futures and USDJPY recoupled for a few hours but are now decoupling faster than the Seahawks and Broncos (S&P -1pt, USDJPY +30 pips). The catalyst for the disconnect (which Japan's Nikkei is also following) was weakness in Chinese data. Following Aussie PMI's lowest print in 5 months, China's Services PMI printed at its lowest on record and its biggest 3 month slide in 16 months. Japan's Nikkei 225 is now down 10% in 2014 and 7 of the last 8 days and 20Y JGB yields are testing 9-month lows. Read more...

Kommentar: Der ist unter dem Eindruck der neuesten Entwicklung entbehrlich: "Japanese Stocks In Freefall - TOPIX Plunges Almost 5% To 4-Month Lows; Nikkei Down 15% In 2014" meldete ZERO HEDGE gestern Abend, kurz vor Mitternacht Ortszeit. Mehr hier. Das ist noch nicht das Ende. Wir sind schon gespannt darauf, wie der japanische Premier diese Entwicklung schönredet: 

Quelle: zerohedge.com

Quelle: zerohedge.com