Samstag, 21. März 2015

Standpunkt 964 - Nachrichten-Ticker, 19.03.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuert wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Griechenland: Neues aus Europas Feldversuchslabor (3 Beiträge) - Krisen-Gipfel zu Griechenland (5 Beiträge) - Athen wehrt sich gegen die Troika - Söders Kampf für einen "Grexit" (3 Beiträge) - USA unterstützt Griechenland gegen Berlin und Brüssel - Learn about "Goebbelnomics" - Stinkefinger Varoufakis (3 Beiträge) - Blockupy - Fehlkonstruktion Europa - Die US-Notenbank ist blind und taub - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Armut in Griechenland verschärft sich
(zeit.de) Eine Studie belegt: Die Einschnitte in Griechenland treffen vor allem die Ärmsten. Forscher bezeichnen die Sparpolitik als unsozial und fordern einen Politikwechsel. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine wenig überraschende Nachricht. Das Ergebnis einer völlig verfehlten Krisenpolitik in Europa, die ihren Ursprung ausschließlich in Berlin hat. Es wäre zu wünschen, dass sich die Verantwortliche(n) irgendwann einmal dafür rechtfertigen müssen. Aber bitte, nicht erst zum Jüngsten Gericht. 

Die Auftraggeberin der Studie, das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, meldet zu dieser Studie "Griechenland: Sparkurs hat die verfügbaren Haushaltseinkommen um fast ein Drittel einbrechen lassen – schwere soziale Unwucht". Dort heisst es u. a.: "Der Austeritätskurs in Griechenland hat die Einkommen der privaten Haushalte in dem Krisenland drastisch einbrechen und die Armut ansteigen lassen. Wie stark und mit welchen Folgen, macht eine neue Studie im Auftrag des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung deutlich. Die Auswertung einer umfangreichen Stichprobe von Steuer- und Einkommensdaten ergibt: Im Schnitt sind die nominalen Bruttoeinkommen der griechischen Privathaushalte in nur vier Jahren von 2008 bis 2012 um ein knappes Viertel gesunken. Lohnkürzungen verursachten knapp die Hälfte dieses Rückgangs. Diese Kürzungen fielen weit umfassender aus als nötig gewesen wäre, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft zu stärken, analysieren die Studienautoren Prof. Dr. Tassos Giannitsis und Prof. Dr. Stavros Zografakis. Die Nettoeinkommen fielen um weitere fast 9 Prozent, weil die Steuerbelastung deutlich erhöht wurde. Zwar büßten alle sozialen Schichten durch Kürzungen, Steuererhöhungen und Wirtschaftskrise beträchtlich an Einkommen ein. Besonders stark waren aber Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen betroffen. Das liegt unter anderem am starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und an Steuererhöhungen, die teilweise regressiv wirkten. Zudem erlitten Beschäftigte in der Privatwirtschaft insgesamt deutlich höhere Einkommensverluste, und sie waren stärker von Arbeitslosigkeit bedroht als die Beschäftigten im öffentlichen Sektor." Mehr hier. Zur Studie in Englisch geht es hier. Zum Schluss noch zwei Grafiken: 








Steuerlast in Griechenland: Ärmere zahlen 337 Prozent mehr, Reichere 9 Prozent
(spiegel.de) In Griechenland wächst die Kluft zwischen Arm und Reich dramatisch; das liegt einer neuen Studie zufolge am harten Sparkurs. Ausgerechnet für die ärmere Hälfte der Bevölkerung stieg die Steuerbelastung in der Krise exorbitant. Mehr...

Kommentar: Das Ergebnis von Reformen aus den Spardiktaten der Troika für Griechenland. Gleichzeitig wurde bisher unter Aufsicht der Troika den Reichen Geleitschutz dafür gewährt, dass sie ihre Milliarden Euro in das befreundete Ausland schaffen. In der Regel zu Banken, die trotz ihrer höchst kriminellen Energie das bedingungslose Vertrauen der Politiker in Berlin und Brüssel genießen. Beklatscht vom medialen Mainstream. Leute wacht endlich auf, nicht die Griechen sind das Problem...


Griechen steuern auf den Abgrund zu
(wirtschaftsblatt.at) EU-Gipfel: Ein Sondertreffen mit dem griechischen Premier Alexis Tsipras soll verhindern, dass Griechenland der EU vollkommen entgleitet. Doch die Hoffnung der Geldgeber schwindet. Mehr...

Kommentar: Der Gipfel geht aus wie das Hornberger Schießen. Wetten? Es geht nicht um einen Kompromiss oder dringend nötige Hilfen für Griechenland, sondern darum Tsipras und Varoufakis so lange vorzuführen, bis sie entnervt das Handtuch werfen. Neuwahlen wären die Folge. Berlin und Brüssel, außerdem die Troika, kämen möglicherweise wieder ins Spiel. Das Minimalziel dieser Bande. 


Zwischen Athen und Brüssel herrscht Funkstille
(heise.de/telepolis) Stinkefinger-Fake hin und her, den Menschen in Griechenland geht es dreckig.
Auf einem Krisengipfel soll geklärt werden wie es weitergeht. Auf der Strecke bleibt mal wieder die Bevölkerung. Es folgt eine aus Sicht eines Bewohners Athens geschriebene Sammlung der Eindrücke der letzten Tage. Mehr...

Kommentar: Die Rollen sind verteilt, miteinander reden zwecklos. Zwei sind die Bösen, der Rest sind die Guten, so die Lesart in Brüssel und in den heimischen Führungsmedien (den Guten). Ausgetragen wird dieses ungleiche Duell auf dem Rücken eines ganzen Volkes, dessen täglicher Überlebenskampf schon lange niemand mehr in Europa zu interessieren scheint. Es hat den Anschein, als habe die Propaganda ganze Arbeit geleistet.


Athen sucht politischen Befreiungsschlag
(derstandard.at) Zum Gipfel nach Brüssel nahm Alexis Tsipras seinen konzilianteren Vize Yiannis Dragasakis mit. Finanzminister Varoufakis blieb zu Hause. Das nährt Spekulationen über seinen Rücktritt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es ist soweit, jetzt wollen auch die österreichischen Stimmungsmacher in die Scharmützel gegen Griechenland und Varoufakis eingreifen. Es reicht ihnen nicht mehr, nur an der Seitenlinie zu stehen.  

Den konzilianten griechischen Vizepräsidenten nimmt sich gleich mal die WIRTSCHAFTSWOCHE in dem Beitrag "Athen schreckt auch vor Lügen nicht mehr zurück" vor: "Griechenlands Premier Tsipras hofft beim Treffen in Brüssel auf dringend benötigtes Geld. Kanzlerin Merkel machte die Hoffnungen zunichte. Angesichts der prekären Lage versteigt sich Vizepremier Dragasakis in Lügen." Mehr hier. Da kommt die Pressemitteilung von Sahra Wagenknecht gerade im rechten Moment. Sie fasst zusammen: "Schäuble belügt die Bevölkerung". Wagenknecht schreibt u. a.: "Seit Jahren wird die deutsche Bevölkerung von Finanzminister Schäuble belogen. Die deutschen Steuerzahler haben nicht 'den Griechen' geholfen, wie Schäuble behauptet, sondern deutschen und internationalen Banken. Die Strukturanpassungsprogramme der Troika waren kein Erfolg, wie Schäuble beteuert, sondern eine Katastrophe für die griechische Wirtschaft. Auch die Frage von Entschädigungszahlungen für Nazi-Verbrechen ist nach Überzeugung anerkannter Juristen keineswegs abschließend geklärt, wie die Bundesregierung wider besseres Wissen versichert." Mehr hier. Es stimmt alles, was in der Presseerklärung steht. Nur leider hören die Menschen auf Schäuble und nicht auf die Linke.  


Athen schmeißt verhasste Troika raus
(wiwo.de) Die Gespräche zwischen Griechenland und den Geldgebern sind gescheitert. Laut EU-Vertretern zeigt Athen "keinerlei Kooperationsbereitschaft". EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warnt: "Die Zeit wird knapp". Mehr...

Kommentar: Noch gar nicht lange ist es her, da triumphierte der deutsche Mainstream, dass die griechische Regierung die Troika wieder in Land lassen werde. Seit heute ist das wohl eine Zeitungsente 


Söder: Europa könnte "Grexit" vertragen
(derstandard.at) Geld gibt es nur gegen Reformen, meint CSU-Politiker Markus Söder und warnt vor einer Rückkehr zum alten Schlendrian. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Söders sehr beschränkte Mittel in der politischen Auseinandersetzung sind schnell aufgezählt: Lügen, Lügen, Lügen. Dieses Interview ist randvoll davon. Markus Söder geht es auch überhaupt nicht um die Wahrheit, die erschreckt ihn nur. Ihm geht es einzig und allein um die Deutungshoheit bei seinesgleichen, dem deutschen BILDungsbürgertum. Dafür ist er gut aufgestellt. Noch gibt es nicht allzuviel davon. Gnade uns Gott, wenn die irgendwann überhandnehmen.  

Zu diesem Interview, aber auch vielen anderen Beiträgen der jüngsten Zeit, passt dieser Beitrag von Heiner Flassbeck: "Europa  stirbt  zuerst  im  Kopf:  Beschimpfungen, Beleidigungen und Reparationsforderungen oder, wo man hinkommt, wenn man absolut nicht mehr weiter weiß". Ein Auszug: "Wo ist der deutsche Spitzenpolitiker, der seinen eigenen Leuten laut und deutlich sagt: Nun hört endlich auf, es gibt hier nichts zu gewinnen? Nein, sie machen immer weiter und schlagen auf den Kleinen ein. Unkontrollierte Aggression, die nicht fragt, wen oder was man zerstört. Am Ende, das ist jetzt schon keine Frage mehr, wird Europa zerstört sein. Wenn schließlich alle besiegt sind, hat der Sieger verloren. Es war dann nämlich ein Sieg der Lüge, der Heuchelei und des kollektiven Leugnens eigenen Fehlverhaltens, das die anderen Nationen lange nicht vergessen werden. Sie werden nicht vergessen, wie die deutsche Regierung die Macht des Gläubigers genutzt hat, um die Schuldner zu demütigen. Und sie werden nicht vergessen, wie die deutschen Medien exakt auf dem Niveau des deutschen Stammtischs nachgetreten haben. Heute wird genau die gleiche Kampagne mit genau den gleichen Vorurteilen gegen Griechenland gefahren wie vor fünf Jahren, ohne dass auf deutscher Seite auch nur das Geringste dazugelernt worden wäre." Mehr hier.


Europa muss Griechenland im Pferch halten
(griechenland-blog.gr) Laut einem Artikel in der Financial Times wäre ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone langfristig von ungeheuren Kosten begleitet.
"Europa muss Griechenland im Euro halten, da auch für es selbst die Kosten eines Ausscheidens des Landes sehr groß wären", betont die Zeitung Financial Times in einem Meinungsbeitrag. Mit Titel: "Das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro ist ein Risiko, dass der Mühe nicht wert ist" und Untertitel: "Europa könnte den Grexit verkraften, jedoch mit langfristig ungeheuren Kosten" betont die Zeitung, das hässliche Wort Grexit hätte niemals kreiert werden dürfen.
"Mehr als ein konventioneller Bankrott kommt die Entscheidung für ein Ausscheiden aus einer Währung dem Umsturz der Spielregeln gleich", wird angemerkt und hinzugefügt, etwas solches sei nur in Momenten historischen Scheiterns geschehen, wie damals, als das Weimarer Deutschland die alte Mark aufgab. Mehr...

Kommentar: Unser Standpunkt seitdem diese unselige Diskussion in Deutschland begonnen wurde. Letztlich sind die Kosten - die von allen Befürwortern schöngerechnet werden - nicht zu kalkulieren. Die Risiken bleiben nämlich nicht auf Europa beschränkt. Dazu verweisen wir auf die Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung von 2012, die sich sehr detailliert mit den Folgen eines Grexit nicht nur für Deutschland und Europa, sondern für die ganze Welt auseinandersetzt. Das Ergebnis: "Grexit" könnte laut Studie 17 Billionen Euro kosten" (hier). 

An dieser Stelle auch noch den Verweis auf den Beitrag der FINANCIAL TIMES, erschienen am 17.03.2015, um den es geht: "Greek exit from the euro is not a risk worth taking" (hier).


Deutsche Medien blenden diplomatische Bemühungen der USA aus
(norberthaering.de) Am gestrigen Mittwoch hat Präsident Obama bei Angela Merkel angerufen. Das Weisse Haus gibt den wesentlichen Inhalt des Gesprächs bekannt.
Es geht um die Ukraine und Griechenland. Was Griechenland betrifft heisst es: „They also reviewed recent developments in Greece and efforts to reach a pragmatic agreement that builds upon recent reforms to return the country to growth within the euro area.“ (Hervorhebung M.B.) Schon Anfang Februar hatte sich Obama in einem ausfuehrlichen Interview auf CNN gegen die gescheiterte Austeritaetspolitik der EG und für eine neue Wachstumsstrategie ausgesprochen. Dass er diese neue Wachstumsstrategie innerhalb der Euro-Zone will ist für nahezu alle griechischen Medien ein Anlass diese Nachricht an prominenter Stelle zu präsentieren und zwar mit dem Tenor, dass Obama zugunsten Griechenlands in die Debatte eingegriffen habe. Auch die Russen berichten in diesem Sinne.
Was melden die deutschen Medien? Online: FAZ, Sueddeutsche und Focus: Fehlanzeige. Die Zeit berichtet über den Anruf, klammert Griechenland aber aus. Auch Spiegel Online sieht das Thema Griechenland als eher unwichtig an und erwähnt das Telefongespräch nur im Zusammenhang mit der Ukraine. Ungefiltert kommt die Agenturmeldung (AFP) dagegen beim Donaukurier und auch beim Handelsblatt (Reuters). Print: Eine Datenbankrecherche bei den großen überregionalen Zeitungen ergab für den 19. März  zu Obama in Zusammenhang mit Griechenland Fehlanzeige. Dass die US-Diplomatie sich seit Tagen intensiv um Griechenland kümmert ist in Deutschland nicht weiter bekannt geworden. Mehr...

Kommentar: Wir haben ebenfalls darüber berichtet. Ohne die Fürsprache der USA wäre das Urteil über Griechenland in Berlin längst gesprochen und vollzogen. Natürlich sind es ausschließlich handfeste geopolitische Gründe. Freundschaft empfindet Washington für Griechenland kaum. Besonders, da jetzt eine "kommunistische" Partei dort regiert. 


"Goebbelnomics" – Austerian Duplicity and the Dispensing of Greece 
(nakedcapitalism.com) It would not be impossible to prove with sufficient repetition and a psychological understanding of the people concerned that a square is in fact a circle. They are mere words, and words can be molded until they clothe ideas and disguise. ― Joseph Goebbels, Reich Minister of Propaganda 1933-45.
Austerians possess a well-honed psychological understanding of their target markets. They are also quite adept at proving, with sufficient repetition of course, that national governments in the Eurozone cannot afford to pursue pro-LIFE (Low Inflation Full Employment) economic policies. Austerians are very good at Goebbelnomics, indeed. Read more...

Kommentar: Wir denken, zu diesem Beitrag ist ein Kommentar überflüssig. Lesen lohnt sich.  


Böhmermann zeigt Erregungsdeutschland den Stinkefinger
(sueddeutsche.de) Varoufakis und der Stinkefinger: Alles nur ein Fake, sagt ZDF-Jungstar Jan Böhmermann und legt offen, wie er das Video manipuliert haben will. Ob wahr oder nicht, es ist ein beispielloser Satire-Coup - der tiefere Wahrheiten über das gern erregte Deutschland offenbart. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Während sich Deutschland noch das Maul über Varoufakis zerreißt, gibt  Böhmermann die richtige Antwort. Ganz schnell sind auch die Leitmedien davon begeistert. Und kommt sogar in Österreich an. Der STANDARD titelt "#Varoufake: Mittelfinger in die Wunde": "Jan Böhmermanns Satire als geniale Medien- und Rezipientenkritik". Mehr hier.
Heiner Flassbeck bleibt bei der Sache: "Die Jauch-Show: Die Löhne um 25 Prozent zu senken, ist keine 'Reform' – oder?". Mehr hier. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag: 



BLOCKUPY-DEMO: "Das hatten wir alles schon viel schlimmer"
(zeit.de) Polizeivertreter und Politiker sehen in der Frankfurter Blockupy-Demo eine neue Qualität der Gewalt. Für den Polizeiforscher Rafael Behr ist das eigennützige Panikmache. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Neben Griechenland gerade das Top-Thema in Deutschland. Die Zielrichtung der Demonstranten ist klar: "Gegen das Europa der Millionäre" bringt es HINTERGRUND hier auf den Punkt. Nur, ist die EZB für diesen Kampf der richtige Gegner? Unsere Antwort: Nein! Die EZB ist, wie die Bundesbank früher, und alle modernen Notenbanken heute, vor allen Dingen der Interessenwahrer der Banken, weit gefasst sogar der gesamten Finanzindustrie. Vordringliche Aufgabe ist es zuallererst, deren Finanzcasino am Leben zu halten. Alles, was die Notenbanken heute tun, dient diesem Zweck. Die Finanzindustrie wäre sonst längst tot. Und mit ihr die Realwirtschaft. Letztlich das gesamte kapitalistische System des Westens. Das mag erstrebenswert erscheinen, darf aber nicht unvorbereitet passieren. Dass von diesen Maßnahmen zusätzlich die Reichen profitieren, ist für die ein nützlicher Nebeneffekt. Diesen Knoten lösen kann nur die Politik. Demonstriert werden muss in den Regierungsvierteln der Hauptstädte, vor den Parlamenten, das sind die Adressaten der Forderungen nach Veränderung. Zu befürchten ist nur, dass die Staatsgewalt bei solchen Demonstrationen noch härter vorgeht als zuletzt in Frankfurt. Logisch, die Rufe nach härteren (Terror-)Gesetzen werden anschließend Sturmstärke erreichen. Was die Eskalationen zukünftig nur noch weiter antreibt. 

An dieser Stelle erinnern wir wieder einmal daran, dass die Regierungen der G20-Staaten schon seit Ende 2008 in der Pflicht stehen, ihr damaliges Versprechen, gegenüber der Weltöffentlichkeit (hier), auf eine tiefgreifende, weltweite Finanzreform endlich in die Tat umzusetzen. Wir machen uns nichts vor, es wird nicht geschehen. Eine Finanzreform würde die fragile Finanzindustrie sofort zum Einsturz bringen, weil der bisher gut versteckte Bilanzmüll ans Licht käme. Das sind Aberbillionen. Stattdessen müssen die Notenbanken für "the show must go on" sorgen. Es geht noch nicht einmal um Schadensbegrenzung, es geht schlicht darum, den Zeitpunkt des endgültigen Scheiterns des Finanzcasinosystems so weit wie möglich in die Zukunft zu verschieben. In Europa fällt diese Aufgabe der EZB zu. Sie erhält dabei schon seit Jahren "prominente" Unterstützung durch die Milliarden der US-Notenbank. Die fließen regelmäßig nach Europa, um die eigenen Banken vor unnötigen Scherereien zu bewahren. 

Noch einmal: Adressat für Proteste müssen die Regierungen sein, nicht die Notenbanken. Die sind gefordert, sonst niemand. Die Notenbanken machen nur ihren Job. 


Dieses Europa ist eine Fehlkonstruktion
(welt.de) Trotz ihrer Erfolge ist die EU kein stabiles System. Lange hat man das im Namen der Solidarität mit Geld zugekleistert. In einem wachstumsschwachen und alternden Europa funktioniert das nicht mehr. Mehr...

Kommentar: Da traut sich einer was und erklärt: "Die wahren Sorgenkinder: Frankreich und Italien". Nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch. Sei's drum! Immerhin nicht Griechenland. Der Beitrag enthält viel Wahres, was in diesen Tagen rundherum auf der Strecke bleibt.  


Meet The Worst Economic Forecasters Ever - The Fed
(streettalklive.com) I have been tracking the Federal Reserves forward looking projections ever since they begin releasing their forecasts. The purpose of tracking these projections was to compare the Fed's forecasts with what eventually became reality. The record is now clear...they are the worst economic forecasters...ever.
The most recent release of the Fed's economic projections on the economy, inflation and unemployment continue to follow the same previous trends of weaker growth, lower inflation and a complete misunderstanding of the underpinnings of the real labor market. Read more...

Komentar: Lesen und staunen. Leicht verständlich geschrieben. Außerdem sehenswerte Charts. 


Auch in 2015: Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)