Donnerstag, 10. April 2014

Standpunkt 910 - Nachrichten-Ticker, 03. & 04.04.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. In wenigen Tagen ist das Update fertig! Wir machen Fortschritte, gerade sind wir auf die Zielgerade eingebogen. Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Eigentlich ist es mehr als nur ein Update. Es platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Update zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahllosen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. 
Da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich! 

Täglich erreichen uns noch Anregungen zu diesem Thema, die wir so weit wie möglich berücksichtigt haben. Dafür bedanken wir uns auf diesem Weg ausdrücklich. Gleichzeitig bitten aber auch um Verständnis dafür, dass wir neue Vorschläge, die ab sofort bei uns eingehen, nicht mehr verarbeiten können. Wir stoßen an unsere Grenze und das Dossier soll endlich fertig werden.  
  

Tagesthemen: In eigener SacheThe 1%, die globale Finanzeliten Neoliberale Politik in der EU – Deutschland: Auftragseingang im Plus – Freihandelsabkommen USA-EU Deflation – Griechenland Portugal Yanis Varoufakis – Frankreich-Bashing Österreich Osteuropa-Krise (4 Beiträge)  – China (4 Beiträge) "Bazooka Theory"


In eigener Sache 
Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mit Hilfe der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


We are the 1%: Über globale Finanzeliten
(bpb.de) Das Schwierige am Thema dieses Beitrags besteht darin, dass es sich bei dem einen Prozent der Reichsten der Welt um eine heterogene Gruppe handelt, deren Mitglieder ihr Vermögen und ihr Einkommen aus vielfältigen Quellen beziehen. Wer eigentlich das eine Prozent ausmacht, fragte sich auch das "Forbes Magazine" und ermittelte, dass man die Top-Verdiener mindestens 29 Berufsgruppen zuordnen kann, unter denen sich entgegen der landläufigen Meinung nur "wenige Unternehmer" befinden. Diejenigen, "auf die alle so wütend sind", die Kapitalgeber, Manager und Geschäftsführer, stellen weit weniger als die Hälfte auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt; sie machen etwa 0,1 Prozent aus. Auf diesen Kreis richtet dieser Artikel sein Augenmerk. Mehr...

Kommentar: Ein sachlicher Beitrag zu einem - auch für uns - sehr emotionalen Thema. Was da beschrieben wird, gehört in die Schublade Hintergrundwissen zum neoliberalen Kapitalismusmodell des Westens. Das längst von den ehemaligen strammen Kommunisten in China als Heilsbringer freudig übernommen worden ist. Übrigens inklusive aller nur möglichen Fehler, die diesem Modell bekanntermaßen innewohnen. Aber das ist eine andere Baustelle.

 
Don’t blame me for the other guy – Wer macht tatsächlich die neoliberale Politik in der EU?
(blog.arbeit-wirtschaft.at) Im Mai wird ein neues EU-Parlament gewählt und wir befinden uns daher mitten im Wahlkampf. Immerhin: Alle 5 Jahre werden europäische  Themen auch nationale, was ja eigentlich nicht schlecht ist. Weil wir uns aber gar so selten mit der EU beschäftigen, kommen manchmal ein paar Dinge durcheinander. Da wird dann ein bunter Cocktail aus Halb-Informationen verschiedener Quellen gemixt und als "Neoliberalismus-Daiquiri" zur politischen Happy Hour serviert. Bei dem kollektiven kribbelnden Schauer, der einen beim Genuss dieser Mixtur durchfährt, kann und will man die einzelnen Zutaten dann gar nicht mehr so richtig auseinanderhalten. Aktuell wird europaweit von einigen Bürgermeistern gegen den vermeintlichen Angriff "der" EU auf den Sozialen Wohnbau gekämpft. Dieser Kampf wird formal wohl erfolgreich sein, denn bis dato macht die EU-Kommission keine Anstalten, sich in diesen Bereich einzumischen. Warum dann aber das Unbehagen mit der europäischen Wirtschaftspolitik? Wo sitzen die "bad guys" der EU tatsächlich? Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag, den bereits die NACHDENKSEITEN aufgegriffen haben. Weil die heimischen Führungsmedien in diesen Dingen nur sehr, sehr sparsam oder gleich gar nicht informieren, sind wir immer dankbar, wenn wir die Gelegenheit bekommen, auf besonders lehrreiches Gedankenfutter hinzuweisen. Lesen lohnt sich, auf jeden Fall. 


Deutschland: Auftragseingang mit +7,3% zum Vorjahresmonat
(querschuesse.de) Das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete heute die Daten zum Auftragseingang der deutschen Industrie für den Monat Februar 2014. Der saisonbereinigte und reale Auftragseingang der deutschen Industrie stieg im Februar um +0,6% zum Vormonat. Die saisonbereinigten Inlandsaufträge stiegen um +1,2% zum Vormonat und die Auslandsaufträge stiegen saisonbereinigt um +0,2% zum Vormonat an. Bei den Auslandsaufträgen stiegen die aus der Eurozone um +5,9% zum Vormonat, während die aus der Nicht-Eurozone um -3,1% zum Vormonat sanken. Nicht in
der offiziellen Pressmitteilung bei Destatis stand, dass die Daten im Februar 2014 auch von deutlich überdurchschnittlichen Großaufträgen aus dem Bereich Sonstiger Fahrzeugbau positiv verzerrt wurden. Mehr...

Kommentar: Deutschland lebt auf einer Insel der Glückseligkeit - jedenfalls sprechen alle Statistiken dafür. Da stösst man auf taube Ohren, wenn man davor warnt, dass auch Deutschland in der selben Welt lebt wie seine europäischen Nachbarn, die USA oder China. Dabei ist es nur konsequent, die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise(n) zuende zu denken: Deutschland hat das neokonservative Wirtschaftsmodell in den Jahren bis 2008 so weit auf die Spitze getrieben, dass es erst ganz zum Schluss unter der Last seiner Mißverständnisse und Fehlentscheidungen zusammenbricht. Die Geschichte lehrt uns die Zuverlässigkeit dessen, was André Kostolany, Europas letzter echter Börsianer, einmal so auf den Punkt formuliert hat: "Wenn Amerika hustet, bekommt Europa die Grippe." Fakt ist, dieses Mal hat Amerika sehr viel mehr als nur einen Husten. Und Europa wehrt sich im Kern noch mit allen Mitteln gegen die Ansteckung. Leider erfolglos. Wer sehen will, der erkennt bereits die Krankheitssymptome in ganz Europa. Deutschland gelingt es noch, sie zu kaschieren, beispielsweise mit steigenden Auftragseingängen. Was aber am Ende davon produziert, ausgeliefert und bezahlt wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Propagandistisch lässt sich diese Sache natürlich bestens ausschlachten. "Die Daten sprechen für eine weitere Belebung der Industrieproduktion in den kommenden Monaten und eine sich im ersten Quartal verstärkende binnenwirtschaftliche Dynamik", zitiert Steffen Bogs in seinem Beitrag das Bundeswirtschaftsministerium. 


The US-EU Trans-Atlantic Free Trade Agreement (TAFTA). Devastating Social and Environmental Consequences
(globalresearch.ca)  The Transatlantic Free Trade Agreement (TAFTA) between the US and EU aims to 'protect' investment and remove 'unnecessary regulatory barriers'. Corporate interests are driving the agenda, the public have been sidelined and unaccountable, pro-free-trade bureaucrats are facilitating the strategy (1). Read more...

Kommentar: Es ist das erste Mal überhaupt, dass wir einen Beitrag erwähnen, der in Verbindung zu dem gerade in Verhandlung stehenden neuen Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP oder TAFTA) zwischen den USA und der EU steht. Das wird sich ändern. Schon seit Wochen sammeln wir Informationen, die wir demnächst unseren LeserInnen in einer Zusammenfassung zur Verfügung stellen werden. Wir haben aber keine Eile: Alles zu seiner Zeit. Dieses Abkommen bewerten wir in erster Linie als ein groß angelegtes politisches Theater, mit dem zukünftig von den äußerst schmerzhaften weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der weltweiten Bankenkrise abgelenkt werden soll. Unser Haupt-Augenmerk gilt der Finanzkrise, da bleiben wir wachsam und beobachten die Entwicklung akribisch. 

Den heute vorgestellte Beitrag aus Kanada halten wir als Einstieg in das Thema für bestens geeignet. Er beschreibt, um was es geht: Die Fortsetzung des längst gescheiterten neoliberalen Kapitalismusmodells hinter der Fassade eines menschenverachtenden, zerstörerischen Handelsabkommens für das 21. Jahrhundert. Es lohnt sich, den Links zu folgen. 

Quelle: schwarwel.de


Welche radikalen Maßnahmen die EZB gegen Deflation basteln könnte...
(wirtschaftsblatt.at) Die Version der quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE) von EZB-Präsident Mario Draghi könnte sich vom Ansatz der Fed deutlich unterscheiden. Was möglich ist und was wahrscheinlich... Mehr...

Kommentar: Während Portugal, Spanien und Griechenland schöngeredet werden, zeichnet sich ein neues Problem in Europa ab. Das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT versucht einen zaghaften Einstieg in das Thema. Monatelang, nein jahrelang, haben Bundesregierung, Bundesbank und Deutschlands Nr. 1-Ökonom Hans-Werner Sinn vor der Inflation gewarnt. Offensichtlich mit Erfolg, es geht gerade in die entgegengesetzte Richtung. Wir freuen uns schon darauf, wenn die Herrschaften der Inflation das Wort reden (müssen). Die sture Haltung der Bundesbank zeigt jedenfalls bereits erste kleine Risse. 


"Griechenland ist gerettet"
(zeit.de) Die Regierung in Athen braucht kein weiteres Rettungspaket, sagt Investmentstratege Andrew Bosomworth. Merkels Spardiktat hat funktioniert, aber der Preis war sehr hoch. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Das sind doch allerbeste Nachrichten, die Bosomworth in diesem Interview verbreitet: Die "Eiserne Lady Kanzlerin" Angela Merkel hat bei Griechenland alles richtig gemacht. Der Mann arbeitet für PIMCO, den weltgrößten Anleiheninvestor. Der muss es wissen. Nur ist Bosomworth alles andere als objektiv in seinen Beurteilungen. Die richten sich ausschließlich nach den Interessen seines Brötchengebers. Und der verliert gerade reihenweise Kunden und Milliarden an Kapital. Da kann es hilfreich sein, gute Nachrichten zu verbreiten. 


Portugal: Staatsschulden wachsen ungebrochen
(querschuesse.de) Das portugiesische Statistikamt (Instituto Nacional de Estatistica) berichtete im Rahmen des europäischen Haushaltsüberwachungsverfahrens die Daten zum Defizit und zur Verschuldung des Staates an die Europäische Kommission. Für 2013 wurde ein Bruttoschuldenstand für den portugiesischen Gesamtstaat von 213,631 Mrd. Euro ausgewiesen, dies entsprach 129,0% des nominalen BIPs. Aber damit nicht genug, die volle Fahrt der “Fortschritte” hält an, nach den aktuellen Daten der portugiesische Zentralbank (Banco de Portugal) schossen die Bruttoschulden des Staates, der Zentralregierung, der regionalen und lokalen Regierungen und Sozialversicherungen im Februar 2014 auf ein neues Allzeithoch, mit 220,591 Mrd. Euro. Dies entsprach dann bereits ca. 133,2% des nominalen BIPs. Die Fortschritte der Strategie der Troika, der Eurokraten und deren portugiesischen Vertreter in Punkto Staatsschulden sind wirklich atemberaubend. Mehr...

Kommentar: Entbehrlich. Steffen Bogs zeigt, wo's in Portugal langgeht. Wir zeigen vorab schon zwei seiner aussagefähigen Charts:

"Die Entwicklung der Bruttostaatsschulden Portugals in Mrd. Euro seit Q1 2000 bis Q4 2013 (213,631 Mrd. Euro) und für Februar 2014 im Chart. Zuletzt im Februar 2014 lagen die Bruttostaatsschulden bereits bei 220,591 Mrd. Euro bzw. 133,2% des nominalen BIPs."    

"Chapeau!, es geht weiter voran:"

"Die Entwicklung der Bruttostaatsschulden Portugals in Prozent des nominalen BIPs seit 1955 bis 2013 und für Februar 2014 im Chart. Im Jahr 2013 stieg der Bruttostaatsschuldenstand auf 129,0% des nominalen BIPs, im Februar 2014 sind es bereits 133,2%!"

Da ist es schon erstaunlich, dass Portugal demnächst an den Kapitalmarkt zurückkehren will (hier). Das stinkt zum Himmel.  


Yanis Varoufakis: Europe’s Latest Policy on Irish and Greek Banking losses – Two Swindles Too Similar for Comfort
(nakedcapitalism.com) The Irish and the Greeks are, in many ways, very different people. And yet, caught up in the Euro Crisis, our fortunes have become too close for comfort. Recently, European authorities have devised a creative new method for damaging the people of Ireland and of Greece further. The new method involved imposed changes on the public financing of bank recapitalisations that shift even greater burdens on taxpayers and on the weaker members of our societies. This article examines the changes and answers the pertinent question: Why is Europe doing this? Read more...

Kommentar: Ein starker Beitrag! Varufakis entlarvt am Beispiel Irlands und Griechenlands die unglaubliche Scheinheiligkeit europäischer Krisenpolitik.  


Großbaustelle Frankreich
(zeit.de) Wachsende Schulden, steigende Steuern, hohe öffentliche Ausgaben und immer mehr Arbeitslose: Frankreich muss saniert werden. Aber ist die neue Regierung bereit dazu? Mehr...

Kommentar: Seit nunmehr zwei Jahren wird hierzulande Frankreich in die Krise geschrieben, von Frankreich Bashing war schon die Rede. Die Fakten rechtfertigen die Kritik bis heute nicht. Wir sparen uns viele Worte und verweisen statt dessen auf diese Fundstellen: hier, hier, hier, hier und hier. Das soll genügen. Die mangelhafte Leistung von Hollande hat nichts mit der Wirtschaftskraft des Landes zu tun. 
  

Treichl: "Der Diskurs mit der Politik ist mangelhaft" 
(diepresse.com)  Erste-Chef Andreas Treichl über falsche Regulierungen, die Gesprächsbasis der Wirtschaft mit der österreichischen Regierung und seine angeblichen Ambitionen, Finanzminister zu werden. Mehr...

Kommentar: Ein lesenswertes Interview. Andreas Treichl ist Chef der österreichischen Sparkassen-Holding Erste Group, die neben der RBI und der Bank Austria sehr stark in Osteuropa und weltweit in den übrigen Schwellenländern vertreten ist. Cashcow der Bank ist Russland.  


Fünf gute Gründe für Erdoğan 
(zeit.de) Weil wir zu sehr auf die Metropolen schauen, verstehen wir Erdoğans Beliebtheit in der Türkei nicht. Seine Wähler sind nicht ideologisch verblendet, sondern vernünftig. Mehr...

Kommentar: Wir bleiben bei unserer strikten Haltung gegen den türkischen Beitritt zur EU. Es ist der einzige Punkt, in dem wir mit Angela Merkel einig sind. Wenn auch wahrscheinlich aus sehr unterschiedlichen Erwägungen heraus. 


"Putins eigentlicher Plan ist gescheitert"
(format.at) Format Autor Arne Johannsen im Gespräch mit der ukrainischen Schriftstellerin Tanja Maljartschuk.
Die Krim ist weg, aber den Osten des Landes wird Putin nicht bekommen. Davon ist die ukrainische Schriftstellerin Tanja Maljartschuk überzeugt: "Die Ukraine ist geeint wie nie. Putin hat uns eigentlich etwas Gutes getan." Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Eine mutige Erklärung, die unter dem Eindruck der aktuellen Entwicklung jedoch wenig glaubhaft erscheint. Auf jeden Fall aber ein Interview, das Aufmerksamkeit verdient hat. Es hilft ein wenig von der Informationslücke zu schließen, die von den deutschsprachigen Leitmedien hinterlassen wird. 

Ebenso der nächste Beitrag: "The Role of Fascism and the Oligarchs in Ukraine", von GLOBAL RESEARCH. Es handelt sich um ein Interview mit Sergey  Kirichuk von der ukrainischen Borotba Partei. In der Einleitung heißt es dazu: "Borotba is 'a left-wing, antifascist Ukrainian political party fighting for the solidarity of Ukrainians'." Und weiter: "The interview addresses the oligarchical forces and right-wing groups operating in Kiev, including Svoboda, EuroMaidan and Right Sector. It analyses the players and pawns of the current Ukrainian Parliament (Rada), and discusses possible outcomes of the crisis." Mehr hier.

Bei PROJECT SYNDICATE meldet sich Julija Tymoschenko zu Wort. Ihr Beitrag trägt den Titel "Die Jalta-Versuchung". Ein Auszug: "Die ruhige Phase zwischen der Kriegserklärung im September 1939 und dem Nazi-Blitzkrieg gegen Belgien und Frankreich im Mai 1940 wird oft als 'Sitzkrieg' bezeichnet. Da Russland auf der Krim einmarschierte, sie annektierte und damit begann, an unserer Ostgrenze Truppen und gepanzerte Verbände zusammenzuziehen, durchleben wir in der Ukraine eine Phase des 'Sitzfriedens'. Wir Ukrainer sind allerdings nicht untätig, sondern bemüht, unser Land und unsere Demokratie zu verteidigen. Unsere jungen Männer und Frauen melden sich in einem Ausmaß freiwillig zum Militärdienst wie nie zuvor. Unsere Regierung hat mit dem Internationalen Währungsfonds ein Vereinbarung über einen Bereitschaftskredit ausverhandelt, der uns einige der notwendigen Instrumente in die Hand gibt, unsere finanzielle und wirtschaftliche Situation in Ordnung zu bringen. Diese Vereinbarung wird uns zwar schmerzliche wirtschaftliche Opfer abverlangen, aber wir sind bereit, diesen Preis zu bezahlen, um unsere Unabhängigkeit zu erhalten. Nachdem wir uns eine Zeit lang nicht darum kümmerten, weil wir – wie der Rest Europas – dachten, dass die Grenzen auf dem Kontinent nie wieder mit Gewalt verändert werden würden -  erhöhen wir nun auch trotz der prekären wirtschaftlichen Lage unsere Verteidigungsausgaben. Es wird keine weitere Preisgabe souveränen ukrainischen Territoriums geben. Nicht einen Zentimeter. (...) Der jüngste Anruf des russischen Präsidenten Wladimir Putin bei US-Präsident Barack Obama, um erneute diplomatische Gespräche in Gang zu bringen sowie der anschließende russische Regierungsbericht zur Lösung einer Krise, die der Kreml entstehen ließ, sind eher eine Offensive gegen den Frieden. Putins Schachzug ähnelt der berüchtigten  Konferenz von Jalta im Jahr 1945, auf der Josef Stalin Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt mitschuldig an der Teilung Europas machte, die den halben Kontinent für beinahe ein halbes Jahrhundert versklavte. Heute versucht Putin den Westen mitschuldig an der Zerstückelung der Ukraine zu machen, indem er über eine vom Kreml konzipierte föderale Verfassung verhandelt, auf deren Grundlage ein Dutzend Fälle wie die Krim geschaffen werden würden – mundgerechte Happen, die sich Russland später leichter einverleiben könnte." Mehr hier

Tymoschenko wird vor einem Krieg mit Russland nicht zurückschrecken. Hoffentlich wird der Westen nicht so bekloppt sein, sich auf einen solchen Krieg einzulassen. Egal wie groß seine Verantwortung für die aktuelle Situation im Land ist. Die USA und Europa haben auf die Annexion der Krim durch Russland wie ein Papiertiger agiert und keinerlei machtpolitische Stärke gezeigt. Es gibt keinen Grund an dieser Haltung etwas zu ändern, wenn sich die Ost-Ukraine abspaltet und ebenfalls von Russland annektiert werden möchte. Der Westen wird auf Jahre hinaus die Ukraine in keines seiner Bündnisse aufnehmen können. Deshalb sollte er seine Tatkraft darauf beschränken, dem Land bei dem "Neustart für die ukrainische Wirtschaft" helfen, wie es der Ökonom Daniel Gros gerade bei PROJECT SYNDICATE propagiert hat. Offensichtlich verspricht er sich davon, weiteren Schaden (auch neue Gebietsverluste) verhindern zu können: "In den Hauptstädten in Ost und West steht derzeit eine Frage im Vordergrund: 'Wer verlor die Ukraine?' Unglücklicherweise ist das momentan aber nicht das vorrangige Problem. Relevanter ist da schon die Frage, wie die Situation in der Ukraine zu stabilisieren sei. Angesichts der Tatsache, dass man wenig tun kann, um Russland wieder von der Krim zu verdrängen, besteht die wichtigste Herausforderung nun darin, den Rest das Landes zusammenzuhalten und seiner Wirtschaft zu einem Neustart verhelfen, die sich aufgrund untragbarer fiskalischer und externer Defizite im Zustand des Scheintodes befindet." Mehr hier. Sein Fazit: "Ungeachtet der Frage, ob die Ukraine 'verloren' ist oder wer sie verloren hat, ist festzustellen, dass das Land allen seinen Bürgern eine attraktive Zukunft bieten kann, wenn die unvermeidlichen Wirtschaftsreformen mit regionalem Zusammenhalt unter einen Hut gebracht werden können. Durch die Öffnung ihrer Märkte und die Bereitstellung finanzieller Mittel und technischer Hilfe kann die EU in entscheidenden." 

Bisher knüpft der IWF seine Hilfen an ähnliche Forderungen, die schon viele andere Länder vorher ins Verderben geschickt haben. Das wird die Verhältnisse in der Ukraine nur noch weiter verschlimmern, statt sie zu verbessern, und das Land endgültig zerstören. 


China steuert auf Schulden-Crash zu
(wirtschaftsblatt.at) Die Verschuldung Chinas - privat und öffentlich - ist jetzt schon höher als in Japan vor dem Bankencrash der 1990er. Und der Schuldenstand steigt weiter, nicht zuletzt durch das jetzt beschlossene Konjunkturpaket. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Erfreulich, dass die Berichterstattung über die Probleme in China in den deutschsprachigen Medien zunimmt. 

Der österreichische STANDARD meldet "Stress in Chinas Banken nimmt zu" und schreibt im Vorspann: "Die Konjunkturerholung in den Schwellenländern lässt auf sich warten. Vor allem in Chinas Banken häufen sich die Probleme". Mehr hier. Insgesamt bleibt der Beitrag aber spärlich. 

In der Schweizer FINANZ UND WIRTSCHAFT ist in diesen Tagen ein Interview mit Michael Pettis erschienen. Pettis gilt als ausgewiesener China-Kenner. Er findet "China hat noch zwei Jahre Zeit". Außerdem erklärt Pettis,  "wieso es keine Finanzkrise geben wird". Mehr hier. Der Mann ist kein Spinner, so eine Aussage hat deshalb erhebliches Gewicht. Deshalb möchten wir noch einmal einen Beitrag in Erinnerung rufen, der Anfang Februar 2014 ebenfalls in der FINANZ UND WIRTSCHAFT erschienen ist. "In China schlummert ein Monster" hat der Autor, Mark Dittli, seinen Beitrag überschrieben (hier). Wie immer lohnt es sich auch, den Links zu folgen.


"Bazooka Theory" And Why The Authorities Won't Pull The Trigger
(zerohedge.com) The most common pushback from any China bull, industrial commodity bull, US equity market bull, or in fact any risk market in general "bull" is "won't the authorities just pull the trigger? Won't they just stimulate?" As UBS Commodities group notes, The debate is most advanced for China and for industrial commodities, where the weakness in the economy, and the sharp commodity price falls of recent weeks, has consensus looking for a stimulus driven bounce. UBS does not think so - the authorities in China and the US have become increasingly focused on structural issues - which, simply put, means they are less willing to act than before. Read more...

Kommentar: Bestes Gedankenfutter...