Montag, 24. März 2014

Standpunkt 900 - Nachrichten-Ticker, 18.03.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. In wenigen Tagen ist das Update fertig! Wir machen Fortschritte, gerade sind wir auf die Zielgerade eingebogen. Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Eigentlich ist es mehr als nur ein Update. Es platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Update zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Aus dem Inhalt:  

  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahllosen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. 
Da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich! 
  

Tagesthemen: In eigener Sache – Bundesverfassungsgericht zu ESM und Fiskalpakt (4 Beiträge)  EZB – Deutschland geht es gut, sagt der OECD – Ukraine und Krim (2 Beiträge) mit WARNUNG für Einlagen bei russischen Banken  – China's Credit Bubble Belgien, Helfer in der Not


In eigener Sache 
Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


Karlsruhe weist Klagen gegen Euro-Rettungsschirm ESM ab
(diepresse.com) Das deutsche Bundersverfassungsgericht lässt 37.000 Beschwerdeführer abblitzen und bestätigt seine Grundsatzentscheidung vom September 2012. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Gut so. Ein Ergebnis, mit der offensichtlich beide Seiten leben können: "Gauweiler: Haben Euro-Rettern Grenzen gesetzt" meldet die F.A.Z. aus dem Lager der KlägerInnen (hier).  
Die SÜDDEUTSCHE zeigt sich verwundert und titelt: "Das Verfassungsgericht nimmt sich zurück". Im Vorspann heißt es: "Kein Veto aus Karlsruhe: Die höchsten Richter billigen den ESM-Rettungsfonds mit kleinen Auflagen – und üben ein ungewohntes Maß an Zurückhaltung." Mehr hier.
HEISE-TELEPOLIS gibt eine dem Beitrag "Karlsruhe erklärt ESM und Fiskalpakt für verfassungsgemäß" verständliche Zusammenfassung der Entscheidungen (hier). Wer es aus 1. Hand haben möchte, der findet hier die Pressemitteilung des BVerfG und hier die Entscheidungen nebst Begründungen.


Squaring the Circle: A QE for the ECB
(zerohedge.com) European Central Bank is in a pickle.  The pillars of monetary policy, money supply growth and inflation, are crumbling. The main interest rate it influences, the repo rate is already at a lowly 25 bp.  Excess liquidity is trending lower as European banks returned funds borrowed under the Long Term Repo facility. This is contributing to  upward pressure on the EONIA, the overnight rate, and making it more volatile. EONIA is double what it was a year ago and the amplitude of the swings, more violent. Lending to households and businesses has been contracting for nearly two years. The risk is that the situation gets worse. Commodity prices have fallen. ECB President Draghi indicated last week that the rise in the euro is slowing the economic recovery and increasing the risk of deflation. ECB officials play up the options at their disposal, but a closer examination suggests this simply is not so. There are no easy and effective courses of action. Those that are easy, like shaving the repo rate, are not very effective. Those that could be effective, like quantitative easing, are not very easy given the ECB's charter. Read more... 

Kommentar: Ein QE nach amerikanischem Muster? Das wäre keine Lösung. Die US-Notenbank ist damit kläglich gescheitert. Einerseits. Andererseits gab es natürlich auch Profiteure: 

Quelle: zerohedge.com


Deutschland geht’s ziemlich gut
(faz.net)  Deutschland geht es schlecht? Ein neuer Bericht zeichnet ein ganz anderes Bild: In kaum einem Land in Europa können die Bürger so zufrieden sein wie hier. Und sie sind es auch. Mehr...

Kommentar: Hoppla, das sind ja schon wieder tolle Nachrichten. Alles eitel Sonnenschein, in der Mitte Europas. Rundherum tobt die Krise, aber in Deutschland steppt der Bär. Und es ist sozusagen amtlich, bestätigt von der OECD. Die neoliberalen Steigbügelhaltern von der F.A.Z. sind natürlich hoch erfreut. Uns fällt dazu ein wunderbares Zitat von Erich Kästner ein: „Wer allzu lange ein Auge zudrückt, dem gehen eines Tages beide auf.“


Putins Krim-Annexion: Der verstörte Westen
(spiegel.de) Krim besetzt, Krim für unabhängig erklärt, Krim annektiert: Die Härte Wladimir Putins irritiert den Westen. Jetzt suchen US-Präsident Obama, Kanzlerin Merkel und die anderen Europäer eine gemeinsame Linie gegen Russlands Präsidenten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Heute liefern wir wieder nur kommentarlos lesenswerte Beiträge zu diesem Thema. Wir haben noch einen aus den USA: "What Americans Don’t Know About the Ukraine Crisis" (hier): "What You Never Learned In School … or On the News". Wie immer bei WASHINGTONS BLOG gespickt mit Links. Und auch für den besser informierten Westeuropäer noch voller Neuigkeiten. 

  • An dieser Stelle noch einmal unser dringender Hinweis: Achtung, Warnung: Der Ton zwischen Russland und dem Westen wird sich verschärfen, die Sanktionen werden härter. Russland wird darauf entsprechend reagieren. Dann wird es brenzlig für die vielen Millionen Euro die deutsche (und österreichische?) Sparer mittlerweile bei russischen Banken gebunkert haben. 1,5 Milliarden Euro wollte alleine die VTR-Bank seit 2011 bei deutschen Sparern einsammeln. Niemand weiß, wieviel es bis heute geworden sind. Diesen Einlagen kann es ganz schnell an den Kragen gehen, weil Russland ausländische Guthaben einfriert. Da hilft auch nicht die österreichische Einlagensicherung (DIE PRESSE: "Österreich haftet für Einlagen russischer Staatsbank", hier). Es fehlt schlicht am versicherten Ereignis, einer Pleite der Bank ("Das Prinzip der Einlagensicherung sieht vor, dass die Mitglieder eines Sicherungskreises einspringen, wenn eines ihrer Institute insolvent ist." Aus "Wie sicher ist die Einlagensicherung?", DIE PRESSE, 26.03.2013, hier). Das Geld ist praktisch da, nur nicht verfügbar. Unser dringender Rat: Raus aus russischen Banken, egal wo auf dieser Welt! Es ist einfach viel zu gefährlich...

Quelle:friendsofpresseurop.eu


Is China’s Credit Bubble Beginning to Unwind?
(acting-man.com) A Large Real Estate Developer Collapses. Read more...

Kommentar: Just for info. Besser als viele Worte erklärt diese Karikatur die Probleme in China: 


Quelle: economist.com


Zum Schluss einen Chart aus den USA über Belgiens neue Rolle:

Quelle: zerohedge.com
310 Milliarden $, der höchste Einsatz bisher. Damit ist Belgien der Drittplatzierte unter den ausländischen Haltern US-amerikanischer Staatsanleihen, nach China und Japan. Erstaunlich, bei einer jährlichen Wirtschaftsleistung von rund 500 Milliarden $.