Sonntag, 23. März 2014

Standpunkt 899 - Nachrichten-Ticker, 16. & 17.03.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. In wenigen Tagen ist das Update fertig! Wir machen Fortschritte, gerade sind wir auf die Zielgerade eingebogen. Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Eigentlich ist es mehr als nur ein Update. Es platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Update zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Zum Inhalt: Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen. Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahllosen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. 

Wir sind davon überzeugt, da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich.      


Tagesthemen: In eigener SacheUkraine (6 Beiträge) mit WARNUNG für Einlagen bei russischen Banken EU-Einlagensicherung und die Zypern-Rettung – Deflation in Europa – Thomas Straubhaar: Der Arglistige – Die Suche nach dem Unterschied von Theorie und Praxis in der Ökonomie 


In eigener Sache 
Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


"Der Zerfall der Ukraine ist in vollem Gang"
(heise-telepolis) Peter Scholl-Latour über Putin, die gespaltene Ukraine und die Politik des Westens.
Ramon Schack hat an Peter Scholl-Latours neunzigstem Geburtstag für Telepolis mit dem bekannten Journalisten und Autor gesprochen, der viel unterwegs war und die Konfliktherde der Welt aus eigener Erfahrung vor Ort kennt. Während der erste Teil des Gesprächs vor allem über Scholl-Latours Leben ging (Scholl-Latour: "Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung"), hat Ramon Schack mit ihm auch über Russland und die Krimkrise gesprochen. Wie immer hat Scholl-Latour, der Putin auch persönlich begegnet ist, einen eigenen und durch Geschichte und Erfahrung begründeten Standpunkt. Die Telepolis-Redaktion möchte sich bei Peter Scholl-Latour ausdrücklich für das lange Gespräch bedanken. Ramon Schack hatte bereits im August des letzten Jahres mit ihm über das Verhältnis Russland-USA gesprochen, das sich in der Krim-Krise nur weiter zugespitzt hat (Gegenüber Russland wähnt sich der Westen noch immer im Kalten Krieg). Mehr...


Kommentar: Den ersten Teil des Interviews zur "Massenverblödung" haben wir hier vorgestellt. Bitte dort nachlesen, es lohnt sich. Was Scholl-Latour in dem zweiten Teil beschreibt, bezeugt sein profundes Wissen und zeigt die politischen und diplomatischen Defizite des Westens auf, die NIE Eingang in die heimischen Leitmedien finden. Auf jeden Fall reichlich Gedankenfutter für diejenigen unter unseren LeserInnen, die sich eine eigene Meinung zu diesem Konflikt bilden wollen. 


Krim-Krise: Schlafwandler 2014
(spiegel.de) "Mit uns kann man reden - aber die Russen schicken Soldaten." Dieses Selbstbild des Westens ist falsch und gefährlich. In Wahrheit steuern wir gegenüber Russland seit 1989 einen Kurs der Konfrontation - wo wird das enden? Mehr...

Kommentar: Diese Kolumne von Jakob Augstein: eine meinungsbildende Lektüre. Und eine löbliche Ausnahme im Kreis der deutschsprachigen Führungsmedien. Sein Vergleich mit den Ereignissen vor dem 1. Weltkrieg kommt nicht von ungefähr, die Ereignisse scheinen sich zu gleichen. 


Was macht Europa falsch? 
(wdr5.de) Nach dem Sturz der pro-russischen Regierung in Kiew schlägt Moskau zurück. Auf die Besetzung der ukrainischen Krim soll jetzt ihr Anschluss an Russland folgen. Interview mit dem ehemaligen EU-Kommissar Günter Verheugen. Mehr...

Kommentar: Nr. 3 der lesenswerten, in diesem Fall eigentlich hörenswerten, Beiträge zu der Krise in Osteuropa. Die Kritik Verheugens an der Zusammenarbeit des Westens mit der neuen Führung in der Ukraine lenkt aber nach unserer Ansicht davon ab, dass der Machtwechsel von Europa und den USA mit allen Mitteln gewollt war, egal wie rechts, national oder gar faschistisch diese Regierung ist. Wirtschaftliche und machtpolitische Interessen stehen im Vordergrund, da spielen demokratische Grundrechte und die politische Heimat der neuen Partner überhaupt keine Rolle. 


Russia, Crimea and the Consequences of NATO Policy 
(michael-hudson.com) Russia’s incursion (invasion if you prefer) into Crimea, with prospects for movement into Eastern Ukraine, is the culmination of US/NATO policy since 1991.
The unraveling of the USSR and its Soviet bloc (the Warsaw Pact) dismantled the largest empire in modern history. Even more striking, it was the most peaceful dissolution of a major empire in history. The fact that an empire stretching over a dozen time zones that included hundreds of ethnic groups with concrete historical and contemporary grievances with each other broke up without a bloodbath is nothing short of a miraculous – and a reflection of the destruction of spirit and even of economic understanding that marked the distortions of Stalinism, neither capitalist nor socialist but a bureaucratic collectivism whose final stage proved to be kleptocracy.
Part of the reason that this went off with such little violence was due to the mutual desire of President George H.W. Bush and Mikhail Gorbachev to end the Cold War’s threat of Mutually Assured Destruction (MAD). Gorbachev for his part recognized that the Warsaw Pact nations needed to be let go, in order to free resources to build up a more middle class consumer economy. Demilitarization was to be achieved by disarmament, all the more remarkable in view of the largest human losses suffered in world history from military invasion had occurred just two generations earlier. Germany became the focus, pending its reunification in1990. It had invaded its neighbors every generation or so since the Franco-Prussian War of 1870. In World War II it laid waste to the USSR and left 25 million of its people dead. Other East European nations, including Romania (and, along with victims of Stalinist oppression, e.g., the Baltics and Ukrainians, welcomed the Nazis and fought against Russia). The NATO alliance thus remained the main threat that had held the Soviet Union together.
So Russia had vital security concerns that could only be met by assurances that NATO would not move into the Warsaw Pact states, where so much Soviet blood had been shed in World War II. President George H. W. Bush (#41) made assurances that if the Soviets were to dissolve the Warsaw Pact, Russia must be assured that the NATO would not fill the vacuum. But his successor, Bill Clinton, broke this promise by quickly taking the former Warsaw Pact states into NATO, and then moved into territory formerly occupied and incorporated into the USSR with the Baltics.
It should have been foreseen – and probably was inevitable – that these new entrants wanted NATO, given their own experience with Soviet occupation. But the eagerness of a triumphalist United States to surround Russia militarily rather than disarm led Russian leaders to feel betrayed by the US breaking its word.
Russia today has watched covert attempts from the US State Department to the National Endowment for Democracy and other NGOs to break up their country as part of what is becoming a triumphalist global pattern. This threatens to remake their “near abroad” into a neoliberal periphery. Today’s confrontation has taken on an existential character for Russia since it saw NATO’s moves toward Georgia as cutting too close to the bone. The prospects of NATO assimilating Ukraine (Kiev) represents a seizure of Russia’s “heart”: the very ancestral home where Russia was founded and on which it repelled the fascist invasion in the Great Patriotic War–as it had a millennium earlier against the German Crusading Knights pledged to exterminate the Russian-Greek Orthodox population.
Most Russians never forgave Gorbachev for the deal he made with NATO. Russian diplomats have stated clearly that Ukraine is a line that cannot be crossed regarding potential NATO expansion. It is as if foreign agents worked in Texas to mobilize a violent ethnic minority to rejoin Mexico and then place a hostile military alliance on the US border. Read the rest here...


Kommentar: Ein Beitrag zum Thema von einem unserer "Lieblings-Ökonomen", dem US-Amerikaner Michael Hudson. Natürlich lesenswert.


Scheinriese Russland
(zeit.de) Das Krim-Referendum war eine Farce und zeigt, dass Putin Macht über Recht stellt. Der Westen ist aber nicht hilflos, denn Russland ist nicht so unabhängig wie Putin tut. Mehr...

Kommentar: Dieser Kommentar ist eines der dürftigen, einseitigen, propagandistischen Angebote unserer heimischen Führungsmedien. Dieses Hohelied auf den Westen ist für uns nur ein weiterer Beweis dafür, wie sehr die ZEIT an Qualität eingebüßt hat. Traurig. 

Die Sanktionen sind nur dann wirksam, wenn sie über die eigene Schmerzgrenze hinausgehen. Wer hat daran im Westen Interesse? Niemand. Die europäische Finanzindustrie lebt zu einem großen Teil von ihren Geschäften in Russland, die Wirtschaft auch. Die Sanktionen hören dort auf, wo sie tiefe Spuren in den Gewinnen der europäischen und US-amerikanischen Unternehmen hinterlassen könnten. Passend dazu diese Karikatur von CICERO:




Krim-Revanche: Verkaufte Russland aus Rache US-Staatsanleihen in Milliardenhöhe? 
(format.at) Als die US-Regierung mögliche Sanktionen, wie die Einfrierung von russischen Bankkonten bekanntgab, drohte ein Kreml-Berater mit dem Verkauf von US-Staatsanleihen. Nun scheinen die Russen ernst gemacht zu haben. Mehr...

Kommentar: Na und. Irgendwelche Wirkungen oder Folgen? Keine. 


  • An dieser Stelle noch einmal unser dringender Hinweis: Achtung, Warnung: Der Ton zwischen Russland und dem Westen wird sich verschärfen, die Sanktionen werden härter. Russland wird darauf entsprechend reagieren. Dann wird es brenzlig für die vielen Millionen Euro die deutsche (und österreichische?) Sparer mittlerweile bei russischen Banken gebunkert haben. 1,5 Milliarden Euro wollte alleine die VTR-Bank seit 2011 bei deutschen Sparern einsammeln. Niemand weiß, wieviel es bis heute geworden sind. Diesen Einlagen kann es ganz schnell an den Kragen gehen, weil Russland ausländische Guthaben einfriert. Da hilft auch nicht die österreichische Einlagensicherung (DIE PRESSE: "Österreich haftet für Einlagen russischer Staatsbank", hier). Es fehlt schlicht am versicherten Ereignis, einer Pleite der Bank ("Das Prinzip der Einlagensicherung sieht vor, dass die Mitglieder eines Sicherungskreises einspringen, wenn eines ihrer Institute insolvent ist." Aus "Wie sicher ist die Einlagensicherung?", DIE PRESSE, 26.03.2013, hier). Das Geld ist praktisch da, nur nicht verfügbar. Unser dringender Rat: Raus aus russischen Banken, egal wo auf dieser Welt! Es ist einfach viel zu gefährlich...


Einlagensicherung: Zypern kritisiert Finanzminister der Euro-Zone
(handelsblatt.com) Zyperns Präsident Nikos Anastasiadis wirft den anderen Staaten der Euro-Zone vor, sein Land zu Zwangsabgaben für private Bankguthaben bis 100.000 Euro gezwungen zu haben. Deutschland wies die Darstellung zurück. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Präsident erklärt es so: "Die Eurogruppe hat diese Lösung gemeinsam vorgeschlagen. Was ich zurückweise, sind Behauptungen, Zypern selbst habe Zwangsabgaben auf Bankguthaben von unter 100.000 Euro gefordert. Das wäre eine illegale Forderung gewesen. Aber der Vorschlag kam nicht von Zypern. Es war ein einstimmiger Vorschlag und eine einstimmige Entscheidung von allen anderen Staaten der Eurozone, Guthaben bei zyprischen Banken bis 100.000 Euro mit 6,75 Prozent und die anderen mit 9,9 Prozent zu belasten." Die Zeitung zitiert dazu "eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums" mit den Worten: "Deutschland hat sich dafür eingesetzt, die Einlagensicherung bis 100.000 Euro zu respektieren beziehungsweise höhere Guthaben zu beteiligen." 

Das haben wir schon ein bisschen anders in Erinnerung. Am 18.03.2013 meldet Österreichs DIE PRESSE im Zusammenhang mit den Verhandlungen zu Zypern Neuigkeiten von der heimischen Finanzministerin, Maria Fekter: "Wir lassen unsere Sparer nicht in Stich" (hier). Diese Aussage war nötig, weil die Pläne in Zypern andere waren: "Zypern sei ein 'Sonderfall und keinesfalls mit der Situation in Österreichs Banken oder Staatsfinanzen zu vergleichen', sagte VP-Finanzministerin Maria Fekter am Montag. 'Österreichs Banken stehen mit gesunden Beinen auf festem Grund', der Staatshaushalt sei 'am Reformpfad in
Richtung Nulldefizit', zudem 'lassen wir unsere Sparer nicht im Stich', die Einlagensicherung (bis 100.000 Euro) garantiere die kleinen Guthaben. Demgegenüber sei der Eingriff in Spareinlagen in Zypern, wo nach vorläufigem Stand von Guthaben unter 100.000 Euro 6,7 Prozent und über 100.000 Euro 9,9 Prozent abgeschöpft werden sollen, "notwendig, um die Pleite des Staates abzuwehren".
Soweit Frau Fekter. Ebenfalls zu Wort meldete sich der Chef der österreichischen Notenbank, Ewald Nowotny. DIE PRESSE schreibt: "Was in Zypern geschehe, sei sicherlich nicht auf andere Länder zu übertragen, es handle sich in Zypern um Notfallsmaßnahmen. Jede Alternative wäre für Zypern und die zypriotische Bevölkerung sicherlich härter, als das was jetzt vorgeschlagen ist, meinte Nowotny." Er bezieht sich ebenfalls auf die Spareinlagen unter 100.000 Euro. Das zyprische Parlament hat damals dagegen gestimmt und heute wissen wir, dass Nowotny Recht behalten sollte: Was danach kam, war sehr viel härter. Zypern liegt im Dreck. 


Die FRANKFURTER RUNDSCHAU zitierte seinerzeit den Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zu diesem Vorschlag so: "Wir haben die Lastenverteilung sehr sorgfältig geprüft. Wir bestrafen Zypern nicht." (Quelle: "Euroländer bitten Bankkunden zur Kasse", hier


These Six Euroarea Countries Are In Outright Deflation As Eurozone Inflation Slides To Four Year Lows
(zerohedge.com) While we realize that the world has long since stopped caring about trivial things like macro events or newsflow, it probably should be noted that while everyone was either sleeping or awaiting to see what the US response to the Crimean referendum would be, it should be highlighted that inflation in Europe just tumbled once again to a fresh retest of 4 year low levels. According to Eurostat, final February inflation was lower than the flash reading, and printed at 0.8% for the Eurozone and 0.7% for the Euroarea, down from 0.9% and 0.8% respectively. This is back to the October level when the ECB decided to cut its interest rate to a record low of 0.25% in its November meeting. As Reuters noted, inflation has not dropped below that level since November 2009, when it stood at 0.5 percent, Eurostat said.
This is how European inflation, or lack thereof, has looked in the past four years:


Yet any one expecting an immediate response by Draghi may be disappointed: Bloomberg adds that the CPI reading is unlikely to immediately alter the monetary policy stance of the ECB. It fails to create a fresh cyclical low with the reading of October also having come in at 0.7 percent. The core reading remained unchanged at 1 percent.


(...) 

And while the world awaits the ECB to do something, anything, be it negative rates or outright monetization of German bonds (good luck), the Euro area continues to sing in disinflation and outright deflation. 12 of the 18 countries of the monetary union saw a decline in the year-over-year rate of inflation. Ten of the 18 countries registered rates under 1 percent and four of the 18 countries registered negative numbers. The largest “core country” — Germany — saw its inflation rate decline to 1 percent from 1.2 percent.
Worse, 4 Eurozone countries, Cyprus, Greece, Portugal and Slovakia, were in outright year over year deflation. And then add Bulgaria and Croatia to get the 6 Euro Area countries where prices are now in outright decline compared to a year earlier. 



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Kommentar: Nur zur Information - Neuigkeiten über den von Wolfram Weimer diagnostizierten "Rinderwahnsinn der Ökonomen" (hier). 



Top-Ökonom Straubhaar: "Viele Deutsche leben über ihre Verhältnisse"
(focus.de) Deutschland braucht keine Vermögensumverteilung, sondern gleiche Chancen für alle - fordert Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts. Denn Ungleichheit schaffe auch Fortschritt. Mehr...
 
Kommentar/Ergänzung: Jetzt zeigt er sich wieder, der Hardcore-Neoliberale in Thomas Straubhaar. In den Monaten nach der Finanzkrise waren wir davon überzeugt, Straubhaar hätte sich vom Saulus zum Paulus gewandelt. Offensichtlich eine klare Fehldeutung. Damit müssen wir leben. Heute ist er an Arglist kaum zu überbieten. Wie hat es Peter Scholl-Latour so treffend formuliert? "Wir leben in einer Zeit der Massenverblödung"...
 
Statt eines wortreichen Kommentars möchten wir in diesem Zusammenhang auf den folgenden Beitrag hinweisen, der im August 2013 bei MASKENFALL erschienen ist: "Wohlstandsabbau: Lohnzurückhaltung und seine 'Erfolgsbeispiele'". Der Autor schreibt in der Einleitung: "Häufig wurden in Deutschland  die Hartz-Gesetze damit begründet, dass die Kosten für die Arbeitslosen-/Sozialhilfe überbordend gewesen seien und den eigentlichen Grund für den Staatsschuldenzuwachs darstellen würden. Nach einer Untersuchung der Bundesbank wurden mit dem Übergang zum Hartz-System 2005 Einsparungen bei den arbeitsmarktbedingten Staatsausgaben von 1,2 bis 3,3 Mrd. Euro erwartet. Eine Summe, die sich im Vergleich zu den gigantischen Kosten der Bankenrettung von 2009 doch als winzig präsentiert. Neben der Verwendung des Slogans 'Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt!' wurde zusätzlich großflächig das Vorurteil bestärkt die Arbeitslosigkeit könne durch die intensivere individuelle Jobsuche der Arbeitslosen (nach dem Motto: 'Jeder der arbeiten will, findet auch Arbeit!') abgebaut werden. Diese Äußerungen stellen sich im Hinblick auf die damalige Zahl der Arbeitslosen von 4,5 Mio. Menschen, die 2004 einer Zahl von 210.000 offenen Stellen gegenüberstanden (für ca. 20 Arbeitslose eine offene Stelle verfügbar war), als äußerst skurril dar. Auch die Vorstellung, viele Betroffene hätten sich an ihre dauerhafte Arbeitslosigkeit gewöhnt und ihr Leidensdruck müsse durch Leistungskürzungen künstlich erhöht werden, um diese aus ihrem 'stationären' Zustand zu befreien, wurde häufig geäußert. Laut einer DIW-Studie verschlechtert sich allerdings das allgemeine Wohlbefinden der Arbeitslosen zunehmend mit der Dauer ihrer Arbeitslosigkeit, Arbeitslosigkeit ist also auch in diesem Zusammenhang nicht als freiwilliger Zustand zu bewerten. Insgesamt ist festzustellen, dass die jeweils vorgebrachten Begründungen Scheinargumente sind, die sowohl strategisch von Medien, Arbeitgeberverbänden und neoliberalen Wirtschaftsinstituten munter verbreitet
wurden, als auch von Überzeugungstätern multiplikativ vorgetragen wurden. In Wirklichkeit war der Hang zur Arbeitsmarktderegulierung und dem Hartz-System  aber einem ganz anderen Verlangen geschuldet, dem Wunsch die Löhne in Deutschland unter  Druck  zu setzen,  um  einen größeren Teil des Volkseinkommen für Profite zu erbeuten, somit also die Lohnquote abzusenken."
Mehr hier. "Angereichert" ist der Beitrag mit anschaulichen Schaubildern und weiterführenden Links. 
 
 
Politikrestistente Ökonomien?
(project-syndicate.org) Die Unfähigkeit von Regierungen in ihren Ökonomien im Hinblick auf Wachstum, Beschäftigung und Verteilungsfragen entschlossen zu handeln, gibt mittlerweile beinahe überall Anlass zu großer Sorge. Vor allem in den Vereinigten Staaten haben politische Polarisierung, der Stillstand im Kongress und unverantwortliche Selbstdarstellung einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen, wobei man sich vielfach besorgt über die wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung zeigt.
Wie jedoch aus einer jüngst durchgeführten Untersuchung hervorgeht, besteht wenig Korrelation zwischen der relativen Wirtschaftsleistung eines Landes in mehreren Bereichen und der Frage, wie „funktionstüchtig“ seine Regierung ist.  Tatsächlich haben die USA trotz eines rekordverdächtigen Grades an politischer Polarisierung auf nationaler Ebene in den sechs Jahren seit Ausbruch der globalen Finanzkrise andere Industrieländer hinsichtlich Wachstum, Beschäftigung, Produktivität und Lohnstückkosten überholt.
Natürlich sollte man nicht zu dick auftragen. In Deutschland, Kanada und Japan ist die Arbeitslosigkeit niedriger. Und Amerikas Einkommensverteilung ist ungleicher als in den meisten anderen Industrieländern – wobei der Trend noch weiter in die falsche Richtung geht. Dennoch bezahlen die USA im Hinblick auf ihre gesamte relative Wirtschaftsleistung keineswegs einen hohen Preis für die politische Dysfunktion.
Ohne den potenziellen Wert einer entschlosseneren Politik abtun zu wollen, scheint jedoch  klar, dass hier andere Kräfte am Werk sein müssen. Deren nähere Untersuchung offenbart wichtige Lehren für eine ganze Reihe von Ländern. Mehr...
 
Kommentar: Michael Spence und David Brady auf der Suche nach dem Unterschied von Theorie und Praxis. Am Ende blieben sie erfolglos. Die Statistiken zu lesen, die die Wirklichkeit abbilden, wäre schon mal ein guter Anfang...
 
Quelle: cnsnews.com