Montag, 15. Juni 2015

Standpunkt 1005: Nachrichten-Ticker, 28. & 29.05.

Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

Leider müssen wir dafür immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

An dieser Stelle erneuern wir noch einmal unser Versprechen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Bargeld-Crash - Neues vom "Brexit" (4 Beiträge) - Larry Summers vs. Bundesregierung - Griechenland quo vadis? (12 Beiträge) - Europa - Amerika, wann geht's dir besser? - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Finanzielle Repression 2.0: Idee des Bargeldverbots steht für irrsinnige Welt
(nzz.ch) Ein Verbot von Bargeld oder dessen Besteuerung wäre eine neue Eskalation der seit Jahren grassierenden finanziellen Repression. Der Widerstand gegen solche Ideen ist deshalb erheblich. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag macht deutlich, dass auch im "safe haven" Schweiz dieses Thema intensiv diskutiert wird. Wer es noch immer nicht gemerkt hat: Die Schweiz verliert Stück für Stück ihre Alleinstellungsmerkmale und wird zu einem ganz gewöhnlichen Land für internationale Kapitalanleger. Die Verantwortlichen versuchen diese Entwicklung natürlich mit allen Mitteln zu vertuschen, die Fakten sind aber eindeutig. Eine der Folgen: wird rundherum das Bargeld abgeschafft, muss die Schweiz mitmachen. So einfach ist das. 


Großbritannien und die EU: "Cameron will keinen Austritt"
(deutschlandfunk.de) Der britische Politologe Anthony Glees sieht im Streit um einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens eine große Herausforderung für David Cameron. "Er muss die Möglichkeit eines Austritts anbieten, ohne den Austritt zu bewirken," sagte Glees im DLF. Denn Cameron selbst wolle, dass Großbritannien in der EU bleibe. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Da haben wir den Salat, jetzt wird es teuer, richtig teuer. Und wir hoffen so sehr, dass die Briten austreten. Die vorbildliche Europäerin, Angela Merkel, winkt schon mit dem Zaunpfahl. Die deutsche WIRTSCHAFTSWOCHE schlagzeilt zur gleichen Zeit: "Angela Merkel will David Cameron entgegenkommen". In der Einleitung heißt es: "Bei seinem Besuch in Berlin fordert David Cameron selbstbewusst eine Änderung der EU-Verträge. Bundeskanzlerin Merkel signalisiert Flexibilität." Mehr hier

Was der britische Premierminister sich so vorstellt, das hat sich die F.A.Z. in dem Beitrag "Camerons Wunschliste" vorgenommen. Der Vorspann: "Premierminister Cameron ist auf Tournee durch die Hauptstädte Europas, um die Chancen für eine Reform der EU zu sondieren – am heutigen Freitag trifft er Kanzlerin Merkel. Manche seiner Forderungen dürften Widerhall im Kanzleramt finden." Mehr hier. So richtig auf den Punkt kommt der Autor nicht. Wir kennen den Grund: Cameron will tief in die europäischen Verträge eingreifen und sich den Verzicht auf seine wichtigsten Forderungen teuer bezahlen lassen. Das darf natürlich (noch) nicht öffentlich werden. Die Tour d'Europe benutzt Cameron, um seine Verhandlungsposition an die unterschiedlichen Vorbehalte zu seinen Vorschlägen anzupassen. Wir befürchten das Schlimmste. 


"Ein Brexit wäre fatal - für die Briten"
(wiwo.de) David Cameron ist zu Gast in Berlin. Der britische Premier will über eine Reform der EU verhandeln. Das ist nichts Neues, sagt Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld. Er fordert: Die EU sollte Cameron Zugeständnisse machen. Mehr...

Kommentar: Noch ein Beitrag, der unsere Hoffnung auf einen Brexit empfindlich stört. Auf jeden Fall ist es aber ein lesenswertes Interview. Vielleicht bleiben wir am Ende nicht allein mit unseren Bauchschmerzen. Wir können uns jedenfalls nicht der Meinung von Werner Weidenfeld anschließen, den Briten Zugeständnisse zu machen. Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Andere hätte dringendere Ansprüche. 


US-Top-Ökonom warnt Deutschland vor Realitätsverlust
(welt.de) Ex-US-Finanzminister Larry Summers übt scharfe Kritik an Deutschlands Rolle in der Euro-Krise. Die deutsche Politik sei völlig verfehlt, ist er überzeugt. Auch zum Thema Griechenland wird er deutlich. Mehr...

Kommentar: Bravo, Larry Summers, alles richtig. Nur leider nutzlos. Es hat in etwa die Wirkung, wie wenn man einem Ochsen ins Horn petzt.


Tsipras sieht sich auf der Zielgeraden, Schäuble noch am Startblock
(manager-magazin.de) Athen und die internationalen Gläubiger sind uneins über den Stand der Verhandlungen über weitere Finanzhilfen für das pleitebedrohte Griechenland: Während der griechische Regierungschef Alexis Tsipras am Mittwoch in Athen sagte, die Verhandlungen seien "auf der Zielgeraden", sprach die EU-Kommission von einer Reihe offener Fragen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte in der ARD, die Verhandlungen seien "noch nicht sehr viel weitergekommen". Mehr...

Kommentar: Wir stellen uns die Frage, wer von beiden hat Jean-Claude Junckers Rat befolgt: "Wenn es ernst wird, muss man als Politiker lügen." Wochenlang hat man in Kreisen der EU Tsipras vorgehalten, er beachte nicht die Spielregeln. Die Sache ist klar, oder?


G7-Finanzminister: Kaum Fortschritte in Gesprächen mit Athen
(faz.net) Auch die Finanzminister der G7-Staaten können den Streit zwischen Griechenland und seinen Gläubigern nicht lösen. Und die Zeit drängt. Mehr...

G-7-Treffen in Dresden: Griechenland war kein Thema - oder etwa doch?
(sueddeutsche.de) 
  • Beim Treffen der Finanzminister der sieben größten Industrienationen sei nur kurz über die Schuldenkrise in Griechenland gesprochen worden. Das sagt der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble.
  • Der amerikanische Finanzminister Jack Lew hatte einen anderen Eindruck: Griechenland sei ständig Thema gewesen - wenn auch am Rande und nicht in den Sitzungen. 
Mehr...

Kommentar: Jack Lew hat sich in den vergangenen Woche schon mehrfach entgegen der offiziellen Linie der EU geäußert. Dabei war er nach unserer Beobachtung näher dran an der griechischen Seite. Warten wir es einfach ab, die Sache geht noch weiter. Das war sicherlich nicht die letzte Märchenstunde.


Griechenland: EU wird "Geldtöpfe finden", um den IWF zu bezahlen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Verhandlungen um Griechenland sind auf einem guten Weg: Der Ökonom Nouriel Roubini erwartet, dass demnächst „Geldtöpfe gefunden werden“, mit denen der IWF-Kredit bezahlt werden kann. Der IWF plaudert zur Illustration noch ein wenig von der Staatspleite und dem Ende des Euro – woraus man schließen kann, dass die Einigung unmittelbar bevorsteht. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Das ist, im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Beiträgen, ein differenzierter Bericht vom G7-Gipfel in Dresden. Die Denkanstöße gibt es gleich mit. Die zitierten Ökonomen Roubini und Shiller sind keine Dampfplauderer. Noch ein bemerkenswerter Auszug aus dem Beitrag: 

"Auch der Yale-Ökonom Robert Shiller, der wie auch Mark Carney und Mario Draghi im schönen Dresden weilt, ist zuversichtlich. Er sagte Bloomberg TV: 'Es ist, wie wenn zwei Leute Schach spielen. Ich gehe davon aus, dass der Streit in letzter Sekunde gelöst wird und Griechenland nicht pleitegeht'. Für diese Annahme spricht auch die Aussage von IWF-Chefin Christine Lagarde (...): 'Der Austritt Griechenlands ist eine Möglichkeit', sagte Fonds-Chefin Christine Lagarde der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' (Freitagsausgabe) laut Vorabbericht. Ein Grexit wäre nach ihren Worten 'kein Spaziergang', würde aber 'wohl nicht das Ende des Euro' bedeuten. Hier sind die Nuancen interessant: Die FT schreibt: 'It’s a potential,' Christine Lagarde told the German newspaper Frankfurter Allgemeine Zeitung, adding that it would be 'no stroll' but also that it would definitely not mean the end of the euro. Der englischsprachige Dienst von Reuters schreibt: Lagarde was quoted as saying by the Frankfurter Allgemeine Zeitung newspaper that a Greek exit from the euro zone was a possibility. She said such a step would 'not be a walk in the park' but would 'probably not' mean the end of the euro. Was auch immer hinter dieser Mutation von 'wahrscheinlich' (Reuters) zu 'definitiv' (FT) steckt – die Tatsache, dass Lagarde ganz locker öffentlich über das Thema spricht, das für die EU-Politik und die Finanz-Eliten in den vergangenen Jahren ein absolutes Tabu war – nämlich das Auseinanderbrechen der Eurozone – ist ein sicheres Indiz dafür, dass genau diese Gefahr nicht mehr besteht."

Wer will, der findet hier den zitierten Beitrag "Greek crisis overshadows G7 growth talks" von REUTERS. Der Artikel in der FINANCIAL TIMES ist leider nicht frei zugänglich. 

Die F.A.Z. sieht das derweil ganz anders. Sie schlagzeilt "Lagarde schließt Grexit nicht aus". Die Einleitung: "Der Internationale Währungsfonds schließt ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum ausdrücklich nicht mehr aus. Im Gespräch mit der F.A.Z. sendet IWF-Chefin Lagarde auch eine klare Botschaft für den Fall, dass die Eurostaaten Athen unbedingt im Euro halten wollen." Zu der Botschaft heißt es in dem Beitrag: "Angesichts des drohenden griechischen Staatsbankrotts schloss die IWF-Direktorin die Auszahlung weiterer Kredite des Fonds ohne den Abschluss einer sauberen Reformvereinbarung aus. 'Wir haben Regeln, wir haben Prinzipien. Es darf keine halbgare Programmüberprüfung geben.' Diese Überprüfung gehe 'nicht im Hauruck-Verfahren'. Damit ist eine reguläre Auszahlung der noch vorhandenen Kredite bis zum Ende des Hilfsprogramm der Euro-Staaten bis Ende Juni praktisch ausgeschlossen. Denn diese setzt eine Vereinbarung aller drei 'Institutionen' mit Athen voraus; erst danach könnten die zuständigen Gremien der Gläubiger die noch vorhandenen Kredite von insgesamt 7,2 Milliarden Euro freigeben." Mehr hier

Es geht noch weiter zu diesem Thema: THE PRESS PROJECT aus Griechenland meldet: "V. Constâncio says No Grexit, Even Without a Deal". Der Vorspann: "Even if there is no deal, Greece will not leave the euro. This was the answer of the Vice President of the ECB, in an interview to Dutch newspaper Het Financieele Dagblad 'I am absolutely convinced that the worst-case scenario will be avoided,' he also told the paper." Mehr hier

An der Stelle meldet sich auch wieder Deutschlands (Top-)Ökonom Hans-Werner Sinn zu Wort. Bei PROJECT SYNDICATE erklärt er "Varoufakis's Great Game" (hier). Auf deutsch leider nicht so "griffig", sondern viel harmloser: "Plan B". Aus der Einleitung: "Spieltheoretiker wissen, dass sie auch den Plan B durchdenken müssen, denn er ist der Drohpunkt, von dem das Verhandlungsergebnis für Plan A maßgeblich abhängt. Der griechische Finanzminister Yanis  Varoufakis arbeitet als Mann für das Grobe an Plan B, während Alexis Tsipras, sein Regierungschef, sich für Plan A zur Verfügung stellt. Das Rollenspiel gehört zur Strategie. Die Vorbereitung von Plan B, dem Austritt aus dem Euro, hat zwei Elemente. Zum Einen muss man provozieren, um die eigene Bevölkerung für den Fall eines Austritts zu emotionalisieren. Ohne die Eskalation des Streits  wäre das griechische  Volk nicht bereit, der Regierung während der schwierigen Zeit nach dem Austritt die Treue zu halten. Zum anderen gilt es, die Kosten des Plans B für die Gegenseite in die Höhe zu treiben. Das tut die griechische Regierung, indem sie ihren Bürgern die Kapitalflucht erlaubt." Mehr hier. So geht es bis zum Schluss. Das übliche: Nur Behauptungen keine Fakten. Das hat höchstens BILD-Niveau. Damit bedient Sinn seine Bewunderer. Von denen gibt es viele, viel zu viele. Der Mann ist ein hierzulande hoch angesehener akademischer Scharlatan, das macht ihn so gefährlich. Bei Hans-Werner Sinn fällt uns regelmäßig ein Zitat von Arthur Schopenhauer ein, das wir uns sonst an dieser Stelle verkneifen, heute aber raus lassen: "Alle Formen nimmt die Geistlosigkeit an, um sich dahinter zu verstecken: sie verhüllt sich in Schwulst, in Bombast, in den Ton der Überlegenheit und Vornehmigkeit und in hundert anderen Formen."   

 
Griechen-Deal könnte Merkels Kanzlerschaft gefährden
(welt.de) Die griechische Regierung behauptet, eine Einigung mit den Gläubigern stehe kurz bevor. Würden die Details dieses Deals zutreffen, hätte Europa klein beigegeben. Und der Merkel-Mythos wäre entzaubert. Mehr...

Kommentar: Ab jetzt wird es ernst: Frieda Springer's Qualitätszeitung sorgt sich um den Mythos der deutschen Kanzlerin. Und gefährlich für Griechenland. Eine schnelle Einigung? Gott bewahre, doch nicht mit den Deutschen und ihrer Regierungschefin. Es gibt eine winzig kleine Chance für Tsipras, die ist aber wirklich nur winzig: Er muss Angela Merkel die Stiefel lecken...

Quelle: presseurop.eu

Wirklich viel Hoffnung besteht nicht. Warum die Chance nur minim ist, zeigt die folgende (Macht-)Demonstration unmißverständlich:  

Quelle: tornamente

Greek Austerity And Economic Religion
(zerohedge.com) There are many things going on in the Greece vs Institutions + Germany negotiations, and many more on the fringe of the talks, with opinions being vented left and right, not least of all in the media, often driven more by a particular agenda than by facts or know-how.
What most fail to acknowledge is to what extent the position of the creditor institutions is powered by economic religion, and that is a shame, because it makes it very difficult for the average reader and viewer to understand what happens, and why. Mehr...


Michael Hudson: Greek Debtline
(michael-hduson.com)  All of the problems today came up in 2010 when it was obvious that even at that time Greece could not pay its debts. The International Monetary Fund had its economists make a series of projections to analyze its ability to pay. What happened a few years earlier was that a Wall Street bank, Goldman Sachs, helped the Greek Central Bank conceal the amount of debt that it owed. When Pasok, the ostensibly socialist party, came to power, Papandreou revealed how much money Greece actually owed to its bondholders. And the IMF said wait a minute, the bondholders have lent much too much money for Greece. We’ve got to write down its debts to the ability to pay. There’s no way that Greece can pay the debts without imposing an economic collapse and making it even harder to pay the debts.
So there was a big series of meetings, one in 2010 and then a Group of Eight meeting in 2012. Basically, the European Central Bank and the European Union told the IMF that there’s nothing in the laws that they had written up in Europe to write down debts owed to the Central Bank. They said, in effect: "If you, the IMF, want to be a part of all of this debt restructuring, we want to pay off all the private bond holders so that they don’t lose money. We want to let the speculators gain because that’s our constituency." But the IMF economists pressured the head of the IMF at that time, Dominique Strauss-Kahn, to write down Greece’s debt.
The problem is that Strauss-Kahn wanted the IMF to be a player in the European Central Bank and the European Union, the main financial interests. He also wanted to run for the presidency of France, and most of Greece’s debts were owed to French banks. So Strauss-Kahn had to essentially operate in the interest of France, and his own political fortunes rather than what IMF economists recommended. Basically, he agreed to have the Central Bank and IMF lend Greece enough money to pay the bondholders.
It turned out that the IMF economists were quite right, and Greece couldn’t pay. The result is that the leading economists in the IMF’s European division resigned in anger. They’ve written a series of reports. They talked to reporters and said look, the IMF is thoroughly corrupt. It’s captured by the bondholders. Its ability-to-pay models are junk economics. That left basically the only people remaining in the IMF as bank lobbyists. The IMF leadership saw the Greek crisis and the other European debt crises as finally a chance to get the IMF back as a world player. So basically they made a huge refinancing of Greek debt in 2012.
The terms were highly creditor-oriented. Instead of Greeks owing money in their own currency, they would owe it in a currency they couldn’t create, the Euro, and they’d owe this money not to private bondholders, to whom it’s easy to write down debts because private bond holders are willing to renegotiate as already we saw them do in Argentina. But you can’t renegotiate with the European Central Bank.

So now we can fast-forward to earlier this year when Syriza came to power in Greece. The European Central Bank said, we central banks may be independent from government, but we’re not independent from the financial interests. We’re not independent from Wall Street. As a matter of fact, Tim Geithner and Obama, in 2012, went to the G8 meeting and said Europe, you have to bail out the Greek private bond holders, because the American banks have made huge guarantees on credit default swaps, and we’ll go broke if we have to pay and made the wrong bet. So you have to save Wall Street and screw Greece. Naturally, Greece got screwed. Well, at the autumn 2012 meetings the IMF people spilled the beans about how Greece has been left in debt.
When the elections happened this January and February, the Central Bank came right out and said to the Greek people, don’t vote for Syriza. If you vote for a party that is opposing writing down the pensions, if you elect a party that’s supporting the working class, if you vote for a real socialist party that wants to stop the sell-offs, then we’re going to treat you with sanctions very much like what America treated Cuba or America treated Iraq.
What we’ve seen erupting in Europe in the last three months is the old class war. But it’s not really the old class war. It’s the war of finance against not only the Greek pensioners, not only the Greek economy, but Greek industry, Greek exporters and Greek banks. There’s a war to treat Greece as an object lesson, because the financial interests of Europe worry that if the Syriza party is able to write down the debts to save the economy from depression, then Podemos in Spain and the Portuguese popular parties are going to write down their debts. We’ve got to make an object lesson of Greece. We’ve got to absolutely crush socialism in the cradle so that it won’t grow into a European-wide movement to avoid depression. Read more...


Greece: Conditions and Strategies for Economic Recovery
(levyinstitute.org) The Greek economy has the potential to recover, and in this report we argue that access to alternative financing sources such as zero-coupon bonds (“Geuros”) and fiscal credit certificates could provide the impetus and liquidity needed to grow the economy and create jobs. But there are preconditions: the existing government debt must be rolled over and austerity policies put aside, restoring trust in the country’s economic future and setting the stage for sustainable income growth, which will eventually enable Greece to repay its debt.

The Greek economy has the possibility of recovering, and in this report we argue that access to alternative financing sources could provide the impetus and liquidity needed to grow and create jobs. The conditions for this to happen are that existing government debt is rolled over, and austerity policies are put aside, restoring trust in the economic future of the country, and creating  the conditions for sustainable income growth, which will eventually enable the country to pay back its debt.
On the contrary, we show that failure in achieving an agreement with the Brussels institutions will imply a further decline in output and income. Read more...


Kommentar/Ergänzung: Drei herausragende Beiträge zur Griechenland-Krise. Leider nur auf Englisch. Randvoll mit Fakten, Fakten, Fakten. Außerdem Gedankenfutter satt. LeserInnen, die sich nicht mit allen drei eingehend beschäftigen wollen, empfehlen wir die punktgenaue Analyse von Michael Hudson. Ein Pflichtlektüre. 

In grauer Vorzeit der Krise hat es Michael Hudson sogar mit einigen Beiträgen in das Feuilleton der F.A.Z. geschafft. Frank Schirrmacher sei Dank. Heute noch so aktuell wie damals: Ende 2011, Anfang 2012. Drei davon sind nach unserer Ansicht echte Kracher und wir wollen an dieser noch einmal drauf hinweisen: 

Was sind Schulden?
Die Weltgeschichte beweist: Interessen von Gläubigern sind nicht die der Demokratie. Bankenrettungen führen in die Oligarchie. Der Finanzsektor betreibt eine neue Art der Kriegsführung. Mehr hier.

Der Krieg der Banken gegen das Volk
Es gibt einen Weg, wie der Euro gerettet werden kann: Man muss nur der Europäischen Zentralbank erlauben, das zu tun, wofür Notenbanken gegründet
worden sind: Geld drucken. Mehr hier.


Gute Bank, böse Bank
Warum kapitulieren die Staaten vor der Macht der Banken? Es gibt Beispiele genug in der Geschichte für eine Politik, bei der die Banken produktive Aufgaben hatten. Mehr hier


Europe Has A Solution For The Unemployment Problem: Fake Jobs
(zerohedge.com) The jobs gap that has characterized the global economy since the crisis has cost some $1.2 trillion in lost wages and nearly $4 trillion in GDP. Employment growth worldwide has been just 1.4% since 2001, well below the 1.7% pace that prevailed prior to 2008. The result: there are 61 million fewer people employed globally than there would have been if pre-crisis trends had prevailed.
In the eurozone, where unemployment stands at 11.3% and where some countries - Spain being a prime example - are struggling under unemployment rates that approximate what the US experienced during the Great Depression, the ECB has been forced to effectively abandon its "single mandate" of promoting price stability in favor of a stance that’s more in-line with the Fed’s dual mandate that encompasses both price stability and maximum employment.
Against this backdrop, many Europeans are struggling to find work, but have no fear, Europe has a solution: fake jobs. Read more...


Kommentar: Tricksen und Täuschen, das europäische Programm gegen die Krise. Das Versagen der Politik ist beschämend. Es geht nie um Lösungen, immer nur um Augenwischerei. 


"Welcome To The Contraction": Q1 GDP Drops By 0.7%, Corporate Profits Crash
(zerohedge.com) And you thought the preliminary 0.2% Q1 GDP print from last month was bad. Moments ago, just as we warned, the BEA released its latest, first, revision of Q1 GDP (pre second-seasonal adjustments of course), and we just got confirmation that for the third time in the past four years, the US economy suffered a quarterly contraction, with the Q1 GDP revised drastically from a 0.2% growth to a drop of -0.7%: the worst print since snow struck, so very unexpectedly, last winter.

 
Incidentally, there has not been a US "expansion" with three negative quarters in it in the past 60 years. Read more...

US Containerized Exports Plunge Off the Chart
(wolfstreet.com) The good news – if you can call it that: US containerized ocean export activity in April inched up 2.8% from March. It was the first uptick all year, according  to the Cass/INTTRA Ocean Freight Index. But in the prior months, the index had plunged to its worst level in the data series going back to the end of the Financial Crisis.
The index doesn’t include commodities such as petroleum products or wheat that are shipped by specialized carriers. It doesn’t include goods or commodities shipped by rail, truck, or pipeline to Mexico and Canada. And it doesn’t include air freight, which is only a tiny percentage of total freight tonnage. The index is a measure of export activity of manufactured products sent by containership. But in the overall US trade statistics, the rise of commodity exports papers over the collapse in exports of manufactured goods.

And a collapse it is. The index, at 0.665 in April, is 28.4% below a year ago and 33.5% below the level of January 2010, when it was set at 1.00. It’s less than half of what it was in much of 2010, 2011, and 2012. This is what that multi-year processes looks like:  


Export activity just about plunged off the chart during Q1. Note how sharp the movement was compared to the relatively slight up-and-down during Q1 last year. The minuscule uptick in April is barely visible at the tail end of the chart. Yet it’s all we have as a first feeble sign of export growth this year, from abysmally low levels. And even that may turn out to be an illusion, given the long-term trend. Read more...

A Recession Within A Recession
(theeconomiccollapseblog.com) On Friday, the federal government announced that the U.S. economy contracted at a 0.7 percent annual rate during the first quarter of 2015.  This unexpected shrinking of the economy is being primarily blamed on “harsh” weather during the first three months of this year and on the strengthening of the U.S. dollar.  Most economists are confident that U.S. GDP will rebound back into positive territory when the numbers for the second quarter come out, but if that does not happen we will officially meet the government’s criteria for being in another “recession”.  To make sure that the numbers for Q2 will look “acceptable”, the Bureau of Economic Analysis is about to change the way that it calculates GDP again.  They are just going to keep “seasonally adjusting” the numbers until they get what they want.  At this point, the government numbers are so full of “assumptions” and “estimates” that they don’t really bear much resemblance to reality anyway.  In fact, John Williams of shadowstats.com has calculated that if the government was actually using honest numbers that they would show that we have continually been in a recession since 2005.  That is why I am referring to this as a “recession within a recession”.  Most people can look around and see that economic conditions for most Americans are not good, and now they are about to get even worse. Read more...

Peering Toward Q2
(alhambrapartners.com) A couple more points about GDP revisions and the outlook for Q2. First, with inventory revisions factored, GDP less the inventory contribution was -1.03%; worse than last year’s polar vortex problem. It was the worst quarterly result since the Great Recession, which more than suggests economic weakness as more than just winter or seasonal adjustments. If there is any seasonal problem here it relates more to the exhausted state of consumers who hit their maximum just at Christmas and then are forced into hibernation for an extended period thereafter. The fact that this hibernation is deeper now is not, again, a problem of statistics but, as the dismal Christmas numbers show, of economy. Read more...

Kommentar: Zum Abschluss des heutigen Tickers noch einige Informationen zur Entwicklung der US-Wirtschaft. Sie ist noch weit davon entfernt, wieder gesund zu sein. Pfiffigen Leute bieten sich deshalb reichlich nützliche Investitionsmöglichkeiten. 

Bei dieser Gelegenheit auch gleich noch einen Blick auf das US-Wirtschaftswachstum:


Quelle: hier.

Und auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne, der Chart stammt aus dem Beitrag von ZERO HEDGE:



Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)