Freitag, 29. April 2016

Standpunkt 1014: Ein Neuanfang!


Wir sind wieder da. Monatelang haben wir uns nicht mehr zu Wort gemeldet, damit ist jetzt Schluss. Es ist höchste Zeit für einen Neuanfang! 

Nicht wie früher täglich, aber doch regelmäßig stellen wir in diesem Blog aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. 

Den Schwerpunkt legen wir dabei auf die Folgen der Lehman-Pleite 2008, mit der die bisher größte Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Anfang genommen hat.

In den vergangenen Monate haben wir unser Konzept zur Absicherung gegen den finalen Kollaps dieser Krise weiter optimiert. Nicht erst seit dem menschenverachtenden Geschacher rund um Griechenland im Sommer 2015 sind wir restlos davon überzeugt, dass die Entwicklung nur einen Schluss zulässt: Das Finanzsystem wird in absehbarer Zeit zusammenbrechen und alle mitreißen, die bis zuletzt den Entscheidern in Politik und (Finanz-)Wirtschaft, kurz den "Reichen und Mächtigen", vertraut haben. Am Ende erleben diese unbelehrbaren Obrigkeitsgläubigen den persönlichen Super-GAU (= "Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes"), eine flächendeckende, voll umfängliche Enteignung ihrer Ersparnisse und Vermögen. Nicht betroffen von dieser Entwicklung sind natürlich die 0,1% "Reichsten und Mächtigsten" dieser Welt. Die sind es, die diese Entwicklung steuern und letztlich davon profitieren. Es ist die finale Vermögensumschichtung von Unten nach Oben. Eine konzertierte Aktion Weniger, durchgeführt mit Hilfe der Politik und den Wissenschaftlern, die sich Ökonomen nennen. Angeführt beispielsweise in Deutschland von Hans-Werner Sinn, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten als wissenschaftlicher Steigbügelhalter dieser kleinen Gruppe "Reicher und Mächtigen" ganze Arbeit geleistet hat. Sein Nachfolger als Leiter des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, schickt sich gerade an, beherzt in seine Fußstapfen zu treten. Dazu aber später, in einem der folgenden Blog-Beiträge, mehr. 

Eine mehr als unrühmliche Rolle bei dieser Entwicklung spielen die Qualitätsmedien, in Deutschland seit Gründung der Bundesrepublik gerne als "vierte Gewalt" bewundert. "In Demokratien erfüllen Medien grundlegende Funktionen: Sie sollen das Volk informieren, durch Kritik und Diskussion zur Meinungsbildung beitragen und damit Partizipation ermöglichen. Oftmals werden Medien auch als 'vierte Gewalt' bezeichnet." So bringt es hier die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Punkt. 

Leider funktioniert das überhaupt nicht mehr. Die sogenannten Führungs-, Leit- oder Referenzmedien sind längst zu einer Propagandamaschinerie verkommen, die den Wandel zu einer "marktkonformen Demokratie" (O-Ton Angela Merkel, hier) tatkräftig mit gestalten. 

Schon seit Jahren beobachten wir eine maßlose Volksverdummung, die weltweit unaufhaltsam um sich greift. Kein Kontinent, kein Wirtschaftssystem, keine Kultur, bleibt davon verschont. Diese Tatsache zu entlarven und zu kommentieren begreifen wir als unsere Aufgabe. Soweit diese Entwicklung Folgen für die Menschen in Europa hat, bleibt sie unser Thema. Wir sind unabhängig, nicht käuflich, aber vor allen Dingen auch bei klarem Verstand und nur den Fakten verpflichtet.

Bevor wir uns demnächst mit Themen wie Bargeldverbot, Panama Papers, Brexit, Flüchtlingskrise oder der Entwicklung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise beschäftigen, möchten wir unseren LeserInnen an Hand einiger zeitlos aktueller Beiträge zeigen, "wie der Hase läuft". 

Den Anfang machen wir mit einem Beitrag aus dem Januar 2016, der bei TELEPOLIS erschienen ist: "Im Nachrichtengeschäft geht es um Interessen, nicht um Wahrheit". Es geht dabei um den "Krieg in Syrien und über die Rolle der Medien". Die Einleitung: "Kurt Gritsch, Historiker, Konflikt- und Migrationsforscher, beobachtet und analysiert seit Jahren die Berichterstattung großer Medien in Sachen Krieg. Im Interview mit Telepolis verweist er auf die Schwächen der Berichterstattung und stellt fest, dass Medien weit entfernt von einem neutralen Journalismus sind, wenn es um Themen wie zum Beispiel Syrien geht. Gritsch, der Projektmitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck ist und als Gymnasiallehrer arbeitet, erklärt im Interview außerdem, wie es zur Eskalation in Syrien kommen konnte und wirft einen kritischen Blick auf die Rolle Deutschlands im Hinblick auf seine Beteiligung an Einsätzen im Ausland. Die Entscheidung, Tornados nach Syrien zu entsenden, hält der in der Schweiz lebende Südtiroler für 'weder ethisch vertretbar noch völkerrechtlich abgesichert noch von realpolitischem Nutzen'." Mehr hier. Ausführliches zu Kurt Gritsch gibt es hier

"Warum den Medien nicht zu trauen ist" titeln im März 2016 die NACHDENKSEITEN. Es ist ein Interview mit dem Medienwissenschaftler Uwe Krüger um die "Meinungsmacht in den Medien" und deren Beschädigung der Demokratie. Mehr hier

Anfang des Monats erschien, ebenfalls bei den NACHDENKSEITEN, der Beitrag "Demokratie? Welche Demokratie denn bitte?", ein Interview mit dem Journalisten und Autor Wolfgang Koschnick. Aus der Einleitung: "'Die Demokratie ist die Hure der freien Welt, bereit sich nach Wunsch an- und auszuziehen, bereit, die verschiedensten Geschmäcker zufriedenzustellen', stellt die indische Schriftstellerin und politische Aktivistin Arundhati Roy klar. Und der Autor und Unternehmensberater Wolfgang Koschnick sekundiert: Die entwickelten Demokratien seien eine gigantische Fehlkonstruktionen, die Krisen und Katastrophen am laufenden Band erzeugten und nicht in der Lage seien, selbst einfachste Probleme pragmatisch und nachhaltig zu lösen. Im Gegenteil richteten sich ihre 'Lösungen' in stets wachsendem Maße gegen die eigene Bevölkerung. Immer deutlicher würde daher, dass sich die Demokratien der Gegenwart in einer Systemkrise befänden und ihnen der Untergang drohe." Mehr hier

Lohnend auch, sich mit dem Wirken von Arundhati Roy näher zu beschäftigen. 

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick über den europäischen Tellerrand hinaus, nach Brasilien. Dort gerät die wenig widerstandsfähige Demokratie gerade mächtig unter Druck. Erst kürzlich titelte TELEPOLIS dazu "Brasiliens korrupte Bonzen setzen zum Putsch an". Der Vorspann: "Mehrheit im Parlament gibt grünes Licht für Verfahren zur Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff. Doch viele von ihnen sind selbst mutmaßlich kriminell". Weiter heißt es: "Nun geht es in Lateinamerika Schlag auf Schlag: Nach dem Sieg der neoliberalen Rechten in Argentinien (Konservativer Kandidat Macri gewinnt in Argentinien) und Kampagnen zur Destabilisierung von Venezuela, Ecuador und Bolivien setzt nun die Oberschicht in Brasilien zur Offensive gegen Präsidentin Dilma Rousseff und die regierende Arbeiterpartei (PT) an. Im Zuge eines Amtsenthebungsverfahrens haben sich am Sonntag mehr als zwei Drittel der Abgeordneten wenig überraschend für die Ermittlungen ausgesprochen. Zuvor waren zwei ehemals mit Rousseff verbündete Parteien nacheinander aus der Koalition ausgetreten. Die Amtsenthebung, die vor allem in den wohlhabenden Vierteln der großen Städte frenetisch begrüßt wird, ist damit in greifbare Nähe gerückt. Ebenso wie in anderen mitte-links regierten Staaten der Region ist der Sturz der politischen Führung und eine neoliberale Restauration damit auch in Brasilien wieder denkbar. Nicht ohne Grund sprechen Rousseff und ihre Anhänger von einem Putschversuch. Nun kommt es auf die Rechtsstaatlichkeit der Justiz an." Mehr hier.

Brandaktuell, nämlich von heute, ist der Beitrag "Was in Brasilien wirklich geschieht" von Glenn Greenwald, erschienen bei HINTERGRUND. Er schreibt als Einleitung: "Unter dem Vorwand der Korruptionsbekämpfung will Brasiliens Elite Präsidentin Rousseff aus dem Amt drängen – und greift damit die Fundamente der jungen Demokratie an –". Mehr hier. Ein Augenöffner.  

Für Europa stellt der Psychologe und Psychoanalytiker Prof. Klaus-Jürgen Bruder Anfang April eine bemerkenswerte These auf: "Die Politik führt permanent vor, dass die Bevölkerung sie keinen Pfifferling interessiert". Bei HINTERGRUND erklärt Bruder in einem Gespräch "über Angst, Hass und das Erstarken der Rechten" hier seine Ansicht. Widerspruch zwecklos! 

Noch ein Beispiel gefällig? Wir haben es. Es geht um das Prestige-Objekt Stuttgart 21. Die Wochenzeitung KONTEXT titelt im Januar: "Einfach nur dreist". Um was es geht: "Am Anfang fand er Stuttgart 21 toll, dann hat er gelesen und wurde zum Gegner. Der SWR-Moderator i. R. Stefan Siller beschreibt in seinem Buch, wie die Menschen belogen wurden, weil sich Investoren eine 'goldene Nase' verdienen wollten. Kontext veröffentlicht das Kapitel zum Bahnhof." Mehr hier

Die Qualität der politischen Arbeit hierzulande hat der kürzlich leider viel zu früh verstorbene Roger Willemsen in seinem Buch "Das hohe Haus" sehr anschaulich beschrieben. Anlässlich dessen Veröffentlichung hat der Autor im Juli 2014 unter der Überschrift "Es war irgendwann nicht mehr auszuhalten" ein lesenswertes Interview "über das Kaugummi-Verbot im Bundestag, schlechtes Schauspiel, heikle Abstimmungen und desinteressierte Abgeordnete" gegeben. Zitat: "Ein Teil der Reden im Bundestag werden sicherlich nur für die Tagesschau gehalten." Mehr hier.

Wer denkt noch an die Atomkatastrophe von Fukushima 2011 (hier)? Wahrscheinlich niemand. Vielleicht noch in diesen Tagen, im Zusammenhang mit dem 30. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl (hier). Gut möglich, nein sehr wahrscheinlich, wird sich das in Zukunft ändern. In den Leitmedien spielt dieses Ereignis schon lange keine Rolle mehr. Dafür gibt es aus deren Sicht "gute" Gründe. Die und noch viel mehr ist nachzulesen in dem kürzlich bei GLOBAL RESEARCH erschienenen Beitrag "The Fukushima Nuclear Disaster is a Serious Crime" des japanischen Wissenschaftlers Koide Hiroaki. Ein vortreffliches Beispiel dafür, wie Politiker, nicht nur japanische, mit den "Reichen und Mächtigen" gemeinsame Sache machen. Nicht nur zum Nachteil des eigenen Volkes, in diesem Beispiel sogar der gesamten Welt. Rücksichtslos und menschenverachtend, auf verbrecherische Art und Weise. Mehr hier. Leider steht der Beitrag nur in englischer Übersetzung zur Verfügung. Wie alle anderen vorgestellten Beiträge verdient er aber die volle Aufmerksamkeit unserer LeserInnen. Er bietet Lesestoff für mehrere Wochenenden. Zur Einstimmung zeigen wir an dieser Stelle eine sehenswerte Grafik aus dem Beitrag: 




Dieser Beitrag zeigt unmißverständlich, dass wir nach wie vor häufig auf englischsprachige Beiträge zurückgreifen müssen, die deutschsprachigen Medien lassen einfach zu viele wichtige Themen unbeachtet. Unsere LeserInnen bitten wir um Verständnis, dass wir eine Übersetzung der englischen Texte nicht bereitstellen können. Dafür fehlt uns einfach die Zeit. 

An dieser Stelle möchten wir ein Zitat des früheren Bundespräsidenten und SPD-Politikers Johannes Rau wiederholen, mit dem wir unseren letzten Standpunkt im Juli 2015 abgeschlossen haben und das jeden Tag aufs Neue seine Bestätigung findet: "Nicht wir Politiker machen die Politik, wir sind nur die Ausführenden. Was in der Politik geschieht, diktieren die internationalen Großkonzerne und Banken."