Freitag, 25. April 2014

Standpunkt 917 - Nachrichten-Ticker, 17. & 18.04.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns sehr darum, ausgewogen zu sein. 

Leider müssen wir mittlerweile häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele Themen unbeachtet. Eine Übersetzung der englischen Texte können wir nicht bewerkstelligen. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Hinweis: Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Leider können wir immer noch nicht unser neues Dossier zu diesem Thema vorstellen. Wir bedauern das sehr. Die persönlichen Beratungen haben jedoch oberste Priorität. Aus diesem Grund gilt nach wie vor unser letztes Update aus dem September 2012, das hier unseren  LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. 

Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Es ist mehr als nur ein Update. Und platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Dossier zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahlreichen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. Da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich! 


Tagesthemen: In eigener SacheKriegstreiber Banken (3 Beiträge) EU in der Krise – Glaubenskrise in der Ökonomie – Amerika vs Welt Bankenunion Mindestlohn Osteuropa-Krise (12 Beiträge) – Japan Matt Taibbi China 


In eigener Sache 
Wir haben uns verstärkt. Deshalb können wir wieder eine persönliche Beratung anbieten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail.


Bankers are Behind the Wars
(globalresearch.ca) All Wars Are Bankers’ Wars
Former   managing   director   of   Goldman   Sachs  –  and   head   of   the  international analytics group at Bear Stearns in London (Nomi Prins) -  notes: Throughout the century that I examined, which began with the Panic of 1907 … what I found by accessing the archives of each president is that through many events and periods, particular bankers were in constant communication [with the   White   House] - not just about financial and economic policy, and by extension trade policy, but also about aspects of World War I, or World War II, or the Cold War, in terms of the expansion that America was undergoing as a superpower  in the world, politically, buoyed by the financial expansion of the banking community. Read more...


Kommentar: Beste Wochenend-Lektüre. Ein Beitrag, der sehr nachdenklich macht. Es lohnt sich auch, den Links zu folgen. Wer dafür keine Zeit hat, dem empfehlen wir auf jeden Fall noch die zwei folgenden Beiträge zu lesen: "Wall Street, Banks, and American Foreign Policy", von Murray N. Rothbard, erschienen 2005 bei LewRockwell.com (41 Seiten, hier). Es gibt auch eine zweite Edition (107 Seiten). Die ist 2011 bei Ludwig von Mises Institute erschienen (hier). Außerdem "The Link Between War and Big Finance", erschienen am 7. April 2011 bei WAR IS A CRIME. Ein Auszug: "Americans are recognizing the link between the military-industrial complex and the Wall Street oligarchs—a connection that goes back to the beginning of the modern U.S. empire. Banks have always profited from war because the debt created by banks results in ongoing war profit for big finance; and because wars have been used to open countries to U.S. corporate and banking interests. Secretary of State, William Jennings Bryan wrote: 'the large banking interests were deeply interested in the world war because of the wide opportunities for large profits.' Many historians now recognize that a hidden history for U.S. entry into World War I was to protect U.S. investors. U.S. commercial interests had invested heavily in European allies before the war: 'By 1915, American neutrality was being criticized as bankers and merchants began to loan money and offer credits to the warring parties, although the Central Powers received far less. Between 1915 and April 1917, the Allies received 85 times the amount loaned to Germany.' The total dollars loaned to all Allied borrowers during this period was $2,581,300,000. The bankers saw that if Germany won, their loans to European allies would not be repaid. The leading U.S. banker of the era, J.P. Morgan and his associates did everything they could to push the United States into the war on the side of England and France. Morgan said: 'We agreed that we should do all that was lawfully in our power to help the Allies win the war as soon as possible.' President Woodrow Wilson, who campaigned saying he would keep the United States out of war, seems to have entered the war to protect U.S. banks’ investments in Europe." Mehr hier.  


Der vergilbte Hochglanzprospekt der marktfixierten EU – Eine Ideologie in der Krise
(maskenfall.de) Andreas Meyer (Maskenfallfreund und Mitglied von attac Kiel) thematisiert in diesem Gastartikel die ideologische Krise  der EU in ihrer jetzigen Verfasstheit, die ihren Ausdruck auch in der Einseitigkeit der Berichterstattung über die Ukraine und Russland findet, und trotz aller Widrigkeiten die Hoffnung eines emanzipatorischen Wandels in Anbetracht der schwindenden Gläubwürdigkeit des Bestehenden weckt.
In den letzten Wochen wurde uns anlässlich der Konflikte in der Ukraine in Presse, Funk und Fernsehen besonders intensiv der Hochglanzprospekt "Europäische Union" präsentiert. Die EU als Hort der Demokratie, der wirtschaftlichen Prosperität, des Friedens und der Völkerverständigung auf der einen Seite, auf der anderen Seite das Reich des Bösen mit dem imperialen Despoten und Macho Putin. Eine Inszenierung aus der Gedankenwelt des Kaspertheaters.
Auf  dem Medienmarkt wurde die Bildzeitung schon fast von den Leitmedien des deutschen Bildungsbürgertums überholt. FAZ, Süddeutsche, Spiegel, FR, ZEIT, taz, Deutschlandfunk, Brennpunkte und Talkrunden in ARD und ZDF überfluteten uns mit diesem simplen Gut/Böse–Schema. Doch trotz dieses propagandistischen Trommelfeuers mussten die Mainstreamjournalist*innen zu ihrer Überraschung und Verärgerung feststellen, dass sie mit ihren Botschaften in der Bevölkerung nicht richtig landeten. Vier von fünf Deutschen lehnten Sanktionen gegenüber Russland ab, viele waren der Meinung, man müsse auch die Sicherheitsinteressen Russlands berücksichtigen. "Putinversteher!" war die bockig, gekränkte Antwort vieler Journalist*innen und Politiker*innen, die den Propagandamodus bevorzugten. Mehr...


Kommentar: Ein Beitrag, randvoll mit Gedankenfutter. Deshalb erhält er von uns eine dicke Empfehlung. Wer will, der kann daraus auch seine Schlüsse ziehen...


Bluten in der Glaubenskrise (Rindvieh Ökonomie: Warum wir den Glauben an die Wirtschaft verlieren)
(neuewirtschaftswunder.de) Die Zombie Economics, zum Beispiel die von der "expansiven Wirkung der fiskalischen Kontraktion" [sic!], sind noch quicklebendig. Das liegt auch daran, dass die Zombie Economics sehr gut mit dem Volksglauben harmonieren: Klar braucht es die Sparsamkeit der schwäbischen Hausfrau, wenn ein Land "über seine Verhältnisse gelebt" hat; und, ja,"Tauschgerechtigkeit" verstehen wir, vor "Naturgesetzen" haben wir Ehrfurcht, "Eigentum" ist heilig, "Schulden" müssen zurückgezahlt werden, ein automatisches "Gleichgewicht" finden wir besser als ein zu regulierendes Chaos; Geld ist ein neutrales Zahlungsmittel, kommt von der Zentralbank und hat knapp zu sein; "jedem das Seine" ist uns wichtig; und "ich" bin sowieso das Maß aller Dinge. Irgendwelche Einwände?
Weil das so ist, können wir auch mit Wirtschaftstheorien leben, die wenig mit der Realität zu tun haben. Das vergessen die Kritiker der Zombie Economics. Wirtschaftstheorien müssen nämlich nicht unbedingt stimmen – sie müssen aber auf jeden Fall zu uns passen. So wie Theorien über Gott oder das Jenseits wahrscheinlich selten stimmen, aber meist zu der Gesellschaft passen, in der sie gerade en vogue sind.

Was aber passiert, wenn die ökonomische Volksfrömmigkeit gleich an mehreren Stellen brüchig wird? Wenn es da unkontrollierbare Entwicklungen gibt, die seit einigen Jahren an unserem Glaubensgebäude nagen? Beim Geld, beim Profit, beim Eigentum, oder zum Beispiel beim Glauben an die ewige Knappheit – die alte Menschheitsgeißel – und an die Unersättlichkeit der menschlichen Bedürfnisse. Um mal auf eines der gefährdeten Glaubensdogmen etwas ausführlicher einzugehen. Was, wenn immer mehr Menschen ahnen, dass diese "Knappheit" inzwischen vor allem eines ist: ein Disziplinierungsmittel in einem Verteilungskampf, der so gar nicht mehr geführt werden müsste ("Schnallt den Gürtel enger, strengt euch an – es gibt nichts umsonst.") (...)  Es reicht, nüchtern anzuerkennen, dass unsere heutigen ökonomischen Probleme in Wirklichkeit keine ökonomischen (also Knappheits-)Probleme sind, sondern vor allem Überschuss-Probleme: Wir haben ZU VIELE Autofabriken, ZU VIELE Handys, mit denen man gleichzeitig bügeln, telefonieren und Filme gucken kann, wir haben ZU VIEL Ersparnisse, die nach rentabler Anlagemöglichkeiten suchen und die deshalb immer abstrusere Finanzinnovationen befeuern. Wir haben ZU VIEL, müssen aber aus Glaubensgründen daran festhalten, dass alles ganz furchtbar knapp ist – vor allem das Geld.
Und denen, die wirklich noch mit echter Knappheit konfrontiert sind und die noch echte Nachfrage entwickeln könnten, fehlen die Mittel, um an dem Überfluss teilhaben zu können. Wir machen lieber aus einem systemischen Problem ein moralisches. Wir drängeln und gängeln Arbeitslose, damit sie schnell wieder auf dem Markt reüssieren. Wir fordern mehr Wettbewerbsfähigkeit von Krisenländern, als ob wir tatsächlich wünschten, dass sie uns einholen sollten oder könnten auf dem Weltmarkt. Mehr...


Kommentar: Noch mehr lohnendes Gedankenfutter. Frei nach dem Motto "Wissen ist Macht" (Francis Bacon, 1561 - 1626). 


Ein Albtraum als Export-Schlager: Liefert Amerika die Zeitbombe für die Welt?
(blog.markusgaertner.com) Paul Farrell beschreibt heute bei MarketWatch, wie sich der amerikanische Traum zu einem Albtraum verwandelte, sich jetzt wie ein tödlicher Virus über die ganze Welt verbreitet und sie zu zerstören droht. Wer das Stück liest, wähnt sich in einem 3D-Zombie-Film. Vor fünf Jahren, so Farrell, habe Bill Gates bei einem streng geheimen Treffen seines Milliardärs-Clubs in Manhattan die Anwesenden – darunter Buffett, Rockefeller, Soros und Bloomberg – gefragt, welches die größte tickende Zeitbombe sei. Übereinstimmende Antwort: Die Überbevölkerung. Doch jetzt gebe es ein noch größeres Problem, das den Planeten bedrohe: Die Globalisierung des amerikanischen Traums habe allerorten das Versprechen ewigen Wohlstands verbreitet (was ich ernsthaft bezweifle) und zur Massenproduktion von Milliardären geführt, die eines gemeinsam hätten: Drei hochdestruktive Illusionen. Erstens, die genannten Milliardäre hielten ewiges Wachstum auf einem endlichen Planeten für selbstverständlich. Zweitens, neue Technologien würden die ehernen Grenzen endlicher Resourcen überwinden. Und drittens, diese mutierten Kapitalisten würden Chancen, Macht und Wohlstand horten und die Massen von der Zukunft ausschließen. Ein zerstörerisches Werk. Mehr...

Kommentar: Den Beitrag von Farrell, "The American Dream turns into a Global Nightmare", gibt es hier. Vorab die Einleitung: "The American Dream? Now a Global Nightmare? A ticking time bomb, a lethal virus spreading worldwide, could destroy the entire world, backfire, take down America and capitalism? Yes." Der Beitrag macht nachdenklich - mindestens. 

Wir können nur dringend empfehlen, auch den anderen Links zu folgen, die Markus Gärtner in seinem Beitrag anbietet. Sie sind alle lesenswert. 


Bankenunion: Bankenpleiten und geschröpfte Steuerzahler
(diepresse.com) Die vom Europäischen Parlament beschlossene Bankenunion ist ein bürokratisches Monster und verfügt über keinen ausreichenden Abwicklungstopf. Ein Fortschritt ist sie trotzdem. Die nun vom Europäischen Parlament beschlossene Bankenunion sei eine "Versicherung dafür, dass dem Steuerzahler bei Pleiten nicht mehr in die Tasche gegriffen wird", sagte der Vizepräsident des Parlaments, Othmar Karas, diese Woche vor dem Beschluss. Sein Wort in Gottes Ohr, aber bis dahin wird es wohl noch ein wenig dauern. Denn vorerst ist die Bankenunion ein bürokratisches Monster mit einem viel zu kleinen Rettungsfonds. Wie ein solches Konstrukt die neuerliche Heranziehung unbeteiligter Steuerzahler für Fehlentscheidungen von Bankmanagern verhindern soll, wissen wohl nicht einmal dessen Erfinder. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag von Josef Urschitz. Seine Schlussfolgerung ist erstaunlich naiv: "Wenn also nun die Bankenprüfung und die Bankenabwicklung auf europäische Ebene gehievt werden, dann ist das ein Fortschritt." Ansonsten findet der Autor nämlich selbst reichlich Haare in dieser Suppe. Warum behauptet Urschitz aber, die USA hätten "gefallene Banken ohne große Verluste für die Steuerzahler" abgewickelt? Das ist schlicht falsch. Abgewickelt wurden in den USA - unter Federführung des US-Einlagensicherungsfonds FDIC - lediglich regionale Banken, vergleichsweise kleine Klitschen also. Wer sich davon überzeugen möchte, der kann die Liste der betroffenen Banken auf der Website der FDIC einsehen (hier). Diese Recherche hätten wir uns von Urschitz gewünscht, statt einfach nachzuschreiben, was über die Abwicklung von Banken in den USA im deutschsprachigen Mainstream unverdrossen falsch verbreitet wird. Auf diese Weise macht sich Josef Urschitz, trotz seiner Kritik an der Bankenunion, zum Mittäter bei der medialen Volksverblödung. Deshalb redet er auch konsequent dem Bail-in das Wort, lobt die entsprechenden Aktionen in Zypern und Spanien. Das ist entweder an Zynismus kaum noch zu überbieten, oder erneut der unterlassenen Recherche geschuldet. In uns keimt die Hoffnung, dass Urschitz demnächst am eigenen Leib erfahren wird, wie sich ein Bail-in anfühlt. Dann nämlich, wenn die österreichischen Banken unter der Last ihrer Verluste zusammenbrechen. In dem Fall darf er doppelt zahlen: als Gläubiger und als Steuerzahler. Hosianna! Allen anderen raten wir: Rette sich, wer kann!

Quelle: zerohedge.com



Mindestlohn ist nicht mehr wegzudenken 
(fuw.ch) "Alle sprechen von einem Erfolg." Vor 15 Jahren ist in Grossbritannien ein Mindestlohn festgelegt worden. Trotz akribischer Analyse der Auswirkungen sind keine negativen Effekte festgestellt worden. Mehr...

Kommentar: Es könnte funktionieren, die Sache mit dem Mindestlohn: "Bei wem man sich auch umhört, beim Arbeitgeberverband, beim Gewerkschaftsbund, bei Akademikern und bei Denkfabriken: Die Grabenkämpfe, die vor der Einführung des Mindestlohns geführt wurden, sind vergessen." Scheinbar ist nur ein bisschen guter Wille nötig...


Krisengipfel beschließt Friedensfahrplan für Ukraine
(handelsblatt.com) Kein Durchbruch, aber eine Überraschung: Der Gipfel zur Krise in der Ostukraine hat eine Agenda für eine friedliche Lösung hervorgebracht – und Russland trägt den Plan mit. Daraus resultieren klare Handlungsaufträge. Mehr...

Kommentar: Schon nach wenigen Stunden wird klar, der Fahrplan ist nichts wert. Die Krise verschärft sich. Diplomatisch geht es weiter wie bisher: erfolglos. Geradezu hellseherisch schreibt SLE bei QUERSCHUESSE dazu: "Ukraine-Kompromiss in Genf: Rhetorische Abrüstung der Medien war leider kein Bestandteil". In seiner Einleitung bringt er die Dinge so auf den Punkt: "Vielleicht wollen viele Verantwortliche in den Medien es nicht wahrhaben, aber die Art der Berichterstattung der westlichen und russischen Medien über die Ereignisse in der Ukraine hat seit den ersten Protesten gegen den damaligen Präsidenten Janukowitsch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Verlauf der Entwicklung und damit an der Zuspitzung der Krise gehabt." Mehr hier. Dazu zwei Kostproben:

"Wie Putin den Westen austrickste" schlagzeilt die ZEIT zu dem Gipfel: "Wladimir Putin hat sein Ziel erreicht: Die Genfer Erklärung impliziert, dass die Krim nicht mehr zur Ukraine gehört. Der Westen lässt Russland wieder einmal gewähren." Mehr hier. CICERO fordert "Europa braucht eine rote Linie gegen Putin" und schreibt einleitend dazu: "Der Kompromiss von Genf öffnet die Chance, die Krim-Krise friedlich zu lösen. Trotzdem muss die EU wirksame Sanktionen gegen Russland vorbereiten, sonst wird sie Komplize von Putins großrussischen Machenschaften." Dick trägt der Autor am Schluss auf: "Nach dem Genfer Gipfeltreffen muss Europa gegenüber Russland deshalb nun erst Recht eine klare rote Linie ziehen. Putin muss nicht nur akzeptieren, dass die pro-russische Miliz in der Ukraine, so wie in Genf verabredet, entwaffnet wird. Darüber hinaus sollte die EU darauf bestehen, dass die russischen Truppen umgehend von der ukrainischen Grenze abgezogen werden. Und die EU sollte klar machen, was die Alternative ist: harte Wirtschaftssanktionen. Statt nach Verständnis für Putins kleptokratische Struktur zu suchen, sollte sich die EU um ihre Glaubwürdigkeit kümmern, sonst wird sie Komplize von Putins großrussischen Machenschaften." Mehr hier. Ein netter Versuch, den man nicht ernst nehmen kann. Es gibt nämlich keine wirksamen "harten (Wirtschafts-)Sanktionen" mehr, seitdem die grenzenlose wirtschaftliche Globalisierung diesem Mittel jede Durchschlagskraft genommen hat. So bleibt nur die Androhung von Krieg. Davor bewahre uns aber ein allerletzter Rest von Vernunft in den Köpfen "verantwortlicher" Politiker. Zu diesen Beiträgen passt, was der "Politiker-erprobte" Klaus Dittko, im Vorstand der Werbeagentur Scholz & Friends, schon vor Jahren sehr treffend formuliert hat: "Es gibt inzwischen wesentlich mehr Journalisten, die in der Politik mitmischen, die Trends setzen und Meinung machen wollen."

"Die Ukraine ist ein Schlachtfeld" betitelt Österreichs FORMAT ein Interview mit dem ukrainischen Milliardär Dmytro Firtash "über die politische und wirtschaftliche Situation in der Ukraine und warum die kommenden Präsidentenwahlen für die Befriedung des Landes so wichtig sind." Mehr hier.  

"Was ist los in der Ostukraine?" fragt HEISE-TELEPOLIS. In der Einleitung heißt es: "Selbst die Kiew Post berichtet offensichtlich objektiver als viele westliche Medien. Auch in der Ukraine gibt es Medien, die versuchen, einigermaßen neutral über die Geschehnisse zu berichten. Die Kiew Post neigt zwar er Haltung in der Westukraine zu und veröffentlicht auch entsprechende Artikel, aber es gibt auch Berichte von Journalisten, die offensichtlich darum bemüht sind, die Ereignisse möglichst wahrheitsgetreu darzustellen." Mehr hier

Die WELT lässt die Schriftstellerin Sofi Oksanen fragen "Wird der Westen Osteuropa wieder verraten?". Ihre Position formuliert sie eindeutig: "Die Zeit zwischen den Kalten Kriegen ist vorüber. Putin knüpft an die Machtpolitik der Sowjetunion an und führt einen Progandakrieg. Warum der Westen den russischen Imperialismus jetzt stoppen muss." Und beginnt ihr Plädoyer den Ereignissen angemessen: "Jeden Morgen wache ich auf und frage mich, ob heute der Tag ist, an dem Osteuropa wieder verraten und verkauft wird." Das erste mal, so erklärt Osanen in dem Beitrag, war es der "Molotow-Rippentrop-Pakt", gemeint ist der "Deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt" (hier) von 1939, der "Osteuropa und die baltischen Staaten an die Sojetunion und ihre Einflusssphäre verkauft" habe. Anschließend macht sie aus ihrer unnachgiebigen Haltung gegenüber Russland keinen Hehl und schaufelt reichlich Wasser auf die Mühlen der hiesigen Putin-Gegner. Und verlangt "der Westen muss handeln". Dabei erscheint sie uns nicht zimperlich: "Es ist an der Zeit, dass der Westen 'Nein' zu Russlands Vorhaben sagt, sein Territorium über die Grenzen des Landes hinaus auszuweiten. Und das ist nicht durch diplomatischen Dialog zu erreichen. Es ist unmöglich, mit einem Gegner zu verhandeln, der, wenn es um seine Ziele geht, ständig lügt." Das kann nur Krieg bedeuten. Mehr steht hier. Der Beitrag passt pefekt in das WELT-Bild. Finger weg von solchen Vorschlägen. 

An dieser Stelle möchten wir auf zwei Beiträge von GLOBAL RESEARCH hinweisen, die wir für sehr bemerkenswert halten. Der erste, "The Ukraine Crisis and the Big Game: The Geneva Agreement Changes Nothing", betitelt nüchtern den absehbaren Mißerfolg (hier). Das Fazit: "The Geneva agreement changes nothing. The USA/EU/NATO will not accept any resolution of the Ukraine crisis that does not include the Ukraine being integrated into the USA/EU/NATO geopolitical space. They have been working for this outcome for 20 years, have spent $5 billion on it, and have caused a regional crisis with possible global implications in order to achieve it.  They are determined they will not walk away empty handed."  Der zweite trägt die vielsagende Überschrift "Russia-US Confrontation: Europe Dragged into a Division of the World between Debtors and Creditors: America’s Desperate Solution for not Sinking Alone". Die Einleitung: "In the present confrontation between Russia and the West over the Ukrainian crisis, the image of the Cold War inevitably comes to mind and the media are obviously fond of it. However, contrary to what it gives us to understand, it’s not Russia that seeks the return of an iron curtain but really the US. An iron curtain separating the old powers and emerging nations; the world before and the world afterwards; debtors and creditors. And this in the crazy hope of preserving the American way of life and the US’ influence over 'its' camp in the absence of being able to impose it on the whole world. In other words, go down with as many companions as possible to give the impression of not sinking. For the US, these are the current stakes in fact: drag along the whole Western camp   with   them   to   be   able  to   continue   dominating   and trading with enough countries. So, we are witnessing a formidable operation of turning round opinion and leaders in Europe to ensure docile and understanding rulers vis-à-vis the American boss, supported by a blitzkrieg to link them permanently with the TTIP and to cut them off from what could be their lifeline, namely the BRICS, their huge markets, their vibrant future, their link with developing countries, etc. We are analyzing all these aspects in this GEAB issue, as well as the subtle use of the fear of deflation to convince Europeans to adopt US methods. In the light of the extreme danger of these methods used by the US, it goes without saying that leaving the US ship wouldn’t be an act of betrayal by Europe, but really a major step forward for the world as we have already extensively analyzed in previous GEAB issues. Unfortunately, the most reasonable European leaders are completely paralyzed and the best strategy that they are still capable of currently putting into effect, in the best case scenario, seems to be simply to delay, certainly useful and welcome but hardly sufficient…" Mehr hier. Das ist der originale Text in Englisch. Erfreulicherweise gibt es auch eine deutsche Version: "Weltweit öffnet sich ein Graben zwischen Schuldnern und Gläubigern – und die USA wollen Europa mit in den Abgrund reißen" (hier). Daraus stammt das folgende Fazit: "Die Ukrainekrise ist also, unter dem Vorwand der russischen Gefährlichkeit und der prekären Energieversorgungssituation ein Mittel, in der dadurch ausgelösten Panik die Interessen der USA und ihrer großen Konzerne gegenüber schwachen Politikern in Europa durchzusetzen."


Von ZERO HEDGE stammt der Beitrag: "De-Escalation Off: US Deploys Troops To Poland" (hier). Dazu passt auch der für heute letzte Beitrag zur Krise in Osteuropa, wieder von GLOBAL RESEARCH: "Kiev Declares War – Ukrainian Soldiers Refuse to Fight" (hier).

Abschließend noch eine Karikatur, gefunden bei CICERO:






Consumer Confidence Collapses In Japan
(zerohedge.com) As a little addendum to our recent ritual lambasting of Abenomics, here are the  latest news on Japan's consumer confidence – the reading, mind, is from March – before the introduction of the higher sales tax: “Japan’s consumer confidence fell in March to the lowest level since August 2011, a reading that may tumble further this month after a sales-tax increase on April 1 sapped the public’s spending power.



The reading of 37.5, down from 38.5 in February, was released by the Cabinet Office in Tokyo today. About 90 percent of respondents to the survey expect prices to rise over the next 12 months, the highest in comparable data back to 2004. Prime Minister Shinzo Abe risks the public souring on his campaign to sustain growth in the world’s third-biggest economy as prices start to rise while wages stay stagnant. Weaker sentiment could make it harder to drive a rebound from a contraction forecast this quarter, and raise the odds that the Bank of Japan adds to its already unprecedented easing. Read more...

Kommentar: Wir bleiben unserer Überzeugung treu: Die Abenomics werden Japan nicht zu mehr Stärke verhelfen. Shinzo Abe zieht eine große Show ab, die als Lustspiel gedacht ist, aber als Drama endet. Der versprochene Aufschwung bleibt aus. Das einzige, was sich entwickelt, sind die japanischen Staatsschulden. Das ist besorgniserregend, auch wenn sich der japanische Staat hauptsächlich bei seinen Bürgern verschuldet. Irgendwann fordern die ihr Geld zurück - und dann?


Matt Taibbi's New Book Is a Striking Study of How the Rich Are Never Punished for Their Crimes
(alternet.org) Everyone knows the rich receive special treatment in this country, especially in court. But Taibbi concludes that the government now offers a sliding scale of civil and criminal protection to U.S. residents. At one end of the spectrum, the very rich are virtually beyond accountability, no matter how massive and destructive their crimes may be. At the other end, the nation’s most vulnerable residents face unremitting investigation and prosecution by bureaucracies determined to find them guilty of something.
Taibbi also surfaces a new set of targets: Justice Department prosecutors who seek settlements for even the most outrageous white-collar scams. Many of them are recruited from law firms whose clients include the largest Wall Street banks. Lanny Breuer, who headed the department’s criminal division when the financial meltdown occurred, is Taibbi’s poster boy for this conflict of interest. Both he and Attorney General Eric Holder were partners at Covington & Burling, which represents JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup and Wells Fargo. All too often, Taibbi argues, the prosecutors have continued to behave like defense attorneys. When Holder was a Clinton administration official, for example, he wrote a memo arguing that prosecutors should consider "collateral consequences" when determining whether to charge persons or corporations. If a criminal prosecution would unduly harm innocent shareholders and employees, the logic went, it made more sense to settle. But once bankers realized they were beyond criminal prosecution, the incentives to transgress increased dramatically. 

(...)
Taibbi’s is an important voice, especially in today’s media ecology. Support for investigative reporting has never been a given; when it comes to muckraking, you take it where you can get it. Taibbi has shown that he can deliver the goods, and "The Divide" is his most important book-length contribution to date. One wonders what the future holds for him. In February, he announced he was leaving Rolling Stone to join First Look Media, where his website will feature investigative stories with a satirical edge. In describing his new venture, he linked his Russian experience to his current interests. "There was a certain kind of corruption that I got to see up close in the ’90s," he said, "and I think that a version of it is being repeated here in the United States." Read more...

Kommentar: Wir können Matt Taibbi nur empfehlen. Seine Beiträge für die US-Ausgabe des ROLLING STONE sind legendär. Für unsere LeserInnen haben wir eine Auswahl seiner besten Werke zusammengestellt:
 
"The Great American Bubble Machine"
From tech stocks to high gas prices, Goldman Sachs has engineered every major market manipulation since the Great Depression - and they're about to do it again. Read more here

"Wall Street's War"
Congress looked serious about finance reform – until America's biggest banks unleashed an army of 2,000 paid lobbyists. Read more here.

"Looting Main Street"
How the nation's biggest banks are ripping off American cities with the same predatory deals that brought down Greece. Read more here.


"The People vs. Goldman Sachs"
A Senate committee has laid out the evidence. Now the Justice Department should bring criminal charges. Read more here.


"How Wall Street Killed Financial Reform"
It's bad enough that the banks strangled the Dodd-Frank law. Even worse is the way they did it - with a big assist from Congress and the White House. Read more here.


"Secrets and Lies of the Bailout"
The federal rescue of Wall Street didn’t fix the economy – it created a permanent bailout state based on a Ponzi-like confidence scheme. And the worst may be yet to come. Read more here.


"Gangster Bankers: Too Big to Jail"
How HSBC hooked up with drug traffickers and terrorists. And got away with it. Read more here.


"Looting the Pension Funds"
All across America, Wall Street is grabbing money meant for public workers. Read more here.


"The Vampire Squid Strikes Again: The Mega Banks' Most Devious Scam Yet"
Banks are no longer just financing heavy industry. They are actually buying it up and inventing bigger, bolder and scarier scams than ever. Read more here.


Wer sich durch diese Beiträge gearbeitet hat, der wird sehr wahrscheinlich auch das neue Buch lesen wollen. Leider wird es eine deutsche Übersetzung nicht geben.


China, das Wachstum – und die Realität
(wirtschaftsblatt.at) Chinas Wirtschaft ist im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 7,4 Prozent gewachsen – mehr als erwartet. Aber die Zweifel mehren sich, ob chinesische Wirtschaftsdaten der Realität entsprechen. Mehr...

Kommentar: Ab und zu wundert sich dann doch auch mal der Mainstream über die offiziellen Zahlen, die sonst klaglos und ungeprüft von ihm verbreitet werden. Das ist eine Erwähnung wert.