Samstag, 20. Juni 2015

Standpunkt 1009: Nachrichten-Ticker, 07. & 08.06.


Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

Leider müssen wir dafür immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Es bleibt dabei, wie versprochen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Europas Zukunft - War on Cash - Deutsche Bank: Abschied von der Spitze (8 Beiträge) - Griechenland: Unendliche Geschichte (11 Beiträge) - China - US-Wirtschaft in 1 Bild - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Das Ende des Nationalismus in Europa: Eine kurze Geschichte der europäischen Zukunft
(theeuropean.de) Hegel sagte einmal: "Der Mensch stirbt auch aus Gewohnheit." Natürlich stellte er damit nicht die biologische Endlichkeit des Lebens jedes Menschen infrage, sondern bezog sich auf den Menschen als politisches und soziales Wesen. Lebt er in der Gewohnheit des Alltags und geht ganz darin auf, sein Leben zu fristen, zumal "im Vollzug einer unselbstständigen Arbeit, in der das Werkzeug selbstständig, d.h. Maschine geworden ist", dann setzt dieses "Sterben aus Gewohnheit" ein, die soziale Angst und "das Zittern vor gesellschaftlichem Tod". Dieses Zittern ist die letzte Unruhe einer geschichtlichen Bewegung, die nun auf der Stelle tritt, weil deren Absicht und Notwendigkeit, nämlich der Fortschritt im Geist der Freiheit, vergessen, und deren Ziel, auch jedes vorläufig angepeilte Etappenziel, als Bedrohung des Gewohnten angesehen und schließlich verdrängt wurde.
Diese Stelle aus den "Grundlinien der Philosophie des Rechts" beschreibt präzis auch den gegenwärtigen der Europäischen Union, in dem sich Gewohnheitsrecht wieder über Menschenrecht setzen will, und der tatsächlich ein ist, weil er den der europäischen Einigung gestoppt hat. Was sich hier noch bewegt, ist blanke Zukunftsangst, die sich in Ressentiment entlädt. Wo sich dieses Ressentiment auf der Straße zeigt, wird es zwar auch genannt, es ist aber bloß ein karikaturhafter Nekrolog auf den Menschen als zoon politikon. Dabei war noch vor einem halben Jahrhundert die Zukunft so schön.
Das Zukunftsbild, das damals von den Gründern des europäischen Einigungsprojekts entworfen wurde, war ein Meisterwerk pragmatischer Vernunft im Geist der Aufklärung. Es war von radikaler Kühnheit, es war avantgardistisch, dabei aber von historischen Erfahrungen abgeleitet und von eleganter Klarheit und Logik. Es machte grundsätzlich die Menschenrechte und konkret die natürlichen menschlichen Bedürfnisse nach Frieden, sozialer Sicherheit, Lebenschancen und Partizipationsmöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben zur Richtschnur des politischen Gestaltungswillens. Es war ein Projekt des Lebens in Würde.
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Kommentar: Ein hervorragender Beitrag des österreichischen Schriftstellers Robert Menasse. Wir sind begeistert. Lesen, noch mal lesen, und noch mal lesen. Jedes Wort lohnt sich. Da hat einer aufgeschrieben, was jenseits der Krise in Europa wichtig ist. Bravo. Ein Licht im dunklen Europa. Noch eine Kostprobe, das Fazit: "Ich kann nicht verstehen, was an einer transnationalen Solidargemeinschaft in einer Zeit der Globalisierung, die nicht gestoppt werden kann, aber gestaltet werden muss, falsch sein soll. Ich kann nicht verstehen, was an der Idee einer Überwindung des Nationalismus, nach all unseren Erfahrungen mit Nationalismus, falsch sein soll. Ich kann nicht verstehen, dass die heutigen Staats- und Regierungschefs die Ideen ihrer Vorgänger so konsequent verschweigen?, vergessen?, missverstehen?, verleugnen?, wo sie ihnen doch Auswege aus der Krise zeigen könnten, die sie nicht und nicht in den Griff bekommen.
Ach so, sie wollen wiedergewählt werden. National. Dabei ist klar: Die Nationalstaaten werden untergehen. Je früher wir uns mit diesem Sachverhalt vertraut machen, desto besser für unsere demokratische und selbst bestimmte Zukunft.
Oder es wird wieder Schutt und Asche geben, Misere, Trümmerlandschaft, massenhaft ermordete Sündenböcke und tote Sünder. Und wir werden ganz furchtbar betroffen vor den rauchenden Trümmern stehen und murmeln: 'Das soll nie wieder geschehen dürfen!' Der Hegel’sche Tod aus Gewohnheit."
Da hat jemand Weitblick, oder?



The European "Template" For Dealing With Crises: Freezing Accounts, Bank Holidays, and Capital Controls…
(zerohedge.com) More and more analysts are beginning to take note of the “War on Cash.” However, they’re missing the fact that the actual template for what’s coming to the US first appeared in Europe back in 2012. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Via Amerika ein kurzer Rückblick in die jüngere Geschichte der europäischen Krise und ihre Auswirkungen. Die meisten Details haben nie den Weg in die heimischen Leitmedien gefunden. Aus Sicht der Bundesregierung aus gutem Grund.

Der Beitrag bietet uns die Gelegenheit auf einen schon etwas älteren Beitrag von Bill Mitchell hinzuweisen: "The Cyprus confiscation becomes the model for bank insolvency". Seine Einleitung: "I am still sifting through the documents from the recent G20 Summit in Brisbane to see what our esteemed leaders (not!) have planned as their next brilliant move to reinforce neo-liberal principles. One of the least talked about outcomes from the recently concluded G20 Summit in Brisbane were the agreed changes to the banking systems operating in the G20 nations. The dialogue started in the G20 Finance Ministers’ and Central Bank Governors’ Meeting in Washington in April 2014. Clause 8 in the official Communiqué covered the aim of the G20 'to end the problem of too-big-to-fail' and signalled the 'development of proposals by the Brisbane Summit on the adequacy of gone-concern loss absorbing capacity of global systemically important banks (G-SIBs) if they fail.' The Brisbane Summit would consider these proposals. The aim was to 'give home and host authorities and markets confidence that an orderly resolution of a G-SIB without exposing taxpayers to loss can be implemented'. You won’t believe what they came up with." Mehr hier. Wer diesen Beitrag liest braucht starke Nerven. Weil klar wird: früher oder später geht es uns an die Ersparnisse und darüber hinaus. Das Wort "Massen-Enteignung" beschreibt am besten, was gemeint ist.

Mitchell schreibt in sein Fazit: "The FSB proposed was approved by the G20 Brisbane meeting with little discussion. Cyprus is now the bankruptcy model. It is unlikely that small depositors will be implicated. But as we learned from the Cyprus scandal, the life savings of people were above the threshold that the Troika confiscated. Certainly, if you have largish deposits (as part of your life saving, for example), these new rules provide a massive incentive to transfer them into a more protected form of assets. With interest rates very low, holding cash in safe boxes becomes attractive. Once again the world leaders come up with solutions that are not in the interests of the common folk." 

Wir schreiben: Rette sich wer kann. 


Neustart Deutsche Bank
(faz.net) Anshu Jain und Jürgen Fitschen haben versagt. Ihr Abgang ist erforderlich um der Deutschen Bank Rückenwind zu geben – für einen Neuanfang nach all den Skandalen. Mehr...

Kommentar: Oberlehrer Holger Steltzner meldet sich zu Wort. Irgendetwas Geistreiches? Nö, er faselt von einem Neuanfang. Lächerlich. Ausgerechnet jetzt fällt uns ein Ausspruch des Kabarettisten Dieter Nuhr ein: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."      


Neuer Chef, alte Probleme
(sueddeutsche.de) 
  • Der neue Deutsche-Bank-Chef Cryan steht vor gewaltigen Aufgaben, wenn der das größte Kreditinstitut des Landes wieder stabilisieren will.
  • Dabei muss einerseits nach außen, in Richtung von Investoren und Kunden, als auch ins eigene Haus hinein arbeiten.
  • Dabei steht er vor fünf großen Herausforderungen. 
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Kommentar/Ergänzung: Verglichen mit dem vorangegangenen Beitrag schon deutlich besser. Viele der alten Probleme wird der neue Chef nicht lösen können, oder wollen. Natürlich denken wir dabei an unser Lieblingsthema, die Führungsposition der Bank im Derivatehandel. Anlässlich des Führungswechsels gerade wieder bei ZERO HEDGE thematisiert: "Deutsche Bank CEOs 'Shown Door' – World’s Largest Holder of Derivatives In Trouble?". Aus der Einleitung: "The joint CEO's of Germany's largest bank, Deutsche Bank, the twelfth largest bank globally in terms of assets,  unexpectedly announced their resignation over the weekend. Anshu Jain will resign at the end of this month, almost two years ahead of schedule while Juergen Fitschen will stay on until May of next year. It is believed they resigned but some media reported that the CEOs heads had 'rolled', they were 'shown the door' and Reuters reporting that Deutsche had 'purged its leadership.' The announcement followed what Deutsche Bank described as 'an extraordinary meeting' over the weekend. It is particularly surprising given that Jain had been granted extra powers at the bank only two weeks ago to reorganise the scandal plagued lender. In the past year Deutsche, like many international banks, have been found to have been engaged in a slew of corrupt practices from manipulation of interest rates, for which the firm was fined $2.5 billion in April, to tax evasion and money laundering to 'mis-selling' of derivatives. Deutsche Bank’s derivatives position is truly enormous. It was recently estimated to be around $54 trillion. Germany's GDP, the fourth largest in the world, was a mere $3.64 trillion in 2015. Were Deutsche Bank caught off-side in its derivatives positions there is not a government or institution on earth that could bail it out and it could lead to contagion in the German financial system and indeed in the global financial system. The contagion from such an event would be devastating. It is for this reason that Warren Buffet described derivatives as FWMD or 'financial weapons of mass destruction.' It is unnerving that the shock resignation should follow an 'extraordinary meeting' over the weekend following the failure of Greece to meet its scheduled payment to the IMF on Friday. This does not count as a Greek default but it increases the risk of a default on the amalgamated 1.5 billion euros that now must be paid by the end of June. A default and the triggering of credit default losses would cause massive volatility in financial markets and potentially destabilise an already shaky global bond market and financial system.


There have been a number of shocks to the market this year which would have been expected to have led to sharp losses in the derivatives market but slipped quietly by." Mehr hier

Die Hütte brennt lichterloh. 


Ein neuer Chef ist nicht genug
(sueddeutsche.de) Selbst konservative Mittelständler machen Witze auf Kosten des Instituts. Nichts scheint dem Image der Deutschen Bank helfen zu können. Ein neuer Chef soll jetzt die Rettung bringen. Dabei bräuchte die Bank einen kompletten Neuanfang. Mehr...

Kommentar: Die SZ gibt keine Ruhe und legt nach. Löblich, aber ohne Wert. Die Deutsche Bank ist pleite und wird den Kollaps des Finanzsystems nicht überstehen. 


Deutsche Bank: Ende eines Missverständnisses
(wiwo.de) Der Rückzug von Anshu Jain und Jürgen Fitschen ist überfällig. Unter dem neuen Chef John Cryan hat die Deutsche Bank nun die Chance auf einen echten Neuanfang. Mehr...

Kommentar: Natürlich war es kein Missverständnis. Der Druck der Basis wurde zu groß. Mit John Cryan einen Neuanfang? Das ist zum Lachen. Uns beschäftigt eine andere Sache: Warum ist Paul Achleitner, der Aufsichtsrat-Boss, nicht zurückgetreten? Das wäre konsequent gewesen. 


Künftiger Deutsche-Bank-Chef John Cryan: Der 3-Milliarden-Euro-Ersatzmann
(manager-magazin.de) John Cryan ist offenbar ungefähr drei Milliarden Euro wert. Um dieses Volumen stieg am Montagmorgen in der Spitze der Börsenwert der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, nach der Nachricht, dass der Investmentbanker neuer Chef von Deutschlands größtem Geldhaus werden soll. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Kaum ist der Name raus, schon schreibt sich die heimische Journaille mit Lobpreisungen auf den neuen Spitzenmann die Finger wund. Sogar unsere österreichischen Nachbarn sind heiß. Das WIRTSCHAFTSBLATT titelt "Er weiß, wo es brennt". Als Unterzeile: "Die Deutsche Bank braucht einen neuen Chef, der liefert. Und nicht nur im Aufsichtsrat wird John Cryan genau diese Qualität zugestanden." Mehr hier. Wow, ein Wunderknabe. Und das "Magazin für politische Kultur" in Deutschland, CICERO, erklärt schon "Warum ein Brite der Richtige an der Spitze der Deutschen Bank ist". Vorspann: "Der Brite John Cryan wird neuer Chef der Deutschen Bank. Schon wieder kein Deutscher, schon wieder ein Managertyp, hört man Bürger und Politiker klagen. Sie sehen in der Deutschen Bank immer noch eine Art Supersparkasse und übersehen, dass international ganz andere Herausforderungen warten. Dafür ist Cryan der Richtige". Mehr hier. Und liefert eine zeitgemäße Karikatur gleich mit:



Griechenland will eine tragfähige Gesamtlösung
(griechenland-blog.gr) Ziel der griechischen Regierung ist, dass bei den Verhandlungen eine Gesamtvereinbarung erzielt wird, die wirtschaftlich und gesellschaftlich tragfähig sein wird. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Verständlich und auch sehr vernünftig. Nur nicht aus Sicht von Berlin und Brüssel. Die wollen die griechische Regierung aus dem Amt jagen. Koste es was es wolle. 

Der GRIECHENLAND-BLOG wird an anderer Stelle noch deutlicher: "Griechenland: ohne Vereinbarung bezahlen wir den IWF nicht". Die Erklärung: "Finanzminister Yanis Varoufakis erklärte bereits vor zwei Wochen, ohne Einigung mit den Gläubigern werde Griechenland am 05 Juni 2015 den IWF nicht bezahlen." Mehr hier.


Juncker rechnet mit Griechenland ab
(zeit.de) Lange gab EU-Kommissionspräsident Juncker sich als Griechenland-Versteher. Nun hat er genug vom Hin und Her. Selbst die offiziellen Freunde wenden sich also langsam ab. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr. Das österreichische WIRTSCHAFTSBLATT stellt fest: "Griechenland läuft die Zeit davon – Tsipras verprellt seine Fürsprecher in der EU". Und schreibt dazu in der Einleitung: "Griechenlands Regierung stößt mit ihrer harten Haltung im Reformstreit ihre letzten Fürsprecher in der Euro-Zone vor den Kopf. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker lehnte am Wochenende ein Telefonat mit Ministerpräsident Alexis Tsipras ab und zeigte sich verärgert über diesen." Mehr hier


G-7 Throws Greece Under the Bus
(nakedcapitalism.com) Some observers thought that Greece might get a break in the G-7 summit this weekend. The assumption that the US would be worried that a default and possible Grexit would lead to much greater Russian influence on a strategically-located country, and the US would thus push the Troika to make more concessions to Greece.
That dream has failed to materialize. While the G-7 has one more day to run, the statements coming out of it already signal that the assembled nations (U.S., Canada, Germany, France, Japan, Italy and the U.K) are backing the creditor position. This should come as no surprise. The Obama administration changed its position in February from pushing the lenders to come up with more pro-growth policies (meaning give relief to Greece) to stressing that Greece needed to "find a constructive path forward in partnership with Europe and the IMF to build on the foundation that exists." That was code for "The structural reforms are in place and you need to work from them." Read more...  

Kommentar/Ergänzung: Trickreiches Geschacher, um die eigene Position zu verbessern. Gleichzeitig winkt Amerika mit dem Zaunpfahl: "Obama erwartet von EU Einigung mit Griechenland", melden die DEUTSCHE WIRTSCHAFTS-NACHRICHTEN: "US-Präsident Barack Obama hat im Gespräch mit Angela Merkel wissen lassen, dass er eine Einigung der EU mit Griechenland erwarte. Dies müsse geschehen, um Turbulenzen an den Finanzmärkten zu vermeiden. Tatsächlich geht es um die Stabilität des Nato-Landes. Die EU hat im Grunde keinen Spielraum, Griechenland aus dem Euro zu entlassen." Mehr hier. Viel wichtiger: es gibt auch keine rechtliche Handhabe für einen Rauswurf. 

Postwendend die Antwort aus Berlin: "USA sollen 50 Milliarden zur Rettung Griechenlands beisteuern" meldet der GRIECHENLAND-BLOG: "Ein deutscher Regierungsfunktionär enthüllte eine zwischen dem Finanzminister der USA, Jack Lew, und seinem deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble erfolgte telefonische Kommunikation, welche die Differenz der beiden Länder in der Tangierung des griechischen Themas hervorhebt. Laut dem griechischen TV-Sender MEGA verlangte Jack Lew von Wolfgang Schäuble, dass Deutschland Griechenland unterstützt, und der deutsche Finanzminister soll charakteristisch geantwortet haben: 'Steuern auch Sie 50 Milliarden bei, damit es (Griechenland)  gerettet wird.' An dieser Stelle gab Jack Lews keinerlei Antwort, wozu Berliner Quellen wiederholen, Washington mache immer einen Rückzieher, wenn das Thema des Geldes gestellt wird." Mehr hier


Michel Sapin: "Grexit wäre kein Drama"
(derstandard.at) Mit Frankreichs Finanzminister spricht ein "Schwergewicht" der Eurozone erstmals davon, dass ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro keine Gefahr wäre. Mehr...

Kommentar: Das genaue Gegenteil ist der Fall. Das weiß auch Sapin. Aber klappern gehört nun mal zum Handwerk...


Die Brandrede von Alexis Tsipras auf Deutsch
(norberthaering.de) Am 6. Juni wandte sich Premierminister Alexis Tsipras an das griechische Parlament um den Stand der Verhandlungen mit den Geldgebern zu erläutern. Hier meine Übersetzung aus dem Englischen. "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die ehrlichen Bemühungen der griechischen Regierung, eine faire und umfassende Lösung zu erzielen, von manchen als Zeichen der Schwäche gedeutet werden würden…" Mehr...

Kommentar: Unbedingt lesen. Der Beitrag rückt einige Vorurteile zurecht, die über die heimischen Qualitätsmedien verbreitet werden. Alles sehr vernünftig, was der griechische Regierungschef da von sich gibt. 


Griechenland und die Eurozone
(gegenblende.de) Auch nach monatelangen Verhandlungen ist keine grundsätzliche Vereinbarung zwischen der Euro-Gruppe und Griechenland über die Verlängerung des Hilfsprogramms zustande gekommen. Immer noch könnte ein Staatsbankrott Griechenlands unmittelbar bevorstehen. Nach dem Wahlsieg der griechischen Linkspartei Syriza im Januar 2015 sind noch viele Experten davon ausgegangen, dass sich die Eurozone mit der neuen griechischen Regierung auf einen pragmatischen Kompromiss einigen könne. Allenthalben wurde angenommen, dass bei der drückenden Schuldenlast die Eurozone den Griechen entgegenkommen würde. Doch so ist es nicht gekommen. Inzwischen drängt sich vielmehr der Eindruck auf, die Euro-Gruppe gönne der neuen griechischen Regierung nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. Kein Wahlversprechen von Syriza (Privatisierungsstopp, Erhöhung des Mindestlohns, Stärkung des Tarifvertragsystems, Schuldenschnitt etc.) fand in der Euro-Gruppe Unterstützung. Stattdessen wurde die griechische Regierung im Zusammenspiel mit der Europäischen Zentralbank (EZB) massiv unter Druck gesetzt. Sie müsse zunächst ein umfassendes Reformprogrammen vorlegen, bevor sie weitere finanzielle Hilfen erhalte. Mehr...

Kommentar: Eine gute Zusammenfassung der aktuellen Entwicklung. Ab und zu wagt sich der DGB doch noch aus der Deckung. Das ist aber entschieden zu wenig. Die griechische Regierung hat entschieden mehr Unterstützung durch die deutschen Gewerkschaften verdient. 


If You Think Greece’s Crisis Will End Soon, Think Again
(bloomberg.com) Frustrated by Greece’s cat and mouse game with its creditors? Get used to it.
Even if Prime Minister Alexis Tsipras clinches as much as 7.2 billion euros ($8 billion) from a bailout tranche creditors are withholding, he’s going to need another cash infusion shortly thereafter.
What will ensue is a renewed battle after almost five months of trench warfare. The beleaguered country requires a third bailout of about 30 billion euros, according to Nomura International Plc analysts Lefteris Farmakis and Dimitris Drakopoulos. The final bill will depend on whether fellow euro member states grant Greece any debt relief, and what form that relief would take, they said.
Tsipras says any aid must be on his terms rather than those of governments whose taxpayers have forked out billions in the past five years to keep Greece in the euro. The standoff has triggered an unprecedented liquidity squeeze, pushing the country’s economy back into recession, and thus raising the total sum of additional loans Greece may need after its current euro-area-backed bailout expires this month.
"Any plausible deal at this stage is unlikely to do enough and it’s unlikely to be the end of the matter," said Simon Tilford, deputy director of the Centre for European Reform in London. "This could just play out again and again." Read more...

Kommentar: Statt vieler Worte, an dieser Stelle lieber die folgende Karikatur, die wir bei CICERO entdeckt haben:



Chinesische Importe brechen um 18 Prozent ein
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Chinas Importe sind im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,6 Prozent eingebrochen. Ausschlaggebend für diesen Importeinbruch ist die schwache Binnenkonjunktur. In diesem Zusammenhang sind auch die Exporte um 2,5 Prozent zurückgegangen. Mehr...

Kommentar: Just for info. China gilt bei den deutschsprachigen Leitmedien immer noch als bärenstark.


The Cost of China’s Industrialization
(washingtonsblog.com) That the China Story is going to implode is already baked into the public health catastrophe that will unfold with a vengeance in the coming decade. Read more...

Kommentar: Ein aufschlussreicher Beitrag zu den millionenfachen gesundheitlichen Schäden bei der Entwicklung Chinas zu einer Wirtschaftsmacht. Und dabei steht das Land erst am Anfang. 


Zum Abschluss des heutigen Tickers noch ein Blick auf den Zustand der US-Wirtschaft: 

Quelle: zerohedge.com


Persönliche Beratung
Wer sich gegen die vielen Formen der finanziellen Repression und der staatlichen Enteignung absichern möchte, der kann sich von uns persönlich beraten lassen. Es gibt ein paar sehr nützliche Maßnahmen, um Ersparnisse/Zukunftssicherung/Vermögen krisenfest zu machen. Wir betonen aber an dieser Stelle ausdrücklich: Diese Beratung ist kostenpflichtig - wir berechnen eine vergleichsweise geringe, einmalige, pauschale Aufwandsentschädigung. Aus diesem Grund erwarten wir nur ernsthafte Anfragen von Interessenten. Eine E-mail genügt, wir informieren anschließend über die Einzelheiten der Beratung. Ausführliches Briefing vorausgesetzt, erstellen wir in jedem Fall eine individuelle Analyse und detaillierte Vorschläge zur Krisensicherung. Zur optimalen Absicherung verfolgen wir erfolgreich ein eigenes Konzept, das wir bei dieser Gelegenheit ausführlich vorstellen. 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)