Montag, 23. Juni 2014

Standpunkt 942 - Nachrichten-Ticker, 01. bis 05.06.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. 

Leider müssen wir mittlerweile häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Eine Übersetzung der englischen Texte können wir nicht bereitstellen. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Hinweis: Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Leider haben wir mit den persönlichen Beratungen immer noch alle Hände voll zu tun. Wir bedauern es sehr, dass aus diesem Grund unser bereits seit langer Zeit angekündigtes Update weiter auf sich warten lässt. Nach wie vor gilt unser letztes Update aus dem September 2012, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir extrem aktuell, wie die neueste Entwicklung zeigt, mit der sich die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN in dem Beitrag "Blitz-Enteignung: Regierung kürzt Lebens-Versicherungen" (hier) eingehend beschäftigen. Während die Referenzmedien lieber die Klappe halten. Oder, wie das HANDELSBLATT, mit pseudo-nützlichen Ratschlägen nerven (hier). Die sind vollkommen wertlos, solange immer noch der Hinweis auf § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) fehlt. Diese Vorschrift regelt Zahlungsverbot und Herabsetzung von Leistungen bei Lebensversicherungen. Geregelt ist auch die fortlaufende Zahlung der Beiträge: "Die Pflicht der Versicherungsnehmer, die Versicherungsentgelte in der bisherigen Höhe weiterzuzahlen, wird durch die Herabsetzung nicht berührt." Das ist eine kompromisslose Enteignung. Die Folgen daraus, sowie weitere Methoden der Enteignung, haben wir ausführlich schon im September 2012 beschrieben. 

Trotzdem gilt: "Das Bessere ist der Feind des Guten" (Voltaire, 1694 - 1778). Das neue Dossier wird so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem ist es leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Deshalb ist es mehr als nur ein Update. Und platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Wir werden eindeutig beweisen, dass an einer wirkungsvollen Enteignung kein Weg vorbeiführt und, dass es dringend geboten ist, sich davor zu schützen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahlreichen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger; erklären deren Wirkung und ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. Das wird vielen LeserInnen schlaflose Nächte bereiten, da sind wir uns sicher.


Tagesthemen:  Derivatehandel und die Deutsche Bank – Demokratie am Ende? Christian Romer, die Krisen-Spezialistin Mark Carney, Bank of England, zur Finanzkrise Uli Dönch bleibt sich treu: Auch seine Lügen haben kurze Beine – Osteuropa-Krise (6 Beiträge) – USA Japan – In eigener Sache


Deutsche Bank hat hohen Derivatebestand
(faz.net) Mit fast 50 Billionen Euro haben die Derivate der Deutschen Bank ein Volumen, das einem Vielfachen der deutschen Wirtschaftsleistung entspricht. Nur JP Morgan hat mehr. Fürs Risikomanagement ist das eine Herausforderung. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Ein für die deutschen Qualitätsmedien typischer Beitrag: Statt die wahren Ausmaße und Risiken der Massenvernichtungswaffe Derivatehandel für die deutschen Sparer/Steuerzahler zu erklären, passiert das genaue Gegenteil: Alles nur halb so schlimm. Die US-Großbank JP Morgan liegt noch davor, viele Risiken heben sich gegenseitig auf und den Rest wird schon das hauseigene Risikomanagement der Bank erledigen. 99% der F.A.Z.-LeserInnen mag das genügen, die Wahrheit ist es nicht. Die sieht so aus: Die Deutsche Bank ist weltweit die Nr. 1, gefolgt von JP Morgan. Für die Bank ist es ein "all time high", so hoch war sie, entgegen der Behauptung von Co-Chef Jürgen Fitschen, noch nie darin verwickelt (der ist damit einmal mehr als Lügner entlarvt). Es ist ein Schneeball-System, genannt "Ponzi-Scheme", wodurch sich die Risiken multiplizieren, nicht minimieren. Die Zahlen der BIZ sind unvollständig, es fehlt das Volumen der Schattenbanken. Schätzungen in den USA kalkulieren deshalb mit einer Größenordnung des Derivatehandels von insgesamt 1.200 bis 1.500 Billionen $. Eine unvorstellbare Summe. Die Weltwirtschaftsleistung eines ganzen Jahres beträgt im Vergleich dazu gerade einmal rund 70 Billionen $. Schon das offizielle Derivate-Engagement der Deutsche Bank übersteigt die Wirtschaftskraft der gesamten Welt. Das ist Wahnsinn. In Deutschland sind außer dem Primus Deutsche Bank auch die Commerzbank und die Landesbanken an diesem Irrsinn beteiligt. Und deren Schattenbanken, versteht sich. Es ist keineswegs übertrieben wenn wir behaupten, diese Banken sind alle längst pleite. Selbst dann, wenn die Vermögen der deutschen Sparer und Steuerzahler irgendwann zur vermeintlichen Rettung dieses höchst kriminellen Systems herangezogen werden. 

Diese Risiken bleiben nicht auf die wenigen international tätigen TBTF-Banken beschränkt, sondern sind über das gesamte Finanzsystem bis in den hintersten Winkel der ganzen Welt verteilt worden. Selbst jede Genossenschaftsbank oder Sparkasse in Deutschland ist durch die gegenseitige Haftung innerhalb ihres Verbundes davon betroffen. Bedeutung erlangt in diesem Zusammenhang auch die Gewährträgerhaftung für Landesbanken und Sparkassen (hier). 

Das weltweite Finanzsystem ist längst tot und wird von den Notenbanken künstlich am Leben erhalten. Und alle helfen tatkräftig mit. Es ist deshalb kaum verwunderlich, dass der Derivatehandel als Krisenszenario in den Analysen der sogenannten Experten nirgendwo eine Rolle spielt. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen (Admati, Hellwig, Volcker). Die stellen immerhin das TBTF-System und die Finanzindustrie als insgesamt marode an den Pranger und fordern vehement die 2009 versprochenen Finanzreformen. Damit sind nicht Bankenunion, Stresstest oder eine Finanztransaktionssteuer gemeint. Die sind bestenfalls als Feigenblätter für die politischen Versäumnisse der vergangenen fünf Jahre geeignet.

Jüngst hat sich der ehemalige US-Notenbank-Chef Paul Volcker wieder zu Wort gemeldet. ZERO HEDGE titelt: "Paul Volcker Proposes A New Bretton Woods System To Prevent 'Frequent, Destructive' Financial Crises". Zur Erinnerung: Volcker war von US-Präsident Barack Obama damit beauftragt, Vorschläge für eine weitreichende Finanzreform in den USA auszuarbeiten. Das Ergebnis ist heute bekannt als Volcker Rule. Die Einleitung: "One of the conventional justifications by tenured economists for a fiat currency regime, especially as a replacement for a gold, or other hard currency, standard, is that the financial system has been far more stable under a non-gold standard regime. While we have frequently shown that this assessment is flawed, the interpretation of the data is always a matter of opinion, and usually breaks down based on ideological conviction: be it Keynesian or Austrian. However, one person whose view carries significant weight among the Keynesian school of thought is none other than former Fed chairman Paul Volcker. Which is why we found it surprising that it was Volcker himself who, on May 21 at the annual meeting of the Bretton Woods Committee, said that 'by now I think we can agree that the absence of an official, rules-based cooperatively managed, monetary system has not been a great success. In fact, international financial crises seem at least as frequent and more destructive in impeding economic stability and growth.' We can, indeed, agree. However, we certainly disagree with Volcker's proposal for a solution to this far more brittle monetary system: a new Bretton Woods. Because if there is one place where our view radically diverges with that of the Chairman emeritus of the Group of 30 and not to mention former Fed chairman, it is in the arena of institutional oversight of finance and economics: whereas he and his ilk want more deference to an 'official, rules-based managed monetary system', we believe that this merely sows the seeds of yet another system's own destruction as it hindres efficient markets, fair price discovery and by definition results in a manipulated market whose purpose is to serve a given policy objective du jour, and in doing so pushes it ever further from an equilibrium point and raises the likelihood of even greater, and more violent crashes. However, since it is the fate of the current centrally-planned regime to become even more centralized following its next inevitable crash, we can only sit back and muse at Volcker's tongue-in-cheek prediction of what will almost certainly come next." Mehr hier. 

Wunderbar, dieser Vorschlag. Nachdenkenswert aber erst dann, wenn das System tiefgreifend reformiert ist. Das wird noch dauern. Erst muss noch die Vermögensumschichtung von unten nach oben abgeschlossen werden. Nichts ist dafür besser geeignet als der billionenschwere Müll in den Bilanzen der TBTF-Banken, gespeist aus dem Derivatehandel. 

Wir berichten ständig über diese Risiken. Wenigstens auf zwei Fundstellen möchten wir hinweisen: Unseren Standpunkt Nr. 291 "Derivate-Desaster" (hier), aus dem Juli 2012, und einen unserer letzten Nachrichten-Ticker (hier), in dem wir uns eingehend mit dem "$75 Trillion In Derivatives"-Exposure der Deutsche Bank im Besonderen und dem Derivatehandel im Allgemeinen beschäftigen. An harten Fakten mangelt es nicht. Die Folgen sind absehbar und zwangsläufig: Eine großflächige Enteignung der Menschen, die vor nichts und niemand haltmachen wird. Nur vor dem obersten 1% - und denen, die ernsthaft vorgesorgt haben. Diejenigen unter unseren LeserInnen, die Gold besitzen und sich deshalb entspannt zurücklehen, müssen wir leider enttäuschen: Gold ist zur Krisenvorsorge nicht geeignet! Stichwort Goldverbot. Regelmäßig werden wir für diese Behauptung entweder angegriffen oder belächelt. Uns stört das nicht. Wir wissen es besser, auch wenn wir dafür öffentlich noch keinen Beweis führen können.

Nachdem die Enteignung abgeschlossen ist, kommt es zum finalen Kollaps - mit anschließendem Neuanfang. Die Ökonomen Matthias Weik und Marc Friedrich "halten den Zusammenbruch des Weltfinanzsystems für unvermeidlich". Eine Zusammenfassung ihrer Gründe gibt es in dem Beitrag "Der Crash als Lösung?" bei HEISE-TELEPOLIS, einem Interview mit den beiden Herren (hier). 


Power and the Global Ruling Class. Who Rules the World?
(globalresearch.ca) The End of Democracy as We Know It. This paper starts with summarizing the major theoretical elements in the definition of a global ruling class. It then examines how neoconservatives in the US took power and used regime change to create chaos in other regions. A strategy of tension is used to press the population into conformity. But the real revolution is to what extent factual politics escape any attempt to democratic control. Three case studies show how far the Deep State already goes. Democracy is on the brink of survival. Read more...

Kommentar: Ein wichtiger Beitrag. Er hilft ein großes Stück weit zu verstehen, was sich hinter den politischen und wirtschaftlichen Krisen dieser Zeit verbirgt. Leider nur in englischer Sprache verfügbar. Und sehr, sehr umfangreich. Alleine sieben Seiten ergänzende/weiterführende Links. Wir wissen, dass wir unseren LeserInnen damit eine Menge Arbeit zumuten. Nach unserer Ansicht jedoch eine lohnende Mühe. Alles eine Sache der Einteilung. Zur Einstimmung an dieser Stelle noch das Fazit dieser Analyse (die Links haben wir ergänzt):

"Illegitimate authority is on the rise and democracy is gradually succumbing to the disease of neoliberal ideology so that more and more functions of legitimate government are being assumed by illegitimate, unelected, opaque agents and organisations. This is the case at all levels, national, regional and international…. It is not exactly news that governments have always governed on behalf of certain class interests but this is different from allowing those interests to actually write the legislation and to make policy directly, including budgetary, financial, labour, social and environmental policy in the place of elected legislators and civil servants. It is different from allowing private corporations deliberately to disseminate deception and lies and  undermine the public’s right to know. It’s not just their size, their enormous wealth and assets that make the TNCs dangerous to democracy. It’s also their concentration, their capacity to influence, and often infiltrate, governments and their ability to act as a genuine international social class in order to defend their commercial interests against the common good” (George, S. 2014). Susan George accurately describes the paths our Western societies are following, the US most advanced, others lagging somewhat behind. It seems to be a one-way process without any escape towards democracy. The global ruling class feeling that US world hegemony is approaching its end and uncertain about its own fate seems to be obsessed by paranoia, and running amok with only one goal left: to fill as much as possible into its own coffers. It even abstains from the impression of following the rule of law. Belligerent behavior towards other countries goes hand in hand with sharply increasing social tensions and conflict within. US exceptionalism, by its very definition, is the deep conviction of one’s general superiority over others. Thus, it is a fundamentally intolerant and pre-enlightenment attitude. At the same time, it tends to turn a blind eye against own shortcomings and deficits. From it follows the self-attributed right to teach others, to impose on others one’s role model of morale and of social organization, to exert power on others, to maintain the role of world policeman. Contempt of international law follows from the idea that law is as we do. Little wonder that others in the course of political, economic, and cultural emancipation, decreasingly accept this master-and-serf model of power distribution. There is revolt in other parts of the world, and sometimes violently critical of "the West". The world will de-Americanize, as one Chinese diplomat put it. But real and lasting change must come from within US society." 


Christina Romer - Die Spezialistin für Krisen
(faz.net) Die Amerikanerin Christina Romer erforscht Weltwirtschaftskrisen. Ihr Rezept: Viel Geld ausgeben, damit die Wirtschaft wieder in Gang kommt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Einer der äußerst seltenen, nützlichen Beiträge aus dem F.A.Z.-Wirtschaftsressort. Wer sich, wie Romer, ausführlich mit der Great Depression auseinandergesetzt hat, der sollte heute unbedingt Gehör finden. Als Vorsitzende des Council of Economic Advisers zu Beginn der ersten Amtszeit von US-Präsident Barack Obama hat sie es nicht lange ausgehalten. Über die Gründe wollen wir nicht spekulieren. Fest steht nur, dass Obama bei der Ausrichtung seiner Krisenpolitik offensichtlich nicht auf sie gehört hat. Im "Winter 2008/09, als die Weltwirtschaft in eine Depression abglitt, hatte der soeben vereidigte Präsident der USA die historisch fast einmalige Gelegenheit, die Mittel für ein gewaltiges staatliches Stimulusprogramm ausgeben zu können. 787 Milliarden Dollar hatte der Kongress bewilligt. Doch was tat Obama damit? Er versenkte die Mittel in allerlei obskure Projekte, nur nicht dort, wo es sein Land bitter nötig gehabt und wo die Regierung im Volk wohl auch den grössten positiven Effekt geschaffen hätte: in der öffentlichen Infrastruktur. Die Flughäfen, Strassen, Brücken und Bahnlinien in den USA sind in einem erbärmlichen Zustand. Hier eine detaillierte Zusammenstellung der NEW YORK TIMES, in welche Projekte die 787 Milliarden Dollar geflossen sind." (Aus: "Was Obama von Hitler lernen könnte", FINANZ UND WIRTSCHAFT, 30.05.2014, hier).


Ein Notenbanker rechnet ab
(blog.fuw.ch) Mark Carney, Chef der Bank of England übt sich in Gesellschaftskritik und lässt sich über die Kultur des "Marktfundamentalismus" aus, die mit zur Krise geführt habe. Dass sich ein führender Notenbanker so äussert, ist kein Zufall. Mehr...

Kommentar: Ausgerechnet Mark Carney, früher Chef der Bank of Canada, soll sich vom Saulus zum Paulus gewandelt haben? Nein, undenkbar. In Wahrheit schlägt er eine breite Schneise für die Rettungsmaßnahmen der Notenbanken für die Finanzindustrie; die alten wie die neuen. In dem er so tut, als wären die Fehler schon vor vielen Jahren gemacht worden und heute nicht mehr korrigierbar. Das sei zwar bedauerlich, aber heute müssten die Notenbanken darauf reagieren. Auch wenn sie diese Entwicklung nur noch verschlimmern. Der Autor, Markus Diem Meier, macht mit seinen Erklärungsversuchen die Sache auch nicht besser. 


Uli Dönch: Wie Euro-Pleitiers wieder unser Geld verprassen
(focus.de) Kaum ist die Europa-Wahl vorbei, lassen Italien, Frankreich und Spanien die letzten Hemmungen fallen: Sie wollen wieder mehr Schulden machen – für angebliche Reformen und nutzlose Konjunkturprogramme. Sollen wir uns das gefallen lassen? Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Mann tut uns nur noch leid. Entweder macht er einen Job, von dem er keine Ahnung hat, oder er wird von einer höheren Macht gezwungen, Lügen zu verbreiten. Beides ist erbärmlich. Nicht auszudenken, wenn er das alles aus freien Stücken macht. Das wäre dann schäbig - mindestens. Was macht der Mann bloß, wenn alle Welt auf Deutschland deutet? Weil sich herausstellt, dass die tollen deutschen Banken den größten Müllhaufen Europas in ihren Bilanzen verstecken (siehe oben)? Abbitte leisten, sich vor seinen LeserInnen in den Staub werfen? Bis an sein Lebensende Steine klopfen? Kein Wort mehr in irgendeine Zeitung schreiben? Oder ähnliches. Wir lassen uns überraschen. Wahrscheinlich aber nichts von allem. Der feine Herr Dönch wird sich, wie alle anderen, darauf berufen, dass diese Entwicklung nicht vorhersehbar war. Also seine alten Lügen mit einer neuen rechtfertigen. 

Wer solchen Propagandisten nicht (länger) auf den Leim gehen will, muss sich eigenhändig informieren. Wir liefern Anregungen. So empfehlen wir die Analyse "Die ungelöste Eurokrise - Zwischenfazit und Ausblick anlässlich der Europawahl" vom Institut Solidarische Moderne. Nicht gleich die Nase rümpfen, weil der Beitrag aus der "linken Ecke" kommt. Bitte erst lesen, dann urteilen. Obwohl sie immer noch zu kurz greift: Aus unserer Sicht alles in allem eine sehr informative Zusammenfassung der gescheiterten europäischen Krisenpolitik und ihrer Folgen: "In diesem Denkanstoß des Instituts Solidarische Moderne (ISM) ziehen die AutorInnen eine Zwischenbilanz nach fünf Jahren Eurokrise. Sie führen dem deutschen Publikum vor Augen, welche enormen Opfer die Austeritätspolitik den Menschen in den Krisenstaaten bisher abverlangt hat. Damit zeigen sie, dass die andauernde Austeritätspolitik die reale Gefahr birgt, Europa in eine deflationäre Abwärtsspirale zu lenken.  An  Hand  der  Privatisierungspolitik  in  Griechenland  wird  exemplarisch  aufgezeigt, dass die Politik der Troika bisher die Chance verpasst, die Wirtschaft der Krisenstaaten (wie Europas überhaupt) auf den langfristig unumgänglichen Pfad der sozial-ökologischen Transformation zu lenken. Das Ergebnis der Europawahl markiert den Übergang in eine neue Phase der Eurokrise. Sie begann als Krise auf den Finanzmärkten und entwickelte sich zur Krise der Realwirtschaft. Spätestens jetzt, mit dem Erstarken der Rechtspopulisten und Rechtsextremen im Europaparlament, wird  auch die politische Krise Europas verstärkt sichtbar." Mehr hier

Den folgenden Beitrag haben wir in unserem Archiv entdeckt. Er ist als Replik auf Dönch's Ausfall äußerst passend: "Griechenland - Deutschland: Wer zahlt für wen?", erschienen bei EurActiv: "Deutschland als Sponsor von Unsummen für Griechenland; bloß nicht gutes Geld schlechtem hinterherwerfen; und Deutschland könne doch nicht für die Schulden anderer Länder einstehen – so die verbreitete Stimmung. Wie hoch aber ist der Deckungsgrad von Stimmung und Wahrheit? Eine Analyse von Suleika Reiners vom World Future Council." Mehr hier

Aufschlussreich auch der Beitrag "Italien: unverändert mieser Arbeitsmarkt", gerade erschienen bei QUERSCHUESSE: "Das italienische Statistikamt ISTAT berichtete heute, die nach dem ILO-Konzept ermittelten saisonbereinigten Arbeitslosenquoten für den Monat April 2014. Im April 2014 lag die gesamte saisonbereinigte Arbeitslosenquote unverändert zum Vormonat, bei hohen 12,6%, die Quote der Jugendarbeitslosigkeit erreichte sogar ein neues Allzeithoch mit 43,3%. Nur 55,4% aller Erwerbsfähigen in Italien waren im April 2014 in einem Beschäftigungsverhältnis, eine enorm miese Quote. Italien ist nicht aus der Krise, sondern realwirtschaftlich immer noch mitten drin, was gerade auch ein  Arbeitsmarkt in katastrophaler Lage dokumentiert." Mehr hier. Zum besseren Verständnis gleich noch zwei Charts aus dem Beitrag: 



Ein Satz noch, der uns gut gefällt: "Letztlich sind selbst diese miesen offiziellen Arbeitslosenquoten aus Italien maskierte Daten, denn Millionen Entmutigte, Unterbeschäftigte und Selbstständige ohne ausreichendes Einkommen sind damit nicht mal offengelegt." Dönch will dieses Elend mit noch mehr Sparsamkeit bekämpfen. Ein Narr.

Weil das nicht funktioniert, wird schon wieder getrickst und getäuscht: "Das BIP, eine Farce: Sex und Drogen helfen Europas Wachstum auf die Beine" bringt es Österreichs WIRTSCHAFTSBLATT auf den Punkt: "Europa bekommt einen neuen Wachstumsmotor. In den nächsten paar Monaten müssen alle Länder der EU, die der Praxis noch nicht folgen, Drogen, Prostitution und andere illegale Geschäfte des Grauen Marktes in die Berechnung ihres BIP mit einbeziehen." Mehr hier. Der Krisen-Schwachsinn erreicht ein neues Allzeithoch in Europa. Die Zahlen von Eurostat zerren an den Nerven der EU-Krisenmanger und ihrer Schönschreiberlinge: "BIP im Euroraum um 0,2% und in der EU28 um 0,3% gestiegen" (hier). Die folgende Grafik von Eurostat macht die Misere augenfällig: 

 
Die Niederlande beispielsweise galten lange Zeit als äußerst krisenresistent. Davon ist nichts übrig. Ähnlich verhält es sich mit Finnland. Grundsätzlich gilt aber auch für die anderen: Alles bis 1,5% ist Stillstand, kein Wachstum. 


Mit den heutigen Beiträgen beenden wir bis auf weiteres unsere Blocks zur Osteuropa-Krise. Es herrscht (Bürger-)Krieg und der Konflikt hat mittlerweile eine Entwicklung genommen, bei der es auf eine Teilung des Landes und eine dauerhafte Destabilisierung der Region hinausläuft. Schuld ist eine machtpolitische Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland, bei der Europa keine entscheidende, mäßigende Rolle spielt. Wir haben über die vergangenen Wochen hinweg eine Reihe von lesenswerten Beiträgen vorgestellt, die Ursachen und Folgen dieses Kräftemessens sehr genau beschrieben haben. Das genügt uns einstweilen. Wer will, kann sich alle noch einmal hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, und hier, ansehen und -lesen. Außerdem die heutigen Beiträge: 

"Ukraine, Moldau und Georgien sollen in die EU" meldet die WELT. Im Vorspann heißt es: "EU-Kommissar Stefan Füle sieht in der Erweiterung das 'mächtigste Instrument' zur Umgestaltung Osteuropas. Die europäische Perspektive für die drei Länder sei der beste Anreiz für Reformen." 


Mehr hier. Die "andere Seite" nimmt diesen Ball gerne auf: "Georgiens Präsident verlangt schnellen EU-Beitritt" titeln die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN. In der Einleitung dazu heißt es: "Georgiens Präsident Garibaschwili bekräftigte bei einer Rede in Berlin, dass sein Land der EU schnellst möglich beitreten möchte. Am 27. Juni wird Georgien ein Assozierungsabkommen mit der EU unterzeichnen. Ab dann ist die 'Annäherung an die EU unumkehrbar', so Garibaschwili bei einem Auftritt der Konrad-Adenauer-Stiftung." Mehr hier. Es wird keine Idee ausgelassen, um den Konflikt mit Russland weiter anzuheizen. Diplomatie geht anders, da sind wir uns sicher. HEISE-TELEPOLIS schlagzeilt dazu passend: "So kriegsgefährlich wie die Flottenpolitik Wilhelms II.". Ein Auszug: "Erweiterungskommissar Füle will der EU Moldawien, Georgien und die Ukraine einverleiben. - Im Hochsommer jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum Hundertsten Mal. Einer von mehreren wichtigen Ursachen dieses vierjährigen Völkerschlachtens, das an seinem Ende die schnell aufgehende Saat für eine noch größere Katastrophe hinterließ, war die Flottenpolitik des deutschen Kaisers Wilhelm II. Der Herrscher mit der verkrüppelten Hand steckte zuletzt ein Viertel des kompletten Rüstungshaushalts in den Aufbau einer Marine, die dem Reich keinerlei Nutzen brachte, aber einen künstlichen Gegensatz zu Großbritannien herstellte, das sich als Hegemonialmacht zur See bedroht sah. Die Politikziele, die der EU-Erweiterungskommissar Štefan Füle Ende letzter Woche in der Tageszeitung Die Welt offenbarte, weisen bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit Wilhelms Flottenpolitik auf (...). Würde die EU eines oder mehrere dieser Gebiete tatsächlich aufnehmen, ohne dass dessen Regierungen vorher explizit darauf verzichten, solche Gebiete mit Gewalt zurückzuerobern, würde das die EU in einen ähnlich unnötigen und riskanten Gegensatz zur Atommacht Russland bringen wie die teuren Schlachtschiffe Wilhelms II. aus England einen Feind des Deutschen Reiches machten, der bereit war, sieben Millionen Soldaten und die damals gigantische Summe von 3,251 Milliarden Pfund einzusetzen, um den Rivalen in die Schranken zu weisen." Mehr hier.

Die "kühlen" Schweizer melden sich zu Wort: "Die Renaissance der kühlen Realpolitik?" fragt die FINANZ UND WIRTSCHAFT: "Die Gedanken des legendären US-Diplomaten George Kennan, des geistigen Vaters des 'Containment', kommen angesichts der akuten russischen Herausforderung wieder zu Ehren: 'Kennan empfahl Washington eine Position der Festigkeit, Wachsamkeit und Geschicklichkeit..'." Mehr hier.  

Und natürlich George Soros. "Europas ukrainische Rettungsleine" ist sein Beitrag überschrieben, den das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT von PROJECT SYNDICATE übernommen hat. Der Tenor: "Die EU könnte in der Ukraine Hilfe leisten und sich damit gleichzeitig selbst helfen." Soros plädiert natürlich, unabhängig von den politischen Zuständen, für üppige Wirtschaftshilfen. Sein Fazit: "Durch umgehendes, überzeugendes Handeln könnte die EU die Ukraine retten - und sich selbst. Was ich für die Ukraine vorschlage, könnte außerdem zu Hause umgesetzt werden. Solange so viele Produktivressourcen nicht genutzt werden, wäre es sinnvoll, Investitionen, die sich langfristig selbst tragen, von den Bestimmungen des Fiskalpaktes auszunehmen. Renzi jedenfalls hat sich genau für diese Vorgehensweise ausgesprochen. Putin plant, die Krim in ein Vorzeigeprojekt zu verwandeln, indem er ihr in den nächsten Jahren eine üppige Unterstützung von mehr als 50 Milliarden Euro gewährt. Mit europäischer Unterstützung könnte die Ukraine vergleichsweise besser abschneiden. Und sollte eine derartige Initiative zugleich den Beginn einer Wachstumspolitik markieren, wie Europa sie so dringend braucht, würde Europa sich durch Rettung der Ukraine zugleich selbst retten." Mehr hier

Als vorläufigen Abschluss des Blocks zur Osteuropa-Krise: "Putin Launches Eurasian Economic Union". Russland macht Druck: "Last Thursday, Russian President Vladimir Putin signed a treaty with Belarus President Alexander Lukashenko and Kazakhstan President Nurultan Nazarbayev to launch the Eurasian Economic Union. The move comes on the heels of a $400 billion natural gas deal he signed with China and announcements that Russia will use rubles instead of dollars to conduct most international trade." Mehr hier.


Half The Country Makes Less Than $27,520 A Year And 15 Other Signs The Middle Class Is Dying
(the economiccollapseblog.com) If you make more than $27,520 a year at your job, you are doing better than half the country is. But you don't have to take my word for it, you can check out the latest wage statistics from the Social Security administration right here. But of course $27,520 a year will not allow you to live "the American Dream" in this day and age. After taxes, that breaks down to a good bit less than $2,000 a month. You can't realistically pay a mortgage, make a car payment, afford health insurance and provide food, clothing and everything else your family needs for that much money. That is one of the reasons why both parents are working in most families today. In fact, sometimes both parents are working multiple jobs in a desperate attempt to make ends meet. Over the years, the cost of living has risen steadily but our paychecks have not. This has resulted in a steady erosion of the middle class. Once upon a time, most American families could afford a nice home, a couple of cars and a nice vacation every year. When I was growing up, it seemed like almost everyone was middle class. But now "the American Dream" is out of reach for more Americans than ever, and the middle class is dying right in front of our eyes. Read more...

Kommentar: Statt vieler Worte noch einmal diese Grafik: 

  
Ein Mythos ist am Ende... And The Winners are...


Profit from Crisis: Why capitalists do not want recovery, and what that means for America
(rwer.worldpress.com) Can it be true that capitalists prefer crisis over growth? On the face of it, the idea sounds silly. According to Economics 101, everyone loves growth, especially capitalists. Profit and growth go hand in hand. When capitalists profit, real investment rises and the economy thrives, and when the economy booms the profits of capitalists soar. Growth is the very lifeline of capitalists. Or is it? Read more...

Kommentar: Nachdenkfutter. Zum besseren Verständnis noch die folgenden Schaubilder: 






Japan’s Economy: Retail Sales Apocalypse leaves Abenomics in Tatters
(globalresearch.ca) Plunging retail sales and rising inflation have rocked Japan’s anemic economy and cast doubt on the future of Abenomics. While the US Commerce Department announced that first-quarter growth in the United States had slipped into negative territory for the first time since 2011 (-0.1 percent), the news from Tokyo was even grimmer. Following a tax hike that began on April 1, retail sales have collapsed sabotaging far-right prime minister Shinzo Abe’s hope for a strong recovery and steering the economy towards another slump. Read more...

Kommentar: Ein passender Nachtrag zu unserem letzten Ticker: "To summarize: Industrial production, down. Manufacturing, Down. Wages, Down. Profits for Japan’s biggest and greediest corporations, Up, Up, Up! Also, higher inflation coupled with droopy wages (wages dropped 0.1 percent year-over-year) have pushed consumer confidence to its lowest level since 2011. Recent data show that consumer confidence plunged to 37.5 percent, the worst since the right-wing Abe took office. Additionally, Japanese Prime Minister Shinzo Abe is about to drive the so called misery index, 'which adds the jobless rate to the level of inflation, to its highest level since June 1981 when Japan was emerging from depression after the oil shocks of the 1970s.' (Bloomberg) So while the media bimbos and their corporate taskmasters continue to applaud Abe’s willingness to destroy the economy and crush working people in the name of all-out class warfare, the results have been less than spectacular. In fact, the Japan’s economy is skittering headlong into another gigantic slump thanks to excessive monetary flim-flam, targeted tax gouging, and slavish pandering to the loafer class of moocher elites. Check this out from Roger Arnold at The Street: 'The essential policy tools of Abenomics are massive monetary and fiscal stimulus aimed at forcing the yen lower, which should cause exports to rise and domestic production to increase, leading to increased domestic job production and consumption: the virtuous cycle… But it isn’t working… Abenomics is making the real economic and fiscal situations in Japan worse, not better. They are digging a bigger sovereign debt hole and accelerating the trajectory toward insolvency.' (Arnold: Abenomics’ Failure Is the Global Canary, The Street) You bet it isn’t working, just like it’s not working in the United States or Europe or Canada or Australia or anywhere else the mercenary bank cartel has extended its hoary tentacles. Abenomics is failing because it was designed to fail. It was designed to do exactly what it does; transfer everything of value to a handful of crafty, self-serving freeloaders who have the political system by the balls and are extracting every last farthing they can before the economy collapses in a heap. If you’re in the 1 percent, the system works just swell. For everyone else, not so much." 


In eigener Sache 
Wer sich gegen die vielen Formen der Finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.