Samstag, 12. April 2014

Standpunkt 911 - Nachrichten-Ticker, 05. & 06.04.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns darum, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. In wenigen Tagen ist das Update fertig! Wir machen Fortschritte, gerade sind wir auf die Zielgerade eingebogen. Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Eigentlich ist es mehr als nur ein Update. Es platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Update zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahllosen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. 
Da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich! 

Täglich erreichen uns noch Anregungen zu diesem Thema, die wir so weit wie möglich berücksichtigt haben. Dafür bedanken wir uns auf diesem Weg ausdrücklich. Gleichzeitig bitten aber auch um Verständnis dafür, dass wir neue Vorschläge, die ab sofort bei uns eingehen, nicht mehr verarbeiten können. Wir stoßen an unsere Grenze und das Dossier soll endlich fertig werden.  
  

Tagesthemen: In eigener SacheNachtrag: Konzerne vs. Staaten Deutschland: Mindeslohn-Debatte ohne Ende – Deflation: zurück in die 1930er? – Deutschlands Nettoauslandsvermögen –  Osteuropa-Krise (2 Beiträge)  – US-Arbeitsmarkt (5 Beiträge) US-Wirtschaftswachstum The President's Bankers – US-Wahlkampfspenden grenzenlosChina – Öl-Dollar vor dem Ende? 


In eigener Sache 
Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mit Hilfe der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail.


Nachtrag Konzerne vs. Staaten - Jurist: "Früher führte das zu Krieg"
(der-standard.at) Immer öfter verklagen Konzerne Staaten vor internationalen Schiedsgerichten. Einer der Richter in diesen Verfahren ist der Österreicher Christoph Schreuer. Mehr...

Kommentar: Wir haben hier und hier diese Schattenjustiz an Hand zweier kritischer Beiträge thematisiert. Mit diesem Interview schließen wir die Sache erst einmal ab. Christoph Schreuer verteidigt diese Schiedsgerichte. 


Ifo-Sinn: "Mindestlohn treibt Jugendarbeitslosigkeit"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut fürchtet nach der Einführung des Mindestlohns den Verlust von 900.000 Arbeitsplätzen. Dem Max-Planck-Institut zufolge wird der Mindestlohn bei der Jugendarbeitslosigkeit "voll durchschlagen". Zusammen mit der geplanten Rente mit 63 warnen die Wirtschafts-Institute von dramatischen Folgen für den Arbeitsmarkt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Deutschlands Nr. 1-Ökonom lässt nicht locker und zaubert immer neue Asse gegen den Mindestlohn aus dem Hut. Das gibt uns die Gelegenheit auf einen Beitrag hinzuweisen, der am 22.01.2014 bei den NACHDENKSEITEN erschienen ist: "Eine Million Jobverluste in Deutschland? Zur Diskussion über die Beschäftigungseffekte von Mindestlöhnen", ein Gastartikel von Günther Grunert. In der Einleitung heißt es: "Die Entscheidung von Union und SPD, einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro brutto je Stunde einzuführen, rief die erwarteten Reaktionen hervor. Bereits im Vorfeld hatte 'Star-Ökonom' ('Focus') Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, vor den verheerenden Folgen gewarnt: 'Ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro würde nach unseren Schätzungen gut eine Million Arbeitsplätze vernichten' (zit. nach Focus-Online – Ifo-Chef Sinn warnt vor Mindestlohn: 'Vernichtet eine Million Arbeitsplätze'). Unterstützung erhielt er von einem zweiten 'Star-Ökonomen' ('Focus-Money'), nämlich Thomas Straubhaar, dem Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts. Dieser beklagte nicht nur 'die Beschäftigung zerstörenden Wirkungen von Mindestlöhnen', sondern auch die fehlende Einsicht in die negativen Folgen auf Seiten der Politiker und ihrer Wähler: '[...] offensichtlich sind weder die politischen Entscheidungsträger noch deren Wähler(innen) willens, sich die klugen ökonomischen Argumente zu Eigen zu machen' (Straubhaar 2013)." Mehr hier. Der Autor zerpflückt in seiner Analyse die Argumente dieser Star-Ökonomen, fundierte und nachvollziehbar. 

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat sich in einer Untersuchung mit dem Thema "Jugend ohne Mindestlohn? - Zur Diskussion um Ausnahme- und Sonderregelungen für junge Beschäftigte" auseinandergesetzt. Das Ergebnis ihrer Untersuchung haben die Autoren so zusammengefasst: "Von der Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland sollen Jugendlichen unter 18 Jahren ausgenommen werden. Sowohl der Blick auf die Erfahrungen der europäischen Nachbarländer, als auch eine genauere Analyse der Arbeitsmarktsituation von Jugendlichen in Deutschland lässt die Argumente für eine Ausnahme einer ganzen Altersgruppe jedoch sehr fragwürdig erscheinen. Die Ausnahme von Minderjährigen wird mit Hinweis auf die Diskrepanz zwischen Ausbildungsvergütung und unmittelbar erzielbarem Erwerbseinkommen gerechtfertigt, die für Jugendliche negative Anreize bedeuten könnten. Dieses Spannungsverhältnis besteht jedoch bereits heute in vielen Branchen – die Einführung eines Mindestlohns wird diese Situation nicht grundlegend verändern. Vielmehr wären von der Ausnahme Jugendlicher selbst bis zum 21. Lebensalter fast ausschließlich junge Minijobber betroffen, die einen geringen Zuverdienst erwerben. Etwa drei Viertel dieser Altersgruppe geht weiterhin einer Ausbildung nach. Weitere Ausnahmeregelungen könnten in den typischen Tätigkeitsfeldern von Jugendlichen hingegen zu unerwünschten  Verdrängungseffekten führen, durch die ältere Beschäftigte durch jüngere ersetzt werden." 

Wir wollen grundsätzlich keinem unserer LeserInnen zumuten, diesen Report komplett durchzuarbeiten. Deshalb übernehmen wir das Fazit im Wortlaut: "Vor der geplanten Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns werden Forderungen lauter, dass junge Beschäftigte generell bis zu einem bestimmten Lebensalter  entweder  vom  Mindestlohn  ausgenommen  werden sollen, oder dass für diese besondere Jugendmindestlöhne eingeführt werden, die unterhalb des allgemeinen Mindestlohns liegen. Die in der bisherigen Diskussion genannten Altersgrenzen reichen dabei von 18 Jahren bis 25 Jahre. Von solchen Ausnahmeregelungen wären aktuell rund 330.000 jugendliche Erwerbstätige unter 18 Jahren, beziehungsweise  etwa  1,08  Millionen  unter 21  Jährige  unmittelbar  betroffen. Erhöht man die Altersgrenze auf alle unter 25 Jährigen, wie es einige Arbeitgebervertreter und Politiker der CDU/CSU verlangen, so wären sogar bis zu 3,3 Millionen Jugendliche vom Mindestlohn ausgenommen. Die Befürchtung, dass ein allgemeiner Mindestlohn für Jugendliche eine hohe Hürde für den Einstieg in den Arbeitsmarkt darstellen und somit zu negativen Beschäftigungseffekten  führen  könnte,  ist  in  der internationalen  wissenschaftlichen Debatte dabei höchst umstritten. Die Mehrzahl der Studien der neueren internationalen Mindestlohnforschung kommt zu dem Ergebnis, dass mit Mindestlöhnen entweder gar keine oder nur sehr geringe Beschäftigungswirkungen für Jugendliche verbunden sind. Als Ursache für Jugendarbeitslosigkeit spielen Mindestlöhne in der Forschung kaum eine Rolle. Wesentlich ist viel mehr neben der allgemeinen Konjunkturentwicklung  die  Ausgestaltung  des  jeweiligen  nationalen Ausbildungssystems. Mit dem Argument durch den Mindestlohn für Jugendliche keine falschen Anreize setzen zu wollen, statt einer Ausbildung eine besser bezahlte ungelernte Tätigkeit zu suchen, hat Bundesarbeitsministerin  Andrea Nahles angekündigt, Jugendliche unter 18 Jahren vom Mindestlohn auszunehmen. Diese Ausnahmeregelung wird jedoch fast ausschließlich Minijobber betreffen: 77 Prozent der 16 bis 17 Jährigen mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife sind Auszubildende. Von den erwerbstätigen Jugendlichen ohne Berufsausbildung sind 94 Prozent lediglich geringfügig beschäftigt. Somit werden vor allem minderjährige  Jugendliche benachteiligt, die in vielen Fällen lediglich die Zeit bis zur Annahme eines Ausbildungsplatzes überbrücken oder einen geringen Zuverdienst erwerben wollen. In ähnlicher Weise gilt dies auch für die Gruppe der 18 bis 21 Jährigen.
Davon unbenommen zeigt der Vergleich der  tariflichen Ausbildungsvergütungen mit den untersten Tarifvergütungen, dass bereits heute die Einstiegslöhne für ungelernte Beschäftigte in vielen Branchen weit über dem Niveau der entsprechenden Ausbildungsvergütungen liegen. Das grundsätzliche Spannungsverhältnis zwischen Ausbildungsvergütung und erzielbarem Erwerbseinkommen hat bislang nicht  zu  negativen  Anreizen  geführt,  vielmehr  unterliegt  die  Ausbildungsbereitschaft einer ganzen Reihe von  ökonomischen, sozialen und kulturellen Einflüssen und lässt sich nicht auf einzelne Faktoren – wie z.B. die Höhe der Löhne – zurückführen. Die bislang genannten Rechtfertigungen Jugendliche vom vollen Bezug des Mindestlohns auszunehmen erscheinen somit höchst fragwürdig. Im Gegenteil können, wie auch das Beispiel der Niederlande zeigt, niedrigere Jugendmindestlöhne zu unerwünschten Steuerungseffekten führen. Gerade in Branchen mit  vielen gering qualifizierten Tätigkeiten, wie z.B. dem Einzelhandel oder dem Gastgewerbe, fallen vermeintliche 'Produktivitätsdefizite' von jungen Arbeitnehmern kaum ins Gewicht.  Erhalten Jugendliche  einen  deutlich  niedrigeren  oder  gar  keinen  Mindestlohn,  so  haben  Unternehmen  einen  großen  Anreiz,  ältere  Arbeitnehmer durch 'günstigere' jüngere Beschäftigte auszutauschen. Die Gefahr von branchen- und  tätigkeitsspezifischen  Verdrängungseffekten  ist  insbesondere  für  die langfristige berufliche (Weiter-) Qualifikation von Jugendlichen ein erhebliches
soziales Risiko. Schließlich stellt auch aus rechtlicher Sicht die Einführung von Ausnahme- und Sonderregelungen beim Mindestlohn, die sich rein nach dem Lebensalter richtet, eine offen Form der Altersdiskriminierung dar, die sowohl aus verfassungs- als auch europarechtlicher Sicht äußerst problematisch ist (Sargeant 2010, Bug 2014, Fischer-Lescano 2014). Erlaubt ist eine solche Diskriminierung grundsätzlich nur dann, wenn damit anderen spezifischen Nachteilen einzelner Beschäftigtengruppen auf dem Arbeitsmarkt entgegengetreten werden kann. Die zur Rechtfertigung besonderer Jungendmindestlöhne  oder  gar  vollständiger  Ausnahmeregelungen  für Jugendliche  vorgebrachten  ökonomischen  Gründe  sind  jedoch  insgesamt wenig überzeugend."
Mehr hier


Zu dem Rechtsgutachten von Fischer-Lescano, "Verfassungs-, völker- und europarechtlicher Rahmen für die Gestaltung von Mindestlohnausnahmen", März 2014, geht es hier

In den USA läuft gerade eine Diskussion um die Anhebung der Mindestlöhne durch Barack Obama. ALTERNET hat dazu gerade einen Beitrag veröffentlicht: "10 Reasons to Raise the Minimum Wage (with Charts)" (hier) und sich u. a. auf eine aktuelle Studie des ECONOMIC POLICY INSTITUTE (EPI) aus dem Dezember 2013 bezogen: "Raising The Federal Minimum Wage To $10,10 Would Lift Wages For Millions And Provide A Modest Economic Boost" (hier). 

Das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT hat, zwar in einem anderen Zusammenhang, ein Interview mit dem niederösterreichischen Arbeitskammerpräsidenten, Markus Wieser, mit einer bemerkenswerten Feststellung betitelt "Lohnkosten vernichten keine Arbeitsplätze" (hier).


Zurück in die 1930er Jahre?
(heise-telepolis) Der Eurozone droht der Absturz in die Deflation – dank der tätigen Mithilfe der Bundesregierung.
Ende März war es endlich offiziell: Mit Spanien ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone in die Deflation geraten. Die Inflationsrate betrug im vergangenen März minus 0,2 Prozent, im Vormonat wies die Iberische Halbinsel noch eine marginale Teuerung von 0,1 Prozent auf. Seit gut einem halben Jahr befindet sich das rezessionsgeplagte Land, das durch ein brutales Spardiktat in eine schwere Wirtschaftskrise getrieben wurde, am Rande einer Deflation. Die spanische Inflationsrate lag seit dem September 2013 durchweg unter der Marke von 0,5 Prozent. Dabei scheint Spanien nur die Avantgarde beim Absturz Europas in eine Deflationsspirale zu bilden, da auch die Inflationsrate in der gesamten Eurozone mit 0,5 Prozent sehr niedrig ist und somit weit unter dem EZB-Zielwert von zwei Prozent verbleibt. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Ein hervorragender Beitrag von Tomasz Konicz zu diesem Thema, der zu einem für viele unserer LeserInnen erstaunlichen Schluss kommt: "Die bürgerliche Krisenpolitik kann systemimmanent nur zwischen Deflation oder Inflation wählen." Es lohnt sich, jedem der Links zu folgen, ganz besonders aber empfehlen wir den Beitrag "Das großgehungerte Deutschland", der viele Informationen und Fakten zu den europäischen Krisenursachen liefert (hier).  

Das MANAGER MAGAZIN meldet gleichzeitig "Anleihekäufe gegen Deflation - EZB-Chef Draghi zum Tabubruch bereit" und fasst zusammen: "Im Kampf gegen drohende Deflation ist die EZB zum Tabubruch bereit. Sie erwägt, in großem Stil Anleihen am Kapitalmarkt aufzukaufen. Dagegen hatte sich die Bundesbank lange gewehrt. Ihr Widerstand scheint gebrochen." Mehr hier

Aufschlussreich auch die Wortmeldung aus der Chefetage des Branchenprimus Deutsche Bank zur Deflationsdebatte: "Fitschen: EZB sollte notfalls Staatsanleihen kaufen" zitiert die F.A.Z. Im Vorspann heißt es: "Die Deflationsangst geht um in Europa. EZB-Präsident Mario Draghi will im Kampf gegen eine Deflation notfalls alle Register ziehen. Nun bekommt er Unterstützung." Mehr hier


Deutschland: Nettoauslandsvermögen bei +1324 Mrd. Euro
(querschuesse.de) Die Deutsche Bundesbank veröffentlichte gestern in der Datenbank die Net International Investment Position (NIIP) für die Bundesrepublik Deutschland, den Auslandsvermögensstatus aller Sektoren der deutschen Volkswirtschaft für das 4. Quartal 2013. Das deutsche Nettoauslandsvermögen erklomm im 4. Quartal 2013 ein neues Rekordvolumen mit +1323,575 Mrd. Euro. Dies entspricht +48,3% des nominalen BIPs. Dieses, auf den ersten Blick enorme Nettoauslandsvermögen, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich im Bestand permanent Bewertungsverluste manifestieren, sprich die erzielten Leistungsbilanzüberschüsse und damit respektive die getätigten Nettokapitalexporte implizieren ein viel höheres Nettoauslandsvermögen, als es sich tatsächlich per Ultimo darstellt. Mehr...

Kommentar: Entbehrlich, bei diesem hervorragenden Beitrag. Wir zeigen nur noch einige Charts und die Erklärungen von Steffen Bogs dazu:


"Die Entwicklung des Vermögensstatus (NIIP) Deutschlands von 1950 bis 2003 auf Jahresbasis und von Q1 2004 bis Q4 2013 auf Quartalsbasis in Mrd. Euro im Chart. In Q4 2013 stieg das Nettoauslandsvermögen auf ein neues Allzeithoch mit +1323,575 Mrd. Euro, nach +1270,148 Mrd. Euro im Vorquartal und nach +1107,211 Mrd. Euro im Vorjahresquartal."


"Die Entwicklung des Auslandsvermögensstatus der BUBA aus den Währungsreserven von Q1 2004 bis Q4 2013 in Mrd. Euro im Chart. In Q4 2013 sank das Auslandsvermögen aus den Währungsreserven der BUBA auf +143,753 Mrd. Euro, nach +156,452 Mrd. Euro im Vorquartal und nach +188,630 Mrd. Euro im Vorjahresquartal. Trotz brutaler deutscher Exportüberschüsse auch gegenüber der Nicht-Eurozone sinken die Währungsreserven. Dies bedeutet, die deutschen Nettokapitalexporte in die Nicht-Eurozone waren noch höher als die Leistungsbilanzüberschüsse. Wie wild wird Kapital exportiert, während in Deutschland zu wenig investiert und konsumiert wird. Die deutsche Volkswirtschaft spart lieber  und exportiert diese Ersparnis ins Ausland." 


"Die Entwicklung des Auslandsvermögensstatus der privaten Haushalte und der nichtfinanziellen Unternehmen von Q1 2004 bis Q4 2013 in Mrd. Euro im Chart. In Q4 2013 stieg das Nettoauslandsvermögen der privaten Haushalte und der nichtfinanziellen Unternehmen auf +1332,632 Mrd. Euro, nach +1328,563 Mrd. Euro im Vorquartal und nach +1233,407 Mrd. Euro im Vorjahresquartal." 


"Die Entwicklung der kumulierten Leistungsbilanz (blau) und der kumulierten Kapitalbilanz (rot) seit Januar 1971 bis Dezember 2013 im Chart. Der kumulierte Leistungsbilanzüberschuss betrug +1729,192 Mrd. Euro. Die Nettokapitalexporte kumulierten sich sogar auf -2031,314 Mrd. Euro, als akkumulierte Stromgröße in das Nettoauslandsvermögen. Erst seit 2002/03 gestalten sich die Exzesse in der Überschusswut." 


Die Entwicklung von Nettokapitalexporten (blau/ kumulierte Stromgröße) und des ausgewiesenen Nettoauslandsvermögens (Bestand) seit 1971 bis 2013 im Chart. Während sich die Nettokapitalexporte 2013 auf 2031,314 Mrd. Euro akkumulierten, betrug der bewertete Bestand an Nettoauslandsvermögen aller Sektoren der deutschen Volkswirtschaft 1323,575 Mrd. Euro. Es manifestiert sich ein Gap von -707,740 Mrd. Euro, welches im Finanzmarktcasino oder via abgeschriebener Kredite verlustig gingen."

Wer noch sehr viel tiefer in das Thema Leistungsbilanzungleichgewicht einsteigen will, für den gibt es von Steffen Bogs eine Empfehlung: "Eine echte Überraschung liefert ein Bericht der Europäischen Kommission, der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen und deren Wirtschaftsanalyse im Rahmen des Verfahrens bei einem makroökonomischen Ungleichgewicht (VMU). Die wesentlichen Schlussfolgerungen und Ergebnisse dieser ausführlichen, detaillierten und umfangreichen Analyse (130 Seiten, erstellt von mehr als zwei Dutzend Mitarbeitern) stehen zum übergroßen Teil in Einklang mit den Analysen, Charts und Argumentationen bei Querschuesse, erstellt in vielen einzelnen Artikeln über Monate und Jahre hinweg. ….Es ist eben nicht so, dass in einzelnen Institutionen kein Sachverstand herrscht und man nicht in der Lage wäre, aus dem vorhandenen Datenmaterial die richtigen Schlüsse zu ziehen! Das Problem ist eher, dass solche Analysen nicht den Weg in eine breite Öffentlichkeit finden und das vor allem kein adäquates Handeln entsteht, welches im Abbau der Ungleichgewichte mündet." Diesen Bericht gibt es hier


How To Keep Russia From Invading The Rest Of Europe (For Under $5)
(zerohedge.com) Forget sanctions; forget denouncements; forget red lines... there is only one thing that can stop Putin from taking over Europe...



Source: here


Die Schlafwandler: Deutsche Medien in der Krim-Krise
(blogs.faz.net)  Die Krim-Krise offenbart eine Kluft zwischen Journalisten und Lesern. Ein Gefühl der unterdrückten Meinungen und manipulierten Massen greift um sich. Doch wer manipuliert da wen? Mehr...

Kommentar: Die NACHDENKSEITEN loben diesen Beitrag als Selbstkritik der Medien. Aber ist er das wirklich? Oder ist er nicht einfach nur das Feigenblatt, hinter dem alles so bleibt wie bisher? Das soll jeder für sich entscheiden, wir haben uns jedenfalls festgelegt...


US-Arbeitsmarktbericht bestätigt Geldpolitik des Fed 
(fuw.ch) Der US-Arbeitsmarkt scheint sich von den Auswirkungen der Kältewelle zu erholen. Eine Anpassung der Geldpolitik ist nicht angezeigt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Lobpreisungen in den deutschsprachigen Leitmedien - wie nicht anders zu erwarten. Das HANDELSBLATT meldet "Robustes Jobwachstum in den USA" und schreibt im Vorspann: "Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten von Amerika bleibt stabil bei bei 6,7 Prozent, im März entstanden fast 200.000 neue Stellen. Das wird als Zeichen gewertet, dass es mit der US-Wirtschaft aufwärts geht." Mehr hier. Die folgenden beiden Grafiken stammen aus dem zitierten Beitrag der FINANZ UND WIRTSCHAFT:





Will man der Wirklichkeit näherkommen, dann müssen US-Quellen her. In dem Beitrag "The Jobs Report For March 2014: After A Long Winter, The Economy Plays Some Catchup" zeigt NAKED CAPITALISM an Hand der Zahlen die neuesten Entwicklungen auf dem US-Arbeitsmarkt (hier). Michael Snyder von THE ECONOMIC COLLAPSE BLOG schlagzeilt "This Is What Employment In America Really Looks Like…". In der Einleitung schreibt er: "The level of employment in the United States has been declining since the year 2000. There have been moments when things have appeared to have been getting better for a short period of time, and then the decline has resumed.  Thanks to the offshoring of millions of jobs, the replacement of millions of workers with technology and the overall weakness of the U.S. economy, the percentage of Americans that are actually working is significantly lower than it was when this century began.  And even though things have stabilized at a reduced level over the past few years, it is only a matter of time until the next major wave of the economic collapse strikes and the employment level goes even lower.  And the truth is that more good jobs are being lost every single day in America. For example, as you will read about below, Warren Buffett is shutting down a Fruit of the Loom factory in Kentucky and moving it to Honduras just so that he can make a little bit more money. We see this kind of betrayal over and over again, and it is absolutely ripping the middle class of America to shreds." Mehr hier

Es gibt auch einen deutschsprachigen Beitrag aus Nordamerika zum Thema. Markus Gärtner titelt "Warum die heutigen Jobzahlen in den USA unwichtig sind" und kommt mit seiner Begründung so auf den Punkt: "Je nachdem wen man fragt, wird mit 200.000 bis 300.000 neuen Stellen gerechnet. Die, die weniger erwarten, scheinen nicht gefragt worden zu sein, oder lieber eine höhere Zahl genannt zu haben. Kein Wunder: Die Überzahl – und der fast religiöse Eifer – der Anhänger vom Camp der blühenden Landschaften ist erdrückend. Und politisch inkorrekte Analysten sind in den USA besonders wenig geduldet. So mancher hält Pessimisten für Perspektiv-Terroristen. Und wie mit solchen Schurken umgegangen wird, das wissen wir." Mehr hier

Da kann es nichts schaden, noch einige Grafiken aus besagten US-Quellen beizusteuern, um sich ein einigermaßen objektives Bild machen zu können: 

Quelle: zerohedge.com
Quelle: zerohedge.com
Quelle: zerohedge.com
Quelle: zerohedge.com

The Ongoing Inflation Of The Higher Education Bubble
(zerohedge.com) We have been vociferous in our discussion of the looming student loan debt debacle (just as we have been over high frequency trading). With credit creation limited to just student (and auto) loans... 


in 2013 just student and car loans alone represented 108% (that's right, more than all) of total household debt created. 


We thought the following charts would clear up once and for all just how bad the government's heavy visibl ehand of 'help' has been for the average household in America with childrean aiming to pursue the American Dream... Read more...

Kommentar: Dieser Beitrag ergänzt die US-Beiträge und unseren Kommentar im vorletzten Nachrichten-Ticker, hier. Und wieder sagen Bilder mehr als 1000 Worte. Deshalb auch noch den Chart über die notleidenden Student Loans, die länger als 90 Tage rückständig sind:


Diese Entwicklung kann nicht gutgehen...


All The Presidents' Bankers: The Hidden Alliances That Drive American Power
(zerohedge.com) NIXON’S BANKERS: When What Was Good for Wall Street Was Good for the President.
The following is an excerpt from ALL THE PRESIDENTS’ BANKERS: The Hidden Alliances that Drive American Power by Nomi Prins (on sale April 8, 2014).  Reprinted with permission from Nation Books. Nomi Prins is a former managing director at Goldman Sachs. Read more...

Kommentar: Schön wäre es, wenn dieses Buch einen deutschen Verlag findet. Es ist eine sehr empfehlenswerte Lektüre, wie schon der Auszug zeigt. 


US-Richter kippen Obergrenze für Wahlkampfspenden
(zeit.de) US-Bürger dürfen künftig unbegrenzt Gelder an Politiker und Parteien spenden. Der Oberste Gerichtshof in Washington erklärt das Spendenlimit für unwirksam. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Wall Street hat es geschafft. GLOBAL RESEARCH fällt dazu ein knappes, hartes Urteil: "US Supreme Court Pushes Towards 'Legalized Corruption'" (hier). Jetzt lässt sich ungehindert festigen, was der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter im Sommer letzten Jahres, anlässlich der NSA-Affäre, so beschrieben hat: "US 'has no functioning democracy'" (hier).  


How Much Bad Debt Can China Absorb?
(zerohedge.com) China is coming under close scrutiny these days, as the leadership scurries to find new sources of economic growth and control its debt. Some analysts have reassured China watchers that the Chinese government can simply write off its bad debt, at least within the major banks, and pass it on to the asset management companies that handle that resale of distressed debt (or have it later purchased by the Ministry of Finance). Others have warned that some of the debt is serious, such as that incurred by local government financing vehicles, and are dubious about the sustainability of these entities. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Neues Hintergrundwissen zur chinesischen Finanzwirtschaft. Ergänzend dazu auch noch hier: "China’s Ticking Debt Bomb". Schon aus 2011, aber noch immer aktuell, wie der Vorspann zeigt: "China appeared to weather the global economic downturn better than most. But massive local government debt could bring growth to a screeching halt." Es bleibt spannend im Reich der Mitte. 


The Global Financial Tsunami End Game: The Petro-Dollar Regime is Finished?
(globalresearch.ca) A few weeks ago, I had a private high-level discussion with some  experts in geopolitics, economics and global finance and I had only one objective for participating in the discussion – to find out what was not said and or avoided in the discussion by the participants.
I learned early in my political career as a student anti-war activist that more can be learned from anyone and in any situation by what has not been said and avoided than from all the hours of lengthy dialogue. In most cases, I already knew the positions of the participants on the subject matter of the discussion from their writings, interviews, press statements, their educational backgrounds and their careers. Usually anything that is being said in a discussion reflects  the latest position on the participant’s previously declared stance on the subject matter.
And quite often, what has been revealed through discussions may not necessarily reflect the entirety of the participant’s stance. The difficulty is to be conscious of what the participant has not said and detect what are his reservations and why the reluctance to disclose his thoughts on the matter. In the day-long discussions, I had only intervened twice and I took no more than ten minutes at the most to elicit the reaction that I had anticipated. Read more...


Kommentar/Ergänzung: Ein spannender Beitrag. Vor dem Hintergrund der Krise in Osteuropa hat sich das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT der gleichen Sache angenommen: "Ein Sargnagel für den Petro-Dollar". Und erklärt "Russland stellt das aktuelle Weltfinanzsystem infrage." Mehr hier. Wir sind der Auffassung, die USA haben vorläufig noch das bessere Argument, ihren Verteidigungsetat:

Quelle: zerohedge,com