Sonntag, 20. April 2014

Standpunkt 915 - Nachrichten-Ticker, 13. & 14.04.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns sehr darum, ausgewogen zu sein. 

Leider müssen wir mittlerweile häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele Themen unbeachtet. Eine Übersetzung dieser Texte können wir nicht bewerkstelligen. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Es ist mittlerweile schon mehr als ein Jahr her, dass wir ein Update zu diesem wichtigen Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. In wenigen Tagen ist das Update fertig! Wir machen Fortschritte, gerade sind wir auf die Zielgerade eingebogen. Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Eigentlich ist es mehr als nur ein Update. Es platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Update zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahlreichen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. Da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich! 

Noch immer erreichen uns fast täglich Anregungen zu diesem Thema. Besten Dank dafür. Für das aktuelle Update können wir aber keinen dieser Vorschläge berücksichtigen. Wegen personeller Sorgen hängen wir unserem Zeitplan sowieso schon mächtig hinterher. 
  

Tagesthemen: In eigener SacheNachtrag: Keynes war ihr Schicksal Global Banking Game – Quo vadis Europa (2 Beiträge) – Deutschland und seine Reichen Ungleiche Vermögensverteilung (2 Beiträge) Europas Krise Griechenland rockt den Finanzmarkt (5 Beiträge) – Osteuropa-Krise (10 Beiträge) – Fed – China (4 Beiträge) Baltic Dry Index vs. Weltwirtschaft


In eigener Sache 
Rechtzeitig zur nächsten "Entwicklungsstufe" rund um die Lösung der (Bank-)Schuldenkrise mit Hilfe der Sparer/Steuerzahler/Bürger haben wir uns verstärkt.  Deshalb bieten wir wieder eine persönliche Beratung an, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung.  Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail


Zuerst noch ein Nachtrag zu unserem letzten Nachrichten-Ticker, genauer zu dem Beitrag "Das ist das keynesianische Endgame" aus dem österreichischen WIRTSCHAFTSBLATT, zu dem wir im Themenverzeichnis geschrieben haben "Keynes war ihr Schicksal" (hier). In unserem Kommentar dazu haben wir einige Hinweise auf lesenswerte Beiträge gegeben, die wir heute um einen weiteren ergänzen möchten, den wir höchst spannend finden. Er stammt von dem griechischen Ökonomen Yanis Varoufakis und trägt den Titel "A New Versailles Treaty Haunts Europe". Im November 2010, zu Beginn der Spardiktate in Europa, belegt Varoufakis eindeutig, dass die von Berlin, Brüssel und Frankfurt diktierte Krisenpolitik das genaue Gegenteil von dem ist, was Keynes empfohlen hätte. Den vollständigen Beitrag gibt es hier.


The Global Banking Game Is Rigged, and the FDIC Is Suing
(globalresearch.ca) Taxpayers are paying billions of dollars for a swindle pulled off by the world’s biggest banks, using a form of derivative called interest-rate swaps; and the Federal Deposit Insurance Corporation has now joined a chorus of litigants suing over it. According to an SEIU report:
Derivatives . . . have turned into a windfall for banks and a nightmare for taxpayers. . . . While banks are still collecting fixed rates of 3 to 6 percent, they are now regularly paying public entities as little as a tenth of one percent on the outstanding bonds, with rates expected to remain low in the future. Over the life of the deals, banks are now projected to collect billions more than they pay state and local governments – an outcome which amounts to a second bailout for banks, this one paid directly out of state and local budgets.
It is not just that local governments, universities and pension funds made a bad bet on these swaps. The game itself was rigged, as explained below. The FDIC is now suing in civil court for damages and punitive damages, a lead that other injured local governments and agencies would be well-advised to follow. But they need to hurry, because time on the statute of limitations is running out. Read more...

Kommentar: Lesen. Was Ellen Brown in ihrem Beitrag beschreibt, spielt in den Amtsstuben der europäischen Aufsichtsbehörden und Führungsmedien leider keine Rolle. Obwohl namhafte Mittäter in Europa beheimatet sind. Der Schaden ist immens, die kriminelle Energie hoch, trotzdem wird strafrechtlich niemand persönlich zur Verantwortung gezogen. Das wird alles "weglobbyiert", wie kürzlich der Chef der österreichischen Erste Group Bank, Andreas Treichl, die erfolgreiche Arbeit der Banken-Lobby wunderschön auf den Punkt gebracht hat. 


Europa im Identitätswahn
(heise-telepolis) Die von der europäischen Rechten propagierte Rückkehr zur Nation wird sich als ein zivilisatorischer Holzweg erweisen, der geradewegs in die Barbarei führt. Mehr...

Kommentar: Ein hervorragender Beitrag gegen die europäische Kleinstaaterei, dem Zurück in das 18. Jahrhundert. Wer keine Tomaten auf den Augen hat muss begreifen, dass nur ein Schritt nach vorne, hin zu mehr Integration in allen Bereichen, die richtige Schlussfolgerung aus der derzeitigen Krise ist. Will Europa politisch und wirtschaftlich in Zukunft eine entscheidende Rolle in der Welt spielen, dann führt an dieser logischen Entwicklung kein Weg vorbei. Wer der Kleinstaaterei das Wort redet - das sind leider nicht nur die Rechtsaußen - sorgt sich nicht um Europa und seine Menschen, sondern nur um seinen persönlichen Erfolg, bzw. den Erfolg seiner politischen Richtung. Die anschließende Instabilität und die Folgen wären ein fruchtbarer Nährboden für radikales Gesindel, das seine Interessen - selbst in einer Demokratie - skrupellos mit der Waffe in der Hand durchsetzen würde. 


Zunehmender Schlamassel in Europa
(project-syndicate.org) Finanzminister Wolfgang Schäuble hat vor kurzem erklärt, dass die Europäische Union "Souveränität auf die europäische Ebene verlagert" habe – eine verblüffende Behauptung angesichts der Tatsache, dass die europäischen Regierungen ihre nationalen Interessen derzeit aggressiver als zu jeder anderen Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg zu verfolgen scheinen. Sollte Schäubles Äußerung als Aufruf zu größerer europäischer Solidarität dienen? Oder war es nur ein Trick, um Forderungen nach einem höheren deutschen Beitrag zur Erholung der Eurozone abzuwehren? Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag, der sich ebenfalls mit dem K(r)ampf nationaler Interessen gegen europäische Notwendigkeiten beschäftigt. Was der Autor, Ashoka Mody, beschreibt, ist im Grunde die Bankrotterklärung der europäischen Politik seit Beginn der Krise. Seine Haltung gegenüber dem Euro können wir nicht nachvollziehen. Dessen Handikap, in der Hauptsache die Maastricht-Kriterien, lässt sich mit ein bisschen gutem, politischem Willen korrigieren. Eine Gemeinschaft von mehr als 500 Millionen Menschen, ausgestattet mit der höchsten Wirtschaftskraft, kann sich problemlos eine eigene Währung leisten. Natürlich darf es dann auch nicht mehr um nationale Befindlichkeiten und Machtpositionen (Beispiel Bundesbank) gehen. Weil das so ist, greifen auch die Vorschläge Mody's viel zu kurz, oder gehen gleich ins Leere: "Angesichts der fehlenden Bereitschaft der Länder zur Aufgabe staatlicher Souveränität besteht Europas einzige Alternative darin, die Vorspiegelung zentralisierter Koordinierung fallen zu lassen und es Ländern und Banken zu überlassen, mit ihren Gläubigern umzugehen und sich von ihnen disziplinieren zu lassen." So kann nur einer argumentieren, der in seinem wissenschaftlich-theoretischen Elfenbeinturm gefangen ist. Oder den US-amerikanischen Interessen gegen den Euro Vorschub leistet. 


OECD-Studie: Deutschland schont seine Reichen
(faz.net) Wer viel verdient, muss in Deutschland weniger Steuern und Sozialabgaben zahlen als anderswo. Dafür wird die Mittelschicht geschröpft. Mehr...

Kommentar: Neu ist diese Feststellung nicht, selbst in Deutschland gibt es schon länger Untersuchungen, die zu dem gleichen Ergebnis kommen. Ohne dass sich daraus eine Änderung der Politik ergibt. Die öffentliche Wahrnehmung ist gering, daran wird auch die OECD-Studie kaum etwas ändern. Was schon seit Jahren hierzulande passiert, verdeutlichen die folgenden Grafiken: 

 
 


Marx wollte absolute Wahrheit – ich nicht 
(tagesanzeiger.ch) Der französische Ökonom Thomas Piketty hat wie kein anderer die Ungleichheit auf der Welt untersucht. Warum er für den Mindestlohn ist – und warum das allein nicht reicht. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der TAGES-ANZEIGER nennt Thomas Piketty einen "Fachmann für Ungleichheit". Umso mehr verdient dieses Interview die ungeteilte Aufmerksamkeit unserer LeserInnen. Piketty hat ein viel beachtetes Buch veröffentlicht - "Le capital au 21ème siècle" (auf deutsch: "Kapital im 21. Jahrhundert"), das kürzlich in einer englischen Ausgabe erschienen ist. Eine deutschsprachige Ausgabe ist geplant. Leider macht es wenig Mut, was er am Ende des Interviews über die Möglichkeiten von "Lösungen im Sinne der Allgemeinheit" sagt: "Alles was wir tun können, ist Druck in die richtige Richtung zu machen. Das ist mit ein Zweck von Büchern. Was wäre denn die Alternative? Ein kollektiver Selbstmord erscheint mir keine gute Idee. Die Geschichte ist schliesslich voll von Überraschungen. Vor einem Jahrhundert hätte auch niemand die Einführung einer Einkommenssteuer für möglich gehalten, doch sie wurde eingeführt." 

Wegen der neuen englischen Ausgabe des Buches, "Capital in the Twenty-first Century", erschienen im März, hat sich auch das US-Magazin THE NEW YORKER damit beschäftigt. Beispielsweise in dem Beitrag "Piketty’s Inequality Story in Six Charts". John Cassidy schreibt einleitend: "In this week’s magazine, I’ve got a lengthy piece about “Capital in the Twenty-first Century,” a new book about rising inequality by Thomas Piketty, a French economist, that is sparking a lot of comment and debate. (Brad DeLong has a useful summary of some early reviews.) I’ll go further into that discussion in future posts, but first I thought it might be useful to portray the gist of Piketty’s story in a series of charts." Für alle, die sich nicht mit dem gesamten Artikel beschäftigen möchten, zeigen wir die sechs Charts an dieser Stelle und liefern die Erklärungen von Cassidy gleich mit:

"The first chart is a simple one, and it concerns the United States alone. It tracks the share of over-all income taken by the top ten per cent of households from 1910 to 2010. Broadly speaking, it’s centered on a U shape. Inequality climbed steeply in the Roaring Twenties, and then fell sharply in the decade and a half following the Great Crash of October, 1929. From the mid-forties to the mid-seventies, it stayed pretty stable, and then it took off, eventually topping the 1928 level in 2007. (The chart shows the share of the top decile falling back a bit after the financial crisis of 2007 to 2008. New figures for 2012 from Saez, which came out too late to be included in Piketty’s book, show the line hitting another new high, of more than fifty per cent.)"


"The second chart shows the share of income taken by the one per cent over the same period, and the teal line, which includes income of all kinds, has the same U shape. (Once again, the 2012 figures, which aren’t included, show another step up.) The top percentile hasn’t taken such a large share of over-all income since 1928. Interestingly, the recent rise in its share is a bit less dramatic when the analysis is confined to wage income. The difference between the bottom line (wage income) and the top line (total income) is accounted for by income from capital—dividends, interest payments, and capital gains. Because they own a lot of wealth, the one-per-centers receive a lot of their income in this form."


"Chart Three expands the analysis to what Piketty calls other “Anglo-Saxon countries”— Australia, Canada, and the United Kingdom—and it confirms that rising inequality is a global phenomenon. Since 1980, the share of over-all income going to the one per cent has risen sharply in those three nations, too. However, the United States still comes out as the winner of the inequality race. That’s perhaps not too surprising: we tend to think of the United States as a very unequal country, but it’s worth noting that this perception wasn’t always accurate. The chart shows that, ninety years ago, the United States and Canada had roughly the same amount of inequality, according to this measure, while the United Kingdom was a markedly less equitable place. Today, though, the U.S. has few challengers. Even in terms of income generated by work, Piketty notes, the level of inequality in the United States is 'probably higher than in any other society at any time in the past, anywhere in the world.'"


"Chart Four shows what’s been happening in six developing countries: Argentina, China, Colombia, India, Indonesia, and South Africa. Once again, we see the familiar U shape: during the past few decades, more and more income has been accumulating at the top. In most of these countries, however, the share taken by the one per cent is quite a bit lower than it is in the United States. The one exception is Colombia, where the figures are broadly comparable. (Compare Chart Four to Chart Two.) It barely needs noting that Argentina, Indonesia, and South Africa are highly stratified and grossly inequitable nations. But, according to this measure, anyway, they have less inequality than the United States does. Despite the recent growth of a big-spending nouveau-riche class, the same is true of China."

"The fifth chart switches the attention from income to wealth, and it takes a long-term perspective. For much of the nineteenth and twentieth centuries, the class-bound societies of Western Europe were dominated by a landed and monied elite that owned much of the land and the wealth. The United States had rich and poor, too, but the wealth was still spread around a bit more widely. In 1910, for example, the one per cent in Europe owned about sixty-five per cent of all wealth; in the United States, the figure was forty-five per cent."

"The last chart is a bit different. It concerns Piketty’s theory that capitalism has a “central contradiction”: when the rate of return on capital exceeds the rate of economic growth, inequality tends to rise. (That’s because profits and other types of income from capital tend to grow faster than wage income, which is what most people rely on.) The purple line shows Piketty’s estimate of the rate of return on capital at the world level going back to antiquity and forward to 2100. The yellow line shows his estimate of the global growth rate over the same period."


Mehr hier


Spot The "Recovering" European Periphery
(zerohedge.com) With Italian and Spanish bond yields at record lows (and spreads - risk premia - near record lows) one can only ascertain that Europe is fixed, Draghi has no need to do QE, and everything in the world is fine again. Except it's not... Draghi is cornered from QE by a lack of uncommitted collateral and a banking system glued at the hip to the sovereign bond markets. But perhaps, for those who are buying Italian and Spanish bonds, it is not enough to see record high unemployment, record loan delinquencies, and record low credit creation... In order to help further with the BTFD, we offer the following chart - showing Spanish and Italian home prices continue to slump (along with Cyprus)


Kommentar: Just for info. "Recovering" at its best...


Griechenland: der Blick auf die bittere Realität 
(querschuesse.de) Die Bundeskanzlerin war zu Besuch in Griechenland. In der Öffentlichkeit wurde dieser Besuch als Anlass genommen Fortschritte und Optimismus in Bezug auf  die Entwicklung in Griechenland zu verbreiten und/oder eben jede Menge Beschönigendes oder Relativierendes. Diese Propaganda in Verdrängung der harten Fakten ist erschreckend, denn in der wirtschaf tlichen Realität Griechenlands hat sich nichts bis wenig wirklich zum Besseren gewendet. Um zu verdeutlichen, wie düster weiter die Lage in Griechenland ist, nun der Blick auf  ein umf angreiches offizielles Datenmaterial: Zunächst zum griechischen Primärüberschuss, dass ist der ohne die Zinszahlungen des Staates, soweit so üblich. Aber auch der ohne die ausstehenden offenen Rechnungen des Staates, den ausstehenden Steuerrückerstattungen und den Einmaleffekten wie die Rekapitalisierungen der griechischen Banken. Noch hat Eurostat die berichteten griechischen Daten des Finanzministeriums nicht bewertet, noch steht also aus, ob Eurostat die Buchungen überhaupt so akzeptiert. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Fakten, Fakten, Fakten. Alle belastbar, nicht wachsweich wie die Aussagen der Krisenbeschöniger in Berlin und Brüssel. 

Wir haben auch gleich die Ergänzung von Steffen Bogs dazu: "Griechenland: Nachklappe Primärüberschuss". Er schreibt einleitend: "Kaum ist die Bundeskanzlerin aus Griechenland abgereist und die Lobeshymnen des guten Weges und des griechischen Primärüberschusses im Staatshaushalt verklungen, kehrt ein Montag ein und damit das harte Leben in der Realität. Das griechische Statistikamt ELSTAT berichtete heute, in seiner Verpflichtung im Rahmen des europäischen Haushaltsüberwachungsverfahrens, die Daten zum Defizit und zur Verschuldung des Staates an die Europäische Kommission und damit an Eurostat. Und hallo, welche Überraschung, in diesem Dokument ist plötzlich von einem Primärüberschuss nichts mehr zu sehen. Sondern nur von einem Primärdefizit in Höhe von -15,887 Mrd. Euro und mit den geleisteten Zinsen ein Defizit in Höhe von -23,109 Mrd. Euro! Und jetzt festhalten, das Defizit betrug 2013 -12,7% des nominalen BIPs, das höchste Defizit im Verhältnis zum BIP seit 2009. Ja, ja Fortschritte, aber zum Glück bekommt das Frau Merkel nicht mehr mit, denn die ist ja abgereist, im festen und unerschütterlichen Glauben an die Fortschritte." Mehr hier. Jetzt nur noch eine kleine Auswahl der von Bogs aufgebotenen Charts, die an Deutlichkeit keine Wünsche offen lassen: 

"Die Entwicklung der griechischen Bruttostaatsschulden in Prozent des nominalen BIPs seit 1953 bis 2013 im Chart. Laut Eurostat betrugen in Q3 2013 die Bruttostaatsschulden 171,8% des nominalen BIPs, in der Projektion von AMECO (Datenbank der Europäischen Kommission) sind es Ende 2013 177,3%. Offizielle Daten von Eurostat für Q4 2013 liegen noch nicht vor. Fakt ist, noch nie war es um die Schuldentragfähigkeit so mies bestellt, wie aktuell. Im Jahr 2013 standen ca. 323 Mrd. Euro Bruttostaatsschulden nur 182 Mrd. Euro an nominalen BIP entgegen."  

"Die Entwicklung der nominalen Corporate Income Tax, 12 Monate rollend in Mrd. Euro von Januar 1999 bis Februar 2014 im Chart. Im Februar 2014 sank die nominale Corporate Income Tax um -0,1% zum Vorjahresmonat auf 1,693 Mrd. Euro, wohlbemerkt aufaddiert die letzten 12 Monate. Zum Hoch im Januar 2001 ging es um -66,2% abwärts, …nominal!" 

"Die Entwicklung des Einkommenssteueraufkommens bei realer Betrachtung, abzüglich des offiziellen Anstieges der Verbraucherpreise (2009=100) und über 12 Monate rollend.  Real ging es im Februar 2014 um - 20,1% zum Vorjahresmonat, auf 7,210 Mrd. Euro. Zum Hoch im November 2008 ging es real um - 35,3% abwärts!" 

"Die Entwicklung der Non Performing Loans (notleidende Kredite mit mehr als 90 Tagen Zahlungsverzug) im Verhältnis zur Summe der ausstehenden Kredite an den Privatsektor (private Haushalte und Unternehmen), die sogenannte NPL-Quote, von 2001 bis 2013 im Chart. Zuletzt im Jahr 2013 schoss das NPL-Ratio laut Kreisen der griechischen Zentralbank auf 35,0%. Die letzten offiziellen Daten der griechischen Zentralbank belegen für Q2 2013 eine NPL-Quote von 29,3%."

Das ist der reine Wahnsinn. Aber die deutschsprachigen Führungsmedien machen daraus einen Erfolg der deutschen Austeritätspolitik. Das ist Volksverdummung. 

ZERO HEDGE berichtet: "'A Triumphant Recovery'? A First-Person Perspective Of What Is Really Happening In Greece": "In light of the recent 'triumphant' return of Greece to the capital markets with its brand new 5 Year bond issuance (which much to the chagrin of the flippers is already trading below its breaking price), one of our Greek readers decided to provide his "on the ground" perspective on what is really happening in Greece." Mehr hier. Ein Augenzeugenbericht, mitten aus einem völlig kaputten Krisengebiet.

Wir haben auch noch eine Meinung von GLOBAL RESEARCH aus Kanada: "German Chancellor Visits Greece to Prop Up Right-Wing Regime" vermutet man dort: "The German Chancellor Angela Merkel flew to Athens Friday to bolster the prospects of the right-wing government of Antonis Samaras in the forthcoming European elections. Important regional and municipal elections are scheduled in Greece for the same week. Following her support for the ultra-nationalists and fascists represented in the Ukrainian transitional government, Merkel is now seeking to prop up the Samaras regime, which has close ties to similar forces in Greece." Mehr hier

Wir haben hier, hier, hier und zuletzt hier (ziemlich am Ende des Griechenland-Blocks) auf Beiträge des deutschen Ökonomen Jens Bastian hingewiesen, der in Griechenland lebt und von dort berichtet. Bitte dort noch einmal nachlesen. Natürlich sammeln wir auch andere Eindrücke zur Person. "Ökonom Jens Bastian beweist: In Griechenland leben heißt nicht Griechenland verstehen" kritisiert WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT: "Griechenland habe 'seinen Reformwillen unter Beweis gestellt', meinte der in Griechenland lebende Ökonom Jens Bastian in einem heute früh mit dem Deutschlandfunk geführten Interview, nachdem er Griechenlands Rückkehr zum Kapitalmarkt als 'potenziellen Wendepunkt' bezeichnet hatte. Griechenland 'muss jetzt aber auch seinen Reformwillen umsetzen', so Bastian weiter. Griechenland müsse die Strukturreformen nicht nur in Gesetze gießen, sondern auch im Alltag umsetzen. Und man fragt sich, in welchem Griechenland lebt Bastian, gibt es irgendwo da draußen vielleicht noch ein 'Griechenland 2'? In Griechenland leben heißt ganz offensichtlich nicht automatisch, Griechenland zu verstehen. (...) 'Für Griechenland', so der ortsansässige Ökonom, 'bedeutet jetzt diese Möglichkeit, sich am Anleihemarkt wieder zu finanzieren, dass es Alternativen hat, andere Optionen, dass der Zugang zu Finanzierungsquellen eben jenseits der Hilfskredite von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds möglich ist.' Das würde auch die Verhandlungsposition Griechenlands gegenüber der Troika verändern, so Bastian, 'wenn verhandelt werden muss über weitere Haushaltskonsolidierung, über den Fortschritt der Umsetzung der Reformprogramme, aber da kann Griechenland sagen: Wir haben Optionen in der Hand, wir sind nicht nur abhängig von den internationalen Kreditgebern, wir können gegebenenfalls auch dieses Jahr wieder auf den Kapitalmarkt gehen und diesmal gegebenenfalls eine höhere Anleihe platzieren.' Kann man die Situation Griechenlands noch gründlicher missverstehen? Wohl kaum." Mehr hier. Für den Autor ist Bastian "ein irrlichternder Ökonom". Nach diesem Interview im Deutschlandfunk und dem Artikel in der WELT (hier) können wir dem nur zustimmen.  

Zum Abschluss heute: "Steuer-Schock für In- und Ausländer in Griechenland" titelt der GRIECHENLAND-BLOG und schreibt im Vorspann: "Vielen inländischen und  ausländischen  Bürgern  ist immer noch  nicht bewusst,  was Ihnen in Griechenland spätestens im Sommer 2014 von Seite des Finanzamts blüht. Den meisten Steuerpflichtigen in Griechenland ist immer noch nicht wirklich bewusst geworden, welche Konsequenzen für sie der angestrebte primäre Haushaltsüberschuss 2014 haben wird, der nicht etwa auf einem wirtschaftlichen  Wachstum  und der Rationalisierung des öffentlichen Haushalts, sondern praktisch einzig und allein auf exorbitanten Steuern basiert." Mehr hier. Dieser Beitrag zeigt, Enteignung geht auf verschlungene Wege... 


Deutsche Ukraine-Diskussionen: Eine Debatte zum Gruseln
(zeit.de) Die deutsche Diskussion über Putin macht beklommen. Ist es noch möglich, eine Position zur Ukraine zu beziehen, ohne als Russlandversteher oder Kriegstreiber dazustehen? Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir bleiben dabei und halten uns bei diesem Thema weiter zurück. Statt dessen haben wir neue Beiträge "gesammelt", auf die wir an dieser Stelle hinweisen möchten. Sie sind bestens als Gedankenfutter geeignet. Dieser Beitrag der Zeit kommt zu einem spannenden Fazit: "In der Ukraine-Krise erstickt die Hysterie schon jetzt den Austausch von Argumenten. Was, wenn russische Truppen tatsächlich in die Ostukraine einmarschieren? Was, wenn die ukrainische Regierung die Nerven verliert und einen Krieg auslöst? Es wäre eine Katastrophe für Zehntausende, ein Desaster für das Verhältnis Europas und Russlands. Und es wäre eine Reifeprüfung für die deutsche Öffentlichkeit. Man muss hoffen, dass uns das erspart bleibt." 

Die SZ kommentiert "Putins zerstörerisches Werk". Der Vorspann: "Russland hat sich mit der Annexion der Krim schwer geschadet, wird wirtschaftlich darunter leiden und ist international isoliert, sagen EU-Politiker. Das stimmt - es ist Präsident Putin aber egal. Für ihn zählt der Augenblick. Und den nutzt er brutal." Mehr hier. Am Ende klingt Selbstkritik an: "Die EU tut derweil wenig, um ihn zu bremsen. Einreise- und Kontensperren bleiben auch dann ein Mittel der symbolischen Politik, wenn sie nun ausgeweitet werden. Und die Drohung mit Wirtschaftssanktionen hat ihren Zweck bereits verfehlt. Die Staats- und Regierungschefs hatten sie ausgesprochen in der Hoffnung, sie nicht verhängen zu müssen. Das Kalkül bestand darin, sich mit der Annexion der Krim mehr oder weniger abzufinden, Putin aber mit der Aussicht auf verheerende finanzielle Konsequenzen vor einem Griff nach dem Osten der Ukraine abzuhalten. Das ist nicht wirklich gelungen. Für die Europäer wird es Zeit, sich mit der eigenen Schwäche zu befassen."

Der SPIEGEL beschäftigt sich mit der Verschärfung der Krise: "Eskalation in der Ostukraine: Putins gefährliche Optionen". In der Einleitung heißt es: "Was will Präsident Putin? Angesichts der Eskalation in der Ostukraine sehen russische und ukrainische Analysten drei Szenarien - Anschluss, Einmarsch, Bürgerkrieg." Mehr hier. Die drei Möglichkeiten werden vorgestellt. 

Das MANAGER MAGAZIN befürchtet mit Hilfe der Nachrichtenagentur REUTERS "Ukraine droht der Bürgerkrieg" und erklärt: "Die pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine setzen ihre Übergriffe auf Behörden fort. Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow hat die Vereinten Nationen um Hilfe gebeten: Man würde den Einsatz von Blauhelmen in der Ostukraine begrüßen." Mehr hier

Noch einmal die SZ, sie geht gleich noch einen Schritt weiter: "Vom Bürgerkrieg zum Krieg" lautet ihr Szenario, der Strippenzieher ist auch schon ausgemacht: "Erlebt die Ukraine einen Guerillakrieg oder eine verdeckte Invasion? Angesichts der Ereignisse im Donbass lässt es sich nicht schönreden: Russland ist derzeit Kriegstreiber, nicht Lösungssucher. Aber welche Rolle spielt die Regierung in Kiew?" Mehr hier.

Einen Beitrag haben wir heute auch aus Österreich. "Ukraine: Putin steht Gewehr bei Fuß, USA erwägen Waffenlieferungen" schlagzeilt das WIRTSCHAFTSBLATT: "Die Besetzung von Regierungsgebäuden durch prorussische Milizen und die offensichtliche Bereitschaft der provisorischen Regierung in Kiew, gewaltsam gegen sie vorzugehen, machen die Ost-Ukraine zum Pulverfass." Mehr hier. Der Beitrag gibt einen guten Überblick der gerade angesagten westlichen Propaganda. 

HEISE-TELEPOLIS titelt "Ukraine: Jetzt hat Moskau die besseren Karten". Die Einleitung: "Während der Westen in Kiew die Agenda setzen konnte, kann Moskau mitsamt den staatlichen Medien nach dem Krim-Zug und den Protesten in der Ostukraine abwarten. Ähnlich wie sich die westlichen Regierungen und die meisten westlichen Medien hinter die Euromaidan-Bewegung gegen de Janukowitsch-Regierung und Russland gestellt und diese finanziell, personell und allein schon durch die Aufmerksamkeit vom Westen unterstützt wurde, laufen die Dinge bei den prorussischen Anti-Maidan-Bewegungen. Während Moskau auf eine Föderalisierung und Neutralität der Ukraine dringt, überschlagen sich die russischen Medien mit der Berichterstattung über die Proteste, um ziemlich offensichtlich ihr Gewicht zu erhöhen." Mehr hier. Der Beitrag endet mit einem Fazit, das bis heute seine Gültigkeit behält: "Weder Moskau noch die westlichen Regierungen scheinen derzeit bereit zu sein, den Konflikt zu deeskalieren und mäßigend auf Kiew und die Protestierer in der Ostukraine einzuwirken. Kaum vorstellbar ist derzeit jedenfalls, wie am 25. Mai in der Ukraine Wahlen durchgeführt werden sollen. Turtschinow eiert weiter herum. Man wolle zwar die Regionen stärken, sagte er, aber eine Föderalisierung, wie sie von Moskau vorgeschlagen wird, diene nur dem Zweck, die Ukraine zu zerschlagen. Das ist natürlich Unsinn, schließlich auch die USA oder Deutschland Bundesstaaten. Das irrationale Beharren auf einem Zentralstaat fördert auf jeden Fall die Konflikte."  

Die WELT versucht sich an einer Aufklärung: "Missverständnisse: Warum wir Russland nicht begreifen". Im Vorspann heißt es: "Zwischen Moskau und der EU liegen sieben Missverständnisse. Das wohl größte sind die konträren Auffassungen von Demokratie. Für die meisten Russen ist sie gleichbedeutend mit dem Chaos der Neunziger." Mehr hier. So einfach sollen die Dinge liegen? Warum tut sich der Westen dann so schwer mit einer diplomatischen Offensive, die auf Verständigung setzt? Statt mit dem Holzschwert herumzufuchteln und das dann wirkungsvolle Sanktionen zu nennen.

"Gewalt mit Ansage in der Ostukraine-Krise: Ohnmächtige EU?" betitelt SLE bei QUERSCHUESSE seinen Beitrag zu dem heiklen Thema. An Stelle der Einleitung nehmen wir sein aufschlussreiches Fazit vorweg: "Die Ukraine ist ein Nachbar der EU nicht der USA. Eine Destabilisierung in den Nachbarländern der EU ist nicht im Interesse der EU. Die Behauptung, dass allein Russland die Ukraine destabilisiert, ist spätestens seit dem heute von der Regierung in Kiew verfügten 'Anti-Terror'-Einsatz gegen die Bevölkerung in der Ostukraine widerlegt. Es war vorhersehbar, dass es dazu kommen würde und ist dennoch nicht verhindert worden." Mehr hier

Abschließen möchten wir die Osteuropa-Krise mit einem Beitrag von GLOBAL RESEARCH: "Cold War Propaganda: Russia’s 'Secret' Military Bases in the Western Hemisphere". Er hat nicht direkt mit der Ukraine zu tun, jedoch wirft er einen Blick hinter die Kulissen der US-amerikanischen Drohgebärden: "The propaganda hype regarding Russia’s creation of military bases in Latin American and the Caribbean is not dying down. At the instigation of 'cold war' centres in the US, lies about 'secret' Russian naval and air force bases operating in Nicaragua, Venezuela and  even  Argentina regularly appear in  the media. More often than not, these types of reports are accompanied by photographs of Tu-160 ('White Swan') and Tu-160MS strategic bombers, the nuclear-powered battlecruiser Petr  Velikiy  ('Peter  the  Great'), and the large anti-submarine destroyer Admiral Chabanenko, which laid the foundations for guest visits by Russia’s naval and air forces to the American continent in 2008. The most recent example of this kind is the docking of the Russian intelligence collection ship Viktor Leonov in the Port of Havana." Mehr hier.


Has the Fed Learned Monetary Policy Lessons from the Financial Crisis?
(nakedcapitalism.com) In the last two years, some economists and even current policymakers have acknowledged that interest rate policy and financial stability are connected. They’ve also admitted external factors can have have a significant impact on US economic performance. However, economic policy itself still ignores these issues. Today, US monetary policy is based on a very narrow interpretation of the Fed’s legal mandate. The central bank pursues price stability and full employment without considering possible negative feedback loops via the financial markets or from abroad. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Eine Frage, deren Antwort auch die Europäer interessieren muss. Wir haben unsere Zweifel, ob sie in diesem Beitrag beruhigend ausgefallen ist... Vergl. dazu diesen Beitrag von ZERO HEDGE: "San Fran Fed Asks How Important Are Hedge Funds In A Crisis" (hier). "Find the answer is: 'very'." 


Crash-Gefahr: Chinas Staatsanleihen finden keine Abnehmer
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die chinesische Regierung war bei der jüngsten Emission nicht in der Lage alle Staatsanleihen zu verkaufen. Die anhaltende Kreditklemme und schlechte Wirtschaftsdaten drückten die Nachfrage der Investoren. Die chinesische Regierung war bei der jüngsten Emission nicht in der Lage alle Staatsanleihen erfolgreich am Markt zu platzieren. Dies ist das erste Mal seit mehr als einem Jahr, dass nicht alle Staatsanleihen verkauft wurden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wer mag, der kann sich unter dem Eindruck der unterschiedlichen Meinungen die eigene Entscheidung noch offenhalten. Henrik Müller legt sich für das MANAGER MAGAZIN in seinem Beitrag "Das Ende des China-Booms" auch noch nicht so richtig fest. Seine Einleitung: "Während Europa sich über den Aufschwung freut, drohen einem der wichtigsten Handelspartner Deutschlands heftige Rückschläge: China ächzt unter hohen Schulden, das Wachstum geht zurück. Ein Crash ist nicht ausgeschlossen." Sein Fazit gleich noch hinterher: "Die Folgen für die Finanzmärkte mögen beherrschbar sein. Die realwirtschaftlichen Effekte könnten heftiger ausfallen, gerade aus deutscher Sicht. Über viele Jahre war China die Wunderökonomie der Welt. Gleichbleibend hohes Wirtschaftswachstum, rapide Modernisierung, eine Investitionsdynamik wie nirgends sonst auf der Welt. Besser noch: Egal, was passierte, China half, die Weltwirtschaft zu stabilisieren. So war es in der Asienkrise von 1997, nach dem New-Economy-Crash und dem 11. September 2001, in der großen Rezession von 2008/2009. Der Rest der Welt mochte Krisen und Verwerfungen durchleiden - China hielt Kurs und zog die anderen mit. Diese Zeiten sind wohl erstmal vorbei. Wie viele andere Schwellenländer zuvor, stößt China an Entwicklungshürden, die sich nicht so leicht überwinden lassen: Staat und Gesellschaft müssen mit der Wirtschaft Schritt halten. Das ist schwieriger, als ein Land mit Fabriken, Straßen und Flughäfen vollzubauen. Für Deutschland, dessen Exporte überwiegend aus Investitionsgütern, Luxusautos und industriellen Vorprodukten bestehen, ist das keine gute Nachricht." Mehr hier.

Jetzt meldet sich auch die F.A.Z. zu Wort: "Die Uhr in China tickt – oder ist es eine Zeitbombe?". Dort wird das Problem ein wenig anders verortet: "Für Mittwoch werden aus China schwache Konjunkturdaten erwartet. Dabei hat das Land kein Wachstums-, sondern ein Schuldenproblem. Die Aktienmärkte treten beunruhigt auf der Stelle." Mehr hier

Ein Konzern, der hierzulande von der Entwicklung in China ganz besonders betroffen ist, hat gerade keine gute Presse: "Volkswagen macht mit Autos kaum noch Gewinn" titelt die WELT. Im Vorspann heißt es: "Der deutsche Autoriese VW eilt von Verkaufsrekord zu Verkaufsrekord. Doch das Massengeschäft wirft pro Auto viel weniger Profit ab als das des japanischen Rivalen Toyota. Siegt sich VW zu Tode?" Mehr hier. Für VW ist der chinesische Markt nach unserer Einschätzung überlebenswichtig.

Wir sehen keinen Anlass, unsere kritische Haltung gegenüber den chinesischen Schwierigkeiten zu korrigieren.


Baltic Dry Drops For 15th Day To Lowest In 9 Months 
(zerohedge.com) And still the mainstream media's discussion of the collapse in the Baltic Dry shipping index is entirely absent. As we have been pointing out for weeks now, something extreme is occurring in the cost of shipping dry bulk around the world. 2014 is now witnessing the biggest drop in price (a typical seasonal pattern) to start the year since records began. Today's drop to $989 (the first time below $1000 since June 2013) is the 15th drop in a row and it's not just this index that is fading: Capesize, Panamax, and Supramax rates are all falling. As we noted previously, the shipbuilding industry is already feeling the pain. 

   
Source: here.

Kommentar: Der BDI gilt als zuverlässiges Frühwarnsystem für die Befindlichkeit der Weltwirtschaft. Die erhoffte Erholung sieht anders aus.