Donnerstag, 13. Februar 2014

Standpunkt 881 - Nachrichten-Ticker, 09. - 11.02.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir haben in den vergangenen Wochen jede freie Minute dafür verwendet, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können. Wir haben es nicht geschafft. Das Update ist uns aus den Fugen geraten und der aktuelle Vorstoß der Bundesbank zu einer Zwangsabgabe hält uns zusätzlich auf. Wir werden einige Tage länger brauchen. Dafür bitten wir um Verständnis. Andererseits sind wir davon überzeugt, dass sich die Warterei lohnt. 

Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – Macht vs. Demokratie in Europa Goldman Sachs stellt Janet Yellen - Desaster US-Arbeitsmarkt – Die Grob-Prognistiker von der OECD – Janet Yellen "tapert" – Griechenland (4 Beiträge) Neuigkeiten aus Kanada – Japan 


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin. Heute hat offensichtlich auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, dem IWF-Vorschlag zugestimmt (hier).

Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem ist nicht zu helfen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv vorüber. Jetzt gilt es, dem Feind in die Augen zu schauen. Die Betroffenen scheinen das langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen.

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben.

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


Jetzt geht es um die Macht in Europa
(spiegel.de) "Fuck the EU", schimpft eine US-Diplomatin - weil die Amis Europa nicht mehr verstehen. Dabei beginnt hier nach der Euro-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts eine wegweisende Debatte: Wer hat die Macht, Banker oder Bürger? Mehr...

Kommentar: Der Schreiber dieser Kolumne, Jakob Augstein, möchte verhindern, was schon nicht mehr zu verhindern ist. Er glaubt, in Europa sei, anders als in den USA, wer die Macht hat noch nicht endgültig entschieden. Nach unserer Auffassung eine grundfalsche Annahme, wie die Umstände der Krise in Europa zeigen. Was in Amerika offen zur Schau getragen wird, findet in Europa sehr viel subtiler statt, ist im Ergebnis jedoch das Gleiche: Geld regiert die Welt. 

Einige Beispiele aus Deutschland: Die Wirtschaft fordert Steuersenkungen, die rot-grüne Kolalition unter Gerhard Schröder liefert. Die Banken fordern die Steuerbefreiung von Erlösen aus Unternehmensverkäufen, die rot-grüne Regierung unter G. S. liefert. Die Banken fordern eine Öffnung des heimischen Finanzmarktes, die rot-grüne Regierung unter G. S. liefert, die schwarz-rote unter Angela Merkel besorgt den Rest. Obwohl zu der Zeit längst in Berlin bekannt war, dass die Landesbanken, später auch die HRE, schon riesige Müllberge in ihren Bilanzen aufgetürmt haben. Die deutschen Großbanken, allen voran die Deutsche Bank, waren in dieser Zeit noch damit beschäftigt, sich mit den Schrottpapieren aus dem bereits kriselnden US-Subprime-Markt vollzusaugen und billionenschwere Risiken im Derivatehandel aufzubauen. Als dann 2008, ausgelöst durch die Pleite von Lehman Brothers, über Nacht die Finanzindustrie in Europa in existenzielle Schwierigkeiten geraten ist, wurde deren Rettung auch von der deutschen Kanzlerin schnell für alternativlos erklärt. Anschließend setzte die Politik eine gigantische Rettungsmaschinerie in Bewegung, die nicht mehr zum Stehen kommt. Die unmittelbare Folge: Für viele Länder wurde aus der Bankenkrise eine Staatsschuldenkrise, weil die Verluste einfach sozialisiert worden sind. Bis heute hält die europäische Politik an dieser Krisen-Mythologie fest. Demokratie und ihre Grundrechte stören da nur. Deshalb hat die Eiserne Lady Kanzlerin Angela Merkel 2011 den eingängigen Begriff der "marktkonformen Demokratie" geprägt. Die Erklärung lieferte Merkel gleich mit: "Wir leben ja in einer Demokratie und das ist eine parlamentarische Demokratie und deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments und insofern werden wir Wege finden, wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch marktkonform ist" (hier). Was hinter diesem Treiben steckt, hat der deutsche Politiker (von 1969 bis 2004) Johannes Rau einmal so beschreiben: "Nicht wir Politiker machen die Politik, wir sind nur die Ausführenden. Was in der Politik geschieht, diktieren die internationalen Großkonzerne und Banken." Heute erleben wir eine Demokratie, wie sie bereits Romain Rolland, ein franz. Schriftsteller und 1915 Nobelpreisträger für Literatur, vorhergesehen hat: "Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten, die Wolle abzuscheren." Augstein's Hoffnung trügt: Daran wird kein Gericht der Welt etwas ändern. Uns fällt dazu eher ein Zitat des deutschen Dichters Friedrich Rückert ein: "Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott. Doch bald wird wieder Gerechtigkeit walten. Dann urteilt das Volk, und dann gnade euch Gott!" Bis es soweit ist, das dauert noch. 


Goldman's 5 Key Questions For Janet Yellen
(zerohedge.com) Fed Chair Janet Yellen will deliver her inaugural monetary policy testimony on February 11 and 13. Her prepared remarks will be released at 8:30amET and the testimony will begin at 10amET. Goldman, unlike the market of the last 3 days, believes that Ms. Yellen is likely to "stick to the script" in her first public remarks since taking over from Bernanke but they look for additional color on the following issues: (1) the recent patch of softer data; (2) the Fed's thinking on EM weakness; (3) the hurdle for stopping the taper; (4) the amount of slack in the labor market; and (5) the future of forward guidance. Read more...

Kommentar: Bleibt Yellen in der Tradition von Greenspan und Bernanke, wird sie sich so lange wie möglich bedeckt halten und - bewusst - Raum für Spekulationen lassen. Goldman Sachs ist der größte Raubfisch im Becken der Finanzindustrie und gleichzeitig bestens vertreten an den Hebeln der Macht. Da lohnt es sich immer, genauer hinzusehen. 


About Those 2.9 Million Jobs Lost In January... 
(zerohedge.com) Much has been said about the January Non-farm payrolls number, which rose by 113K on expectations of a 180K increase, most of which has been focused on the US atmospheric conditions during the winter. There is a problem with those numbers: they don't really exist (as for the non-impact of "the weather" on jobs we showed previously that the number of people "not at work due to weather" as calculated by the BLS itself. this winter was lower than 2008, 2009, 2010, 2011 and 2012 - so much for historic winter weather). So what really happened in January? For the real answer we have to go to the BLS' non-seasonally adjusted data series. It is here that we find that in January, some 2.870 million real, actual jobs were lost, not gained. Putting this further in perspective, the number of NSA jobs losses in January 2014 was greater than in January of 2013, 2012, 2011 and tied that of 2010. In fact only during the peak of the depression in January 2009 was there a greater NSA drop in the first month of the year when 3.691 million jobs were lost.  


So how does a loss of 2.9 million jobs become a "gain" of 113K jobs in the same month? Simple: through the magic of seasonal adjustments. Read more...

Kommentar: Ein lohnender Beitrag über die Künste der Statistiker des BLS, wahre Meister ihres Fachs. 


Die ahnungslosen Propheten von der OECD 
(welt.de) In der letzten Krise hat sich die OECD mit ihren Wachstumsprognosen böse verrechnet. Zwar gesteht sie Fehler ein, die Schuld aber gibt sie der Realität, die anders ist als ihre theoretischen Modelle. Mehr...

Kommentar: Bei Akademikern dieser Güte darf die Frage erlaubt sein: Noch nichts von Mephisto aus Goethes Faust und seinem "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie..." gehört? Der Gedanke an diesen Ausspruch würde so mancher Prognose guttun. Nicht nur denen des OECD, wir kennen noch viele andere Beispiele. Die eigenen Unzulänglichkeiten gegenüber der Öffentlichkeit nicht einzugestehen, ist heutzutage gesellschaftlicher Konsens und deshalb keine Überraschung. 

Auf jeden Fall ein informativer Beitrag. Ganz besonders, wenn man dabei folgendes Zitat bedenkt: "Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat." Stammt von Winston Churchill


Janet Yellen geht wie geplant vom Gas
(wirtschaftsblatt.at) Die neue US-Notenbankchefin Janet Yellen will die Geldschwemme trotz der zuletzt schleppenden Erholung am Jobmarkt weiter eindämmen. Mehr...

Kommentar: Das wird sie nicht - wetten? Der wichtigste Grund: Die weltweite Finanzindustrie benötigt weiter dringend die monatlichen "Zuwendungen" aus dem Washingtoner "Eccles Building", dem Hauptsitz des Fed. Deshalb äußert sich Yellen auch sehr zurückhaltend über die weiteren Pläne und "erklärte bei der Anhörung, dass die Fed die Käufe in den kommenden Monaten "wahrscheinlich" weiter reduzieren werde", wie die Zeitung schreibt. Insofern ist die Überschrift eigentlich falsch. Die Arbeitsmarktdaten spielen übrigens keine Rolle. Neue Jobs schafft das frische Geld nicht.     


Jens Bastian – Kassandrarufe und Erfolgsmeldungen aus Griechenland
(neuewirtschaftswunder.de) Wer sich zu Anfang des Jahres in Griechenland darum bemüht, ein realistisches Bild von der wirtschaftlichen Situation und deren Perspektiven für 2014 zu zeichnen, riskiert entweder unter Kassandraverdacht zu geraten, oder als Weichspüler der wahren Probleme und Herausforderungen des Landes zu gelten. Die sechsmonatige EU Ratspräsidentschaft soll eine Erfolgsgeschichte für Athen werden. Beobachter aus dem In- und Ausland sollen möglichst die Erfolge und Errungenschaften des Reformprozesses in den Vordergrund stellen. Wer von dieser Leitlinie abweicht und sich einen kritischen, zweiten Blick hinter die Kulissen der Leuchtturmprojekte bewahrt, handelt sich allzu rasch den Vorwurf ein, als Spielverderber zu gelten. Aber es sind gerade die Zwischenräume und Grautöne, die Aufschluss darüber geben, wo Griechenland heute steht und wie es in den kommenden Monaten weitergehen soll. Mehr...

Kommentar: Bei uns hat der Beitrag viel Ratlosigkeit hinterlassen. Riesig und, ohne ernsthafte Hilfe von außen, unlösbar sind die beschriebenen Probleme in Griechenland. Jens Bastian hat scheinbar bei der Suche nach Positivem die berühmte Nadel im Heuhaufen gefunden. Seine positiven Eindrücke sind nicht nachvollziehbar. Wir werden uns heute und in den nächsten Tagen ein wenig mehr mit der aktuellen Situation in Griechenland beschäftigen, um uns und unseren LeserInnen einen besseren Eindruck zu verschaffen. 

Am 22. Januar 2014 hat Eurostat die öffentlichen Schuldenstände für das 3. Quartal 2013 veröffentlicht. Wir zeigen an Hand der Eurostat-Grafiken die Entwicklung: 


Eurostat schreibt dazu: "Die höchsten Verschuldungsquoten verzeichneten am Ende des dritten Quartals 2013 Griechenland (171,8%), Italien (132,9%), Portugal (128,7%) und Irland (124,8%) und die niedrigsten Quoten Estland (10,0%), Bulgarien (17,3%) und Luxemburg (27,7%)."  


"Im Vergleich zum zweiten Quartal 2013 verzeichneten zehn Mitgliedstaaten am Ende des dritten Quartals 2013 einen Anstieg der Verschuldungsquote, siebzehn registrierten einen Rückgang und in Slowenien blieb die Verschuldungsquote unverändert.  Die  höchsten  Anstiege  der  Quote verzeichneten  Zypern (+11,0  Prozentpunkte,  Pp.),  Luxemburg  (+4,6 Pp.) und  Griechenland  (+3,0  Pp.)."  


"Im Vergleich zum dritten Quartal 2012 wiesen dreiundzwanzig Mitgliedstaaten am Ende des dritten Quartals 2013 einen Anstieg  und  fünf einen  Rückgang  der  Verschuldungsquote  auf.  Die  höchsten  Anstiege  der Quote meldeten Zypern (+25,3 Pp.), Griechenland (+19,9 Pp.), Spanien (+14,3 Pp.) und Slowenien (+14,1 Pp.) (...)." 
  

Weitere 50 Jahre Schuldknechtschaft für Griechenland
(griechenland-blog.gr) Laut dem Wirtschaftsprofessor Yanis Varoufakis ist die Regierung Samaras im Begriff, Griechenland in ein weiteres halbes Jahrhundert der Schuldknechtschaft zu führen.

Der Wirtschaftsprofessor Yanis Varoufakis erklärt in einem Interview an die “Avgi”, die Regierung Samaras führe das Land mit der Anbindung an den Kurs Merkels in ein "Regime der Schuldknechtschaft". Der einzige wesentliche Beitrag des primären Überschusses – betont er – ist, als "Androhung der Nichtbefolgung des Memorandums, bis Verhandlungen über seine substantielle
und radikale Änderung beginnen" benutzt zu werden. "Ohne radikale Änderung der  Kreditvereinbarung" – des Memorandums – kann die Wirtschaft nicht stabilisiert werden, betont Yanis Varoufakis und schlägt einen Schuldenschnitt, den Umtausch der Anleihen gegen neue spezielle Anleihen mit Wachstumsklausel und den Transfer der für die Rekapitalisierung der Banken bereitgestellten 40 Mrd. Euro auf den ESM vor. Lesen Sie nachstehend das Interview in deutscher Übersetzung.
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Kommentar: "Schuldenknechtschaft", ein Wort, dass den LeserInnen unseres Blogs nicht unbekannt sein dürfte. Ein bemerkenswertes Interview, Yanis Varoufakis weiß, wovon er spricht: "Alle sind sich über die Nichttragfähigkeit einig. Anders gesagt, der griechische ist Staat praktisch bankrott – und das bedeutet per Definition, dass die Schuldung nicht tragfähig ist. Einem Insolventen neue Kredite unter der Bedingung "neuer" Maßnahmen (welche die Einkommen komprimieren) zu geben, macht jeden Nutzen aus der kleinen Senkung der Zinssätze zunichte. Und so wird die Version des Bankrotts in die Zukunft verlagert, der substantielle Bankrott vertieft sich und die Investoren werden noch mehr entmutigt (da sie voraussehen, dass die Periode, für die unser Staat praktisch bankrott bleibt, verlängert wird)."


Griechenland: Mehr Schmiergelder als Schulden?
(heise-telepolis) Deutsche Firmen scheinen bei der Korruption ganz vorne gestanden zu haben.
Plaudernde korrupte Beamte bringen Griechenlands Politikwelt in Bedrängnis. Die Beamten haben die Omerta gebrochen und decken die Korruption der vergangenen Jahre auf. Es sind allerdings so viele Fälle, dass sich die peniblen Beamten beim besten Willen nicht mehr an alle erinnern können. Kein Rüstungsdeal lief ohne Bestechung ab. Die Lieferanten aus Deutschland, Russland, Frankreich und den USA zahlen die Schmiergelder nicht aus eigener Tasche, sie schlugen die Zahlungen schlicht auf die Rechnung drauf. Diese zahlten dann zunächst die griechischen Steuerzahler. Seit der Zypern-Krise 1974 hat der griechische Staat knapp 216 Milliarden Euro für Waffen ausgegeben. Im Vergleich zu den Staatsschulden, die im August 2013 bei 316 Milliarden Euro lagen, ist dies eine stolze Zahl. Das gilt vor allem dann, wenn man bedenkt dass die Käufe auf Pump erfolgten und folglich Zins und Zinseszinsen dazu kommen.
Sollte das Land endgültig Pleite gehen, dann geht die Rechnung nach Berlin, Paris und in die übrigen Hauptstädte der Eurozone. Hellas zahlte jahrzehntelang zwischen drei und sechs Prozent des Staatshaushalts für die Rüstung. In der Regel lagen die Ausgaben für Waffenkäufe auf dem doppelten Niveau der Bildungsausgaben. Erst für 2014 fiel der Etatposten auf unter zwei Prozent.
Auch in der Krise scheint der Kalte Krieg für die Hellenen noch nicht vorbei zu sein.Trotz ständiger Kürzung von Renten, Löhnen und Sozialleistungen und immer neuen Steuern bleibt das Land an der Außengrenze Europas hinsichtlich seiner Rüstungsausgaben unter den ersten drei EU-Ländern. Schlimmer noch, die fanatischsten Verfechter der unsozialen Sparmaßnahmen drängten die Griechen, weiterhin ihre Arsenale zu füllen.
Schließlich verkauften die Rüstungslieferanten geschickt ihre Waffensysteme zuerst an den Erzfeind Türkei und erhöhten somit den Druck auf die Griechen zum ruinösen Wettrüsten. Profitiert davon hat, glaubt man der Presse, vornehmlich Deutschland. Schließlich sind die beiden notorischen Streithähne die besten Kunden der deutschen Rüstungsindustrie. Übersehen wird dabei, dass der Kapitalzufluss der Rüstungsindustrie nicht unbedingt mit dem Wohlstand der Einwohner Deutschlands korreliert. Ebenso wenig konnten die Griechen das Ausmaß der Bestechung ihrer Politiker abschätzen. Denn vor staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen waren diese bislang gefeit.
Tatsächlich haben neben Deutschland auch noch weitere Industriestaaten vom
Waffengeschäft profitiert. Mehr...


Kommentar: Geschäftstüchtig und mit der Politik offensichtlich bestens vernetzt sind sie, die deutschen Rüstungskonzerne. Und höchst kreativ bei ihren Maßnahmen zur Absatzförderung mittels Schmiergelder: "Um den Griechen (170 Stück) Leopard 2 Panzer anzudrehen, hatten sie (die örtlichen Vertreter des Herstellers Kraus Maffei Wegmann, unsere Anm.) faktisch das komplette Ministerium geschmiert. Unter den verdächtigen Firmen befinden sich zahlreiche alte Bekannte, wie der bereits wegen nachgewiesener Korruption in Griechenland abgestrafte Siemens Konzern."

Quelle: nrhz.de

Vor diesem Hintergrund ist nur zu verständlich, dass die Griechen wenig Lust verspüren eine Suppe auszulöffeln, die ihnen hauptsächlich ausländische Konzerne, allen voran deutsche, eingebrockt haben. 


Griechenland: Die Armut hat Waffen
(griechenland-blog.gr) Wenn die Regierung nicht endlich etwas unternimmt, könnte es in Griechenland bald zu unkontrollierbaren Zuständen kommen, deren Folgen niemand vorauszusehen vermag.
Die Kühlschränke zehntausender unserer Mitbürger in Griechenland sind leer, ihre Wohnungen eiskalt, ihre Bankkonten werden "legal" von dem Finanzamt geplündert, die Immobilien, Löhne und Einkommen der Steuerpflichtigen mit Schulden an den Fiskus werden gepfändet, die Mautgebühren auf den Autostraßen steigen um 60 Prozent. Trotz all diesem versucht die Koalitionsregierung davon zu überzeugen, alles sei in Butter. Dass der Aufschwung begonnen hat. Dass eine Prolongierung der Verschuldung erfolgen wird und die Zinsen gesenkt werden. Dass die Arbeitslosigkeit anzuschwellen aufgehört hat. Dass – jetzt – die Ungerechtigkeiten zwischen den Bürgern korrigiert werden. “Es läuft gut” vertreten im Vorfeld der Wahlen die Herren Samaras (Premierminister), Provopoulos (Präsident der Griechischen Bank) und der brillante Stab des Herrn Stournaras (Finanzminister). Mehr...


Kommentar: Bekommen wir wieder bürgerkriegsähnliche Zustände in Europa? In dem Fall können die griechischen Machthaber auf jeden Fall die gekauften Rüstungsgüter gut gebrauchen - um sie gegen das eigene Volk einzusetzen. Viele Hemmungen wird es kaum geben und die Eiserne Lady Kanzlerin Angela Merkel und ihr Gefolge werden wenig dagegen einzuwenden haben. Schliesslich schützt die griechische Regierung die Interessen deutscher Banken (und ihrer Sparer, werden sie behaupten). 


News from Canada: What pig?
(greaterfool.ca) Let’s figure this out. The average wage gain in this crusty country in the twelve months was 1.8%. Inflation’s running at 1.2%. So, families are 0.6% to the good, except that the dollar went down 10% which means prices will be steadily rising.
In any case, a 0.6% increase in household income doesn’t stand much of a chance against the 9% that GTA house prices increased in a year, the 14.8% gain in SFH values in 416 (to $888,100), or even the 3.1% swelling in the cost of detached houses in Vancouver ($929,700).
How, you ask, can the price of something 70% of people own experience gains like that when families don’t have any more money? 

Easy answer. They borrow it. So consumer and mortgage debt has risen even faster than house values, bloating by 12% in the past year. We now owe $1.4 trillion. Holy crap.
Using borrowed money to support continued real estate appreciation, which begets more appreciation, convincing you that borrowing was a great friggin’ idea, is not new. The Americans did it extremely well in the years leading to, oh, 2006. Lots of debt growth kept house prices advancing until the economy soured and debt levels hit a wall. House prices fell, and folks scrambled to pay off debt. In the course of things, as you might remember, we had a financial crisis.
Here’s a brief reminder. Your debt is in red. Their debt is in blue. 




If you believe the red line will continue to go up, then buy a house at today’s prices. If you feel there’s an inevitability in our line looking like theirs, wait. Of course, it will. Read more...

Kommentar: Lange Zeit war Kanada hierzulande bei einer Reihe von Experten und natürlich der Journaille eines der Musterländer in der Welt. Es war kaum möglich, dagegenzuhalten. Damit ist es vorbei. Der Kanadier Garth Turner ist für uns und unsere LeserInnen endlich eine zuverlässige Quelle, um der kanadischen Wirklichkeit nachzuspüren. 

Wer glaubt, Kanada sein nicht wichtig, der hat weit gefehlt. Auch die Entwicklung dort kann die Krise weltweit verstärken. 


Japan Machine Orders Crumble At Fastest Pace In 22 Years As BOJ Board Member Warns More QE May Not Be Coming 
(zerohedge.com) If you needed another reason to buy stocks, trust in the growth meme, and have your faith in Abenomics confirmed... look away. Japanese Machine orders for December just printed -15.7% in December - the biggest MoM plunge since 1992. This is the biggest miss to expectations since 2006 and what is considerably more problematic for Abe et al. is that YoY expectations of a core machine order rise of 17.4% was hopelessly missed with a small 6.7% gain (and this is data that excludes more volatile orders). Read more...

Kommentar: Neuigkeiten von einem weiteren Krisenherd im fernen Asien. Die "Abenomics" entwickeln sich zu einer Luftnummer. Hoffentlich merkt das so schnell niemand. Wir zeigen einen aussagekräftigen Chart aus dem Beitrag: