Donnerstag, 9. April 2015

Standpunkt 974 - Nachrichten-Ticker, 03. & 04.04.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuern wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Tomasz Konicz: Der Zerfall des deutschen Europa - Europas Selbstgefälligkeit - Etikettenschwindel EU - Griechenland: Grexit und andere Krisen (7 Beiträge) - Griechisch-russische Geschichte - Bankenkrise in Österreich - Armut in der Krise - USA-Arbeitsmarkt: Die Wirklichkeit ist in Europa angekommen - Japan - Geldpolitik - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Der Zerfall des deutschen Europa - Wie die Systemkrise in Wechselwirkung mit der deutschen Krisenpolitik die gerade erst errungene europäische Dominanz Berlins unterminiert. Aufstieg und Zerfall des "deutschen Europa", Teil 2
(heise/telepolis.de) War es Zufall, Fügung, Schicksal - oder eine Folge skrupelloser Großmachtpolitik, dass Deutschland zur dominierenden europäischen Großmacht aufstieg? Das European Council on Foreign Relations ist der Ansicht, die "hegemoniale" Rolle Berlins sei Folge eines "Zufalls", da die Bundesrepublik im Kontext eines "Vakuums" und durch zufällige "Umstände" an die "Spitze der EU" gerückt sei. Deutschland habe zwar eine "Schlüsselrolle" während der Eurokrise gespielt und über allen Entscheidungen in Finanzfragen "emporgeragt", doch sei Berlin zugleich vor den "Verantwortlichkeiten" in anderen Politikbereichen zurückgewichen und habe die "Kosten der Führung" gescheut.
Berlin formte die ökonomische Krisenpolitik in Europa nahezu im Alleingang, in
anderen Fragen - wie denen der Geopolitik - hielt man sich, vorerst, zurück. Dieser hierdurch entstehende Eindruck eines "widerwilligen Führers" (wörtlich: reluctant Leader) der EU, wie es der Thinktank European Council on Foreign Realtions formulierte, ergibt sich somit aus der sozioökonomischen Strategie, die Deutschlands Funktionseliten einschlugen (genaueres siehe Teil 1 Der Aufstieg des deutschen Europa). Der deutsche Neo-Merkantilismus beruhte auf der - durch Agenda 2010 und Steuererdumping ins Extrem getriebenen - Erzielung möglichst hoher Außenhandelsüberschüsse gegenüber der Eurozone, die zu Deindustrialisierung und Verschuldung in den gegenwärtigen "Krisenländern" führten.
Hiernach wurde diesen niederkonkurrierten Volkswirtschaften der südlichen Peripherie einseitig die Schuld für die Schuldenkrise zugewiesen und - nachdem die drohenden Verluste der Banken des nördlichen Zentrums sozialisiert wurden - diese einem drakonischen Sparregime unterworfen sowie in eine Art Schuldknechtschaft getrieben. Und hier hat Berlin tatsächlich seine ökonomisch dominante Machtstellung voll ausgenutzt und ist keine Kompromisse bei der Durchsetzung seines Spardiktats eingegangen, obwohl Merkel von einer breiten internationalen Koalition unter Einschluss der USA dazu massiv gedrängt wurde.
Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Anders als bei dem ersten Teil der dreiteiligen Reihe fällt es uns schwer, diesen Beitrag von Tomasz Konicz kritiklos zu empfehlen. In einem wesentlichen Abschnitt seiner Analyse können wir ihm absolut nicht folgen: Er argumentiert um den heißen Brei herum, wenn er Deutschland von einer Schuld an der aktuellen Krise in Europa freispricht. Selbst wenn er die Gesamtentwicklung richtig als Systemkrise erfasst, bleibt die deutsche Verantwortung an der negativen Entwicklung der Gemeinschaftswährung - Stichwort Maastricht-Kriterien - und die egoistischen Maßnahmen zur Maximierung des Exportüberschusses zu Lasten der Nachbarn - ein Beispiel ist der Niedriglohnsektor (Schröder-Rede in Davos, 28.01.2005: "Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt", hier, Seite 4) - als Faktum bestehen. 



Als höchst schädlich hat sich außerdem die uneingeschränkte Öffnung des internationalen Finanzmarktes für die heimischen Banken entpuppt. Denen hat die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder alle Auflagen und Kontrollen abgeschafft, um im weltweiten Finanzcasino ganz weit vorne mitspielen zu können. Die Last dieses Irrsinns tragen bisher nur die Menschen in den sogenannten Problemstaaten - durch die Umdeutung der europäischen Bankenkrise in eine Staatsschuldenkrise. Von Anfang an war absehbar, dass diese vertuschte Bankenkrise bald auch in Deutschland ankommen wird. Für die deutschen Banken sind nämlich die heimischen Sparer/Steuerzahler die "Lender of last resort", der ultimative Rettungsanker.   

Wir finden, an dieser Stelle macht es sich Konicz zu einfach. Deutschland hat vollkommen eigennützig die Systemkrise benutzt, um sich mit reichlich Egoismus und ohne auch ein Fünkchen Solidarität mit seinen Partnern in der Eurozone, ohne jeden Skrupel zum vorläufigen "Krisengewinner" in Europa zu entwickeln. Angela Merkel setzt insofern die von ihrem Vorgänger, Gerhard Schröder, begonnene Poltik sehr konsequent fort. Die deutschen BILDungsbürger und ihre Stammtischführer belohnen sie dafür (noch) mit hohen Zustimmungswerten. Die heimischen Führungsmedien haben sich schon seit Jahren vor diesen Karren gespannt und stützen diese "(selbst)mörderische Politik" (im doppelten Wortsinn: vgl. dazu die steigenden Selbstmordraten und die Toten durch mangelnde medizinische Versorgung  in den Problemländern wegen Einführung der Austeritätspolitk. Außerdem selbstmörderisch für die deutschen Sparer/Steuerzahler; vgl. oben). 

Nur darauf beschränkt sich unsere Kritik. Ansonsten liefert Tomasz Konicz wieder eine nützliche Analyse, reichlich gefüllt mit Hintergrundwissen und Gedankenfutter. Außerdem zahllosen Argumenten für die unausweichlichen Diskussionen am Arbeitsplatz und im Sportverein, usw. Abschließend noch drei aussagekräftige Charts aus dem Beitrag:







Ergänzend zu dem aktuellen Beitrag von Konicz möchten wir noch auf ein älteres Werk, vom 15.08.2011, ebenfalls bei HEISE/TELEPOLIS erschienen, mit dem vielsagenden Titel "Politik in der Krisenfalle - Wieso weder Washington noch Brüssel die Weltwirtschaftskrise mittels politischer Maßnahmen überwinden können" hinweisen (hier). Noch mehr Gedankenfutter, noch mehr Argumente, aber auch viel Ratlosigkeit. 


"Die Selbstgefälligkeit in Europa ist verrückt"
(tagesanzeiger.ch) Die Ökonomin Lucrezia Reichlin ist überzeugt, dass die Politiker die Gefahr eines Austritts von Griechenland aus der Eurozone unterschätzen. Doch das sei bei weitem nicht der einzige Fehler der EU und der Währungsunion. Mehr...

Kommentar: Hervorragender Beitrag aus der Schweiz. Die italienische Ökonomin Lucrezia Reichlin argumentiert stellenweise messerscharf auf den Punkt, im übrigen bleibt sie aber zu ungenau, beschönigt sogar (wirtschaftliche Entwicklung, Beurteilung des Finanzsystems). Trotzdem insgesamt ein lesenswertes Interview. Ihre Kernaussage ist zutreffend.


Die EU ist ein Etikettenschwindel
(wirtschaftsblatt.at) Ginge es nur um Vernunft, gäbe es in Europa nicht 28 Staaten, sondern nur noch einen. Leider geht es aber bei den Wählern vor allem um Angst vor dem Unbekannten – und bei den Politikern vor möglichen Niederlagen. Mehr...

Kommentar: Fundiert geschrieben und der Zeit voraus, dieser Beitrag. Sein Fazit: "Ein so stark segmentierter Wirtschaftsraum wie Europa wird sich (und damit auch seinen Wohlstand) in einer globalisierten Welt nur halten können, wenn er sich so eng wie möglich zusammenschließt. Europas Staaten können in einer Welt, in der die USA, China und andere wachsende Schwellenländer den Ton angeben, schon demografisch nicht mehr als Nebendarsteller sein – ein vereintes Europa hingegen ist eine Wirtschaftsmacht. Dazu braucht es aber eine Union. Und Europäer." Leider hat Angela Merkel andere Pläne...


Faymann: "Auch die Finanzminister müssen sich bewegen"
(derstandard.at) Der österreichische Kanzler fordert mehr Flexibilität der EU, auch ohne Märkte vorher um Erlaubnis zu fragen. "Die Griechen müssen sich bewegen, aber auch die Finanzminister und die europäische Hochfinanz hat das zu tun", so Faymann in der Tageszeitung "Österreich" (Sonntagsausgabe). Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Liest sich wie eine Stimme der Vernunft: "Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras hätte die Probleme unterschätzt. 'Die Regierung ist in ihrer Professionalität sicher noch in einem Lernprozess. Sie hat maßlos viel versprochen und vielleicht selbst geglaubt, es halten zu können', so Faymann in der Zeitung weiter. 'Wenn nun der Herr (deutscher Finanzminister Wolfgang, Anm.) Schäuble beweisen will, dass er ein Vollprofi ist, und die in der griechischen Regierung lauter Anfänger, wird ihm das gelingen. Nur: Ich kann keinen großen Sinn darin erkennen. Das löst die Probleme der EU und der Menschen in Griechenland kein bisschen.' Europa habe keinen Grund zu feiern, dass es so gut sei, wenn gleichzeitig Südeuropa in eine humanitäre Katastrophe schlittere. 'Das gemeinsame Europa lebt davon, dass der Nachbar nicht verhungert.'" Es bleibt eine Einzelleistung. Und passt so gar nicht in die aktuelle Propaganda. Offensichtlich deshalb wurde der Beitrag vom STANDARD mittlerweile ersetzt. Wir halten ihn aber für so wichtig, dass wir ihn über unser Online-Archiv zur Verfügung halten. 

Im Gegensatz dazu - und ganz auf der deutschen Linie - äußert sich der finnische Finanzminister via F.A.Z.: "Wir lassen uns von Griechenland nicht erpressen". Werner Mussler berichtet aus Brüssel: "Als einziges EU-Mitglied verfügt Finnland über Sicherheiten für den Fall, dass Griechenland die schon gewährten Kredite nicht zurückzahlen kann. Der finnische Finanzminister Antti Rinne sieht sich im Kurs seiner Regierung bestätigt. Für Athen hat er eine simple Botschaft." Mehr hier. Finnland steht das Wasser längst bis zum Hals. Da helfen nur noch markige Sprüche (in Richtung Griechenland), um über diesen Umstand noch einige Zeit hinwegzutäuschen. Wir kommentieren schon seit 2011 Finnlands scheichenden Niedergang. Deshalb freuen wir uns auf den Tag, an dem das Land endgültig in die Krise eintaucht. Nicht zuletzt deshalb, weil alle finnischen Regierungen seit 2008 tatkräftig an dieser Entwicklung mitarbeiten. Im Land selbst und auf europäischer Ebene. Finnland ist einer der härtesten Unterstützer der gescheiterten deutschen Austeritätspolitik in Europa. Dafür werden die Finnen schon bald die Zeche zahlen müssen. Die Sicherheitsleistung aus Griechenland rettet dann auch nichts mehr, sie verdampft wie der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. 

Noch einer meldet sich zu Wort, der die günstige Gelegenheit nutzt, von den Problemen zu Hause abzulenken. Nachzulesen in dem Beitrag "Griechische Reformversprechen: Schluss mit den Listen" bei SPON: "Athen hat eine neue Reformliste vorgelegt und wähnt sich nun am Ziel. Doch die Euro-Partner
stellen klar: Geld gibt es erst, wenn die Pläne umgesetzt sind. Der belgische Finanzminister schließt einen Grexit nicht aus."
Mehr hier. Belgien steht bei uns ganz oben in der Reihenfolge der nächsten Krisenstaaten. Das Land erkauft sich Zeit durch die Unterstützung der US-Notenbank. Das Land ist, nach China und Japan, seit Monaten der wichtigste Halter von US-Treasuries (Stand Januar 2015: 354,6 Milliarden $, hier). Bei einer Wirtschaftsleistung von rund 520 Milliarden $ ein erkleckliches Sümmchen. Wer dahintersteckt, ist schwer auszumachen. Trotzdem, es wird belohnt. In Wahrheit ist Belgien politisch zerrissen (Konflikt zwischen Flamen und Wallonen) und wirtschaftlich in höchster Not. 



Griechenland wird einlenken – "ist auf internationale Geldgeber angewiesen"
(wirtschaftsblatt.at) Die Chancen für einen Verbleib des pleitebedrohten Griechenlands in der Eurozone haben sich nach Einschätzung von Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise verbessert. "Ich glaube nicht an einen Grexit, ich denke die griechische Regierung wird einlenken. Sie ist schließlich nicht gewählt worden, um Griechenland aus dem Euro herauszuführen und einen wirtschaftlichen Großschaden anzurichten", sagte Heise.
"Griechenland ist auf die Unterstützung der internationalen Geldgeber angewiesen, daran führt kein Weg vorbei", betonte Heise der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. Das Land hängt seit 2010 am Tropf der Europartner, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Nach Einschätzung von Experten reicht das Geld in der griechischen Staatskasse bis Mitte April. Die Geldgeber wollen frische Milliarden nur dann nachschießen, wenn Griechenland weitere Reformen in die
Wege leitet. Wird keine Lösung gefunden, könnte Hellas im schlimmsten Fall zu einem Austritt aus dem Euro gezwungen sein ("Grexit"). Mehr...


Kommentar: Es wird munter weiterspekuliert...   


Greece Brandishes Drachma, Threatens Euro Exit
(wolfstreet.com) Greece needs to make some payments in April. For a corporation like Apple, cash in these amounts would be a rounding error on the balance sheet. For the country of Greece, it’s becoming an insurmountable obstacle. That’s how broke Greece is.
No more than €462 million is due the IMF on April 9. A few days later, €1.4 billion in T-bills come due, and in a few more days, another €1 billion in T-bills. Then on May 1, Greece needs to pay the IMF €202 million in interest. In total, Greece has to scrape together a little over €3 billion this month.
But it won’t be able to make even that first payment to the IMF. Not unless it skips paying salaries and social security. To make both payments, it needs new money from the Eurozone "institutions," as the Troika is now called – that is, from taxpayers in other countries.
But that deal is hung up after the Syriza government has done everything in its power to alienate and confuse even its most ardent supporters in the Eurozone.
Complicating the issue is that it’s the IMF that’s first in line. If Greece fails to pay the IMF on April 9, it would have a one-month grace period. Then the IMF’s executive board would declare Greece to be in default. No developed country has ever dared to default on debt owed the IMF. And things might get hairy very quickly. Read more...


Kommentar: Jeder fühlt sich dazu berufen, mehr oder weniger gut begründet, über den griechischen Euro-Austritt/-Rauswurf zu spekulieren.


Griechenland will Bargeld aus dem Verkehr ziehen
(griechenland-blog.gr) Griechenland will Bargeschäfte im Wert von über 150 Euro global verbieten und damit praktisch den Umlauf von Bargeld in der Wirtschaft abschaffen.
Auf der Liste des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis, die der sogenannten "Brussels-Group" vorgelegt wurde, ist die Einführung elektronischer Zahlungen bei allen Geschäftsvorgängen der Bürger und Unternehmen und sogar auch für die Begleichung von Rechnungen der öffentlichen Unternehmen und Organismen vorgesehen, um der Steuerhinterziehung bei der Mehrwertsteuer zu begegnen.
Konkret wird auf der Varoufakis-Liste angeführt, es werden eine Neuplanung und Änderungen bei der bereits etablierten obligatorischen Bezahlung von Rechnungen in Höhe von über 500 Euro und der  ebenfalls obligatorischen Begleichung von Käufen und Dienstleistungen im  Wert von über 1.500 Euro sogar auch bei den Privatpersonen untersucht. Mehr...


Kommentar: Diese Pläne gehen über das hinaus, was bisher von anderen Ländern der Eurozone umgesetzt, bzw. geplant ist. Vorreiter in Europa sind Schweden und Norwegen. Beide Länder gehen bereits konsequent den Weg, Bargeld gänzlich abzuschaffen. Nach unserer Ansicht eine logische Folge der Krisenpolitik und genau so auch geplant. Politik und Finanzindustrie sind sich einig. Die Krise liefert den notwendigen Vorwand. Ausnahmen wird es nicht geben - auch nicht für Deutschland, den Beteuerungen der Bundesbank zum Trotz. Die Staaten brauchen dringend Transparenz über die finanziellen Verhältnisse ihrer Bürger und zukünftig freien Zugriff auf deren Vermögen. 


"Einfach Geld reinschütten nützt nichts"
(woz.ch) Der US-Starökonom James K. Galbraith über sein neues Buch "The End of Normal" und seine Beratertätigkeit für den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis und die Syriza-Regierung. "Für Griechenland ist das Beste, Zeit zu gewinnen." Mehr...

Kommentar: Den Beitrag haben bereits die NACHDENKSEITEN aufgegriffen. Trotzdem möchten wir nicht darauf verzichten, ihn unseren LeserInnen ebenfalls zu empfehlen. Galbraith gibt in diesem Interview u. a. wichtige Einblicke hinter die Kulissen des griechischen Dramas. Bemerkenswert auch seine Einschätzung der Krise im Allgemeinen. 


Das verbindet Griechen und Russen
(sueddeutsche.de) Viele Menschen im Westen verstehen nicht, wie die linke Regierung in Athen mit der neonationalistischen in Moskau liebäugeln kann. Doch jenseits aller taktischen Motive: Griechen und Russen haben eine lange gemeinsame Tradition. Ein Rückblick. 
Der neue Athener Außenminister kritisiert, das Verhalten der EU gegenüber Russland sei "krampfhaft". Athen und Moskau betonen die "historischen Verbindungen" beider Länder. Ministerpräsident Alexis Tsipras setzt auf eine engere Kooperation mit Russland und will Kremlchef Wladimir Putin besuchen. Bei EU und Nato wächst die Sorge, die Regierung Tsipras wende sich von der Euro-Krise bis zur Ukrainefrage vom Westen ab - in Richtung Russland. Und tatsächlich war Griechenland historisch eher Teil des Ostens. Eine Spurensuche. Mehr...

Kommentar: Vor dem Hintergrund der Moskau-Reise von Tsipras bietet dieser Beitrag wichtige Informationen über die gemeinsame Geschichte der beiden Länder. Wohltuend nüchtern, im Vergleich zu dem Gehetze der deutschen Journaille. 


Affäre um Hypo Alpe Adria: "Österreich will sich aus der Verantwortung stehlen"
(deutschlandfunk.de) Seit vier Wochen werden die Schulden der "Hypo Alpe Adria" nicht mehr bedient. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Walter-Borjans pocht im DLF darauf, dass die Verträge mit den Gläubigern eingehalten werden - und erhebt schwere Vorwürfe gegen Österreich.
Wörtlich sagte er: "Österreich hat die europäische Bankenabwicklungsrichtlinie fehlerhaft in nationales Recht übersetzt - mit dem Ziel, sich aus der Verantwortung zu stehlen." Mehr...


Kommentar: Klar will Österreich das. Es gibt keine andere Möglichkeit, um den Schaden einigermaßen zu begrenzen. Nach unserer Einschätzung erwartet das Land die größte Bankenkrise seiner Geschichte. Da muss vorgesorgt werden. Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. So einfach ist das. Der Ärger mit den Nachbarn ist - sogar wenn er Deutschland heißt - dabei noch das kleinere Übel. 


US-Arbeitsmarkt bricht ein – Zinserhöhung dürfte sich weiter verschieben
(wirtschaftsblatt.at) Mit nur 126.000 neuen Jobs im März – Analystenbefragungen hatten 245.000 erwartet – hat der soeben veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht eine kräftige negative Überraschung geliefert. Weil die Börsen heute geschlossen sind, kann es erst nach dem Oster-Wochenende zu Marktreaktionen kommen. Die dürften aber massiv ausfallen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir berichten regelmäßig an dieser Stelle über den desolaten Zustand des US-amerikanischen Arbeitsmarkts. Bisher waren wir gezwungen, auf englischsprachige Beiträge zurückzugreifen. Mittlerweile gibt es erfreuliche Ausnahmen, wie dieser Artikel im österreichischen WIRTSCHAFTSBLATT zeigt. 

Die klareren Aussagen kommen aber immer noch aus den USA, wie die beiden folgenden Beiträge zeigen:

"Americans Not In The Labor Force Soar To Record 93.2 Million As Participation Rate Drops To February 1978 Levels" titelt ZERO HEDGE und liefert die aussagekräftigen Charts gleich mit: 


Die sind eindeutig. Mehr hier. Was uns F.A.Z. und Konsorten statt dessen schon seit vielen Monaten an Informationen vorsetzen ist schlicht eine Frechheit - nein, es sind glatte Lügen.  

Noch einmal ZERO HEDGE: "No Country For Young Workers: Only Americans 55 And Older Found Jobs In March". Ernüchternd: "In short: America continues to be a country where there are only jobs for old men, those 55 and older, who saw a 329,000 increase in jobs in the past month. Every other age group saw job losses!" Gleich noch zwei Charts aus dem Beitrag:




Mehr hier. Erfolgreiche Geld- und Wirtschaftspolitik in den USA? Fehlanzeige, wie überall auf der Welt...


Wie 1300 Milliarden Dollar zu verpuffen drohen
(tagesanzeiger.ch) Trotz massivster Geldspritzen beträgt die bereinigte Inflationsrate 0 Prozent statt der angepeilten 2 Prozent. Ein Umdenken ist dennoch unwahrscheinlich. Mehr...

Kommentar: Das japanische Beispiel eines Scheiterns. Und am Ende ein nüchternes Fazit: "Angesichts der beschränkten Wirkung der hoch dosierten BOJ-Geldspritzen stellt sich eine Grundsatzfrage: Ist Gelddrucken tatsächlich das probate Mittel, um die Wirtschaft eines Landes anzuheizen, in der die Bevölkerung und die verfügbaren Arbeitskräfte schrumpfen und deren längerfristiges Wachstumspotenzial von der Notenbank selber nur auf bis zu 0,5 Prozent pro Jahr veranschlagt wird? Die japanische Regierung betrachtet das Problem womöglich längst aus einer anderen Optik, wie Beobachter vermuten. Ihr Verdacht: Für Tokio gehe es gar nicht mehr prioritär darum, die Wirtschaft mit dem erhofften Schub dieser beispiellosen Geldschwemme aus ihrer deflationären Spirale zu katapultieren. Das Kernanliegen sei stattdessen, die Zinssätze möglichst lange möglichst tief zu halten, auf dass Japans gewaltige Schuldenlast von rund 225 Prozent der Wirtschaftsleistung verkraftbar bleibe. Bestätigt sich diese Annahme, wäre es fürwahr ein japanisches Experiment der ganz besonderen Art. Vergleichbar einem Güterzug mit hochexplosiver Ladung auf abschüssiger Strecke, der trotz immer höherem Tempo möglichst nicht aus den Schienen springen soll." 


Lucas Zeise: Wie lange die Zinsen noch sinken
(jungewelt.de) Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen beträgt zur Zeit 0,16 Prozent. Das ist unglaublich niedrig. Es bedeutet, dass sich das internationale Finanzkapital, wenn es dem deutschen Finanzminister einen zehn Jahre laufenden Kredit bewilligt, sich mit einer Verzinsung von mickrigen 0,16 Prozent begnügt. Am ganz kurzen Ende der Kreditzeitskala sind die Verhältnisse noch verblüffender. Kredite unter Banken mit einer Laufzeit von einem Tag werden seit Wochen schon negativ, zu Sätzen von minus 0,10 bis minus 0,20 Prozent verzinst. Die Bank, die Geld für einen Tag verleiht, zahlt dafür an die Schuldnerbank eine Gebühr. Es ist eine verrückte Welt. Wer Schulden macht, wird belohnt. Wenn er den Kredit zurückzahlt, muss er weniger zahlen, als er bei der Aufnahme des Kredits erhalten hat.
Wer deutsche Zeitungen liest, mag denken, die niedrigen oder gar negativen Zinsen seien eine Folge der Politik der Zentralbank, die mit allen Mitteln versucht, über das Bankensystem Kredite an die Kapitalisten, die öffentliche Hand und auch an das gemeine Volk zu vergeben und den Banken dafür ihrerseits Kredit zum Nulltarif zur Verfügung stellt. Das allein kann es aber nicht sein. Denn es stellt sich die Frage, warum so wenige Kapitalisten von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich extrem billig viel Geld zu leihen, es zu investieren, um damit munter Profit zu machen. Wenn sie es täten, würde der Zins nicht so niedrig bleiben. Wenn sie es täten, hätten wir keine wirtscha8liche Stagnation, sondern Aufschwung. Es fehlt, wie die Fondsmanager sagen, an rentierlichen Anlagemöglichkeiten. Mehr...


Kommentar: Der heutige Nachrichten-Ticker ist gespickt mit Beiträgen zum Nachdenken, weil voll mit Hintergrundinformationen. Dieser Linie wollen wir bis zum Schluss treu bleiben.   


Auch in 2015: Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.  

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)