Freitag, 20. März 2015

Standpunkt 962 - Nachrichten-Ticker, 17.03.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuert wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Deutschland vs. Griechenland (8 Beiträge) - Deutschland vs. Varoufakis (2 Beiträge) – Reparationsforderungen Griechenlands (2 Beiträge) - Staatskrise nicht Schuldenkrise - EZB-Liquiditätsschwemme - Podemos - US-Dollar - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Wolfgang Schäuble und die Griechenlandkrise: Vom Mantra der Alternativlosigkeit zur deutsch-griechischen Schlammschlacht
(querschuesse.de) Jahrelang hat insbesondere die Bundesregierung immer wieder hervorgehoben, dass es für die europäischen Schuldenstaaten keine Alternative zu strukturellen Reformen und zum Sparen bzw. zum (austeritätspolitischen) Sanierungskonzept der sogenannten Troika gibt. Das ist selbstverständlich eine Behauptung. Eine ernsthafte und offene Debatte über mögliche Alternativen hat es in der Euro-Gruppe nie gegeben.
Seit in Griechenland die vom Linksbündnis Syriza geführte Regierung im Amt ist, fordert diese hartnäckig genau das: eine Debatte über alternative und vor allem bessere Lösungskonzepte. Die Folge: Das Mantra von der Alternativlosigkeit funktioniert nicht mehr – jedenfalls nicht mehr so richtig. Darum wird versucht, Griechenland als europäischen Sonderfall darzustellen und in Europa politisch zu isolieren. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Hervorragend, dieser Beitrag von SLE. Dem haben wir nichts hinzuzufügen. Nur eine dicke Leseempfehlung! Toll auch seine Grafik, die mehr sagt als 1000 Politiker-Worte: 


In diesen Zusammenhang gehört auch ein früher Beitrag, in dem sich SLE am 07.01.2015 mit dem deutschen Sparwahn(-sinn) gegenüber Griechenland beschäftigt: "Austeritätspolitik oder Grexit? – Staatsverschuldung und Wirtschaft der PIIGS-Staaten unter austeritätspolitischem Regime". Einleitend heißt es: "Abgesehen von Pegida wird in Deutschland gegenwärtig nichts so intensiv diskutiert wie die Frage, ob Griechenland aus dem Euro wird ausscheiden müssen, falls die linksgerichtete Syriza die anstehenden Neuwahlen am 25. Januar gewinnt und ihr Versprechen wahr macht, den austeritätspolitischen Kurs zu beenden. Ausgelöst hat diese Debatte ein Artikel des 'Spiegel', laut dem Angela Merkel und Wolfgang Schäuble sich angeblich einig sind, dass es für Griechenland keine Alternative zum austeritätspolitischen Kurs gibt und eine Abkehr davon nahezu unausweichlich zum Ausscheiden des Landes aus dem Euro (kurz: Grexit) führen werde. Einen Austritt halten sie demnach für die Währungsunion inzwischen für verkraftbar. Zwar hat der Spiegel niemanden namentlich zitiert und die Bundesregierung dementierte, in der Griechenlandfrage einen Kurswechsel vollzogen zu haben. Die Debatte in Deutschland hat das jedoch nicht mehr stoppen können und möglicherweise war das auch die Intention der anonymen Weitergabe entsprechender Informationen aus dem Regierungsviertel an den Spiegel. Es ist müßig, sich damit weiter auseinanderzusetzen. Viel interessanter ist die einfache Frage, wie effektiv das austeritätspolitische Sanierungskonzept der Euro-Retter bzw. der Troika (EU-Kommission, EZB, Internationaler Währungsfonds) bisher überhaupt gewesen ist." Mehr hier. Lesen! In dem Beitrag werden die Wirtschaftsdaten zu Griechenland seit 1998 verglichen. Das Fazit: "Insgesamt ist das Bild, das sich aus den Daten für 1998-2013 für Griechenland ergibt, nicht nur beklemmend, sondern es lässt auch die Erfolgsstory vermissen, die das austeritätspolitische Sanierungskonzept angeblich liefern soll." Die Bundesregierung sollte sich schämen und nicht weiter darauf beharren, dass sich die neue griechische Regierung an ein völlig nutzloses Spardiktat hält.


Dijsselbloem warns Cyprus bail-in scenario conceivable for Greece
(thepressproject.net) Although the Eurogroup remain committed to keeping Greece in the Eurozone, the group's chair, and Dutch Finance Minister Jeroen Dijsselbloem, told broadcaster BNR that there are scenarios in place should Greece not capitulate to EU demands in July, and that the potential options had already been played out elsewhere, pointing to Cyprus as a possible future outcome, "Think about Cyprus", he said. "The banks there limited withdrawals for a while, capital inflows and outflows were subject to numerous conditions, and so all kinds of scenarios are still conceivable." Read more...

Kommentar: So geht Erpressung. Das kommt dabei heraus, wenn eine demokratisch gewählte schwäbische Hausfrau, ein Erbsenzähler, viele Sesselfurzer und noch mehr Korinthenkacker, die europäische Krise managen. Die Demokratie bleibt auf der Strecke. 

Quelle: economist.com

Are Greek Capital Controls Now Inevitable?
(zerohedge.com) While the trading algos are blissfully honing their headline-scanning skills (it should take no longer than a few nanoseconds to find whether "patient" and "international" are in the FOMC statement) ahead of tomorrow's Fed announcement and avoiding any macro developments from around the globe, the biggest international news hit earlier today when Greece came one step closer to if not a Grexit, then a full blown bank run and capital controls when none other than the chair of the Eurogroup Jeroen Dijsselbloem became the first European Union official to suggest the possibility of capital controls to prevent Greece leaving the euro, which in turn drew a furious reaction from Athens, which accused him of "blackmail." Read more...

Kommentar: Stattdessen den Schluss des Beitrags: "Raising the prospect of capital controls does pile the pressure on Greece and may ultimately be part of the forcing mechanism that delivers implementation and funding. But this is playing with fire."


EU-Kommission will offenbar Sozialpaket von Syriza stoppen
(zeit.de) Laut einem Medienbericht rät Brüssel den Griechen davon ab, ein geplantes Gesetzespaket zu verabschieden, mit dem arme Menschen entlastet werden sollen. Mehr...

Kommentar: An dieser Stelle sind wir sprachlos... 

Wie Griechenland aus Europa gedrängt wird 
(griechenland-blog.gr) Griechenland wird mit langsamen, aber  stetigen Schritten aus Europa hinausgeführt, da sein größter Widersacher inzwischen die Zeit ist. Das von dem griechischen Finanzminister – zugegebenermaßen mit großem Erfolg – betriebene Spiel der "konstruktiven" Verzögerung ist an seinen Grenzen angelangt. Und vielleicht hat es sie etwas überschritten …
Es beginnt offensichtlich zu werden, dass man sich in Europa heftige Sorgen weniger über das Schicksal Griechenlands selbst, sondern über die Toxizität macht, welche die Krise im Land in der Eurozone zu verursachen vermag. Speziellere Beunruhigung riefen die letzten Erklärungen des EZB-Chefs Mario Draghi über eine Wappnung der Eurozone mittels des Programm der sogenannten Quantitativen Lockerung (Quantitative Easing/QE) gegen eine Weitergabe der griechischen Krise hervor. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Europa rückt damit dem Abgrund ein gutes Stück näher. Wir freuen uns darauf - siehe unten. Andererseits regt sich Widerspruch: "USA intervenieren wegen Griechenland" berichtet der GRIECHENLAND-BLOG: "Laut dem USA-Korrespondenten des TV-Senders MEGA wird die Konfrontation zwischen Griechenland und seinen Partnern als Gefahr für die Weltwirtschaft eingestuft." Mehr hier. Ein Rest von Weitblick? 


Hütchenspielerei und Rowdytum
(theeuropean.de) Die planlose griechische Regierung gefährdet die europäische Idee. Eine Abrechnung. Mehr...

Kommentar: Zum kotzen, diese deutschen Besserwisser, Oberlehrer und Faktenverdreher. Sie sterben hierzulande einfach nicht aus. Die deutsche Geschichte ist voll davon. Solche Leute waren es, die schon zwei Mal Not, Elend und millionenfachen Tod in die Welt gebracht haben. Reicht es nicht endlich? 


"Den Finger in die richtige Richtung gestreckt"
(spiegel.de) Die Politiktheoretiker Slavoj Zizek und Srecko Horvat haben 2013 jenen Kongress organisiert, auf dem Giannis Varoufakis die Mittelfinger-Geste zeigte. Hier erklären sie in einem Debattenbeitrag ihre Sicht auf die Diskussion in Deutschland. Mehr...
Kommentar: Bravo!!!


Das sagte Varoufakis, als er den Stinkefinger zeigte
(spiegel.de) Nach seinem Dementi hat Giannis Varoufakis seine Stinkefinger-Rede nun auf Twitter selbst verbreitet. Sie liefert den Kontext, warum der griechische Finanzminister von Manipulation sprach. Hier die entscheidenden Stellen des Vortrags im Wortlaut. Mehr...

Kommentar: Die NACHDENKSEITEN haben den SPIEGEL gelobt für diesen Beitrag. Wir möchten außerdem die Aufmerksamkeit unserer LeserInnen unbedingt auf den Inhalt richten. Es lohnt sich. Randvoll mit Nachdenkfutter.


Reparationszahlungen: Schäbiges Spiel
(deutschlandfunk.de) Griechenland hat von Deutschland Reparationszahlungen für die Nazizeit gefordert. Rainer Buchardt findet: Wer es mit der Wahrung des Landes als EU-Mitglied ernst meine, der wäre gut beraten, Kompromissbereitschaft zu signalisieren, anstatt auf ohnehin umstrittenen Rechtspositionen zu beharren. Mehr...

Kommentar: Ein wohltuender Beitrag zu einem unerwünschten Thema. Wir vermissen mehr solcher Wortmeldungen. 


Merkels Entschädigungsproblem
(spiegel.de) Auf die Bundesregierung wächst der Druck, sich in der Entschädigungsfrage zu bewegen. Noch hält die Kanzlerin am harten Kurs gegenüber der Regierung in Athen fest - vor allem aus Sorge vor Forderungen aus anderen Ländern. Mehr...

Kommentar: Endlich geht auch der SPIEGEL sachlich mit dem Thema um, statt die griechischen Forderungen in Bausch und Bogen abzuschmettern. 

Staatskrise – nicht Schuldenkrise
(fuw.ch) Die Ursache für die Schwierigkeiten in Südeuropa sind nicht in erster Linie zu hohe Schulden oder Zinsen, sondern die Unfähigkeit des Staates, das Steuerrecht wirkungsvoll umzusetzen. Mehr...

Kommentar: Was dieser Beitrag beschreibt ist weiß Gott keine südeuropäische Spezialität - schon seit Jahren findet in Europa ein Wettbewerb des Steuersenkens statt. Das hinterlässt Spuren. 100 Milliarden Euro Investitionsstau der Öffentlichen Hand in Deutschland sprechen für sich. Andererseits: Offensichtlich hat die Troika gerade in Griechenland in den letzten Jahren einen schlechten Job gemacht, wenn es an allen Ecken und Enden so sehr hapert. Ihre Aufgabe war es wahrscheinlich, diejenigen zu schützen, denen dieses mangelhafte System nützlich gewesen ist. Den Steuerhinterziehern, die vor den Augen der Troika ihre Milliarden ins Ausland geschafft haben. Die große Mehrheit der Griechen ist das nicht. 


Staatsanleihen-Ankauf der EZB
(heise.de/telepolis) Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken der Euro-Zone haben in der zweiten Märzwoche mit dem Ankauf von Staatsanleihen begonnen. Bis September 2016 sollen auf diese Weise monatlich 60 Mrd. Euro in das Finanzsystem fließen, insgesamt also 1,1 Billionen Euro.
Die EZB folgt damit dem Beispiel der US-Zentralbank Federal Reserve, die durch 3 aufeinanderfolgende Runden der "quantitativen Lockerung" insgesamt 4,5 Billionen US-Dollar in das amerikanische Geldsystem gepumpt hat, und dem Beispiel Japans, dessen Zentralbank das Geldvolumen des Landes seit 2008 um ca. 600 % gesteigert hat.
Offiziell heißt es, die stagnierende Wirtschaft in der Eurozone solle durch die Schaffung von Liquidität angekurbelt, deflationäre Tendenzen sollten bekämpft und eine leichte Inflation von 2 Prozent solle herbeigeführt werden. Dieses Ziel kann allerdings nicht der Wahrheit entsprechen, denn weder in den USA, noch in Japan hat das Drucken enormer Geldmengen (und um nichts anderes handelt es sich) zum Erfolg geführt. In beiden Ländern stagniert die Wirtschaft nach wie vor, Deflation und Inflation halten sich die Waage.
Warum greift die EZB trotzdem zu solch einer Maßnahme? Die Antwort ist simpel: Weil sie keine andere Wahl hat, da sonst der Zusammenbruch des Systems droht. Sowohl Politiker, als auch die Finanzindustrie sitzen auf einem historisch nie da gewesenen Berg an Schulden. Die Länder der Eurozone sind derzeit mit 9,6 Billionen Euro oder 94 % des Bruttoinlandsproduktes verschuldet, die Banken der Eurozone mit 20 Billionen Euro, wobei der Bereich der Schattenwirtschaft, der den des offiziellen Bankensektors bei weitem übersteigt, noch nicht einmal berücksichtigt ist. Diese ausstehenden Billionenbeträge verlangen Tag für Tag nach Zins- und Zinseszahlungen. Um sie leisten zu können, brauchen sowohl die Staaten als auch die Banken ständig frisches Geld, das ihnen nun von der EZB zur Verfügung gestellt wird.
Wie wird dieses Geld eingesetzt werden? Die Staaten werden es benutzen, um ihren Schuldendienst zu leisten, d.h. sie werden Zinsen abtragen. Ihre Schulden selbst werden sie allerdings nicht reduzieren können, denn an eine Tilgung wäre nur bei wirtschaftlichem Wachstum und daraus folgenden höheren Steuereinnahmen zu denken. D.h.: Trotz der laufenden Zahlungen werden die staatlichen Schuldenberge weiter wachsen. Wir nähern uns auf Staatenebene also nicht einer Lösung des Grundproblems der Überschuldung an, sondern entfernen uns weiter von ihr.
Und die Banken? Sie werden ebenfalls einen Teil des Geldes benutzen, um Zins- und Zinseszahlungen auf ihre Schulden zu leisten. Einen anderen werden sie zur "Rekapitalisierung" einsetzen, d.h. sie werden ihr Eigenkapital (das in vielen Fällen nur noch bei 3% der Summen liegt, mit denen die Bank arbeitet) aufzustocken. Den Löwenanteil des Geldes werden sie allerdings nicht, wie von Politikern versprochen, in Form von Krediten an die Wirtschaft weitergeben, um diese anzukurbeln. Stattdessen werden sie damit an den Finanzmärkten spekulieren, weil sie dort schnellere Gewinne und höhere Renditen erwarten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die Analyse eines Hoffnungslosen. Er beschreibt treffend, welchen Schaden die Derivate anrichten. Der US-Investor Warren Buffett nannte sie schon 2003 eine Massenvernichtungswaffe: "Derivatives are financial weapons of mass destruction" (hier). Da steckte der Handel noch in den Kinderschuhen. Wir haben 2012 eine Reihe von PolitikerInnen in Deutschland, Österreich, Luxemburg und Straßburg auf dieses Problem hingewiesen. Leider ohne Erfolg. Es wurde noch nicht einmal der Versuch unternehmen, durch irgendeine Gesetzesinitiative das Thema in die Parlamente zu bringen. Der Autor des Beitrages hat dafür eine einleuchtende Erklärung parat: "Solange es Nationalstaaten gibt, die unterschiedliche finanzpolitische Regularien oder Gesetze erlassen können, kann und wird es keine Eindämmung des Derivate-Marktes geben." Und das, obwohl die Folgen bekannt sind: "Ohne eine solche Eindämmung wird es keine Erholung der Realwirtschaft mehr geben. Das System hat mit dem Derivate-Sektor einen Parasiten erzeugt, den es nicht mehr los wird, der ihm im Stil eines Blutsaugers ständig Kapital entzieht und an dem es mit unerbittlicher Konsequenz zugrunde gehen wird." Während hierzulande lustvoll das Griechen-Bashing gerade eine neue Blüte erlebt, passiert in Europa ein neuer Raubzug: "Für die Mehrheit der arbeitenden Menschen in Europa allerdings, die von der Politik dazu worden verurteilt worden sind, durch Austeritätsprogramme zur Stabilisierung des Systems beizutragen, muss eine solche Maßnahme wie ein brutaler Schlag ins Gesicht wirken. Während ihr Lebensstandard durch höhere Steuern, niedrigere Löhne und Renten, gekürzte Sozialleistungen und immer neue Sparmaßnahmen gesenkt wurde und sie zum Teil in Armut gestürzt und jeglicher Hoffnung auf eine bessere Zukunft beraubt wurden, müssen sie nun mit ansehen, wie 1,1 Billionen Euro nicht etwa zur Erleichterung ihres Schicksals oder für den Bau von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Altenheimen ausgegeben werden, sondern zur Erhaltung eines Systems, von dem alle wissen, dass seine Tage bereits gezählt sind." Die Zukunft der Deutschen ist klar vorgezeichnet: Die Deutsche Bank wird ihr Schicksal. 

Gerade erst hat sich auch Heiner Flassbeck mit diesem Thema auseinandergesetzt. "Die EZB-Politik ist falsch! Aber was ist die Alternative?" hat er seinen Beitrag überschrieben. Flassbeck verfolgt einen anderen Ansatz: "Keiner fragt komischerweise, was für Alternativen die EZB in dieser unserer realen Welt hat und wer vielleicht sonst noch was zur Überwindung der Krise beitragen könnte." Mehr hier. Streitbar.


"Parlamente von Mafia-Strukturen säubern"
(heise.de/telepolis) Die "demokratische Revolution" soll im Superwahljahr in Spanien auf die Tagesordnung gesetzt werden, denn die Empörten wollen im viertgrößten Euroland der griechischen Syriza folgen (Spanien und Portugal blicken gespannt nach Griechenland). Die Planungen der Empörten, mit einer Arbeitsteilung auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu agieren, wurden allerdings durch einen Schachzug der Sozialdemokraten im großen Andalusien durcheinandergewirbelt. Die Ministerpräsidentin zog angesichts einer aufstrebenden Podemos (Wir können es) die Wahlen auf den kommenden Sonntag vor und überraschte die sich im Aufbau befindliche Empörten-Partei. Geplant war eigentlich, mit den Bürgerkandidaturen im Mai bei den Kommunal- und Regionalwahlen den großen Test zu starten. Doch der findet nun in der bevölkerungsreichsten Region statt. Bisher hatte nur der Wahlsieger in Andalusien auch Chancen, später das gesamte Land zu regieren.
Nach Griechenland soll Spanien das Jahr grundlegender Veränderung erleben. Darin waren sich Pablo Iglesias, Generalsekretär der neuen Partei "Podemos" (Wir können es), und Ada Colau beim gemeinsamen Auftritt in Barcelona kürzlich einig. Colau stieß aus der katalanischen Metropole ihre Initiative für die Kommunalwahlen im Mai an, die sich schnell in ganz Spanien ausgebreitet hat. Sie führt in Barcelona das Bündnis "Guanyem" (Wir siegen) an, um über die "Bürgerkandidatur" die Macht im Rathaus zu übernehmen. "Die Eliten sind sehr nervös angesichts der demokratischen Revolution, die sich vollzieht", erklärte Iglesias. Colau sprach dagegen von der "enormen Hoffnung" vieler Menschen, "unsere Institutionen zu erobern und zu demokratisieren". Mehr...


Kommentar: Da bewegt sich was in Spanien. Den europäischen Krisenmanagern in Berlin und Brüssel wird das nicht in den Kram passen. Die wollen lieber an der korrupten, aber willfährigen spanischen Regierung unter Mariano Rajoy festhalten. 


"Der Dollar hält sich nur noch durch militärische Erpressung auf den Beinen"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Überschuldung, Inflation, Subventionen und Korruption: Die meisten Probleme der aktuellen Finanzkrise sind auf eine ungedeckte Papierwährung zurückführen. Das internationale Goldstandard-Institut plädiert daher für eine Rückkehr zu goldgedeckten Währungen, um der Maßlosigkeit einen Riegel vorzuschieben. Mehr... 

Kommentar: Gedankenfutter.


Auch in 2015: Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)