Freitag, 25. Juli 2014

Standpunkt 947 - Nachrichten-Ticker, 26. bis 30.06.


Regelmäßig stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. 

Leider müssen wir mittlerweile häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich.  

Hinweis: Für "Neuankömmlinge" und "Auffrischer" haben wir hier und hier wichtige Blog-Beiträge aus der Vergangenheit zusammengestellt. Die "Gastbeiträge" gibt es hier. 


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Wir bedauern es sehr, dass unser bereits seit langer Zeit angekündigte Aktualisierung weiter auf sich warten lässt. Die persönlichen Beratungen haben für uns absolute Priorität. Nach wie vor gilt deshalb unser letztes Update aus dem September 2012, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir extrem aktuell, wie die neuesten Entwickluneng zeigen, mit denen sich die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN eingehend beschäftigen. Während die Referenzmedien lieber die Klappe halten. Zuerst in dem Beitrag "Blitz-Enteignung: Regierung kürzt Lebens-Versicherungen" (hier), der bereits vor einigen Wochen für helle Aufregung gesorgt hat.  Nachvollziehbar wenn man bedenkt, wie beispielsweise das HANDELSBLATT oder der FOCUS - statt aufzuklären - mit pseudo-nützlichen Ratschlägen nerven (hier). Die sind vollkommen wertlos, solange immer noch der Hinweis auf § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) fehlt. Diese Vorschrift regelt Zahlungsverbot und Herabsetzung von Leistungen bei Lebensversicherungen. Geregelt ist auch die fortlaufende Zahlung der Beiträge: "Die Pflicht der Versicherungsnehmer, die Versicherungsentgelte in der bisherigen Höhe weiterzuzahlen, wird durch die Herabsetzung nicht berührt." Das ist eine kompromisslose Enteignung. 

Ein neues Beispiel skrupelloser Enteignung entwickelt sich gerade in Portugal. DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN schlagzeilt dazu "Europas Banken nervös: Espírito Santo-Gläubiger werden komplett rasiert". Dort heißt es in der Einleitung: "Die insolvente Espírito Santo International will ihre Groß-Gläubiger in keiner Weise entschädigen. Die Banken hätten gewusst, dass sie ein riskantes Investment halten. In Europas Bank-Etagen wird man unruhig. EU-Kommissionspräsident musste bereits eine erste Beruhigung aussprechen. Es besteht Ansteckungsgefahr." Mehr hier. Die Folgen solcher Ereignisse, sowie weitere Methoden der Enteignung, haben wir ausführlich schon im September 2012 beschrieben. 

Trotzdem gilt: "Das Bessere ist der Feind des Guten" (Voltaire, 1694 - 1778). Das neue Dossier wird so aktuell wie möglich und so vollständig wie nötig, außerdem ist es wieder leicht verständlich geschrieben (hoffen wir jedenfalls). Deshalb ist es mehr als nur eine Aktualisierung. Und platzt aus allen Nähten: Wir haben ausgiebig recherchiert und reingepackt, was irgendwie reingeht. Gefühlt wird es ein "Jahrhundert-Werk". Wir erwarten mehr als 80 Seiten. Zu viel für diesen Blog. Deshalb gibt es eine Änderung: Das Thema bekommt eine eigene Website, die wir parallel zum Dossier vorbereiten. 

Wir werden eindeutig beweisen, dass an einer wirkungsvollen Enteignung kein Weg vorbeiführt und, dass es dringend geboten ist, sich davor zu schützen. 

Aus dem Inhalt: 
  • Wir besprechen die Krisenherde in Europa, den USA, China und Japan. 
  • Wir informieren über die Geschichte der Finanzkrise, die sich nicht nur in wenigen Jahren entwickelt hat. 
  • Wir beschreiben die weitere Entwicklung dieser Krisen. 
  • Wir stellen das europäische Land vor, in dem seit November 2012 eine Bankeninsolvenzordnung in Kraft ist, mit der es die Enteignung seiner Sparer und Steuerzahler regelt. 
  • Wir erläutern ausführlich, warum die Krise in Europa nicht gelöst wird - ebenso alle anderen Krisen in der Welt. 
  • Wir stellen sehr detailliert die einzelnen Vorschläge der Boston Consulting Group, des DIW in Berlin und des IWF für eine einmalige Vermögensabgabe vor. 
  • Wir erklären, warum keiner dieser Ratschläge ausreicht, um die gewünschten Effekte zu erzielen. 
  • Wir beleuchten das "Zypern-Modell" und seine Auswirkungen.
  • Wir berichten darüber, wie Sparer und Gläubiger bei der Not-Verstaatlichung einer Bank über Nacht enteignet wurden - im Herzen der Eurozone, nicht an der Peripherie. 
Natürlich kümmern wir uns intensiv um die zahlreichen staatlichen Werkzeuge der Enteignung, beschreiben ihre Geschichte und ihre modernen Nachfolger; erklären deren Wirkung und ihre geradezu zwanghafte Notwendigkeit. Das wird vielen LeserInnen schlaflose Nächte bereiten, da sind wir uns sicher.


Tagesthemen:  In eigener Sache I – Auf ein Wort: Gold Der Euro: Elend für Millionen Menschen Kenneth Rogoff und die Krise in Europa – Eine Privatarmee für die Krise: Europäische Gendarmerietruppe – IWF vs. Sparer Bank-Run in Bulgarien – Weltwirtschaftskrise – Die Fehler der Notenbanker Eigentümer-Gesellschaft – US-Wirtschaft (6 Beiträge) – Japan (4 Beiträge) – China (2 Beiträge) – In eigener Sache II


In eigener Sache I 
Wir sind momentan mit unserem Ticker nicht tagesaktuell. Das wird sich wieder ändern. Bis dahin fassen wir mehrere Tage zu einem Nachrichten-Ticker zusammen. Wir werden sehr akribisch die liegengebliebenen Beiträge abarbeiten. Versprochen. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Austeritätspolitik in der Krise; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Erweiterung nicht ausgeschlossen.


Auf ein Wort: Gold
Wir können es nicht mehr hören. Ständig erklären uns krisengefestigte Anleger selbstgefällig, wie sie sich mit Gold vor den Folgen der finalen Krise schützen. Es ist an der Zeit, diese fantastischen Träumereien auf den harten Boden der Wirklichkeit herunter zu holen. 

Natürlich mangelt es nicht an den zahllosen "Experten", die diesen Hype um die Krisenwährung Gold mit wohldosierten Informationen, oder gar umfangreichen Analysen, anstacheln. Aktuelles Beispiel: Der Österreicher Ronald Stöferle, Verfasser des jährlich erscheinenden Gold-Reports "In Gold we Trust" (die Ausgabe 2014 gibt es hier), in der Öffentlichkeit deshalb regelmäßig als Gold-Experte wahrgenommen. Der versteigt sich vor einigen Wochen im GOLDREPORTER zu der Behauptung "Gold ist für Sparer unverzichtbar" (hier). In einem kürzlichen Interview behauptet Stöferle "Gold is the constant" (hier, leider nur auf Englisch verfügbar). Zweifelsohne, sein Wort hat Gewicht. Deshalb lassen Gold-Junkies bei solch guten Nachrichten die Korken knallen. Und kaufen munter weiter, was sie vom gelben Edelmetall kriegen können. Nur, wofür? 

Was die Analysen und Ratschläge dieser "Experten" regelmäßig verschweigen ist die Tatsache, dass Gold in der finalen Krise als Krisenwährung ausgedient haben wird. Goldverbot (und hier), Devisen- und Kapitalverkehrskontrollen (siehe "Der Giftschrank der Euro-Retter", MANAGER MAGAZIN, 26.06.2012, hier), Bargeldverbot (siehe dazu "Nicht über 1.000 Euro", HEISE-TELEPOLIS, 19.02.2013, hier), oder die Abschaffung des Bankgeheimnisses, machen zukünftig die Nutzung von Gold weltweit unmöglich. Die Pläne dafür sind längst fix und fertig, wichtige Länder haben bereits - gut getarnt - entsprechende gesetzliche Vorschriften erlassen. Sicher ist, an diesen Maßnahmen werden sich alle Länder beteiligen (müssen), weil sie empfindlichen Störungen im internationalen Kapital- und Wirtschaftsverkehr entgehen wollen. Es bleiben keine Schlupflöcher.  

Natürlich kann es noch ein paar unbedeutende Länder geben, die sich diesen international abgestimmten Aktionen nicht anschließen. Die werden dann einfach vom Kapitalverkehr ausgeschlossen. Dort ist es dann ebenfalls unmöglich, Gold zu Geld zu machen. 

Für die weltweite Verbreitung sorgt die Finanzindustrie. Die ist faktisch längst pleite und verursacht früher oder später den finalen Kollaps. Anschließend kümmert sie sich hingebungsvoll darum, dass die zu ihrer vermeintlichen Rettung notwendigen staatlichen Maßnahmen weltweit flächendeckend zur Anwendung kommen. Wer nicht freiwillig mitmacht, wird erpresst. Nehmen wir als Beispiel die Schweiz. Deren beiden Großbanken UBS und Credit Suisse sind, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz, wie alle anderen TBTF-Banken bankrott ("Die schweizerische Schuldenbombe - Großbanken haben jeden Schweizer potentiell mit einem Risiko von 4.500.000 CHF exponiert", HEISE-TELEPOLIS, 01.01.2011, hier). Kommt es zur finalen Katastrophe braucht die Schweiz internationale Unterstützung, um einem Staatsbankrott zu entgehen, bzw. seine Folgen zu meistern. Also muss das Land zu den anderen ins Boot steigen, sonst geht es unter. Die Rettung hat ihren Preis. Wie anfällig die Souveränität der Eidgenossen mittlerweile ist, zeigt die Abschaffung des ehemals legendären Schweizer Bankgeheimnisses auf (massiven) Druck der US-Regierung (hier). Übrigens, gut zu wissen: "Das Bail-In ist in der Schweiz bereits beschlossene Sache und wird im Notfall schlicht und einfach durchgeführt" (aus "Was wir über den Bail-In nicht wissen sollen...", VIMENTIS, August 2013, hier). 

Das absehbare Verbot kriminalisiert den Goldbesitz. Schlupflöcher gibt es keine, der Umgang mit Gold wird illegal, höchstens noch ein Fall für den Schwarzmarkt. Die Risiken sind erheblich. Wer will so etwas ernsthaft auf sich nehmen?

Für uns sind die Gold-Junkies arme Schweine. Sie hoffen auf ein Wunder, das es nicht geben wird. Statt in der Krise handlungsfähig zu bleiben, werden diese Leute mit ihrem "Schatz" ständig auf der Flucht sein müssen. Natürlich werden Ronald Stöferle, Thorsten Polleit, Marc Faber (um nur einige der sehr geschätzten Experten zu nennen) und Kollegen bis zum bitteren Ende das Gegenteil behaupten - schließlich wollen Sie mit Gold gute Geschäfte machen. Die Einlagerung in Goldspeicher oder Zoll(frei)lager bietet keinerlei Sicherheit vor dem Zugriff des Staates (u. a.: "Zollfreilager unter der Lupe: Milliardenschätze im Visier der Finanzkontrolle", NEUE ZÜRICHER ZEITUNG, 14.04.2014, hier). Entsprechende Empfehlungen sind reine Verarschung (Entschuldigung für dieses harte, eigentlich nicht druckreife Wort, aber es trifft den Nagel auf den Kopf) - nichts als ein übler Verkaufstrick. Hin und wieder begegnen wir sogar der Behauptung, bei den Zoll(frei)lagern handele es sich um exterritoriale Gebiete (Erklärung Exterritorialität: hier), auf die der jeweilige Staat, in dem sich das Lager befindet, keinen Zugriff habe. Das ist völliger Nonsens. 

Noch ein paar Worte zu Marc Faber: Als Schutz vor den drohenden Krisen wird Faber nicht müde, Investments in Gold zu empfehlen. Für die Einlagerung vertraut er den asiatischen Nationen, weil er den westlichen Regierungen zutraut, den Anlegern ihr Gold wegzunehmen (aus: "Marc Faber warnt: Banken sind nicht sicher – Gold kann konfisziert werden", Finanzen100, 26.08.2013, hier). Immerhin spricht er die Gefahr eines Goldverbotes an. Deutliche Worte findet er auch zu einem anderen, hierzulande besonders heiklen Thema: "Investor Marc Faber: Das Gold der Deutschen Bundesbank ist weg" schlagzeilen am 02.08.2013 die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN. Im Vorspann heißt es: "Der Gold- und Rohstoff-Investor Marc Faber ist überzeugt, dass die US-Notenbank Federal Reserve über das Gold, das sie für die Deutsche Bundesbank lagern sollte, nicht mehr verfügen kann – weil es weg ist. Faber warnt vor bevorstehenden Gold-Enteignungen in der westlichen Welt." Mehr hier. Warum ausgerechnet das kommunistische China (via Hongkong) oder das winzige Singapur (dort residiert die größte Auslandsniederlassung der Schweizer Bank UBS) von ihm als sicher eingestuft werden, bleibt aber bis heute sein Geheimnis. Hongkong fürchtet zunehmend den Einfluss Pekings (hier) und Singapur möchte sein Image als Steueroase loswerden (hier).

Deshalb unser Fazit: Investitionen in Gold ist etwas für Spekulanten, nicht für Sparer. Hände weg von Gold als Krisensicherung. Es ist eine Illusion und wird garantiert nicht funktionieren. Die Staaten vergreifen sich an den Ersparnissen und Vermögen ihrer Bürger - rücksichtslos und ohne jeden Skrupel. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht; auch ein per Gesetz legalisierter Diebstahl. Die deutschen Sparer sind besonders übel dran; dort hat sich der Staat die Erlaubnis zur Enteignung seiner Bürger bereits bei der Gründung der Bundesrepublik mit Weitblick in die Verfassung geschrieben. Einzelheiten regelt Art. 14 GG, einfach mal hier nachlesen. Das ist keine Überraschung: Deutschland hat sich schon früher an den Ersparnissen seiner Bürger vergriffen.  


"Elend für Millionen von Menschen" - Die Konstruktion des Euro und seine Design-Fehler
(heise-telepolis) Der Schock der EU-Wahl ist auch in der europäischen Kommission angekommen. Der ungarische EU-Sozialkommissar László Andor fordert zu einem radikalen Kurswechsel in der Euro-Krise auf. In einer Rede an der Hertie School of Governance in Berlin am 13. Juni 2014 zog er in deutlichen Worten Konsequenzen aus den Resultaten der Wahl des EU-Parlamentes, benannte grundsätzliche Konstruktionsmängel der europäischen Währungsunion offen beim Namen und forderte ein Ende falscher Dogmen. Auf dem Spiel steht der europäische Sozialstaat und mit ihm die gemeinsame Zukunft der Europäischen Union. Andor fordert deshalb die Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion WWU-1.0 zu einer WWU-2.0. Mehr...

Kommentar: Diese Analyse unterscheidet sich wohltuend von dem üblichen einseitigen Geschreibe, entweder dafür oder dagegen. Sie macht deutlich, dass die Politik aus den damaligen Fehlern nichts lernen will, sondern weiter nur Mist produziert. Schön auch: Sie bestätigt die Befürworter in ihren Forderungen, endlich die Konstruktionsfehler der Gemeinschaftswährung zu beheben und sie gleichzeitig international konkurrenzfähig(er) zu machen. Den Kritikern zeigt die Analyse, dass der Euro immer noch das Zeug zur Weltreservewährung hat, um die politische und wirtschaftliche Potenz Europas auszubauen und zu festigen. Die fanatischen Euro-Gegner sind faktenresistent, da hat dieser Beitrag keine Chance. Ihnen bleibt dieses Fazit fremd: "1993 wurden die monetaristischen Glaubenssätze im Vertrag von Maastricht europäisches Recht und es begann das absurde politische Theater um die Stabilitätskriterien von Maastricht. Statt über die notwendige Größe des europäischen Budgets und die Kompetenzen der europäischen Institutionen, über Strategien zur Angleichung der Wirtschafts- und Lebensbedingungen, über das wirtschaftliche und sozialen Gefälle zwischen den europäischen Staaten und den daraus resultierenden Unterschieden in der nationalen Wirtschaftspolitik und ihren Zielprioritäten, die eine Währungsunion zerreißen würden, zu diskutieren, erregte sich die ganze Republik darüber, ob die Staatsverschuldung 1/10 % über oder unter der 3% Marke liegen wird. Mit dieser absurden und unverantwortlichen Problemverschiebung, weg von den wirklichen Probleme und hin zu tatsächlich völlig bedeutungslosen Scheinproblemen wurde der Grund gelegt für die deutsche Wahrnehmung der Eurokrise als Staatsschuldenkrise, das tödliche Rezept der Austeritätspolitik und damit für das Elend für Millionen von Menschen in Südeuropa." Es ist die Beschreibung einer damals dilettantischen, heute idiotischen Politik, die in der Krise sogar den vielfachen Tod Unschuldiger in Kauf nimmt. Nur mit einem Ziel vor Augen: Den Verursacher dieser Krise, die bankrotte Finanzindustrie, um jeden Preis so lange wie möglich am Leben zu erhalten. 


Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff: Deutschland kann nicht alle Probleme Europas lösen
(faz.net) Deutschlands Sparsamkeit steht bei den anderen Europäern in der Kritik. Doch wenn Deutschland mehr Geld ausgibt, hilft das nicht. Die Überschuldung ist das Problem. Mehr...

Kommentar: Ein "maßgeschneiderter" Beitrag für die F.A.Z. von einem der angesagtesten internationalen Ökonomen. Da muss man vor Ehrfurcht erstarren. Gelingt uns leider nicht, Rogoff argumentiert für unseren Geschmack viel zu ungenau. Das nährt unseren Verdacht, es geht ihm letztendlich doch nur um die Idee vom drastischen "Schuldenschnitt als Lösung". Dabei macht er es sich zu einfach: Jahrelange unterdurchschnittliche Einkommenssteigerungen (die Löhne und Gehälter verharren auf dem Niveau von 1998!) und die ausgefallenen milliardenschweren Investitionen der Öffentlichen Hand in Deutschland spielen bei seinen Überlegungen keine Rolle. Der daraus entstehende Nachfrage- und Konsumschub wäre wenigstens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Ein Schuldenschnitt wäre überhaupt nur insoweit akzeptabel als er die trifft, die dafür gesorgt haben, dass aus einer Bankenkrise (kommt natürlich bei Rogoff auch nicht vor) erst eine kapitale Staatsschuldenkrise geworden ist. 

Unser Vorschlag geht in eine andere Richtung: Reduktion der Staatsschulden in den Krisenstaaten um den Teil, der durch die Rettung der Banken infolge der Finanzkrise entstanden ist. Sofort ergäbe sich für die meisten Staaten bei der leidigen Staatsschuldenquote ein anderes Bild. Aus diesen separierten Staatsschulden wird ein Sonderfonds bei der EZB gebildet, der, natürlich marktüblich verzinst, zukünftig aus den Gewinnen der geretteten Institute zurückgeführt wird. Dauer egal. Abgesichert wird dieser Fonds durch entsprechendes werthaltiges Vermögen dieser Banken, das auf den Fonds auch tatsächlich unverzüglich übertragen werden muss. In allen Fällen, in denen ein solches Vermögen nicht (mehr) vorhanden ist, erfolgt rigoros die Verstaatlichung der betroffenen Banken und deren Abwicklung auf Kosten der Eigentümer und Gläubiger, etc., NICHT jedoch der Steuerzahler. D. h. aus einer im Zuge der Abwicklung sich ergebenden Vermögensmasse werden zuallererst an den Sonderfonds die erhaltenen Staatshilfen zurückgezahlt. Falls verwertbare Vermögen nicht zur Verfügung stehen, werden die davon betroffenen Teile des Sonderfonds letztlich von der EZB übernommen und von ihr als Verlust schlicht ausgebucht. Auf diese Weise werden selbstverständlich auch weite Teile des kriminellen Ponzi-Schemas aufgedeckt und bereinigt. Sonderbehandlung, beispielsweise für vermögenslose TBTF-Banken, darf es natürlich nicht geben. Das Ende dieser Banken, Deutsche Bank inklusive, wäre endlich besiegelt. Die Massenvernichtungswaffe Derivatehandel damit weitgehend entschärft. 

Rogoff wählt lieber den Weg des geringsten Widerstandes und argumentiert im Sinne der Spekulanten und ihres Finanzsystems. 


The "European Gendarmerie Force" Project: EU Creates Legal Framwork For "Military Use" against its Citizens
(globalresearch.ca) The EU creates a legal framework for Europe-wide deployment of police and military units. At the same time, the EU Commission is working intensively on the creation of a single EU police unit as well as an EU public prosecutor. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Noch nichts gehört von EUROGENDFOR (EGF)? Wir finden, ein bisschen Hintergrundwissen zu diesem unglaublichen Thema kann nicht schaden. Es handelt sich um eine Europäische Gendarmerietruppe, einsetzbar zum Krisenmanagement. Voll einsatzfähig seit 2006. Gegründet von Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und den Niederlanden. Sie dient dabei als Zusammenschluss der französischen Gendarmerie Nationale, der italienischen Carabinieri, der spanischen Guardia Civil, der portugiesischen Guarda Nacional Republicana und der niederländischen Koninklijke Marechaussee. Vollmitglied seit 2008 ist Rumänien, Polen und Litauen sind Partner der EGF. Einsätze hat es auch schon gegeben. Das und viel mehr ist hier nachzulesen. 

Dazu noch zwei lesenswerte deutschsprachige Beiträge. Die österreichische Wochenzeitung ZUR ZEIT titelt im Juli 2011 "Mittel einer Diktatur – EU-Eingreiftruppe". Wir zitieren aus der Einleitung: "Ja so ist es. Wir haben keine Chance. Keine Chance gegen die EUROGENDFOR. Unser Militär ist abgebaut, personell ausgehungert, die schweren Waffen sind abkassiert und vernichtet, die Wehrpflicht soll demnächst abgeschafft werden. Die rechtschaffenen Bürger sind entwaffnet oder ihre Waffen sind lückenlos registriert. Wenn es sein muß, kann man sie blitzartig abkassieren. Und dann kommt die EUROGENDFOR. Eine multinationale Truppe, ausgerüstet und ausgebildet zur Niederschlagung und Bekämpfung von lokalen Aufständen. Die Truppe existiert bereits, sie trainiert intensiv für solche Einsätze. Es ist eine Bürgerkriegsarmee, sie soll nicht gegen einen auswärtigen Feind kämpfen, sie wäre auch gar nicht dafür geeignet. Sie soll gegen die Bürger der EU tätig werden, soll die möglichen Aufstände und Unruhen unterdrücken. Sie soll die EU-Organisationen, die EU-Politiker gegen das Volk, gegen ihr Volk schützen. Dieses Szenario kann Realität werden." Mehr hier. Bei der Schweizer Wochenzeitung ZEIT-FRAGEN heißt es am 16.04.2012: "Eurogendfor – die Privatarmee der EU, bereit zum Abmarsch nach Griechenland". Der Vorspann: "Es gibt Artikel, nach dessen Lektüre der Leser sagt: 'Das gibt’s doch nicht, ich informiere mich regelmässig und glaube meist, auf dem laufenden zu sein, wieso weiss ich davon nichts?' – Dies ist so einer. Wer bei Euro-Gend-For an einen Zusammenhang mit Gender – der synthetischen, neumodischen Geschlechterdefinition – denkt, ist falsch gewickelt. Der Name ist ein Prunkstück aus der intellektuellen Innovationskraft der Franzosen: Statt EU-Rambo-Truppe oder Goldman-Sachs-Bodyguards nach Blackwater-Vorbild ist eine 'Gendarmerie'-Privatarmee entstanden. Damit können die Deutschen aus Angela Merkels Lager den 'Unwillen', den sie in den Einsatzländern des ach so freiheitlichen Euro-Europas auslösen, eventuell auf die Franzosen ablenken. Aber spätestens bei der Ankunft in Griechenland dürfte es mit diesem Dreh vorbei sein." Mehr dazu hier. Wer will, findet dort am Ende auch den Text des Gründungsvertrags. 

Offensichtlich hat die europäische Politik schon für alle Eventualitäten vorgesorgt. Für unsere deutschen LeserInnen: Es ist ohne Bedeutung, dass Deutschland da nicht mitmacht. Die Bundesregierung kann jederzeit darauf zurückgreifen. In dem Beitrag unserer Schweizer Nachbarn heißt es am Schluss zutreffend: "Je mehr Menschen durch das so verzweifelte wie verfehlte Krisenmanagement der Politik ins Elend getrieben werden, desto öfter wird es diese Truppe mit ihren völlig unbeschränkten Kompetenzen 'regeln' müssen. Die europäischen Staatschefs werden es dann dankend zur Kenntnis nehmen, dass sie nicht die eigene Polizei und das eigene Militär gegen ihre Bürger einsetzen müssen."


Während alle Fußball gucken, rollt der IWF eine Bombe unter die Sofas der Sparer
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der IWF schlägt in einem neuen Papier ein globales Vorgehen bei der Lösung der Schuldenkrise vor. Es läuft auf massive Verluste bei Rentnern, Anlegern und Sparern hinaus. Die Betroffenen dürften ihre Enteignung erst bemerken, wenn es zu spät ist. Um den Crash im Finanz-System zu verhindern, will der IWF die Finanzierung von Staatsschulden über die Notenpresse zur Regel machen. Nach diesem Prinzip hatte zuletzt der Ostblock gearbeitet. Mehr...

Kommentar: Klar suchen die vielen willigen Helfer der Welt-Finanzindustrie ganz dringend nach Lösungen. Schließlich ist die Sozialisierung ihrer billionenschweren Verluste noch lange nicht vorbei. Die Zeit drängt. Die richtig dicken Brocken sind noch gar nicht angepackt worden. In Europa warten Länder wie Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden oder Finnland und die Schweiz noch auf den großen Banken-Knall. In Portugal beginnt gerade mit den Schwierigkeiten rund um die Banco Espirito Santo eine neue Katastrophe, deren internationale Auswirkungen noch nicht abzuschätzen sind. Osteuropa steht, unabhängig von der Entwicklung in der Ukraine, am Abgrund, was vielen westeuropäischen Banken, allen voran den österreichischen, mächtig zusetzen wird. Eine wirkliche Rettung ist nicht in Sicht. Aber die größte finale Vermögensumverteilung, die die Welt bis dato gesehen hat. So viel ist sicher. Das geht so weit, bis alle nichts und eine Hand voll alles haben. Erst danach wird das System grundlegend reformiert. Vorher ist aber auch noch die Demokratie auf der Strecke geblieben; mit tatkräftiger Hilfe der durch und durch korrupten Politikerkaste. Für uns eine unerträgliche Vorstellung, aber die logische Folge aller seit 2008 ergriffenen Maßnahmen zur angeblichen Lösung der Finanzkrise.

Den jüngsten Vorschlag des IWF, vom 22.05.2014, gibt es hier: "The Fund's Lending Framework and Sovereign Debt". Ergänzend dazu verweisen wir auch noch auf die folgende Pressemitteilung des IWF, vom 20.06.2014, dazu: "IMF Executive Board Discusses the Fund’s Lending Framework and Sovereign Debt" (hier). Der IWF ist mit seinen Ideen noch lange nicht am Ende; es kommt noch schlimmer. 


Bank-Run in Bulgarien - Zittern unter deutschen Kleinsparern
(manager-magazin.de) Run auf die bulgarische Fibank: Binnen Stunden haben Kunden mehr als 500 Millionen Euro abgezogen. Alles ganz weit weg? Nein: Das Institut hat in den vergangenen Monaten auch in Deutschland viele Sparer
gewonnen. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Der Dummheit sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Oder: Gier frisst Hirn. Was sind das für Leute, die sich nach den Ereignissen um die isländischen Banken immer noch auf die Zinsangebote drittklassiger Banken in "Weit-Weit-Weg-Ländern" einlassen? Wir hätten da ein paar Ideen, die sind aber auf keinen Fall druckreif. Zu den Hintergründen schreibt Österreichs WIRTSCHAFTSBLATT: "Organisierter Bank-Run in Bulgarien: 'Versuche, den Staat durch Attacke auf die Banken zu destabilisieren'". In der Einleitung heißt es: "In Bulgarien schlagen Regierung und Zentralbank wegen eines angeblichen Angriffs auf das Bankensystem des Landes Alarm." Mehr hier


18 Signs That The Global Economic Crisis Is Accelerating As We Enter The Last Half Of 2014
(theeconomiccollapseblog.com) A lot of people that I talk to these days want to know "when things are going to start happening". Well, there are certainly some perilous times on the horizon, but all you have to do is open up your eyes and look to see the global economic crisis unfolding. As you will see below, even central bankers are issuing frightening warnings about "dangerous new asset bubbles" and even the World Bank is declaring that "now is the time to prepare" for the next crisis. Most Americans tend to only care about what is happening in the United States, but the truth is that serious economic trouble is erupting in South America, all across Europe and in Asian powerhouses such as China and Japan. And the endless conflicts in the Middle East could erupt into a major regional war at just about any time. We live in a world that is becoming increasingly unstable, and people need to understand that the period of relative stability that we are enjoying right now is extremely vulnerable and will not last long. The following are 18 signs that the global economic crisis is accelerating as we enter the last half of 2014... Read more...

Kommentar: Eine bemerkenswert vollzählige Liste aller weltweiten Risiken. Die gezogenen Rückschlüsse sind einleuchtend, die Hoffnung von Michael Snyder nur zu verständlich. Erfreulich für alle LeserInnen ohne weitreichende Englischkenntnisse: Es gibt eine deutsche Übersetzung dieses Beitrages: "18 Hinweise darauf, dass die weltweite Wirtschaftskrise in der zweiten Jahreshälfte wieder an Fahrt aufnimmt" (hier). 


Was haben wir bloss falsch gemacht?
(blog.fuw.ch) Ben Bernanke ist seit Februar 2014 ein freier Mann. Er kann sagen, was er will, ohne damit rechnen zu müssen, dass die Finanzmärkte sofort in die eine oder andere Richtung ausschlagen. Mit diesem Problem muss sich nun Janet Yellen herumschlagen.
Die neue Freiheit hat Bernanke benutzt, um ein Geständnis abzulegen. In einer Rede beim Washingtoner Thinktank Brookings, der den Demokraten nahesteht, erklärte er die grössten Fehler seiner Amtszeit. Seine Ausführungen sind bemerkenswert und für Wirtschaftshistoriker ein gefundenes Fressen. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Bernanke gesteht ein (zu seiner insgesamt sehr aufschlussreichen Rede geht es hier), was seit geraumer Zeit schon die Spatzen von den Dächern pfeifen: Die einen (Banken) tricksen und täuschen, die anderen (Aufsicht, Zentralbanken) haben keine Ahnung was läuft. Daran hat sich bis heute nichts geändert, wie die ständigen Skandale der Banken und jüngsten Äußerungen der heutigen Fed-Chefin Janet Yellen eindrucksvoll beweisen (wir werden uns in einem der nächsten Ticker damit beschäftigen). 

Hinzu kommt noch, dass der größte Teil des weltweiten Finanzsystems sprichwörtlich "im Dunkeln" liegt, d. h. völlig ohne jede Kontrolle und Aufsicht höchst riskante Geschäfte betreibt. Ein wenig Licht in dieses Dunkel bringt der folgende Beitrag, der bereits im Juni 2010 bei ZERO HEDGE erschienen ist: "Gary Gorton On The Shadow Banking System Run, And The Interplay Of Shadow And Traditional Banking". Aus der Einleitung: "There are few people as qualified to discuss the stresses of (and on) the financial system over the past several years as Yale and Wharton Professor Gary Gorton, who just incidentally has held positions at the Bank Of England, the Federal Reserve and the FDIC. In a submission to Zero Hedge, Professor Gorton provides some unique perspectives into what we have long claimed was the immediate catalyst for the near collapse of the banking system: the bank run, not so much on depository institutions, but on the much more critical shadow banking system. And when one considers the parallels between the two, whose existence in any case is merely contingent on the persistence of trust in the workings of the broader financial system, Gorton observes that the Great Panic which commenced really in August 2007 (with the first salvo fired by none other than the HFT quant community, on August 6, discussed extensively here previously and in Barron's today most recently), is really no different from the Panics of 1907 or 1893, except that in 2007 'most people had never heard of the markets that were involved, didn't know how they worked, or what their purposes were. Terms like subprime mortgage, asset-backed commercial paper conduit, structured investment vehicle, credit derivative, securitization, or repo market were meaningless.' And just like deposit bank runs earlier, the securitized banking system, which is in essence a real banking system, 'allowing institutional investors and firms to make enormous, short-term deposits' was vulnerable to a panic. What should be more troubling is that the event commencing with the August 2007 waterfall, were not a retail panic involving individuals, but a wholesale panic involving institutions, where large financial firms 'ran' on other financial firms, making the system insolvent. As some other witty writer once put it best, 'banks opened up their books to each other, and hated what they saw.'" Mehr hier. Eine lohnende Lektüre! 


Im Bann der Eigentümer-Gesellschaft
(heise-telepolis) Die Förderung von Wohneigentum bildete die Grundlage der konservativen und neoliberalen Wende seit den 80er Jahren. Doch zugleich ist sie ein Krisenphänomen. Mehr...

Kommentar: Vor dem Hintergrund weltweit (wieder) wachsender Immobilienblasen schafft dieser Beitrag von Tomasz Konicz einigen Durchblick. Er entzaubert einmal mehr die Wirtschaftspolitik einer Margaret Thatcher, überführt die heutigen Täter, benennt die Opfer und beschreibt die Folgen. Alle, die bisher noch kein Wohneigentum gebildet haben, sollten sich endlich entspannt zurücklehnen und für diesen Umstand dankbar sein; ihre Zeit wird kommen. Die Wohneigentümer brauchen starke Nerven und einen festen Glauben für das kommende Fiasko. Noch ist alles friedlich...


US-Wirtschaft im ersten Jahresquartal eingebrochen
(diepresse.com) Das BIP-Minus im ersten Quartal wird von 1,0 auf 2,9 Prozent korrigiert. Konsum und Exporte blieben deutlich unter den Erwartungen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir sind ganz stolz darauf, dass wir in den deutschsprachigen Medien eine Meldung gefunden haben, die sich mit dieser Entwicklung beschäftigt. Natürlich ist auch gleich die passende Erklärung parat - "wegen des eisigen Winters". Damit die Sache keinen bleibenden Eindruck hinterlässt gibt es für das 2. Quartal gleich eine frohe Botschaft: "Für das zu Ende gehende zweite Quartal zeichnet sich aber eine deutliche Belebung ab. 'Es könnte ein Wachstum von mehr als fünf Prozent geben'," wird der Ökonom James Knightley von ING Commercial Banking zitiert. Nach -2,9% ein Sprung auf +5,0%. Es ist schon ein Wahnsinn, für wie potent Experten die US-Wirtschaft halten. Wir können als Kommentar zu dieser Meinung nur ein Zitat von Winston Churchill beisteuern: "Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat."  Hoffentlich gehört Knightley wenigstens zu dieser Sorte. Die Analysten von Goldman Sachs sind da schon ein klein wenig zurückhaltender: "Goldman just boosted their Q2 tracking GDP from 3.8% to 4.0% because Q1 GDP imploded." Nachzulesen in dem Beitrag "Goldman Boosts Q2 GDP Forecast Due To Collapse In Q1 GDP"  bei ZERO HEDGE (hier). 

Wer sich die Wirtschaftsentwicklung in den USA an Hand einiger Charts ansehen möchte, wird ebenfalls bei ZERO HEDGE fündig: "GDP Disaster: Final Q1 GDP Crashes To -2.9%, Lowest Since 2009, Far Below The Worst Expectations". Die Einleitung: "Remember when in January 2014, Q1 GDP was expected to rise 2.6%? Well, here comes the final Q1 GDP revision and it's a doozy: at -2.9%, far below the -1.8% expected and well below the -1.0% second revision, it is an absolute disaster, and is the worst print since Q1 2009. And while a bad GDP print was largely expected, the driver wasn't: personal consumption expenditures somehow crashed from 3.1% to just 1.0%, far below the 2.4% expected, meaning that all hope of a consumer recovery is dead. Finally, as a reminder, US GDP has never fallen more than 1.5% except during or just before an NBER-defined recession since quarterly GDP records began in 1947. Good luck department of truth propaganda machine, because even assuming 3% growth every other quarter in 2014 means 2014 GDP will be 1.5% at best!" Mehr hier. Zwei davon haben wir ausgewählt:






Selbstverständlich hat sich auch Michael Snyder bei THE ECONOMIC COLLAPSE BLOG mit diesem Thema ausführlich beschäftigt: "Stone Cold Proof That Government Economic Numbers Are Being Highly Manipulated". Alle, die noch nicht genug haben, finden den Beitrag hier

An diese Stelle gehört ein Chart von John Williams (hier): 


So sieht die Wirklichkeit aus... schon seit Jahren.

Für den harten Kern unserer LeserInnen geht es noch weiter: "Forget All The ‘Noise’, This Is Why the Economy Has Been Sinking" betiteln ALHAMBRA INVESTMENT PARTNERS ihre Analyse. Einleitend heißt es dort: "The balance to all the policy of 'good feelings' is the actual ability to spend. Orthodox economics resides on the demand side, which explains much of these persistent problems, yet there is a low degree of realization about getting from A to B. As I said earlier, modern central banks are about manipulating expectations, really feelings, in order to control economic spending. The idea is that spending begets spending, the pump priming where manipulated emotion leads to great things. For all the convoluted theories and mathematics, though, the economic system is far too complex to compress into such platitudes. Without a solid income base there simply can be no recovery. A far more contoured and nuanced understanding of the economy is needed to even begin to engage in such central planning, but that does not stop the accumulated statistics of three generations of economists from trying to do so anyway." Mehr hier. Verständlich geschrieben und mit anschaulichen Charts angedickt, von denen wir zwei zeigen: 





Diese Entwicklung ist wieder dem österreichischen WIRTSCHAFTSBLATT eine Meldung wert: "USA in Sorge vor der japanischen Krankheit". Der Vorspann: "Vor allem die unteren Einkommen schaffen kaum Reallohn-Steigerungen. Das wirkt sich auf den Konsum – und damit aufs Wachstum – aus." Mehr hier. 

Abschließen möchten wir unsere Besichtigung der US-Wirtschaft mit dem Beitrag "The State Of The Union: A Friendly Reminder Where We Stand Now" von ZERO HEDGE. Er besteht hauptsächlich aus Charts, die nach unserer Ansicht bei einer Bewertung der Verhältnisse in der US-Wirtschaft nicht fehlen dürfen. Mehr hier.  


Japan: Shinzo Abes dritter Pfeil schaut aus dem Köcher
(diepresse.com) Japans Regierung will nach Konjunkturprogrammen und Staatsanleihekäufen nun Strukturreformen angehen. Es handelt sich um das dritte Element der Wirtschaftspolitik von Premier Shinzo Abe. Der Ausgang ist offen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Entdecken wir einen deutschsprachigen Beitrag, erhält er bei uns den Vorzug. Selbst wenn er inhaltlich uns nicht auf der Höhe der Zeit erscheint. Das liegt daran, dass es in den europäischen Führungsmedien grundsätzlich viel Lob für die Politik des japanischen Regierungschefs gibt. Kritik ist offenbar verpönt. Das gilt umso mehr für Abe's Wirtschaftsberater, Koichi Hamada. Der titelt euphorisch für PROJECT SYNDICATE "Abe's Bullseye". Einleitend schreibt Hamada: "Japanese Prime Minister Shinzo Abe has unveiled his long-awaited growth strategy – the so-called 'third arrow' of what has come to be known as 'Abenomics.' A preliminary version of the plan, announced to Japan’s Diet last year, was met with disappointment in international financial markets, which had expected a bolder approach. The new version is far more robust – and has received a far more positive global response. Over the last 18 months, the first and second arrows of Abenomics – consisting of expansionary monetary and fiscal policies – have achieved considerable success in spurring Japan’s economic renewal. For starters, they have fueled price growth, with the GDP price deflator declining from 3% to nearly zero. Moreover, the ratio of job openings to applicants, which fell to 0.4 under Japan’s last government, led by the Democratic Party of Japan, is now approaching 1.1. Indeed, Japan is beginning to show signs of a labor shortage. But the limits of Abenomics' first two arrows will soon be reached. With employment rising as Japan's economy moves toward realizing potential output, monetary stimulus will create inflationary pressures and public expenditure will yield sharply diminishing returns. At that point, significant growth can be achieved only by increasing the economy’s real productive capacity. That is what Abe’s new growth strategy aims to achieve." Mehr hier. Schön auch sein Schluss: "The Abe government has presented a set of forward-looking reforms – and appears determined to follow through on implementing them, even if doing so means confronting those with a vested interest in their failure. If the third arrow succeeds in sustaining Japan’s economic revival, there will no longer be any room to doubt the merits of Abenomics." Für uns ist es das berühmte "sich Mut machen", das "Pfeifen im Walde" (hier).

Damit die LeserInnen unseren kritischen Standpunkt gegenüber den "Abenomics" einordnen können, greifen wir auf zwei Beiträge von ZERO HEDGE zurück. Der erste ist überschrieben mit "Abe's Worst Nightmare: Household Spending Collapses As Inflation Spikes". Der Autor schreibt: "Japan is in trouble. Normally the news that a piece of macro data had utterly and completely collapsed would be greeted by the BFTD mentality as bad news reinforces the printing-press of central planners' put guarenteeing future wealth for all... but not this time. Household spending collapsed 8.0% in May (echoing the plunge following the last tax hike in 1997) - more than double expectations and almost as bad as the month of the tsunami. Great news? That's the problem... the great limiter of central bank largesse is looming as Japanese CPI spiked to 3.7% - its highest in 24 years! (and Core CPI at 3.4% - its highest since 1982) This implicitly hobbles the BoJ from further exuberance and already JPY strength (and NKY weakness) are showing." Mehr hier. Dazu gleich noch einen Chart aus dem Beitrag: 

"Household spending collapses..."



Der zweite Beitrag, "Shinzo Abe And The Three Magic Arrows", stammt vom The Ludwig Mises Institute. Ein Auszug: "Despite claims to the contrary in the mass media, Japan’s economy is continuing to suffer mightily under the leadership of Prime Minister Abe Shinzo. Abe is from a famous family and he’s a convincing talker, so he was able to bamboozle people into believing that he could make Japan prosper with his three arrows. These metaphorical arrows stand for 'monetary stimulus,' 'fiscal stimulus,' and 'structural reform.' When Abe was elected using his 'three arrows' symbolism to attract votes, I thought the Japanese people were beginning to believe in magic. Perhaps they were gullible or a little lazy in thinking or thought they would receive 'free stuff' from Abe. No matter, Abe became Prime Minister in December 2012 and shot off his arrows. With his 'monetary stimulus' arrow, Abe arm-twisted the central bank into doubling the money supply in just a few months time. I could just imagine Abe rubbing his palms together and fiendishly muttering 'We’re going to be rich, rich, RICH!' All that the central bank had to do was type a few numbers into their computers to make this happen. Naturally, the newly created money was distributed to politically powerful banks." Mehr hier. Das Fazit des Beitrags fällt knapp aus: "Abe’s policies are complete and utter failures."


China: Massive Staats-Intervention verhindert Absturz der Wirtschaft
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die chinesische Regierung pumpt massive Mittel in die Erneuerung des Schienennetzes und den öffentlichen Wohnungsbau. Damit verhindert Peking den Absturz und kann ein Wirtschafts-Wachstum melden. Der Preis: Die Staatsausgaben sind um fast 25 Prozent gestiegen. Mehr...

Kommentar: Ohne Rücksicht auf spätere Verluste hält China seine Wirtschaft am Laufen. Was dabei herauskommt, lässt sich u. a. hier bestaunen. Das wird auf Dauer nicht funktionieren, aber vielleicht rettet sich China noch über die nächste Krise hinweg ...


Das Risiko eines politischen Blackouts: Beginnt die nächste große Krise in China?
(querschuesse.de) Wir hatten in den letzten Jahren reichlich Gelegenheit, Erfahrungen mit großen Krisen wie auch mit dem Krisenmanagement zu sammeln. Wir hatten eine Finanzmarktkrise, eine Weltwirtschaftskrise und mehrere Schuldenkrisen. Es ist sinnvoll, einmal eine Art Zwischenbilanz zu ziehen. Mehr...

Kommentar: Wir finden, SLE bietet mit diesem Beitrag den passenden Schluss für unseren heutigen Nachrichten-Ticker. Ein Wochenende steht vor der Tür und liefert ausreichend Zeit, um sich damit zu beschäftigen. Stefan Eichner's Thesen bieten reichlich Gedankenfutter und Raum zur eigenen Meinungsbildung. Das gefällt uns. Die wollen wir nicht durch eigene Anmerkungen stören. Wer schon länger bei uns mitliest, der kennt unseren Standpunkt zu China. Die anderen müssen einfach per Suchfunktion in unseren älteren Beiträgen nachlesen. 


In eigener Sache  II
Wer sich gegen die vielen Formen der Finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)

Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.