Dienstag, 29. April 2014

Standpunkt 918 - Nachrichten-Ticker, 19. & 20.04.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir bemühen uns sehr darum, ausgewogen zu sein. 

Leider müssen wir mittlerweile häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele Themen unbeachtet. Eine Übersetzung der englischen Texte können wir nicht bewerkstelligen. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Hinweis: Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Leider können wir immer noch nicht unser neues Dossier zu diesem Thema vorstellen. Wir bedauern das sehr. Die persönlichen Beratungen haben jedoch oberste Priorität. Aus diesem Grund gilt nach wie vor unser letztes Update aus dem September 2012, das hier unseren  LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. 

Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Es ist mehr als nur ein Update. Und platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Dossier zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahlreichen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. Da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich! 


Tagesthemen: In eigener SacheÖkonomen-Krise (2 Beiträge) Deflation (4 Beiträge) – Deutschlands Industrie und Europa (4 Beiträge) – Osteuropa-Krise (2 Beiträge) – China (2 Beiträge) 


In eigener Sache 
Wir haben uns verstärkt. Deshalb können wir wieder eine persönliche Beratung anbieten, um sich durch geeignete Maßnahmen gegen die vielen Formen der Financial Repression und der Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail.


Top-Ökonom Mayer: "In der Schuldenkrise können wir nur noch auf Wunder hoffen"
(focus.de) Europa dreht sich in der Schuldenkrise im Kreis, warnt der ehemalige Chefökonom der Deutschen Bank, Thomas Mayer, im FOCUS-Online-Interview. Die Fehler, die zur Krise führten, würden jetzt schon wieder gemacht. Vor allem für Griechenland ist seine Prognose düster. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: In Deutschland wimmelt es scheinbar nur so von Top-Ökonomen und alle machen sich ihren Vers auf die Krise. Leider ist es meistens Murks. So auch bei Thomas Mayer. Der liefert die passenden Erklärungen auf "BILD"-ungsbürgerniveau. Die Wirklichkeit erklärt er bestenfalls nährungsweise. Total daneben liegt er mit der Behauptung "die lockere Geldpolitik stachelt die Wirtschaft an". Das ist schlicht eine Lüge. Nirgends in Europa kommt von den Geldspritzen für die Finanzindustrie (zur "Glättung der Bilanzen) auch nur 1 Cent in der Wirtschaft an. Diese Liquidität wird eingesetzt an den Spieltischen des weltweiten Finanzcasinos und befeuert dort alte und neue Blasen. Die Bewertung der griechischen Verhältnisse sollte Mayer unbedingt kundigen Leuten überlassen, beispielsweise seinem "Kollegen" Yanis Varoufakis. Der hat dem österreichischen STANDARD ein bemerkenswertes Interview gegeben, das wir in einem der nächsten Nachrichten-Ticker ausführlich vorstellen werden. Es ist geradezu lächerlich, wenn Mayer den Anstieg der Staatsschulden den Krisenländern anlastet. Ursächlich für diese Anstiege ist die von Berlin und Brüssel oktroyierte Krisenpolitik, umgangssprachlich gerne als Reformpolitik beschrieben. Dahinter verbergen sich knallharte Spardiktate, die rücksichtslos Wirtschaft und Gesellschaft ruinieren. Die Folge ist ein massiver Einbruch der Wirtschaftsleistung, was logischerweise selbst bei gleichbleibenden Schulden zu einem Anstieg der Staatsschuldenquote führt. Dummerweise steigen durch diese Spardiktate aber auch einerseits die Einnahmeausfälle und andererseits Ausgaben des Staates wegen der fortschreitenden Armut und Verelendung der Menschen in den betroffenen Ländern, allen voran Griechenland. 

"Das barbarische Experiment Europas in Griechenland", so beschreibt der britische Journalist Ambrose Evans-Pritchard was in dem Land seit 2010 passiert. Er ist der Auffassung, "Europa habe Griechenland auf dem Altar des Euro geopfert und die Bevölkerung des Landes einem grausamen Experiment unterzogen." Ein aufschlussreicher Beitrag, wie dieser Auszug noch zeigt: "Zu Anfang verweigerten sie ihnen die – laut den durchgesickerten Dokumenten von der Mehrheit des Rats des IWF gewollte – Umschuldung weil diese die … Heiligkeit der Währungsunion verletzen würde. Ihnen wurde ein Maßnahmenpaket aufgezwungen, dass die Regeln des IWF missachtete und keinerlei wirtschaftliche Logik hatte. Ziel war, Zeit für die Eurozone zu kaufen, bis sie die Schwächen an anderen Fronten deckt und die Metastase vermieden wird. Die Zyniker würden sagen, dass es Zeit für die Banken des Nordens kaufte, sich aus der Sache herauszuziehen und den toxischen Müll den Steuerzahlern der Eurozone aufzubürden." Nicht einverstanden sind wir aber mit seiner Idee, wie Europa es hätte besser machen können: "Ich glaube, dass Griechenland sich viel schneller erholt hätte, und zwar mit sehr viel geringeren wirtschaftlichen Verlusten und ohne eine halbe Generation zu opfern,  wenn es umgehend die Eurozone verlassen und ein klassisches Paket des IWF angenommen hätte." Alles nachzulesen bei GRIECHENLAND-BLOG, hier. Der IWF war bisher in keiner der Krisen seit seinem Bestehen als Krisen-Manager erfolgreich. Selbst die jüngsten Hilfen für Island, Lettland, Rumänien oder Ungarn beispielsweise bleiben den Beweis für eine nachhaltige Erholung schuldig. Schlimmstes Beispiel ist Argentinien, das trotz - wir meinen gerade wegen - der Maßnahmen des IWF nie mehr auf die Beine gekommen ist. Evans-Pritchard hat da Scheuklappen vor den Augen.  


Das Risiko einer Deflation in Europa steigt
(fuw.ch) In der Eurozone rutscht die Inflation auf durchschnittlich 0,5%. Spanien, Portugal und Griechenland weisen negative Raten auf. Die EZB betont, die Inflationserwartungen seien genügend hoch. Aber stimmt das? Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine lesenswerte Analyse unserer Schweizer Nachbarn, dazu aussagefähige Charts:






Der Kommentar dazu, von Andreas Neinhaus, ist verständlich überschrieben: "Den Teufelskreis vermeiden". Er fasst zusammen: "Deflation in Europa würde die Schuldenlast untragbar machen." und weiter: "Ein Deflation würde Euroland zurück in die Staatsschuldenkrise stürzen. Schuldenschnitte wären auf mittlere Sicht nicht mehr abzuwenden." Mehr hier

Währenddessen an anderer Stelle diese Problematik weiter kleingeredet wird. Das Schweizer Finanzportal CASH stellt in dem Zusammenhang die Frage "Sind die Deflationsängste übertrieben?" und sucht sich Rat an höchster Stelle: "Der Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Claudio Borio, hält die Angst vor einem gefährlichen Preisverfall in der Euro-Zone für übertrieben." Der behauptet, "man kann die Gefahr einer Deflation leicht überschätzen". Mehr hier. Wir vermuten, dass diese Front nicht mehr lange halten wird. 

Ein wenig Ursachenforschung hat Lucas Zeise in seinem Beitrag "Vernunft eines Bankers" für die JUNGE WELT betrieben: "Seit den frühen 2000er Jahren hat sich in den USA, Europa und Japan eine erhebliche Verzerrung der Einkommensverteilung zugunsten der Unternehmen und auf Kosten der Löhne entwickelt. Eine Folge davon ist das Verschwinden der Inflation und die Gefahr der Deflation. Gegen diese Gefahr mit den Mitteln der Geldpolitik anzugehen, bringt nichts, sondern führt zu einer Aufblähung der Vermögenspreise. Effektiver wäre es, in die Einkommensverteilung direkt einzugreifen und den Unternehmen Anreize zu geben, ihren Arbeitern höhere Löhne zu zahlen." Stammt nicht von ihm, sondern aus einem Vortrag von Patrick Artus, seit vielen Jahren Chefvolkswirt der staatseigenen französischen Investmentbank Natixis und Regierungsberater. Dem lohnenden Rest wollen wir nicht vorgreifen, der ist hier zu lesen.


Europa lebt von der deutschen Industrie
(faz.net) Deutschlands Exportstärke geht zu Lasten anderer Länder? Von wegen. 3,5 Millionen Arbeitsplätze in Europa hängen davon ab, dass deutsche Unternehmen dort Material einkaufen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung:  Das deutsche Gewissen bleibt rein. Endlich ist es durch eine neue Studie belegt. Ohne Deutschland gäbe es in Europa 3,5 Millionen Arbeitslose mehr. Dankbar von der F.A.Z. aufgegriffen und ihren privilegierten Lesern unter die Nase geschrieben. Gleich auch noch durch einen gefälligen Kommentar ergänzt: "Gute Exportüberschüsse". Schweigt, Kritiker: "Die deutschen Exportüberschüsse bieten immer wieder Anlass zu Kritik. Jetzt aber zeigt sich: Deutschlands Wirtschaftskraft nutzt dem Rest Europas. Schlecht, dass Deutschland diese Kraft verspielt."  Auch das noch: "Mindestlohn und steigende Sozialversicherungbeiträge werden sich negativ auf das deutsche Importwachstum auswirken und damit den Aufschwung in anderen Ländern bremsen." Mehr hier. Eine ansehnliche Grafik liefert die F.A.Z. gleich mit:


Wir haben über die vergangenen Monate hinweg immer wieder Beiträge hervorgehoben, die sich kritisch mit dem deutschen Leistungsbilanzüberschuss auseinandergesetzt haben. Aus diesem Grund weisen wir unsere LeserInnen ausdrücklich auf diese Studie hin, die den Nutzen dieser Überschüsse beweisen will. Viele werden über das Vorwort der Studie nicht hinauskommen, zu offensichtlich wird für die Haltung der deutschen Wirtschaft und Regierung geworben, und sich deshalb den Rest schenken. Diejenigen, die weiterlesen, verdienen Respekt. Und werden hoffentlich am Ende merken, dass in dieser Studie 1 und 1 nicht 2 ergibt. Falls nicht, ist es aber kein Beinbruch. Die Zukunft korrigiert diesen Irrtum. 

In diesen Tagen wird es schwierig, die kritische Richtung zu halten. DIE PRESSE in Österreich schlagzeilt "Deutschland: Vom 'kranken Mann Europas' zum Superstar". Der Beitrag stammt aus Deutschland und eröffnet mit einer kräftigen Portion Eigenlob: "In weniger als zehn Jahren wurde Deutschland zum ökonomischen Superstar. Die 'Hartz'-Reformen waren dabei nicht entscheidend." Mehr hier. Es ist die Zusammenfassung einer Studie, die von den Autoren des Beitrags stammt: "From Sick Man of Europe to Economic Superstar: Germany’s Resurgent Economy" (hier). So viel Eigenlob stinkt zum Himmel.

Unterstützung findet diese Position mittlerweile selbst in den USA. "ACTING-MAN Pater Tenebrarum" (hier) titelt "Absurdity of the Week: Germany Could be Fined by the EU for its Trade Surplus". Ein ungewöhnlich einseitiger Beitrag dieses Analysten. Kein Wort zur Wettbewerbsverzerrung durch den 1. Rang Deutschlands als Lohnminusmeister, den Kahlschlag bei den Sozialleistungen, die fehlende Binnennachfrage (alleine mehr als 100 Milliarden Euro Investitionsstau der Öffentlichen Hand), die Finanzierung der Exportüberschüsse durch steigende Schulden der Defizitländer, die sich natürlich bei den sparsamen Deutschen so sehr verschulden, dass denen Jahr für Jahre hohe Milliardenbeträge unwiederbringlich verloren gehen. Irgendwann läuft sich dieses System fest. Und wieder zahlen die Zeche Millionen Menschen, die einen als Schuldner, die anderen als Sparer. Was ist mit den milliardenschweren (Rüstungs-)Aufträgen, die nur durch Korruption und leere Versprechungen (in den Verträgen heißen sie "Kompensationsgeschäfte"), zustande kommen. Gerade Länder wie Portugal und Griechenland verdanken einen nicht unerheblichen Teil ihrer Schulden dubiosen (kriminellen?) Geschäften korrupter Regierungen mit deutschen Rüstungskonzernen. Nicht ein Wort davon in diesem Beitrag. Weil es vielleicht längst zum guten Ton im globalisierten Kapitalismus gehört? Unseren LeserInnen empfehlen wir als Anschauungsmaterial den Beitrag "Geschäfte wie geschmiert?" des WDR (hier). Erstaunlich, wie wenig es da um die sprichwörtliche deutsche Qualität und wie viel mehr um Korruption, leere Versprechungen, gefälschte Urkunden und hohe kriminelle Energie geht.


Heute weisen wir in unserem "Osteuropa-Krise-Block" nur auf zwei Beiträge hin. Der erste stammt von der NEUE ZÜRICHER ZEITUNG und beschreibt die Hintergründe zu dem "Republikwechsel der Krim 1954 - Chruschtschews Geschenk". Einleitend heißt es: "In der Debatte um die Legitimation der russischen Ansprüche auf die Krim wird oft ins Feld geführt, dass die Ukraine 1954 durch eine dubiose Schenkung des damals frisch gewählten sowjetischen Parteiführers Nikita Chruschtschew in ihren Besitz gekommen sei. Was genau steckte hinter dessen Entscheid?" Mehr hier. Ein informativer Beitrag. Nicht unwichtig, um die aktuelle Entwicklung besser beurteilen zu können. Kaum einer wird sich noch an die damalige Zeit erinnern. Für viele ist es nur Geschichte. Der andere Beitrag stammt von dem linken US-Ökonomen Michael Hudson: "Anti-Russian sentiment a resource play diversion". Es handelt sich um ein Interview, das Hudson vor wenigen Tagen THE REAL NEWS NETWORK in Baltimore gegeben hat. Die Einleitung: "Hundreds of pro-Russian protesters have seized public buildings in Eastern Ukrainian cities. They’re demanding referendums to secede from Ukraine in order to become a part of Russia. Ukrainian officials have blamed Putin for this continued unrest, but it should be noted that Ukraine is a major transit route for natural gas exports to Europe from Russia, and now Russia is warning Ukrainian officials that they need to pay back the $2.2 billion debt owed to the Russian natural gas company Gazprom. German and French officials are also working towards a quick implementation of a $14-18 billion International Monetary Fund loan package to the Ukraine. Now joining us to discuss all of this is our guest, Michael Hudson. Michael is a distinguished research professor of economics at the University of Missouri-Kansas City. He also taught in Latvia at the Riga Graduate School of Law. And his two newest books are The Bubble and Beyond and Finance Capitalism and Its Discontents." Mehr hier.


China: Die Auto-Party ist schon bald vorbei
(blog.zeit.de) Besonders rosig sieht es wirtschaftlich auch in China nicht mehr aus. Der Immobiliensektor schwächelt, die Wachstumsraten sinken, die Schuldenstände der Staatsunternehmen steigen stark, darunter leiden die Banken – nervöse Stimmung, in welche Bereiche man auch schaut. Immer mehr Ökonomen fürchten, dass nun auch die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt Probleme bekommt. Der einstige Wachstumsmotor der Weltwirtschaft – er stockt. Nur eine Branche scheint diesem allgemeinen Abwärtstrend zu trotzen: die Autoindustrie. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Was der Beitrag beschreibt, den absehbaren drastischen Rückgang der Autoverkäufe in China, darauf ist die deutsche Autoindustrie nicht vorbereitet. Die Folgen bringt das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT sehr anschaulich auf den Punkt: "VW, Daimler, BMW: Husten in China, Lungenentzündung in Deutschland". Eine der Ursachen für diese Entwicklung sieht die Zeitung in dem Streit mit Russland um die Ukraine: "Für die deutsche Automobilindustrie ist China eine Goldgrube. Doch der Erfolg auf dem weltweit größten Pkw-Markt hat eine Schattenseite: Die Hersteller und ihre Lieferanten werden immer abhängiger vom chinesischen Kunden. Laut einer Studie schlugen VW, BMW und Daimler im abgelaufenen Jahr zusammen bereits knapp 30 Prozent ihrer weltweit verkauften Fahrzeuge in der Volksrepublik los. Der Wolfsburger Autobauer lieferte in den ersten drei Monaten 2014 sogar fast jeden zweiten Pkw seiner Hauptmarke VW in China aus. Diese Abhängigkeit könnte gefährlich werden, sollte der Westen mit China in Streit geraten wie derzeit mit Russland." Mehr hier. Wir haben eine Grafik dazu, entnommen aus dem STERN, Ausgabe 43, vom 18.10.2012: 


Wohin mit den deutschen Autos, wenn es in China schlagartig abwärts geht? Auf jeden Fall aber ein guter Nährboden für die Umsetzung einer von der Wirtschaft und "ihrer" Regierung herbeigesehnten Agenda 2020.


Disillusioned office workers: China’s losers
(economist.com) Amid spreading prosperity, a generation of self-styled also-rans emerges. Read more...

Kommentar: Ohne Worte...