Montag, 20. April 2015

Standpunkt 978 - Nachrichten-Ticker, 09. & 10.04.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuern wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Stoppt Königin Merkel - Herr Schäuble's Schwächen - Erholung in der Eurozone - "Big banks, big problems" in Europa - EZB-Maßnahmen und die Folgen - IMF und Euro-Krise - Troika vs. Griechenland - Frankreich in der Krise - Griechenland: Moskau-Reise, Reparationsforderungen - Tod einer Reservewährung - Vollgeldsystem (3 Beiträge) - Supermacht Amerika - China - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Stoppt Königin Merkel
(theeuropean.de) Angela Merkel hat ein Europa der Wirtschaft geschaffen, doch nur ein Europa der Politik kann das Erbe von Kohl und Co. noch retten. Das birgt Chancen und Herausforderungen für Rot-Rot-Grün. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Beitrag eines Träumers. Passt jedoch gut zu der Mini-Serie von Tomasz Konicz über "Aufstieg und Zerfall des 'deutschen Europas'" (Teil 1: "Über die erdrückende Dominanz Berlins in der Eurozone", hier; Teil 2: "Wie die Systemkrise in Wechselwirkung mit der deutschen Krisenpolitik die gerade erst errungene europäische Dominanz Berlins unterminiert", hier; Teil 3: "Deutschlands repressive Krisenpolitik ist maßgeblich für den Aufschwung der extremistischen Rechten in Europa verantwortlich", hier). 

Es ist die völlige Überforderung von Rot-Rot-Grün. Rot-Grün fehlt mittlerweile an allen Ecken und Enden geeignetes Personal. Während die Linke sich parteiintern in Grabenkämpfen aufreibt. Darüber kann selbst der erste linke Ministerpräsident, Bodo Ramelow in Thüringen, nicht hinwegtäuschen.

Den LeserInnen, die unseren Blog nicht von Anfang an verfolgen, empfehlen wir in diesem Zusammenhang noch unseren Standpunkt 102, vom 01.12.2011: "Angie I. – Kaiserin von Europa", hier. Immer noch eine lohnende Lektüre.


Herr Schäuble’s Foibles: The Eurozone Rebalancing Conundrum
(nakedcapitalism.com) That Germany has pursued something of a neo-mercantilist growth strategy is no great secret. Even newly minted econoblogger Ben Bernanke (apparently, Fed Chair pensions are not what they used to be) has duly noted Germany’s ascension to the throne of the Chief Instigator of Global Imbalances (CIGI) in his post dated April 3, 2015 (see here). At 7% of GDP, Germany’s trade surplus has clearly unseated China’s prior well-vaunted position as CIGI. Clearly, Frankfurt, not Shanghai, has become the new capital city of Global Saving Glutistan, in the nation of West Secular Stagnationa. Read more...

Kommentar: Hintergrundwissen zur Krise in Europa für unsere LeserInnen. Ergiebig bis zum Schluss. Neben den Spardiktaten für die PIIGS-Staaten das zweite große Dilemma deutscher Dominanz in Europa. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Deutschland diese egoistische Wirtschaftspolitik um die Ohren fliegen wird. Dann ist es nicht mehr der kranke (hier), sondern der totkranke Mann Europas. Während sich die Nachbarn solidarisieren.


Die falsche Erholung der Eurozone
(project-syndicate.org) Auf den ersten Blick scheint die Eurozone endlich auf dem Weg der Besserung zu sein. Die Aktienmärkte steigen. Die Konsumentenpreise  haben Fahrt aufgenommen. Niedrigere Ölpreise, ein günstigerer Euro und die quantitativen Lockerungen der Europäischen Zentralbank lassen einen Wachstumsschub erwarten. EZB-Präsident Mario Draghi sieht eine "anhaltende Erholung der Wirtschaft", und die Politiker in Berlin und Brüssel klammern sich zum Beweis dafür, dass ihre bittere Medizin der Haushaltskonsolidierung und Strukturreformen wirkt, an Lebenszeichen aus Spanien und Irland.
Bei näherem Hinsehen allerdings wird klar, dass die Verbesserungen nur mäßig und wahrscheinlich nur zeitlich begrenzt sind. Außerdem sind sie nicht das Ergebnis der Politik, die von Deutschland vertreten wird. Sicherlich wächst die Wirtschaft der Eurozone laut einiger Schätzungen nach 0,9% im Jahr 2014 jetzt um 1,6%  im Jahr. Aber gegenüber dem Wachstum in den Vereinigten Staaten und Großbritannien ist dies viel langsamer. Angesichts dessen, dass die Wirtschaftsleistung der Eurozone immer noch um 2% niedriger ist als noch vor sieben Jahren, scheint "Erholung" nicht das richtige Wort zu sein – auch weil diese Entwicklung wahrscheinlich nicht von Dauer ist. Mehr...

Kommentar: Der Verfasser, Philippe Legrain, britischer Ökonom und Journalist, hat uns mit seinen Beiträgen schon besser gefallen. Obwohl wir ihm in weiten Teilen seiner Analyse zustimmen, hinterlässt sie auch einen faden Beigeschmack. Was uns stört ist sein Vergleich des europäischen Wirtschaftswachstums mit dem in den USA und Großbritanniens, für den er offensichtlich die offiziellen, übertrieben günstigen Zahlen aus diesen Ländern heranzieht. In Wahrheit gibt es den von ihm beschriebenen Unterschied nicht, höchstens ist er marginal. Besonders auf die Schwäche der US-Wirtschaft weisen wir regelmäßig hin. Mit der Situation in Großbritannien beschäftigen wir uns aus aktuellem Anlass in den nächsten Tagen. 

Sein Fazit ist wenig hilfreich: "Der Wirtschaft der Eurozone wird es 2015 wieder etwas besser gehen, aber dies liegt nicht an den von Deutschland geforderten Maßnahmen. Und die Erholung wird nicht der Beginn einer dauerhaften Genesung sein, sondern ist nur vorübergehender Natur. Um ihre Bilanzrezession zu überwinden, muss die Eurozone ihre Banken sanieren, den drückenden Überhang meist privater Kredite verringern, den enormen Investitionsrückgang umkehren, die Hemmnisse für Unternehmen abbauen und die deflatorische Bremse des deutschen Merkantilismus besiegen. Und dies ist der Grund, warum die Eurozone ihren Problemen vorerst nicht entkommen wird."  

Was Legrain empfiehlt, ist so nicht umsetzbar. Er unterschlägt, dass weder eine Sanierung der Banken, noch eine Reduktion der privaten Kredite möglich ist. Wir können nur immer wieder darauf hinweisen: Europas Banken sitzen lt. einer Untersuchung der EU-Kommission(!) von Anfang 2009 auf 18,2 Billionen wertlosem Bilanzmüll: "44 Prozent der Vermögens-Werte der europäischen Banken sind 'faul' oder unverkäuflich" stellte Österreichs STANDARD in dem Beitrag "18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken" am 17.02.2009 fest (hier). Nicht berücksichtigt sind dabei die ebenfalls billionenschweren Risiken aus dem Derivatehandel. Das ist nicht zu sanieren. Genausowenig lässt sich die enorme Verschuldung der Privathaushalte in Ländern wie Luxemburg und den Niederlanden innerhalb der Eurozone, oder Großbritannien, Dänemark und Schweden außerhalb, nennenswert zurückführen. Legrain betreibt Augenwischerei.  


Big Banks – in Europa noch immer ein "big problem"
(blog.arbeit-wirtschaft.at) Dass große Banken ganze Staaten und Volkswirtschaften in die Bredouille bringen können, gilt mittlerweile als Binsenweisheit. Doch was hat diese Diskussion bisher bewirkt? Wie groß ist dieses "big problem" im Euroraum, im Vereinigten Königreich und in den USA? Gibt es – abgesehen von Not-Restrukturierungen von in Schieflagen geratenen Banken – Ansätze zur Lösung des Problems, und wohin geht die Richtung? Es zeigt sich, dass von der Größe der Banken gerade in Europa nach wie vor eine Gefahr ausgeht, die es stärker einzudämmen gilt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Aus Anlass der aktuellen Entwicklung rund um die österreichische HETA/Hypo Alpe Adria versucht sich der Autor an einer Analyse der "too big to fail"-Banken-Problematik in Europa. Leider scheitert er dabei grandios: Seine Analyse ist oberflächlich, weil unvollständig. Es fehlt eine Bewertung der faulen Vermögenswerte (siehe oben), der gigantischen Risiken aus dem Derivatehandel und der unbeaufsichtigten Schattenbanken. Nirgendwo auf der Welt sind diese Risiken des Finanzsystems durch geeignete Maßnahmen entschärft worden. Allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz. In diesem Beitrag wird beispielsweise schon wieder der Eindruck vermittelt, als haben Länder wie die USA und Großbritannien diese Sache im Griff. Das ist völliger Blödsinn. 

Die Finanzindustrie ist weltweit pleite. Definitiv. Das möchte/darf natürlich niemand an die große Glocke hängen. Eine umfangreiche Reformierung ist möglich, aber nicht gewollt. In dem Fall kämen nämlich die zahllosen Leichen in den Bilanzen der Banken ans Licht der Öffentlichkeit. Und wer dafür alles verantwortlich ist. Daran hat niemand Interesse, auch nicht die Politik. Die sitzt mit im Boot, trägt eine erhebliche Mitschuld an der Pleite des Finanzsystems. Sie war es, die seit vielen Jahren der Finanzindustrie jede auch noch so kleine Gefälligkeit erwiesen hat. In Deutschland hat die rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder damit begonnen, die nachfolgenden Regierungen haben es fortgesetzt. Heute geht es nur noch darum, die Mitverantwortung an dieser Entwicklung so lange wie möglich zu vertuschen. Dadurch maximiert sich der Schaden nur noch weiter. Die Krise in Europa ist die unmittelbare Folge dieser Vertuschung. Am Ende zahlen die Sparer/Steuerzahler die Zeche. Der Müll in den Bilanzen und die Risiken des Derivatehandels und der Schattenbanken werden sich nicht in Luft auflösen. Garantiert! 

Diese Analyse greift viel zu kurz. Verdeckt mehr, als sie offenlegt. Sie ist deshalb wertlos für die Beurteilung der wirklichen "big problems" der "big banks" in Europa. 

Wir empfehlen in diesem Zusammenhang, noch einmal unseren Beitrag "Desaster Derivatehandel" vom 02.07.2012 nachzulesen (hier). 


EZB sorgt für Rekorde an den Finanzmärkten
(derstandard.at) An den Aktienmärkten knallen die Sektkorken. Das billige Geld der EZB treibt die Börsen in schwindelnde Höhen. Mehr...

Kommentar: Eine logische Folge der aktuellen Geldpolitik der EZB. Der erklärte Wirtschaftsaufschwung bleibt weiter aus. 


Umverteilung vom Kunden zur Bank
(theeuropean.de) Die Banken werden den Negativzins schon bald auf Privatkunden abwälzen – und eventuell das Bargeld abschaffen.
Nachdem die Flutung der Banken mit Reserven selbst zu geringsten Kosten nicht zu der erhofften Geschäftsbelebung geführt hat, hat die EZB im Sommer 2014 nun eine letzte Front eröffnet in Form von Negativzinsen auf Einlagen, die Banken bei der Zentralbank halten. Man muss dies wohl als Verzweiflungstat von jemandem verstehen, dem die Handlungsoptionen ausgegangen sind.
Die Maßnahme wird von Experten befürwortet, die anscheinend am Mythos einer Kontrolle der Bankentätigkeit durch die Zentralbanken mittels effektiver Transmissionsmechanismen festhalten. Mit jedem Schritt wird die bis dahin unwirksame Dosis weiter erhöht, in der Hoffnung, die nächste noch stärkere Dosis werde endlich helfen, ohne dabei sonderlich auf die schädlichen, wenn nicht gleich letalen Nebenwirkungen zu achten. Mehr...


Kommentar: Noch ein Effekt der haarsträubenden Rettungsmaßnahmen für die Banken durch die EZB.  


The Role of the IMF in the Euro Crisis
(cigionline.org) On the eve of the IMF Spring Meetings in Washington, beginning April 12, with the euro crisis anticipated to sit front and centre in the discussion, it’s necessary to reflect on the role the IMF has — and hasn't — played in this catastrophe. Mehr...

Kommentar: Bemerkenswerter Beitrag, den wir unseren LeserInnen nur empfehlen können.


The Troika is the enemy and its either exit or capitulation
(bilbo.economicoutlook.net)  The Greek government paid €450 million back to the IMF bloodsuckers yesterday which apparently calmed markets (Source). How can a so-called bankrupt country afford to pay that sort of cash? Well it can by causing more unemployment and poverty. The Government is trying to appease the Troika (IMF, ECB and the European Union) so that they will given them more cash in the coming weeks. Appeasement is an appropriate word here. Just as in the historical context, it means going along with something evil that will ultimately backfire and cause more grief. But then according to the US economist James Galbraith, in his latest apology (April 7, 2015), Syriza is – The Real Thing: An Anti-austerity European Government. Funny about that. Unless it is flying below all perception, Syriza seems trapped by an anti-democratic force that is intent on squeezing any notion of abandoning austerity from its agenda. And, try to square Galbraith’s claims against the insights provided by Alain Badiou and Stathis Kouvelakis in this interchange (April 3, 2015) – Dangerous Days Ahead.
Galbraith’s claim is that he has a "close vantage point" to observe what is really "unfolding in Europe". That is his 'authority'.
He says that what is "at stake" in the current political machinations in Europe is: "… the future of Europe and beyond that, to the meaning of the word democracy in our time … [and Syriza and the Greek people] … have dismantled – I think definitively – and banished an entire previous political class."
The so-called progressive left in Europe is enchanted with this ideal of 'Europe' as an expression of sophistication and unity.
It is a pipe dream. The European Union has some purpose. It is a good forum for matters that affect all nations on that continent – things like rule of law, climate change, immigration and refugees. These concerns are best dealt with in a multilateral manner.
But there will never be a functional and effective European economy with one fiscal authority and one sympathetic monetary authority. The cultural, language and structural differences are too great for 'Europe' to be an effective monetary union.
To tie the economic ambitions into the other worthy European concerns is to endanger both. The European Project is being derailed by the attempts to force it to be an economic project.
My interpretation of Syriza’s burning ambition to remain in the Euro is that it is caught up in the left idealism about Europe. Galbraith’s words seem to echo this starry-eyed idealism.
He recognises that the Greeks are caught up in a "an elaborate, well-laid political and economic trap. It’s more than a trap actually. It’s more like a minefield or an obstacle course that is entirely of human construction. It’s purely artificial."
It is purely artificial because it rests on the big threat – go along with us or leave the Eurozone. The people of Greece have been duped into believing remaining in the Eurozone is good for them. And so Syriza goes along with that, independent of whether they as a party believe that (although I think they do believe it!). Yet the Germans and others do not want Greece out because then Italy and Spain would see Greece prospering and the austerity myth would explode within the European borders.
Syriza keeps reinforcing the fact that it has no bargaining power in this respect. In Moscow, its Prime Minister reiterated that (Source): "The goal of the government is for Greece to remain in the euro."
If the Greeks said they were out if the debts weren’t cancelled then things would be quite different. Calling what is happening a victory for democracy is rather far fetched. Yes, the EU has not invaded Greek in protest against the election of a 'left-wing' government that would be repugnant to the elites of Europe.
But, Syriza was going to reject the debt, ban the Troika agents from visiting, stop privatisations, and restore growth through spending initiatives. None of which has transpired.
Galbraith defends the Troika as having "a legitimate role". How is the Troika a legitimate role in a democracy? Read more...


Kommentar: Nachdenkfutter vom australischen Ökonomen Bill Mitchell. Kant hätte sicherlich seine Freude daran: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!"

Ergänzend noch eine Grafik zu den griechischen Verhältnissen seit Beginn der Krise und unter Obhut der Troika: 





In Frankreich wächst die Zahl der Arbeitskämpfe gegen den Sparkurs der Regierung
(wsws.org) In Frankreich steigt die Zahl der Arbeitskämpfe zur Verteidigung von Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen. Auch der Widerstand gegen die Sparpolitik der amtierenden Sozialistischen Partei (PS) und der Europäischen Union nimmt zu. Mehr...

Kommentar: Eine Entwicklung, die in Berlin und Brüssel für Unruhe sorgen muss. Gleichzeitig erhöht sich der Druck auf die griechische Regierung. Der geht es jetzt mit noch mehr Eifer an den Kragen. Die muss weg, so schnell wie möglich. So die Übereinkunft der europäischen Führungselite. 


Griechische Turbulenzen in … Moskau
(griechenland-blog.gr) Der Vorwurf, Russland versuche mittels Griechenlands die EU zu spalten, ist reichlich naiv, da die EU bereits in etlichen Themen gespalten ist.
Der Besuch des griechischen Premierministers Alexis Tsipras in Moskau hat unglaubliche Unruhe hervorgerufen.  Und zwar  nicht einmal nur  der  Besuch als solcher,  sondern bereits allein die Ankündigung, dass dieser erfolgen werde.
Die größten TV-Netze – sogar auch das chinesische Staatsfernsehen – präsentierten Themen mit Prognosen bezüglich dieser  Reise.  Die  Frage  wird indirekt gestellt: wird Athen – sich für  ein Bündnis mit Russland entschieden habend – dem Westen seinen Rücken zukehren? Oder noch spitzer, wird der Kreml sich darauf einlassen, Griechenland zu finanzieren, um auf diese Weise die Eurozone von innen zu sprengen? Mehr...


Kommentar: Die EU hat sich bereits festgelegt, da macht es Sinn, unseren LeserInnen eine gegensätzliche Meinung anzubieten. 


Schuld und Sühne – Ich schäme mich, ein Deutscher zu sein
(nachdenkseiten.de) Die Art und Weise mit der die deutsche Regierung auf griechische Reparationsforderungen reagiert, ist beschämend. Wer nicht zu seiner schwärzesten Vergangenheit steht und den Opfern mit Würde begegnet, hat auch nichts aus seiner Geschichte gelernt. Anstatt zynisch und oberlehrerhaft darauf zu pochen, dass Griechenland seine jüngeren Schulden bei "uns" zurückbezahlt, sollten wir lieber einmal in den Spiegel schauen und uns einem moralischen Realitätscheck unterwerfen. Die Fratze, die wir dann erkennen, dürfte uns jedoch nicht gefallen, da sie sehr deutlich von unserem sorgsam aufgebauten Selbstbildnis abweicht. Von Jens Berger. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Bravo, ein mutiger Beitrag. Während die Propagandamaschinerie deutschlandweit die griechischen Reparationsforderungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entweder verteufelt oder lächerlich macht (vgl. die Karikatur von CICERO unten), bekennt Jens Berger Farbe. Dafür verdient er unsere Unterstützung. Dazu unbedingt auch den Beitrag von Klaus Ronneberger & Vassilis Tsianos lesen, auf den Berger in seiner Bewertung u. a. hinweist: "Vergeßt Distomo!" Zur Entsorgung deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland" (hier). Er lohnt sich für alle, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen wollen. 



Tod einer Reservewährung
(faz.net) Der Gulden war einmal eine der führenden Währungen der Welt und die Bank von Amsterdam eine hoch angesehene Bank. Doch die Bank war schließlich weniger solide, als viele Zeitgenossen dachten. Ihr Niedergang zog den Niedergang des alten Guldens nach sich. Dies ist der zweite Teil unserer Serie über die Bedeutung von Verlusten für Zentralbanken. Mehr...

Kommentar: Fortsetzung von Gerald Braunberger. Auf den 1. Teil haben wir hier hingewiesen. Braunberger hat jetzt einen Haken geschlagen und ist mit seinem Beitrag im Irgendwo verschwunden. Sein Fazit erschließt sich uns nicht, da die modernen Notenbanken ausschließlich Interessenwahrer der Finanzindustrie sind und eine darauf ausgerichtete Geldpolitik betreiben. Für Schulden, die sie anhäufen, muss, folgt man den jeweiligen Notenbank-Gesetzen, niemand einstehen. Ausgenommen von einer solchen Regelung ist aber die US-Notenbank; für deren Verluste müssen irgendwann die heimischen Sparer/Steuerzahler eintreten. Leider nicht nur die. Nach unserer Einschätzung wird es auch die europäischen Sparer/Steuerzahler treffen. Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass der Fed Monat für Monat große Milliardenbeträge nach Europa überweist, um der EZB dabei behilflich zu sein, die hiesige Finanzindustrie zu stabilisieren. Das geschieht nicht ohne Gegenleistungen. Wie die aussehen, darüber können wir nur spekulieren; das liegt uns nicht. Leider stört sich aber hierzulande niemand daran, dass die Schulden der EZB und ausnahmslos aller nationalen Notenbanken der Eurozone einfach ausgebucht werden können. Viel lieber werden sie in der Krise von den europäischen Krisenmanagern in Berlin und Brüssel dazu benutzt (nach unserer Kenntnis nicht von der EZB selbst, oder etwa der Bundesbank!), um bei den Menschen Angst und Schrecken zu erzeugen. Im Fall Griechenland werden wir das bald schon aus allernächster Nähe beobachten können. EU und Troika werden Wege finden, mit Hilfe der Verluste der griechischen Notenbank die Schuldenknechtschaft der Griechen weiter zu festigen, bzw. zu verschärfen. 


Vollgeldsystem: So lösen sich Schulden in Nichts auf
(cicero.de) Ein Geldsystem, in dem nur noch die Notenbanken Geld schöpfen dürfen: Diese Idee lotet gerade die isländische Regierung aus. Auch in der Schweiz trommeln Anhänger des sogenannten Vollgeldsystems zum Volksentscheid. Der Vorschlag hat Charme – auch für Deutschland. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Gerade wird eine besonders grellbunt bemalte Sau durch das mediale Dorf gejagt... Den Anlass liefert Island. Nach der endgültigen Ablehnung eines Beitritts zur EU soll dort jetzt ein Vollgeldsystem geschaffen werden. Leute, Leute, was für eine Augenwischerei. In der Theorie liest sich das wunderbar einfach, bekanntlich liegen jedoch zwischen Theorie und Praxis Welten. Das gilt in diesem Fall ganz besonders. Der Autor dieses Beitrages, Daniel Stelter, weiß das sehr genau. Leider hantiert er aber mit falschen Argumenten und Zahlen. Stelter tut so, als lässt sich dem aktuellen, bankrotten Finanzsystem einfach das neue Geldsystem überstülpen, oder damit ersetzen. Das ist völliger Nonsens. Die entscheidende Frage ist doch: Was geschieht mit den expliziten und impliziten Staatsschulden (alleine in Deutschland über 8 Billionen Euro), dem Bilanzmüll der Banken (alleine in Europa 18,2 Billionen Euro), den Risiken aus dem Derivatehandel (dessen Volumen beträgt nach US-Schätzungen rund 1400 Billionen USD, das 20fache der Weltjahreswirtschaftsleistung) und den riskanten Geschäften der unbeaufsichtigten Schattenbanken, usw.? Soll sich das alles vorher in Luft auflösen? 

Wir wollen nicht bestreiten, dass in Island ein solcher Übergang funktionieren kann. Das Land hat den ausländischen Kunden, vornehmlich Briten und Niederländer, seiner Pleite-Banken, trotz einer entsprechenden Vertragsvereinbarung mit dem IWF, Großbritannien und den Niederlanden, die Verluste nicht ersetzt. Diese Verabredung war Bedingung für die Auszahlung von Hilfskrediten des IWF und der skandinavischen Länder an Island. Nachdem die Gelder geflossen waren, wurde im Wege eines Referendums von den Isländern die Übernahme der Verluste letztendlich verweigert. Britische und niederländische Sparer verloren durch diesen Winkelzug mindestens 4,5 Milliarden USD Einlagen, die ihnen nur teilweise durch ihre Regierungen aus Steuergeldern ersetzt wurden. Die Isländer wurden dafür regelrecht gefeiert. In Deutschland nicht nur vom Mainstream, sondern auch ganz besonders von der sonst sehr kritischen Ecke. Einzig wir halten bis heute diese Verantwortungslosigkeit für eine riesengroße Sauerei. 

Natürlich nutzt auch Vollgeld-Fan(atiker) Thomas Mayer (nicht verwechseln mit dem früheren Deutsche Bank-Chef-Volkswirt) die Gunst der Stunde und meldet sich mit einem Beitrag zu Wort. "Kassensturz: Vollgeld für eine bessere Welt" betitelt er seinen Artikel für THE EUROPEAN. Im Vorspann heißt es: "Mit Vollgeld könnten die Euro-Staaten bis zu 60 Prozent ihrer Schulden tilgen – und der Finanzwirtschaft so ein Schnippchen schlagen." Mehr hier. Er bezieht sich offenbar nur auf die Staatsschulden. Leider erklärt auch er nicht, was mit dem bankrotten Finanzsystem insgesamt passieren soll. 

Gerne lassen wir uns aber eines Besseren belehren! Wer von unseren LeserInnen nachweisen kann, dass die Einführung eines Vollsystems gelingt, ohne vorherigen Kollaps des bestehenden Finanzsystems, der soll das bitte tun. Wir werden dann an dieser Stelle ohne Wenn und Aber Abbitte leisten. 


Fünf Gründe, warum die USA noch lange den Ton angeben werden
(wiwo.de) Haben die Vereinigten Staaten ihren Zenit der Macht überschritten? Nein. Die Supermacht wird wohl noch lange voranschreiten - mithilfe Europas. Das sind die wichtigsten Gründe. Mehr...

Kommentar: Für uns gibt es nur zwei Gründe, die für eine anhaltende Macht der USA sprechen: Ihre militärische Überlegenheit und die bedingungslose (skrupellose?) Bereitschaft, sie einzusetzen, wann immer es den eigenen Interessen dient. Der Rest ist schmückendes Beiwerk, die angeblichen Partner nur Mittel zum Zweck. Die USA sind "god's own country", damit wird alles gerechtfertigt. 


Chinese Economy "A Lot Worse Than You Think," Bloomberg Says
(zerohedge.com) Meanwhile, in China, things are "a lot worse than you think," says Bloomberg metals analyst Kenneth Hoffman who recently visited the country to assess the outlook for metals demand. This doesn’t exactly come as a surprise. Falling demand from China has been a major factor in the collapse of iron ore prices which just today caused Australia’s fourth largest miner to suspend production altogether and which last month prompted Fortescue Chairman "Twiggy" Forrest to break out the old "let’s start a cartel" suggestion when discussing how to firm up prices. To let Bloomberg tell it, demand from China for the steelmaking ingredient won’t be picking up anytime soon... Read more...

Kommentar: China gilt für die Zukunft als Deutschlands wichtigster Partner. Da halten wir es für zwingend geboten, die Wirtschaft des Landes ständig zu beobachten. Unsere LeserInnen wollen wir an Hand von aktuellen Beiträgen informieren, damit sie sich selbst ein Bild machen können. 


Auch in 2015: Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.  

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)