Freitag, 26. Juni 2015

Standpunkt 1012: Nachrichten-Ticker, 12.06.


Regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. 

Bei Fragen, Anregungen und Kritik einfach eine E-mail schicken. Wir antworten so schnell wie möglich. 

"In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. Weil die "vierte Gewalt" überall längst zu einer regierungsfreundlichen Propagandamaschinerie verkommen ist, versuchen wir mit unserem Blog diesen Mangel so weit wie möglich auszugleichen: Wir bleiben unabhängig, bewahren uns einen klaren Verstand und sind nur den Fakten verpflichtet die wir zusammentragen, um an dieser Stelle die maßlose Volksverdummung zu kommentieren und zu entlarven, die weltweit offensichtlich unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, ist es unser Thema.  

Leider müssen wir dafür immer häufiger auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit.

Es bleibt dabei, wie versprochen: Alle liegengebliebenen Beiträge aus den vergangenen Monaten werden von uns zusammengefasst und in den kommenden Wochen akribisch abgearbeitet. Außerdem behandeln wir demnächst die folgenden Schwerpunktthemen in separaten Beiträgen: Bauernopfer Griechenland; Austeritätspolitik und steigende Staatsschulden; Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt in den USA - die Statistik lügt; Blasen-Ökonomie - die unendliche Geschichte; das Missverständnis Keynes; die neuen Kriegsspiele des Westens; die Sanktionen gegen Russland vor dem Hintergrund von Flug MH17; die EZB in der Krise; die Dramedy "Jean-Claude Juncker for President"; die Separationsbestrebungen in Europa; die Zerstörungswut der "too big to fail"-Banken, den Trickbetrug Bankenunion und die Debatte um den Mindestlohn in Deutschland. Änderungen und Ergänzungen behalten wir uns vor.


Unser Dauer-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Daran hat sich nichts geändert. Leider wissen wir noch nicht, wann die bereits seit ewigen Zeiten angekündigte Aktualisierung zur Veröffentlichung kommt. Auch Oktober 2014 war nicht haltbar. Selbstverständlich sind wir gerne bereit, Fragen zu diesem Thema zu beantworten. E-mail genügt! Nach wie vor behält unser letztes Update aus dem September 2012 Gültigkeit, das hier unseren LeserInnen zur Verfügung steht. Bereits damals waren wir höchst aktuell, wie die neuesten Ergebnisse des G20-Gipfels in Brisbane zeigen, mit denen sich die deutschsprachigen Führungsmedien erwartungsgemäß nicht beschäftigt haben.

Wir sind aber fündig geworden und können darüber berichten. Ellen Brown bringt es am 01.12.2014 so auf den Punkt: "New G20 Rules: Cyprus-style Bail-ins to Take Deposits AND Pensions". Wir zitieren aus der Einleitung: "On the weekend of November 16th, the G20 leaders whisked into Brisbane, posed for their photo ops, approved some proposals, made a show of roundly disapproving of Russian President Vladimir Putin, and whisked out again. It was all so fast, they may not have known what they were endorsing when they rubber-stamped the Financial Stability Board’s 'Adequacy of Loss-Absorbing Capacity of Global Systemically Important Banks in Resolution', which completely changes the rules of banking." Mehr hier. Unbedingt auch den Links folgen! Es lohnt sich. Wer seine sieben Sinne beisammen hat, dem müssen diese Beiträge langsam aber sicher den Schlaf rauben! 


Ticker-Themen: Deutsche Bank: Lehman-Nachfolger? - Heiner Flassbeck zum Bargeldverbot - "Eisberg" voraus - Deutschlands Leistungsbilanzüberschüsse - "Brexit" und die Folgen - Ukraine - Griechenland: Unendliche Geschichte (17 Beiträge) - US-Dollar - US-Wirtschaft - China - In eigener Sache: Persönliche Beratung 


Is Deutsche Bank The Next Lehman?
(heise.de) Looking back at the Lehman Brothers collapse of 2008, it’s amazing how quickly it all happened. 
In hindsight there were a few early-warning signs,  but the true scale of the disaster publicly unfolded only in the final moments before it became apparent that Lehman was doomed. Mehr...

Kommentar: Es gibt einen gravierenden Unterschied: Die Deutsche Bank ist längst pleite, Lehman Brothers war es im September 2008 definitiv nicht. Der damalige US-Finanzminister Hank Paulson und Goldman Sachs (Paulson war dort von 1999 bis 2006 Chef und es hält sich hartnäckig das Gerücht, er habe damals eine erhebliche Zahl von GS-Aktien besessen) sorgten dafür, dass in einer unvergleichlichen Kampagne Lehman für bankrott erklärt wurde. Paulson nutzte die Gunst der Stunde sich an Dick Fuld, Boss von Lehman Brothers, für jahrelange Sticheleien zu rächen. 

Die Deutsche Bank hat sich über Jahre hinweg regelrecht verzockt und im weltweiten Finanzcasino riesige Verluste angesammelt. Bisher ist es gelungen, alles in den Tiefen ihrer Bilanz zu verstecken. Das wird sich ändern. Und dann ist es mit einem Bail-in nicht getan. In einem noch nie dagewesenen Bail-out müssen dann alle Sparer und Steuerzahler ran - nicht nur die deutschen. Der Abgang von Jürgen Fitschen und Anshu Jain bewerten wir als Ouvertüre des Zerfalls, keinesfalls als Neuanfang. Es sind Bauernopfer. Der Aufsichtsrat unter dem Österreicher Paul Achleitner versucht verzweifelt, die Entwicklung noch einigermaßen zu kontrollieren, aufhalten kann er sie nicht. Ebenfalls im Boot: die Notenbanken, allen voran das Fed.

"Die 2 verlassen das sinkende Schiff" (Quelle: zerohedge.com)

Heiner Flassbeck: Bargeld  verbieten?  Wie  Ökonomen  sich  die  Welt zurechtbiegen 
(flassbeck-economics.de) In jüngster Zeit machen Ökonomen von sich reden, die vorschlagen, das Bargeld abzuschaffen. Peter Bofinger hat sich damit hervorgetan und auch Larry Summers und Kenneth Rogoff schlagen in diese Kerbe (einen ersten Eindruck kann man sich hier und hier verschaffen). Da staunt der Laie: Was wollen die damit erreichen, das einzige allgemeine Zahlungsmittel, das es in allen modernen Volkswirtschaften gibt, physisch aus dem Verkehr zu ziehen? Nur Bargeld, so sagt es die Geldverfassung fast aller Länder der Welt, begleicht Verbindlichkeiten eindeutig und sofort. Und dass gerade Ökonomen in einer Zeit, wo es ohnehin berechtigte Sorgen um die alltägliche Totalüberwachung der Bürger gibt, einer noch größeren Überwachungsmöglichkeit (ungewollt?) Tür und Tor öffnen, kann man auch nicht ohne weiteres verstehen. Mehr...

Kommentar: Wunderbar, wie Flassbeck in diesem Beitrag die Argumente der Gegenseite entkräftet. Zu retten ist das Bargeld trotzdem nicht. Weil er die Sache aus Sicht des Ökonomen angeht, "vergißt" Flassbeck den wichtigsten Aspekt hinter der Abschaffung des Bargelds: Den der möglichen Massen-Enteignung der Bürger durch die Regierungen. Denken wir seine Erklärungen konsequent zuende, kommen wir aber genau an diesem Punkt an. Wenn es soweit ist brauchen die Regierungen völlige Handlungsfreiheit. Bargeld ist da nur hinderlich. 


Der Druck im Kessel steigt gewaltig
(freiraum-magazin.com) Der Euro-Bund-Future ist ein Terminkontrakt, der sich auf eine fiktive, langfristige Bundesanleihe bezieht mit einem Zinssatz von 6 % und einer Laufzeit von 10 Jahren. Der Euro-Bund-Future ist also eine fiktive, fest verzinsliche Anleihe, deren Kursentwicklung gewissen Risiken unterliegt. Hauptsächlich wird die Kursentwicklung, wie bei jeder anderen Anleihe auch, von der Bonität des Schuldners und von der zu erwartenden Zinsentwicklung beeinflusst. Der Euro-Bund-Future steigt, wenn sinkende Zinsen erwartet werden. Sinkt er aber, erwartet der Markt zukünftig steigende Zinssätze.
Letzteres ist gerade in sehr ausgeprägter Form zu beobachten. Leider erfahren die Menschen in Deutschland bisher aus den Medien sehr wenig davon Es gibt eben bestimmte Dinge, da schweigt sie gerne, die deutsche Qualitätspresse. Dabei wäre eine umfassende Information der Bürger gerade in diesem Fall besonders angesagt. Während jeder kleine Kurshüpfer am winzigen Goldmarkt als Börsenpanik gedeutet wird, und ein Verlust von 2 % im DAX fast jedem Käseblatt eine Schlagzeile wert zu sein scheint, wird die Entwicklung beim Euro-Bund-Future und damit beim riesigen Markt für Staatsanleihen schlichtweg ignoriert. Das hat einen guten Grund.
Sie mögen vielleicht denken, warum sollen sie sich mit irgendwelchen belanglosen Finanz-Dingen überhaupt beschäftigen. Sie halten vielleicht selbst auch gar keine deutschen Staatsanleihen. Aber bevor Sie diesen Text jetzt einfach weglegen, warten Sie bitte noch einen Moment. Denn diese Entwicklung betrifft Sie vermutlich stärker als Sie glauben. 
Deutsche Staatsanleihen sind nämlich eine der wichtigsten Grundlagen Ihrer Lebensversicherungen. Sie sind versteckt in Ihren privaten Rentenversicherungen und sie sind in unzähligen Riester–Verträgen enthalten. Versicherungen werden vom Staat quasi dazu verdonnert, in diese Anleihen zu
investieren. Damit hat der Staat indirekt Schulden bei Ihnen. Das Gejammere über die Niedrigzinsen kam jedenfalls hauptsächlich aus der davon besonders betroffenen Versicherungsbranche. Gerade neue Verträge werden von den nun sinkenden Kursen massiv betroffen werden. Der Kursverlust seit den Höchstständen ist schon jetzt beachtenswert.
Steigende Zinsen sind zudem gefährlich für die Schulden vieler Häuslebauer und können schnell zur wirtschaftlichen Katastrophe für ganze Familien werden. Auch wenn andere langfristige Schulden vorhanden sind, werden sich viele verwundert die Augen reiben, wenn plötzlich die Vertragsbedingungen einseitig von der Bank geändert oder gar die Kredite kurzfristig fällig gestellt werden. Auch wenn Sie das nicht glauben mögen, möglich ist das in vielen Fällen.
Lesen Sie mal Ihren Darlehensvertrag etwas genauer durch. Sie werden fast in
jedem Vertrag einen Passus finden, mit dem sich die Bank auch aus langfristigen Zinsbindungen leicht auch ohne Ihre Zustimmung herauswinden kann. Extrem treffen wird der Zinsanstieg allerdings den Staat und seinen klammen Haushalt. Mehr...


Kommentar: Lesen, begreifen, reagieren, vorsorgen! Die Zeit wird immer knapper, bis zum finalen Kollaps. Den Kopf weiter nur in den Sand zu stecken ist jedenfalls keine gute Idee.


Streit um Deutschlands Leistungsbilanz
(fuw.ch) 215,3 Milliarden Euro. So gross ist, nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts, der Überschuss in der Leistungsbilanz Deutschlands im vergangenen Jahr.
Deutschland hat also, vereinfacht gesagt, für 215,3 Milliarden Euro mehr Güter und Dienstleistungen exportiert als importiert. Das entspricht 7,4 Prozent des Bruttoinlandproduktes und ist in absoluten Zahlen der mit Abstand grösste Leistungsbilanzüberschuss aller Länder der Welt.
Deutschland ist unangefochtener Weltmeister des Aussenhandels. Ist das gut? Ist das ein Grund, stolz zu sein? Oder anders gefragt: Nützt das den Einwohnerinnen und Einwohnern Deutschlands etwas?
Seit mehreren Jahren herrscht unter Ökonomen und Politikern ein Glaubenskrieg um den Sinn und Unsinn der deutschen Handelsüberschüsse. Für die eine Seite sind sie Ausdruck einer beneidenswert wettbewerbsfähigen und gesunden Volkswirtschaft. Die Welt reisst sich um die Exportgüter Deutschlands. Für die andere Seite ist der hohe Leistungsbilanzüberschuss vielmehr Ausdruck einer Nachfrageschwäche im Inland. Wer hat recht?
Derzeit entlädt sich dieser Glaubenskrieg erneut. Die Kontrahenten: Die Ökonomieprofessoren Thomas Straubhaar und Heiner Flassbeck. Letzterer sagte Ende April in einem Interview in der «Finanz und Wirtschaft», Deutschland dränge mit seinen chronischen Handelsüberschüssen die schwachen Euroländer an die Wand. Straubhaar entgegnete in diesem Leitartikel in der FuW, das Deutschland-Bashing sei unredlich. Worauf Flassbeck in seinem Blog wieder entgegnete, Straubhaar habe einige grundsätzliche Prinzipien der Aussenhandelslehre nicht verstanden. Mehr...

Kommentar: Ein nützlicher Beitrag von den Schweizer Wirtschaftswelt-Erklärern. In der Sache ist dem Autor, Mark Dittli, nichts hinzuzufügen. Beispielsweise wenn er feststellt: "Ein derart hoher Leistungsbilanzüberschuss wie heute ist eine historische Anomalie, die erst seit etwa 2007 auftritt. In der Zeit zwischen 1970 und 2000 hielten sich Phasen von Leistungsbilanzüberschüssen und -Defiziten in etwa die Waage." Und dazu einen anschaulichen Chart gleich mitliefert: 



In den Jahren vor 2007 galt Deutschland als kranker Mann Europas, weil damals mittels Agenda 2010 der Sparwahn ausgebrochen war. Seitdem werden in der Finanz- und Wirtschaftspolitik elementare Fehler begangen, die man schon seit Jahren mit Hilfe des Euro und steigender Exportüberschüsse zu Lasten der Handelspartner überdeckt. Von Dauer ist diese Entwicklung nicht, ihr Zenit bereits überschritten. Das wissen die Verantwortlichen in Berlin sehr genau. Denen geht es deshalb nur noch darum, die Leistungsbilanzüberschüsse so lange wie möglich, am besten bis zum endgültigen Kollaps des Finanzsystems, zu retten. 

Aktuell liegt Heiner Flassbeck im Vergleich mit Thomas Straubhaar in unserem persönlichen Ranking weit vorne, obwohl wir nicht alle seine Ansichten teilen. Was Straubhaar mittlerweile wieder von sich gibt ist "haarsträubend". Er ist mit seinen Ansichten zurückgekehrt in die Zeit vor 2008. Das war auch mal anders. Nach der Lehman-Pleite hat Straubhaar als einer der wenigen deutschsprachigen Ökonomen die Hintergründe der Krise und ihre Folgen korrekt erklärt. Lang, lang ist's her. Schade.


EU- Referendum könnte AAA- Rating gefährden
(handelsblatt.com) Großbritannien will die Bürger in einem Referendum über den Verbleib des Landes in der EU abstimmen lassen. Nun senkt die Ratingagentur S&P den Ausblick f ür die Kreditwürdigkeit auf „negativ“. Das AAA- Rating wackelt. Mehr...

Kommentar: Bei Moody's und Fitch hat Großbritannien schon 2013 die Bestnote verloren - völlig zu Recht. Das S&P-Rating scheint uns politisch motiviert zu sein. Tatsächlich wird das britische BIP von den tönernen Füßen einer lupenreinen Blasen-Ökonomie getragen. 

Jetzt bietet das absehbare Referendum auch S&P die Gelegenheit zu reagieren. Zu dem wahrscheinlichen Ergebnis der Verhandlungen zwischen Cameron und Merkel über einen "Brexit" haben wir eine treffende Fotomontage gefunden:

"Best friends" (Quelle: bruegel.org)


The Harish Reality Of Ukraine's Fiscal Arithmetic
(bruegel.org)  
  • Ukraine is struggling with both external aggression and the dramatically poor shape of its economy. The pace of political and institutional change has so far been too slow to prevent the deepening of the fiscal and balance-of-payments crises, while business confidence continues to be undermined. 
  • Unfortunately, the 2015 International Monetary Fund Extended Fund Facility programme repeats many weaknesses of the 2014 IMF Stand-by Arrangement: slow pace of fiscal adjustment especially in the two key areas of energy prices and pension entitlements, lack of a comprehensive structural and institutional reform vision, and insufficient external financing to close the expected balance-of-pay-ments gap and allow Ukraine to return to debt sustainability in the long term. 
The reform process in Ukraine must be accelerated and better managed. A front-loaded fiscal adjustment is necessary to stabilise public finances and the
balance-of-payments, and to bring inflation down. The international community, especially the European Union, should offer sufficient financial aid backed by strong conditionality, technical assistance and support to Ukraine’s independence and territorial integrity. Read more...


Kommentar: Während sich die Gläubiger vor neuen Finanzhilfen für Griechenland zieren, erhält die Regierung der bankrotten Ukraine vergleichsweise leicht Zugang zu den Geldern des IWF und der EU. Der Ablauf darf auf keinen Fall gestört werden: Anders als bei Griechenland ist eine Abstimmung in den nationalen Parlamenten über diese Finanzhilfen erst gar nicht vorgesehen. Dabei geht es um Milliarden Euro. Die natürlich nicht bei den Bedürftigen ankommen. Deren Zuwendungen werden von Kiew rigoros zusammengestrichen oder nicht mehr ausgezahlt. 

   
Griechenland - Wer zuerst zuckt
(freitag.de)  Nicht allein die Regierung Tsipras bewegt sich auf ziemlich dünnem Eis
Hoffnungslos überschuldet und von den Finanzmärkten abgeschnitten, kann Griechenland seine Verpflichtungen schon in zwei Wochen nur noch begleichen, werden die seit Mitte 2014 blockierten Kredite des (verlängerten) zweiten Hilfsprogramms ausgezahlt. Das ist der Haken, an dem alles hängt. Ohne Konsens über ein neues Reformpaket bleiben die Gelder blockiert. Das Land gerät in den Sog von Grexit und Pleite.
In ihren ersten hundert Tagen hat die Syriza-Regierung alle anstehenden Zahlungen geleistet. Ohne ein Agreement mit den institutionellen Gläubigern vom Währungsfonds (IWF) bis zur Europäischen Zentralbank (EZB) wäre das umsonst gewesen. Es schien zuletzt Annäherungen zu geben, weil Athen zentrale Anliegen wie einen Schuldenschnitt oder ein -moratorium aufgab und etliche detaillierte Vorschläge unterbreitet hat, die mehrfach schroff abgelehnt wurden. Die Institutionen beharren auf der bisherigen Austeritätspolitik ohne Wenn und Aber, als wäre dieses Dogma am 25. Januar nicht klar abgewählt worden. Sie begreifen nicht, dass es dafür in Griechenland keinen Partner mehr gibt, und müssen nun zur Kenntnis nehmen, dass die ohnehin geschwächte griechische Ökonomie erneut einer Rezession verfällt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es ist schwer, in diesen Tagen Beiträge aufzutreiben, die sich sachlich mit der Krise in Griechenland auseinandersetzen. Bei den meisten handelt es sich schlicht um einseitige, gegen Athen gerichtete Propaganda. Dieser Beitrag ist eine der seltenen Ausnahmen und verdient alleine deshalb gelesen zu werden. Außerdem benennt er Ross und Reiter, etwas was in den Qualitätsmedien nicht mehr vorkommt. 

Im Zusammenhang mit einem möglichen Grexit oder einer Pleite des Landes finden wir eine Aussage besonders erwähnenswert:  "Noch immer geistern dort milliardenschwere CDS (Kreditausfallversicherungen) für griechische Staatspapiere herum, die dann fällig wären." Die daraus entstehende Kettenreaktion zerstört schlagartig das höchst fragile Kartenhaus der TBTF-Banken. Innerhalb von Stunden, nicht Tagen, kollabiert das weltweite Finanzsystem. Niemand hat eine Vorstellung davon, was dann passiert. Etwa im "safe haven" Schweiz, wo jeder Schweizer über Nacht mit schlappen 4,5 Mio. Franken belastet ist, weil UBS und Credit Suisse schlagartig pleite sind. Da könnte sich auszahlen, dass die Schweizer Armee bereits zum zweiten Mal den Krisenfall "Unruhen in Europa" geübt hat. 

Auf die Reaktion der Deutschen sind wir besonders gespannt, wenn Stück für Stück von der Wahrheit ans Licht kommt. Über die maroden Banken, eine unfähige Regierung und die andauernde Kumpanei von Politik und Finanzindustrie zum Nachteil des eigenen Volkes. Alles versteckt unter dem Merkel'schen Kunstbegriff von der "marktkonformen Demokratie". Womit nur gemeint ist, die letzten Reste echter Demokratie auch noch abzuschaffen. 

Die 4. Gewalt hierzulande stört das wenig. Ganz im Gegenteil, die macht mit und stellt sich in den Dienst dieser Sache. Aktuelles Beispiel ist ein Kommentar der neuen Chefredakteurin bei der WIRTSCHAFTSWOCHE, Miriam Meckel, die jede Woche ein Thema zur Chefsache erklärt. Frau Meckel ist Kommunikationswissenschaftlerin, keine Journalistin. Letzteres wäre wahrscheinlich sogar hinderlich. In dem Beitrag "Endspiel" beschäftigt sie sich, wie könnte es auch anders sein, mit Griechenland. In ihrer Einleitung heißt es: "Griechenland ist pleite. Höchste Zeit, das endlich anzuerkennen. Die Verschleppungsstrategie ruiniert ein vereintes Europa." Alle Welt weiß, dass Athen pleite ist, die neue griechische Regierung hat das von Anfang an anerkannt, der IWF mittlerweile auch, lediglich Berlin und Brüssel weigern sich darüber zu verhandeln. Natürlich ruinieren die Verhandlungen mit Griechenland nicht das vereinte Europa, sondern die Unfähigkeit von Berlin und Brüssel zu einer Politik, die die Krise eindämmt, statt sie weiter zu verschärfen. Seit sieben Jahren geht das schon so. Aber Frau Meckel ist mit ihren Täuschungen und Tricksereien noch nicht fertig. "Die griechische Regierung will nicht reformieren", wird an anderer Stelle behauptet. Damit bedient die Kommunikationswissenschaftlerin nur das gängige Klischee für das BILDungsbürgertum, mit der Wirklichkeit hat das wenig bis nichts zu tun. Das reicht uns, ab dieser Stelle war uns endgültig übel. Mehr von diesem Mist gibt es hier


Griechen haben den Konfrontationskurs langsam satt
(faz.net) Die Mehrheit der Griechen ist mittlerweile mit der Verhandlungsführung ihrer Regierung im Schuldenstreit unzufrieden, zeigt eine neue Umfrage. Sie würde sogar den Gläubiger-Vorschlag akzeptieren, der weitere Sparmaßnahmen zur Folge hätte. Auch die Deutschen haben eine klare Meinung. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Soweit die ehemalige Qualitätszeitung. Die Meinung der Deutschen ist wenig verwunderlich, das Propagandadauerfeuer zeigt Wirkung. Deshalb beschäftigen wir uns mit den Aussagen zu Griechenland. Und lassen uns dafür von Norbert Häring helfen. Bei ihm heißt es: "Brief aus Athen: Neue Umfragen zeigen, die Griechen wollen den Euro und die Syriza behalten". Die Einleitung: "Eine neue Umfrage zeigt: Die meisten Griechen sind für eine Einigung mit den Kreditgebern aber auch für die Syriza-Regierung.  Da die Stimmung der Bevölkerung in den deutschen Medien zum Teil sehr falsch dargestellt wird, moechte ich die Ergebnisse der Umfrage etwas ausführlicher analysieren." Mehr hier. Unbedingt lesen, sehr viel differenzierter als der Beitrag von der F.A.Z. 

An dieser Stelle möchten wir unsere LeserInnen auf eine Geschichte hinweisen, die nach unserer Ansicht keinen Zweifel an der Propaganda in den Leitmedien lässt. Es geht um die aktuelle Diskussion zu den griechischen Renten, bei der sich die F.A.Z. bei der BILD bedient und ganz bewusst falsche Zahlen verbreitet. Wer will, kann die Einzelheiten in dem folgenden Beitrag von BILDBLOG nachlesen: "'FAZ' verkalkuliert sich beim unkalkulierbaren Griechen-Risiko" (hier). 


Euroländer spielen Grexit-Szenarien durch
(wiwo.de) Das von der Pleite bedrohte Athen steht zwar im Schuldenstreit am Rande des Abgrunds, verbreitet aber weiterhin Optimismus. Dagegen gehen die Euroländer inzwischen vom Schlimmsten aus. Auch der Dax reagiert entsprechend. Mehr...

Euro-Länder planen erstmals für mögliche Pleite Griechenlands
(sueddeutsche.de)  
  • Die Euro-Gruppe hat bei einem Treffen in Bratislava ein Doppelszenario für die Krise in Griechenland vorbereitet.
  • Szenario 1: Die griechische Regierung bekommt bis Samstag Zeit, um konkrete Reformpläne vorzulegen, die den Auflagen der Gläubiger genügen.
  • Szanario 2: Die Kreditgeber und Griechenland einigen sich nicht, Athen wird zahlungsunfähig.
  • Zwei Maßnahmen stehen in diesem Fall im Vordergrund: Es soll eine humanitäre Krise verhindert und die Euro-Zone und das Bankensystem gesichert werden. 
Mehr...

Bundesregierung dementiert Bericht über Grexit-Plan
(zeit.de) Neue Gespräche mit Griechenland sollen die Staatspleite und den Euroaustritt verhindern. Dabei kommt es besonders auf den Internationalen Währungsfonds an. Mehr...

Kommentar: Der Grexit ist offensichtlich die liebste Sau, die von den Referenzmedien durch ihr Dorf gejagt wird. Vielleicht stirbt sie irgendwann an Entkräftung, Nahrung bekommt sie keine. Statt dessen hört die Journaille wieder nur die Flöhe husten. Das reicht, um zielsicher die eigene Leserschaft zu bedienen. 


Zeit der Entscheidung: Last Exit Grexit
(derstandard.at) Athen bleiben nur wenige Tage, um eine Einigung mit den Gläubigern zu erzielen. Aber warum die ganze Aufregung rund um den Grexit? Mehr...

Kommentar: Die Überschrift des österreichischen STANDARD verheißt nichts Gutes. Überraschenderweise bleibt der Beitrag aber sachlich, während er sich mit den "fünf Problemfeldern" beschäftigt, falls es zu keiner Einigung zwischen Athen und den Gläubigern kommt. Eine brauchbare Einführung in die Schwierigkeiten rund um den Grexit für alle Beteiligten. 


So gefährlich wäre Griechenlands Euro-Aus
(spiegel.de) Der Grexit? Ein Kinderspiel. In Deutschland werden die Folgen eines griechischen Staatsbankrotts und Euro-Austritts kleingeredet. Doch die nervösen Reaktionen an den Börsen zeigen: Das Szenario wäre alles andere als harmlos. Mehr...

Kommentar: Erstaunlich, dass sich vereinzelt doch noch ein kritischer Beitrag in den deutschen Referenzmedien verirrt. Es ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Vor dem Hintergrund der in der Öffentlichkeit herrschenden Meinung ein beeindruckendes Fazit: "Die Mehrheit der Deutschen ist für das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone - auch weil Politiker und Ökonomen behaupten, die Folgen wären beherrschbar. In Wahrheit lassen sich
die Folgen eines sogenannten Grexits nur schwer vorhersagen - aber mindestens für Griechenland selbst würde die Lage wohl erst einmal schlimmer statt besser."
 

Greece: default ahead?
(russeurope.hypotheses.org) Could it be that the Eurogroup is getting used to the idea of the possibility of a Greek default? Information coming from Reuters seems to confirm this. A meeting of experts which was held at Bratislava Thursday June 11th supposedly evoked for the first time the possibility that, lacking an agreement, Greece may default. These information also confirms that even if some governments have been working for several months over this hypothesis, it’s the first time that the Eurogroup has broached the question. Read more...

Negotiations at the brink
(russeurope.hypotheses.org) News of the interruption of negotiations between Greece and its creditors on this Thursday June 11th, are neither a surprise nor real news. On the one side, one might think that it is only a matter of a suspension in negotiations, and that the latter will pick up again in a few days, even if this means that we’ll again be submitted to a regime of Scottish hot-and-cold showers. But on the other hand, basically, it is clear that there is a fundamental disagreement on the political nature of these negotiations. Read more...

Kommentar: Zwei Beiträge des französischen Ökonomen Jacques Sapir, fundiert und kenntnisreich. Allemal besser als die Ergüsse der meisten seiner deutschen Kollegen. Lohnender Lesestoff. 


What is Reform? The Strange Case of Greece and Europe
(prospect.org) Why creditors' demands would only prolong Greece's crisis. Read more...

Kommentar: Der US-Ökonom James Galbraith bringt es auf den Punkt. Er gehört zu den ständigen Beratern von Yanis Varoufakis. Lesen, es gibt reichlich Nachdenkfutter.  


Vor dem griechischen Selbstmord?
(fuw.ch) "Griechenland hält eine Pistole an den eigenen Kopf – und Europa braucht es nicht sehr zu kümmern, wenn Athen abdrückt."
Athens erpresserische Strategie verfängt nicht mehr, weil die Europäische Zentralbank mit ihrem Anleihenkaufprogramm die Ansteckungsgefahr eines Grexit gebannt hat. Mehr...

Kommentar: Wir verlieren kein Wort über diesen Beitrag von  Anatole Kaletsky, wollen ihn aber auch nicht unseren LeserInnen vorenthalten. Polemik der übelsten Sorte eines (w)irren Kopfs. 


Sahra Wagenknecht rät Athen zum Zahlungsstopp
(welt.de) Während SPD-Chef Gabriel Tsipras heftig kritisiert, warnt Linke-Ikone Sahra Wagenknecht Syriza davor, sich Brüssel und IWF zu unterwerfen. Außerdem bringt sie einen Lastenausgleich ins Spiel. Mehr...

Kommentar: Wir raten Frau Wagenknecht, endlich ihr Abgeordnetenmandat Ernst zu nehmen und gegen diese Politik mit allen parlamentarischen Mitteln Front zu machen. Statt immer nur gescheit daherzureden. 


Worum es beim Griechenland-Poker wirklich geht
(wirtschaftsblatt.at) Je knapper die Zeit wird, desto mehr steigt der Druck: Jetzt winkt auch Deutschland vernehmlich mit der Grexit-Keule. Was die Sache so schwierig macht: Es geht nur vordergründig um den – vergleichsweise geringen – Betrag von 7,2 Milliarden Euro.  
Tatsächlich geht es ja auch nicht wirklich um das Geld, sondern um deutlich Grundsätzlicheres: Die griechische Linkspartei Syriza, die derzeit die Regierung stellt, hat die Wahlen mit dem Versprechen gewonnen, die Sparpolitik zu beenden, die das Land in die tiefste und längste Rezession seiner Geschichte geführt hat. Durch symbolische Aktionen wie die Wiedereinstellung angeblich rechtswidrig gekündigter Reinigungskräfte in den Staatsdienst, die Erhöhung von Mindestpensionen oder – erst gestern – die Wiedereröffnung des von der Vorgängerregierung 2013 aus Einsparungsgründen geschlossenen Staatssenders ERT ist es der Regierung gelungen, die Griechen mehrheitlich hinter sich zu scharen. Auch wenn echte wirtschaftliche Erfolge (mangels Geld zur Verteilung) bisher ausgeblieben sind: Die Wirtschaft, die zur Mitte des Vorjahres bereits erste Erholungszeichen gezeigt hatte, ist auch im ersten Quartal wieder geschrumpft, und die Arbeitslosigkeit steigt wieder. Ein Nachgeben in grundsätzlichen Fragen (also neuerliche einschneidende Sparmaßnahmen, wie sie die "Institutionen" fordern) würde die Unterstützung durch die Mehrheit der Griechen zerbröckeln und Syriza nach den nächsten Wahlen wohl wieder von der Bildfläche verschwinden lassen.
Das freilich ist es, was sich die Gesprächspartner auf europäischer Ebene am meisten wünschen. Überall sonst in Europa sind bürgerliche, sozialdemokratische oder zuweilen auch rechtspopulistische Parteien an der Macht – sie alle haben keinerlei Interesse, einer Linkspartei einen Erfolg zuzuschanzen, der sie zum leuchtenden Beispiel für ganz Europa werden ließe. Am wenigsten wollen das die bürgerlichen Regierungen von Spanien und Portugal, die selbst mit den wirtschaftlichen Folgen der von der Troika auferlegten Sparpakete kämpfen, heuer noch Parlamentswahlen zu schlagen haben und dabei mit einer immer stärker werdenden Links-Opposition kämpfen. Wenn Syriza in Griechenland Erfolg hat, sind die spanischen Konservativen mit großer Wahrscheinlichkeit im Herbst ihren Job los.
Was auch den anderen europäischen Regierungen nicht gefällt – allen voran der deutschen: Denn wenn in Spanien die linke Podemos regiert, dann beginnt das Gezerre, das jetzt mit Griechenland läuft, mit Spanien von vorn – und dort geht es schon um deutlich mehr Geld. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wieder so eine Nadel im Heuhaufen. Prima Beitrag aus Österreich. Schön, dass andere der gleichen Auffassung sind, die wir schon seit Wochen an dieser Stelle inbrünstig vertreten. 

Selbst Sahra Wagenknecht ist dabei: "Auf die Knie - Merkel will Tsipras zu Fall bringen" überschreibt sie einen Beitrag für die JUNGE WELT. Aus der Einleitung: "Nur wenn die griechische Wirtschaft auf die Beine kommt, können auch Schulden bedient werden. Wer sich dieser simplen Logik verweigert, der will weder den Euro noch deutsche Steuergelder retten, sondern um jeden Preis eine linke Regierung zu Fall bringen. Die von der Troika geforderten Sozialkürzungen und Mehrwertsteuererhöhungen führen die griechische Wirtschaft noch tiefer in die Krise. Es ist ein Angriff, auf die Menschenwürde, von der griechischen Bevölkerung weitere Rentenkürzungen zu verlangen obwohl die Renten in den letzten Jahren um 40 Prozent zusammengestrichen wurden. Es ist eine Attacke auf die Arbeiterbewegung, wenn Gewerkschaften entrechtet werden und entrechtet bleiben sollen, damit die Löhne um ein Maximum gesenkt werden können. Und es ist ein Anschlag auf die Demokratie, wenn Wahlergebnisse ignoriert und Regierungen dazu gezwungen werden, die von einer Gläubiger-Troika verlangten Reformen nur noch abzunicken." Mehr hier. Wir bleiben dabei, Frau Wagenknecht tut einfach zu wenig gegen diese Politik. Sie sitzt im Parlament, sie kann etwas bewegen. Solange sie das nicht tut, macht sie sich mitschuldig an den Dingen die dort passieren. 

Wir können nur dagegen anschreiben und aufklären. 


US-Regierung zettelt Kriege an, um den Dollar zu retten
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Früher haben die Amerikaner gegen die Chinesen, die Kubaner oder gegen die Russen gekämpft. Heute zeigen sie die volle Härte gegen internationale Organisationen, die über keine Armeen verfügen, wie den Vatikan oder die Fifa. Zugleich zettelt Washington überall unvollendete Krieg an. Der Grund: Sie wollen die globale Vorherrschaft des Dollars retten. Doch die Attacken und das Chaos bewirken das Gegenteil. Das Ende der US-Dominanz im Weltfinanzsystem ist absehbar. Mehr...

Kommentar: Natürlich verteidigen die Amerikaner den Dollar mit allen Mitteln. Wir haben schon viele Male an dieser Stelle darauf hingewiesen. Sie wissen aber auch, dass der Dollar als Weltwährung seine Milch ziemlich gegeben hat. Ihnen geht es nur noch darum, die Dominanz ihrer Währung über die Ziellinie zu retten. Die ist längst definiert: Nach der Vorherrschaft des Dollar kommt eine Weltwährung. Die wird Amerikas Vorherrschaft keineswegs beenden. Das Zentrum der Vermögen ist die Wall Street. Dort werden bis zur nächsten Atombombe die Entscheidungen getroffen - auch nach dem Kollaps des Finanzsystems. 


UMich Sentiment Shows Wage Growth Delusion Has Never Been Bigger (Or Fed So Far Behind The Curve)
(zerohedge.com) Preliminary June UMich consumer sentiment data rose from 90.7 to 94.6 as respondents appear very excited about soaring gas prices and far more excited about stocks than every other confidence survey recently. Current conditions soared from 100.8 to 106.8 as expectations only rose from 84.2 to 86.8. Where does the hope come from? Simple... income expectations are the highest since 2008 and the most divergent from reality ever. Are we still rolling over?


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Kommentar: Unbedingt sehenswert auch die anderen Charts des Beitrags. Wir bleiben bei unserer Einschätzung: Eine erfolgreiche Wirtschaft sieht anders aus. 


Growing signs of China’s economic slowdown
(wsws.org) Statistics for May indicate that growth in key sectors of the productive economy in China, including manufacturing, continues to slow, while capital is increasingly moving into speculative investments in the share market, creating an unstable financial bubble.
Official indices showed a 2.8 percent decline in exports in May, compared to the same month in 2014. The figure was a small improvement on results for March and April, which witnessed year-on-year declines of 14.6 percent and 6.2 percent, respectively.
Import figures painted a starker picture, with a year-on-year slump of 18.1 percent for May, following a decline of 16.2 percent in April. The result bucked expectations of a slight improvement based on the stabilisation of commodity prices.
The continuing decline in imports is bound up with an ongoing slowdown in the manufacturing sector. Imports of raw materials, including coal, refined oil and iron ore, all fell, with the latter dropping by 1.1 percent compared to last year.
According to the preliminary HSBC/Markit purchasing managers’ index, May marked the third month of contraction in the Chinese factory sector, and saw the fastest decline in output in over a year. The index was 49.1 in May, below the 50-point benchmark indicating growth. At the same time, the figures showed a 23-month low in new export orders, along with the worst contraction in real output in 13 months.
Foreign trade volume was down 7.8 percent over the January to May period. China’s trade with the European Union declined by 7.1 percent, and 11.2 percent for Japan.
The figures prompted HSBC to lower its forecast for export growth this year from 7.1 percent, to 4.2 percent, while the research arm of the Chinese Central Bank revised overall growth forecasts for the year from 7.1 percent, to 7 percent. That would be the lowest growth rate in 25 years.
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Kommentar: Der Beitrag vertieft die Informationen der vergangenen Wochen zur wirtschaftlichen Entwicklung Chinas. 

Die globale Wirtschaft leidet, das lässt sich nicht wegdiskutieren oder schönrechnen. Davon betroffen ist natürlich auch China. Das Ende ist noch längst nicht erreicht. Da ist noch reichlich Platz nach unten.  


Persönliche Beratung
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"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." (Karl Farkas, österr. Schauspieler und Kabarettist)