Freitag, 20. Juni 2014

Standpunkt 941 - Nachrichten-Ticker, 30. & 31.05.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. 

Leider müssen wir mittlerweile häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Eine Übersetzung der englischen Texte können wir nicht bereitstellen. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Hinweis: Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Leider haben wir mit den persönlichen Beratungen immer noch alle Hände voll zu tun. Wir bedauern es sehr, dass aus diesem Grund unser bereits seit langer Zeit angekündigtes Update weiter auf sich warten lässt. Nach wie vor gilt unser letztes Update aus dem September 2012, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir extrem aktuell, wie die neueste Entwicklung zeigt, mit der sich die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN in dem Beitrag "Blitz-Enteignung: Regierung kürzt Lebens-Versicherungen" (hier) eingehend beschäftigen. Während die Referenzmedien lieber die Klappe halten. Oder, wie das HANDELSBLATT, mit pseudo-nützlichen Ratschlägen nerven (hier). Die sind vollkommen wertlos, solange immer noch der Hinweis auf § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) fehlt. Diese Vorschrift regelt Zahlungsverbot und Herabsetzung von Leistungen bei Lebensversicherungen. Geregelt ist auch die fortlaufende Zahlung der Beiträge: "Die Pflicht der Versicherungsnehmer, die Versicherungsentgelte in der bisherigen Höhe weiterzuzahlen, wird durch die Herabsetzung nicht berührt." Das ist eine kompromisslose Enteignung. Die Folgen daraus, sowie weitere Methoden der Enteignung, haben wir ausführlich schon im September 2012 beschrieben. 

Trotzdem gilt: "Das Bessere ist der Feind des Guten" (Voltaire, 1694 - 1778). Das neue Dossier wird so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem ist es leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Deshalb ist es mehr als nur ein Update. Und platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Wir werden eindeutig beweisen, dass an einer wirkungsvollen Enteignung kein Weg vorbeiführt und, dass es dringend geboten ist, sich davor zu schützen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahlreichen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger; erklären deren Wirkung und ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. Das wird vielen LeserInnen schlaflose Nächte bereiten, da sind wir uns sicher.


Tagesthemen:  Nachtrag Europa-Wahl (2 Beiträge) – Buhmann Frankreich? Europa-Krise China (4 Beiträge) Japan (5 Beiträge) In eigener Sache


Die Stärkung der begrenzten Macht Europas
(project-syndicate.org) Die Ergebnisse der Wahlen zum Europäischen Parlament vom letzten Wochenende sind ebenso rätselhaft wie schockierend. Kein einzelner Erklärungsversuch wird der Vielfalt der nationalen Ergebnisse gerecht.
In Deutschland, wo die Politik der Europäischen Union seit 2008 höchst umstritten ist, gestaltete sich der Wahlkampf bemerkenswert farblos. In Frankreich hingegen, wo weder Finanzhilfen noch die Initiativen der Europäischen Zentralbank zur Bekämpfung der Krise Differenzen  auslösten, spielten Anti-EU-Themen eine prominente Rolle.  
Weder ökonomische Variablen wie das BIP-Wachstum noch soziale Variablen wie Arbeitslosigkeit erklären, warum Italien en masse für die Mitte-links stehende Demokratische Partei von Ministerpräsident Matteo Renzi stimmte, während Frankreich Marine Le Pens extrem rechten Front National unterstützte.
Unter den Überschussländern zeigten sich die Euroskeptiker in Österreich stark, in Deutschland hingegen schwach. In den Krisenländern errang Alexis Tsipras in Griechenland mit seiner weit links stehenden Syriza-Koalition die Mehrheit, während die früher führenden Parteien, Nea Dimokratia und Pasok, gemeinsam auf weniger als ein Drittel aller Stimmen kamen. In Portugal allerdings blieb die Vorherrschaft der traditionellen Parteien unangetastet.
Je mehr man sich diese Zahlen vor Augen führt, umso rätselhafter erscheinen sie. Der Historiker Harold James argumentiert, das vorherrschende Muster bestünde darin, dass die nationalistische Rechte in jenen zwei EU-Ländern am stärksten ist, die sich mit ihrem imperialen Erbe plagen, nämlich Frankreich und Großbritannien. Aber was ist mit Dänemark, wo die Anti-EU-Rechte mit großer Mehrheit gewann?
Obwohl der politische Diskurs über Europa in den letzten Jahren überall an Bedeutung gewann, führen die Europäer in Wahrheit nicht den gleichen Diskurs. Dabei handelt es sich um ein gravierendes Problem für die europäische Spitzenpolitik: das wahlbedingte Erdbeben ist zwar stark genug, dass man sich gezwungen sieht, auf die wirtschaftliche und politische Unzufriedenheit der Bürger zu reagieren, aber man weiß nicht, wie diese Reaktion aussehen soll. Mehr...


Kommentar: Diesen Beitrag des französischen Ökonomen Jean Pisani-Ferry verstehen wir als Nachtrag zu unserem "Auf ein Wort"-Thema "Europa-Wahl" im vorletzten Standpunkt (hier). Abgesehen von der Annahme der falschen Wirtschaftsdaten aus den USA und Europa, eine durchaus brauchbare Analyse mit vielen nützlichen Vorschlägen an die Politik. An den entscheidenden Stellen wird Pisani-Ferry damit aber kaum Gehör finden. Nicht zuletzt deshalb, weil sich sein eigener Präsident, der Franzose Francois Hollande, als vollkommen führungs- und entscheidungsschwach erweist. Auf europäischer Ebene ist Hollande ein Totalausfall. 


Die große Gegenreaktion
(project-syndicate.org) Im unmittelbaren Gefolge der globalen Finanzkrise von 2008 hielt der Erfolg der Politik dabei, zu verhindern, dass sich die Große Rezession zu einer zweiten Großen Depression auswuchs, Forderungen nach protektionistischen und innengewandten Maßnahmen unter Kontrolle. Nun jedoch ist die Gegenreaktion gegen die Globalisierung – und den freieren Fluss von Waren, Dienstleistungen, Kapital, Arbeit und Technologien, der mit dieser einherging – da.
Dieser neue Nationalismus nimmt verschiedene wirtschaftliche Formen an: Handelsschranken, Schutz von Vermögenswerten, Maßnahmen gegen ausländische Direktinvestitionen, politische Strategien, die inländische Arbeitnehmer und Unternehmen begünstigen, immigrationsfeindliche Maßnahmen, Staatskapitalismus und Ressourcennationalismus. In der politischen Arena gewinnen populistische, globalisierungs- und einwanderungsfeindliche und in einigen Fällen offen rassistische und antisemitische Parteien an Unterstützung.
Diese Kräfte verabscheuen die Buchstabensuppe supranationaler Regierungsorganisationen – wie EU, UNO, WTO und IWF –, die die Globalisierung erfordert. Selbst dem Internet, dem Inbegriff der Globalisierung während der vergangenen zwei Jahrzehnte, droht die Balkanisierung, da sich stärker autoritäre Länder – darunter China, der Iran, die Türkei und Russland – inzwischen bemühen, den Zugriff auf soziale Medien zu beschränken, und gegen die freie Meinungsäußerung vorgehen.
Die Hauptursachen für diese Trends sind klar. Die blutleere Konjunkturerholung hat populistischen Parteien, die protektionistische Maßnahmen anpreisen, um dem ausländischen Handel und ausländischen Arbeitern die Schuld für die anhaltende Malaise zuzuschieben, ein Einfallstor eröffnet. Dazu kommt die zunehmende Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen in den meisten Ländern – kein Wunder, dass sich die Wahrnehmung einer "Winner-take-all"-Wirtschaft, die nur den Eliten nutzt und das politische System verzerrt, weithin durchgesetzt hat. Heutzutage scheinen sowohl hochentwickelte Volkswirtschaften (wie die USA, wo die unbeschränkte Finanzierung gewählter Amtsträger durch finanziell mächtige Geschäftsinteressen schlicht legalisierte Korruption ist) als auch Schwellenmärkte (wo häufig Oligarchen die Wirtschaft und das politische System dominieren) für eine Minderheit betrieben zu werden.
Für viele andere dagegen bleibt nur säkulare Stagnation, mit einem schwachen
Arbeitsmarkt und stagnierenden Löhnen. Besonders akut ist die resultierende wirtschaftliche Unsicherheit für die Arbeiter- und Mittelschicht in Europa und der Eurozone, wo in vielen Ländern populistische, überwiegend weit rechts stehende Parteien bei den Wahlen zum Europaparlament am vergangenen Wochenende die etablierten Parteien überflügelten. Wie in den 1930er Jahren, als die Große Depression in Italien, Deutschland und Spanien autoritäre Regierungen hervorbrachte, könnte auch jetzt ein ähnlicher Trend im Gange sein.
Wenn sich die Einkommens- und Beschäftigungslage nicht rasch verbessert, könnten die populistischen Parteien in Europa der Macht auf nationaler Ebene näher kommen, und EU-feindliche Einstellungen könnten dann den Prozess der wirtschaftlichen und politischen Integration zum Erliegen bringen. Schlimmer noch: Die Eurozone könnte erneut in Gefahr sein: Einige Länder (das Vereinigte Königreich) könnten die EU verlassen; andere (das Vereinigte Königreich, Spanien und Belgien) könnten letztlich auseinanderbrechen. Mehr...


Kommentar: Ein weiterer Nachtrag zur Europa-Wahl. Dieser stammt von Nouriel Roubini, einem zur Koryphäe (v)erklärten US-Ökonomen. Es ist natürlich nicht verwunderlich, dass der Mann seinen Senf dazugibt. Schließlich hält sich Roubini für denjenigen unter den internationalen Star-Ökonomen, der als einziger die Subprime-Krise 2007 richtig vorhergesagt habe. 

In dieser Analyse reist Roubini um die Welt und liefert so eine relativ vollzählige Übersicht der Krisenherde. Wenig brauchbar ist der Teil zu Europa, in dem er einen möglichen Austritt Großbritanniens und die Separationswünsche der Schotten, Katalanen und Flamen, als Gefahr für die Eurozone bewertet. Das ist völliger Quatsch. Die Austrittsdrohungen der Briten sind schon so alt wie ihr Beitritt zur EG (Vorläufer der EU) und die separationswilligen Regionen Schottland oder Katalonien haben bereits den Wunsch nach Verbleib in der EU und der Eurozone verkündet. Der Rest ist ok. 


"Frankreich befindet sich in einer beispiellosen Abwärts-Spirale"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Langfristig kann Frankreich eine Staatspleite nicht vermeiden, so die Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich. Das Land befindet sich seit Jahren in einer beispiellosen Abwärtsspirale. Die Gefahr: Je schlechter es Frankreich wirtschaftlich geht, umso stärker wird der Front National politisch profitieren. Mehr...

Kommentar: Das ist billigstes Frankreich-Bashing. "Frankreich-Bashing ist irreführend" schreibt aus gutem Grund im Februar 2013 der Blog LOST IN EUROPE (hier). Die beiden Herren unterschlagen fundamentale Fakten die alle aufzuzählen an dieser Stelle zu weit führen würde. Wir beschränken uns auf die folgenden Schaubilder, die zeigen, mit welchen Tricks und Kniffen sich Deutschland seit zehn Jahren aus der eigenen Krise manövriert:


An dieser Stelle möchten wir auf einen Beitrag hinweisen, der Fakten liefert, die aus deutscher Sicht gerne vergessen werden: "Niedrige Löhne vernichten Arbeit", erschienen kürzlich bei MASKENFALL: "Katastrophaler deutscher Binnenmarkt – Ein Vergleich mit Frankreich". Angereichert mit tollen Links und Grafiken, von denen wir zwei zeigen: 






Den Rest gibt es hier

   

Sehr aufschlussreich auch dieser Vergleich:




Die Meinungsführer unter den deutschen Star-Ökonomen und an den Stammtischen halten das für besonders clever. Nur ist darüber noch nicht das letzte Wort gesprochen. Zu einer solchen Abrechnung gehören aus unserer Sicht auch der Müll in den Bilanzen der Banken (konkurrenzlos die Deutsche Bank!) und die Bewertung der Abhängigkeit der deutschen Exportwirtschaft von den Schwellenländern, allen voran China (Autoindustrie!). 

Hierzulande stört sich außerdem niemand daran, dass Deutschland für seinen Erfolg gezielt und dauerhaft gegen eigenes (Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (StabG) vom 8. Juni 1967, hier) und europäisches (Stabilitäts- und Wachstumspakt, hier) geltendes Recht verstößt. Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. 


"Der Schuldenabbau kommt zu früh"
(fuw.ch) Christopher Pissarides, Wirtschaftsnobelpreisträger, kritisiert im Interview mit "Finanz und Wirtschaft" die Europäische Zentralbank. Sie solle mit höherer Inflation den südeuropäischen Ländern helfen.
Der Ökonomieprofessor und Arbeitsmarktforscher Sir Christopher Pissarides fordert mehr Inflation in der Eurozone. Auch wenn keine Deflation drohe, schade die Europäische Zentralbank (EZB) der eigenen Glaubwürdigkeit, wenn sie ihr Inflationsziel von 2% nicht ernst nehme. Strukturreformen in Südeuropa seien wegen der mangelnden Unterstützung durch die EZB schwieriger.
In einer Rezession seien Reformen nur schwer durchzusetzen. Der im zyprischen Nikosia geborene Pissarides schaut mit Sorge auf Griechenland: Durch die Jugendarbeitslosigkeit drohe dort eine verlorene Generation zu entstehen. Mehr...


Kommentar: In diesen Tagen ist es leicht, Kritik an der EZB zu üben. Bei Pissarides macht es aber einen Unterschied: Er argumentiert fundiert und lässt die sonst - auch bei seinen Kollegen - übliche Polemik völlig außen vor. Schon alleine deshalb verdient dieses Interview Beachtung. Wie immer müssen wir aber auch in diesem Fall darauf hinweisen, dass wichtige Ursachen der Krise und die wirklichen Absichten der EZB nicht thematisiert werden: Wie allen anderen Notenbanken auch geht es ihr primär darum, die Finanzindustrie so lange wie möglich am Leben zu erhalten.


China ist Gewinnbringer für die deutsche Automobilindustrie 
(handelsblatt.com) Welche Rolle spielt China für die deutsche Automobilindustrie? Und was bringt China VW? Jochem Heizmann, CEO von Volkswagen Group China spricht im Interview über Risiken und Zukunftschancen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Aus unserer Sicht die üblichen inhaltsleeren Statements. Wir nehmen dieses Interview zum Anlass, an Hand aktueller Beiträge erneut auf die echten, nachhaltigen und explosiven Risiken in China hinzuweisen. Wenn auch nur ein Bruchteil davon schlagend wird, haut es die deutschen Autohersteller, allen voran VW, von den Beinen. 

"How China Hides Its Tumbling Housing Market: It Simply Ignores It" titelt ZERO HEDGE zu einer der größten Gefahren im Reich der Mitte. Die Einleitung: "Recently we showed that in order to goose its fading all-important housing market (to China housing is like the stock market to the US: both mission-critical bubbles designed to give a sense of comfort and boost the 'wealth effect'), China has first resorted to zero money down mortgages across various markets, and secondly to such gimmicks as 'buy one floor, get one free.' However, that's only part of the story. Even worse is what is not being disclosed to the general public: such as the true state of the housing market in China. Because according to a recent report on Sina, quoted on Investing In Chinese Stocks, when it comes to revealing just how bad things are domestically, Chinese developers are simply pulling a page out of biotech ETF playbooks, and simply not reporting price drops greater than 15%!" Mehr hier

THE DIPLOMAT beschäftigt sich in einem historischen Rückblick mit der höchst spannenden Frage "Why Do China's Reforms All Fail?". Genauer: "Throughout history, Chinese reformers have fallen short and met grisly ends. Why did they always fail?". Die wissenswerten Einzelheiten gibt es hier

Noch ein bisschen statistische Nachhilfe von ZERO HEDGE: "China Manufacturing PMI Jumps To Highest In 2014; What's Wrong With This Chart?". "Tyler Durden" schreibt: "Despite all the shadow banking system hand-wringing, macro-data-collapsing, real-estate-bubble-bursting, stock-market-tumbling reality facing the China; somehow, China's official government manufacturing PMI just printed 50.8 - its highest in 2014 and the 20th month of expansion in a row. Given the mini-stimulus efforts of the government, perhaps it is not surprising that the official (more SOE-biased) data signals all-clear (when HSBC's PMI is still in contraction for the 5th month in a row). The employment sub-index fell to a 3-month lows and the Steel industry's output and new orders has cratered... So what's wrong with this chart?  

 
Source: here

Abschließend noch zwei Schaubilder, die den heimischen Schönrednern und -schreibern wegen der Risiken kaum gefallen dürften:

Quelle: fuw.ch

Die Entwicklung der notleidenden Kredite: 

Quelle: zerohedge.com


Japan: Wirtschaftsbelebung mit Risiken und Nebenwirkungen
(wirtschaftsblatt.at) Ganz Japan jubelt über die höchste Inflationsrate seit 23 Jahren. Aber leider können sich die Japaner die hohen Preise nicht leisten, weil die Löhne damit nicht Schritt halten. Und der IWF warnt vor weiteren Risiken. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ganz Japan? Wohl kaum. Es gibt dazu auch wenig Anlass. Die Abenomics bleiben ein Misserfolg. Eine Überraschung? Nein. Wer nur alten Wein in neuen Flaschen liefert, der darf sich nicht wundern, wenn der Schuss wieder nur nach hinten losgeht - so wie immer in den vergangenen mehr als zwanzig Jahren erfolgloser japanischer Krisenpolitik. Es reicht nicht, sich auf Keynes zu berufen, man sollte ihn auch konsequent anwenden und nicht auf halber Strecke stehenbleiben.

Eine kleine Auswahl schlechter Nachrichten: "Japanese Retail Sales Collapse By Most On Record" meldet ZERO HEDGE: "Given the pre-tax-hike surge, the oh-so-smart economists around the world were expecting some give-back from dragged-forward demand but the 13.7% MoM decline missed expectations by 2 percentage points. This was the largest MoM decline on record. Talking heads are already blaming the tax hike (but they knew all about it?) and year-over-year was just as dismal (and less immediately prone to events) as it fell by the most since the 2011 Tsunami. Bad news (the worst) is good news though right? Well no - USDJPY is down as is Nikkei as remember, Japanese inflation pressures are building and Kuroda has pushed off any actions from the BoJ for now.  Japan Retail Sales MoM - worst on record...
       
and YoY this is the biggest drop since the Tsunami...


Well played Abe...no wonder you are begging rich people to sya for vacation and spend..." Mehr hier

Noch ein Beitrag von ZERO HEDGE zum Erfolg der aktuellen japanischen Finanz- und Wirtschaftspolitik: "The Wrath of Abenomics: Sales Collapse, Inflation Soars". Er stammt ursprünglich von TESTOSTERONE PIT Wolf Richter. Auszug: "Even the soothsayers and Abenomics spin doctors expected a downdraft after Japan’s consumption tax was jacked up to 8% from 5%, effective April 1. But not this. The tax hike had been pushed through parliament by Prime Minister Shinzo Abe’s predecessor. It was supposed to save Japan. But no one wants to pay for government spending. The tax proved to be so unpopular that Prime Minister Noda and his government were unceremoniously ousted at the end of 2012. Japan is in terrible fiscal trouble. Half of every yen the government spends is borrowed, now printed by the Bank of Japan. Expenditures can’t be cut, apparently, and government handouts to Japan Inc. had to be increased. Yet something had to be done to keep the gargantuan deficit from blowing up the machinery altogether, and it was done to those who spend money. The consumption tax is very broad, impacting goods and services bought by businesses and individuals, from haircuts and vegetables to construction materials. So the 3-percentage-point increase would be levied on much of the economy. But here is the thing: money that people and companies keep in the bank earns nearly nothing, and even a crappy 10-year Japanese Government Bond yields less than 0.6% per year. But if buyers frontloaded major purchases by a few months or even a year to beat the consumption-tax increase – buying that refrigerator or heavy-duty truck a year earlier than they normally would, for example – they’d save 3% of the purchase amount. That’s pure income. And tax-free for individuals. The biggest no-brainer in Japanese financial history." Mehr davon hier. Der folgende Chart stammt aus dem Beitrag: 


Richter schreibt dazu: "At the end of January, the Japan Automobile Manufacturers Association (JAMA) forecast that passenger and commercial vehicle sales would dive 9.8% in fiscal 2014, to 4.85 million units, the lowest since earthquake year 2011. JAMA’s prediction was pooh-poohed as catastrophist. Turns out, the good people at JAMA are optimists; vehicle sales got demolished in April. As measured by registrations, all categories plunged: new cars -60.3% from March; mini cars (with tiny 500cc engines) -48.9%; trucks of all sizes, including minis -58.0%. Total vehicles sales, retail and commercial, cars, trucks, and buses plummeted 63.3% to 345,226 units, down from 939,761 units in March. It was the worst performance since the 292,043 units that were sold April 2011, the first full month after the horrific earthquake. Even March 2011 had been better as the first ten days had been tracking normally. Here is the chart of that epic collapse in total vehicle sales." 

Pater Tenebrarum vom US-Blog ACTING-MAN sieht ebenfalls kaum Erfolge: "Another Setback for Abenomics" heißt es dort. Die Einzelheiten gibt es hier. Sein Fazit ist einfach: "The point of the BoJ's monetary pumping continues to elude us."

Anders sieht die Entwicklung das Peterson Institute for International Economics: "Kuroda's Plan Is Working" ist deren Einschätzung. Gemeint ist Haruhiko Kuroda, Chef der japanischen Notenbank. Der Autor, Adam S. Posen, schreibt im Vorspann: "The Bank of Japan's policies over the last 14 months are a welcome return to sanity. Mainstream economists inside and outside Japan had been asking the BOJ to stand up against deflation for nearly two decades. Under Governor Haruhiko Kuroda's leadership, there are three important improvements that the BOJ has made to its monetary regime. It is not just about the specific targets and tools pursued—a new monetary regime is one that creates a larger set of expectations about policy that ripple through to price- and wage-setting decisions in the entire economy." Mehr hier. Man wird sehen. Wir glauben nach wie vor nicht an den Erfolg der Abenomics. 

Noch ein Blick auf Japans Handelsbilanz: 
Quelle: zerohedge.com


In eigener Sache 
Wer sich gegen die vielen Formen der Finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.