Montag, 10. Februar 2014

Standpunkt 879 - Nachrichten-Ticker, 07.02.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir haben in den vergangenen Wochen jede freie Minute dafür verwendet, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können. Wir haben es nicht geschafft. Das Update ist uns aus den Fugen geraten und der aktuelle Vorstoß der Bundesbank zu einer Zwangsabgabe hält uns zusätzlich auf. Wir werden einige Tage länger brauchen. Dafür bitten wir um Verständnis. Andererseits sind wir davon überzeugt, dass sich die Warterei lohnt. 

Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – Banken-Stresstest in der EU kommt zu vernichtenden Ergebnissen Osteuropa-Krise goes Lehman - Ansteckungsgefahr durch intern. Bankgeschäfte – Norwegen - Das chinesische Monster (3 Beiträge) US-Arbeitsmarkt (4 Beiträge) Janet Yellen 


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin. Heute hat offensichtlich auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, dem IWF-Vorschlag zugestimmt (hier).

Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem ist nicht zu helfen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv vorüber. Jetzt gilt es, dem Feind in die Augen zu schauen. Die Betroffenen scheinen das langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen.

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben.

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


Wo sind die schwächsten Banken in Europa?
(fuw.ch) Merken Sie sich diese Abkürzung: AQR. Sie steht für Asset Quality Review, die Prüfung der Bilanzen der 124 grössten Banken der Eurozone, die die Europäische Zentralbank (EZB) im laufenden Jahr durchführt. Die EZB wird im November die Funktion der Aufsichtsbehörde über die systemrelevanten Banken übernehmen – da ist es verständlich, dass sie zuerst wissen will, wie es um die Solidität dieser Banken steht. Zwei Ökonomen des Brüsseler Think Tank CEPS haben in einer aktuellen Studie mit dem Titel "Falling Short of Expectations?" (hier abrufbar) 109 dieser 124 Banken untersucht und einer Reihe von Stresstests ausgesetzt. Ihr Verdikt ist ernüchternd bis vernichtend. Basierend auf den aktuellen Bilanzgrössen, ohne jeden Stresstest, beziffern die Autoren der Studie die Kapitallücke der Grossbanken auf kumuliert 7,5 bis 66,8 Mrd. €. Unter Stressszenarien ist die Kapitallücke deutlich grösser, nämlich bis zu 767 Mrd. €. Mehr...

Kommentar: Nicht berücksichtigt sind in dieser Studie die Leichen im Keller, sprich der irreal schöngerechnete Bilanzmüll, oder die Risiken der Schattenbanken und aus dem Derivatehandel. Niemand weiß, wie viel das ist, also wird es einfach weggelassen. Es ist auch so schon unbezahlbar, was da zusammenkommt. Noch einmal zurück zu dem Beitrag der FINANZ UND WIRTSCHAFT


"Die oben abgebildete Grafik zeigt, wie viel Eigenkapital in den Bankbilanzen fehlen würde, wenn die Banken eine Leverage Ratio (Eigenkapital in Prozent der ungewichteten Bilanzsumme) von 7% erreichen müssten: Weitaus am schwächsten aufgestellt sind in diesem Szenario die sieben französischen Grossbanken, die kumuliert 200 Mrd. € aufbauen müssten, um diese Kapitalisierung zu erreichen. Dem deutschen Bankensystem (das 24 der 124 Banken stellt) fehlen derweil rund 165 Mrd. €." Völlig zu recht schreibt der Autor, Mark Dittli, zum Schluss: "Man darf gespannt sein, ob die Asset Quality Review der EZB tatsächlich so schonungslos ausfällt wie die Übung der CEPS-Ökonomen." 

Für die LeserInnen, die sich für die Studie "Falling Short of Expectations?" der CEPS interessieren, bringen wir an dieser Stelle die Einleitung daraus: "The eurozone is mired in a recession. In 2013, the GDP of all 17 eurozone countries fell by 0.5% and the outlook for 2014 shows considerable risks across the region. To stabilise the common currency area and its (partly insolvent) financial system, a eurozone banking union is being established. An important part of the banking union is the Single Supervisory Mechanism (SSM), which will transfer the oversight of Europe’s largest banks to the European Central Bank (ECB). Before the ECB takes over this responsibility, it plans to conduct an Asset Quality Review (AQR) in 2014, which will identify the capital shortfalls of these banks. The banking systems in the eurozone have been severely under-capitalised since the 2007-09 financial crisis. As a result, some banks loaded up on risky assets (and risky sovereign debt in particular). The worsening risk profile of these assets destabilised banks even further and resulted in substantial liquidity and solvency problems by the third quarter of 2011 (Acharya & Steffen, 2013). Insufficient capital in the banking systems appears to have also caused a misallocation of credit in the euro area, especially for small- and medium-sized enterprises (SMEs), preventing a widespread economic recovery. A comprehensive and decisive AQR will most likely reveal a substantial lack of capital in many peripheral and core European banks. This study provides estimates of the capital shortfalls of banks that will be stress-tested under the AQR using publicly available data and a series of shortfall measures. We document which banks will most likely need capital, where a public back stop is likely to be needed, and, as many countries are already highly leveraged, where an EU-wide backstop might be necessary." Zur Studie geht es hier


Eine Osteuropakrise mit Lehman-Potenzial
(fuw.ch) Russell Napier, Makrostratege beim asiatischen Broker CLSA, erwartet einen deflationären Schock, der den US-Aktienmarkt 70% einbrechen lässt. Dies erläutert er im Interview mit "Finanz und Wirtschaft". 
Die Aktienhausse der vergangenen Jahre hat viele Marktpessimisten verstummen lassen. Nicht aber Russell Napier. Der Makrostratege des asiatischen Brokerhauses CLSA warnt schon länger vor einem schmerzlichen Ende der Schwellenländereuphorie sowie vor einem globalen deflationären Schock. Die beiden Themen lassen sich nicht voneinander trennen, sagt der Schotte. Die Schwellenländerkrise sei ein Grund für die akute Deflationsgefahr. Gleichzeitig schrumpft in der Eurozone die Geldmenge, und in den USA ist die Inflation trotz ultralockerer Geldpolitik von 4 auf 1% gefallen. Napier glaubt deshalb nicht, dass die US-Notenbank Fed die Anleihenkäufe einstellen wird. Irgendwann würden die Finanzmarktteilnehmer aber erkennen, dass die Medizin nicht wirkt, und kapitulieren. Ein deflationärer Schock werde den S&P 500 früher oder später um insgesamt 70% einbrechen lassen. Mehr...

Kommentar: Napier erklärt Osteuropa den Krieg, pardon, die Krise. Und auch sonst ist der Mann nicht gerade zurückhaltend mit seinen Einschätzungen. Warten wir es ab. Die Probleme Osteuropas mit der Lehman-Pleite gleichzusetzen halten wir für völlig übertrieben. Obwohl die folgende Grafik aus dem Beitrag dieses Risiko zu bestätigen scheint: 


Wenn es nur so einfach wäre. Auf jeden Fall ein erfrischendes Interview. 


David Milleker – Grenzüberschreitendes Bankgeschäft und internationale Ansteckung
(neuewirtschaftswunder.de) Die jüngsten Verwerfungen vieler Schwellenländerwährungen rücken erneut die Gefahren internationaler Zahlungsströme für einzelne Volkswirtschaften in den Vordergrund. Als Ansteckungskanal könnten sie andere Länder in einem Ausmaß und einer Breitenwirkung infizieren, die deutlich über das hinausgeht, was traditionelle Ansätze der Verflechtung von Volkswirtschaften über internationale Handelsbeziehungen erwarten lassen. Gegenwärtig scheinen wir am Beginn einer dritten Welle eines Prozesses zu stehen, den man als Deglobalisierung des Finanzsystems bezeichnen könnte. Mehr...

Kommentar: Alles halb so wild, findet Milleker. Eine Ansteckungsgefahr der Industrieländer sieht er nicht. Uns erinnert das sehr stark an die diversen Experten-Einschätzungen zur Entwicklung der US-Subprimekrise, deren internationales Schadenspotential damals als eher gering eingestuft wurde. Absurd, wie alle Welt heute weiß (aber vielleicht immer noch nicht alle Experten?). Natürlich ist es heute auch ganz leicht, bei so viel Krisenherden in der Welt, die Übersicht zu verlieren. 

   
Geraten die Schwellenländer nachhaltig aus der Spur - und danach sieht es aus - dann kann das praktisch nicht ohne Blessuren für die Industriestaaten abgehen. Jedenfalls interpretieren wir so die Grafik aus der WELT


Absturz eines Superstars: Norwegen droht Mega-Krise
(focus.de) Norwegen gilt als gelobtes Land: Stabile Währung, die Öl- und Gasvorkommen sorgen für sprudelnde Einnahmen und die Schulden sind gering. Doch der Idylle droht ein jähes Ende. Mehr...

Kommentar: Es ist überall das gleiche kapitalistische Schuldenmodell, das früher oder später kollabiert. Selbst in Norwegen. Als das Land noch für seine Finanz- und Wirtschaftspolitik gefeiert wurde haben wir uns bereits kritisch zu Wort gemeldet. Gefühlt ist das schon eine kleine Ewigkeit her. Jetzt sehen wir uns bestätigt.   


In China schlummert ein Monster
(blog.fuw.ch) Im Gebälk des chinesischen Finanzsystems knarrt es. Dieser Tage herrscht zwar allgemeine Feststimmung – das Jahr des Pferdes hat begonnen –, doch in den vergangenen Wochen hatte der Beinahe-Ausfall eines Kreditprodukts im Umfang von 500 Millionen Dollar die Finanzwelt in Atem gehalten.
Ein Verlust von 500 Millionen Dollar in einer Volkswirtschaft mit einer Jahresleistung von fast 10'000'000 Millionen Dollar sollte eigentlich kaum der Rede wert sein. Wieso also die Aufregung?
Einiges an dieser Episode erinnert an den so genannten «Bear Stearns Moment», als im Juni 2007 zwei Hedge Funds der New Yorker Investmentbank Bear Stearns wegen Fehlspekulationen mit verbrieften Subprime-Hypotheken Schwierigkeiten gerieten. Die beiden Fonds waren mit einem Vermögen von rund 1,6 Milliarden Dollar zwar klein – auch sie: kaum der Rede wert –, doch sie gingen als "Kanarienvögel in der Kohlemine" in die Geschichte ein: die ersten Opfer der Finanzkrise, die ein gutes Jahr später beinahe das westliche Bankensystem auslöschen sollte.
Schauen wir uns die Situation in China also etwas genauer an. Mehr...

Kommentar: Dieses Ereignis ist endlich doch im deutschsprachigen Raum angekommen. Mark Dittli von der Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT hat sich der Sache angenommen. Ein sehr informativer Beitrag, leicht verständlich geschrieben und mit einem nachvollziehbaren, aber auch wachsweichen Fazit: "Bisher sind es nur die ersten leisen Warnsignale, die aufhorchen lassen. Der grosse amerikanische Ökonom Hyman Minsky (...) hat wunderschön beschrieben, wie ein von Kreditschöpfung befeuerter Boom abläuft. Irgendwann, aus irgend einem trivialen Grund, kippt die Stimmung, und das Kartenhaus stürzt zusammen. Für diesen Kulminations- und Wendepunkt hat sich der Begriff "Minsky Moment" eingebürgert. Gut möglich also, dass China in den vergangenen Monaten seinen Minsky Moment erlebt hat. Nochmals: Ich habe keine Ahnung, ob und wann die chinesische Kreditblase platzt. Oft ist das Argument zu hören, China als von Peking geführte Kommandowirtschaft sei ein besonderer Fall, und die Zentralregierung habe alles unter Kontrolle. Mag schon sein. Allerdings erinnert das gefährlich an Japan im Jahr 1989, als an den Weltfinanzmärkten gebetsmühlenartig erklärt wurde, das allmächtige Ministry of Finance in Tokyo habe alles im Griff und würde es niemals zulassen, dass Nippons Boom-Wirtschaft etwas zustösst. Doch Monster haben die unangenehme Eigenschaft, dass sie sich irgendwann nicht mehr kontrollieren lassen." Zur Veranschaulichung noch die drei Charts aus dem Beitrag: 

"Die folgende Grafik zeigt eindrücklich, wie das Kreditvolumen in China explodierte, als die Wirtschaft Ende 2008 absackte (Quelle: Morgan Stanley):"
 

"Die folgende Grafik zeigt die Zusammensetzung dieses Kreditvolumens (Quelle: Morgan Stanley):"


"Der chinesische Unternehmenssektor ist (...) im Ländervergleich deutlich höher verschuldet als der Unternehmenssektor in Japan, den USA oder Europa, wie die folgende Grafik zeigt (Quelle: Morgan Stanley):"


 

Die These vom Monster stützen zwei weitere aktuelle Beiträge, die, wie könnte es anders sein, aus den USA stammen. ACTING MAN titelt "How Dangerous Is China’s Credit Bubble for the World?". Im Vorspann heißt es: "Following on the heels of a report that appeared in the Telegraph on the topic, William Pesek at Bloomberg has recently also written an article about Charlene Chu (formerly with Fitch, nowadays with private firm Autonomous Research) and her opinions on China's shadow banking system and the dangers it represents. The article is ominously entitled 'China, the Death Star of Emering Markets'." Gleich hinterher noch das Fazit: "No-one knows for sure how big a problem China's economy will eventually face due to the massive credit and money supply growth that has occurred in recent years and no-one know when exactly it will happen either. There have been many dire predictions over the years, but so far none have come true. And yet, it is clear that there is a looming problem of considerable magnitude that won't simply go away painlessly. The greatest credit excesses have been built up after 2008, which suggests that there can be no comfort in the knowledge that 'nothing has happened yet'. Given China's importance to the global economy, it seems impossible for this not to have grave consequences for the rest of the world, in spite of China's peculiar attributes in terms of government control over the economy and the closed capital account." Mehr hier

"Presenting China's Largest Shadow Bank" ist Thema bei ZERO HEDGE: "Shadow banks in China come in a variety of forms and guises. The term is applied to everything from trust companies and wealth management products to pawnshops and underground lenders. What surprising is that China’s biggest shadow bank is actually a creation of the central government and receives billions in financing directly from the banks.  Even more interesting, this shadow bank recently pulled off a successful international IPO where it raised billions of dollars." Mehr hier. Die folgenden beiden Charts stammen aus dem Beitrag: 




January Payolls Big Miss Again At 113K Below 180K Expected, December Unrevised
(zerohedge.com) So much for the hope of either a surge in January jobs, or a massive upward revision in the December print. Moments ago the January jobs number came out and at 113K, it was a huge miss to the expected 180K, but more importantly, the December number which was expected to be revised much higher was virtually unchanged at 75K, compared to 74K originally. The unemployment rate, which has become largely irrelevant, dipped to 6.6% from
6.7%, just so Obama can get the brownie points for fixing the economy. However, judging by the market reaction this is hardly what the traders think. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Auch in diesem Monat gibt es sie wieder, die Mysterien am US-Arbeitsmarkt. Here we go. 

Die Grafik zum Beitrag: 


ZERO HEDGE bringt es auf den Punkt: "Spot The 'It's All The Weather's Fault' Lie". Und liefert die Basics: "December and January saw dismal job gains based on the NFP data... but as we now know, thanks to Zandi and Liesman, that we should ignore it because it's all about the weather. So, confused, we looked at the number of employed people who are "not working due to weather" (thank you for the convenient series BLS) to gauge the significance of the impact... it appears, from the chart below, that more people were out of work due to weather in 2008, 2009, 2010, 2011, and 2012...?" Read here. Der folgende Chart aus dem Beitrag lässt keinen Zweifel:



Ebenfalls sehr aufschlussreich: "BLS Revises Historical Job Numbers Higher By Half A Million: A Look At The 'Before' And 'After'" (wieder von ZERO HEDGE): "With the HFT brigade selling then buying, and trying to goalseek an explanation of why this happened after the fact, one key aspect of today's release that was ignored is that the BLS just revised its Establishment Survey data, in the process changing all historical job numbers. To wit: "Establishment survey data have been revised as a result of the annual benchmarking process and the updating of seasonal adjustment factors. Also, household survey data for January 2014 reflect updated population estimates." As a result of this revision, while the monthly changes were not that dramatic, what happened is that the "stock" level of jobs as reflected in the Establishment Survey rose by half a million as of December 31, from 136,877 to 137,386. And so all key historic data - from GDP in early 2013 to jobs - has now been revised to reflect a more rosy economy, and instill consumers with even more confidence in hopes they will spend, spend, spend." Read more here. Eine anschauliche Grafik aus dem Beitrag haben wir auch:


Zum Abschluss des Themas heute noch einen Beitrag, der bereits einen Tag vorher bei ZERO HEDGE (sorry!) erschienen ist: "How To Read, And Trade, Tomorrow's Jobs Report". Es lohnt sich: "This is an important jobs report. Not because it matters in the least whether the US economy added 170,000 new jobs or 185,000 new jobs. Not because it matters a whit whether the unemployment rate goes up or down 1/10th of 1 percent. No, the importance of this jobs report rests in two related linguistic games. Here's how to translate the lingo." Read the rest here

Unser "Beitrag" bildet definitv den Schluss. Er stammt wieder, wie in jedem Monat, von John Williams und zeigt seinen aktuellen Chart: 



Janet Yellen : Die „Ich hatte keine Ahnung“-Frau führt jetzt die Fed
(finanzen100.de) Janet Yellen hat Anfang Februar Ben Bernanke an der Spitze der US-Notenbank abgelöst. In ihrer 100jährigen Geschichte führt dabei erstmal eine Frau die Fed. Viele Investoren gehen davon aus, dass Yellen die lockere Geldpolitik der Fed fortsetzen wird. Entscheidend ist, ob Yellen das Anleihenkaufprogramm tatsächlich weiter herunterfahren wird. Zuletzt hat sie gesagt, dass es keine Blase am Aktienmarkt gäbe. Das ist genau die Frau, die bei einer Befragung zur 2008er-Krise gesagt hat: "Ich habe nichts von alledem
kommen sehen, bis es passiert ist." Mehr...

Kommentar: Fakt ist nur, dass Yellen (noch) nicht auszurechnen ist. Deshalb stochern die deutschen Qualitätsmedien im Nebel herum, auf der Suche nach Verwertbarem. Vor so viel Oberlehrerhaftigkeit schützt das Studium der Prognosen deutscher Wirtschaftsforscher aus der damaligen Zeit. Das sorgt für ein bisschen Demut. Denen ist es nämlich ausnahmslos genauso ergangen. Wer im Glashaus sitzt, sollte bekanntlich nicht mit Steinen werfen. In Asien jedenfalls pflegt man bereits ein anderes Bild der Fed-Chefin: