Montag, 11. Mai 2015

Standpunkt 992 - Nachrichten-Ticker, 04. & 05.05.


Wir sind zurück. Ohne Wenn und Aber. Für unsere LeserInnen stellen wir an dieser Stelle wieder regelmäßig aktuelle und interessante Beiträge zusammen, die von uns - mehr oder weniger - kommentiert und ergänzt werden. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen.  

Leider müssen wir immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

An dieser Stelle erneuern wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Enteignung wird Realität - Deutschland im Glück - Wolfgang Münchau und die FDP - Griechenland-Krise: Wie geht es weiter? (5 Beiträge) - Deutschlands Überschuss und seine Folgen - US-Wirtschaft (5 Beiträge) - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


The War On Cash: Australia Leads The New Age Of Economic Totalitarianism
(zerohedge.com) The reason I moved the Solution Conference forward was due to the fact that all my sources behind the curtain were screaming from the four corners of the world that the new age of Economic Totalitarianism is upon us all. Australia will be the first to introduce a compulsory tax on savings. This is the ultimate Marxist state for now anyone with spare cash is the enemy of the Conservative Tony Abbott government. What I laid out at the Solution Conference is the ONLY way out of this nightmare. It is time for people to start spreading the word and get behind changing the game plan while we still have a game in play. We have to stop this confiscation of all wealth and the continual borrowing and taxation. This will lead to the total destruction of Western culture for we are plagued by power hungry insane politicians who cannot see past their nose.
The new compulsory control is already provided for in the 2015 Australian budget. So that everyone who has any savings must pay taxes on on their savings. The measure is expected to serve as a global test balloon for Europe and North America will watch the outcome in Australia. If there will be no massive resistance of Australian savers, the rest of the world should expect this outright confiscation very rapidly. Read more...

Kommentar: Dieser Beitrag von Martin Armstrong macht deutlich, wie zielstrebig von der Politik bereits in Richtung Enteignung gearbeitet wird. Er zeigt außerdem, dass alle G20-Staaten an der Umsetzung dieses Projektes beteiligt sind. Weit weg von Europa und den USA bietet Australien unter dem wirtschaftsliberalen Premier Tony Abbott den idealen Nährboden dafür, um die ersten Maßnahmen am "lebenden Objekt" Steuerzahler zu testen. In den USA wird diese Entwicklung heftig diskutiert, während hierzulande breitestes Schweigen herrscht. Lieber debattiert man über die Zerstörung Griechenlands. Die wirklichen Gefahren lauern anderswo. Dazu noch einmal Martin Armstrong: "The introduction of this tax on money in Australia led by Tony Abbott is the trial balloon for the global economy. The IMF’s Christine Lagarde has led the battle to impose French socialism/communism upon the entire world. I have warned that she is the most dangerous woman on the planet. Do not forget that it was the French elite who sold the idea of communism to Marx – not the other way around. Now the French elite have control of the IMF and they have persuaded all other global financial institutions to also require such a compulsory levy for several years because they see it as the only way to resolve the debt crisis – just confiscate the people’s money. In the wake of the G20 discussions such measures are usually prepared and coordinated. The public knows about it only when there are hardly any ways to prevent the action and mainstream press sell the people down the river cheering it all the way. You better wake up before the coffin is nailed shut." Armstrong neigt zu absonderlichen Thesen. So auch in diesem Beitrag. Nach unserer Einschätzung überbewertet er in diesem Beitrag zu sehr die Rolle Frankreichs und die Macht von Christine Lagarde. Wir sind der Auffassung, Madame Lagarde ist Chefin des IWF von Amerikas Gnaden. Deshalb vertritt sie zuallererst die Interessen der USA (und danach ihre eigenen!).


Bundesbürger sind zufrieden wie lange nicht: Glückliches Deutschland
(wiwo.de) Die Bundesbürger haben sich wirtschaftlich seit 20 Jahren nicht mehr so sicher gefühlt wie derzeit. Die materielle Zufriedenheit ist auf Rekordniveau, die Angst vor einem Jobverlust sinkt rapide. Mehr... 

Kommentar: Die Dauer-Propaganda zeigt Wirkung bei den Deutschen. Statt wortreich auszuschweifen, beschränken wir unseren Kommentar auf ein schlagendes Zitat von Johannes Gross: "Niemand wird so gestreichelt wie das Opferlamm auf dem Weg zur Schlachtbank."  


Die Alternative zur Alternative für Deutschland
(spiegel.de) Neue Töne von der FDP: Parteichef Lindner fordert einen vorübergehenden Austritt Griechenlands aus dem Euro. Das ist immerhin eine euroskeptische Position, die in sich schlüssig ist. Die Liberalen empfehlen sich als bessere Alternative zur AfD. Mehr... 

Kommentar: Erschreckend, wie Wolfgang Münchau mittlerweile in seiner Kolumne irrlichtert. Jetzt versucht er, die FDP unter Christian Lindner wieder für Berlin "hoffähig" zu machen. Ausgerechnet in der Diskussion um Griechenland. Da ist einer von allen guten Geistern verlassen. Schade.

Nichts an einem vorübergehenden Grexit ist "in sich schlüssig". Es ist noch gar nicht lange her, da hat er in der FINANCIAL TIMES (nicht im SPIEGEL!) einen Beitrag mit "Athens must stand firm against the eurozone’s failed policies" überschrieben. Eindeutig auch der Untertitel: "One of the riskiest options would be a formal exit from the currency union". Mehr hier (Beitrag ist nicht frei zugänglich, es genügt aber eine kostenlose Anmeldung). Leidet der Mann mittlerweile an partieller Amnesie? Wohl kaum. Wahrscheinlicher ist es, dass ihm die Propaganda-Linie des SPIEGEL deutlich gemacht worden ist.


Pleite Griechenlands ist ohne Ansteckung Europas nicht möglich
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Nach Meinung von UBS-Analyst Thomas Wacker wird die Griechenland-Debatte von den Anlegern viel zu entspannt geführt. Ein Grexit würde zu markanten Verwerfungen am Markt führen. Mehr...

Kommentar: Ein kurzes, aber sehr aufschlussreiches Interview.


Varoufakis: "Diese Eurozone hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht ändert"
(nachdenkseiten.de) "Ich sage das schon immer: Kein Land – und nicht nur Griechenland – hätte sich einer derart schlampig konstruierten Gemeinschaftswährung beitreten dürfen – vor allem nicht ein so defizitäres Land wie das unsere. Aber ich bin zugleich der Meinung dass es zweierlei Dinge sind, zu sagen: man durfte nicht eintreten – und man muss wieder austreten. Anders formuliert: Der Pfad, der uns in die Eurozone geführt hat, den gibt es nicht mehr; und sollten wir versuchen, den Rückweg anzutreten, würden wir sehr unangenehme Überraschungen erleben." Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Recht hat er, der Herr Varoufakis. Während andere so tun, als kommen vom griechischen Finanzminister keine konstruktiven Vorschläge, liefert Varoufakis reichlich davon. So wie in diesem Beitrag. Seine Kritiken und Ideen sind den Krisenmanagern in Berlin und Brüssel natürlich äußerst unbequem, so dass sie die Angriffe auf Varoufakis unvermindert fortsetzen. Gerne lassen sie sich dabei auch von Experten helfen. Einer davon ist der Schweizer Ökonom Thomas Straubhaar, Direktor des HWWI (Hamburgisches Weltwirtschaftsinstitut). Zu bestaunen in seinem Beitrag in der WELT: "So gewinnen Sie Glaubwürdigkeit, Herr Varoufakis" (hier). Eines Kollegen unwürdig. Die Erklärung für Straubhaar's Vorstoß liefert nach unserer Ansicht eine einfache Volksweisheit: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing."      


The Persecution and Assassination of the People of Greece as Performed by the Inmates of the Troika, Under the Direction of the Eurogroup 
(nakedcapitalism.com) In our coverage of the Greek government’s efforts to end austerity and negotiate a debt restructuring and a shift to pro-growth policies, we’ve stressed how unlikely the ruling coalition was to succeed. That meant it has been frustrating for readers to see the new government make unforced errors and reduce its already low odds of success. But even worse is the specter of Syriza now taking steps to wring money out of a long-sufffering
population in order to make payments to creditors.
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Kommentar: Zu diesem Beitrag entbehrlich. Just for info.


Ein weiteres Jahr der Zerstörung Griechenlands
(wirtschaftsblatt.at) Ein möglicher Kompromiss mit seinen Gläubigern treibt Griechenland nur noch weiter in den Ruin. Denn geht es nach der EU wird dort auch noch nächstes Jahr Kapitalstock vernichtet. Eine fatale Entwicklung, die wir eigentlich nur aus Kriegszeiten kennen. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Deshalb darf die griechische Regierung eigentlich keine Kompromisse eingehen. Diese fatalen Folgen der europäischen Krisenpolitik in Griechenland hat der Autor an anderer Stelle noch deutlicher formuliert: "Was wäre hier wohl los, wenn Deutschland in sechs Jahren 600 Mrd. Euro an Produktionskapazitäten verlieren würde? Und sie wissen genau, wie sie Griechenland ökonomisch zerstören" (hier). 


Germany's record trade surplus is a bigger threat to euro than Greece
(telegraph.co.uk) If EU law were properly enforced, Germany would face fines for endangering eurozone stability and breaching the Macroeconomic Imbalance Procedure for the fifth year in a row. Read more...

Kommentar: Ambrose Evans-Pritchard beschäftigt sich mit dem deutschen Handelsbilanzüberschuss und seinen Folgen. Lesenswert. Der folgende Chart stammt aus dem Beitrag: 



US Factory Orders Drop YoY For 5th Consecutive Month
(zerohedge.com) After 6 months of MoM drops (something not seen outside of a recession), February saw a modest 0.2% rise in Factory orders which has spurred economists to extrapolate a 2.0% expectation for March. However, while Factory Orders rose 2.1% in March, Feb was revised lower (to a -0.1% drop) leaving US Manufacturing Orders down 4.0% YoY. The series of YoY drops continues (now at 5 consecutive months) to indicate a recessionary environment. The ratio of inventories-to-shipments remains stuck at extremely elevated levels. Read more...



Factory Orders Accumulate More Negative
(alhambrapartners.com) Factory orders rebounded in March, though that term increasingly does not apply to the situation at hand. In seasonally-adjusted terms, March factory orders were about $10 billion more than February, a little over 2% month-over-month, but that doesn’t adequately describe the relevant context and trend. An actual rebound would suggest a quick and pain-free rejoining of a temporary deviation back again to the prior trajectory. That is not what occurred in March factory orders, as it is increasingly clear the slump is adding another durable alteration to what would actually look like a recovery. Read more...



US Economic Confidence Crashes Most Since July To Lowest Since December
(zerohedge.com) Despite record-er stock prices, weather excuses for current economic weakness, and The Fed promising that growth is here and everything will be awesome, it appears the message has not reached the US Consumer. Gallup's U.S. Economic Confidence Index plunged 9 points last week (the largest week-to-week drop since last July) to its lowest weekly score since December. The main driver was a collapse of hope as 'outlook' fell to November lows




US Trade Deficit Soars To Worst Since Financial Crisis; Will Push Q1 GDP Negative
(zerohedge.com) After shrinking notably in Feb, March's US Trade deficit exploded. Against expectations of a $41.7bn deficit, the US generated a $51.4bn deficit - the worst since Oct 2008 and the biggest miss on record. Exports rose just $1.6bn while imports soared $17.1bn with the goods deficit with China soaring from $27.3bn to $37.8bn in March. Ironically, just as the "harsh winter" was found to lead to a GDP boost due to a surge in utility spending, so the West Coast port strike which was blamed for the GDP drop, was actually benefiting the US economy as it lead to a plunge in imports. In March, however, the pipeline was cleared, and US imports from China soared by over $10 billion to $38 billion. End result: prepare for upcoming Q1 GDP downgrades into negative territory, which with a Q2 GDP of 0.8% (per the Atlanta Fed) means the US is this close form a technical recession. Worst trade deficit since Lehman.  




Worst Ever US Trade Deficit Excluding Crude Hints At Upcoming QE4
(zerohedge.com) Remember that in a beggar thy neighbor world, where currency warfare has once again broken out between the US, Europe and Japan, for every winner there is a loser. In this case, the loser is the one country that has decided that a strong currency is a great thing for its economy (if only for the time being): that would be the US.
Why is this relevant? Because as the chart below shows, US trade excluding Petroleum, just crashed to $43.7 billion, the worst print in the history of the series, suggesting that portrayals of the US as a resurgent export powerhouse are completely erroneous, and that instead the US is as big a net importer of goods and services (and soon to be oil) as ever. 


The crucial point here is that with Shale production now expected to decline (if only modestly: after all those junk bond investors are desperate to keep the MotherFracking dream alive), the US will soon have to import more oil which will require more debt issuance to fund the soaring trade deficit which will require more QE to monetize the deficit. Read more...

Kommentar:  Die Beiträge verschaffen einen guten Einblick in die wirtschaftlichen Zustände der weltgrößten Wirtschaftsmacht. Frustrierend.  

Statt vieler Worte...

Quelle: zerohedge.com

Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen.   

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)