Montag, 17. Februar 2014

Standpunkt 883 - Nachrichten-Ticker, 13.02.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir haben in den vergangenen Wochen jede freie Minute dafür verwendet, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können. Wir haben es nicht geschafft. Das Update ist uns aus den Fugen geraten und der aktuelle Vorstoß der Bundesbank zu einer Zwangsabgabe hält uns zusätzlich auf. Wir werden einige Tage länger brauchen. Dafür bitten wir um Verständnis. Andererseits sind wir davon überzeugt, dass sich die Warterei lohnt. 

Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – Nachtrag: Bernanke's 30 Billionen Dollar Ding Betrüger Mega-Banken  - Deutschlands Schulden Vermögensentwicklung in der Krise, Teil 5: Die Veränderungen in der Zusammensetzung der Vermögensportfolios – Deutschland: Illusion Vollbeschäftigung Ifo-Prognose und die Weltwirtschaft Singapur: Die Mutter aller Vulkane im Schwellenmarkt-Universum - Griechenland - EU - Geheimplan "Europäisches Sparkonto" (6 Beiträge) 


In eigener Sache
Nicht erst seit dem neuerlichen Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle immer wieder daraufhin. Heute hat offensichtlich auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, dem IWF-Vorschlag zugestimmt (hier).

Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem ist nicht zu helfen. Die Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken ist definitiv vorüber. Jetzt gilt es, dem Feind in die Augen zu schauen. Die Betroffenen scheinen das langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Wir haben bis in den Spätsommer 2013 hinein, über Monate hinweg, eine persönliche Beratung angeboten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - seine Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen.

Dieses Angebot mussten wir Anfang September 2013 leider aussetzen, weil die Nachfragen für unser kleines Team überhand genommen haben.

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt und bieten deshalb ab sofort wieder eine persönliche Beratung an. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Die Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


Fed-Chef Bernanke hielt Banken mit 30 Billionen Dollar am Leben
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Fed reagierte auf die Finanzkrise, indem sie den Banken Bailouts in Höhe von 30 Billionen Dollar zur Verfügung stellte. So hielt die US-Zentralbank das globale Finanzsystem aufrecht. Die großen Banken der Welt bereicherten sich in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Mehr...

Kommentar: Wir haben bereits vor Tagen hier darüber berichtet: "$29,000,000,000,000: A Detailed Look at the Fed’s Bailout of the Financial System", die in diesem Beitrag zitierte Studie aus den USA. "Angereichert" mit drei weiteren, lesenswerten Beiträgen zum Thema. Die deutschsprachigen Führungsmedien habe diese Sache - wie üblich - lieber totgeschwiegen. Wer sich mit der englischsprachigen Studie schwertut, der findet in diesem Beitrag wenigstens einen kurzen Überblick. 


The Vampire Squid Strikes Again: The Mega Banks' Most Devious Scam Yet 
(rollingstone.com) Banks are no longer just financing heavy industry. They are actually buying it up and inventing bigger, bolder and scarier scams than ever.

Call it the loophole that destroyed the world. It's 1999, the tail end of the Clinton years. While the rest of America obsesses over Monica Lewinsky (gemeint ist die Lewinsky-Affäre, eigene Anm.), Columbine (Amoklauf an der Columbine High School (hier), eigene Anm.) and Mark McGwire's biceps (bekannter US-Baseballspieler (hier), eigene Anm.), Congress is feverishly crafting what could yet prove to be one of the most transformative laws in the history of our economy – a law that would make possible a broader concentration of financial and industrial power than we've seen in more than a century. 
But the crazy thing is, nobody at the time quite knew it. Most observers on the Hill thought the Financial Services Modernization Act of 1999 – also known as the Gramm-Leach-Bliley Act – was just the latest and boldest in a long line of deregulatory handouts to Wall Street that had begun in the Reagan years.
Wall Street had spent much of that era arguing that America's banks needed to become bigger and badder, in order to compete globally with the German and Japanese-style financial giants, which were supposedly about to swallow up all the world's banking business. So through legislative lackeys like red-faced Republican deregulatory enthusiast Phil Gramm, bank lobbyists were pushing a new law designed to wipe out 60-plus years of bedrock financial regulation. The key was repealing – or "modifying," as bill proponents put it – the famed Glass-Steagall Act separating bankers and brokers, which had been passed in 1933 to prevent conflicts of interest within the finance sector that had led to the Great Depression. Now, commercial banks would be allowed to merge with investment banks and insurance companies, creating financial megafirms potentially far more powerful than had ever existed in America.
All of this was big enough news in itself. But it would take half a generation – till now, basically – to understand the most explosive part of the bill, which additionally legalized new forms of monopoly, allowing banks to merge with heavy industry. A tiny provision in the bill also permitted commercial banks to delve into any activity that is "complementary to a financial activity and does not pose a substantial risk to the safety or soundness of depository institutions or the financial system generally."
Complementary to a financial activity. What the hell did that mean? Read more...

Quelle: Victor Juhasz, rollingstone.com

Kommentar: Der Autor, Matt Taibbi (sehr viel detaillierter hier), gilt als einer der investigativsten Journalisten in den USA. Eine Spezies, die hierzulande offensichtlich ausgestorben ist. Taibbi hat sich früh mit den Ursachen und Verantwortlichen der Finanzkrise beschäftigt und schreibt heute regelmäßig über die Folgen und Entwicklungen. So auch in diesem Beitrag. Allen LeserInnen, die einigermaßen mit der englischen Sprache zurecht kommen, können wir diese Analyse nur dringend empfehlen. Vergleichbares ist auf dem deutschsprachigen "Markt" nicht zu bekommen (wahrscheinlich auch sonst nirgend in Europa). 

Die Krise in Europa ist KEINE Krise des Euro, darauf weisen wir regelmäßig hin. Es ist eine lupenreine Bankenkrise, die zum Zwecke der Vertuschung gegenüber der Öffentlichkeit in eine Staatsschuldenkrise und Euro-Krise umgedeutet worden ist. Wirtschaftshistoriker werden genau diese Feststellung in der Zukunft - leider erst dann - treffen und hinreichend belegen. Verursacht von einer Hand voll internationaler Großbanken, heute als systemrelevante TBTF-Banken eingestuft (die um jeden Preis gerettet werden müssen), angeführt von Goldman Sachs. Unterstützt von einer korrupten Politikerkaste, zu der in Deutschland zweifelsohne SPD und Grüne zählen. Die waren es, die während ihrer Regierungskoalition den deutschen Finanzmarkt für die betrügerischen Finanzprodukte endgültig geöffnet, die gewünschten Steuervorteile verschafft (u.a. für die Zweckgesellschaften) und die Aufsicht und Kontrolle dieses hemmungslosen Marktes einfach nicht vorgesehen haben. 

Quelle: filter-bubble.de

Diesen Umständen ist es geschuldet, dass bis heute keine ordentliche Aufarbeitung stattgefunden hat, dass es keine ernsthafte Finanzreform gibt und absolut keine Lust, dieser Krise mit geeigneten Mitteln zu begegnen. Was passiert, wird in der Wall Street entschieden, ein bisschen vielleicht auch in der Londoner City. Keinesfalls in den Hauptstädten (oder in Brüssel für die EU/Eurozone). Dort wird gemacht, was die Finanzindustrie erwartet. Nichts anderes. Wer die Folgen dieser Entwicklung einigermaßen abschätzen will, der muss sich so gut wie möglich informieren. Nicht in den heimischen Leitmedien - die unterstützen ausnahmslos die nutzlose Krisenpolitik ihrer Regierungen - sondern bei unabhängigen Quellen. Die Beiträge von Matt Taibbi gehören nach unserer Einschätzung definitiv dazu. 

Quelle: thereformedbroker.com



Deutschland: Ein Schuldenberg mit "Stupid Money"
(wirtschaftsblatt.at) Zwar hat Deutschland trotz einer 80-prozentigen Staatsverschuldung sein "AAA" behalten, es stellt sich aber trotzdem die Frage: Wie konnte sich ein derartiger Schuldenberg überhaupt auftürmen? Und was sind die größten Brocken im deutschen Budget? Die Banken spielen jedenfalls eine gewichtige Rolle. Mehr...

Kommentar: "Unter den Blinden ist der Einäugige König." Trotzdem ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann auch Deutschland sein Triple-A verliert. Zu recht, wie sich dann herausstellen wird. Bilanziert nach den "Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung" (GoB) wären der deutsche Staat und seine Bürger längst pleite. Einen bösen Patzer leistet sich der Beitrag am Schluss, als er behauptet: "Dass man den Bankensektor auch smart und nicht stupid hätte retten können, haben übrigens die USA gezeigt. Dort hat man problematische Banken über Aktienemissionen zwangsverstaatlicht, der Staat hat die Papiere schlussendlich wieder mit Gewinn verkauft." Das ist die märchenhafte Geschichte der US-amerikanischen Bankenrettung in den deutschsprachigen Leitmedien. Wahr ist sie nicht. 


Vermögensentwicklung in der Krise – Teil 5: Die Veränderungen in der Zusammensetzung der Vermögensportfolios
(querschuesse.de) Die Berechnungen des Vermögens der privaten Haushalte im Global Wealth Databook der Credit Suisse folgen internationalen Standards, die sich primär aus dem von den Vereinten Nationen (UN), dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der Europäischen Kommission und der OECD gemeinsam entwickelten „System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen“ („System of National Accounts“ (SNA93)) für die Erstellung von Vermögensbilanzen privater Haushalte ergeben. Mehr...

Kommentar: SLE hat den fünften Teil seiner Aufsatzreihe fertig. Eine mächtige Arbeit. Teil 4 haben wir hier, Teil 3 hier, Teil 2 hier und Teil 1 hier vorgestellt. 

Ausblick: "Im sechsten und letzten Teil der Aufsatzreihe stehen die Folgen der Krise für die Vermögensverteilung innerhalb von Ländern und Weltregionen im Mittelpunkt der Analyse." 


Die Illusion der Vollbeschäftigung 
(heise-telepolis) Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die Zahl der Reichen weltweit fortlaufend vergrößert, aber auch die Anzahl von Geringverdiener.
Deutschland geht es gut. So sagt man. Eine zentrale Frage, ob es der Beschäftigungslage in Deutschland gut geht, misst man für gewöhnlich an der Abnahme der Arbeitslosigkeit. Reicht es aber aus, daran die Qualität der Beschäftigungslage zu messen? Müsste man nicht vielmehr danach fragen, wie es um die Vollbeschäftigung in der BRD steht? Dazu ist es ratsam die Arbeitslosenzahlen nicht mit vorherigen Zeitpunkten zu vergleichen, da die Arbeitslosenzahlen mehr über die Summe von abgeschlossenen Arbeitsverträgen aussagen und weniger etwas über die Situation der Vollbeschäftigung. Um herauszufinden, wie es um die Vollbeschäftigung bestellt ist, muss man die Frage beantworten, ob genug Arbeit da ist und zukünftig vorhanden sein wird. Mehr...

Kommentar: Eine hervorragende Analyse, wie wir finden. Sie kann allen die Augen öffnen, denen die deutsche Wirtschaftspolitik seit den Tagen der rot-grünen Koalition als zukunftsicherer Königsweg erschienen ist. Am Ende bringt es der Beitrag in einem kleinen Absatz auf den Punkt: "Deutschland geht es nicht gut, sondern die Menschen in Deutschland stehen mitten in dem schleichenden strukturellen Zerfallsprozess der abhängigen Vollbeschäftigung, der zunehmend erst unten und dann immer weiter oben bemerkbar wird. Es wird Zeit, dass dieser Sachverhalt auf die politische Agenda kommt." Dafür besteht leider gerade bei der Großen Koalition überhaupt keine Chance. Trotz Beteiligung der ehemaligen Arbeiterpartei SPD. 

Zwei Grafiken, die wir passend zu diesem Beitrag entdeckt haben: 



Quelle: zerohedge.com

Weltwirtschaft – Freundlicher Ausblick, oder fortgesetzter Schlamassel? 
(blog.markusgaertner.com) Was haben die in München eigentlich geraucht, bevor sie diese Zahlen bekannt gegeben und entdeckt haben, dass der "wirtschaftliche Ausblick für die nächsten sechs Monate freundlich bleibt?" – Die Stimmung in der Weltwirtschaft ist so gut wie seit fast drei Jahren nicht mehr, wenn man den Zahlen aus dem Ifo-Institut vertraut. Das Vertrauen habe ich eigentlich. Aber mein Bauch sagt mir, die haben diesmal den falschen Planeten beobachtet, wenn das Barometer für das Geschäftsklima im ersten Quartal 4,6 Punkte auf 103,2 Zähler klettert. Mehr...

Kommentar: Da kann er uns nur leid tun, der Markus Gärtner, wenn er jemals den Prognosen aus München vertraut hat. Andererseits bietet sich ihm so die wunderbare Gelegenheit, die Irrtümer des Ifo-Instituts zu kommentieren. Zum besseren Verständnis liefern wir die Münchner Grafiken gleich mit: 








Die Mutter aller Vulkane im Schwellenmarkt-Universum 
(blog.markusgaertner.com) Auch auf die Gefahr hin, wieder den Miesepeter zu spielen. Aber die folgende GRAFIK darf ich einfach den geschätzten Lesern dieses Blogs nicht vorenthalten. Der Anstieg sieht an sich schon Besorgnis erregend aus, bevor man noch liest, worum es sich eigentlich handelt. Es ist völlig klar, dass hier etwas völlig außer Rand und Band geraten ist. Ist es auch: Es geht um die Bankkredite als Prozentsatz des BIP in Singapur.
Dieses Beispiel soll uns als Erinnerung daran dienen, wie sehr der langjährige Boom – angefacht mit billigem Geld der Fed sowie mit Spekulation von Trusts und reichen Chinesen – alles verzerrt hat und wie groß die aufgelaufenen Verwerfungen in vielen Schwellenländern derzeit sind, selbst verursacht oder nicht. Das Kreditvolumen in dem preis-entfesselten Inselstaat ist relativ zum Bruttoinlandsprodukt schneller angeschwollen als irgendwo sonst in Asien, China eingeschlossen.



Kommentar: Nur ein weiterer Beleg dafür, dass es überall auf der Welt nach dem gleichen kapitalistischen Prinzip funktioniert: Der Schuldentreiberei. Das könnte für diejenigen Erdenbürger demnächst ein böses Erwachen geben, für die Singapur der ultimative "safe haven" für ihr Vermögen sein soll(te).      

         
Griechenland wird zur Nicht-Lösung des Schuldenproblems verpflichtet 
(griechenland-blog.gr) Gemäß dem durchgesickerten Szenarium 50-50-15 soll Griechenland sich 50 Jahre lang Geld leihen, ohne seine Verschuldung senken oder gar tragfähig machen zu können. Mehr...

Kommentar: Neuigkeiten von Europas Krisen-Feldversuchsgelände Griechenland. Offensichtlich gehen Regierung und Troika für dieses Krisenexperiment die Versuchsanordnungen  aus. Letztlich handelt es sich wieder nur um ein "Troika'nisches Pferd": Die Analytiker erwarten als Gegenleistungen "eine Reihe neuer harter Maßnahmen und ein drittes Memorandum mit neuen und für unser Land untragbaren Verpflichtungen"


Die EU funktioniert auch ohne "Europa"
(heise-telepolis) Ein Blick auf unsere Nachbarn: Europa - das klingt inzwischen nach Krise und Unzufriedenheit. Dabei haben die EU-28-Staaten mit etwas über 11 Billionen Euro erheblich weniger Schulden als die Vereinigten Staaten von Amerika. In den meisten europäischen Ländern leben die Menschen friedlich in intakter Umwelt zusammen. Trotzdem gärt es scheinbar allerorten. Protestparteien treiben die Regierenden vor sich her. Die Medien sehen Europa in einer Dauerkrise. Eine "europäische" Identität gibt es bis heute nicht. Was ist los im reichsten Teil der Welt? Ein kleiner Streifzug durch die Schweiz, Frankreich, Deutschland und Italien. Mehr...

Kommentar: Ein sehr "undeutscher" Blick über den Tellerrand von Alexander Dill. Auf jeden Fall eine dicke Leseempfehlung wert. Alleine schon für diese Bewertung: "Dass es ausgerechnet in Deutschland, das als größtes europäisches Handels- und Exportland am meisten vom Euro profitiert, vermutlich sogar eine Mehrheit gibt, die für einen Ausstieg aus dem Euro plädiert, verlangt nach Erklärung. Eine, zugegeben sarkastische: Ein Land, das sich bereits 1914 und 1939 ohne besondere Not oder Angriffe von außen durch einen sinnlosen Krieg selbst vernichtet hat, könnte auch die friedliche Funktion und den Nutzen der Europäischen Union in einem Rausch irrationaler Identitätssuche übersehen." Seinem Fazit hat Dill in der Überschrift schon ein wenig vorgegriffen, deshalb verzichten wir an dieser Stelle auf den "Vorabdruck". 


"Europäisches Sparkonto" gegen Kreditklemme? - EU sieht bei Kleinsparern Potenzial
(n-tv.de) Nach der Finanzkrise vergeben Banken in vielen Ländern nur noch zögerlich Kredite, Die EU-Kommission arbeitet deshalb an Plänen, dieses Problem nachhaltig anzugehen. Dabei wirft sie auch ein Auge auf die rund 500 Millionen Sparer in der EU. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Schritt in Richtung "Financial Repression" oder gleich ganz eine Teillösung für eine Enteignung? Die DEUTSCHE-WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN haben sich - ganz im Duktus ihrer Berichterstattung - schon festgelegt:  "Geheimpapier: EU will Sparguthaben für Euro-Rettung konfiszieren". Sie schreibt in der Einleitung: "Die EU will die Ersparnisse der Europäer für die Rettung des Euro 'mobilisieren'. In einem umfassenden Projekt will die Kommission den Zugriff auf die privaten Sparguthaben. Die EU-Kommission will 'die Ersparnisse von 500 Millionen Bürgern' für 'langfristige Investitionen' verwenden. Ein ganz neuer Finanz-Sektor soll entstehen. Es ist ein ungeheuerlicher Vorschlag." Mehr hier

Selbst das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT schreibt unter "Exklusiv: EU will Sparguthaben für Firmenfinanzierung nutzen" davon: "Geheime Pläne der EU-Kommission: Persönliche Ersparnisse sollen angezapft werden, um die Wirtschaft anzukurbeln." Mehr hier. 

DIE WELT titelt dazu: "Wie die EU die Banken überflüssig machen will" Und erklärt ihre Sicht der Dinge: "Mittelständler kommen in manchen Euro-Ländern kaum noch an Kredite. Die EU-Kommission sucht nun nach Alternativen zu den Banken – dabei hat sie zu deren Knauserigkeit selbst beigetragen." Mehr hier. Natürlich kein Wort über die Gefahren des "Zwangssparens".

Natürlich widmet auch ZERO HEDGE diesem Thema einen ausführlichen Beitrag - mit einer klaren Ausrichtung: "Europe Considers Wholesale Savings Confiscation, Enforced Redistribution". Von Anfang an geht es gleich richtig zur Sache:  
"At first we thought Reuters had been punk'd in its article titled 'EU executive sees personal savings used to plug long-term financing gap' which disclosed the latest leaked proposal by the European Commission, but after several hours without a retraction, we realized that the story is sadly true. Sadly, because everything that we warned about in 'There May Be Only Painful Ways Out Of The Crisis' back in September of 2011, and everything that the depositors and citizens of Cyprus had to live through, seems on the verge of going continental. In a nutshell, and in Reuters' own words, 'the savings of the European Union's 500 million citizens could be used to fund long-term investments to boost the economy and help plug the gap left by banks since the financial crisis, an EU document says.' What is left unsaid is that the 'usage' will be on a purely involuntary basis, at the discretion of the 'union', and can thus best be described as confiscation.
The source of this stunner is a document seen be Reuters, which describes how the EU is looking for ways to 'wean' the 28-country bloc from its heavy reliance on bank financing and find ther means of funding small companies, infrastructure projects and other investment. So as Europe finally admits that the ECB has failed to unclog its broken monetary pipelines for the past five years - something we highlight every month (most recently in No Waking From Draghi's Monetary Nightmare: Eurozone Credit Creation Tumbles To New All Time Low), the commissions report finally admits that 'the economic and financial crisis has impaired the ability of the financial sector to channel funds to the real economy, in particular long-term investment.'
The solution? 'The Commission will ask the bloc's insurance watchdog in the second half of this year for advice on a possible draft law 'to mobilize more personal pension savings for long-term financing', the document said.'
Mobilize, once again, is a more palatable word than, say, confiscate."
Halt, ZERO HEDGE stellt am Ende noch eine tiefsinnige Frage und versucht sich an einer Antwort: "The only remaining question is: why leak this now? Perhaps it's simply because the reallocation of 'cash on the savings account sidelines' in the aftermath of the Cyprus deposit confiscation, into risk assets was not foreceful enough? What better way to give it a much needed boost than to leak that everyone's cash savings are suddenly fair game in Europe's next great wealth redistribution strategy." Read more here
Den von ZERO HEDGE zitierten REUTERS-Beitrag "Exclusive: EU executive sees personal savings used to plug long-term financing gap" gibt es hier.

Unser Fazit: Das stinkt gewaltig zum Himmel.