Donnerstag, 20. Februar 2014

Standpunkt 884 - Nachrichten-Ticker, 14.02.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Wir haben in den vergangenen Wochen jede freie Minute dafür verwendet, um unser neues Dossier im Januar 2014 zur Verfügung stellen zu können. Wir haben es nicht geschafft. Das Update ist uns aus den Fugen geraten und der aktuelle Vorstoß der Bundesbank zu einer Zwangsabgabe hält uns zusätzlich auf. Wir werden einige Tage länger brauchen. Dafür bitten wir um Verständnis. Andererseits sind wir davon überzeugt, dass sich die Warterei lohnt. 

Schwerpunkte unseres neuen Dossiers bilden, neben den zahllosen Methoden der Enteignung aus der deutschen Geschichte, die Vorschläge von IWF, DIW und Boston Consulting Group zur Lösung der Krise in Europa, die virtuelle Währung Bitcoin, das Zypern-Modell, die Pläne der EU zur Bankenrettung (Stichwort Bankenunion). Außerdem Bargeldverbot, Kapitalverkehrskontrollen, Goldverbot und die Folgen der angeblichen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus.


Tagesthemen: In eigener Sache – Kapital-Kontrollen in Europa: Italien Noch einmal: EZB und Bundesverfassungsgericht (9 Beiträge) - Krisenherd Deutschland (4 Beiträge) – Turnaround in Portugal? – Österreich in der Krise (2 Beiträge) China und die Welt (2 Beiträge) – Nachtrag: Wells Fargo Anlegers Liebling? 


In eigener Sache
Nicht erst seit dem Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle regelmäßig daraufhin. Nun hat auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, ihre Sympathie für den IWF-Vorschlag entdeckt (hier).

Jetzt heißt es endlich aufzuwachen und dem Feind in die Augen zu schauen. Einige der betroffenen 99% scheinen das so langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin. 

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


Konto-Raubzug 2.0 – Kapitalkontrollen halten in Europa endgültig Einzug
(blogmarkusgaertner.com) Wir hören seit Monaten, das Schlimmste in Europa sei vorbei. Geglaubt hat es zumindest in diesem Blog kaum einer. Doch jetzt kommt der nächste Beleg, dass es hinter den Kulissen ziemlich deprimierend aussieht. Italien führt scharfe Kapitalkontrollen ein, wenn man der Zeitung Glauben schenkt. Die Regierung (die neue?) hat die Banken des Landes angewiesen, jeweils 20% Steuern auf eingehende Transfers aus dem Ausland einzubehalten. Mehr...

Kommentar: Lesen, nachdenken, handeln. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. 


Was erlauben Karlsruhe?
(neuewirtschaftswunder.de) Unsere Verfassungsrichter haben den Anspruch, über den Dingen und Interessen zu stehen. Das kann nur scheitern, wenn sie über eine sehr streitbare ökonomische Frage urteilen sollen – wie die Euro-Rettung der EZB. Mit ihren jüngsten Einschätzungen dazu haben sie sich derart auf die Seite einer ganz speziellen und zweifelhaften Ökonomensicht gestellt, dass dies mit ihrem Mandat und hehren Anspruch kaum in Einklang zu bringen ist. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein Orkan der Entrüstung weht durch Deutschland. Grund ist der Beschluss des höchsten deutschen Gerichts wegen diverser Verfassungsbeschwerden gegen die OMT-Maßnahme der EZB und vor allen Dingen die Begründung dazu (hier). Normalerweise ist der deutsche Michel "nur" Oberlehrer und Besserwisser, in diesem besonderen Fall aber außerdem Jurist, eine üble Melange. Fühlen sich bestens ausgebildet und natürlich befähigt, anstatt der Richter in Karlsruhe über die Anträge zu entscheiden und das Gericht für die von ihnen diagnostizierte Unfähigkeit in unangemessener Weise zu kritisieren. Thomas Fricke, der Autor dieses Beitrages macht da leider keine Ausnahme. Wortgewaltig greift er das Bundesverfassungsgericht an und macht sich über das Wissen der Richter über wirtschaftliche und geldpolitische Zusammenhänge lustig. Sachdienlich ist das nicht. Seine Frage können wir beantworten: Karlsruhe kann sich alles erlauben, so lange sich die Richter auf die ihnen übertragene Aufgabe beschränken, unabhängig über die Einhaltung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland zu wachen.

Besonders drastisch langt André Kühnlenz bei WEITWINKELSUBJEKT hin: "Die Verfassungsrichter blamieren sich bis auf die Knochen (und damit alle Deutschen)". Er schreibt einleitend: "Man kann die Bundesbank für vieles kritisieren – auch für ihre Haltung gegenüber potenziell unbegrenzten Anleihekäufen der EZB. Aber das, was das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung zum OMT-Programm von sich gegeben hat, das ist so hanebüchen, dass wir die Bundesbank unbedingt vor diesen Richtern in Schutz nehmen müssen. Die Begründung des Verfassungsgerichts kratzt so erheblich an der ökonomischen Reputation der Bundesbank und vor allem des Jens Weidmann, dass es fast schon weh tut." Mehr hier. Auf 8 Seiten dröselt Kühnlenz die Begründung der Richter auf und wütet gegen deren Bewertung der EZB-Entscheidung. 

Der in Schutz genommene Jens Weidmann meldet sich zu der Karlsruher Entscheidung ebenfalls zu Wort: "Streit um EZB-Anleihekäufe: Weidmann macht Verfassungsrichtern Mut" titelt das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT. Weidmann immerhin, das ist schon erfreulich, bleibt sachlich. Die Zeitung schreibt: "Der deutsche Bundesbankchef Jens Weidmann hat den deutschen Verfassungsrichtern im Streit um die Rettungspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) den Rücken gestärkt. Die Vorbehalte Karlsruhes gegen das Versprechen notfalls unbegrenzter Anleihekäufe zeigten, 'wie weit sich das Eurosystem [...] in den Grenzbereich seines geldpolitischen Mandats vorgewagt hat', sagte Weidmann am Freitag laut Redemanuskript in Bremen. Karlsruhe folge den ökonomischen Bedenken der Bundesbank in weiten Teilen aus seiner juristischen Perspektive, erklärte Weidmann, der als Vertreter der Bundesbank selbst im EZB-Rat vertreten ist. Das Bundesverfassungsgericht hatte in der Vorwoche große rechtliche Bedenken gegen das Anleihenkaufprogramm 'OMT' der EZB geäußert, bei den europarechtlichen Fragen jedoch den Europäischen Gerichtshof eingebunden." Mehr hier.

Andere äußern sich in diesem Streit zurückhaltender: "Holger Schmieding – Der Irrtum der Richter" heißt es bei NEUEWIRTSCHAFTSWUNDER. Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank, schreibt u. a.: "Die Einwände des Bundesverfassungsgerichts gegen die Politik der EZB sind nicht stichhaltig. Sie zeigen ein Verständnis von Geldpolitik, das als wissenschaftlich überholt und durch die Ereignisse widerlegt gelten kann. Die Richter verkennen, dass die üblichen Instrumente der Geldpolitik in schweren Finanzkrisen nicht hinreichend greifen. In solchen Ausnahmefällen muss die Geldpolitik außerordentliche Mittel einsetzen, um die Preisstabilität zu wahren und dem Mandat der EZB gerecht zu werden." Mehr hier

Gewohnt sachlich auch die Kritik bei FLASSBECK-ECONOMICS in dem Beitrag "Bundesverfassungsgericht überweist Fragenkatalog an den Europäischen Gerichtshof". Einleitend schreibt der Autor, Stefan Dudey: "In Karlsruhe weiß die Mehrheit der Richter am Bundesverfassungsgericht nun offenbar, was sie gutheißen will an der Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und was nicht. Doch weil die EZB nicht der deutschen Gerichtsbarkeit unterliegt, Karlsruhe also der EZB keine Vorschriften machen kann, wird nun der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg eingeschaltet. Wir haben bereits in zwei Beiträgen letztes Jahr zu dem Thema Stellung bezogen, wollen das aber erneut tun, weil sich unsere Befürchtungen bestätigt haben, dass hier Juristen auf der Basis problematischer und zum Teil falscher ökonomischer Modellvorstellungen urteilen." Mehr hier. Nach unserer Auffassung unterläuft dem Autor von Anfang an ein entscheidender Fehler: Das Bundesverfassungsgericht muss dem EZB keine Vorschriften machen, dazu genügt ihm die Bundesregierung. Die Richter hätten problemlos von diesem Recht Gebrauch machen können, ohne sich dafür besonders rechtfertigen zu müssen. Dass dies nicht geschehen ist, werten wir als äußerst positiv. Der handlungsunwilligen Politik hat das Gericht eine neuerliche Chance verschafft, viele ihrer Versäumnisse endlich nachzuholen. Karlsruhe zwingt Berlin zum Handeln. 

Die ZEIT nähert sich dem Thema mit Pro & Contra: "Darf Draghi unser Geld ausgeben?": "Das höchste deutsche Gericht will die Euro-Rettungspolitik stoppen. Ist das eine nötige Korrektur oder Amtsanmaßung?" Mehr hier. Schon die einleitende Feststellung ist falsch. Warum haben wir eben begründet. Die beiden Kontrahenten tragen aber auch nur die Argumente vor, mit denen regelmäßig die unterschiedlichen Standpunkte begründet werden. Neues ist leider nicht dabei. Es fällt in diesem Beitrag wieder auf, dass zur Verteidigung der EZB-Entscheidung zum Ankauf von Staatsanleihen, hauptsächlich auf die Vermutung abstellt, die Gemeinschaftswährung hätte vor dem Zusammenbruch gestanden. Die EZB betreibt Geldpolitik, sonst nichts. "Der Ankauf von Staatsanleihen ist in der Geldpolitik eigentlich nicht vorgesehen", schreibt Mark Schieritz. Er bestätigt damit genau eine der wesentlichen Feststellungen des Karlsruher Gerichts. Noch so ein Punkt: Schieritz schreibt: "Inwieweit Draghis Programm die Grenzen des Mandats der EZB sprengt, ist Gegenstand eines heftigen und noch lange nicht entschiedenen Glaubensstreits unter den Ökonomen. Eine höchstrichterliche Entscheidung aber sollte auf ein gewisses Maß an Eindeutigkeit bei der Beurteilung des zugrunde liegenden Sachverhalts zurückgreifen können. Das ist hier nicht der Fall." Das kann er nicht wirklich ernsthaft fordern: Das Gericht solle auf das Ergebnis dieses Ökonomen-Streites warten und sich so lange heraushalten. 

Die vermeintlichen Folgen für die EZB beschreibt der Beitrag "Lahme Ente EZB!" (hier). Dort heißt es u. a.: "Das späte Eingreifen der EZB war also die Reaktion auf das jahrelange Politikversagen in der Währungsunion. Wer das Eingreifen der EZB infrage stellt, sollte wissen, dass ein erneutes Politikversagen in der Währungsunion in einer Weltwirtschaftskrise und der Auflösung der Währungsunion enden kann." Das ist unstreitig und nach unserer Ansicht in Karlsruhe auch so gesehen worden. Statt sich für nicht zuständig zu erklären, fordert das Gericht unmißverständlich die Handlungsfähigkeit der Politik. Dieser Beitrag nimmt ausdrücklich Bezug auf die Untersuchung "More evidence that financial markets imposed excessive austerity in the eurozone" aus dem Februar 2013, von Paul De Grauwe und Yuemei Ji für den Brüsseler Think Tank CEPS. Dort heißt es dazu: "The decision by the ECB in 2012 to commit itself to unlimited support of the government bond markets was a game changer in the eurozone crisis. It had dramatic effects. By taking away the intense existential fears that the collapse of the eurozone was imminent, the ECB’s lender-of-last-resort commitment pacified government bond markets and led to a strong decline in the spreads of the eurozone countries." Mehr hier. Sicher, eine klare Aussage. Fakt ist aber auch, dass dieses Ergebnis nicht politisches Handeln ersetzen kann. 

Die Antwort auf die "lahme Ente EZB" hat gerade Wolfgang Münchau in seiner Kolumne "Wie die EZB das Verfassungsgericht clever umgehen kann" beschrieben. Den Beitrag haben wir hier vorgestellt und ausführlich kommentiert. An unserer Auffassung halten wir fest, obwohl wir damit offenbar eine Meinung vertreten, die wenig konsensfähig zu sein scheint.

Den heutigen Abschluss dieses Themas bildet ein Beitrag aus den USA, vom Peterson Institute for International Economics (PIIE): "The German Establishment - Principled but Pragmatic". Der Autor, Jacob Funk Kirkegaard, fasst seine Außenansicht so zusammen: "Thus spoke Zarathustra, a.k.a. the German Constitutional Court in Karlsruhe, about the legality of the European Central Bank's sovereign bond purchasing program known as outright monetary transactions or OMT. The court indicated that the program might in principle be illegal, but instead of ruling that way, it asked another court—the European Court of Justice (ECJ)—to take what is almost certain to be the opposite conclusion. Voila. The judges at Karlsruhe stick to narrow legal principles, while avoiding a threat to economic recovery. This is all predictable. German establishment institutions are always keen to appear principled, only to act in a pragmatic manner." Mehr hier. Lesenswert.


Deutschland ist ein Krisenherd von morgen 
(welt.de) Die Märkte der Schwellenländer wurden zuletzt von Turbulenzen heimgesucht. Doch die wahren Risiken für die globale Wirtschaft lauern vor der Haustür – und Deutschland ist ganz vorne mit dabei. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Als Krisenländer werden "Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien und Kanada" adressiert. Für unsere LeserInnen nichts Neues. Mit Ausnahme von Frankreich alles Länder, die noch in der letzten Zeit als krisenresistent oder sogar als Krisengewinner in den deutschsprachigen Medien gepriesen wurden. Die reine Propaganda. Plötzlich kehrt bei der heimischen Journaille die Wirklichkeit zurück: "Deutschland, der scheinbare Wachstumsmotor und 'starke Mann' Europas, wirkt nur stark im Vergleich zu all den 'Schwächlingen' in der europäischen Nachbarschaft. So ist die Industrieproduktion der Bundesrepublik im vergangenen Monat um 0,6 Prozent zurückgegangen. Und auch die Daten aus dem Einzelhandel machen nicht gerade Mut: Im Dezember ging dort der Umsatz um 2,5 Prozent zurück, für das Gesamtjahr 2013 bleibt damit ein kaum noch wahrnehmbares Plus von 0,1 Prozent übrig. Die Gesamtwirtschaft dürfte im abgelaufenen Quartal nur um 0,25 Prozent gewachsen sein." Insgesamt bleibt der Beitrag aber unscharf. Deshalb liefern wir noch ein bisschen mehr an Informationen nach. 

MASKENFALL stellt die Frage "Konsumboykott zu Weihnachten?" und schreibt dazu einleitend: "Immer wieder berichten Medien trotz gigantischer Exportüberschüsse von einem angeblich die Wirtschaft tragenden Binnenkonsum  im  vermeintlichen Krisengewinnerland Deutschland. Zu Weihnachten  macht der grundsätzlich wachsende Konsumrausch im Einzelhandel jedes Jahr wieder Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr allerdings gingen Umsatzerwartungen und Realität so weit auseinander, dass Meldungen über diese Diskrepanz es in die Presse schafften, ohne dass selbige diesen Widerspruch allerdings auflöste." Mehr hier. Der Beitrag liefert mehrere aufschlussreiche und leicht verständliche Grafiken dazu, von denen wir unseren LeserInnen an dieser Stelle gerne zwei zeigen wollen: 





Plötzlich rudert auch die F.A.Z. zurück, die sich sonst immer der Kaufrausch-Propaganda verschrieben hat. "Die Mär vom Konsumrausch" heißt es nun bei ihr, nachdem die Zahlen nichts anderes hergeben. Jetzt stellt die Zeitung fest: "Die Deutschen kaufen mehr ein - auch wegen der niedrigen Zinsen. Von einem wahren Kaufrausch ist allerdings keine Spur. Die Sparquote ist hierzulande weiter recht hoch." Mehr hier. Natürlich kein Wort zur schlechten Lohnentwicklung in Deutschland. Davon zu schreiben, widerstrebt dem Autor offensichtlich. Statt dessen müssen Ifo-Institut und DIW mit akademischen verfärbten Begründungen aushelfen. 

Sehen wir uns noch an, was die Amerikaner erwarten. "The 'Sick Man Of Europe' Is Back - German Economy Barely Grows In 2013" formuliert eindeutig ZERO HEDGE und schreibt weiter: "Everyone knows that without the German export-driven growth dynamo, the European economy would quickly wither and disappear into nothingness. Which is why today's report that the German economy grew by just 0.4% last year, its worst performance since the global financial crisis in 2009, with strong domestic demand only partially offsetting the continued negative impact of the euro crisis, should be reason for significant concern to all especially since all the artificial, goalseeked GDP readings from the periphery are just that, and are completely meaningless in the grand scheme of things - should Germany's growth falter, as it clearly has been over the past two years, may as well put the lights out." 


"For the past three years we have been hearing how Germany is about to turn the corner and its GDP will surge... any minute now. Instead what happened was that growth slowed to 0.7% in 2012 and the economy barely skirted a recession at the start of 2013. Luckily, soon thereafter Europe revised its GDP definition and all was well, if only for the time being. Still, excluding 2009, when the economy shrank by 5.1 percent, its biggest contraction of the post-war era, 2013 proved Germany's weakest since 2003 when it was dubbed the 'Sick Man of Europe'." Mehr hier. ZERO HEDGE liefert eine weitere anschauliche Grafik dazu:

"Recall that net trade accounts for nearly 40% of German GDP - the highest of any developed world economy!"   

Nie und nimmer sieht so ein dauerhaft erfolgreiches Wirtschaftsmodell aus. Die Bundesregierung, die ihr ergebenen Ökonomen, die Interessenverteter der Wirtschaft und die willfährigen Leitmedien tischen der deutschen Öffentlichkeit das "Märchen vom Exportwunder" auf.  


Turnaround in Portugal! 
(fuw.ch) Portugals Bruttoinlandprodukt (BIP) ist im vierten Quartal 2013 um 1,6% höher ausgefallen als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Im dritten Quartal hatte noch ein Minus von 0,9% resultiert. Die heute vom nationalen statistischen Amt publizierte Hochrechnung der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung ist erfreulich ausgefallen. Sie signalisiert, dass sich das Land unter den Peripheristaaten Eurolands auf der Pole Position in Sachen Konjunkturwende  befindet. Mehr...

Kommentar: So eine gute Nachricht muss man einfach in die Welt hinausposaunen. Da wollen auch wir nicht zurückstehen. Selbst wenn wir nicht daran glauben, unsere LeserInnen sollen sich ihr eigenes Bild machen. Deshalb auch gleich den Chart aus dem Beitrag dazu: 


Nach 11 Quartalen endlich wieder ein Plus, das muss einfach gefeiert werden. Deshalb der fünften Jahreszeit entsprechend ein "dreifach donnerndes Helau und Alaaf!"  


Österreich: Multipler Hypo-Kollaps 
(format.at) Der Fall Hypo Alpe Adria nähert sich immer mehr dem was man medizinisch als "Multiples Organversagen" bezeichnen würde. Die Spätfolgen könnten noch verheerend sein.
Die Hypo Alpe-Adria ist der Supergau für die Steuerzahler, auch wenn eine Teilinsolvenz der Problembank nicht gänzlich vom Tisch ist. Die übrigen Landes-Hypos bergen ebenfalls noch viele Gefahren. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Ein anschaulicher Beitrag zu einem Thema, das Österreich noch lange und äußerst schmerzhaft beschäftigen wird. Und wieder hat sich die Politik nicht mit Ruhm bekleckert, sondern sich mit der Rolle des Tricksers und Täuschers begnügt. Die ÖNB unter Ewald Nowotny inklusive. Zu viele stehen offensichtlich wenigstens bis zu den Knien in der Masse, die der Volksmund derb "Scheiße" nennt. Zusammen mit den zahllosen anderen Risiken der heimischen Banken, die in ihrer Höhe noch nicht überschaubar sind, wird es für Österreichs Sparer und Steuerzahler demnächst richtig teuer. So viel steht jetzt schon fest. 

Es gibt Linderung, berichtet DIE PRESSE in dem Beitrag "Die Hypo und die Rechenkünstler". Im Vorspann heißt es: "Die Kärntner Hypo reißt ein großes Loch ins Budget und erhöht die Staatsschuld stark. Mit statistischen Tricks wird das wieder schöngerechnet." Mehr dazu hier. Ein höchst bemerkenswerter Artikel, der von uns nicht kommentiert werden muss. 


Chinese Capital Markets Frozen As Bad Loans Soar To Highest Since Crisis
(zerohedge.com) Chinese capital markets are quietly turmoiling as debt issues are delayed and demand for "Trust" products - the shadow-banking-system's wealth management 'investments' - is tumbling. As Nikkei reports, since January, 9 companies have postponed or canceled issuance plans (around $1 billion) and is most pronounced in privately-owned companies (who lack an implicit government guarantee). This, of course, is exactly what the PBOC wanted (to instill some fear into these high-yield investors - demand - and thus slow the supply of credit to the riskiest over-capacity compenies) but as non-performing loans in China surge to post-crisis highs, fear remains prescient that they will be unable to "contain" the problem once real defaults begin (as opposed to 'delays of payment' that we have seen so far). 


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Kommentar/Ergänzung: Es kriselt weiter kräftig im Reich der Mitte. Die Auswirkungen werden früher oder später bis in die Mitte Europas zu spüren sein. Zu tief sind die wirtschaftlichen und finanziellen Verflechtungen. Europa steht damit nicht alleine. Tröstlich finden wir das aber nicht. Auf einen der Krisenherde weist ACTING-MAN aus den USA hin: "Western Banks and China: ‘Interesting Times’ Are Coming". Dort heißt es: "Western Bank Exposure to Mainland China Explodes Higher – Australia Vulnerable"  Und weiter: "We recently cited the work of Sean Darby, equity strategist at Jefferies, regarding the exposure of Hong Kong banks to the Mainland (see: "How Dangerous is China's Credit bubble for the World" for details). Although Hong Kong is technically part of China, it is a foreign country in terms of its economic system and currency, and should therefore be regarded as a foreign creditor. In fact, the incentives that mainly influence the business decisions of Hong Kong's banks include the US Federal Reserve's monetary policy as a very important factor, due to the fact that the Hong Kong dollar is pegged to the US dollar via a currency board. Mr. Darby has in the meantime continued to dig into topic of foreign bank exposure to the Mainland, and has recently released his latest findings. Here is a Bloomberg chart that shows how these claims have grown since 2005:"

"Foreign participation in China's credit boom: note the involvement of French and Australian banks specifically."  

"The total exposure of Western banks thus amounts to $709 billion. Australia's banks were a bit late to the game, but sure did their best to catch up quickly, as the 230% increase in their claims since 2011 shows. In other words, we now have additional evidence of the growing vulnerability of Australia specifically. As we already pointed out in our musings about how “financial contagion” might spread from China in spite of its closed capital account, Australia is a pivotal region. Australia's economy greatly depends on China's commodity imports, and its banks have financed an enormous real estate bubble on the back of the commodities boom. Moreover, Australia's banking system itself is highly dependent on foreign short term funding sources. Although the chart above doesn't tell us anything about the maturities of the claims on China, we would not be surprised if many or even most of the loans to China had much longer maturities than the foreign funding Australian banks get from (mainly) Europe. The main point is though that we have yet another source of potential trouble for Australia here – the exposure of Australian banks to China amounts to 9% of Australia's GDP at this point." Read more here


The Crisis Circle Is Complete: Wells Fargo Returns To Subprime
(zerohedge.com) Those of our readers focused on the state of the housing market will undoubtedly remember this chart we compiled using the data from the largest mortgage originator in the US, Wells Fargo. In case there is some confusion, as a result of rising interet rates (meaning the Fed is stuck in its attempts to push rates higher), the inability of the US consumer to purchase houses at artificially investor-inflated levels (meaning housing is now merely a hot potato flipfest between institutional investors A and B), and the end of the fourth dead-cat bounce in housing (meaning, well, self-explanatory), the bank's primary business line - offering mortgages - is cratering. Read more...

Kommentar: Ein Nachtrag zu unserem Nachrichten-Ticker vom 22.01.2014 zum Thema "Es geht auch ohne Gier: Wells Fargo ist Anlegers Liebling" (hier), wo wir uns mit Hilfe von weiteren Beiträgen sehr kritisch zu dieser Aussage von N-TV geäußert haben. Es lohnt sich, dort noch einmal nachzulesen. 


Kalifornien bekommt gerade Wells Fargo's Macht zu spüren.