Donnerstag, 3. April 2014

Standpunkt 904 - Nachrichten-Ticker, 25. & 26.03.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. In wenigen Tagen ist das Update fertig! Wir machen Fortschritte, gerade sind wir auf die Zielgerade eingebogen. Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Eigentlich ist es mehr als nur ein Update. Es platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Update zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahllosen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. 
Da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich! 

Täglich erreichen uns noch Anregungen zu diesem Thema, die wir so weit wie möglich berücksichtigt haben. Dafür bedanken wir uns auf diesem Weg ausdrücklich. Gleichzeitig bitten aber auch um Verständnis dafür, dass wir neue Vorschläge, die ab sofort bei uns eingehen, nicht mehr verarbeiten können. Wir stoßen an unsere Grenze und das Dossier soll endlich fertig werden.  
  

Tagesthemen: In eigener Sache"Geld regiert die Welt" vor dem Ende? William Broeksmit und die Deutsche Bank – Deflation in Europa – Mohammed A. El-Erian kommentiert das fehlende Wirtschaftswachstum Osteuropa-Krise (9 Beiträge) Der ökonomische Unfug des Hans-Werner Sinn – Highest Labor Force Participation Rate – Fed –  Chinas Not


In eigener Sache 
Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" der Diskussion rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mittels der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


"Banken agieren unfair und setzen Prinzipien der Marktwirtschaft außer Kraft"
(format.at) Der Autor und Aktivist Christian Felber erklärt im FORMAT-Interview warum er den Spruch "Geld regiert die Welt" nicht nur für einen Spruch hält, sondern für ein existenzielles Problem. Er schlägt statt dessen ein neues Geldsystem vor. Mehr...

Kommentar: Was Felber sich wünscht, bedeutet die völlige Neuordnung des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Das ist vorläufig nicht möglich. Erst wenn die Umverteilung abgeschlossen ist, d. h. wenn die 99% ihre Ersparnisse, bzw. Vermögen, vollständig an das oberste 1% verloren haben. Erst danach kollabiert das System endgültig und es besteht eine kleine Chance auf eine grundsätzliche Änderung des seit mehr als dreißig Jahren gültigen neoliberalen Kapitalismusmodells. Sehr zuversichtlich sind wir aber nicht. 


William Broeksmit: Topbanker war vor Selbstmord in Sorge um Deutsche Bank
(faz.net)  William Broeksmit galt als Vertrauter von Deutsche-Bank-Boss Anshu Jain. Vor seinem Selbstmord soll er sich große Sorgen um die Bank gemacht haben, hat die Londoner Polizei herausgefunden. Mehr...

Kommentar: Aus unserer Sicht eine bemerkenswerte Meldung. Wir wollen über die Hintergründe nicht spekulieren. Trotzdem erinnern wir daran, dass einige Analysten in den USA schon seit Wochen mit einer "über-Nacht-Pleite" der Bank rechnen. Broeksmit gilt als einer "der Schöpfer ihrer Investmentbank" (hier). 


Hello European Deflation! Good-bye Periphery!
(nakedcapitalism.com) What do the Catholic Church and the Eurozone have in common? More than one thinks. The former has left the reign of German dogmatism behind it. The Papal Ferula is sprouting green much like Tannhäuser’s staff to signify salvation. The Eurozone on the other hand continues to languish under the pall of German hegemonic ultra-conservative financial dogma and is heading inexorably towards a deepening social disaster and probably a renewed economic debacle.
“We are the pope!” declared Germany’s largest circulating tabloid Bild jubilantly as Josef Ratzinger was designated Pope Benedikt XVI in 2005. The Teutonic ecstasy was matched by the Schadenfreude of the opponents of the Holy See. They knew that the euphoria was as evanescent as the white smoke from the Vatican’s chimney. The damage visited upon the Catholic Church by the ultra-conservative dogmatist Ratzinger would surpass the best efforts of any anti-clerical movement.
With the coronation of Pope Francis many Catholics may well sense that their church has left a dark age behind it. Suddenly it has become an institution of non-commercial, humanitarian values like joy, hope and social justice. The shepherd of the Church seems more concerned about nurturing his flock than regimenting and shearing it. While most of the world’s Catholics are celebrating, much of the Eurozone’s secular flock is being driven over the cliff into the abyss of deflation thanks to German financial dogmatism. A political Francis unfortunately is not on the horizon. Read more...

Kommentar: Ein hervorragender Beitrag zu einem hierzulande von den Führungsmedien mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterdrückten Thema (Beispiel hier: "Deflation ist der Rinderwahnsinn der Ökonomen", HANDELSBLATT, 14.03.2014). Dumpfbacken haben die Meinungshoheit. Das wird sich bitter rächen. 

Diesem punktgenauen Fazit haben wir nichts hinzuzufügen: "It is this sort of simplified German conservative dogma of ultra-conservative figures like Sinn, Wiedmann and Schäuble that is leading Europe into a very dangerous situation. What most Germans do not comprehend (and they do not seem to comprehend much these days): If worse comes to worse – and it is certainly going in that direction – their nation will not be spared."  


Mit weit geschlossener Brieftasche 
(fuw.ch) "Die Zentralbanken waren nicht in der Lage, die Wachstumsmotoren der hoch entwickelten Volkswirtschaften ordnungsgemäss zu überholen; es fehlt ihnen auch an Werkzeugen dazu."
Wenn die hoch entwickelten Volkswirtschaften prosperieren sollen, ist es notwendig, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen deren gut gefüllten Kassen entspricht. Ein Kommentar von Mohamed A. El-Erian. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Lesenswert. Die Welt steckt in einer Rezession, vielleicht sogar schon Depression, fest. Da geht die Investitionsbereitschaft natürlich gegen Null. Diese Entwicklung wird eine absehbare Deflation nur noch verstärken. Was ausfällt ist der Staat als ordnungspolitische Macht und Antreiber. Die Politik gibt sich handlungsunfähig. Damit haben wir uns schon im August 2012 beschäftigt. In dem Beitrag "Was macht Regierungen handlungsunfähig? (hier). 

Passend dazu liefert LIBERTY BLITZKRIEG in den USA einen Beitrag: "A First Look at a New Report on Crony Capitalism – Trillions in Corporate Welfare". Michael Krieger schreibt einleitend: "One of the primary topics on this website since it was launched has been the extremely destructive and explosive rise of crony capitalism throughout the USA. It is crony capitalism, as opposed to free markets, that has led to the gross inequality in American society we have today. Cronyism for the super wealthy starts at the very top with the Federal Reserve System, which consists of topdown economic central planners who manipulate the money supply and hence interest rates for the benefit of the financial oligarch class. It then trickles down through lobbyist money into the halls of Washington D.C. and ultimately filters down to local governments and then the average person on the street gaming welfare or disability. As such, we now live in a culture of corruption and theft that is pervasive throughout society. One thing that bothers me to no end is when fake Republicans focus their criticism on struggling people who need welfare or food stamps to survive. They have this absurd notion that the whole welfare system doesn’t start with the multinational corporations and Central Banks at the top. In reality, it is at the top where the cancer starts, and that’s where we should focus in order to achieve real change. That’s where a new report from Open the Books on corporate welfare comes in." Mehr hier.  

Ist die Ukraine nur mit einer Atombombe vor Putin sicher?
(wirtschaftsblatt.at) Noch konzentriert sich Europas Aufmerksamkeit auf die direkte russische Bedrohung der Ukraine. Doch auf dem Nuklear-Gipfel in Den Haag war bereits erkennbar, dass der russische Griff nach der Krim aus Sicht vieler Regierungen wohl weitreichendere Auswirkungen für die Sicherheit der Welt haben wird. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir haben wieder eine Reihe von Beiträgen zu diesem Thema zusammengetragen, die wir unseren LeserInnen unkommentiert an dieser Stelle vorstellen möchten. Einge sind zum Fürchten...

"Putin, der Große" überschreibt Dominique Moisi seinen Beitrag für PROJECT SYNDICATE. Einleitend schreibt er: "Vielleicht werden in russischen Städten eines Tages Denkmäler mit der Inschrift 'Der Mann, der Mütterchen Russland die Krim zurückgegeben hat' an Wladimir Putin erinnern. Vielleicht werden aber auch auf vielen europäischen Plätzen Denkmäler errichtet, die Russlands Präsidenten als 'Vater des Vereinigten Europa' würdigen. Tatsächlich hat Putins rasant vollzogene Annektierung der Krim mehr für dafür getan, die Auffassungen europäischer Regierungen über Russland in Einklang zu bringen als Dutzende bilateraler oder multilateraler Zusammenkünfte. Vergangene Woche in Berlin hörte ich französische und deutsche Eliten mit einer Stimme darüber sprechen, wie auf Russlands Aggression in der Ukraine zu reagieren sei. Natürlich sind Worte keine Taten. Dennoch könnte die Europäische Union, dank Putin, das neue Leitmotiv und den neuen Schwung gefunden haben, die sie seit dem Fall der Berliner Mauer sucht." Mehr hier

Der SPIEGEL befürchtet "Kiews Regierung riskiert einen Bürgerkrieg" und fasst die Situation so zusammen: "Rechtsextremisten in der Koalition, Proteste im Osten des Landes: Die provisorische Regierung hat die Lage in der Ukraine nicht unter Kontrolle. Das bestätigen Experten, die der Bundesregierung zuarbeiten. Doch Premier Jazenjuk weigert sich, Konsequenzen aus seiner verfehlten Politik zu ziehen." Mehr hier

"Ukraine zwischen Entspannung und Eskalation" überschreibt HEISE-TELEPOLIS eine Analyse der Krise. Weiter heisst es dort: "Russischer Truppenaufmarsch und verstärkte Militärpräsenz der Nato und der USA in Osteuropa: Wohin steuert die Krise?
Mit dem Anschluss der Krim an Russland hat die Regierung in Moskau Fakten geschaffen. Zwar gibt es nun erste Anzeichen für eine Entspannung, aber ist dies trügerisch, da die russischen Streitkräfte ihren Truppenaufmarsch noch verstärkt haben. Gleichzeitig erhöhten auch die USA und die NATO ihre Militärpräsenz in Osteuropa. Allüberall werden Militärmanöver abgehalten. Die NATO fürchtet einen russischen Angriff auf die Ost-Ukraine oder Transnistrien. Nach der Konfrontation in den ersten drei Märzwochen sind Russland und die USA nun sichtlich bemüht, die aufgestauten Spannungen abzubauen und zum diplomatischen Alltag zurückzukehren."

Quelle: heise.de
Mehr hier. Sehr ausführlich, sehr informativ. Eine lohnenswerte Lektüre. 


ZERO HEDGE meldet sich gleich mit zwei interessanten Beiträgen zu Wort. "Six Questions About Russia, Crimea, And Ukraine" ist der eine: "The Diplomat‘s Justin McDonnell spoke with Larisa Smirnova, an expert on Sino-Russian relations and professor at Xiamen University, about the crisis in Ukraine, Russian foreign policy, and more." Mehr hier. Wer weg möchte von der üblichen westlichen Propaganda, der wird damit gut bedient. "Showdown In Ukraine: Putin’s Quest for Ports, Oil, Pipelines & Gas" ist der andere: "Yes, Russia is guilty of meddling in Ukraine, but then again so are the United States and the
European Union. The major difference is that far less was said and much less reported by the international media over the Americans’ and Europeans’ interference than of Russia’s actions and the reactions it caused. Where Russia is involved many in the West believe that one only needs to scratch the surface to see traces of the old Soviet Union begin to resurface. After all, Russian President Vladimir Putin is a former KGB officer. The truth is much more complicated than that: or perhaps somewhat simpler. The Cold War that divided the East and West maybe over but the old rivalry still lingers. The rivalry between the West and Russia is no longer one over diverging political philosophies, but purely over resources – and the capitalistic gains they produce from mainly oil, gas and pipelines. The West and in particular the United States seems to be suffering from collective memory disorder and have forgotten all the mud they slapped onto Putin’s face during the past 15 or so years. Or at least they expected him to forget and forgive. But then again Russian troops did move in to grab control of Crimea, taking over the territory from the Ukrainians. You can counter that argument by pointing to the US and NATO, who not only interfered, but swallowed former Soviet domains bringing them into the North Atlantic alliance, pushing NATO closer to Russia’s borders."
Mehr hier.

"Obama verhöhnt Russland als Regionalmacht" betitelt der SPIEGEL die diplomatische Meisterleistung des US-Präsidenten und schreibt dazu im Vorspann: "Deeskalation sieht anders aus: In der Krim-Krise verspottet US-Präsident Obama Russland - er nennt das größte Land der Welt eine Regionalmacht. Für Amerika gebe es schlimmere Bedrohungen, Kreml-Chef Putin agiere aus einer Position der Schwäche." Mehr hier

"Menschen, die miteinander reden, schießen nicht aufeinander - Ex-NATO-General warnt vor falschen Signalen an Russland" ist ein Interview überschrieben, das Egon Ramms,  General a. D. des Heeres der Bundeswehr, DEUTSCHLANDRADIO KULTUR gegeben hat. Die Einleitung: "Die aktuelle Funkstille im NATO-Russland-Rat sei vergleichbar mit der Situation 2008 nach dem Georgienkrieg, sagt Egon Ramms. Den Dialog wieder aufzunehmen, nütze beiden Seiten, so der ehemalige General im Deutschlandradio Kultur." Mehr hier

Zu Georgien haben wir auch etwas gefunden: "Unter der Flagge der EU" bei GERMAN-FOREIGN-POLICY. Vorspann: "Im Machtkampf um den Staatengürtel zwischen Russland und der EU beschleunigen Berlin und Brüssel nach ihrem Teilerfolg in der Ukraine die Einbindung Georgiens in ihr Hegemonialsystem. Das Land, dem Geostrategen hohe Bedeutung sowohl für die Einkreisung Russlands wie auch für den Zugang aus Europa nach Asien beimessen, solle bereits im Juni und damit früher als geplant das EU-Assoziierungsabkommen unterzeichnen, verlangt die EU. Wie im Fall der Ukraine ist auch die Eingliederung Georgiens in die deutsch-europäische Militärpolitik inzwischen eingeleitet worden: Das Parlament in Tbilisi hat kürzlich beschlossen, georgische Soldaten für Militär-Operationen der EU auf dem afrikanischen Kontinent zur Verfügung zu stellen. Die Entwicklung Georgiens seit der "Rosenrevolution" von Ende 2003 ähnelt in vieler Hinsicht der Entwicklung, der
sich die Ukraine seit dem Umsturz in Kiew im Februar gegenübersieht. Zur militärpolitischen Eingliederung in die westlichen Bündnissysteme gesellt sich die Öffnung für ausländische Investoren bei gleichzeitiger Verelendung der Bevölkerung. In Umfragen geben heute nur noch 27 Prozent der Georgier an, über einen "Vollzeitjob" zu verfügen, der zur Sicherung ihres Lebensunterhalts genügt."
Mehr hier


Sind die Löhne in Griechenland immer noch zu hoch? Zur Diagnose von Hans-Werner Sinn
(nachdenkseiten.de) "Die Welt" berichtete kürzlich von den Ergebnissen einer neuen Studie des europäischen Sachverständigenrats EEAG (European Economic Advisory Group), einer Gruppe von sechs Volkswirten aus fünf Ländern, darunter Hans-Werner Sinn vom Münchener Ifo-Institut. Die Untersuchung zur europäischen Wirtschaft bietet die üblichen Diagnosen und Vorschläge: In den Euro-Krisenländern sei ein "gewisser Grad an fiskalischer Austerität" ebenso erforderlich wie eine Lohnflexibilität nach unten, Arbeitsmarktreformen könnten die Rezession verkürzen etc. (EEAG 2014, S. 7). Ein Gastartikel von Günther Grunert. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag, dessen Fazit einen Kommentar von uns völlig überflüssig macht: "Radikalen Vorschlägen von Seiten des Mainstream zur Lösung der Eurokrise (oder anderer wirtschaftlicher Probleme) wird häufig von linker Seite entgegengehalten, dass sie zwar rein ökonomisch plausibel sein mögen, dass sie aber ungerecht, moralisch verwerflich oder politisch nicht durchsetzbar seien. Meines Erachtens greift eine solche Kritik zu kurz. Wie der neuerliche Vorstoß Hans-Werner Sinns zeigt, sind viele dieser Ideen nicht nur ethisch-moralisch inakzeptabel, sondern auch – und vor allem – ökonomischer Unfug." Übrigens, die Rede ist von Deutschlands Nr. 1-Ökonom...  

Unbedingt auch den Links folgen. Dort findet sich u. a. diese lesenswerte Analyse: "The Myth Of The Greek Economic Success Story" (hier). 


Look Who Has the Highest Labor Force Participation Rate, Eh?
(zerohedge.com) Lately, much has been made about Unemployment and Labor Participation Rates here domestically in the United States. With unemployment steadily ticking down from 10% at it peak to just 6.5% today, many point to the improving economy as a reason that the Unemployment Rate has been steadily improving. While it makes for good political theater, the reality is that we are suffering from an employment crisis in this country not seen in nearly 3 decades.
The problem we face, is that while unemployment has been creeping down, the number of those currently in the labor force has also come down. Frankly put, people who would like to work can’t. They are having a very difficult time finding work and keeping it. With the total duration of unemployment now at 101 weeks, that’s nearly 2 years of unemployment, one can hardly find a reason to celebrate 6.5% unemployment.
Now imagine if you will you are in a country like Italy. Italy has certainly had its struggles during the global recession like everyone else, but if you think we have it bad here, look what they are dealing with. With just about a 50% Labor Participation Rate, Italy’s  unemployment has soared to almost 13% and appears headed much higher. In looking at the chart below, it appears that that trend is going nowhere but higher. Especially when you factor in the rest of the economic and social issues that the country is facing.


(...) And who do you think has the highest Labor Force Participation Rate amongst the developed countries? The answer may surprise you eh... 



Kommentar: Upps. 


Jeremy Grantham: The Fed Is Killing The Recovery
(zerohedge.com) If you hate the Federal Reserve, you have a new hero.
A few weeks ago, Jeremy Grantham, the co-founder of money management firm GMO, called newly appointed Federal Reserve chairman Janet Yellen "ignorant" in the New York Times. He also said the reason for the slow recovery was not the severe financial crisis, continued high unemployment, or the many standoffs in Washington. Instead, he blamed the Fed for ruining the recovery it was supposed to stimulate. To someone who believes in the laws of economics, it's hard to overstate how odd that claim is. It's positively bonkers.
Low interest rates stimulate the economy. The Fed has done everything in its power to keep interest rates down, lower and longer than anyone can remember. That should have helped the economy. And yet the recovery has been just meh. So, either Grantham is bonkers, or he is onto something. Fortune recently caught up with him to find out.
Read more...

Kommentar: Gedankenfutter...


Ein Bankrun im Osten Chinas 
(faz.net) Hunderte Sparer haben im Osten Chinas in Panik ihr Geld von der Bank abgehoben. Zuvor machten Gerüchte über eine Insolvenz des Instituts die Runde. Mehr...

Kommentar: Dieses Ereignis ist sogar der altehrwürdigen F.A.Z. einige Zeilen wert. Mehr nicht. Brauchbare Informationen zu den zahllosen Problemen in China kommen nach wie vor nur aus den USA.


China's Credit Pipeline Slams Shut: Companies Scramble For The Last Drops Of Liquidity
(zerohedge.com) One of our favorite charts summarizing perfectly the Chinese credit bubble, better than any other, is the following which compares bank asset (i.e., loan) creation in China vs the US. 


It goes without saying that while the blue line has troubles of its own (namely finding the proper rate of liquidity lubrication to keep over $600 trillion in derivatives from collapsing into an epic gross=net garbage heap), it is the red one, that of China, where $1 trillion in credit was created in the fourthquarter alone, that is clearly unsustainable for the simple reasons that i) China will quickly run out of encumbrable assets and ii) the bad, non-performing loan accumulation has hit an exponential phase, which incidentally is why Beijing is scrambling to slow down the "flow" from the current unprecedented pace of $3.5 trillion per year.
It is also because of this wanton and mindblowing capital misallocation (the de novo created debt goes not into profitable, cash flow generating ventures, but into fixed asset investments which create zero and potentially negative cash flow, due to China's already epic overinvestment resulting in ghost cities,
and building that fall down weeks after their erection) that China has finally decided to provide lenders with the other much needed component of the return equation: risk. This, in the form of debt defaults, something unheard of in China for two decades.
Which brings us to today, when we find that China's credit formation, until now proceeding at a breakneck speed, has suddenly ground to a halt. Read more...

Kommentar: Die Probleme in China wollen wir auf keinen Fall aus den Augen verlieren. Wir sind der festen Überzeugung, dass sich da was zusammenbraut. Im Vergleich dazu war die Pleite von Lehman 2008 nur ein laues Lüftchen. Gerade in Deutschland gilt China als vorzüglicher Handelspartner, der die heimische Wirtschaft vor der Rezession bewahrt. Ein schrecklicher Irrtum.