Mittwoch, 22. April 2015

Standpunkt 980 - Nachrichten-Ticker, 13. & 14.04.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuern wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Massenvernichtungswaffe Derivate: Neuigkeiten aus den USA - Deutschlands neue Armut im Alter - Die Irrtümer der Ökonomen - Deutschland: Exportriese und Konsumzwerg - Brexit - Griechenland: Bankrott, Grexit, Armut (7 Beiträge) - Krise in Europa vs. Demokratie - China - US-Konsum - Zur nächsten US-Präsidentschaftswahl - Australien - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


The Six Too Big to Fail Banks in the U.S. Have 278 Trillion Dollars of Exposure to Derivatives
(globalresearch.ca) The very same people that caused the last economic crisis have created a 278 TRILLION dollar derivatives time bomb that could go off at any moment. When this absolutely colossal bubble does implode, we are going to be faced with the worst economic crash in the history of the United States. During the last financial crisis, our politicians promised us that they would make sure that "too big to fail" would never be a problem again. Instead, as you will see below, those banks have actually gotten far larger since then. So now we really can’t afford for them to fail. The six banks that I am talking about are JPMorgan Chase, Citibank, Goldman Sachs, Bank of America, Morgan Stanley and Wells Fargo. When you add up all of their exposure to derivatives, it comes to a grand total of more than 278 trillion dollars. But when you add up all of the assets of all six banks combined, it only comes to a grand total of about 9.8 trillion dollars. In other words, these "too big to fail" banks have exposure to derivatives that is more than 28 times greater than their total assets. This is complete and utter insanity, and yet nobody seems too alarmed about it. For the moment, those banks are still making lots of money and funding the campaigns of our most prominent politicians. Right now there is no incentive for them to stop their incredibly reckless gambling so they are just going to keep on doing it. Read more...

Kommentar: Ein Thema, das hierzulande komplett totgeschwiegen wird. Aus gutem Grund. Die Deutsche Bank liegt weltweit auf Platz 1 vor den US-Banken. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte: 



Anfang des Jahres wurde die Sache schon einmal aufgegriffen: "Deutsche Bank: A disaster waiting to happen…and it’s no accident" (hier). 


Prekär ins Rentenalter - Auf Deutschland rollt eine Welle der Altersarmut zu
(hintergrund.de) Als die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles (SPD), kurz vor der Verabschiedung des Rentenpakets der Bundesregierung im Mai 2014 im Bundestag eine Rede hielt, war sie voll des Eigenlobs. Die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren und die "Mütterrente" in Höhe von 28,14 Euro im Westen und 25,74 Euro im Osten pro Kind und Monat sei ein Beleg dafür, "dass wir die Lebensleistung von Menschen in unserem Land anerkennen", so Nahles.
Natürlich weiß die Ministerin, dass mit dieser "Rentenreform" lediglich ein paar Wähler aus der Kernklientel der CDU/CSU und der SPD im Reißverschlussverfahren bedient wurden. Wobei die "Mütterrente" vielen Frauen nichts oder kaum etwas bringt, da sie auf die Grundsicherung angerechnet wird. Und natürlich weiß Nahles auch, dass auf Deutschland ungebremst eine dramatische Welle der Altersarmut zurollt, denn die Zahlen liegen längst auf dem Tisch. Am Jahresende 2013 bezogen in Deutschland rund 499 000 Personen ab 65 Jahren Leistungen der Grundsicherung, weil ihre Rentenansprüche und ihr Vermögen nicht ausreichen, um das materielle Existenzminimum zu sichern. 2005 waren es 343 000 Menschen und alleine im Vergleich zu 2012 stieg die Anzahl der Grundsicherungsempfänger im Rentenalter um 7,4 Prozent. Bislang konzentriert sich die Altersarmut auf die Stadtstaaten. So beträgt der Anteil der Armutsrentner in der betreffenden Altersgruppe in Hamburg 6,8, in Bremen 5,9 und in Berlin 5,8 Prozent, während es im Bundesdurchschnitt "nur" 2,1 Prozent sind. Allerdings liegen die realen Zahlen wohl noch wesentlich höher, da Sozialverbände unisono von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Zum einen nehmen viele Kleinstrentner ihre Ansprüche auf staatliche Grundsicherung nicht in Anspruch, sei es aus Unkenntnis oder aus Scham. Außerdem gehen mittlerweile über eine Million Senioren einer Erwerbstätigkeit nach, die meisten von ihnen aus nackter Not. Das sind mehr als doppelt so viele wie 2001. Und Bezieher von Erwerbsminderungsrenten vor Erreichen des Rentenalters sind bei diesen Zahlen noch gar nicht berücksichtigt, in dieser Gruppe gibt es weitere 400 000 Grundsicherungsempfänger. 

Doch das ist erst der Anfang. Denn jetzt kommen allmählich die Jahrgänge der "Generation Prekär" ins Rentenalter. Das sind vor allem Menschen, die durch Zeiten der Arbeitslosigkeit, Schein- oder Soloselbstständigkeit und Tätigkeiten im Niedriglohnsektor nur geringfügige gesetzliche Rentenansprüche erwerben konnten. Auch alleinerziehende Mütter werden überdurchschnittlich betroffen sein. Schon jetzt betragen die durchschnittlichen Bezüge von Neurentnern aus der gesetzlichen Rentenversicherung nur noch 714 Euro pro Monat. Und dieser Betrag wird weiter sinken. Zum einen wird das gesetzliche Rentenniveau von derzeit knapp 50 Prozent des (individuellen) Durchschnittseinkommens bis 2030 stufenweise auf 43 Prozent abgesenkt. Zum anderen ist dieses Durchschnittseinkommen für die untere Hälfte der Berufstätigen in den vergangenen zwanzig Jahren teilweise beträchtlich gesunken. Zwar sind die Alterseinkünfte in den meisten Fällen deutlich höher als die gesetzliche Rente, sei es durch gut alimentierte Lebenspartner sowie Hinterbliebenen-, Betriebs- und Privatrenten oder Vermögenswerte. Dennoch ist laut Studien des Deutschen Gewerkschaftsbundes davon auszugehen, dass die Zahl der Neurentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, bis 2030 auf über 30 Prozent ansteigen könnte, manche Prognosen gehen sogar von bis zu 50 Prozent aus. Mehr...

Kommentar: Altersarmut in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt. Das ist erschreckend. Die Menschen haben sich mit dieser Entwicklung scheinbar abgefunden, oder nehmen sie nicht zur Kenntnis. 
Die Situation wird sich weiter verschärfen, wenn die Banken ihre Verluste immer weiter sozialisieren, d.h. mit Hilfe der Regierungen unumkehrbar auf die Sparer und Steuerzahler abwälzen. Zum Schluss wird diese Vergesellschaftung der Bankschulden durch eine Enteignung abgeschlossen, bei der die Menschen den größten Teil ihrer Ersparnisse verlieren. Deutschland bildet da garantiert keine Ausnahme. Wir rechnen fest damit, dass innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre diese Sache abgeschlossen wird. Anschließend beginnt eine neue Zeit, in der sich die Armut nicht mehr nur auf das Alter oder bestimmte bildungsarme Randgruppen beschränkt. Wer dagegen nicht rechtzeitig vorsorgt, wird zum Opfer.
Wer nach wie vor fest daran glaubt, dass die schwäbische Hausfrau Angela Merkel und ihr Küchenjunge Wolfgang Schäuble einen guten Job machen, der wird trotzdem heute schon enttäuscht: "Längst stellt auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) der deutschen Rentenpolitik ein vernichtendes Zeugnis auf. Laut einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie erreichen Geringverdiener in Deutschland nur ein Rentenniveau von 55 Prozent ihres durchschnittlichen Einkommens. Der OECD-Schnitt liegt bei 82 Prozent, in einigen Ländern sogar über 90 Prozent. Der Grund wird klar benannt: In den meisten Ländern werde zugunsten der Geringverdiener umverteilt, während in Deutschland die Rente fast ausschließlich von den entrichteten Beiträgen abhänge. Die Leiterin der OECD-Abteilung für Sozialpolitik, Monika Queisser, kam zu dem Schluss: 'Es fehlt an einer systematischen Lösung der Altersarmut in Deutschland.' Niedrigverdiener müssten 'nachhaltig abgesichert werden'. Doch in der deutschen Politik wird diese Botschaft nach wie vor ignoriert." Soweit der Beitrag. 


Why Economists Are Such Horrible Forecasters
(zerohedge.com) The answer, as shown in the following charts from the IMF, is because the dotted "consensus" blue lines also known as simple trendline extrapolation, better known in the financial world as "Birinyi's ruler", sometimes just happen to diverge from reality. Read more...

Kommentar: Der ist entbehrlich, die Charts sprechen für sich. Eine erstaunliche Fehlerquote. Nur einige Beispiele aus dem Beitrag:


Wir sind froh, dass wir nicht dazugehören! 


Exportüberschuss: Warum Deutschlands Investitionen so schwach sind
(spiegel.de) In Deutschland wird zu wenig investiert, zugleich spielen wir bei den Exporten bald in unserer eigenen Liga. Die Unternehmenslobby fordert eine Senkung der Lohnkosten. Doch genau das Gegenteil wäre die richtige Lösung. Mehr...

Kommentar: Nur ein neuer nutzloser Versuch, die egoistisch-idiotische deutsche Wirtschaftspolitik anzuprangern. Zudem noch halbherzig. Was ist mit dem Investitionsrückstau der Öffentlichen Hand von rund 100 Milliarden Euro? Ebenfalls ein sehr bewährtes Mittel, um dem heimischen Markt kräftig auf die Sprünge zu helfen. Offensichtlich hat die Politik aber andere Pläne. Sie will stattdessen lieber die Steuerzahler auf Jahrzehnte hinaus mittels sogenannter Publik Private Partnerships verschulden ("Öffentlich-Private Partnerschaften: Pleiten, Pech und Pannen", DEUTSCHLANDRADIO KULTUR, 03.02.2015, hier). Die Vorbereitungen dazu laufen schon auf Hochtouren ("Siegmar Gabriel: Private Investoren sollen Straßen und Schulen finanzieren", ZEIT, 15.02.2015, hier). Bei näherer Betrachtung ist das auch nur eine Maßnahme zur Enteignung der Bürger. 


Die deutsche Exportdampfwalze
(neues-deutschland.de) Die Bundesrepublik lässt sich ihr Wachstum vom Ausland bezahlen. Mehr...

Kommentar: Noch einer, der die Finger in die Wunde legt. Tomasz Konicz findet klare Worte. Wir möchten nur noch ergänzen, dass die Handelsdefizite der anderen ein gutes Stück weit auch mit deutschem (Spar-)Geld finanziert werden. Der deutschen Wirtschaft kann das nur recht sein. Spätere Kreditausfälle - die sich auf viele Milliarden Euro summieren - belasten Sparer und Steuerzahler, nicht mehr die Gewinne der Unternehmen.   


Bye-bye Britain?
(theeuropean.de) Alle reden über einen möglichen EU-Austritt Griechenlands, dabei wäre der Brexit viel gefährlicher als der Grexit. Mehr...

Kommentar: Diesen Beitrag kann man nicht ernst nehmen. Stimmen die Briten für den Austritt aus der EU - so what? Es gilt immer noch die alte Volksweisheit: "Reisende soll man nicht aufhalten". Im Fall Griechenlands wäre das genauso, nur planen die keinen Austritt. 

Für die Behauptung, der Brexit sei "viel gefährlicher" als der Grexit, bleibt der Autor außerdem belastbare Fakten schuldig. Er gibt seine Meinung zum Besten, mehr nicht. 


Griechenland erhöht Einsatz bei Schulden-Poker und droht EU mit Staatspleite
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die griechische Regierung soll angeblich die Staatspleite vorbereiten. Das meldet die FT, die in der Regel gut informiert ist. Allerdings dürfte die Information aus Athen Teil des Pokers um die Schulden mit der Eurozone sein. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Die (griechischen) Spatzen pfeifen es von den Dächern: Athen muss die letzten Reserven mobilisieren, um die Zahlungstermine einhalten zu können. Die europäischen Krisenmanager und ihre Propagandawerkzeuge spekulieren doch längst darüber, ob und wie Griechenland die nächsten Zahlungen stemmen kann. 

Das Land geht am Stock, die vorherige Regierung hat die Geschäfte nicht ordentlich übergeben, sondern (mit Zustimmung der Troika?) alles unternommen, um Alexis Tsipras und seiner Mannschaft den Anfang so schwer wie möglich zu machen. Nach unserer Beobachtung ist das weitestgehend gelungen. 

Der Beitrag bezieht sich auf den Artikel "Greece prepares for debt default if talks with creditors fail", der am 13.04. bei der FINANCIAL TIMES erschienen ist. Ein Auszug: "Greece is preparing to take the dramatic step of declaring a debt default unless it can reach a deal with its international creditors by the end of April, according to people briefed on the radical leftist government’s thinking. The government, which is rapidly running out of funds to pay public sector salaries and state pensions, has decided to withhold €2.5bn of payments due to the International Monetary Fund in May and June if no agreement is struck, they said. 'We have come to the end of the road . . . If the Europeans won’t release bailout cash, there is no alternative [to a default],' one government official said. A Greek default would represent an unprecedented shock to Europe’s 16-year-old monetary union only five years after Greece received the first of two EU-IMF bailouts that amounted to a combined €245bn. The warning of an imminent default could be a negotiating tactic, reflecting the government’s aim of extracting the easiest possible conditions from Greece’s creditors, but it nevertheless underlined the reality of fast-emptying state coffers. Default is a prospect for which other European governments, irritated at what they see as the unprofessional negotiating tactics and confrontational rhetoric of the Greek government, have also begun to make contingency plans. In the short term, a default would almost certainly lead to the suspension of emergency European Central Bank liquidity assistance for the Greek financial sector, the closure of Greek banks, capital controls and wider economic instability."  Mehr dazu hier


Ökonom: "Griechen scheinen Grexit selbst zu wollen"
(derstandard.at) Clemens Fuest hat sich immer gegen einen Euroaustritt Griechenlands ausgesprochen. Jetzt glaubt er, dass die Regierung in Athen ihn selbst will.
Als renommierter liberaler Ökonom hat Clemens Fuest in Deutschland zu Hochzeiten der Krise für den Fortbestand der Eurozone geworben und die Euro-Rettungspolitik von Regierungen und Europäischer Zentralbank (EZB) immer wieder kritisch kommentiert. Die schwachen Länder Südeuropas wollte er im Gegensatz zu seinem Kollegen Hans-Werner Sinn nicht aus dem Euro werfen. Mittlerweile, so seine Einschätzung, ist es die Regierung in Athen selbst, die einen Grexit will. Die Erfolge der Reformbemühungen in Europa schätzt er als durchwachsen ein. Mehr...


Kommentar: Betrachtet man sich seine Vita, dann ist Clemens Fuest bestens geeignet, um gegen Griechenland Stimmung zu machen. Das Wirtschaftsinstitut dem er vorsteht, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), ist uns bisher nicht als Unterstützer des Euro und Befürworter dringend notwendiger Reformen zur Weiterentwicklung der EU aufgefallen. Eher ist das Gegenteil der Fall. Alles, was Fuest in diesem Interview über die Ursachen der Krise, deren Lösungen und die Entwicklung der Problemländer in Folge der Sparpolitik erklärt, deckt sich mit dem Standpunkt der deutschen Bundesregierung. Er funktioniert insofern bestens als Sprachrohr der Kanzlerin. Der Rest sind Mutmaßungen, ohne sachliche Hintergründe, gewandt vorgetragen. Also viel heiße Luft. 


Athen lässt Euro-Gruppe resignieren
(sueddeutsche.de) 
  • Die Euro-Gruppe hält einen Durchbruch beim Treffen der Finanzminister am 24. April für "ausgeschlossen". "Es wird in Riga keine Einigung geben", sagte ein hochrangiger Vertreter der Euro-Zone der Süddeutschen Zeitung.
  • Athen hatte am 20. Februar schriftlich zugesagt, bis Ende April eine verbindliche Reformagenda vorzulegen. Nur wenn das passiert, soll die noch imursprünglichen Rettungspaket verbleibene Kredittranche ausgezahlt werden.
  • Aus der Euro-Gruppe verlautet, es sei "schlicht unmöglich", in der griechischen Regierung einen kompetenten Ansprechpartner zu finden. 

Mehr...

Kommentar: Die griechische Regierung soll weg, für diesen Wunsch scheinen die Krisenmanager in Berlin und Brüssel eine ausreichend breite Zustimmung gefunden zu haben. Zu diesem Zweck wird auch die Euro-Gruppe instrumentalisiert. Ihr werden Befugnisse zugestanden, die sie ihrem Wesen nach überhaupt nicht hat: "Die Gruppe gilt als 'ein Forum des Dialogs und der politischen Abstimmung ohne konkrete Entscheidungsbefugnisse'" (aus Wikipedia, 21.04.2015). Es ist wie im Krieg: Athen wird eingekesselt.


So wurden in Griechenland die Armen ärmer
(griechenland-blog.gr) Die Bürger in Griechenland verloren innerhalb weniger Jahre alles, was sie während der vergangenen Jahrzehnte hinzugewonnen hatten.
Das düstere Bild eines wegen der wirtschaftlichen Krise zusammenbrechenden Griechenlands gibt ein Artikel in der Washington Post wieder, die berichtet, der Fortschritt der letzten 28 Jahre sei innerhalb weniger Jahre verloren gegangen. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Der Beitrag fasst zusammen, was die WASHINGTON POST in dem Artikel "Greece’s poor are back to where they were in 1980" beschreibt: "In the last seven years, Greece's economic collapse has wiped out all the progress its poor had made in the 28 years." Mehr hier. Der folgende Chart zeigt die Entwicklung des Lebensstandards in Griechenland: 


Quelle: washingtonpost.com

Machen wir uns nichts vor: Diese Entwicklung wird letztlich die Menschen in ganz Europa treffen, selbst in den Staaten, die sich bisher noch für unverwundbar halten. Griechenland dient den Entscheidungsträgern aus Politik und (Finanz-)Wirtschaft lediglich als Feldversuchslabor. 


Durchwursteln funktioniert auf Dauer nicht
(zeit.de) Wissenschaftler kritisieren den Politikmodus in der Eurokrise. Das "Fahren auf Sicht" halten sie für gefährlich. In den Krisenländern schwinde die Zustimmung zur EU. Mehr...

Kommentar: Dem Ergebnis dieser Untersuchung setzen wir zwei Zitate entgegen. Das eine stammt von Franklin D. Roosevelt: "In der Politik geschieht nichts zufällig! Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war!" Und geradezu hellseherisch hat es Johannes Rau in seiner Zeit als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen auf den Punkt gebracht: "Nicht wir Politiker machen die Politik, wir sind nur die Ausführenden. Was in der Politik geschieht, diktieren die internationalen Großkonzerne und Banken." Wir lernen daraus: Was nach "durchwursteln" aussieht, ist taktisches Kalkül, dient der leichteren Durchsetzung der politischen Ziele. Bei Mutti Angela Merkel ist es die "marktkonforme Demokratie", wie sie beispielsweise demnächst im Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) mit den USA zu besichtigen sein wird. Da ist bereits im Vorfeld jede Form von Demokratie nur hinderlich. 


China Trade Surplus Crashes As Exports & Imports Collapse In March
(zerohedge.com) Forget the weather, it must be the smog. China just announced total carnage in its trade data for March:
  • CHINA'S MARCH IMPORTS FALL 12.3% Y/Y IN YUAN TERMS; EST. -11.3%
  • CHINA'S MARCH EXPORTS FALL 14.6% Y/Y IN YUAN TERMS; EST. +8.2%
  • CHINA'S MARCH TRADE SURPLUS 18.16 BILLION YUAN; EST 250B YUAN
So what exactly was the Chinese stock market 'discounting'? Trade Surplus collapses... (economists knew about year-end and forecast +250bn!!!) 


As Exports crash and Imports continues to slide for the 5th month...


In US Dollars the picture is worse...
  • CHINA'S MARCH EXPORTS FALL 15.0% FROM YEAR EARLIER
  • CHINA'S MARCH IMPORTS FALL 12.7% FROM YEAR EARLIER
  • CHINA'S MARCH TRADE SURPLUS $3.08 BILLION 
Read more...

Kommentar: China's Blasenökonomie kann sich von der weltweiten Rezession nicht abnabeln...
Sick dragon (Quelle: zerohedge.com)
  
Retail Sales Miss For 4th Month In A Row: First Time Since Lehman
(zerohedge.com) After 3 months of missed expectations and the first consecutive drop in retail sales since Lehman, retail sales rose 0.9% in March (missing expectations of +1.1%), following a revised 0.5% drop in February. While the 0.9% rise is the biggest since March last year, this is now the worst streak of missed expectations in retail sales since 2008/9. Ex-Autos, retail sales also mised expectations (rising just 0.4% vs 0.7% exp). 



Kommentar/Ergänzung: Just for info. Gleich noch einen Chart aus dem Beitrag: 



Lesenswert in diesem Zusammenhang auch noch der Beitrag "Retail Sales Among The Worst In March Too" von ALHAMBRA INVESTMENT PARTNERS (hier) und "The American Consumer Will Never Be Back" von NAKED CAPITALISM (hier). Beide randvoll mit den Hintergründen. 


No Matter Who Wins the White House, the New Boss Will Be the Same as the Old Boss
(lewrockwell.com) "What the government is good at is collecting taxes, taking
away your freedoms and killing people. It’s not good at much else."
- Author Tom Clancy 
The American people remain eager to be persuaded that a new president in the White House can solve the problems that plague us. Yet no matter who wins this next presidential election, you can rest assured that the new boss will be the same as the old boss, and we - the permanent underclass in America - will continue to be forced to march in lockstep with the police state in all matters, public and private. Read more...

Kommentar: Nachdem die ersten Kandidaten den Handschuh für die Präsidentschaftswahl 2016 in den Ring geworfen haben, wird es Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Dieser Beitrag ist dazu eine gute Gelegenheit. 

Vom Ausgang der Wahl hängt eine Menge ab. Viel Hoffnung machen wir uns noch nicht. 


No Major Country Is More Exposed to Banks than Australia
(wolfstreet.com) There are six large (with a market cap of over AUD50 billion) listed companies in Australia. The biggest four are banks, the fifth is BHP, one of the world’s largest mining companies. The sixth is the world’s most over-priced Telco, Telstra. The table below puts these companies into international perspective. They are small on a world scale, but behemoths in their domestic market. 


The financial sector amounts to 44% of Australian stock market capitalization. The vast majority of the sector is comprised of banks and "diversified" banks. The remainder is insurance and real estate.
Before going further we need to understand just how small Australia is. In terms of population, Australia is the same size as Shanghai and slightly larger than Beijing; about the same as NY State; and three times larger than London. In terms of GDP Australia comes in at number twelve (IMF 2013). Australia’s GDP was USD1.5T, compared with the US at 16.7T and China at 9.5T.
Moving on.
The dominance of the financial sector is astounding. I doubt it is replicated in any other developed economy. The Australian stock market is capitalized at around AUD1.5 trillion (about twice AAPL). Almost half is represented by the financial sector. Worse, within the financial sector, the big four banks represent around 30% of total stock market capitalization.
These four banks dominate the market and yet their primary business is consumer loans and residential mortgages. Australia’s residential real estate market is already one of the top three most overvalued in the world, competing with Canada and Norway on several metrics.
Australian export income has collapsed, as has manufacturing. And imports are much more expensive, due to the decline of the Australian dollar. But our Reserve Bank takes comfort in the strength of our residential construction sector. So our economy is going to consist of building houses and apartments for which we will pay ever higher prices? Read more...

Kommentar: Neues von down under. Wir haben leider selten die Gelegenheit, über die Entwicklung in Australien zu berichten. Niemand von den deutschsprachigen Leitmedien hat diesen Erdteil unter Beobachtung. Deshalb kommt uns dieser Beitrag gerade recht. Er vermittelt einen sehr guten Eindruck von den wirtschaftlichen Verhältnissen. Rosig ist anders. Australien ist sehr abhängig von China, das dürfte den Druck noch weiter erhöhen. Scheinbar will sich auch dort die Politik "durchwursteln". 


Auch in 2015: Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.  

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)