Dienstag, 17. März 2015

Standpunkt 961 - Nachrichten-Ticker, 16.03.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuert wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Deutschland vs. Griechenland (5 Beiträge) - Deutschland vs. Varoufakis (6 Beiträge) – Die Euro-Krise erfindet sich gerade neu - Griechenland in Zahlen - Italien - Spanien - Investitionsoffensive in Europa vs. Austerität - Draghi macht Politik - EZB - Bankenkrise in Österreich: Deutschland wacht auf - Joschka Fischer "küsst" Angela Merkel wach - Podemos - USA (4 Beiträge) - Schweden-Zentralbank vs. Paul Krugman - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


 Griechenland vs. Deutschland – Das Klima ist vergiftet
(nachdenkseiten.de) Seit die neue griechische Regierung im Amt ist, wird der Ton der deutschen Medien wieder schriller. Man drischt lustvoll, hämisch und oft unter der Gürtellinie nicht nur auf "die Griechen", sondern seit kurzem auch und vor allem auf bestimmte Regierungsmitglieder ein. Eine besondere Rolle scheinen bei diesem neu entflammten Medienkrieg die griechischen Reparationsforderungen gegenüber Deutschland zu spielen. Unser Griechenland-Korrespondent Niels Kadritzke geht dieser und anderen Frage in einer dreiteiligen Serie auf den NachDenkSeiten ein. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Versuch zu mehr Sachlichkeit. Für uns eher hoffnungslos. Weil Griechenland zum Feindbild stilisiert wird. Dabei geht es nicht um die 11 Milliarden Euro Reparationsforderung, die von Deutschland aus der sprichwörtlichen Portokasse gezahlt werden können. Es geht um sehr viel mehr. Dahinter steckt ein perfider Plan. Einer - nach unserer Einschätzung - der letzten investigativen deutschen Journalisten, Harald Schumann, gibt in seinem Beitrag "Die Unterwerfung Athens ist ein verheerendes Signal" dazu einige beachtliche Denkanstöße: "Die Botschaft der Europäer lautet: Entweder die wirtschaftlich schwächeren Länder kriechen bei den Deutschen und ihren Agenten in Brüssel zu Kreuze. Oder diese treiben sie in den wirtschaftlichen Niedergang." Mehr hier. Nur ist es weit schlimmer: Sie müssen den Deutschen regelrecht in den Arsch kriechen (unsere Leserinnen entschuldigen bitte diese überdeutliche Aussprache), anders lässt sich nicht beschreiben, was gerade in Europa passiert. Eine schändliche Entwicklung, die längst unsere Meinung bestätigt: Letztlich geht es in dieser Krise nur noch darum: Rette sich wer kann. Auf Kosten der anderen, das versteht sich von selbst. Aber vergessen wir nicht: Den Letzten beißen die Hunde. Solidarität? Die wurde in Europa spätestens 2010 abgeschafft. Sogar innerhalb der am stärksten betroffenen Ländern. Die Reaktionen der Regierungen in Spanien, Portugal und Irland bestätigen diese Einschätzung. Es ist schon eng geworden, im deutschen Hintern. 


Quelle: kosmopolito.org



Schäuble rechnet mit Athen ab
(faz.net) „Sie haben alles Vertrauen zerstört“ - Wolfgang Schäuble holt gegen Griechenland aus. Die Regierung in Athen breche nicht nur Absprachen, sie belüge auch das eigene Volk. Forderungen nach Entschädigung wegen einer Zwangsanleihe aus dem Zweiten Weltkrieg schmettert der Finanzminister ab. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Auf deutscher Seite jagt ein verbales Foul das nächste. Was kommt noch? Der Einmarsch "der Kavallerie" in Griechenland? Panzer rollen gegen Athen? Wir bleiben bei unserer Einschätzung: Die griechische Regierung muss weg, so schnell wie möglich. Zu groß ist die Gefahr, die von ihr für die deutsche Austeritätspolitik in Europa ausgeht. Natürlich helfen die heimischen Führungsmedien bei dieser Propagandaschlacht nach Kräften mit, damit die Bundesregierung bei dieser Schlacht den Sieg davonträgt. Klar ist, die Schurken sitzen in Deutschland, nicht in Athen...

Die SUEDDEUTSCHE will da nicht zurückstehen. Und hängt Varoufakis' Stinkefinger in dem Beitrag "Schäuble sieht Vertrauen zu Griechenland zerstört" noch einmal hintendran. Mehr hier. Dort ist aber auch nachzulesen, was Berlin und das BILDungsbürgertum so in Rage bringt: "Tsipras pocht jedoch auf die Unabhängigkeit und Souveränität seines Landes. 'Griechenland ist keine Kolonie. Eine Rückkehr zum Sparprogramm wird es für Griechenland nicht geben', sagte der linke Politiker." Nur zu verständlich, diese Haltung. Der britische INDEPENDENT hat die Wahrheit hinter der europäischen Sparpolitik in einer sehr drastischen Karikatur treffend auf den Punkt gebracht:
Quelle: independent.co.uk

An dieser Stelle möchten wir unbedingt auf einen Beitrag hinweisen, der schon durch seine karikierende Überschrift auffällt: "Brief aus Athen: An Schäubles Wesen soll Athen genesen". Ein Auszug: "Die Angriffe der deutschen Mainstream-Medien gegen die griechische Regierung, die gerade mal 6 Wochen im Amt ist gehen unvermindert weiter. Über Aussagen der gewählten Volksvertreter Griechenlands wird mittlerweile beinahe ausschließlich unter Verwendung von Verben berichtet, die vor noch nicht allzu langer Zeit Kennzeichen der gelben Krawallpresse waren. Griechische Politiker erklären nicht  etwa ihren Standpunkt geschweige denn argumentieren. Noch nicht einmal behaupten sie etwas. Nein: sie drohen, giften, provozieren, machen Anwürfe und Verbalangriffe, stänkern, wettern und machen wüste Rundumschläge.  Drunter tun es Spiegel, FAZ, Zeit und Süddeutsche inzwischen nicht mehr. Um Argumente geht es damit auch gar nicht mehr. Waren vor kurzem durchaus noch Stimmen der Vernunft zu hören, die mal drauf hinwiesen, dass die seit 5 Jahren erzwungene Austeritätspolitik vollständig gescheitert ist und man vielleicht der neuen Regierung eine Chance geben solle, was anderes zu machen heißt es jetzt diese hätte ihre Chance schon gehabt aber nicht genutzt. Jetzt müsse sie 'endlich liefern' was übersetzt nichts anderes heißt als sich die linken (oder besser keynesianischen) Flausen aus dem Kopf schlagen und die mit der konservativenVorgängerregierung vereinbarten neuen noch strengeren Austeritätsmaßnahmen endlich anzugehen. Zudem wird die Regierung fast durchgehend mit erschreckender Unredlichkeit für die Politik verantwortlich gemacht, die die von CDU und SPD jahrelang kräftig unterstützten Regierungen von ND und PASOK jahrelang betrieben haben." Mehr hier. Eine lohnende Lektüre! 


Varoufakis bei Jauch: Der Tiefpunkt ist erreicht 
(le-bohemien.net) Varoufakis wird wie ein Strafgefangener behandelt – und in Zukunft wird man sich über die Echtheit oder Fälschung eines Stinkefingers streiten: "Günther Jauch" war ein Meilenstein des inszenierten Journalismus. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir haben das in den vergangenen Tagen schon hinreichend kommentiert. Nur so viel noch: Tiefer geht immer. Das werden wir in den nächsten Tagen noch lernen dürfen. Der Besuch Tsipras' bei Europas (un)heimlicher Herrscherin "Angie I., Kaiserin von Europa" (hier), muss schließlich gut vorbereitet werden. Bei den NACHDENKSEITEN hat sich ein Leser zu Wort gemeldet, dessen Meinung wir an dieser Stelle im Wortlaut wiedergeben: "Wer die gestrige Jauch-Sendung gesehen hat, weiß, dass es gar nicht mehr um Austausch von sachlichen Argumenten und gegenseitiges Verständnis geht, und davon, die Kuh vom Eis zu bekommen. Gestern gab es ein inquisitorisches Tribunal, inkl. Jauch, der eigentlich nur moderieren und nicht mit anklagen sollte. Varoufakis hat es dann selbst angesprochen: diese neue Regierung muß weg, weil sie nicht in den neoliberalen Zeitgeist passt und den Besitzenden und den damit verbandelten Politikern in die Kandare fährt. Selbstbestimmung, wo kämen wir denn da hin? Ihr habt gefälligst zu parieren und sonst das Maul zu halten. 'Sie' werden es schaffen, weil die Tsipras-Regierung machen kann, was sie will, es wird nichts nützen und nicht ausreichen! Und dann werden wieder solche Strohpuppen des intern. Kapitals eingesetzt, die fleißig weiter für Umverteilung sorgen, von unten nach oben. Wer Schulden hat, soll sich schuldig fühlen, das Maul halten, willfährig sein, sich ausbeuten lassen und Demokratie in der Art von Globuli genießen: Dran glauben, aber nichts bewirken. Also, lassen wir es krachen. Die Frage ist nur, ob dann die Goldene Morgenröte, als mögliche Nachfolge-Regierung, willfähriger ist. Die halten es eher mit Le Pen und irrlichtern ganz rechts-außen." (Quelle: hier) Danke dafür! Ergänzend dazu können wir einen Beitrag anbieten, den die F.A.Z. gerade in ihrem Repertoire hat: "Schulz: Tsipras muss Koalition aufkündigen". Die Einleitung: "Der EU-Parlamentspräsident hat den griechischen Regierungschef aufgefordert, die Koalition mit der rechtpopulistischen Anel-Partei zu beenden. Deren Vorsitzender Panos Kammenos hatte Wolfgang Schäuble bezichtigt, 'in einen Fall von Bestechung' verwickelt gewesen zu sein." Mehr hier. Offensichtlich spielte Kammenos auf die Rolle Schäuble's in der CDU-Spendenaffäre an. Das kann man ihm kaum ankreiden angesichts der Erbarmungslosigkeit, mit der Wolfgang Schäuble gegen die griechische Regierung in den Krieg zieht.

Dagegen eine Meinung aus dem Kreis der deutschen Referenzmedien: Der SPIEGEL kritisiert "Die Varoufakis-Monologe". Im Vorspann heißt es: "Er nannte die Geldprobleme Athens ein 'kleines Liquiditätsproblem' und ließ kaum jemanden ausreden: Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis bestritt den Talk von Günther Jauch praktisch allein - auch weil seine Kontrahenten schlecht vorbereitet waren." Mehr hier. Solche Beiträge belegen drastisch, dass dieses ehemalige Nachrichten-Magazin noch nicht einmal mehr ein Schatten seiner selbst ist. Nicht weit davon weg ist leider auch Wolfgang Münchau mit seiner aktuellen Kolumne "Fluch der Eitelkeit", in der er sich natürlich auch mit dem Auftreten des griechischen Finanzministers beschäftigt. Münchau schreibt in seiner Einleitung: "Eigentlich sollte Athens Finanzminister Giannis Varoufakis Sympathien für sein Land sammeln - die braucht es nämlich dringend. Doch mit überheblichen und ungeschickten Auftritten erreicht er das Gegenteil." Mehr hier.

Wer sich noch einen Eindruck von der Sendung verschaffen möchte: hier

Andernorts fängt man ebenfalls an, sich in Yanis Varoufakis festzubeißen. Österreichs DIE PRESSE titelt "Varoufakis, Minister unberechenbar". Das Blatt analysiert: "Griechenlands Finanzminister Varoufakis provoziert ein Ärgernis nach dem anderen. Tsipras steht zu ihm, in der Syriza ist er jedoch ein Fremdkörper." Mehr hier. Natürlich geht es dann auch um den "Stinkefinger" und die Homestory. Ausgerechnet die F.A.Z. versucht sich derweil an Aufklärung. Sie meldet "Der Finger wurde aus dem Zusammenhang gerissen". Weiter heißt es in der Einleitung: "Hat Giannis Varoufakis den Deutschen den Stinkefinger gezeigt? Srecko Horvat kennt die Antwort. Er hat das 'Subversive Festival' organisiert, auf dem das fragliche Video entstand." Mehr hier


Die nächste Runde der Eurokrise
(heise.de/telepolis) Griechenland und EU: Politiker streiten über Personalfragen, öffentliches Auftreten und Indiskretionen. Mehr...

Kommentar: Eine Analyse. Die zum Schluss mit einer Pikanterie aufwartet, die offensichtlich hierzulande noch nicht angekommen ist: Der neue griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos  "stammt aus dem Lager der konservativen Nea Dimokratia", der Schwesterpartei der CDU. Und "Pavlopoulos möchte für die Lösung der Reparationsfrage mit Deutschland und für die Rückzahlung des Zwangskredits einstehen." Außerdem: "(...) in Fragen des Euro ist Pavlopoulos (...) auf einer Linie mit Tsipras." 


Greece: update on public finances 
(bruegel.org) - the State primary budget balance has returned almost in line with the target, but mostly due to expenditure cuts. Revenues continue to underperform. Read more...

Kommentar: Jenseits des Streits zwischen Deutschland und Griechenland gibt es auch noch ein paar Fakten. Dazu eine Grafik aus dem Beitrag:



Italian Bad Debt Hits Record $197 Billion As Bank Lending Contracts For Unprecedented 33 Consecutive Months
(zerohedge.com) Repeat after us: the biggest threat facing Europe's banking system is not a Grexit, is not the Austrian "bad bank" black swan (although it is pretty bad), it is the trillions in non-performing loans on the balance sheets of European banks, which Europe has no idea how to and which continue to multiply in the process threatening to impair depositors with bail-ins (see Cyprus). It is also why, after years of debate, the ECB finally agreed to flood European banks with what it hopes will be over €1 trillion in excess reserves a la the US (of course, if Zero Hedge, and now JPM is correct, the ECB will break the bond market long before it achieves its goal) in order to mitigate the relentless cash demands of a constantly rising NPLs. Read more...

Kommentar: Die Krise in Europa geht unvermindert weiter, wie das Beispiel Italien zeigt.Sicherlich ist daran auch Griechenland schuld. Dieser Chart aus dem Beitrag zeigt das Ausmaß der Misere:





Spanisches Geldhaus Banco Madrid pleite
(zeit.de) Die spanische Bank Banco Madrid mit rund 15.000 Kunden ist pleite. Das Geldhaus beantragte am Montag Gläubigerschutz, wie in einer Erklärung mitgeteilt wurde. Der Grund: Geldwäschevorwürfe gegen das Mutterhaus Banca Privada d'Andorra (BPA) hatten die Kunden der Banco Madrid bewogen, ihre Konten zu leeren, wodurch sich die Bank nicht mehr in der Lage sieht, ihre finanziellen Verpflichtungen "rechtzeitig zu erfüllen". Mehr...

Kommentar: Just for info... Krise ist immer irgendwo in Europa. 


Eine Investitionsdynamik gegen Europas Wachstumsschwäche in Gang setzen
(wirtschaftundgesellschaft.de) "Errare humanum est, sed perseverare diabolicum est." Im Irrtum weitermachen scheint die Devise der politisch Verantwortlichen der Eurozone zu sein. Die Eurozone verharrt zurzeit in kümmerlichem Wachstum, das sich durch allseitige Resignation weiter fortschreibt. Eine Initiative von Staatsmännern, fähig, Energien für Investitionen zu bündeln, könnte ein Weg aus der Krise sein. Doch das heutige Europa hat keine gestandenen Staatsmänner. Ganz im Gegenteil, unsere Regierungen haben uns in die heute bestehende Situation hinein manövriert. Die Absenkung der Investitionen in der Eurozone beläuft sich seit Ende des Jahres 2007 auf 20 Prozent, erreicht jedoch einen Wert von mehr als 40 Prozent in den am meisten heruntergewirtschafteten südeuropäischen Ländern.
Wenn es eine Überzeugung gibt, die Keynes und Schumpeter verbindet, dann die, dass nur investive Zukunftsprojektionen krisengeschüttelten Gesellschaften die Chance geben, sich wirtschaftlich zu erholen bzw. zu regenerieren. Ein vertretbares Wirtschaftswachstum sollte zwei Ziele anstreben: einmal muss die Schaffung neuer Arbeitsplätze von beruflicher Bildung zur Erlernung neuer Kompetenzen begleitet werden, d.h. der Faktor Arbeit muss aufgewertet werden. Zweitens muss vertretbares Wachstum die existierende ökologische Schuld (der Industriegesellschaften) anerkennen, d.h. es muss die fortschreitende Umweltzerstörung stoppen bzw. den bestehenden Trend dazu umkehren. Mehr...


Kommentar: Ja, genau richtig. Außerdem das Finanzsystem tiefgreifend reformieren. Dann läuft der Laden wieder. Nicht nur in Europa. Für beides fehlen Einsicht und Mut. Statt dessen kollabiert das System und anschließend die Realwirtschaft. The (chicken) game is over. Zurück auf Los. 


Draghis Mission
(sueddeutsche.de) 
  • EZB-Präsident Mario Draghi forderte die EU-Mitgliedstaaten beim SZ-Finanztag auf, mehr Souveränität an die EU abzugeben.
  • Nur so könne die politische Union vertieft werden. So wie die Währungsunion jetzt ist, sei sie unvollständig. Jeder einzelne Staat könne zu Instabilität für den ganzen Raum führen.
  • Der Aufbau eines europäischen Finanzministeriums setzt eine Änderung der Europäischen Verträge voraus. Dazu müssten die 19 Parlamente der Mitglieder des Euroraums zustimmen. 
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Kommentar: Was Draghi fordert, ist naheliegend und zwingend geboten. Nur durchsetzbar ist diese Forderung (noch) nicht. Dazu gehört nämlich sehr viel mehr, als vom EZB-Chef gefordert wird. Was er aber auch nicht gerne hören wird: Die Reform des Finanzsystems - gerne beispielgebend zuerst in Europa. Geschieht dies nicht, so sind alle anderen Pläne zum Scheitern verurteilt. Draghi möchte das Gegenteil: Das bestehende Finanzsystem bewahren und ihm alles andere unterordnen - auch die Staaten. 


Europe’s Banks Lend Themselves Less of QE’s Intentions 
(alhambrapartners.com) So far Europe’s QE is having some trouble gaining pace. As of March 13, the ECB reports that €9.7 under the Public Sector Purchase Program has been carried out, or about half the rate that was anticipated. That may come as a shock to those not familiar with the ECB’s heightened action of the past eight months, but it is actually quite consistent with prior "programs." Despite all the promises of radical intervention, the "markets" seem highly uninterested if not completely immune to the liquidity enticements. Read more...

Kommentar: Ein bisschen Nachhilfe in Sachen EZB. Für alle, die sich mehr Durchblick verschaffen wollen. Eine der Grafiken aus dem Beitrag:


It's a long way home...


Bankenverband übernimmt Bank in Not 
(faz.net) Die Finanzkrise ist zurück in Deutschland. Die Düsseldorfer Hypothekenbank soll nicht insolvent gehen. Sie gilt zwar als "nicht systemrelevant", gilt aber als wichtig für den deutschen Pfandbriefmarkt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Überraschend schnell ist die Nachricht im Leitmedium F.A.Z. angekommen. Alle Achtung. Aber auch die in der zweiten Reihe sind auf Zack: "Banken-Krach in Österreich: Weitere Landesbanken vor Millionen-Verlusten" melden zeitgleich die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN. Der Vorspann: "Die deutschen Banken besitzen rund 40 Prozent jener Hypo-Papiere, deren Rückzahlung Anfang des Monats durch Österreich gestoppt wurde. Das bedeutet für die Banken Milliarden-Verluste. Die neuesten Fälle sind die HSH Nordbank und die Frankfurter Helaba." Mehr hier. Alles kein Problem, die Einlagen sind sicher...


Merkel auf Frontalkurs 
(sueddeutsche.de) Griechenland taumelt, in der Ukraine herrscht Krieg: Die beiden Krisen beherrschen die europäische Politik. Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt die Bedrohungen ernst - und übernimmt endlich politische Führung. Gastbeitrag von Joschka Fischer. Mehr...

Kommentar: Was für ein Zeug hat der denn genommen? Das wollen wir auch. Man entdeckt scheinbar Dinge in der Welt, die vorher nicht da waren. Märchenhaft. 


The Podemos wave
(opendemocracy.net) Never before has it become so clear that we live in societies that are politically democratic but socially fascist. The Podemos wave is a metaphor for every single attempt to find a progressive solution.
The countries of southern Europe are extremely diverse, both socially and politically. But they are taking the brunt of the impact caused by the same misguided policy imposed by central and northern Europe via the European Union (EU), with varying but converging outcomes. In broad terms, this amounts to chaining these countries to their peripheral position within the continent, subjecting them to unfairly disproportionate indebtedness, actively disabling the state apparatus and public services, pushing the middle classes into abrupt impoverishment, forcing young people to emigrate and cutting investment in education and research, without which it becomes impossible to doff the aforementioned peripheral status. Spain, Greece and Portugal are paradigmatic tragedies. Read more...


Kommentar: Heute liefern wir auch noch ein bisschen politische Bildung. Die kann nichts schaden in einem Land, in dem die 4. Gewalt komplett die Seiten gewechselt hat.  


Robert Reich: Why Americans Are Screwed and Europeans Are Not
(alternet.org) The U.S. economy is picking up steam but most Americans aren’t feeling it. By contrast, most European economies are still in bad shape, but most Europeans are doing relatively well.
What’s behind this? Two big facts.
First, American corporations exert far more political influence in the United States than their counterparts exert in their own countries. In fact, most Americans have no influence at all. That’s the conclusion of Professors Martin Gilens of Princeton and Benjamin Page of Northwestern University, who analyzed 1,799 policy issues — and found that "the preferences of the average American appear to have only a miniscule, near-zero, statistically non-significant impact upon public policy."
Instead, American lawmakers respond to the demands of wealthy individuals (typically corporate executives and Wall Street moguls) and of big corporations – those with the most lobbying prowess and deepest pockets to bankroll campaigns.
The second fact is most big American corporations have no particular allegiance to America. They don’t want Americans to have better wages. Their only allegiance and responsibility is to their shareholders — which often requires lower wages  to fuel larger profits and higher share prices. Read more...


Kommentar: "Warum die Amerikaner im Arsch sind und die Europäer nicht" erklärt in diesem Beitrag Robert Reich, ehemaliger US-Arbeitsminister unter Bill Clinton. Wir fragen uns allerdings: Wann war Reich das letzte Mal in Europa - und/oder wo?


US Manufacturing Output Falls For 3rd Month - Worst Since Lehman 
(zerohedge.com) Along with a massive revision for January (from +0.2% to -0.3%), February's Factory Output fell 0.2% (missing expectations for the 3rd month in a row). This is the 3rd drop in a row for factory output - the worst run since 2009. Overall industrial production missed for the 3rd month in a row but managed a meager 0.1% rise on the back of the biggest rise in utility output ever. Auto vehicles and parts production tumbled 3.0% MoM. Read more...

Kommentar: Statt vieler Worte nur diesen Chart...




US Economic Data Is Having Its Worst Year Since At Least 2000 
(zerohedge.com) It's getting old but the percentage of missed expectations in economic data is now over 90% since the start of February with three more added to the long list today. This has pushed Bloomberg's US Macro Surprise index to its worst start to a year on record. Read more...

Kommentar: Noch einmal nur ein Chart...



Japan Ties China As America's Largest Creditor As Foreigners Dump A Record Amount Of Treasurys
(zerohedge.com) One month ago when looking at the December update of foreign holdings of US Treasuries, and specifically the two largest foreign creditors, we said that China "sold another $6 billion in Treasurys in the last month of 2014, which would have made its US treasury holdings equal with those of Japan, if only Tokyo hadn't also sold over $10 billion in the same month."
Moments ago the January update was released, and while China continued selling US paper, liquidating another $5.2 billion in January and bringing its new total to the lowest since January 2013, Japan - yes that Japan whose central bank is now moentizing 100% of its own debt issuance because the country is now effectively insolvent and absent constant monetization of its debt it is finished - bought $8 billion in US debt, in the process trying China as America's largest foreign creditor for the first time in history, with both nations holdings $1.239 trillion in US TSYs. Read more...


Kommentar: Die Hammer ist aus unserer Sicht etwas anderes und versteckt sich hier: Belgien hat mal wieder zugeschlagen und im Januar für sagenhafte 354,6 Milliarden US$ Treasury Securities gekauft. Es belegt damit hinter China und Japan den 3. Platz in der Rangliste. Woher stammt das viele Geld? Vom Fed? Der EZB? Es darf spekuliert werden. 


World's Oldest Central Bank Asks Paul Krugman To Shut Up
(zerohedge.com) About a year ago, everyone’s favorite easy money advocate Paul Krugman accused the world’s oldest central bank of turning Sweden into Japan by adopting a policy of "sadomonetarism." The Riksbank, Krugman claimed, unnecessarily transformed itself from "recovery rockstar" to deflationary deathtrap by raising rates too early. Read more...

Kommentar: Offensichtlich ist auch ein Ökonom von Weltruf nicht gegen fiese Attacken gefeit. In diesem Fall erwischt es Paul Krugman, den "Chef-Keynesianer" unserer Zeit. Eigentlich würden wir diesem Beitrag keine große Beachtung schenken, aber wir selbst sehen Schweden auf äußerst wackeligen Beinen. Da erscheint es uns bemerkenswert, wie nachdrücklich und wortgewaltig sich die Riksbank gegen die Analyse von Krugman zur Wehr setzt. Wir werden daran erinnern, wenn Schweden abschmiert.     


Auch in 2015: Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)