Donnerstag, 20. März 2014

Standpunkt 898 - Nachrichten-Ticker, 14. & 15.03.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. In wenigen Tagen ist das Update fertig! Wir machen Fortschritte, gerade sind wir auf die Zielgerade eingebogen. Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Eigentlich ist es mehr als nur ein Update. Es platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Update zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Zum Inhalt: Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen. Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahllosen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. 

Wir sind davon überzeugt, da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich.      


Tagesthemen: In eigener Sache – OMT-Programm -  Deflation (2 Beiträge) – Ukraine (3 Beiträge) mit WARNUNG für Einlagen bei russischen Banken Ungleiches Einkommen – America vs. Cameron's Britain – Amerikas wirtschaftliche Stärke (2 Beiträge) – China (2 Beiträge)  – Pulverfass Asien


In eigener Sache 
Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


OMT-Programm und eine irreführende Wirtschaftstheorie
(acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.de) Paul de Grauwe befasst sich in voxeu einem lesenswerten Artikel („Economic theories that influenced the judges of Karlsruhe“) in mit der Wirtschaftstheorie, die hinter der (v.a. in der deutschen Politik anschaulich artikulierten) Ablehnung des EZB-Programms zum Ankauf von Staatsanleihen im Euro-Raum steckt.
Zur Erinnerung: Das deutsche Verfassungsgericht hat neulich das OMT-Programm mit dem EU-Recht für unvereinbar erklärt. Das Urteil lautet: Die EZB überschreitet mit der Massnahme das Mandat der EWU.
Karlsruhe hat dann den Ball zur Vorabentscheidung nach Luxemburg zugespielt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) soll darüber befinden, ob Anleihekäufe in das Mandat der EZB fallen oder nicht. Die Luxemburger Richter sollen also über die Euro-Rettung entscheiden. Das ist einmalig, dass das Bundesverfassungsgericht dem EuGH eine Rechtsfrage zur Prüfung vorlegt.
Bemerkenswert ist, dass das im Sommer vorgestellte OMT-Programm (Outright Monetary Transactions) bisher nicht zum Einsatz kam. Dennoch ist es der EZB gelungen, mit der Ankündigung der Massnahme die Finanzmärkte zu beruhigen, vor allem was die Risikoaufschläge für italienische und spanische Staatsanleihen betrifft. Die Spreads haben sich nämlich inzwischen deutlich zurückgebildet.
Der an der London School of Economics lehrende Wirtschaftsprofessor vertritt die Meinung, dass (1) die Theorie der effizienten Märkte, die den Eckpfeiler eines der wichtigsten Argumente der Richter aus Karlsruhe bildet, auf wackeligen Füssen steht und (2) das deutsche Verfassungsgericht die fiskalischen Auswirkungen des OMT-Programms auf eine falsche, aber populäre Ansicht in Bezug auf das Funktionieren der Zentralbanken abstellt. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag bricht eine Lanze für das hierzulande - wir finden zu Unrecht - höchst umstrittene OMT-Programm der EZB. Dafür verdient es Beachtung - wenigstens bei denjenigen, die sich noch eine eigene Meinung bilden. Das Fazit am Ende halten wir für stichhaltig und nachvollziehbar: "Natürlich gibt es im Einsatz von OMT Risiken. Diese Risiken haben mit potentieller Inflation (Ausweitung der Geldbasis) und Moral Hazard (falsche Anreize) zu tun. Keine dieser Risiken hat aber etwas mit Steuerzahler zu tun, die gezwungen würde, eine Steuer ohne demokratische Abstimmung in dem betreffenden nationalen Parlament zu zahlen. Eine Zentralbank hat die Verantwortung, in Krisenzeiten Liquidität bereitzustellen. Die EU-Kommission ist verantwortlich dafür, das Moral-Hazard Problem einzudämmem. Sie hat durch den Stabilitäts- und Wachstumspakt den gesetzlichen Auftrag, so zu handeln." Wer von diesem Pakt noch nichts gehört hat, der kann sich hier, hier, hier und hier, ausgiebig einlesen. 


Deflation ist der Rinderwahnsinn der Ökonomen
(handelsblatt.com) Die Debatte um Deflationsgefahren ist hitzig. Dabei drohen sie gar nicht. Das Thema soll nur die Notenbanken in die nächste Runde der eskalierenden Geldschöpfung treiben. Deshalb: Hört nicht auf Deflationsgurus. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wenn Wolfram Weimer, die Speerspitze des neoliberalen Journalismus', sich zu Wort meldet, heißt es aufgemerkt. Meist geht es dann hoch her, die Argumente fliegen einem nur so um die Ohren und füttern das danach lechzende "BILD"-ungsbürgertum in den Wohnzimmern, an den Stammtischen, in den Kantinen und Vereinsheimen, sowie an den Arbeitsplätzen der Republik. Weimer schreibt griffig, natürlich leicht verständlich. Leider ist es meistens Murks, den er in die Welt hinaus schreibt. Das ist in diesem Beitrag nicht anders. Eins muss man ihm aber lassen, es ist gut begründet. Viele werden ihm deshalb auf den Leim gehen. 
Es ist nicht so, dass wir zwingend eine Deflation erwarten, im Moment ist sie aber sehr viel wahrscheinlicher als alles andere. Also warten wir ab, statt voreilig Mutmaßungen anzustellen. Oder, was noch viel schlimmer ist, diese Möglichkeit erst gar nicht in Betracht zu ziehen, sie sogar vehement zu denunzieren. 

Wer sich davon nicht so leicht beeinflussen lässt, dem möchten wir den jüngsten Beitrag "Deutsche  Konjunktur  zieht  leicht  an,  europäische stagniert, Deflation  verfestigt  sich" von Heiner Flassbeck und Friedericke Spiecker ans Herz legen (hier). Er ist angereichert mit anschaulichen Grafiken, von denen wir zwei mit "deflationärer" Tendenz an dieser Stelle zeigen: 

  



Flassbeck/Spiecker schreiben dazu: "In den drei großen EWU-Ländern Frankreich, Italien und Spanien sind seit vier bzw. fünf Monaten fallende Erzeugerpreise (ohne Energie) zu verzeichnen – den Unternehmen steht das Wasser offenbar bis zum Hals, von einer auch nur leichten Erholung kann überhaupt keine Rede sein. Der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds hat gerade zu Recht darauf hingewiesen,  dass  absolut  fallende  Preise  in  Krisenländern  zwar  die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, aber gleichzeitig die realen Zinsen und die realen Schulden erhöhen, was per Saldo eine Erholung vermutlich behindert. Nimmt man mit ins Bild, dass die Europäische Zentralbank kaum noch mehr für eine Konjunktur anregende Zinskonstellation tun kann, sind die Aussichten für die EWU alles andere als rosig." 

Mit dem von Weimer diagnostizierten "Rinderwahnsinn der Ökonomen" hat das rein garnichts zu tun. 


Ukraine: ein Musterfall von double standards... 
(heise-telepolis) ...und ein Totalausfall staatsmännischer Kunst. 
Es gab eine Zeit, da flogen die deutschen Herzen Michail Gorbatschow und - in seinem Gefolge - Russland zu. Ohne ihn hätte es die deutsche Wiedervereinigung nicht gegeben. Wir waren dankbar. Das Grauen des Zweiten Weltkriegs und die lähmende Nachkriegszeit waren zwar nicht vergessen, aber für das Deutschland der ausklingenden Kohl-Ära war Russland ein respektabler Partner geworden. Diese freundliche Grundstimmung hielt nicht an.
Unter amerikanischer Anleitung nörgelte die deutsche Politik bald wieder an Russland herum. Spätestens als Schröder seinen Neufreund Putin zum lupenreinen Demokraten adelte, war es chic, diesen und Russland zu kritisieren. Putin machte es seinen Kritikern allerdings auch nicht besonders schwer. Er ging stur seinen Weg, der mit den Wertvorstellungen des demokratischen und vorbildhaften Westens schwer vereinbar war.
Was immer Putin tat, es stand unter dem Generalverdacht des Bösen. Daran änderte sich auch nichts, als es Dank russischer Vermittlung gelang, einen drohenden Bombenkrieg abzuwenden (Syrien) oder einen brandgefährlichen Konflikt einzudämmen (Iran). Putin galt im Westen weithin als autoritäre Unperson.
"Seine" Olympischen Spiele wurden schon im Vorfeld schlechtgeredet. Petitessen wurden mit Häme bedacht (erinnert sei an den nicht aufgehenden olympischen Ring in der Eröffnungsfeier!). Die sonst allgegenwärtige Bundeskanzlerin "bestrafte" Putin mit ihrer Abwesenheit. Auch ansonsten konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Pflege des deutsch-russischen Klimas den ehemaligen DDR-Bürgern Merkel und Gauck nicht gerade eine Herzensangelegenheit ist.   
Demgegenüber wurden imperiale Ausbrüche der Weltmacht USA hierzulande wenn überhaupt, dann verschwurbelt kritisiert. Nie wurden sie als das bezeichnet, was sie tatsächlich waren - flagrante Völkerrechtsverstöße. Stein des Anstoßes war meist nicht der Krieg als solcher, sondern die Kriegskosten und die Unfähigkeit, angefangene Kriege ordentlich zu Ende zu bringen. Beim allfälligen politischen Schaulaufen zwischen Obama und Putin war stets klar, wer der Sheriff ist und wer der Halunke. Der eine stand für Demokratie und Freiheit, der andere für Staatsallmacht und Unterdrückung.
Wir leben seit Langem in einer Kultur der Vereinfachung, der double standards und der selbstgerechten Heuchelei. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Welt ist einfach: hie gut, da böse. Aber leider ist dieses Bild zu einfach. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Autor Peter Vonnahme ist Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof i.R. und ehemaliges Mitglied im Bundesvorstand der Neuen Richtervereinigung. Das wollen wir noch vorausschicken. Sein Beitrag ist eine Pflichtlektüre, jenseits des hiesigen Mainstream. Bestens geeignet, um sich eine fundierte Meinung zu bilden. Genau wie der nächste Beitrag zum Thema, den wir vorstellen: "Heuchelei zu Krim-Unabhängigkeitsbestrebungen", am gleichen Tag ebenfalls bei HEISE/TELEPOLIS erschienen. Der Autor schreibt in seiner Einleitung: "Aus geostrategischen und ökonomischen Interessen werden Unabhängigkeitsprozesse sowohl aus den USA, Europa, Russland und auch Deutschland bisweilen aktiv betrieben oder bekämpft." Weiter notiert er: "Die Nato und Europa haben im Kosovo einen Präzedenzfall geschaffen, warum Beobachter der Krim-Krise meinen, dass nun nur die 'Früchte geerntet werden, die auch gesät wurden'. Die Argumentationen und das Säbelrasseln dagegen, dass am Sonntag die Krim-Bewohner in einer Befragung über den Beitritt der Halbinsel zu Russland entscheiden sollen, zeigt nur, dass vor allem geostrategische und ökonomische Interessen der jeweiligen Macht im Vordergrund stehen. Das gilt auch für Russland, denn im Fall Kosovo hat Russland ähnlich argumentiert, wie es nun die USA, Europa und Deutschland im Fall der Krim tun. Die Rollen wurden nun nur vertauscht. Willkommen im Club." Mehr hier. Unbedingt lesen. Wir haben bei CICERO eine anschauliche Karikatur dazu gefunden:


Achtung, Warnung: Der Ton zwischen Russland und dem Westen wird sich verschärfen, die Sanktionen werden härter. Russland wird darauf entsprechend reagieren. Dann wird es brenzlig für die vielen Millionen Euro die deutsche (und österreichische?) Sparer mittlerweile bei russischen Banken gebunkert haben. 1,5 Milliarden Euro wollte alleine die VTR-Bank seit 2011 bei deutschen Sparern einsammeln. Niemand weiß, wieviel es bis heute geworden sind. Diesen Einlagen kann es ganz schnell an den Kragen gehen, weil Russland ausländische Guthaben einfriert. Da hilft auch nicht die österreichische Einlagensicherung (DIE PRESSE: "Österreich haftet für Einlagen russischer Staatsbank", hier). Es fehlt schlicht am versicherten Ereignis, einer Pleite der Bank ("Das Prinzip der Einlagensicherung sieht vor, dass die Mitglieder eines Sicherungskreises einspringen, wenn eines ihrer Institute insolvent ist." Aus "Wie sicher ist die Einlagensicherung?", DIE PRESSE, 26.03.2013, hier) Das Geld ist praktisch da, nur nicht verfügbar. Unser dringender Rat: Raus aus russischen Banken, egal wo auf dieser Welt! Es ist einfach viel zu gefährlich...


Stramm national in der Ukraine
(monde-diplomatique.de) Im ukrainischen Kabinett ist mit Swoboda eine Partei vom äußersten rechten Rand vertreten, die sogar den stellvertretenden Regierungschef stellt. Das könnte die Aufgabe erschweren, den Westen und den Osten des Landes zusammenzuhalten. Mehr...

Kommentar: Ein Thema, auf das in den deutschsprachigen Führungsmedien nicht eingegangen wird. Dieser Beitrag schließt diese Lücke. 


Why Income Inequality Is Going to Get Catastrophically Worse
(alternet.org) There’s been a lot of discussion about the historically high levels of income and wealth inequality lately — mostly from people on the shorter end of that stick — with good reason: There’s no end in sight. Read more...

Kommentar: Ein gutes Zeichen: Amerika diskutiert über seine riesigen Einkommensunterschiede. 

Quelle: washingtonsblog.com

Hierzulande ist so eine Diskussion verpönt, die ungleiche Einkommensentwicklung darf nicht thematisiert werden. Wer sich trotzdem zu Wort meldet, wird mit Hohn und Spott überzogen. Dabei verläuft diese Entwicklung schon seit Jahren sehr seinseitig, wie die folgende Abbildung zeigt:

Quelle: feynsinn.org


Cameron’s Britain has lost America’s respect
(ft.com) The ‘special relationship’ has been compromised by one side that is no longer sure of who it is. 
Dean Acheson remarked in the 1950s that Britain lost an empire and had not yet found a role. For the next half-century it found a niche as America’s global lieutenant – harnessing its influence in Washington to punch above its weight elsewhere. Events in Crimea over the past three weeks have underlined how fast even that is fading. Once America’s “go-to” ally, the UK is not even third on today’s priority list. When it comes to handling Vladimir Putin, Germany, France and even Poland rank ahead of David Cameron’s government in Washington.
The most visible change is in the shrinking size of UK defence spending. The US might be cutting the size of its army but it still has almost 600,000 in uniform. At 102,000, the British army is far smaller than the US marine corps. And it is set to fall to just 82,000 next year, which is barely larger than America’s special forces. Following the principle of having three personnel at home to one in the field, this means Britain can only sustain 20,000 soldiers on the battlefront for a short period of time. For longer deployments, such as Afghanistan, 10,000 will be the limit. If the best the UK can do is to police Helmand province in Afghanistan or Basra in Iraq – and even then, not very well – its influence in Washington is unlikely to recover.
The same applies to the UK’s depleting military hardware. For the first time since inventing the aircraft carrier, the UK now deploys a grand total of zero. That is supposed to jump back up to two by 2019, but no one in the Pentagon is counting on it. Next year, the UK’s strategic defence review coincides with its general election.
The British have nothing like the attachment to their military as Americans. The days of outsized UK military clout in the US look numbered. “In terms of the UK-US defence relationship we are at the tail-end of a comet,” says General Jim Mattis, the former head of US central command.
Defence budgets can rise again. And the UK remains a great power in terms of its intelligence capabilities. But boasting about the close relationship between Washington’s National Security Agency and the UK’s Government Communications Headquarters is hardly a good idea nowadays. Countries such as Germany view the UK as an extension of America’s surveillance state.
To the extent this further alienates continental Europe from the UK, it also undercuts the latter’s clout in Washington. Under Margaret Thatcher, Britain helped shape – and even drive – the EU’s economic integration. Under Mr Cameron, it prefers to carp from the sidelines. Last year Phil Gordon, President Barack Obama’s adviser on Europe, caused a fracas in the UK by saying it was in America’s interest to see Britain strongly participating in the EU. He was right then and would be even more so today. Alas, Mr Cameron pushed ahead with plans to hold an in/out referendum in 2017, if his Conservative party was elected.

Until recently, Americans have paid little attention to September’s Scottish referendum on independence from the UK. Those who have believe the Scots will probably decide against it. That remains to be seen: Scottish nationalists still have five months to change the poll numbers. But America’s sense of a timeless Britain anchored firmly in its own identity is no longer taken for granted. From a distance, the UK’s destiny is starting to look wobbly. Can you depend on a “special relationship” with an ally that is no longer sure of who it is? Read more...

Kommentar: Ein bemerkenswerter Beitrag über eine schwierige Beziehung. Weil ein Bild mehr sagt als 1000 Worte: die Karikatur zu dem Artikel der FINANCIAL TIMES


Diese Entwicklung wirft auch auf die großzügigen US-Treasury-Käufe Belgiens (hier) ein besonderes Licht. Bisher war es immer Großbritannien, das dem großen Bruder aus der Patsche geholfen hat. 


Amerika wird wieder gesund
(faz.net) Amerikas Wirtschaft gewinnt ihre Stärke zurück. Politisch hat das auch unerwünschte Folgen: Der Druck auf Deutschland wird zunehmen. Mehr...

Kommentar: Wohl wahr, nur wann? Sicherlich nicht mehr unter Barack Obama. Sollte Janet Yellen, die neue Fed-Chefin, wirklich neue Pläne haben, dann hat sie hoffentlich viel Geduld. "Die Krise wird abgeschüttelt" schreibt der Autor - und tut gerade so, als sei der Aufschwung schon voll im Gange. Tatsächlich steht Amerika noch nicht einmal am Anfang. Und es ist ein weiter Weg. Wie üblich stützen sich die Leitmedien auf die offiziellen Zahlen, nur sind die getürkt. Es genügt ein Blick auf den Vergleich der aktuellen Arbeitslosenquote bei SHADOWSTATS (hier):  



Übrigens steht John Williams mit seinen Zahlen nicht alleine auf weiter Flur. Die folgende Übersicht der "De-facto Unemployment Rate" stammt von der Youngstown State University


Möglicherweise übersieht der Autor aber nur die wahre Ursache für "seinen" Aufschwung. Wir könnten da mit einer Grafik aushelfen: 

Quelle: zerohedge.com


Consumer Confidence Fades; Misses By Most In 15 Months
(zerhedge.com) It would appear that pending wars in Europe, freezing snow storms (and droughts) in the US, and Asian credit concerns have finally taken their toll on US consumer confidence. At 79.9 relative to an expectation of 82.2 this is the biggest miss since Dec 2012 and lowest since Nov 2013.Current conditions rose modestly but the economic outlook fell by its most in 5 months. UMich confidence remains notably below the July 2013 peak levels (which correspond quite coincidentally to the same 4 year 4 month cycle we have seen in the prior 2 cycles) despite stocks have made higher highs since then as the decoupling remains in place. Confidence fades and is well off July 2013 peak levels...


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Kommentar: Das ist nicht gerade vertrauenserweckend, was die angebliche wirtschaftliche Stärke Amerikas betrifft. Die gehört vorläufig noch in die Abteilung "Propaganda". Die Wirklichkeit ist davon noch weit weg. 


Analysts slash China GDP forecasts, see support 
(ft.com) Investment banks slashed forecasts for China’s GDP growth on Thursday after Beijing reported the biggest slowdown in investment for more than a decade and the slowest retail sales expansion for nine years. Confidence was further undermined by news that a well-known steel mill has failed to repay loans that came due last week.
Ting Lu, China economist at Bank of America Merrill Lynch, said the bank was cutting its first quarter GDP growth forecast to 7.3 per cent from 8 per cent and the full year forecast to 7.2 per cent from 7.6 per cent previously. Nomura Securities revised down its first quarter forecast to 7.3 per cent from 7.5 per cent previously but kept its full year prediction at 7.4 per cent. UBS revised down its full year forecast to 7.5 per cent from 7.8 per cent previously.
Barclays said it was revising downward its first quarter forecast to 7.3 per cent, but did not say what its previous projection had been. However, the bank is keeping its full year forecast at 7.2 per cent for the full year. Mizuho Securities said it was cutting its first quarter forecast to 7.2 per cent, but did not give a comparative number.
The slew of revisions came with several predictions that Beijing may be encouraged to take steps to support the economy. 

“We expect the government to start planned investment projects and the PBoC (People’s Bank of China) to maintain easier liquidity,” Barclays said in a research note.
It added that Li Keqiang, premier, had emphasised in his address to the National People’s Congress that China needs reasonable investment growth – naming social housing, rural infrastructure, major irrigation and water conservancy projects, railways in the central and western regions, public utilities and environmental protection as investment areas that Beijing is keen to push.
In terms of monetary policy, Barclays added that it expects the PBoC to keep interbank interest rates “lower for longer” in the first half of the year. It added that the central bank is unlikely to rule out a cut in China’s required reserve ratios (RRR), the proportion of deposits that commercial banks must keep at the PBoC. However, it did not see such an RRR cut before May. Read more...


Kommentar: Just for info. Gerne würden wir einen solchen Beitrag von einer deutschsprachigen Wirtschaftszeitung empfehlen. Leider gibt es nichts vergleichbares. 


China's Credit Nightmare Explained In One Chart
(zerohedge.com) Everyone knows that after years of kicking the can and resolutely sticking its head in the sand, China is finally on the verge, if hasn't already crossed it, of a major credit event, confirmed by the first ever corporate bond default which took place a week ago. Few, however, know just why China is in this untenable position. If we had to select one data point with which to explain it all, it would be the following: just in the fourth quarter of 2013, Chinese bank assets rose from CNY147 trillion to CNY151.4 trillion, or, in dollar terms, an increase of almost exactly $1 trillion!
By comparison, US bank assets in the same period rose by just over $200 billion, a number which consists almost entirely of the reserves injected by the Fed.
And if we had to show it in one chart, it would be the following comparison of total Chinese and US bank assets: the two lines shown below are on the same axis, and at the end of 2009, the US had just a fraction more assets than China. Since then the US has added $2.3 trillion in bank assets, exclusively thanks to the Fed's reserve creation. As for China... total bank assets more than doubled from $11.5 trillion to a record $25 trillion! This is a number that is nearly double that of the US, and represents a pace of $3.5 trillion per year - or nearly four concurrent QEs - a rate of "financial asset" addition five times greater than in the US! 



Another way of showing just the past three years:



What's worse: China is now hooked to a "flow" pace of $3.5 trillion each and every year, just to generate an annual GDP of about 8% and declining with every passing year. Any reductions in the pace of monetary flow will have magnified implications on China's growth, and from there,social, and globa, stability. Read more...

Kommentar: Es gibt keinen Grund für den Westen nervös zu werden... oder vielleicht doch - wenigstens ein kleines bisschen?


Pulverfass Asien - Droht ein neuer "Großer Krieg"?
(heise-telepolis) Durch die sich überschlagenden Ereignisse in der Ukraine, wo nach einem von Washington und seinen Verbündeten beförderten rechten Umsturz die Gefahr einer militärischen Konfrontation zwischen Russland und der NATO insbesondere in der Autonomen Republik Krim deutlich zugenommen hat, ist ein anderer Konfliktherd vorübergehend in den Hintergrund getreten.
Anfang Februar beschuldigte Kapitän James Fanell, Direktor der Marineaufklärung der US-Pazifikflotte, das chinesische Militär, einen kurzen, heftigen Krieg vorzubereiten, um die japanischen Kräfte im Ostchinesischen Meer zu zerstören und anschließend eine zwischen Japan und China umstrittene Inselkette zu besetzen, die in Japan unter dem Namen Senkaku, in China als Diaoyu bekannt ist. Fanells Auslassungen sind der bisherige verbale Höhepunkt eines regelrechten Trommelfeuers, mit dem US-Regierung und -Militär Peking für zunehmende Spannungen in Asien verantwortlich machen. Mehr...


Kommentar: Eine vortreffliche Analyse einer unbeachteten Krise. Das ist nachlässig. Unbedingt lesen. Das Fazit beunruhigt: "Die Widersprüche, die zum Ersten Weltkrieg führten, sind fast sechs Jahre nach dem Zusammenbruch des Welt-Finanzsystems keineswegs verschwunden, sie haben sich vielmehr noch verschärft. Dabei sind die USA als die dominante imperialistische und militaristische Macht der mit großem Abstand am stärksten destabilisierend wirkende Faktor der Weltpolitik. Neokoloniale Interventionen und Aggressionskriege unter ihrer Führung sowie fortgesetzte Intrigen und Provokationen haben Afghanistan, den Irak, Libyen und Syrien zerstört und sind dabei, die Ukraine, Venezuela, selbst Russland zu destabilisieren. Washingtons hochaggressive und extrem provokative Reaktionen zeigen, dass die USA nicht vor einem möglichen militärischen Konflikt mit China zurückschrecken werden, um ihre dominierende Stellung in Asien zu sichern." Andererseits muss jedem klar sein: Amerika wird seine Position als (einzige) Weltmacht mit ALLEN Mitteln verteidigen. 


Zum Schluss eine Prise "ukrainian humor": 

Quelle: zerohedge.com