Freitag, 19. Juni 2015

Standpunkt 1008: Nachrichten-Ticker, 05. & 06.06.


Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

Leider müssen wir dafür immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Es bleibt dabei, wie versprochen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Bargeld-Crash kommt - Griechenland: Endspiel? (11 Beiträge) - Finnland: Triple-A in Gefahr - US-Arbeitsmarkt - China und Russland - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


"Literally, Your ATM Won’t Work…"
(zerohedge.com) While we were thinking about what was really going on with today’s strange new money system, a startling thought occurred to us.
Our financial system could take a surprising and catastrophic twist that almost nobody imagines, let alone anticipates.
Do you remember when a lethal tsunami hit the beaches of Southeast Asia, killing thousands of people and causing billions of dollars of damage?
Well, just before the 80-foot wall of water slammed into the coast an odd thing happened: The water disappeared.
The tide went out farther than anyone had ever seen before. Local fishermen headed for high ground immediately.
They knew what it meant. But the tourists went out onto the beach looking for shells!
The same thing could happen to the money supply…
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Why Is The EU Forcing European Nations To Adopt 'Bail-In' Legislation By The End Of The Summer?
(theeconomiccollapseblog.com) Are they expecting something to happen? As you will read about below, the European Union says that any nation within the EU that does not enact "bail-in" legislation within the next two months will face legal action.
The countries that are being threatened in this manner include Italy and France. If you fast forward two months from this moment, that puts us in early August. So clearly the European Union wants everything to be squared away by the end of the summer. Is there a reason for this? Are they anticipating that something really bad will happen in September or thereafter? Why such a rush?
We all remember what happened when major banks were "bailed out" during the last financial crisis. A tremendous amount of taxpayer money was given to the big banks to help prop them up so they wouldn’t fail.
This greatly upset a lot of people.
Well, when the next great financial crisis hits Europe, banks are not going to get "bailed out" this time. Instead, we are going to see "bail-ins".
So precisely what is a "bail-in"? Essentially, what happens is that wealth is transferred from the "stakeholders" in the bank to the bank itself in order to keep it solvent. That means that creditors and shareholders could potentially lose everything if a major bank in Europe fails. And if their "contributions" are not enough to save the bank, those holding private bank accounts will have to take "haircuts" just like we saw in Cyprus. In fact, the travesty that we witnessed in Cyprus is being used as a "template" for much of the new legislation that is being enacted all over Europe.
The bottom line is that not a single bank account in the European Union will ever be truly safe again. Read more...

Kommentar: Die beiden Beiträge liefern wichtige Gründe, unsere LeserInnen noch einmal eindringlich auf die ständige Gefahr eines Bargeldverbots hinzuweisen. 

Die Dinge beginnen relativ harmlos und unverfänglich. Es wird getrickst und getäuscht, öffentlich über den Nutzen gestritten und die Durchführbarkeit bestritten. Nur um am Ende, mit dem Hinweis auf die Terrorabwehr und den unermüdlichen Kampf gegen die Steuerhinterziehung, doch das Bargeld abzuschaffen. Norwegen und Schweden machen es bereits vor, Dänemark will deren Beispiel folgen. Auf dem Weg dahin wird die Nutzung von Bargeld stark eingeschränkt. Eine Entwicklung, die man, außer in Dänemark, auch in den europäischen Krisenstaaten, inklusive Frankreich beobachten kann. Alles Zeichen, die nur richtig gedeutet werden müssen. 

Die Finanzindustrie und die Politik wollen an das Geld der Sparer und Steuerzahler. Daran führt letztendlich kein Weg vorbei. Wie soll das ohne die Abschaffung des Bargelds zuverlässig funktionieren? Wer sich diese Frage ehrlich beantwortet ist schon auf einem guten Weg. 


Die Troika hat versagt
(cicero.de) Griechenland hat seine Rückzahlung an den Internationalen Währungsfonds verschoben. Der IWF gewährt diesen Zahlungsaufschub. Das sollte er auch. Sind es doch die Kontrolleure der griechischen Regierung, die zur Eskalation der Tragödie erheblich beigetragen haben. Vor ziemlich genau fünf Jahren ließ die griechische Regierung ihre Gläubiger wissen, sie könne ihre Staatsschulden nicht mehr bedienen. Beginn einer Staatsschuldenkrise? In jedem Fall verlangten die Gläubiger die Umsetzung des allseits bekannten rigiden Sparprogramms – Löhne, Renten und andere Sozialleistungen senken, Steuern erhöhen, den Staatsapparat verkleinern.
Als Instanz zur Aufsicht über die Umsetzung der Reformen installierten Griechenlands Gläubiger die Troika, ein Team aus Kontrolleuren von der EZB, der EU-Kommission und des IWF. Die haben in der Zwischenzeit vier griechische Ministerpräsidenten und jeweils sieben Finanz- und sieben Wirtschaftsminister kommen und gehen sehen. Mehr...

Kommentar: Eine der wenigen Perlen in diesen Tagen, wo von den deutschen Leitmedien im Propagandakrieg gegen Griechenland ständig die Dicke Berta abgefeuert wird. 

Das Versagen der Troika hat der deutsche Journalist Harald Schumann in seiner Dokumentation "Macht ohne Kontrolle - Die Spur der Troika" anschaulich gemacht (hier).   

 
Grexit: Das Scheitern der europäischen Idee
(blaetter.de) Um das vereinte Europa ist es schlecht bestellt. Fünf Jahre zermürbende Dauerkrise haben den Nationalismus erstarken lassen. Der Kontinent spaltet sich zunehmend in einen reichen Norden und einen verarmenden Süden. In dieser Situation gleicht die jüngste Debatte um das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone, den sogenannten Grexit, einem Spiel mit dem Feuer. Mehr...

Kommentar: Lesen, nachdenken, verstehen. Anschließend ist es nicht schwer bis zu der Feststellung, dass es nicht die Griechen sind, die Europa gefährlich werden. Europas Gegner sitzen viel weiter oben. 


Aufbau oder Absturz?
(weser-kurier.de) Die aktuelle Kontroverse zwischen den Geberinstitutionen und Griechenland erweckt den Eindruck, jetzt gehe es um die letzte Schlacht. Das Land stehe vor der Zahlungsunfähigkeit. Die letzten Barreserven in öffentlichen Einrichtungen wie Universitäten und Botschaften werden zusammengekratzt, um im Juni allein 1,6 Milliarden Euro an Krediten dem Internationalen Währungsfonds zurückzuzahlen. Weitere Zahlungen aus bisher gewährleisteten Krediten müssen in den kommenden Monaten bedient werden.  
Dabei betonen die Institutionen (EU, Euro-Rettungsfonds und IWF), das aktuelle Zahlungsproblem sei politisch einfach lösbar: Aus dem zweiten Hilfspaket steht noch ein Betrag von 7,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Die gebenden Institutionen sind jedoch nur bereit, die noch offenen Finanzmittel freizugeben, wenn die Arbeitsmärkte zur weiteren Lohnsenkung gelockert und vor allem drastische Einschränkungen im Rentensystem durchgesetzt werden. 
Dazu wiederholt auch die Bundesregierung gebetsmühlenhaft das Tauschgeschäft: Finanzhilfen gegen Maßnahmen zur Senkung der Staatsschulden, vor allem durch Kürzungen von sozial relevanten Staatsausgaben und Steuererhöhungen zulasten der Masseneinkommen. Wegen der belastenden Folgen der bisherigen Schrumpfpolitik durch wachsende Armut und Produktionsverluste weigert sich die Tsipras-Regierung, die Bedingungen zu erfüllen. Ihre Begründung schwankt zwischen der Haltung, nicht zahlen zu wollen, aber auch schlichtweg nicht zahlungsfähig zu sein.
Dieser Dauerkonflikt ist höchst gefährlich. Durch den ständigen Streit schwindet bei den Geberinstitutionen die Akzeptanz und in Griechenland verbreitet sich tiefer Frust über die "verordnete Verarmung". Wird diese lähmende Falle Finanzhilfen gegen Austeritätspolitik nicht durchbrochen, nimmt der gefährlich irrationale Druck zum Ausstieg Griechenlands aus dem Eurosystem zu. Mehr...

Kommentar: Sicherlich ein nützlicher Beitrag - unter anderen Umständen. Was der Autor, Rudolf Hickel, fürchtet, ist längst Grundlage der Verhandlungen: Die fehlende Akzeptanz (der demokratisch gewählten neuen griechischen Regierung und ihrer Vertreter) auf der einen und die völlig berechtigte Frustration auf der anderen Seite. Deshalb gibt es keine Möglichkeit der beschriebenen Falle zu entrinnen: Die einen wollen nicht, die anderen können nicht. Behält Hickel mit seiner Schlussfolgerung recht, kommt es zum Grexit. So einfach ist das. Wir begreifen es als Akt der Verzweiflung Lösungen anzubieten, die auf Gläubigerseite andere Verhandlungsführer benötigen.


Erst Wachstum, dann Konsolidierung
(ipg-journal.de) Nicht Griechenland, sondern die Patentrezepte der Gläubiger verdienen eine Bankrotterklärung. Mehr...

Kommentar: Was in diesem Beitrag zutreffend erklärt wird, ist längst Gewissheit - nur nicht in Berlin und Brüssel. Oder vielleicht doch? Egal, dort hat man mit Griechenland andere Pläne. 


Europas letzter Akt?
(project-syndicate.org) Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union spielen weiterhin ein Spiel mit dem Feuer mit der griechischen Regierung. Griechenland ist seinen Gläubigern auf deutlich mehr als halbem Weg entgegengekommen. Doch Deutschland und die übrigen Gläubiger Griechenlands verlangen nach wie vor, dass das Land sich zu einem Programm verpflichtet, das sich bereits als Fehlschlag erwiesen hat und von dem nur wenige Ökonomen je glaubten, dass es umgesetzt werden könnte, würde oder sollte.
Der Umschwung bei Griechenlands Haushaltslage von einem hohen Primärdefizit zu einem Überschuss war eine nahezu beispiellose Entwicklung; die Forderung jedoch, das Land müsse einen Primärüberschuss von 4,5% vom BIP erreichen, war durch nichts zu rechtfertigen. Leider hatte die griechische Regierung zu dem Zeitpunkt, zu dem die "Troika" – die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds – diese unverantwortliche Forderung erstmals in das internationale Finanzprogramm für Griechenland aufnahm, keine andere Wahl, als ihr nachzugeben.
Die Torheit, dieses Programm weiter zu verfolgen, ist angesichts des 25%igen Rückgangs beim BIP, den Griechenland seit Beginn der Krise durchgemacht hat, besonders schwerwiegend. Die Troika hat die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des von ihr verhängten Programms völlig falsch eingeschätzt. Laut den von ihr veröffentlichten Prognosen war sie überzeugt, dass sich durch Lohnsenkungen und die Akzeptanz weiterer Austeritätsmaßnahmen die griechischen Exporte erhöhen würden und die Volkswirtschaft rasch wieder wachsen würde. Sie war zudem der Überzeugung, dass die erste Schuldenumstrukturierung zu einem tragfähigen Schuldenniveau führen würde.
Die Troika hat mit ihren Prognosen wiederholt danebengelegen, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern um enorme Summen. Die griechischen Wähler taten Recht daran, einen Kurswechsel zu verlangen, und ihre Regierung hat Recht, wenn sie sich weigert, sich zu einem zutiefst fehlerhaften Programm zu verpflichten.
Allerdings besteht durchaus Raum für eine Übereinkunft: Griechenland hat seine Bereitschaft erklärt, fortdauernde Reformen zu unternehmen, und hat Europas Hilfe bei der Umsetzung einiger davon begrüßt. Ein gewisses Maß an Realismus seitens der Gläubiger Griechenlands darüber, was möglich ist, und über die gesamtwirtschaftlichen Folgen der unterschiedlichen Finanz- und Strukturreformen könnte die Grundlage für eine Vereinbarung bilden, die nicht nur Griechenland, sondern Gesamteuropa nützen würde.
Einigen in Europa, insbesondere in Deutschland, scheint ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone egal zu sein. Der Markt, so behaupten sie, habe einen derartigen Bruch bereits "eingepreist". Manche suggerieren sogar, dass dies gut wäre für die Währungsunion.
Ich bin der Meinung, dass derartige Ansichten sowohl die derzeitigen als auch die künftigen Risiken deutlich unterschätzen. Ein ähnliches Maß an Gleichgültigkeit war in den USA vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 zu erkennen. Die Anfälligkeit der US-amerikanischen Banken war damals lange bekannt – zumindest seit dem Konkurs von Bear Stearns im vorangegangenen März. Doch angesichts des Mangels an Transparenz (teilweise bedingt durch Schwächen bei der Regulierung) waren sowohl Märkten wie Politikern die Verknüpfungen zwischen den Finanzinstituten nicht vollumfänglich bewusst.
Tatsächlich sind im weltweiten Finanzsystem die Nachbeben des Zusammenbruchs von Lehman Brothers noch immer zu spüren. Und die Banken sind noch immer nicht transparent und damit Risiken ausgesetzt. Wir kennen den vollen Umfang der Verknüpfungen zwischen den Finanzinstituten, einschließlich jener, die aus intransparenten Derivaten und CDS herrühren, noch immer nicht. Mehr...

Kommentar: Kein Geringerer als der bekannte US-Ökonom Joseph E. Stiglitz geht dieser Frage nach. Und er ist der erste dieser sogenannten Koryphäen, der im Zusammenhang mit einem Grexit auf die Risiken aus dem Derivatehandel hinweist. Alle Achtung, da befinden wir uns ja in bester Gesellschaft. 
Seine Analyse ist treffend und liefert denen Argumente, die das Scheitern der Verhandlungen mit Griechenland kritisch sehen. 

Besonders gut hat uns der Schluss gefallen. Ein Auszug daraus: "Als sie den Euro schufen, betrachteten sich Europas Regierungen als Visionäre. Sie dachten, dass sie über die kurzfristigen Anforderungen hinausblickten, mit denen politische Führer gewöhnlich überwiegend beschäftigt sind. Unglücklicherweise reichte ihr wirtschaftliches Verständnis nicht annähernd an ihren Ehrgeiz heran, und die Politik des Augenblicks ließ die Schaffung eines institutionellen Rahmens, der es dem Euro vielleicht ermöglicht hätte, wie vorgesehen zu funktionieren, nicht zu." Es ist eine schallende Ohrfeige für die Deutsche Bundesbank. Was Stiglitz an dieser Stelle kritisiert, war damals auf deren Mist gewachsen.  Leider will sich hierzulande daran niemand mehr erinnern. Wir sind  fest davon überzeugt, dass es die Absicht der deutschen Währungshüter war, die Saat für ein Scheitern der Eurozone von Anfang an einzupflanzen. Das hatte mit fehlendem wirtschaftlichen Verständnis sicherlich nichts zu tun, ganz im Gegenteil. 

Wer sich für das englische Original interessiert, der wird hier fündig.


IWF und EZB warnen vor Zugeständnissen an Griechenland
(spiegel.de) Die Europäer sind bereit, der Regierung in Athen weit entgegenzukommen - trotz Warnungen des IWF und der EZB. Nach SPIEGEL-Informationen fürchten die Institutionen, Griechenland könne seine Schulden dann nicht mehr tilgen. Mehr...

Kommentar: Der kommt an dieser Stelle nicht von uns. Stattdessen möchten wir auf einen Beitrag von Norbert Häring hinweisen, der dem Treiben des IWF auf die Spur kommt: "Warum der IWF Griechenland opferte". In seiner Einleitung schreibt der Autor: "Ein sehr guter Artikel zur Rolle des IWF in der Griechenlandkrise im Telegraph von Ambrose Evans-Pritchard verdient es, wenigstens in Auszügen einem deutschen Publikum zugänglich gemacht zu werden. Warum Griechenland geopfert wurde." Mehr hier. Eine lohnende Lektüre. Besonders das Original. 


CDU/CSU-Politiker und EU-Parlamentspräsident erhöhen Druck auf Griechenland  
(heise-telepolis) Nachdem auch das ultimativ vorgetragene letzte Angebot an Tsipras aus dem Berliner Kanzleramt nicht die gewünschte Wirkung zeigte und die griechische Regierung deutlich gemacht hat, dass sie sich nicht erpressen lässt, legen Politiker der Unionsparteien jetzt nach. Der konservative Mittelstandspolitiker Christan von Stetten fordert ein Ende der sogenannten Griechenlandhilfe. Seine Wortwahl ist verräterisch.
"Die europäischen Regierungen müssen sich ehrlich machen: Das Experiment mit den reformunwilligen Griechen im Euro-Raum ist gescheitert und muss beendet werden", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt". Wenn er von Experiment spricht, sagt von Stetten wohl indirekt die Wahrheit. An Griechenland sollte mit dem Austeritätsprogramm experimentiert werden, wie weit sich eine Bevölkerung im EU-Raum verelenden lässt. 
Hätte es dort funktioniert, wäre es weiter exportiert wurden. Nur die Mehrheit der griechischen Bevölkerung hat sich mit ihren Protesten und ihrer Wahlentscheidung im Januar 2015 gegen solche Experimente ausgesprochen und ist in der Diktion von Stettens reformunwillig. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Feldversuchslabor Griechenland... Und wenn die Labormäuse wegen der starken Schmerzen aufmucken, dann maulen die Laboranten. Dann gibt es Liebesentzug von einem wie Martin Schulz: "Griechische Regierung geht mir gewaltig auf die Nerven", schlagzeilt das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT. Im Vorspann heißt es: "Angesichts der griechischen Hängepartie übte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ungewöhnlich scharfe Kritik an der Athener Regierung und dem Linksbündnis Syriza von Tsipras." Mehr hier. Was für eine Dumpfbacke. 


Griechen-Premier Tsipras: Reformliste der Geldgeber "absurd"
(diepresse.com) Der griechische Regierungschef geht erneut auf Konfrontationskurs, einen Tag, nachdem Athen einen Zahlungsaufschub vom IWF erhalten hat. Mehr...

Kommentar: Die Berliner Propagandamaschinerie ist jetzt auch in Österreich angekommen. Bereits die Einleitung ist tendenziös. 


Greece takes one more step towards euro exit
(ft.com) Athens’ failure to miss an IMF payment this week is a bad signal. Read more...

Kommentar: Für die FINANCIAL TIMES ist nach einer Analyse die Sache klar: Griechenland wird gehen. Wirklich? 


Moody's senkt Ausblick ür Finnlands Kreditrating
(handelsblatt.de)  Das "AAA" Finnlands ist in Gefahr: Moody's hat den Ausblick für das Kreditrating von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Neben Deutschland gehört Finnland zu den wenigen Triple-Trägern in der Euro-Zone. Mehr...
Kommentar: Endlich. Das war längst überfällig. Uns geht es noch nicht weit genug. Es gibt keinen Grund, Finnland noch auf dem höchsten Niveau zu halten. Es ist nur der Politik geschuldet.


93 Million Americans Remain Out Of The Labor Force Despite Nearly 400K Work Pool Increase
(zerohedge.com) The reason why despite the better than expected increase in jobs the US unemployment rate rose from 5.4% to 5.5% even as the number of Unemployed workers rose by 125K to 8,674MM was due to the 397K influx into the civilian labor force which rose to 157.459MM, a new record high in the series, which on the surface would suggest declining slack as more people who have been traditionally left out of the employment calculation go back into the labor pool.
Which aslo meant that since the total US civilian non-institutional population rose by half this number, the number of Americans not in the labor force declined by 208K to just about 93 million.
And, as a result, the biggest malady affecting the US economy today, is still in place: as the chart below shows, the labor force participation rate rose just barely from 62.8% to 62.9%, a range it has been for the past year. Indicatively, the last time the US labor force was here, was in mid-1978.


Quelle: hier.

Kommentar/Ergänzung: Ein vielsagender Blick auf den US-Arbeitsmarkt. Während der deutschsprachige Mainstream klatscht und jubelt, sieht die Wirklichkeit trostlos aus: 93 Millionen Amerikaner sind erwerbsfähig, finden aber keine Arbeit.

Zur aktuellen Situation auf dem US-Arbeitsmarkt empfehlen wir noch den Beitrag "No One Is Shocked At More Perfect Payrolls" von ALHAMBRA PARTNERS (hier). Gespickt mit Charts. 

Ebenfalls einen guten Eindruck vermittelt die aktuelle Übersicht von SHADOWSTATS.COM über die echte Arbeitslosenquote für Mai 2015 in den USA:



China entert Russlands Wirtschaft
(derstandard.at) Geländegewinne gehen vor allem zulasten der Europäer. Mehr...

Kommentar: Natürlich, was denn sonst? Putin muss auf die westlichen Sanktionen angemessen reagieren und Peking geht nur allzugerne darauf ein.


Top-Banker ist sich sicher: Russland und China gewinnen gegen die USA
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, hat keine Zweifel über die Zukunft des Weltwirtschaftssystems: Die Achse Moskau - Peking BRICS wird sich gegen den alten Hegemon USA durchsetzen. Diese Länder hätten die Nase voll vom Westen, weil sie eine langfristige Strategie wollen und keinen Opportunismus, Die EU dürfte wegen ihres blinden Sanktions-Gehorsams zu den Verlierern gehören. Mehr...

Kommentar: Ein absolut lesenswertes Interview. Hellmeyers Einschätzungen sind im Großen und Ganzen nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem tun wir uns mit seiner Schlussfolgerung schwer. Die USA verfügen über zwei unschlagbare Trümpfe: Sie sind bewaffnet bis an die Zähne und halten mittels Wall Street und Fed im weltweiten Finanzsystem den Finger ständig am Abzug. D. h. die Amerikaner können auf absehbare Zeit noch jeden Konflikt mit Russland und China auf die eine (militärische) oder andere (monetäre) Art lösen. Und sie werden es auch tun, ohne Rücksicht auf Verluste, davon sind wir überzeugt.

Klar ist auch, dass Europa bei diesen Überlegungen keine Rolle spielt. Die Europäer sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie machtpolitisch einen herausragenden Part in den nächsten Jahren übernehmen können. Dafür fehlt das politische Personal. 


Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)