Sonntag, 29. März 2015

Standpunkt 970 - Nachrichten-Ticker, 26. & 27.03.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuern wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Jakob Augstein: Offener Brief an Angela Merkel - Krieg im Innern - Europas Jugend vor dem Nichts - Musterknabe Portugal - Yanis Varoufakis zu Europa - Deutschlands heutiger Krieg gegen Griechenland (2 Beiträge) - Griechenland in der Krise (4 Beiträge) - Hans-Werner Sinn: Faktencheck - Österreichs Bankenkrise - Finanzkrise - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Offener Brief an die Kanzlerin - Liebe Frau Merkel...
(spiegel.de) ...so kann es in Europa nicht weitergehen: Ja zum Euro, Ja zum Export. Nein zur Politischen Union. Das ist auf Dauer Unsinn. Frau Bundeskanzlerin, haben Sie Mut! Einen Sie Europa so, wie Helmut Kohl Deutschland geeint hat. Mehr...

Kommentar: Ein bemerkenswerter Beitrag von Jakob Augstein. Leider dient die Kanzlerin nicht ihrem Volk, sondern anderen Herren. Sein Appell, so richtig er auch ist, bleibt ungehört. 


Wenn die Aufstände kommen
(wdr.5.de)  Die EU hat im vergangenen Jahrzehnt fast unbemerkt Kapazitäten zur Aufstandsbekämpfung aufgebaut. Ursprünglich gedacht, um in Drittländern stabilisierend zu wirken, scheinen sich die Aufgaben hin zu Einsätzen im Inneren zu verschieben. Mögliche Ziele: Demos, Streiks, Proteste. Mehr...

Kommentar: Wir halten schon längst für möglich, was in diesem Beitrag noch eher zaghaft beschrieben wird. Machen wir uns nichts vor, unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung rüsten die Staaten, auch die Bundesrepublik, massiv auf für den Einsatz im Innern. Eskaliert die Entwicklung, so lassen sich auf diese Weise die Interessen der Finanzindustrie - bestens getarnt als marktkonforme Demokratie - auch mit dem Einsatz von Gewalt verteidigen. 


European Youth Guarantee audit exposes its (austerity) flaws
(bilboeconomicoutlook.net) On Tuesday (March 24, 2015), the European Court of Auditors, which is the EU’s independent external auditor and aims to improve "EU financial management", released a major report – EU Youth Guarantee: first steps taken but implementation risks  ahead. The Report reflects on the experience of the program which was introduced in April 2013. When the European Commission proposed the initiative I wrote that it was underfunded, poorly focused (on supply rather than demand – that is, job creation) and would fail within an overwhelming austerity environment. The Audit Report is more diplomatic as you would expect but comes up with findings that are not inconsistent with my initial assessment in 2012.
As an aside, the European Court of Auditors was not that long ago mired in allegations that it knowingly swept "abuse of EU funds … under the carpet".
Evidently, the European Groupthink permeated this body and the then head pressured auditors to "tone down findings of abuse". Read more...

Kommentar: Bill Mitchell kommt in seiner Analyse zu einem nüchternen Fazit: "The lack of participation by the Member States that the ECA clearly found suggests that the program will not solve the youth unemployment problem. The reasons for this lack of involvement at the Member State level are not disclosed. Further, the tendency to offer poor quality – exploitive – opportunities in the small number of projects already proposed is deeply disturbing. The lack of funding that the ECA finds is not surprising given that policy making in Europe is about austerity rather than solving the actual problems the continent faces. The Audit results are not surprising. The policy making elites in the European Commission are caught up in a destructive austerity Groupthink that precludes them from making any realistic response to the problems at hand. They could  have created millions  of inclusive  jobs  by now. But instead  all  they  have created is entrenched mass unemployment and a lost generation of youth. That is enough for today!" 


Wenn alles Doping Portugal nichts nutzt
(heise.de/telepolis) Trotz des Niedrig-Rekordzinsniveaus, Wachstum, einem billigem Euro und billigem Öl hat das Land sein Defizitziel erneut verfehlt. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag bestätigt einmal mehr das Versagen der europäischen Krisenpolitik unter deutscher Anleitung. Aber auch, wie mit Lug und Trug dieses Scheitern vertuscht wird. Eine lohnende Lektüre.


Yanis Varoufakis: Deeskalation bei der Politik der Missgunst in Europa
(project-syndicate.org) Als die griechische Regierung Anfang 2010 ihre Schulden gegenüber französischen, deutschen und griechischen Banken nicht mehr bedienen konnte, sprach ich mich gegen ihr Bemühen um einen enormen neuen Kredit seitens der europäischen Steuerzahler aus, um diese Schulden zurückzuzahlen. Ich gab dafür drei Gründe an.
Zunächst einmal stellten die neuen Kredite weniger eine Rettung Griechenlands dar als eine zynische Verschiebung privater Verluste aus den Büchern der Banken auf die Schultern der verwundbarsten Bürger Griechenlands. Wie viele von Europas Steuerzahlern, die die Zeche für diese Kredite zahlen, wissen, dass über 90% der 240 Milliarden Euro, die Griechenland aufnahm, an Finanzinstitute gingen und nicht an den griechischen Staat oder seine Bevölkerung?
Zweitens  war es angesichts der Tatsache, dass Griechenland schon damals seine bestehenden Kredite nicht zurückzahlen konnte, offensichtlich, dass die erzwungene Sparpolitik, die die Voraussetzung der "Rettungsaktionen" war, die griechischen
Nominaleinkommen in  den Keller drücken würde – was die Staatsverschuldung noch untragbarer machen würde. Wenn die Griechen dann keine Rückzahlungen auf ihre monumentalen Schulden mehr würden leisten können, würden erneut deutsche und andere europäische Steuerzahler einspringen müssen. (Die reichen Griechen hatten ihre Einlagen natürlich längst    in    Finanzzentren    wie    Frankfurt    und    London    verschoben.) Und schließlich musste es den Zusammenhalt innerhalb der Eurozone untergraben, wenn man die Menschen und Parlamente täuschte, indem man die Bankenrettung als Akt der "Solidarität" verkaufte, ohne den griechischen Normalbürgern  zu  helfen – ja, diese Bürger tatsächlich benutzte, um den Deutschen eine noch schwerere Bürde aufzuerlegen. Die Deutschen wandten gegen die Griechen, die Griechen gegen die Deutschen, und als weitere Länder in haushaltspolitische Nöte gerieten, wandte sich Europa gegen sich selbst. Mehr...

Kommentar: Varoufakis erfindet in diesem Beitrag nicht die eierlegende Wollmilchsau. Seine Analyse ist jedoch treffend, seine Fakten sind stichhaltig und nachprüfbar, sein Fazit zwingend: "Längerfristig müssen die europäischen Führungen zusammenarbeiten, um die Währungsunion so umzugestalten, dass sie gemeinsamen Wohlstand fördert, statt gegenseitige Ressentiments anzuheizen. Dies  ist  eine gewaltige Aufgabe. Doch mit ausgeprägtem Zielbewusstsein, einer geeinten Strategie und vielleicht ein oder zwei positiven Gesten lässt sie sich bewältigen." 

Anders als der deutsche (Top-)Ökonom Hans-Werner Sinn hat Varoufakis die wirtschaftliche und politische Einheit Europas im Auge. Das ist, um gegen Schwergewichte wie die USA und China zukünftig bestehen zu können, zwingend geboten. Es ist nur logisch, dass kleine und wirtschaftlich schwache Mitglieder finanziell unterstützt und wirtschaftlich gefördert werden müssen. In Deutschland ist so ein Denken absolut verpönt. Dafür sorgen Politik und Medien in einer beispiellosen Propagandakampange, die auch vor persönlichen Anfeindungen gegen Yanis Varoufakis und seinen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras nicht halt macht.


Griechenland und Deutschland: Warum so wütend?
(zeit.de) Die deutsche und die griechische Regierung verhalten sich wie zwei Eheleute kurz vor dem Scheidungstermin. Sie denken nur an sich. Mehr...

Kommentar: Diesen Beitrag der besseren Art, d.h. der auf Propaganda weitgehend verzichtet, haben wir gerade in der ZEIT gefunden. Trotzdem stört uns auch hier, dass der Autor nichts unversucht lässt, den griechischen Verantwortlichen eine große Mitschuld an der Entwicklung zu einem Rosenkrieg anzuhängen. Die Wahrheit geht anders: kaum hatten die Griechen gewählt, wurde aus Berlin und in den deutschen Leitmedien scharf geschossen. Natürlich ist unsere Bewertung nicht frei von subjektiven Eindrücken. Offensichtlich haben wir die Entwicklung bisher gut beobachtet, wie der folgende Beitrag des investigativen Berliner US-Journalisten Mathew D. Rose zeigt. Unabhängig davon ist uns dieser Beitrag der ZEIT eine dicke Empfehlung wert. 


Mathew D. Rose: Greece – Plus ça change
(nakedcapitalsim.com) If there is one satisfying aspect of being an investigative journalist, it is not having to chase, create or falsify stories. One has plenty of time to gather the facts to come to a reliable result. I have rarely appreciated this situation more than in the past two months. That is how long Syriza has been in office. It has been truly impressive watching my colleagues racing from one purported crisis meeting to the next, sitting in press centres until the early hours of the morning, attempting to top each other with their scoops and inside information. After two exhausting months, however, nothing has really changed; or as the French would say: Plus ça change, plus c’est la même chose.
Yes, the Greek treasury and banks are strapped for cash. But both institutions, like the Syriza government, are still standing. They may well be doing so for some time to come. The problem is that Germany and the rest of the euro-nations, who really do not matter politically, want Greece to remain in the Eurozone. On the other hand, Germany and Europe’s ruling class, who really do matter, want the leftist Syriza out of the Eurozone, out of Greece and even better still, totally obliterated. This has apparently become a conundrum: how to get rid of Syriza and keep Greece in the Eurozone. Not long ago a military coup would have been the tidy solution for this sort of situation, but those things do not happen in the EU anymore – I hope.
Syriza is simply not doing what Germany wants. Syriza politicians should be falling on their knees, begging forgiveness for speaking the truth concerning Greece’s debt, rolling out the red carpet for the Troika bureaucrats and reinstating the policy dictated to them by Germany. I constantly read and hear in the media that Syriza has capitulated, hauled up the white flag, reneged on its promises to the Greek people, yet somehow they seem to keep plugging on, fulfilling their election promises, speaking their mind. Yes, there has been no debt relief, but Syriza did not have a mandate to take Greece out of the Eurozone either and they may feel this is binding. Read more...


Kommentar: Ein wirklich grandioser Beitrag. Leider nur in englisch erhältlich. M. D. Rose analysiert den deutschen Hass auf die Griechen und ihre Regierung, entlarvt die Lügen deutscher Politiker und Medien, rätselt über die deutschen Pläne für Griechenland und die Vorbereitungen für eine Siegesfeier. Einmal mehr wird deutlich, wie wenig Deutschland seinem Führungsanspruch in dieser Krise gerecht wird. 

Hervorragend recherchiert und leicht verständlich geschrieben. Unseren LeserInnen können wir diesen Beitrag nur wärmstens empfehlen.


Griechenland steht eine Minute vor Zwölf
(griechenland-blog.gr) Die Financial Times schreitet zu einer schockierenden Enthüllung über die griechische Wirtschaft. In einem vorgestern (26 März 2015) veröffentlichten Artikel enthüllt die Zeitung, in Brüssel bereite man sich auf eine "Capital Control", also eine Einschränkung des Kapitalverkehrs in Griechenland für den Fall vor, dass wegen irgend eines "Kreditvorfalls" eine Panik entsteht.
"Griechenland befindet sich eine Minute vor Mitternacht", lautet es in dem Artikel der FT, der eine Analyse bezüglich des verzweifelten Versuchs der Regierung, Gelder zu finden um die Raten zu zahlen, aber auch des letzten Schlags der Europäischen Zentralbank vornimmt, die Emission von Schatzbriefen in Griechenland über die Grenze von 15 Mrd. Euro hinaus zu verbieten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine weitere Analyse zu Griechenland. Die beschriebene Kapitalverkehrskontrolle trifft natürlich die Falschen: Die Reichen und Schönen Griechenlands haben ihre Moneten doch längst schon ins Ausland geschafft. Lange genug wurde ihnen diese Tür von der Troika offengehalten. Der Beitrag offenbart aber auch den Unwillen in Berlin, Brüssel und Frankfurt, der griechischen Regierung entgegenzukommen. Das Ziel ist für uns klar: Tsipras soll zum Rücktritt gezwungen werden. Bei den anschließenden Neuwahlen hofft man auf eine Regierung, die hündisch den Befehlen aus Berlin folgt und sich außerdem wieder von der Troika die Regierungsgeschäfte besorgen lässt.

Dazu passt ein Beitrag, der gerade bei NAKED CAPITALISM erschienen ist: "The Troika’s Leverage Over Greece: The Ongoing Bank Run". Die Einleitung: "A substantial portion of the site’s commentariat has wanted to believe that the Greek government’s defiance of the will of the Troika has been effective, either in and of itself, or as a means of preparing the Greek public and buying time before a Grexit. As we’ve argued, Greece was almost certain not to prevail on its own. But outside help has been sorely lacking. While the US expressed concern early on, and argued the Greek case, that the nation needed debt writedowns and pro-growth policies, the Administration quickly abandoned its lobbying effort. The European left similarly has not taken up the Greek cause in a meaningful or consistent manner. As for the notion that Syriza has been planning to depart the Eurozone, we argued that Finance Minister has long viewed that outcome as an unmitigated disaster for Greece and Europe. And perhaps most important, the government’s actions don’t bear that out. The first order of business should have been to impose capital controls. As reader Ishmael stressed, you declare bankruptcy before you run out of cash. This measure would have reduced the Troika’s leverage over Greece somewhat, and would be an absolutely essential step in preparing for a Grexit. Moreover, imposing those restrictions in response to withdrawals could have been positioned as a necessary protective measure if it had been done early on. Acting now would look like a desperate measure, either a last-ditch effort to protect the banks or an admission that Grexit risk was high." Read more here


Tsipras droht mit Einstellung des Schuldendienstes
(spiegel.de) Die Regierung in Athen erhöht kurz vor neuen Verhandlungen mit den Gläubigern den Druck: Sie will ihre Schulden nicht mehr bezahlen, sollte die letzte Tranche des Hilfspakets ausbleiben. Mehr...

Kommentar: Das bisschen Gegenwehr der Griechen sorgt natürlich hierzulande immer gleich für Verstimmung. Lächerlich. 


Weder Russland noch China werden Griechenland helfen
(griechenland-blog.gr) Trotz immer noch kursierender gegenteiliger Verlautbarungen bestehen für Griechenland kaum realistische Aussichten auf Hilfe aus Russland oder China. Mehr...

Kommentar: Schade, dass sich offensichtlich die kürzliche Meldung als Zeitungsente herausstellt. Damit wird Tsipras' Verhandlungsspielraum winzig klein.  


Griechische  Löhne  und  polnische  Produktivität  –  ein Faktencheck
(flassbeck-economics.de) Ein Leser weist uns darauf hin (danke dafür!), dass Professor Hans-Werner Sinn in der Sendung "Hart, aber fair" am 16. 3. 2015 gesagt hat, die griechischen Löhne seien doppelt so hoch wie die polnischen, Griechenland müsse folglich eine doppelt so hohe Produktivität haben wie Polen, die griechische Produktivität sei “in Wirklichkeit aber nur ein Bruchteil davon“ (ab Stunde 1:02 für etwa drei bis vier Minuten; auf YouTube kann man es unter diesem Link aufrufen).
Das ist eine mehr als erstaunliche Aussage, einerseits in Hinblick auf die Fakten, andererseits in Hinblick auf das Verständnis der Funktionsweise einer Währungsunion. In einer Währungsunion reicht es nämlich schon, wenn ein Land Jahr für Jahr nur ein klein wenig über seine Verhältnisse lebt, um sich allmählich in eine unhaltbare Situation zu manövrieren. Das gilt umso mehr, wenn es in der gleichen Währungsunion ein anderes (womöglich großes) Land gibt, das weit unter seinen Verhältnissen lebt. Denn dann entwickelt sich die Wettbewerbsfähigkeit beider Mitgliedsländer auf Dauer eklatant auseinander, ohne dass der Wechselkurs der gemeinsamen Währung darauf adäquat reagieren kann: Für das eine Land, das unter seinen Verhältnissen lebt, müsste die Währung aufwerten, für das andere dagegen abwerten. Man braucht also gar keinen Vergleich zwischen zwei Ländern anzustellen, bei dem die Löhne in dem einen Land doppelt so hoch sind wie in dem anderen und die Produktivität im Gegensatz dazu nur einen Bruchteil beträgt. Um ein Problem zu konstatieren, wäre schon eine wesentlich geringere Diskrepanz ausreichend (wie sie etwa zwischen Deutschland und Frankreich besteht).
Doch  für  einen  solchen  Vergleich  von  Löhnen  und  Produktivität  ein  Land
heranzuziehen, das nicht Mitglied der Währungsunion ist, geht am Problem vollkommen vorbei. Man stelle sich einmal vor, in der EWU hätte es nie ein Auseinanderlaufen der Lohnstückkosten und damit der Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsländer gegeben. Was würde dann ein Vergleich von Löhnen und Produktivität mit Polen besagen? Liefen den EWU-Ländern die Löhne im Vergleich zur Produktivitätsentwicklung davon, während das in Polen nicht der Fall wäre, dann wäre die Inflationsrate in der EWU deutlich höher als in Polen. Mit dem Ergebnis, dass der Wechselkurs zwischen beiden Währungen eines Tages darauf reagieren würde. Vermutlich überschießend und von spekulativen Preisblasen überlagert, wenn er den freien Devisenmärkten überlassen bliebe, aber er würde reagieren.

Mit anderen Worten: Griechenlands Problem in Sachen Wettbewerbsfähigkeit ist nicht Polen, sondern Deutschland. Hätte Griechenland kein Problem mit seiner Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Deutschland (und einigen anderen EWU-Mitgliedern, die ebenfalls unterbewertet sind), dann hätte es entweder (wie alle anderen Unionsmitglieder auch) kein Problem gegenüber Polen oder, wenn kurz- bis mittelfristig doch, dann hätten alle anderen Unionsmitglieder dieses Problem ebenfalls. Aber es ließe sich dank Wechselkurs lösen.
Insofern ist der Vergleich zwischen Griechenland und Polen unangebracht und wohl eher dem Bemühen geschuldet, möglichst plakativ darzustellen, wie völlig marode die griechische Wettbewerbsfähigkeit ist. Doch damit verhält es sich auch anders, als Hans-Werner Sinn behauptet, womit wir zu den empirischen Fakten kommen. Mehr...


Kommentar: Für uns ist Hans-Werner Sinn ein Scharlatan. Aus dieser Einschätzung machen wir seit Beginn unseres Blog's kein Geheimnis. Da kommt uns dieser Beitrag von Flassbeck/Spiecker nur recht. Endlich ein Beweis, dass Sinn es mit den Fakten nicht besonders genau nimmt, sondern seiner Meinung anpasst. 


Black Swan 2: This Is "The Next Critical Chapter In The Austrian Banking System Story"
(zerohedge.com) When it comes to the sweeping of (trillions of) toxic assets until such time as the ECB starts purchasing not only government bonds but equities, bank loans and really anything else that in a normal world would have some "mark to market" value, Europe had a ready answer: bad banks. A tradition which started with Switzerland and the semi-bailout of UBS during the great financial crisis, "bad banks" have been proposed every time there are a few hundred billion in bad assets that need to be swept away or otherwise removed from the the public eye.
In fact, it was just a few hours ago that Spain's economy minister praised the usefulness of bad banks, which have certainly seen their fair share of use in Spain over the past 5 years. 


GUINDOS: BAD BANKS USEFUL INSTRUMENT TO CLEAN UP BALANCE SHEETS.
 

Yes, useful. Until you have a massive blow up like in Austria when several years of avoiding reality exploded in everyone's face when the Bad Bank meant to fix the mess left after the collapse of Hypo Alpe Adria itself became insolvent, after the horrendous state of its balance sheet could no longer be masked, and creditors were shocked to learn they would foot the bail out, or rather bail in costs thanks to massive debt writedowns.
And since there is never just one cockroach when it comes to hiding Europe's biggest financial problem, namely trillions in non-performing loans, the question always is: which cockroach is next?
For now the answer, thanks to the ECB's relentless intervention in all capital markets is hiding, but one proposal comes from Daiwa Capital Markets which suggests to take a long hard look at Austria's Pfandbriefbank Oesterreich AG. Read more... 


Kommentar: Gedankenfutter...


Warnungen vor neuer Finanzkrise
(wsws.org) Die globalen Finanzmärkte steuern auf einen neuen Crash zu, der noch schwerwiegendere Folgen hätte, als der Zusammenbruch vom September 2008. Die gegenwärtige Geldpolitik erzeugt riesige Finanzblasen mit erheblichem Zerstörungspotenzial, heißt es in dringenden Warnungen aus Kreisen der herrschenden Klasse selbst. Mehr...

Kommentar: Abgesehen von den sozialismusgetränkten Formulierungen an einigen Stellen des Beitrages eine gute Zusammenfassung über den aktuellen Stand der Finanzkrise.   


Auch in 2015: Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.  

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)