Montag, 6. April 2015

Standpunkt 973 - Nachrichten-Ticker, 01. & 02.04.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuern wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Ponzi-Schema, erklärt von Daniel Stelter - Staatspleiten - Fed - Griechenland: Grexit und kein Ende  - Deutschland vs. Griechenland - Spekulanten vs. Euro - Armut in der Krise - USA: Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Enteignung - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Finanzierung der westlichen Länder: Das größte Ponzi-Schema der Geschichte
(manager-magazin.de) Die ersten Investoren mit dem Geld der folgenden Investoren bedienen: Das größte Ponzi-Schema aller Zeiten läuft noch immer. Es wurde von den westlichen Ländern aufgelegt. Nun nähert sich der Punkt, wo auch hier mehr Leute aussteigen als einsteigen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Autor dieses Beitrags, Daniel Stelter, war früher bei der Boston Consulting Group (BCG), einer der weltweit größten Unternehmensberatungen, beschäftigt. Stelter war seines Zeichens Mit-Autor der Studie "Collateral Damage - Back to Mesopotamia? - The Looming Threat of Debt Restructuring", veröffentlicht im September 2011, einer Anleitung zur Enteignung der Sparer und Steuerzahler (hier). 

Mittlerweile hat Daniel Stelter die Seiten gewechselt und erklärt der (staunenden?) Öffentlichkeit die Hintergründe und Zusammenhänge der Finanzkrise von 2008 und ihrer Folgen. So auch in diesem Beitrag. Wobei er aber wesentliche Dinge unterschlägt, die für eine vollständige Aufklärung der LeserInnen unerlässlich sind. Außerdem sind sie unabdingbare Voraussetzung für geeignete Vorschläge an die Politik, wie dieser Entwicklung erfolgreich begegnet werden kann. Der Autor hüllt sich diesbezüglich in Schweigen und belässt es am Schluss bei vagen Andeutungen: "Noch können wir gegensteuern. Dies setzt allerdings voraus, dass wir uns eingestehen, dass es so nicht weiter gehen kann und die Politik bereit ist, unbequeme Entscheidungen zu treffen: Faule Schulden restrukturieren, unhaltbare Versprechen kassieren und Investition in Bildung, Kapitalstock und Innovation statt Konsum auf Pump. So ließe sich der Schaden begrenzen und das Ponzi-Schema geordnet beenden. Tun wir es nicht, wird es eines Tages von selbst enden wenn klar wird, dass die Versprechen nicht erfüllt werden können." 

Statt Ross und Reiter zu nennen, betreibt Stelter schlicht Etikettenschwindel. Er vertauscht (ganz bewußt?) Ursache und Wirkung. Vorweg: Das größte Ponzi-Schema betreiben nicht die Staaten, Privathaushalte und Unternehmen in der Real-Wirtschaft, sondern einzig und allein die Finanzindustrie. 

Wirtschaftswachstum im Kapitalismus ist schuldenbasiert. Anders funktioniert das nicht. Wer davon wegkommen will, der muss das kapitalistische System grundlegend umkrempeln oder gleich ganz abschaffen. Das ist kaum vorstellbar. Nachdem selbst die chinesische Führung das westliche Kapitalismussystem übernommen hat und sogar immer weiter auf die Spitze treibt. Chinas Führung und die Millionäre haben Gefallen gefunden an der Vermögensumverteilung. Die kriegen den Hals genauso wenig voll wie die Reichen und Mächtigen im Westen. 

Was wir erleben nennt sich überall auf der Welt Finanzmarkt-Kapitalismus. Dessen Folge, seine völlige Überschuldung, flutet jetzt die Real-Wirtschaft. Überall auf der Welt, auch in Europa. Die Verursacher werden für systemrelevant erklärt, als "too big to fail". Die persönlich Verantwortlichen schützt ein korruptes politisches System vor der Strafverfolgung. Der US-Ökonom Simon Johnson hat dafür den Begriff "too big to jail" geprägt (hier).

Ebenfalls unerwähnt lässt Stelter die Risiken des internationalen Derivatehandels, bei dem nicht nur US-amerikanische, sondern auch europäische Banken an vorderster Front mitmischen. Die Deutsche Bank hält weltweit den ersten Platz, dicht gefolgt von der US-Großbank JP Morgan. Wir können nur immer wieder darauf hinweisen: Der US-Großinvestor Warren Buffett bezeichnete bereits 2003(!) Derivate als "finanzielle Massenvernichtungswaffen". Nachzulesen in dem Beitrag "Terminbörsen wehren sich", HANDELSBLATT, 17.03.2003 (hier). Seit dem sind die Risiken nicht kleiner, sondern noch um ein Vielfaches größer geworden. Offiziell sind es nach Angaben der BIZ aktuell um die 700 Billionen USD. Nicht eingerechnet die Schattenbanken (siehe dazu: "Der rasante Aufstieg der Schattenbanken", ZEIT, 05.02.2015, hier). Schätzungen in den USA gehen deshalb von 1200 bis 1500 Billionen USD Volumen des weltweiten Derivatehandels aus. Bei einer Jahresweltwirtschaftsleistung von gerade einmal rund 70 Billionen USD eine absolut tödliche Dosis. Unter dieser Last wird das Welt-Finanzsystem in absehbarer Zeit zusammenbrechen und alles andere unter sich begraben. Bei diesem Akt der Selbstzerstörung werden Sparer und Steuerzahler am Ende vor dem Nichts stehen. Während eine kleine Anzahl Reiche nach der Stunde Null die Vermögen der Welt in ihren Händen halten. 

Helfershelfer bei dieser finalen Vermögensumverteilung sind die Politiker. Für Europa sitzen die Haupttäter in Berlin, Brüssel und Frankfurt. Unterstützt werden sie von den (Leit-)Medien, die eine gigantische Propagandamaschinerie in Gang halten. Feldversuchslabor ist Griechenland. Außerdem, aber noch mit deutlich schwächerer Ausprägung, die anderen Problemstaaten, wie Irland, Portugal, Spanien, Italien, usw. 

Primäres Ziel der Politik ist die Sozialisierung des Bilanzmülls der Banken durch Abwälzung auf die Steuerzahler. Alleine in Europa geht es um 18,2 Billionen Euro, wie bereits 2009 eine Untersuchung der EU-Kommission ergeben hat (siehe: "18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken", DIE PRESSE, 17.02.2009, hier). Das sorgt seit der Lehman-Pleite 2008 für den exorbitanten Anstieg der Staatsschulden. Zuerst in den Ländern der Peripherie, längst aber auch im Kern Europas. Niemand bleibt davon verschont, auch Deutschland wird dieses Schicksal erleiden. Nicht enthalten in dieser Summe: die viele Hundert Billionen Risiken aus dem Derivatehandel! Selbst eine völlige Enteignung ihrer Bürger wird nicht ausreichen, diese Schulden zu begleichen. Das ist den Verantwortlichen sonnenklar. Die Enteignung erfüllt letztlich nur einen Zweck: Den finalen Abschluss der weltweiten Vermögensumverteilung zu bewerkstelligen. Dafür liefert sie das Handwerkszeug.

Daniel Stelter weiß das sehr genau. Deshalb ist er ein Schwindler, wenn er auf diese logische Entwicklung in seinem Beitrag nicht ausdrücklich hinweist. Er muss auch wissen, dass seine Enteignungs-Ideen aus dem September 2011 auf vollkommen falschen Annahmen der Staatsschulden beruhen. Deshalb sind die vorgeschlagenen 30% Vermögensabgabe eine Phantasiezahl, weil viel zu niedrig. Realistisch sind die Zahlen aus Zypern 2013, nachzulesen beispielsweise in diesen Beiträgen: "This Is How A Country Ends: Not With A Bang, But A Bailout" (ZERO HEDGE, 26.03.2013, hier), "And Scene: Big Cypriot Depositors Facing Complete Wipe Out" (ZERO HEDGE, 29.03.2013, hier) und "Zypern-Anleger müssen mit 100 Prozent helfen" (DER STANDARD, 01.04.2013, hier). Erst zwei Jahre her, aber schon vergessen, bzw. verdrängt. 


Lasst sie doch pleitegehen!
(zeit.de) Seit 15 Jahren fordert der Berliner Jurist Christoph Paulus ein Insolvenzrecht für Staaten. Der Vorschlag bekommt viel Applaus. Umgesetzt wird er aber nicht. Warum? Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine sicherlich verlockende Idee, aber in der Form, wie von Paulus gedacht, nicht durchsetzbar. Jedenfalls so lange nicht, wie Wall Street und Londoner City die Politik bestimmen. Die Staaten werden pleitegehen, daran führt kein Weg vorbei und es ist auch so gewollt. Die Bedingungen diktiert aber die Finanzindustrie. Sie wird sich dabei mit viel krimineller Energie, ohne jede Moral und Skrupel, auch noch den letzten Cent von den wehrlosen Sparern und Steuerzahlern unter den Nagel reißen. 

Was Christoph G. Paulus vorschlägt kann nur funktionieren, wenn die Macht der Finanzindustrie durch eine grundlegende Reform gebrochen wird. Die ist nicht in Sicht. Und selbst die kleinsten Ansätze einer Regulierung werden gleich verteufelt. Aktuell nachzulesen im österreichischen WIRTSCHAFTSBLATT: "Eine Steuer ohne wirtschaftlichen Verstand". Es geht um die Finanztransaktionssteuer. Im Vorspann heißt es: "Während Asien und die USA längst wieder zum Status vor der Finanzkrise zurückgekehrt sind, versucht sich ein Großteil Europas, mit Ausnahme Großbritanniens, in neuen regulierenden Eingriffen." Mehr hier. Der Autor lobt einen Zustand, der den nächsten Crash fördert. Das ist doch Schwachsinn, oder? 


A Shocking Admission: "The Federal Reserve is a Criminal Conspiracy"
(washingtonsblog.com) In an extraordinary admission, the Board of Governors of the Federal Reserve conceded that the Federal Reserve is "at heart a criminal conspiracy of bankers." The Board followed up this revelation with a breezy confession that the Fed "doesn’t really give a rat’s rear-end about the American people, and we’re tired of having to claim we do."
The Fed’s role was global, the Board explained; the American people played no part whatsoever in Fed policy or decisions. "Honestly, why would anyone think we waste a moment’s thought on the American people?" one commented. "We’re here to maintain the power and wealth of the banking sector on a global scale. We have zero interest in John Q. Citizen’s travails or his income. Our only interest in Mr. Citizen is that he continue to keep his mouth shut and not make waves." Read more...


Kommentar: John Q. Citizen steht für Otto Normalverbraucher. Den Rest müssen wir nicht kommentieren - der ist selbsterklärend. 


Grexit aus Eigennutz
(theeuropean.de) Die vielzitierte Solidarität mit Griechenland entpuppt sich als Ammenmärchen. Kaum geht von dem Land keine fiskalische Ansteckungsgefahr mehr aus, überlässt man es seinem Schicksal. Ein Grexit wird von der deutschen Bundesregierung bewusst herbeigeredet und der europäische Zusammenhalt preisgegeben. Mehr...

Kommentar: In diesen Zeiten ein bemerkenswerter Beitrag. Dieser Schluss gefällt uns: "Berlin wäre gut beraten, die Rolle des europäischen Zuchtmeisters abzulegen und stattdessen wieder leise Töne anzuschlagen. Das heißt, auch mit dem nötigen Anstand und Respekt gegenüber unseren europäischen Freunden aufzutreten. Ein unverantwortliches Herbeireden eines griechischen Ausscheidens aus der Euro-Zone entspricht diesem Anspruch definitiv nicht."  


Warren Buffett: "Ein Grexit muss nicht schlecht für den Euro sein"
(manager-magazin.de) Was könnte gut daran sein, wenn Griechenland die Euro-Zone verließe - wenn es zum Grexit käme? Investment-Altmeister Warren Buffett hat eine verblüffend einfache Antwort.
"Sollten die Griechen rausgehen, müsste das nicht schlecht für den Euro sein", sagte der Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway am Dienstag dem TV-Sender CNBC. Immerhin könne so ein Schritt dazu führen, dass sich die Mitgliedsländer besser auf eine Fiskalpolitik einigten. Mehr...


Kommentar: Die Grexit-Fanatiker bekommen allerhöchste Unterstützung - vom Großmeister der Spekulanten, Investoren-Legende Warren Buffett. Der hält es für möglich, dass die Griechen die Eurozone verlassen. Stellt sich die Frage: Aus freien Stücken oder gezwungenermaßen? Das griechische Interesse an einem Austritt halten wir für äußerst gering. Die Antwort aus Berlin wird wahrscheinlich nicht mehr lange auf sich warten lassen... 


Die katastrophalen Folgen Griechenlands Rückkehr zur Drachme
(griechenland-blog.gr) Laut dem Wirtschaftanalytiker Dimitrios Gkiokas würde eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme 12 katastrophale Folgen haben.
In letzter Zeit beobachten wir, dass von verschiedenen Kreisen geschickt das Klima zu Gunsten einer Rückkehr Griechenland zur Drachme kultiviert wird. Unter Ausnutzung der aus der 6jährigen Rezession herrührenden Unzufriedenheit der Menschen ist von unternehmerischen Zentren mit eigennützigen Zwecken und spekulativen Motiven eine konzertierte Propaganda zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung aufgebaut worden.
Dieses Klima wird auch durch den Umstand verstärkt, dass ein signifikanter Anteil von Funktionären der beiden Koalitionsparteien der griechischen Regierung sich offen für die Drachme und gegen jede beliebige Form  einer Reform  ausspricht,  die sich im  Rahmen einer entgegen gesetzten Philosophie bewegt. Mehr...  


Kommentar/Ergänzung: Die Kommentare zu dem Beitrag und die Gegenreden anderswo - alles übrigens nur Spekulation - machen uns mit unserer Meinung zu Außenseitern. Trotzdem halten wir daran fest: Die Folgen des Grexit sind unkalkulierbar. Für Griechenland, für Europa und den Rest der Welt. Niemand hat bis heute die Prognos-Studie aus 2012, erstellt im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung (hier), zu diesem Thema entkräftet. Die ZEIT schlagzeilte damals: "Studie: 'Grexit' könnte 17 Billionen Euro kosten" (hier). Alle, die diesen Versuch in Deutschland bisher unternommen haben, allen voran das Münchner ifo-Institut des deutschen Top-Ökonomen Hans-Werner Sinn, beschränken sich auf die angeblichen Verluste aus den diversen EU-Rettungspaketen für Griechenland. Das greift entschieden zu kurz. Warum, kann in dem Beitrag "Grexit könnte weltweite Wirtschaftskrise auslösen" von EURACTIV vom 17.10.2012 nachgelesen werden: "Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro könnte eine weltweite Wirtschaftskrise zur Folge haben. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung warnt vor 'weitreichenden Dominoeffekten'." Schon damals äußern sich die Autoren der Studie zu dem heute als Hauptargument vorgetragener "Verkraftbarkeit" eines Grexit: "Ein zunächst isolierter Austritt Griechenlands und sein Staatsbankrott wären zwar ökonomisch verkraftbar, könnten aber mit ihren schwer kalkulierbaren Folgen die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession stürzen, die auch vor außereuropäischen Volkswirtschaften keinen Halt machen würde. Neben den rein ökonomischen Konsequenzen ist auch mit erheblichen sozialen Spannungen und politischen Instabilitäten zu rechnen – vor allem in den Ländern, die aus dem Euro ausscheiden, aber auch in anderen Volkswirtschaften. Die Gefahr eines Flächenbrandes mit seinen wirtschaftlichen Konsequenzen und seinen politischen wie sozialen Folgewirkungen eines griechischen Staatsbankrotts und Austrittes aus dem Euro sind so bedrohlich, dass die internationale Staatengemeinschaft – auch außerhalb Europas – beides verhindern sollte." Mehr hier. Wer es visuell braucht, der wird an dieser Stelle fündig: "Wirtschaftliche Folgen eines Euro-Austritts der südeuropäischen EU-MitgliedsstaatenGrafiken und Diagramme" (hier). 


Anstieg der Popularität der Regierung Griechenlands
(griechenland-blog.gr) In Griechenland verzeichnet die Popularität des Premierministers Alexis Tsipras und des ANEL-Vorsitzenden Panos Kammenos einen steilen Anstieg.
Gemäß einer von der Makedonia-Universität für Rechnung des Senders SKAi durchgeführten Meinungsumfrage in Griechenland zeigt die Popularität des Premierministers Alexis Tsipras und des Parteivorsitzenden der Unabhängigen Hellenen (ANEL), Panos Kammenou, eine signifikante Zunahme.
Laut der Erhebung vereinigt Alexis Tsipras 69,5% positive und sehr positive Meinungen auf sich und verzeichnet damit einen Anstieg um 42% im Vergleich zu der vorherigen Erhebung (am 10 – 12 Januar 2015), Panos Kammenos entsprechend 35%, bei einem Anstieg um 23%. Mehr...


Kommentar: Offensichtlich keine leichte Sache für Berlin, Brüssel und Frankfurt, die griechische Regierung in die Wüste zu schicken, um die alte Seilschaft wieder zu aktivieren. Scheinbar honorieren die Griechen den aussichtslosen Kampf von Tsipras und Varoufakis gegen die europäischen Krisenmanager. Wir sind uns aber relativ sicher, Europas Granden werden ein geeignetes Mittel gegen die aufmüpfigen Griechen finden.


Sozialismus durch die Hintertür
(fuw.ch) "Athen verfolgt gar nicht ernsthaft die Absicht, europäische Probleme zu lösen. Vielmehr will man sie verschärfen, um das liberale Europa zu destabilisieren." 
Griechenlands Streit mit dem Rest der EU ist ideologisch, nicht nur finanziell. Die Regierung Tsipras stellt den liberalen, marktwirtschaftlichen Rechtsstaat grundsätzlich in Frage. Ein Kommentar von Thomas Straubhaar. Mehr...

Kommentar: Definitiv, es gibt sie, die akademischen Dünnbrettbohrer. Der Schweizer Ökonom Straubhaar, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), ist dafür ein Beispiel. Das müssen wir uns eingestehen. Mittlerweile ist er wieder weit weg von seiner sachlichen Analyse aus den Anfängen der Finanzkrise, in den Monaten nach der Lehman-Pleite. Auf die haben wir seinerzeit gerne zurückgegriffen. Leider ist Straubhaar zurückgekehrt zu seinen teilweise haarsträubenden Thesen der Vor-Krisenzeit. Schade.


Griechenland und die deutschen Medien: Die andere Seite
(journalist.de) Michalis Pantelouris ist gelernter Journalist. Er ist Deutschgrieche. Oder andersherum Grecogermane. Pantelouris sitzt zwischen den Stühlen. In Deutschland muss er die Griechen erklären und in Griechenland die Deutschen. Gerade das fällt ihm zunehmend schwer. Denn die Art, wie Medien in Deutschland Stimmung gegen Griechenland machen, empfindet Pantelouris als unerträglich. Eine Abrechnung. Mehr...

Kommentar: Diesen Beitrag haben bereits die NACHDENKSEITEN aufgegriffen. Kein Grund für uns, es nicht auch zu tun. Den Beitrag können wir unseren LeserInnen nur wärmstens empfehlen. 


US-Spekulanten wetten Vermögen gegen den Euro
(focus.de) Der Euro verliert im Vergleich zum Dollar immer mehr an Wert. Davon profitieren Spekulanten, die  so viel Geld wie noch nie auf einen schwachen Euro wetten. Doch sie könnten sich kräftig verkalkuliert haben. Mehr...

Kommentar: Das ist nicht wirklich neu. Die Krise in Europa ist schon seit Jahren dankbares Ziel von Spekulanten. Gehorsam bereitet ihnen die Politik das Feld. 


Poor under pressure: The social impact of Europe's fiscal consolidation
(bruegel.org) 
  • Europe faces major challenges related to poverty, unemployment and polarisation between the south and the north, which impact adversely the current living conditions of many citizens, and also negatively impact medium- and long-term economic growth.
  • Fiscal consolidation exaggerated social hardship. In vulnerable countries there was no alternative to fiscal consolidation, but in most EU countries and at aggregate EU level, consolidation was premature when the cyclical position of the economy was deteriorating.
  • Spending on social protection was shielded relative to other spending categories, but public bank rescue costs were high. While the changes in the tax mix favoured job creation, the overall tax burden become more regressive.
  • There is an increasing generational divide between the elderly and the young in terms of social indicators. Social spending on elderly people was favoured relative to spending on families, children and education. There is now a serious danger that a lost generation might develop in several member states.
  • Forceful policies should include bold structural reforms, better use of the European economic governance framework, more demand promotion, and a revision of national tax/benefit systems for fair burden sharing between the wealthy and poor.
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Kommentar: Eine sehr empfehlenswerte Studie des Brüsseler Think Tanks Bruegel. Informativ, mit viel Hintergrundwissen und reichlich Grafiken. Nachdenkfutter ohne Ende.  


It's Official: Fed Sees 0.0% GDP Growth In The First Quarter
(zerohedge.com) The Atlanta Fed's GDPNow model forecast for real GDP growth (seasonally adjusted annual rate) in the first quarter of 2015 has been downgraded once again... to 0.0 percent on April 1, down from 2.3 percent on Feb 13th. 

     

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Kommentar: Schon wieder sagt ein Bild mehr als viele Worte...




Jobless Payrolls
(alhambrapartners.com) If there is actually a tight correlation between jobless claims and the Establishment Survey, as I think there is, then we should expect tomorrow’s payroll report to be totally in-line with recent months. That would be despite all the growing negativity in economic accounts elsewhere, but I think it is more and more apparent that trend-cycle analysis (or guesses) is driving the BLS’s figures. It has been a bedrock assumption since the early days of the transition to stochastic modeling in these data points, and with major difficulties in this "cycle" as compared to any prior it would (in some respects) make sense that trend-cycle would dominate. Read more...

Kommentar: Ein vielsagender Blick auf den US-Arbeitsmarkt. Dazu an dieser Stelle gleich zwei Grafiken aus dem Beitrag:




Australia Wants To Tax Bank Deposits: Will The US Follow?
(zerohedge.com) Several months ago, the government of Australia proposed to tax bank deposits up to $250,000 at a rate of 0.05% (5 basis points).
Their idea was for the money to be invested in a rainy day Financial Stabilization Fund to insure against in the unlikely event of a banking crisis… or all-out collapse.
And as of this morning, it looks like the levy might just pass and become law in Australia. All parties support the idea. Which means that Australia might just have a tax on bank deposits starting January 1, 2016.
To be clear, the proposal seems to plan on taxing the banks based on the amount of deposits they’re holding - but it’s pretty obvious this will be passed on to consumers in the form of lower interest rates.
Let’s look at what this means: Read more...  


Kommentar: Statt vieler Worte... die Karikatur zum Beitrag:




Auch in 2015: Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.  

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)