Dienstag, 24. März 2015

Standpunkt 967 - Nachrichten-Ticker, 23.03.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuert wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Tomasz Konicz: Der Aufstieg des deutschen Europa - Europa handelt rechtswidrig - Wahl in Frankreich - Griechenland: Krise (9 Beiträge) - Journalist Günther Jauch - Europa: Kriegstreiber Amerika - China - USA: Wirtschaftswachstum, Wall Street - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Der Aufstieg des deutschen Europa - Über die erdrückende Dominanz Berlins in der Eurozone - Teil 1
(heise.de/telepolis) Wer hat das Sagen in Europa? Diese brisante Frage lässt sich am besten in jenen häufigen Krisensituationen beantworten, in denen die Interessen dieser neuen europäischen Großmacht tangiert werden. Die derzeitigen Auseinandersetzungen um die "europäische" Krisenpolitik gegenüber Griechenland lieferten wieder tiefe Einblicke in die reellen Machtverhältnisse in der Eurozone.
"Alle fürchten Merkel", titelte Deutschlands führendes Newsportal Spiegel-Online sichtlich befriedigt Mitte Februar, nachdem eine europäische Rundreise der neu gewählten griechischen Regierung zu Anfang des Monats nicht die gewünschten diplomatischen Erfolge zeitigte. Bei dieser diplomatischen Offensive waren der griechische Regierungschef Alexis Tsipras und sein Finanzminister auf der Suche nach europäischen Verbündeten gegen das verheerende Spardiktat, das Berlin der gesamten Eurozone im Krisenverlauf oktroyieren konnte.
In Rom, Paris und Brüssel sei Tsipras klar gemacht worden, dass er nicht auf Unterstützung bei der kommenden Auseinandersetzung mit Berlin rechnen könne. In Europas Hauptstädten herrsche Angst, "die mächtige Kanzlerin Merkel zu verärgern," so SPON wörtlich. Selbst der französische Präsident François Hollande, der sich kurz nach dem Wahlsieg des griechischen Linksbündnisses Syriza in einer Vermittlerrolle positionieren wollte, rückte plötzlich von seinem Vorhaben ab, nachdem er sich "des langen Arms von Bundeskanzlerin Angela Merkel" erinnerte, die "die Syriza-Ideen bekanntlich skeptisch sieht". Worauf Berlin letztendlich bei den Auseinandersetzungen mit Syriza abzielt, machte die Onlinepräsenz der konservativen Tageszeitung Die Welt klar: Es gehe darum, "Tsipras in die Knie zu zwingen" und hierdurch die linke Regierung zu "blamieren".
Es wäre müßig und redundant, noch weitere Quellen oder Zitate aus der weitgehend gleichgeschalteten deutschen Presselandschaft anzuführen, die bei der jüngsten Krise in hysterischer Intensivierung die alte ideologische Leier von den faulen, verantwortungslosen und korrupten Griechen abspulte, während die desaströsen Folgen des deutschen Spardiktats in der Eurozone souverän übersehen oder uminterpretiert werden. Die Reihen in der "Propagandakompanie der deutschen Journallie" (Karl Kraus) sind wieder so fest geschlossen wie sonst nur bei der Legitimierung von Kriegseinsätzen oder Sozialabbau. Einen traurigen Tiefpunkt erreichte Günter Jauch mit dem öffentlichen Verhör, dem er den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis unterzog. Mehr...

Kommentar: Hervorragend, dieser Beitrag von Tomasz Konicz. Alles fundiert, bestens recherchiert und randvoll mit der Wahrheit. Unbedingt auch den Links folgen. Eine Analyse vom Feinsten. Ein echter Konicz eben. Gehört in jedes Krisen-Archiv. Das macht Lust auf die Fortsetzung. Wer an irgendeiner Stelle Schwächen aufdeckt, der darf uns gerne darauf hinweisen. Wir werden uns damit auf jeden Fall öffentlich auseinandersetzen. Der Autor bietet eine Reihe von Grafiken auf, von denen wir vier herausgegriffen haben, die Deutschlands Sünden im Wettbewerb mit seinen Nachbarn dokumentieren:



Bewußt an den Verträgen vorbeigearbeitet
(neues-deutschland.de) Europarechtler Oberndorfer über den möglichen Grexident und undemokratisches Handeln der EU-Institutionen. Mehr... 

Kommentar: Wir können unseren LeserInnen heute wirklich guten Lesestoff bieten. Dieser Beitrag gehört unbedingt dazu. Ein insgesamt lesenswertes Interview. Hervorheben möchten wir den folgenden Auszug: "Unter EuroparechtlerInnen ist weitgehend unumstritten, dass viele Teile der Instrumente, die in den letzten fünf Jahren beschlossen worden sind, rechtswidrig sind - von den Auflagen der Troika über den Fiskalpakt bis zu der sogenannten Economic Governance. Alles Maßnahmen, die im Kern eigentlich eine Mischung aus Austeritätspolitik und Wettbewerbspolitik durch Lohn- und Sozialdumping sind. Ordentlich hätten diese Maßnahmen nur beschlossen werden können, wenn es zu einer Änderung der europäischen Verträge gekommen wäre und dies hätte wesentlich höhere Konsenserfordernisse vorausgesetzt. Die Arbeiterkammer hat zur konkreten Frage, ob die Auflagen der Troika gegen die Menschenrechte verstoßen, eine Studie gemacht, die ganz klar zum Ergebnis kommt, dass diese Auflagen auch menschenrechtswidrig waren. Man hat hier meines Erachtens bewusst an den Verträgen vorbeigearbeitet." Noch Fragen? Oder erst einmal nur verwundert über die RECHTSWIDRIGE Krisenpolitik in Europa? Wir finden es jedenfalls erstaunlich, daß gegen diese Maßnahmen keiner der deutschen Prozeßhansel vor den BGH in Karlsruhe zieht, um dagegen zu klagen. Offensichtlich ist für diese Herrschaften alles kein Problem, solange Griechenland und die anderen Problemländer  davon betroffen sind, aber nicht Deutschland. Diese Stelle im Interview mit Lukas Oberndorfer finden wir auch noch bemerkenswert: "Der ESM ist nicht Teil der europäischen Verträge. Hier bestünde durchaus die Möglichkeit, zum Beispiel Griechenland eine starke Schuldenerleichterung oder sogar einen Schuldenerlass zu gewähren."   

 
Eurozone unemployment – little to do with international competitiveness
(bilbo.economicoutlook.net) The so-called ‘Informal European Council’ released a document on February 12, 2015 – Preparing for Next Steps on Better Economic Governance in the Euro Area: Analytical Note – which has been used as a background paper to batter the Greeks into submission in the latest round of the Eurozone crisis. It was published under the authorshop of Jean-Claude Juncker (President of the European Commission) with "close cooperation" with Donald Tusk (President of the European Council), Jeroen Dijsselbloem (President of the Eurogroup of Finance Ministers) and Mario Draghi (ECB boss). All that is missing is the Madame from the IMF to complete the Troika. This is a very dishonest document, deliberately framed to advance the austerity agenda and damage the living standards of some of the nations within the monetary union. It is hard how any serious economist would put their name to this sort of analysis. Read more...

Kommentar: Die Economic Governance, soviel haben wir in dem Beitrag vorher schon gelernt, ist rechtswidrig. Die Herren Juncker, Tusk, Dijsselboem und Draghi ficht das nicht an. Der Beitrag setzt sich intensiv mit dem Machwerk dieser drei hochkarätigen europäischen Krisenmanager auseinander. Keine leichte Kost. Wer will, der kann sich auch gleich mit dem aussagekräftigen Fazit begnügen: "There are other highly contentious graphs in the document. But analysing one has given me a sufficient headache. The reason that unemployment rose so sharply in the Euro countries between 2008 and 2014 has nothing much to do so - called trade imbalances or differential ULCs. Those imbalances (as they call them) and different ULCs are not new. What happened in 2008 was a major aggregate spending collapse which was then reinforced by the imposition of austerity. If I graphed the change in fiscal position (as measured by the differential austerity imposed) and the change in the unemployment rate I would get a very strong positive relationship (more austerity, higher the rise in unemployment rates) which would have some meaning. That should be the starting point for the European Council – but then that would require them to ask questions about their patently dysfunctional fiscal rules."    


Der rechtsextreme Front National schlägt Wurzeln
(cicero.de) Vor der Stichwahl der französischen Departementswahlen steht eines schon fest: Der rechtsextreme Front National hebt das Zweiparteiensystem der französischen Verfassung von 1958 völlig aus den Angeln. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Frankreich hat gewählt. Die 1. Runde ist vorbei und Marine Le Pen ist oben angekommen. Sobald sich die Rechte in Frankreich tatsächlich dauerhaft etabliert hat, werden auch andernorts die Hemmungen fallen und Rechts wird weiter salonfähig. 

Das IPG-Journal titelt dazu "Die Schwelle ist überschritten". Einleitend heißt es: "Bis vor kurzem dominierten zwei große Kräfte das politische Frankreich: die Sozialistische Partei links und die UMP (Union pour un mouvement populaire) Mitte rechts. Beide waren von kleineren Satellitenparteien umgeben, die Bündnisse mit den großen Parteien schließen mussten, wenn sie im Parlament oder in den Kommunalparlamenten vertreten sein wollten. Diese bipolare Struktur befindet sich derzeit im Umbruch, und zwar durch die Wahlerfolge des rechtsextremen Front National. Die Partei, die mit der Unzufriedenheit der unteren Bevölkerungsschichten wuchs, zeigt sich nun „entdämonisiert“ – dank der geschickten Öffentlichkeitsarbeit Marine Le Pens. Sie pflegt nicht mehr den groben Populismus ihres Vaters, der die Bewegung einst begründet hat. Seit den Kommunalwahlen 2014 stellt der Front National die Bürgermeister in elf Städten und hat es bei der Europawahl 2014 mit 25 Prozent der Stimmen nach oben geschafft. Mit einer gewissen Übertreibung erklärt er sich zur 'stärksten Partei Frankreichs'." Mehr hier. Für Frankreich gilt erst einmal: "Angesichts der geschwächten Konkurrenz spielt der Front National mit seinem Mix aus Ausländerfeindlichkeit – Schließung der Grenzen, Ablehnung Europas und der Einwanderung – und sozialpolitischem Programm bis auf Weiteres unweigerlich eine Hauptrolle." 


Griechenland vor dem Endspiel
(tagesanzeiger.ch) Griechenlands Premier Alexis Tsipras trifft erstmals Angela Merkel zu einem ausführlichen Gespräch in Berlin. Das Wohlwollen der Europäer hat langsam aber sicher ein Ende. Mehr...

Kommentar: Jetzt nehmen auch unsere Nachbarn aus der Schweiz den Ball auf und spielen mit im griechischen Konzert. Mit einer klaren Meinung: "Wenn das Land den Anforderungen der übrigen Euroländer nicht Genüge tut und jene eine baldige Finanzhilfe verweigern, droht dem Land in kurzer Zeit der Staatsbankrott. Für Griechenland sind der Euroaustritt und die damit verbundene wirtschaftliche Katastrophe wieder in greifbare Nähe gerückt."


Tsipras bei Merkel: Zum Antrittsbesuch oder zum Rapport?  
(wiwo.de) Lange hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die neue griechische Regierung auf Abstand gehalten. Der aggressive Ton aus Athen zwingt sie nun zum Handeln. Mehr...

Kommentar: So, so, der agressive Ton kommt also aus Athen. Wir haben das bisher ganz anders wahrgenommen. Und wieso zum Rapport? Weil so ein Begriff gerade gut ankommt, in der deutschen Medienlandschaft. Hier die Guten, dort die Bösen. So wird sprachgewaltig das heimische BILDungsbürgertum bedient. 


Tsipras hofft, Merkel bremst, Europa bangt
(manager-magazin.de) Die Bundesregierung hat vor dem Antrittsbesuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras bei Bundeskanzlerin Angela Merkel Erwartungen auf einen Durchbruch im Schuldenstreit gedämpft. Die Begegnung könne und solle eine Lösung in der Eurogruppe nicht ersetzen, sagte Merkels Sprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Mehr...

Kommentar: Wieso die Eurogruppe? Das ist ein rechtloser Haufen, ohne wirkliche Legitimation in der EU/Eurozone. Da wird der demokratisch gewählte Regierungschef eines ehemals souveränen EU-Landes vorgeführt. Und mit ihm das ganzes Volk. Trotzdem traut sich Tsipras was und stellt neue Forderungen. Besonders brisant: "Athen treibt Schadenersatzforderungen gegen deutsche Firmen voran" 


Verhandlungsexperte über Tsipras: "Die Griechen haben nicht erkannt, dass sie es mit Profis zu tun haben"
(focus.de) Tsipras besucht Merkel - und wird einknicken. Davon ist zumindest Verhandlungsexperte Kishor Sridhar überzeugt. Im FOCUS-Online-Interview erklärt er, warum Spieltheoretiker Varoufakis hoffnungslos versagt hat und welche Strategie Merkel anpeilt. Mehr...

Kommentar: Ein Wichtigtuer. 


Wolfgang Münchau: Welche Optionen Tsipras jetzt noch hat
(spiegel.de) Was kann Griechenlands Premier Tsipras in der jetzigen Krise noch tun? Auf den ersten Blick steckt er in der schwächeren Position. Aber er hält die besseren Karten - wenn er sie nur zu spielen wüsste. Mehr...

Kommentar: Ein paar nette Ideen in einer verfahrenen Situation. Nur nichts wirklich Brauchbares. Die humanitäre Krise verschwindet so nicht. Die Spardiktate müssen verschwinden. Will Tsipras dieses Wahlversprechen einlösen - daran führt eigentlich kein Weg vorbei - brauchen er und sein Finanzminister Varoufakis Stehvermögen. Den Beweis dafür sind sie bisher, mangels Gelegenheit, schuldig geblieben. Andererseits lavieren sie nach unserem Geschmack schon viel zu sehr herum. 


China verschafft Griechenland Verhandlungsspielraum
(griechenland-blog.gr) China verschafft Griechenland mit einem Sofortkredit in Höhe von 8 Milliarden Euro Spielraum bei den Verhandlungen mit seinen Partnern und Gläubigern.
Griechenlands Liquidität wurde für die kommenden sechs Monate durch weitere chinesische Kredittranchen sichergestellt. Europas Medien warnen allerdings vor unkalkulierbaren Risiken für die Europäische Union! – Sie können darauf warten… Mehr...

Kommentar: Das ist keine gute Entwicklung für die Kanzlerin: China gibt den Weißen Ritter. Dadurch gerät Ihre Verhandlungsposition erheblich unter Druck. Neue Ausfälligkeiten gegen Tsipras/Varoufakis werden nicht lange auf sich warten lassen. Es ist sicherlich keine Überraschung, daß die deutschen Referenzmedien diese Nachricht nicht verbreiten.


Schweizer Bankguthaben im Visier Griechenlands
(griechenland-blog.gr) Bern und Athen wollen das Thema schweizerischer Guthaben griechischer Bürger angehen, zu denen entgegen der deutschen Medienhetze keine offiziellen Datenvorliegen. Mehr...

Kommentar: Ein aufschlußreicher Beitrag: Aus den ursprünglich 800 Milliarden, dann 800 Millionen, sind mittlerweile eine unbekannte Zahl von Euro geworden: "Der Bundesrat (die Schweizer Regierung) hat keinerlei Information in Zusammenhang mit der Höhe der nicht versteuerten griechischen Guthaben in der Schweiz." Wer hat für diese Kampagne gegen Tsipras/Varoufakis da nur von wem abgeschrieben? 


Syriza-Mobbing: Der Würgeengel
(misik.at) Europas Eliten wollen die Syriza-Regierung in die Kapitulation mobben. Gleichzeitig verbreitet sich die Ansicht, Tsipras, Varoufakis & Co. würden es ihren Gegnern durch Ungeschicklichkeit leicht machen. Ist da etwas dran? Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der ideale Beitrag, um damit unseren heutigen Block zu Griechenland abzuschließen. Robert Misik liefert einen riesigen Fundus an hintergründigen Informationen über den "Stellungskrieg" zwischen den etablierten europäischen Krisenmanagern um Wolfgang Schäuble und der neuen griechischen Führung unter Alexis Tsipras. Viel Gedankenfutter, noch mehr Denkanstöße. 

Die liefert auch regelmäßig Tomasz Konicz (siehe oben). An dieser Stelle, um den Beitrag von Misik noch besser einordnen zu können, wollen wir unbedingt auf Konicz' Beitrag "Viel Platz an der Sonne", aus dem März 2013 hinweisen. Sein Thema: "In der Wirtschafts- und Finanzkrise verelenden die Länder Südeuropas. Das ist eine Folge des deutschen Krisenlösungsdiktats." Mehr hier. Eine lohnende Lektüre!


NZZ wirft Jauch "übelsten Kampagnenjournalismus" vor
(heise.de/telepolis) In der Talkshow mit dem griechischen Finanzminister Varoufakis wurde dessen Stinkefinger gegen Deutschland völlig aus dem Kontext geholt und ins Gegenteil verkehrt. Mehr...

Kommentar: Tatsächlich, Günther Jauch ist Journalist (hier). Wir haben ihn immer nur für einen Showmaster gehalten. So verstehen wir auch seine Gesprächsrunde: als Show. An diesem Abend hat er seinen Auftrag sehr wörtlich genommen: Weil hierzulande das Bashing der griechischen Regierung in diesen Tagen von den Medien von höchster (Regierungs-)Stelle gefordert wird, hat Jauch, äußerst dienstbefliessen, zielsicher diese Vorstellung abgeliefert. Seriöse Journalisten muss das wurmen, wie die Feststellung der Schweizer NZZ zeigt:  "Sein Beitrag ist (...) übelster Kampagnenjournalismus, der das verkorkste Verhältnis zwischen Berlin und Athen zusätzlich belastet." Das war beabsichtigt. 


Ein diabolischer Plan
(neues-deutschland.de) Daniele Ganser warnt vor US-Strategien, die Deutschland in eine gefährliche Konfrontation zu Russland treiben. Mehr...

Kommentar:  Der Schweizer Historiker Daniele Ganser liefert in diesem Interview erschreckende Einblicke in eine völlig kranke Machtpolitik. Es scheint nicht übertrieben, wenn Kritiker dieser Politik vor einem 3. Weltkrieg oder gleich vor einem Atomkrieg warnen. Das alles geschieht unter der Regie, bzw. der Aufsicht, eines Friedensnobelpreisträgers Barack Obama. Es ist eine Schande: Ein Friedensnobelpreisträger als Kriegstreiber. Die Vergabe dieses Preises an den US-Präsidenten war ein Fehler und das Kommitee für die Vergabe sollte endlich reagieren. Ob Obama überhaupt jemals den Friedensnobelpreis verdient hat, mögen unsere LeserInnen selbst entscheiden: "Nach Maßgabe des Stifters soll er an denjenigen vergeben werden, 'der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt' und damit 'im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht' hat" (Auszug aus Wikipedia zum Stichwort "Friedensnobelpreis", eingesehen heute). 


BMW warnt vor dem Ende der China-Party
(manager-magazin.de) Steht der Autobranche ein kräftiger Gewinn-Dämpfer in China bevor? Als erster großer deutscher Autohersteller warnt BMW offen davor, dass die Absatzzuwächse im Reich der Mitte deutlich schwächer werden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Gerade erst Russland, jetzt auch noch China. Die Zeichen stehen schlecht für die deutschen Autobauer. Märkte, auf die man ausweichen könnte, stehen auch nicht zur Verfügung. Überall kracht es im Gebälk. Für unsere LeserInnen - jedenfalls die, die unseren Blog aufmerksam verfolgen - ist das keine wirkliche Überraschung mehr. Wir warnen regelmäßig vor zu viel Übermut gegenüber China. Dort wird auch nur mit Wasser gekocht. Außerdem werden die gleichen Fehler gemacht wie im Westen. Wahrscheinlich sind die Folgen schlimmer, sie werden nur besser versteckt. 

Aber: Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff. Nachzulesen in dem Beitrag "Chinas Zusammenbruch fällt aus" bei ipg-journal.de (hier). Das Fazit: "Statt eines schnellen Zusammenbruchs werden wir noch eine Zeitlang ein mächtiges, selbstbewusstes, zuversichtliches und autoritäres China erleben."  Offensichtlich gilt auch in China: Die Hoffnung stirbt zuletzt.


US Economic Activity Worst Since 2011 Amid Major Downward Revisions, Chicago Fed Signals
(zerohedge.com) January's "optimistic" +0.13 print for CFNAI was revised drastically lower to -0.10 and now February prints -0.11 against an expectation of +0.10 for the 3rd miss in a row - the worst run since Q3 2011. The Chicago Fed National Activity Indicator (which has gained in prominence in recent months) indicates a 3rd month of "below trend growth," for the first time since June 2011. Read more...

Kommentar: Wieder sagt ein Chart mehr als viele Worte:

Quelle: zerohedge.com


Wall Street Banks Hit by Oil & Gas Defaults, Bankruptcies 
(wolfstreet.com) The fracking boom has been cash-flow negative for oil and gas drillers from the very beginning. The steep decline rates of fracked wells force producers to drill more wells just to keep production and revenues flat, even at high oil prices. They fund this drilling with debt. To show revenue growth, drillers have to get on an ever faster-moving treadmill of more production and more debt. To support that growing debt, they have to produce
more and take on even more debt. They can never get off that treadmill. And their suppliers are on the treadmill with them.
This worked as long as the Fed’s interest-rate repression blinded investors to risk, made them desperate for yield, and encouraged them to sink ever more money into the industry.
It suited Wall Street just fine: according to Dealogic, banks extracted $31 billion in fees from the US oil and gas industry and its investors over the past five years by handling IPOs, spin-offs, "leveraged-loan" transactions, the sale of bonds and junk bonds, and M&A.
That’s $6 billion in fees per year! Over the last four years, these banks made over $4 billion in fees on just "leveraged loans." These loans to over-indebted, junk-rated companies soared from about $40 billion in 2009 to $210 billion in 2014 before it came to a screeching halt.
For Wall Street it doesn’t matter what happens to these junk bonds and leveraged loans after they’ve been moved on to mutual funds where they can decompose sight-unseen. And it doesn’t matter to Wall Street what happens to leverage loans after they’ve been repackaged into highly rated Collateralized Loan Obligations that are then sold to others. CLOs are hot.
What matters are the fees. Read more...


Kommentar: Banksters! 


Auch in 2015: Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)