Mittwoch, 21. Mai 2014

Standpunkt 927 - Nachrichten-Ticker, 07. & 08.05.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. 

Leider müssen wir mittlerweile häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele Themen unbeachtet. Eine Übersetzung der englischen Texte können wir nicht bereitstellen. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Hinweis: Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Leider können wir immer noch nicht unser neues Dossier zu diesem Thema vorstellen. Wir bedauern das sehr. Die persönlichen Beratungen haben jedoch oberste Priorität. Aus diesem Grund gilt nach wie vor unser letztes Update aus dem September 2012, das hier unseren  LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. 

Das neue Dossier ist so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Es ist mehr als nur ein Update. Und platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Vor der Europa-Wahl im Mai werden "unsere" Regierungspolitiker den Ball flach halten. Zu groß ist die Angst vor den europafeindlichen Gruppierungen. Es bleibt also ein bisschen Zeit, um sich gründlich mit dem Dossier zu beschäftigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die sind dringend geboten, dass werden wir beweisen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahlreichen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger, klären auf über deren Wirkung, erklären ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. Da ist für jeden etwas dabei. Das Warten lohnt sich! 


Tagesthemen: In eigener Sache – Krise in Europa Rechtspopulismus salonfähig Mindestlohn Osteuropa-Krise (9 Beiträge) – US-Aufschwung  – Thomas Piketty vs. USA Obamanomics in 1 Cartoon


In eigener Sache 
Wer möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt geeignete Maßnahmen, um sich gegen die vielen Formen der Finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung abzusichern. Kurz - die Ersparnisse/Zukunftsvorsorge krisenfest zu machen. Wir betonen an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten.

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. Für Einzelheiten schicken Sie uns eine E-mail.


Trügerische Besserung
(tagesanzeiger.ch) Den EU-Krisenländern geht es zwar besser. Aber gesund sind sie nicht. 
Die Zinssätze für die Staatsschulden von Ländern der Europeripherie wie Griechenland, Portugal oder Spanien waren stets so etwas wie die Fieberkurve der Eurokrise. Dabei hängt das Auf und Ab dieser Zinsen von den Renditen der Staatsanleihen ab. In jüngster Zeit sind nun die Renditen für Anleihen Griechenlands, Portugals oder Spaniens deutlich gesunken. Jene Spaniens und Portugals liegen bereits tiefer als vor der Eurokrise.
Man könnte folglich meinen, die Eurokrise gehöre der Vergangenheit an – umso mehr, als es weitere positive Nachrichten gibt: Nachdem die Wirtschaft der gesamten Eurozone seit 2012 nur noch geschrumpft ist (jene Griechenlands tut das sogar seit 2008, jene Spaniens und Portugals mit wenigen Ausnahmen ebenfalls), soll es laut Prognosen ab diesem Jahr überall ausser in Zypern wieder Wachstum geben.
Ein genauer Blick macht aber klar: Um mehr als eine Verschnaufpause handelt es sich kaum. Ein Ende der Eurokrise ist nicht abzusehen. Mehr...

Kommentar: Eine schwächliche Analyse unserer Schweizer Nachbarn. Alles wird weichgespült. Immerhin stimmt die Kernaussage vom nicht absehbaren Ende. Offensichtlich werden auch die Schweizer "Wirtschaftswelt-Erklärer" langsam krisenmüde. Das wäre ein Verlust. 


"Rechtspopulismus ist mit der herrschenden Politik kompatibel"
(annotazioni.de) Ein Interview mit Phillip Becher über Neoliberalismus und Rechtspopulismus in Deutschland und in Europa. Phillip Becher ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen mit den Forschungsschwerpunkten extreme Rechte und Parteienforschung. Mehr...

Kommentar: Zugegeben, ein höchst politischer Beitrag, der nicht direkt zu der Ausrichtung unseres Blogs passt. Andererseits steht diese Entwicklung im ursächlichen Zusammenhang mit der Krise in Europa, fehlender Lösungen und folglich ihrer Verschärfung. Damit meinen wir in erster Linie die Verelendung und Verarmung von Millionen Menschen in Südeuropa und Irland. Als Ergebnis einer Austeritätspolitik deutscher Provenienz, die nur den Interessen einer vergleichsweise winzigen Gruppe dient. Hierzulande will das natürlich niemand erkennen, sondern missversteht es als eine Krisenpolitik der "Eisernen Lady Kanzlerin" Angela Merkel zum Schutz der Deutschen vor dem angeblichen Zugriff der Krisenstaaten auf ihre Spargroschen und Steuergelder. Ein Irrtum wird von vorneherein ausgeschlossen. Wem das noch nicht reicht, der sucht sich eine neue politische Heimat ganz weit rechts außen. 

Auf zwei Dinge möchten wir hinweisen: Die Karikatur macht deutlich, wem die deutsche Kanzlerin in Wahrheit dient. 


Und denjenigen, die ihre neue Heimat rechts außen suchen, weil sie auf ein Ende des Euro und der EU hoffen, raten wir zu einem Blick in die Geschichte: Wirtschaft und politische Rechtsaußen sind nach einer kurzen Eingewöhnungszeit immer eine unheilvolle Allianz eingegangen... Die könnte heutzutage leicht zu einem Wirtschaftskrieg innerhalb Europas führen - sehr zur Freude der Konkurrenten aus dem Westen und Osten. 

"Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro ist eine Mogelpackung"
(nachdenkseiten.de) Jens Wernicke sprach für die NachDenkSeiten mit dem Sozialwissenschaftler Rainer Roth über den Mindestlohn. Sind 8,50 Euro pro Stunde ausreichend? Und warum gibt es eigentlich so viele Ausnahmen? Mehr...

Kommentar: Ein nützlicher Beitrag zu diesem immer noch sehr kontrovers diskutierten Thema. Für alle, die sich noch im Meinungsbildungsprozess befinden oder/und Argumentationshilfen für die unausweichlichen Diskussionen am Arbeitsplatz/im Verein/am Stammtisch. Inklusive weiterführender Links. 


Block Osteuropa-Krise 
Wir haben wieder einige Beiträge gesammelt, die wir unseren LeserInnen an dieser Stelle vorstellen möchten. Sie gehen weit über das hinaus, was die Leitmedien regelmäßig anbieten. 

Jens Berger von den NACHDENKSEITEN analysiert in seinem Beitrag "Die Gewinner der Ukraine-Krise". Bei ihm geht es um die wirtschaftlichen: "Neben den Rüstungskonzernen zählt eine weitere Branche zu den Gewinnern des vom Westen angefeuerten neuen Ost-West-Konflikts. Den großen Ölkonzernen war es stets ein Dorn im Auge, dass Europa einen großen Teil seiner Energie aus Russland importiert. Gestern einigten sich die Energieminister der G7-Staaten in Rom auf einen gemeinsamen Maßnahmenplan, um die Abhängigkeit von russischem Erdgas mittel- bis langfristig zu reduzieren. Obgleich ein solches Vorhaben vollkommen unrealistisch ist, scharren vor allem in den USA bereits die großen Ölkonzerne mit den Hufen, die liebend gerne ihr Fracking-Gas in den EU verkaufen würden. Den Preis dafür werden die Energieverbraucher in Europa zahlen." Mehr hier. Berger beschäftigt sich auch mit den politischen Helfershelfern: "Es passt da ins Bild, dass die Regierungen, deren Politik offenbar von den Interessen der Ölkonzerne beeinflusst wird, auch die Regierungen sind, die in der Ukraine besonders eifrig an der Eskalationsschraube drehen. Die Frage, ob es da womöglich einen Zusammenhang gibt, muss sich jeder Leser wohl für sich selbst beantworten." 

GLOBAL RESEARCH liefert in dem Beitrag "'War is Good for Business': Big Oil, Wall Street and the Pentagon’s 'New Cold War' Against Russia" die Hintergründe: 
"The Soviet Union no longer exists. The Russian Federation is not a socialist state. But the U.S. military and political establishment still seek to destroy Russia. That’s the object of the crisis the Pentagon, State Department and CIA are orchestrating in Ukraine.
What drives this seemingly irrational course of action?
The same thing that drove the George W. Bush regime to invade Iraq in 2003. The same thing that’s driving the violent anti-China rhetoric from the Pentagon and the White House: financial need and cold economic calculation.
Not the financial need of the hungry and homeless, of the millions who need jobs at living wages, of those who can’t pay their rent or mortgages or who must choose between heating and eating.
It’s the need of Wall Street bankers and corporate CEOs to pump up their profits, stock prices and rates of return on their invested capital amid a global economic slowdown caused by capitalist overproduction.
The U.S. Energy Information  Administration  projects that  the United  States will replace Russia this year as the world’s top hydrocarbon energy producer. It says the U.S. will replace Saudi Arabia as the world’s No. 1 oil producer by 2015.
This is the result of the U.S. capitalist class investing hundreds of billions of dollars over the past 10 years in fracking — the hydraulic fracturing of oil and natural gas from shale rock. ExxonMobil, the world’s most profitable company, spent $41 billion in  2010 to buy fracking  giant XTO Energy. ExxonMobil is now the largest U.S. natural gas producer.
Chevron, Phillips 66, Valero, Berkshire Hathaway and General Electric are other top 10 Fortune 500 companies betting billions on the superprofits they hope fracking will bring. Some of them have ascended to the top 10 based on these investments. Halliburton, the Koch brothers and hedge funds like KKR are heavily invested. So is every major bank.
But these environment-destroying investments would not be profitable without the triple-digit oil prices of the past decade. These record prices were made possible by the violent suppression of Middle East and North African energy production by the Pentagon through war and sanctions."
Noch mehr dazu hier

"Die Kriegsgewinnler" ist das Thema bei Jakob Augstein auf SPON: "Der Westen hat aufs falsche Pferd gesetzt: Viele Ukrainer sind nicht besser als Putins prorussische Banden. In dem osteuropäischen Land hat ein Bürgerkrieg begonnen. Er könnte lange dauern. Denn seine Profiteure sitzen auf allen Seiten." Mehr hier. An seiner Feststellung, "der Westen hat aufs falsche Pferd gesetzt" hegen wir große Zweifel. Wir halten es da eher mit Franklin D. Roosevelt, dem 32. Präsidenten der USA: "In der Politik geschieht nichts zufällig! Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war!"  

Die F.A.Z., in bester Manier eines pro-amerikanischen Meinungsbildners, kreiert eine erste Erfolgsmeldung: "Amerikanische Zwischenbilanz: 'Russland fühlt schon die Wirkung der Sanktionen'". In der Einleitung heißt es: "Starke Kapitalflucht, Wirtschaftswachstum fast auf Null: Die Vereinigten Staaten haben Russland mit ihren Sanktionen nach eigener Aussage schon empfindlich getroffen. Und jetzt drohen sie mit noch mehr Strafen." Mehr hier. In diesem Beitrag macht der Schwachsinn fette Beute. 

"Who is Vladimir Putin? Why Does the US Government Hate Him?". Mit dieser Frage beschäftigt sich Sharon Tennison, vom Center for Citizen Initiatives (CCI) in einem bemerkenswerten Beitrag bei GOBAL RESEARCH
"As the Ukraine situation has worsened, unconscionable misinformation and hype is being poured on Russia and Vladimir Putin.
Journalists and pundits must scour the Internet and thesauruses to come up with fiendish new epithets to describe both.
Wherever I make presentations across America, the first question ominously asked during Q&A is always, 'What about Putin?'
It’s time to share my thoughts which follow:
Putin  obviously has his faults and  makes mistakes. Based on my earlier experience with him, and the experiences of trusted people, including U.S. officials who have worked closely with him over a period of years, Putin most likely is a straight, reliable and exceptionally inventive man. 
He is obviously a long-term thinker and planner and has proven to be an excellent analyst and strategist. He is a leader who can quietly work toward his goals under mounds of accusations and myths that have been steadily leveled at him since he became Russia’s second president.
I’ve stood by silently watching the demonization of Putin grow since it began in the early 2000s - I pondered on computer my thoughts and concerns, hoping eventually to include them in a book (which was published in 2011). The book explains my observations more thoroughly than this article. Like others who have had direct experience with this little known man, I’ve tried to no avail to avoid being labeled a 'Putin apologist'. If one is even neutral about him, they are considered 'soft on Putin' by pundits, news hounds and average citizens who get their news from CNN, Fox and MSNBC.
I don’t pretend to be an expert, just a program developer in the USSR and Russia for the past 30 years. But during this time, I’ve have had far more direct, on-ground contact with Russians of all stripes across 11 time zones than any of the Western reporters or for that matter any of Washington’s officials.
I’ve been in country long enough to ponder on Russian history and culture deeply, to study their psychology and conditioning, and to understand the marked differences between American and Russian mentalities which so complicate our political relations with their leaders. As with personalities in a family or a civic club or in a city hall, it takes understanding and compromise to be able to create workable relationships when basic conditionings are different. Washington has been notoriously disinterested in understanding these differences and attempting to meet Russia halfway.
In addition to my personal experience with Putin, I’ve had discussions with numerous American officials and U.S. businessmen who have had years of experience working with him – I believe it is safe to say that none would describe him as 'brutal' or 'thuggish', or the other slanderous adjectives and nouns that are repeatedly used in western media."
 
Den Rest dieses absolut lesenswerten Beitrags gibt es hier. Geschrieben ist er natürlich primär für US-amerikanische LeserInnen. Weil die deutschsprachigen Medien in ihrer Mehrzahl aber eine ausgewogene, informative Berichterstattung vermissen lassen, bietet Sharon Tennison für unsere interessierten Leser mit ihrem Bericht eine ausgezeichnete Ergänzung.

Dazu zählen wir auch einen Beitrag  aus dem konservativen US-Magazin THE AMERICAN INTEREST: "How Offshore Finance Sank Western Soft Power". Der Autor schreibt im Vorspann: "For a long time now, the West has lived off its Cold War reputation in Eastern Europe. But this reputation is now spent, thanks to Western complicity in offshore finance’s pillage of post-Soviet states." Mehr hier.

Die ZEIT liefert ausnahmsweise ebenfalls Gedankenfutter: "Die meisten wollen keine Vereinigung mit Russland". Aber es ist natürlich eine äußerst heikle Mission, mit einem der reichsten Männer der Ukraine über die Sorgen und Wünsche der Menschen in der Ost-Ukraine zu reden. Einleitend zu einem Interview heißt es: "Für die Lage in der Ostukraine macht der Gouverneur von Donezk, Sergej Taruta, Russland verantwortlich. Er sagt aber auch: Jetzt rächen sich die Fehler der Vergangenheit." Am Schluss fordert Taruta: "(...)  mehr Autonomie. Mehr Dezentralisierung. Über Jahre hat die Zentralregierung nichts anderes gemacht, als die Regionen auszurauben. Das Geld floss nach Kiew, aber von dort kam nichts zurück. Jetzt rächen sich die Fehler der Vergangenheit. Ein Staat, der nicht effizient arbeitet. Korrupte Ministerien, die Posten nach Beziehungen vergeben. Eine schwierige wirtschaftliche Lage. In dieser Situation brauchen wir vieles, nur keine Separation. Dieser Weg würde in die Tragödie führen." Mehr hier

Das US-Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center in Washington scheint die Meinung von Taruta zu stützen: "Despite Concerns about Governance, Ukrainians Want to Remain One Country" lautet das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung: "A clear majority of Ukrainians agree that their country should remain a single, unified state, according to a pair of new surveys conducted by the Pew Research Center in Ukraine and Russia – after Crimea’s annexation by Russia, but prior to recent violence in Odessa and other cities. The survey in Ukraine also finds a clearly negative reaction to the role Russia is playing in the country. By contrast, the poll in Russia reveals a public that firmly backs Vladimir Putin and Crimea’s secession from Ukraine." Eine Zusammenfassung gibt es hier, den vollständigen Report gleich hier

In dem Beitrag "Nach 10 Jahren Europa kommt jetzt der große Knall" analysiert der Ökonom Daniel Gros, Direktor des Center for European Policy Studies in Brüssel, noch einmal die EU-Osterweiterung und gibt seinen persönlichen Ausblick zu der aktuellen Krisenlage in Ost-Europa: "Zehn Jahre später zeigen sich also andere Erweiterungsfolgen als erwartet. Die internen Herausforderungen haben sich als beherrschbar erwiesen, aber nun muss sich die EU einer externen Herausforderung stellen, auf die sie schlecht vorbereitet ist. Wir werden keine weiteren zehn Jahre warten müssen, um herauszufinden, ob die EU zur Stabilisierung der Ukraine beitragen und zugleich einem Russland entgegentreten kann, dessen Führung sich durch ihre Grundwerte der Demokratie und der Rechtstaatlichkeit bedroht fühlt." Mehr hier. Gros behauptet, wie viele andere Ökonomen aus den alten EU15-Ländern auch, "die Erweiterung habe gut funktioniert" und es hätten "eindeutig beide Seiten" davon profitiert. Das ist Kappes (umgangssprachlich!). Das haben wir bereits in unserem Standpunkt 923 (hier) kurz erläutert. Demnächst dazu mehr.

Damit beschließen wir für heute die Beiträge zur Osteuropa-Krise. 


Fed-Chefin Yellen - Geldhahn bleibt offen, Lage "alles andere als zufriedenstellend"
(wirtschaftsblatt.at) Die Chefin der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, hat den Finanzmärkten weiter ultrabilliges Geld versprochen.
Trotz jüngster Hoffnungszeichen am Arbeitsmarkt sieht US-Notenbank-Chefin Janet Yellen noch keinen Grund zur Entwarnung. Die Lage sei "alles andere als zufriedenstellend", warnte Yellen am Mittwoch vor einem Kongressausschuss. Insbesondere die hohe Zahl der Langzeitarbeitslosen und Teilzeitbeschäftigten bereite weiter Sorge. Auch bestehe das Risiko einer ausgeprägten Schwächephase am Immobilienmarkt. Zudem seien die erhöhten geopolitischen Spannungen eine potenzielle Gefahr für den Aufschwung. Die sehr konjunkturstimulierende Geldpolitik der Fed sei daher weiter angebracht. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Im vorangegangenen Standpunkt haben wir uns sehr ausführlich mit dem US-Arbeitsmarkt beschäftigt (hier). Die in diesem Beitrag vom österreichischen WIRTSCHAFTSBLATT behaupteten Hoffnungszeichen gibt es nicht. Das sind pure Wahnvorstellungen, mehr nicht. 

Ein weiterer Beleg für die marode US-Wirtschaft liefert einmal mehr ZERO HEDGE in dem Beitrag "94% Of March Consumer Credit Was For Student And Car Loans". Die Einzelheiten: 

"Another month, another confirmation that when it comes to the US consumer, it is all about student debt (and to a lesser extent, car loans). Moments ago the Fed reported that consumer credit number for March: at $17.5 billion, it not only blew out the expectation of a $15.5 billion increase (although when one adds last month's $3.5 billion downward revision to $13.0 billion the two month total actually missed), but was the highest monthly increase since February 2013. That's the good news. 


The bad news was once again in the composition: of this $17.5 billion $16.4 billion was non-revolving debt, or about 94% of total. The "good", or revolving, credit card debt? Only $1.1 billion.  
Further, recall that traditionally when measuring a consumer's confidence in the economy, and their ability to grow their income, the best proxy is a simple one - their credit card. Unfortunately, in the New Normal that is not the case, and as the chart below shows, revolving credit has barely budged from its post-Lehman lows and is still about 20% away from its previous all time high.


As for student debt? We'll just leave that one to the Fed to show:


So where does the consumer credit growth come from? Simple: mostly student and to a lesser extent car loans, aka non-revolving debt. The same student loans which Janet Yellen earlier today lamented are the main reason for the slowdown in household formation, and by implication, the reason why the housing recovery is failing to stick for the fifth year in a row, and despite $2.7 trillion in liquidity injections by the Fed.


Oh well, maybe next month things will be different and all that student debt which is crushing the willingness of young Americans to go out and spend on bulk purchases will be restored.
Finally, and perhaps most important, for all the talk about a surge in consumer bank loans, it bears highlighting that of all the consumer debt so far created in 2014, the Federal Government is by far the primary source at $36.8 billion. As for depository institutions, aka banks: negative $28.2 billion."
Read here


Der Piketty-Schock für die USA
(blog.fuw.ch) Ausländische Ökonomen werden in den USA selten beachtet. Das Buch des Franzosen Thomas Piketty jedoch hat dort eingeschlagen wie eine Bombe. Es stellt das Grundverständnis der amerikanischen Gesellschaft in Frage. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein mit Charts und Links reich gefüllter Beitrag unserer Nachbarn, den wir unseren Leserinnen wärmstens empfehlen. Zwei der Charts zeigen wir gleich an dieser Stelle: 




Die Diskussionen rund um Piketty und seine Thesen werden sehr wahrscheinlich nicht so schnell zu Ende gehen. Zu Recht. 

Piketty hat in ein Wespennest gestochen. Selbst zu Koryphäen verklärte unter den Ökonomen setzen sich mit seinem Buch auseinander. Beispiel Kenneth Rogoff. Der beschäftigt sich bei PROJECT SNYDICATE mit der Frage "Wo ist das Ungleichheitsproblem?". Rogoff schreibt in seiner Einleitung: "Wer Thomas Pikettys einflussreiches neues Buch Capital in the Twenty-First Century liest, könnte zu dem Schluss gelangen, dass die Welt seit den Tagen der Räuberbarone nie ungleicher war. Dies ist seltsam, denn aus der Lektüre eines anderen hervorragenden neuen Buches, The Great Escape von Angus Deaton (für das ich kürzlich eine Rezension geschrieben habe), könnte man schließen, dass die Welt gleicher geworden ist als je zuvor. Welche Sicht stimmt? Die Antwort ist davon abhängig, ab man einzelne Länder betrachtet oder die Welt als Ganze. Die überspannende Tatsache in Deatons Buch ist, dass während der letzten Jahrzehnte mehrere Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern, insbesondere in Asien, erbärmlichster Armut entkommen sind. Dieselben Mechanismen, die die Ungleichheit in den reichen Ländern erhöht haben, haben weltweit Milliarden von Menschen mehr Chancengleichheit verschafft. Wer aus der Ferne hinsieht und etwa einem Inder das gleiche Gewicht zubilligt wie einem Amerikaner oder Franzosen, für den zählen die letzten 30 Jahre, was die Verbesserung der Lebensumstände der Armen angeht, zu den großartigsten in der menschlichen Geschichte. Pikettys brillantes Buch dokumentiert die landesinterne Ungleichheit, wobei es sich auf die reiche Welt konzentriert. Ein Großteil der kulturellen Resonanz auf  das Buch kommt von Menschen, die sich selbst innerhalb ihrer eigenen Länder zur Mittelschicht zählen, aber die global betrachtet zur gehobenen Mittelschicht gehören oder sogar reich sind." Mehr hier. Sein Fazit fordert Widerspruch heraus: "Wer Pikettys Prämisse akzeptiert, dass Ungleichheit wichtiger ist als Wachstum, sollte nicht vergessen, dass viele Bürger in den Entwicklungsländern Wachstum brauchen, um der Armut zu entrinnen. Das wichtigste Problem des 21. Jahrhunderts bleibt, den in schlimmer Armut lebenden Menschen in Afrika und anderswo zu helfen. Natürlich sollten die reichsten 0,1% viel mehr Steuern zahlen. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass das kapitalistische System, was die Verringerung der weltweiten Ungleichheit angeht, drei beeindruckende Jahrzehnte hingelegt hat." Wirklich? 

Oder drückt nicht die folgende Karikatur sehr viel besser aus, was in dieser Zeit wirklich in der Welt passiert ist? 

Quelle: fixingtheeconomists.com
 

Obamanomics (Summarized In 1 Cartoon)
(zerohedge.com) "fragile" comes to mind... but the excuse factory will be working overtime this year: Q1 was cold weather; Q2 will be Ukraine; and Q3 will be El Nino... 


Source: here