Freitag, 7. März 2014

Standpunkt 892 - Nachrichten-Ticker, 01. - 03.03.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. In wenigen Tagen ist unser Update fertig! Trotz der 3. Änderung und 4. Erweiterung. Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Es platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Wir werden über die Fortschritte berichten.


Tagesthemen: In eigener SacheMoody's schmeichelt Deutschland -  Deutschland und sein Gemeinwesen – Irland und die Schattenbanken Dänemark in Not – Sprechblase Hans-Werner Sinn Griechenland in der 3. Welt – Europa und die Wahrheit – Revolution Bankenunion? Ukraine-Krise Fed General Motors und das US-Wachstum China (2 Beiträge)


In eigener Sache
Nicht erst seit dem Vorstoß des IWF (hier) ist klar, dass Politik, Finanzindustrie und Leitmedien ein falsches Spiel treiben. Seit 2011 weisen wir an dieser Stelle regelmäßig daraufhin. Nun hat auch die Bundesbank, in der Heimat fälschlicherweise als Hüter deutscher Sparer-Interessen wahrgenommen, ihre Sympathie für den IWF-Vorschlag entdeckt (hier).

Jetzt heißt es endlich aufzuwachen und dem Feind in die Augen zu schauen. Einige der betroffenen 99% scheinen das so langsam zu begreifen. Jedenfalls deuten die Wortmeldungen auf unseren Beitrag zur Enteignung (hier), zum Derivate-Desaster (hier) und zu unserem jüngsten Kommentar (hier) zu dem Working Paper von Rogoff und Reinhart für den IWF (hier) darauf hin.

Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten die auch bereit sind, für diese Leistung zu bezahlen.

Eingehendes Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail.


Moody's hält Deutschland für noch kreditwürdiger
(welt.de) Die Bundesregierung kann sich fortan noch leichter Geld leihen: Die Ratingagentur Moody's hat nach der Topbewertung "AAA" den Ausblick nun sogar auf "stabil" angehoben. Mehr... 

Kommentar: Der fällt kurz und bündig aus: Bullshit. 


Quelle: Victor Juhasz, rollingstone.com


Deutschland: Das Gemeinwesen: ausgehungert und zwangskorsettiert 
(maskenfall.de) Das Bundesministerium der Finanzen rühmt sich zur Zeit mit seiner "wachstumsfreundlichen Konsolidierung". Man klopft sich auf die Schulter dafür,  dass 2013 die  Maastricht-Defizitgrenze,  sowie Fiskalvertrag und Schuldenbremse eingehalten wurden. Stolz ist man darauf, dass das selbstgenähte mehrschichtige Zwangskorsett für den Staat zumindest für ein Jahr lang zu passen scheint. Die Köpfe im Finanzministerium können sich natürlich freuen, blicken sie doch auf einen verschlankten Körper herab und können mit diesem bei ihren Freunden in Brüssel angeben. Was sie dabei jedoch verschweigen dürften, ist der Umstand, dass die gesellschaftlichen Organe hierbei gnadenlos abgequetscht wurden. Dies ist ablesbar an der Unterfinanzierung von Pflege und Bildung, an dem zynischen Hartz-System, das allenfalls die physische Existenz der Betroffenen ermöglicht, nicht jedoch ihre soziokulturelle Teilhabe, an alten Menschen, die nach Pfandflaschen im Müll wühlen, um die staatlichen Rentensenkungen irgendwie auszugleichen, sowie an einer Infrastruktur, die mehr und mehr zerfällt. Mehr...

Kommentar: Der "passende" Beitrag zu dem Moody's-Rating. Neoliberalismus at its best. Dessen Ende ist absehbar - weil das kapitalistische System alter Prägung kollabieren wird. Leider aber erst, wenn das Ziel erreicht ist: Die Plünderung der Sparer und Steuerzahler. 


In Irland blühen die Schattenbanken auf
(faz.net) In Irland haben sich deutsche Banken schon mal eine Krise eingehandelt. Jetzt geht es wieder los: mit den gefährlichen Schattenbanken. Inzwischen dominieren sie das Finanzgeschäft der Insel. Mehr...

Kommentar: Das erklärt uns, warum Irland den Rettungsschirm verlassen durfte. Die Folgen dieser Entwicklung sind absehbar: Bisher ist das Land nur arm. Demnächst, nach der kommenden Bankenkrise, werden die Iren bettelarm sein. Auf Jahrzehnte. Es ist unglaublich was demokratisch gewählte Regierungen anrichten, wenn sie von der Finanzindustrie dominiert werden. 


Niemand hat höhere Schulden als die Dänen 
(welt.de) Nirgends auf der Welt sind Privathaushalte so hoch verschuldet wie beim nördlichen Nachbarn. Das Platzen der Immobilienblase droht nun das Kartenhaus zum Einsturz zu bringen. Die Regierung wiegelt ab. Mehr...

Kommentar: Es ist aus unserer Sicht bezeichnend, wenn die Pensionsguthaben der Dänen gegengerechnet werden. Das lässt tief blicken. Trotzdem reicht es hinten und vorne nicht. Hinzu kommt, dass die dänischen Banken längst schon künstlich am Leben gehalten werden, u. a. mit freundlicher Hilfe der EZB. Zu manierlichen Konditionen versteht sich. Und ohne Spardiktate. Warum? Die Privat-Haushalte in den Euro-Krisenländer sind deutlich niedriger verschuldet, wie diese Übersicht aus dem Beitrag zeigt:


Was hat Dänemark, was die nicht haben? Die Frage muss wohl eher heißen, was hat Dänemark nicht, was die anderen haben? Natürlich den Euro. Geraten Nicht-Euro-Länder in Not, wird gerne untechnokratisch mit billigem Geld geholfen. Das deutsche Sparregime greift dann nicht. 

Wir halten die Lage in Dänemark für äußerst fragil und eine Verschärfung der Immobilien-, Banken- und Wirtschaftskrise für höchst wahrscheinlich. 


Betrachtet man sich die Preisentwicklung, dann ist noch viel Platz nach unten. Beispielsweise dann, wenn sich bei höheren Zinsen die Zahlungsausfälle häufen. Offensichtlich haben die Zinssenkungen seit der Finanzkrise die Preise nicht stabilisieren können. In den USA gelten die Hauspreise von 2002 als Richtschnur für eine stabile Bodenbildung. Könnte gut sein, dass diese Einschätzung auch für Dänemark zutrifft, da der Boom dort dem US-amerikanischen gefolgt ist. 

 
Für Ifo-Chef Sinn verdienen Griechen noch zu viel 
(welt.de) Der harte Sparkurs in den Krisenländern war richtig, sagen Ökonomen. Doch die Löhne in Griechenland sind weiter zu hoch, um erfolgreich mit osteuropäischen Unternehmen zu konkurrieren, meint Sinn. Mehr...

Kommentar: Wieder nur ein Wort: Bullshit. Die Geschichte wird Sinn und Konsorten Lügen strafen. Mit wem soll Griechenland in Osteuropa konkurrieren? Den EU-Ländern Rumänien und Bulgarien, wo die Menschen nach europäischen Maßstäben für Hungerlöhne arbeiten? Die Griechen gehen doch schon auf dem Zahnfleisch, haben Spitzenwerte bei der Arbeitslosenquote, mehr als 30% der Kredite griechischer Banken sind notleidend und die medizinische Versorgung funktioniert nicht mehr.


Krebs ist in Griechenland keine dringliche Krankheit 
(griechenland-blog.gr) Laut dem Gesundheitsminister in Griechenland gelten Erkrankungen wie Krebs nicht als dringlich, wenn der Patient keine Versicherung hat.  
Der Gesundheitsminister Adonis Georgiadis schritt zu einer unerhört zynischen Erklärung und charakterisierte Krebs als eine Krankheit, die nicht dringlich ist, und deren Behandlung daher in den öffentlichen Krankenhäusern für Patienten ohne Versicherung nicht gedeckt wird, außer die Erkrankung befindet sich im Endstadium. Die eiskalten Erklärungen des Gesundheitsministers werden in einem (auf den 22. Februar 2014 datierten) Artikel der renommierten amerikanischen Zeitung Washington Post zitiert, die über den Zusammenbruch des öffentlichen Gesundheitssystems in Griechenland berichtet. Mehr...

Kommentar: Vor diesem Hintergrund sind immer neue Forderungen nach Einsparungen geradezu lächerlich. Direkt zum zitierten Artikel "Greece’s prescription for a health-care crisis" der WASHINGTON POST geht es hier. 


Der wahre Zustand Europas 
(blog.fuw.ch) Die positiven Meldungen aus Südeuropa häufen sich: höhere Exporte, sinkende Zinsen bei Neuemissionen von Staatsanleihen, schrumpfende staatliche Budgetdefizite. Die Anleger sind geradezu euphorisch. Kein Tag vergeht, an dem nicht eine Bank oder ein Fonds dazu rät, südeuropäische Aktien zu kaufen. Vor wenigen Tagen hat die EU-Kommission ihre neusten Wachstumsprognosen veröffentlicht. Auch hier zeigt sich eine Verbesserung. Griechenland soll in diesem Jahr 0,4 Prozent, im nächsten Jahr sogar 2,9 Prozent wachsen. Auch Italien, das grösste Sorgenkind der Eurozone, soll endlich aus der Rezession finden. Wie die Tabelle zeigt, hat das Land eine besonders schlimme Rezession erlebt: 2012 schrumpfte die Wirtschaft um 2,5 Prozent, 2013 um 1,9 Prozent. Es ist verständlich, dass diese Meldungen und Prognosen mit Erleichterung aufgenommen werden. Aber es muss einmal mehr betont werden, dass die Euphorie vollkommen fehl am Platz ist. Die Finanzmärkte haben von 2010 bis 2012 mit ihrem Pessimismus übertrieben, jetzt übertreiben sie mit ihrem Optimismus. Für die Anleger mag die Rechnung aufgehen, aber was sich an den Finanzmärkten abspielt, widerspiegelt nicht den wahren Zustand Europas. Leider sind auch manche Medien diesem Trend gefolgt. Sie berichteten über Griechenland und Zypern, als es lichterloh brannte, jetzt hört man fast nichts mehr über diese Länder. Die Probleme scheinen verschwunden zu sein. So ist es aber nicht. Mehr...

Kommentar: Ein Zwischenbericht auf dem Weg in eine noch größere Krise, mehr nicht. An der europäischen Krisenpolitik wird sich nichts Grundlegendes ändern, so viel steht fest. Es geht tiefer in die Sackgasse. Deshalb sehen wir auch kein Licht am Ende...


Europas unbeholfene Bankenrevolution
(fuw.ch) "Zumindest verfügt die Eurozone nun über einen permanenten Mechanismus zur Unterstützung in Schwierigkeiten steckender Regierungen."
Der Plan zur Einrichtung eines gemeinsamen Fonds zur Bankenabwicklung ist ein schwerfälliger Schritt in die richtige Richtung. Ein Kommentar von Daniel Gros. Mehr...

Kommentar: Der Verfasser steht mit seiner Auffassung völlig entgegengesetzt unserer eigenen Haltung zu diesem Thema. Deshalb können wir mit diesem Beitrag wenig anfangen. Er liest sich hölzern wie eine Auftragsarbeit. Nach unserer Kenntnis war es Daniel Gros, der mit seinem Think Tank Centre for European Policy Studies (CEPS) den Wertberichtigungsbedarf der spanischen Banken alleine aus notleidenden Hypothekendarlehen auf mehr als 300 Milliarden Euro beziffert hat. Deshalb können wir nicht nachvollziehen wenn er schreibt, "55 Mrd. € würden für die Abwicklung aller mit Ausnahme der allergrössten Banken in Europa ausreichen. Sie würden zudem reichen, um mit einer systemischen Krise in kleinen bis mittelgrossen Ländern wie Irland oder Portugal fertigzuwerden. Selbst Spanien brauchte auf dem Höhepunkt seiner Krise "nur" 60 Mrd. € vom Europäischen Stabilitätsmechanismus." Das ist Humbug. 55 Mrd. Euro haben die Größe einer Portokasse, wenn die Bankenkrise europaweit eskaliert. Dann sind eben auch bei Gros die Steuerzahler am Drücker. Was ist mit den Schattenbanken, was mit den Risiken des Derivatehandels? Wichtige Fragen lässt Gros einfach unbeantwortet. 


Die Krim-Krise und die wirtschaftliche und politische Schwäche des kriselnden Westens
(querschuesse.de) Seit Russland seine Truppen in Marsch setzte und seine Militärpräsenz auf der Krim massiv ausgebaut hat, ist das, was als Protestbewegung und Konfrontation politischer Lager in der Ukraine begann, zu einem Kräftemessen zwischen Russland und den G7-Staaten geworden.
Der Dax ist deswegen heute Morgen auf Tauchstation gegangen. Das ist begründet. Denn die Wirtschaft eines Landes, die so sehr vom Export abhängig ist wie die deutsche, kann bei einer Krise, die den Handel mit einem wichtigen Handelspartner wie Russland zu beeinträchtigen droht, viel verlieren. Einmal mehr zeigt also gerade die Krim-Krise, dass die Exportstärke Deutschlands zugleich auch unsere Achillesferse ist.
Die von den westlichen Medien in schrillsten Tönen an die Wand gemalte Gefahr einer militärischen Eskalation erscheint indes maßlos übertrieben. Die Interimsregierung der Ukraine ist nach den Protesten und Umwälzungen, die das Land wochenlang in Aufruhr versetzt haben und angesichts der desaströsen Finanzlage der Ukraine alles andere als ein Fels in der Brandung, der allen Herausforderungen gewachsen ist und politische Stabilität und Frieden sicherstellen kann. Sie muss sich, was in der allzu aufgeheizten internationalen Debatte und der hysterischen Berichterstattung unter den Tisch fällt, erst noch als professionell und fähig erweisen. Nur zur Erinnerung: Vor allem deswegen ist die Frage internationaler finanzieller Hilfen für das von der Pleite bedrohte Land bisher noch gar nicht geklärt.
Jetzt ist die Krim-Krise hinzugekommen und auch dabei geht es – zwar nicht nur, aber eben auch nicht zuletzt – um die verbreitet existierenden Zweifel an der Fähigkeit und Professionalität der Interimsregierung in Kiew. Genau diese Zweifel müssen ausgeräumt werden, um die Ukraine finanziell und politisch wieder zu stabilisieren. Das, so sollte man meinen, müsste jetzt das vorrangige und gemeinsame Interesse aller involvierten Parteien sein.
Mit einer „Alarmstufe Rot“-Rhetorik tut sich in der ohnehin aufgeheizten Atmosphäre niemand einen Gefallen und der Ukraine nützt sie erst recht nicht. Das gilt schon deswegen, weil einen militärischen Konflikt niemand will und wollen kann und es, wenn man es einmal ganz nüchtern betrachtet, praktisch keine anderen effektiven Mittel gibt Russland dazu zu bewegen, die Position und die Forderungen des Westens uneingeschränkt anzuerkennen und die eigene Bewertung der Krise sowie die eigenen Interessen in der Region aufzugeben.
Doch inzwischen haben die G7-Staaten und die Medien – im Westen wie auch in Russland – die Krim-Krise längst zu etwas anderem gemacht, nämlich zu einer geopolitischen Auseinandersetzung zwischen Ost und West. Damit ist die Situation noch verfahrener geworden als sie ohnehin schon war. Denn jetzt geht es in der Tat einmal mehr, nämlich genau so wie schon im Syrienkonflikt beim Streit um die Frage der richtigen Antwort auf den Giftgaseinsatz, um ein Kräftemessen zwischen Russland und den G7 sowie insbesondere zwischen Russland und den USA.
Wer ernsthaft annimmt, Präsident Putin werde die mediale und verbale politische Dauerbefeuerung durch den Westen als objektiv und legitim anerkennen und klein beigeben, der hat aus dem Syrien-Streit der G7 mit Russland nichts gelernt und auch etwas anderes offensichtlich noch nicht realisiert. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir haben bisher die Entwicklung in der Ukraine nicht kommentiert und werden uns erst einmal weiter zurückhalten. Es geht dabei um Machtpolitik. Die zu beurteilen ist nicht unsere Sache. Erst wenn sich finanz- und wirtschaftspolitische Folgen für Europa abzeichnen, werden wir unsere Sicht der Dinge kommunizieren. 

Diesen Beitrag von SLE stellen wir vor, weil er sehr sachlich und fundiert über die aktuelle Situation berichtet. So kann sich jeder ein Bild machen, unverfälscht von der Nachrichtenlage in den Leitmedien. 

Was in diesem Stadium der Krise Max Otte daraus macht, fordert uns natürlich heraus: Max Otte zur Krim-Krise: "Kaufen Sie Gold und beten Sie!" meldet dazu BOERSE ONLINE (hier). Schon ist von Kriegsgefahr die Rede und natürlich hat der Professor auch gleich den richtigen Rat parat: "Jetzt ist die Zeit, um Gold zu kaufen. Wenn Sie religiös sind, beten Sie. Kaufen Sie Gold, und beten Sie", sagte Otte. Unser Rat: Fangen Sie mit ihrer Zeit etwas besseres an, als sich um Gold zu kümmern oder zu beten. Das wäre reine Zeitverschwendung. 


The Greatest Propaganda Coup Of Our Time?
(zerohedge.com) There’s good propaganda and bad propaganda. Bad propaganda is generally crude, amateurish Judy Miller “mobile weapons lab-type” nonsense that figures that people are so stupid they’ll believe anything that appears in “the paper of record.” Good propaganda, on the other hand, uses factual, sometimes documented material in a coordinated campaign with the other major media to cobble-together a narrative that is credible, but false. 
The so called Fed’s transcripts, which were released last week, fall into the latter category. The transcripts (1,865 pages) reveal the details of 14 emergency meetings of the Federal Open Market Committee (FOMC) in 2008, when the financial crisis was at its peak and the Fed braintrust was deliberating on how best to prevent a full-blown meltdown. But while the conversations between the members are accurately recorded, they don’t tell the gist of the story or provide the context that’s needed to grasp the bigger picture. Instead, they’re used to portray the members of the Fed as affable, well-meaning bunglers who did the best they could in ‘very trying circumstances’. While this is effective propaganda, it’s basically a lie, mainly because it diverts attention from the Fed’s role in crashing the financial system, preventing the remedies that were needed from being implemented (nationalizing the giant Wall Street banks), and coercing Congress into approving gigantic, economy-killing bailouts which shifted trillions of dollars to insolvent financial institutions that should have been euthanized.
What I’m saying is that the Fed’s transcripts are, perhaps, the greatest propaganda coup of our time. They take advantage of the fact that people simply forget a lot of what happened during the crisis and, as a result, absolve the Fed of any accountability for what is likely the crime of the century. It’s an accomplishment that PR-pioneer Edward Bernays would have applauded. Read more...

Kommentar: Da es wenig Sinn macht, sich durch die 1.865 Seiten Protokolle des FOMAC zu arbeiten, bietet dieser Beitrag dazu eine wirklich lesenswerte Analyse. Sie zeigt unmißverständlich auf, wessen Interessen die US-Notenbank vertritt und dass sie nichts dafür tut, eine der wesentlichen im Federal Reserve Act definierten Aufgaben zu erfüllen: für einen hohen Beschäftigungsstand zu sorgen. Das Fed erschöpft sich in der Unterstützung der Finanzindustrie, kämpft aufopferungsvoll für die Interessen seiner Eigentümer, die Privatbanken. Das war's, alles andere bleibt auf der Strecke. Das erscheint uns nicht das Ergebnis weit verbreiteter Ratlosigkeit, sondern eher einem bestimmten Plan zu folgen. 

Quelle: uswatchdog.com
  

GM Channel Stuffing Rises To All Time High
(zerohedge.com) Moments ago GM reported that February total sales in February dropped 1% Y/Y to 222,2014, beating expectations of a 7.7% drop (if the same beat was not matched by GM's key competitor Ford, whose February sales dropped 6.1%, below the 5.3% expected, and Volkswagen whose US sales tumbled 13.8%). The bounce was largely thanks to Buick sales which posted an 18.8% increase in February. However, the actual sales were largely irrelevant. What was notable is the following number: 805,769. This is the number of units in dealer inventory at month end. This was an increase from the 780,140 in January and is the largest ever channel stuffing print yet recorded by the post-bankruptcy GM in history. Read more...

Kommentar: GM ist neben Catarpillar und Wal-Mart der weitere Gratmesser für eine mögliche Wirtschaftserholung. Wie gut, dass die Autos schon als verkauft gelten, wenn sie die Fabrik verlassen. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag:


Wir sind uns sicher, in den USA ist weit und breit kein Wirtschaftsaufschwung in Sicht.


Droht China eine harte Landung? 
(n-tv.de) Chinas Wirtschaft ist süchtig nach Krediten. Aber neue Impulse für die zweitgrößte Ökonomie der Welt sind schwer zu finden. Die Führung muss dem Volkskongress neue Pläne vorstellen - und auch die Immobilienblase und den Finanzsektor thematisieren. Mehr...

Kommentar: Ein kleines bisschen nehmen die hiesigen Medien teil an den Problemen Chinas. So richtig bei der Sache sind sie nicht, die Berichterstattung bleibt oberflächlich. Die Frage aus der Überschrift bleibt letztlich unbeantwortet. 

Das chinesische Wachstumsrätsel
(project-syndicate.org) Wieder einmal sind aller Augen auf die Schwellenländer gerichtet. Lange Zeit waren sie die Lieblinge der globalen Wachstumslotterie, doch nun, Anfang 2014, wird auf sie eingeprügelt. Der Eindruck der Widerstandskraft ist der Furcht vor Schwäche gewichen.
Dass die US Federal Reserve ihre beispiellosen Liquiditätsspritzen auslaufen lässt, war ein offensichtlicher und wichtiger Auslöser. Schwellenländer, die übermäßig abhängig von den globalen Kapitalflüssen sind, vor allem Indien, Indonesien, Brasilien, Südafrika und die Türkei, haben es schwerer, ihr Wirtschaftswachstum zu finanzieren. Doch das Händeringen um China spielt eine ähnlich große Rolle. Die seit Langem bestehenden Sorgen über die befürchtete "harte Landung" der chinesischen Wirtschaft haben sich verstärkt.
Mitten in der Krise ist Verallgemeinerung die Norm; am Ende lohnt es sich jedoch zu differenzieren. Anders als die zu Defiziten neigenden Schwellenländer, die derzeit in Schwierigkeiten stecken (und deren Ungleichgewichte stark an die der asiatischen Volkswirtschaften erinnern, die von der Finanzkrise in den späten 1990er Jahren betroffen waren), verzeichnet China einen Leistungsbilanzüberschuss. Infolgedessen besteht kein Risiko für Portfolio-Abflüsse aufgrund der Drosselung der monatlichen Wertpapierkäufe durch die Fed. Und natürlich bietet Chinas überdimensioniertes Schutzpolster von 3,8 Billionen US-Dollar Devisenreserven viel Sicherheit für den Fall einer stärkeren finanziellen Ansteckung. Mehr...

Kommentar: Der Autor dieses Beitrags, Stephen S. Roach, ergreift wieder einmal Partei für China. Wir bleiben davon unbeeindruckt. Roach erklärt nämlich nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere aber ist bitter. Dabei geht es um einen kaputten Finanzmarkt, um unüberschaubare Risiken von Schattenbanken, usw. Nichts, mit dem sich Roach beschäftigen möchte. Unter dem Brennglas dieser Probleme schmilzt die Währungsreserve Chinas wie Schnee in der Sonne. Da stecken die echten Probleme, nicht beim Wirtschaftswachstum. Bricht das chinesische Finanzsystem ganz oder teilweise zusammen, wären die Folgen erheblich. Richtig einzuschätzen sind sie noch nicht. Bei uns bleibt aber ständig ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, wenn wir die Nachrichten über den Zustand des chinesischen Finanzsystems lesen.