Freitag, 24. April 2015

Standpunkt 982 - Nachrichten-Ticker, 17.04.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuern wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Nachtrag Wolfgang Schäuble - Krugman vs. Schäuble - Eurokrise: Vorbild Lateinamerika? - Schuldendilemma - Frickes Welt - Unendliche Geschichte Griechenland: Staatsbankrott, Grexit, oder was? (12 Beiträge) - IWF-Reformen: Lagarde vs. USA? - US-Wirtschaftswachstum - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Wolfgang Schäuble on German Priorities and Eurozone Myths
(nytimes.com) The annual spring meetings of the International Monetary Fund and the World Bank begin on Friday in Washington. I’m looking forward to them, even if the discussion in recent years has seemed, to some commentators, a bit too well-rehearsed to provoke much discussion or thought outside of the usual comfort zones.
The fact that the immediate sting of the global financial crisis has faded in much of the world has probably contributed to this complacency. Unfortunately, however, the world economy is not yet out of the woods. It still faces very concrete challenges. We are as badly as ever in need of a common understanding of what needs to be done.
The financial crisis broke out seven years ago and led many countries into an economic and debt crisis. A pervasive set of myths — that the European response to the crisis has been ineffective at best, or even counterproductive — is simply not accurate. There is strong evidence that Europe is indeed on the right track in addressing the impact, and, most importantly, the causes of the crisis. Let me run through some of these myths.
Mehr...

Kommentar: Nachtrag zu den Schäuble-Beiträgen von gestern (hier). Nur nichtssagendes Blablabla in diesem Artikel für die NEW YORK TIMES, aus Anlass des IWF-Frühjahrstreffens. Der Küchenjunge der schwäbischen Hausfrau trickst und täuscht sich über die dringenden Probleme in Europa hinweg. Typischer Politiker-Sprech: Viel Gedöns, kein Inhalt. So betreibt die deutsche Regierung europäische Krisenpolitik.


Der Ökonom Paul Krugman rechnet mit Wolfgang Schäuble ab
(tagesspiegel.de) US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman skizziert bei einer Konferenz in Brüssel seine Theorie der Ungleichheit - und kritisiert die Mächtigen der Welt. Mehr...

Kommentar: Krugman formuliert in diesem Beitrag einige schmerzliche Wahrheiten, die den LeserInnen ein besseres Verständnis der Krisenpolitik vermitteln. Eine davon: "Das 'obere ein Prozent' der westlichen Gesellschaften werde nicht nur immer reicher, 'sondern auch immer mächtiger'. In der Folge bediene die Politik eher deren Interessen als jene der breiten Bevölkerung." Oder diese, zu Wolfgang Schäuble: "Noch immer stelle dieser die Bekämpfung der Staatsdefizite ins Zentrum der europäischen Politik, obwohl bewiesen sei, dass die Wirtschaft wegen fehlender Nachfrage stagniere. Der Markt biete Europas Regierungen so niedrige Zinsen wie noch nie in ihrer Geschichte, aber sie könnten das nicht zuletzt wegen des Widerstands der Bundesregierung nicht nutzen, um nötige Investitionen zu finanzieren. Schäuble habe wohl 'in den vergangenen fünf Jahren nichts gelernt'." Das ist noch sehr zurückhaltend formuliert...


Eurokrise: Sparen ist nicht alles
(zeit.de) Was Europa aus den Krisen Lateinamerikas lernen kann, um den Euro zu retten. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Was Rolf Langhammer vorschlägt, wäre immerhin sehr viel nützlicher als das, was bisher von den sogenannten Experten zur Lösung der Krise in Europa angeboten worden ist. Der Vergleich mit Südamerika hinkt aber an einer entscheidenden Stelle: in der Ursache. Die europäische Krise hat ihren Anfang in einer Bankenkrise genommen. Erst die anschließenden Rettungsmaßnahmen sorgten in vielen Ländern für eine Staatsschuldenkrise, die heute gegenüber der Öffentlichkeit als Krisenursache deklariert wird. Deshalb wird es eine nachhaltige Lösung der Krise in Europa (oder sonstwo auf der Welt) nur mit einer vorherigen tiefgreifenden Finanzreform geben. Die wurde von den westlichen Regierungschefs bereits Ende 2008 versprochen (hier, hier), aber bis heute nicht eingelöst. Wir rechnen auch nicht mehr damit. Der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister hat sich bereits 2009 in der sehr aufschlussreichen Untersuchung "Grundzüge einer sinnvollen Finanzmarktordnung - und warum sie nicht (bald) kommen wird" damit beschäftigt (hier). Lesenswert.   

Wer sich mit dem zitierten "Post-Washington-Consensus" näher beschäftigen möchte, der wird hier bei Joseph E. Stiglitz fündig.


Das Schuldendilemma
(project-syndicate.org) Griechenlands kontroverse Verhandlungen mit der EU haben das Schuldenthema erneut in den Mittelpunkt der Debatten über Wirtschaftswachstum und Stabilität gerückt. Doch ist Griechenland nicht das einzige Land, das sich schwer tut, seine Schulden zu bedienen oder gar seine Kreditaufnahme zu bremsen. Seine angespannten Verhandlungen mit seinen Gläubigern sollten andere Länder dazu anregen, etwas gegen ihre eigenen Schuldenüberhänge zu tun. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag zeigt einmal mehr, wie wenig Nützliches den sogenannten Experten zur Lösung der Krise einfällt. Die Autoren, Adair Turner und Susan Lund, deuten aber immerhin an, wo die Reise früher oder später hingehen wird: "In einigen Ländern wären auch der Verkauf von öffentlichem Vermögen und die Erhebung einer einmaligen Vermögensabgabe hilfreich." Der Rest ist wenig konstruktiv und geht, wie gewohnt, an den Problemen vorbei. 


Frickes Welt – Abschied vom Wunder-Markt 
(neuewirtschaftswunder.de) In Kürze wird es acht Jahre her sein, dass im Frühsommer 2007 die Jahrhundert-Finanzkrise ihren Lauf nahm. Noch immer scheint umstritten, welche große Lehre aus dem großen Debakel zu ziehen ist. Nur eins wird zunehmend klar: dass das simple alte Leitmotiv nicht mehr zieht, wonach es für alle Leiden ein Pauschalrezept gibt – den Markt. So wie es das Gros der Wirtschaftsweisen über Jahrzehnte gepredigt hat.
1,7 Prozent beträgt der Zuwachs, mit dem die Pro-Kopf-Einkommen seit Beginn der großen Liberalisierung um 1980 weltweit gestiegen sind. In der Nachkriegszeit starker Regulierung waren es noch 2,5 Prozent. In den USA ist der Fortschritt an vielen komplett vorbeigegangen – ein Legitimitätsproblem für alle, die den Markt verherrlichen. Mehr...


Kommentar: Gewohnt ehrlich, der Herr Fricke. Vermittelt eine klare Sicht auf die Dinge. Etwas, was in den deutschsprachigen Medien längst viel zu kurz kommt. Danke dafür.


EU bekommt kalte Füße: "Fällt Griechenland, drohen wir alle zu fallen"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Versuche der Euro-Retter, die Folgen einer Griechenland-Pleite kleinzureden, verfangen nicht mehr: Erstmals seit Monaten entwickeln sich die Zinssätze für Staatsanleihen zwischen Süd- und Nordeuropa wieder auseinander. Das bedeutet: Ein Crash in Griechenland hätte Folgen in ganz Europa. Bei den Euro-Rettern macht sich ein mulmiges Gefühl breit. Mehr...

Kommentar: Während Wolfgang Schäuble noch eine dicke Lippe riskiert (siehe hier), kehrt bei den Verantwortlichen der EU wenigstens ein bisschen die Besonnenheit zurück. Letztlich aber nicht wirklich ein Zeichen von Hoffnung. Wir bleiben dabei: Berlin und Brüssel setzen alles daran, die griechische Regierung von Alexis Tsipras so schnell wie möglich loszuwerden. Da kann, im Eifer des Gefechts, auch ungewollt ein Lapsus passieren, der äußerst unangenehme Folgen für die Staatengemeinschaft hätte. 


"Chaos nach Grexit unvermeidbar"
(wirtschaftsblatt.at) Das Zwischenfazit im monatelangem Reformstreit Griechenlands mit der Euro-Zone ist ernüchternd: Noch nie stand das Land so nahe am Bankrott. Zwar beteuern die Krisenmanager in Brüssel, Berlin, Frankfurt und Athen beständig, dass sie eine Staatspleite und einen "Grexit" aus der Euro-Zone verhindern wollen. Doch hinter den Kulissen laufen längst Überlegungen, wie sich der Ernstfall einigermaßen managen ließe.
Für die Griechen hätte ein "default" verheerende Folgen, für die Euro-Zone insgesamt wären die kurzfristigen Auswirkungen wohl begrenzt. Auf lange Sicht droht aber auch ihr ein enormer politischer und ökonomischer Schaden.
Dass ein Ereignis fatale Konsequenzen hätte, bedeutet nicht, dass es deshalb nicht eintreten wird. Bereits im März räumte EZB-Präsident Mario Draghi vor einem Ausschuss des EU-Parlaments ein, dass die Risikoanalysten der Europäischen Zentralbank die verschiedensten Szenarien durchspielten. Nicht anders ist es bei den Fachleuten im Bundesfinanzministerium. Man will vorbereitet sein für den Ernstfall, dass den Griechen tatsächlich das Geld ausgeht und sie ihre Staatsschulden nicht mehr bedienen können. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Offen wird längst über die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands und ihre Folgen diskutiert. Wir haben den Eindruck, der Staatsbankrott des Landes wird als gangbare Option gehandelt, um die Regierung Tsipras zum Rücktritt zu zwingen und den Griechen Neuwahlen aufzuzwingen. In der Hoffnung, die alte Führung kommt zurück und lässt Berlin und Brüssel das Land regieren. Damit spekuliert auch die F.A.Z. in dem Beitrag "Und jeden Tag grüßt die Krise". Im Vorspann dazu heißt es: "Griechischer Staatsbankrott? Grexit? Oder schnelle neue Kredite? Wahrscheinlich ist, dass sich der Streit der Eurostaaten mit Athen bis in den Herbst schleppt – und vielleicht in Neuwahlen endet." Mehr hier


Die politische Elite will den "Grexit"
(sozialismus.de) In den nächsten Wochen und Monaten steht die Linksregierung in Athen vor enormen finanziellen Zins- und Tilgungsverpflichtungen, die die laufende Wirtschaftsleistung Griechenlands deutlich überfordern. So werden im Juli und August insgesamt 6,7 Mrd. Euro an die EZB fällig. Die Regierung in Athen ringt seit ihrem Wahlsieg Ende Januar mit der Euro-Gruppe und dem IWF um die Reformauflagen für weitere Zahlungen von 7,2 Mrd. Euro aus dem zweiten Hilfsprogramm, das Ende Juni abläuft. Mehr...

Kommentar: Die Übersicht der anstehenden Zahlungsverpflichtungen lässt den Schluss zu, dass die griechische Regierung finanziell trocken gelegt wird. Darauf deutet jedenfalls die unnachgiebige Haltung der Gläubiger hin. 



Die Autoren dieses Beitrages erwarten einen Grexit und analysieren die Entwicklung. Ihr Fazit: "Mittlerweile schält sich immer deutlicher heraus, dass es bei dem Konflikt mit Griechenland um einen politischen Konflikt geht. So werden auch schon die unterschiedlichen Sichtweisen gesetzt. BDA-Chef Kramer warnt vor einem erzwungenen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone: 'Politisch aber habe ich große Bedenken, ob ein Grexit für Europa zu schultern wäre und Griechenland helfen würde.' Europa wäre den Beweis schuldig geblieben, auch in schwierigen Zeiten solidarisch Probleme zu lösen. Die neoliberalen Hardliner dagegen halten auch die politischen Folgen eines 'Grexits' für beherrschbar. Ziel dieser Logik: 'Der schlechteste und teuerste Weg wäre es, den Forderungen aus Athen nachzugeben, um den Grexit um jeden Preis zu verhindern; das können und dürfen die Mitgliedstaaten des Euro nicht zulassen.' Und die 'Süddeutsche Zeitung' zitiert einen Notenbanker: 'Die Währungsunion würde ohne den negativen Ausreißer Griechenland homogener und auf eine perfide Art gestärkt werden, weil alle anderen Staaten Reformen anpacken würden, um nicht dem griechischen Beispiel zu folgen.' Die negativen Folgen würden demnach vorrangig auf Griechenland selbst beschränkt sein. Selbst wenn das mit einer weitgehenden Abschreibung von Krediten und Anleihen verbunden wäre, wird der Abschreckungseffekt von den Befürwortern des harten Kurses für entscheidender eingeschätzt. Es läuft also in den nächsten Wochen auf eine politische Entscheidung für einen 'Grexit' hinaus, die nicht unbeeinflusst sein wird vom Ergebnis der Wahlen in Finnland und Großbritannien. Es geht mithin um weit mehr als die Wiederbelebung der griechischen Ökonomie." 

Wir halten so viel Dummheit bei der politischen Elite in Europa natürlich nicht für ausgeschlossen, aber diesen Schritt letztendlich nicht für sehr wahrscheinlich. Der Grexit dient gegenüber der griechischen Regierung als Drohkulisse und wird als solche bis zum Anschlag ausgereizt. Wir rechnen stattdessen damit, dass Griechenland in die Zahlungsunfähigkeit gezwungen wird.


Niemand fürchtet den "Grexit"
(fuw.ch) "Erstaunlicherweise reagieren die meisten Finanzmarktexperten gelassen auf die sich abzeichnende Eskalation der Ereignisse."
Die Fronten im griechischen Schuldenstreit verhärten sich. Vor allem die Eurostaaten weigern sich, aktiv auf eine Lösung hinzuarbeiten, aus Furcht, dadurch der Opposition in die Hände zu spielen. Mehr...

Kommentar: Ein Erklärungsversuch unserer Schweizer Nachbarn. Nicht besonders stichhaltig, finden wir. Da ist viel Heuchelei dabei. 


Obama: Athen vor "harten Entscheidungen"
(n-tv.de) In aller Öffentlichkeit spricht US-Präsident der griechischen Regierung ins Gewissen. Im Beisein eines hohen Staatsgastes aus Italien erinnert er die Verantwortlichen in Athen an ihre vordringlichen Aufgaben: Ernsthafte, überzeugende Reformen. Mehr...

Kommentar: Es sei eine "klare Ansage aus Washington", interpretiert N-TV Obamas Äußerungen. Die Bewertung solcher Erklärungen sind schwierig. Besonders, da der US-Präsident in letzter Zeit auch schon die griechische Position gestärkt hat. Die Rolle der USA in diesem Drama lässt sich nach unserer Ansicht erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilen. 


The ECB Is Considering A Parallel Greek Currency
(zerohedge.com) As we first reported yesterday, one of the proposed measures to be implemented in Greece just before, or during its default and/or exit from the Eurozone, in addition to pervasive capital controls of course, is the implementation of a parallel "currency", or as explainted yesterday, a government paying its citizens with IOUs. (...) Today, to our dismay, we find that the ECB has not only considered a "parallel currency" alternative but for Greece this may be a reality before long. According to Reuters, the ECB "has analyzed a scenario in which Greece runs out of money and starts paying civil servants with IOUs, creating a virtual second currency within the euro bloc, people with knowledge of the exercise told Reuters." Read more...

Kommentar/Ergänzung: Eine neue Spekulation wird salonfähig, die Parallelwährung. Völlig irre, diese Idee. In ihren Auswirkungen so wenig kalkulierbar wie der Grexit. 

ZERO HEDGE bezieht auf jeden Fall klar Stellung: "Grexit Lives As 'Deluded' Forecasters Predict The Unpredictable" (hier). Der Beitrag beschreibt die möglichen Szenarien. 

Damit beschäftigt sich auch NAKED CAPITALISM: "Greece: Default or Grexit?". Aus der Einleitung: "As the impasse between Greece and its creditors is approaching an inevitable train wreck resolution, commentators who should know better have depicted the possible outcomes as Grexit or a deal. As we have said from the outset, the best of Greece’s bad options is a default while staying within the Eurozone. And given that a Grexit would be messy, would result in losses on the ELA and potentially Target2 balances being allocated to member states (a political nightmare) and could lead to eventual political contagion (as in paving the way for future departures) the least risky path for the EU and Eurozone is also to keep Greece in the fold." Mehr hier

Quelle: zerohedge.com

IWF will Griechenland-Programm stark entschlacken
(derstandard.at) Europabüro-Chef: Sparvorgaben sollen reduziert werden – Widerstände kommen aus der Eurozone. Mehr...

Kommentar: Mitten in der Diskussion um den mangelnden Reformwillen der griechischen Regierung ein bemerkenswerter Vorschlag: "Man solle sich auf einige wenige Eckpunkte konzentrieren – etwa eine Pensionsreform und eine effizientere Steuerverwaltung – und nicht mehr in alle Details gehen. Aktuell verhandeln die Gläubigerländer mit Griechenland über eine neue Vereinbarung, damit Athen wieder an mehr frisches Geld kommen kann. Tatsächlich berichteten Diplomaten in Washington dabei von einem Tauziehen hinter den Kulissen zwischen Europäern und dem IWF." Und weiter: "Unklar ist, weshalb der IWF zu mehr Entgegenkommen bereit ist. Eine Mutmaßung: Die USA, die den Fonds dominieren, wollen das (Nato-)Partnerland Griechenland nicht verlieren. Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro wird jedenfalls als immer wahrscheinlicheres Szenario gehandelt. Bis Juni sei das Land durchfinanziert, danach werde es schwer für Athen, so IWF-Vertreter." 


Primärüberschuss 2014 in Griechenland geringer als erwartet
(griechenland-blog.gr) Griechenlands  Primärüberschuss  für 2014  fiel erheblich  niedriger als  erwartet aus, während die Verschuldung leicht sank, als Prozentsatz des BIP jedoch weiter anstieg. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Dazu verweisen wir auf einen Betrag, der am 10.05.2014 an gleicher Stelle erschienen ist: "Success Story in Griechenland ist ein Lügenmärchen". Da heißt es: "Als eine Verzweiflungshandlung mit dem einzigen Ziel, die griechische Regierung angesichts der im Mai 2014 anstehenden Europawahl und der Kommunalwahlen in Griechenland zu stärken, charakterisiert Dimitris Papadimitriou, Präsident des Levy Economics Institute, den Gang Griechenlands an die Anleihenmärkte und entkräftet damit den Mythos über die griechische Success Story." Mehr hier. 


Griechenland plant offenbar Milliarden-Deal mit Russland
(spiegel.de) "Hunderte Millionen" Dollar versprach Russlands Präsident Putin für eine Beteiligung Griechenlands an einer Gaspipeline. Kommende Woche sollen nach Informationen von SPIEGEL ONLINE womöglich erste Verträge unterzeichnet werden - und Milliarden fließen. Mehr...

Kommentar: Wir bleiben skeptisch. Am Ende ist es nur "diplomatische Verhandlungsmasse" im Streit zwischen Griechenland, Berlin und Brüssel. 


Währungsfonds-Chefin legt sich mit den USA an
(derstandard.at) Kampf gegen reformunwillige Amerikaner – Weltbankpräsident Kim hat einen handfesten Skandal am Hals. Mehr...

Kommentar: Just for info. Wir haben schon darüber berichtet. Das wird die Republikaner kaum jucken. Der IWF ist Amerikas verlängerter Arm. Daran wird auch Madame Lagarde kaum etwas ändern. 

    

Blame GDP
(alhambrapartners.com) I think we are getting an even better sense of what might be the most ironclad law of orthodox economics. It seems as if there is a nonlinear proportionality between the desperation in which the mainstream denies it and the farther away from recovery the economy becomes. Last year was full of denial, especially as it related to that "anomaly" in Q1, which then became unquestionable confidence by Q3’s now-forgotten 5% GDP. With Q1 poised now to come in reasonably below zero yet again, this "law of QE/ZIRP commentary" is proving effective.
My colleague Joe Calhoun points to the Federal Reserve Bank of Atlanta and their "macro blog", with a new post that really wants to scream out "don’t worry about Q1." To gain that emphasis, the author, a research economist at the branch, suggests a statistical discrepancy in the manner of GDP post-crisis. Read more...


Kommentar: Die echten "Fakten, Fakten, Fakten" zum US-Wirtschaftswachstum. Während hierzulande die USA regelmäßig als leuchtendes Beispiel für eine gelungene Krisenbewältigung gefeiert werden, sieht die Wirklichkeit anders aus. Die Charts im Beitrag sind selbsterklärend.


Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.  

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)